Welche Ärzte dürfen eigentlich Morphium spritzen?

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Hydra
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Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 07:45    Titel: Welche Ärzte dürfen eigentlich Morphium spritzen? Antworten mit Zitat

Hallo an Alle,

viele Schwerstkranke bekommen Morphium gespritzt.
Kann das eigentlich jeder Hausarzt oder nur dürfen das nur bestimmte Ärzte.

So viel ich weiß dürfen gewisse Schmerzmittel, wie z.B Fentanyl-Pflaster, nur von Ärzten verschrieben werden, die auch Rezepte nach dem Betäubungsmittel-Gesetz ausstellen können.

Würde mich über jede Antwort freuen.

Vielen Dank!

LG, Hydra
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Sienna
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 31.08.2009
Beiträge: 1526

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hey,
darf nicht jeder Allgemein-Mediziner BTM-Rezepte ausstellen?
Soweit ich weiß schon.
Glaube nicht, dass man da eine besondere "Schulung" oder sonstiges machen muss.

Also meine Hausärztin hat mir auch schon mal Morphium verschrieben, von daher...und hab es auch das eine oder andere Mal mitgekriegt, dass Leute dort Fentanyl verschrieben bekamen.
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Hydra
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sienna,

danke für Deine Antwort.
Habe mal von einer Psychotherapeutin Tramadol bekommen. Sie sagte mir daß, wenn ich ich Fentanyl-Pflaster brauchen würde, ich zu einem Schmerztherapeuten oder Anästesisten gehen müßte. Daher dachte, daß nur spezialisierte Ärzte BTM-Rezepte ausstellen können.

Mein Opa hat im Sterben Morphium gespritzt bekommen. Denke aber auch, daß es ein Hausarzt war. Wenn Du gesehen hast, daß bei Deiner Hausärztin Leute Fentanyl bekamen, dann wird das wohl jeder normale Hausarzt verschreiben können.

Vielen Dank,

LG, Hydra
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gema1509
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 14.04.2010
Beiträge: 515

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 13:40    Titel: Antworten mit Zitat

hallo!
ich denke auch, dass jeder allgemeinmediziner und fachärzte sowieso morphin spritzen dürfen.
die indikation dazu dürfte eigentlich nur selten gegeben sein. auch bei sterbenden patienten ist die i.v.-injektion sehr selten bis nie erforderlich. in der regel werden sog. depotmedikamente (also mit retardierender Wirkung) verabreicht. sollte sehr schneller wirkungseintritt gewünscht sein - also akutsituationen, wird mittlerweile gerne und oft mit sublingualmedikation gearbeitet, die sehr schnell (über schleimhautkontakt wie auch z.B. subutex) wirkt.
ich wüsste jetzt ehrlich gesagt gar kein szenario, dass einen arzt dazu veanlassen sollte ein morphin oder wie du schreibst sogar morphium intravenös zu spritzen (außer evlt bei so resistenten leutz wie einige von uns evtl oder die explizit danach verlangen...)
gruß
g.
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Hydra
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo gema1509,

bei meinem Opa weiß ehrlich gesagt gar nicht, ob er das Morphium gespritzt bekam. Ich dachte das wäre immer so. Ich weiß nur, daß mein Opa nichts mehr essen u. trinken konnte, weil er nicht mehr schlucken konnte. Er war sozusagen am Austrocknen. Man hat ihm noch die Lippen befeuchtet. Ich bin einfach so davon ausgegangen, daß er Morphium per Spritze erhalten hat. In meiner Unkenntnis bin ich davon ausgegangen, daß man Morphium intramuskulär spritzt.

Ich gehe auch mal davon aus, daß jeder Allgemeinmediziner Morphium verabreichen darf. Mein Opa wohnte in einem Dorf.

Mich hat es nur so gewundert, daß meine Psychotherapeutin mich damals wegen Fentanyl-Pflastern (die ich bis heute nicht bekommen habe) an einen Schmerztherapeuten verwiesen hat. Die Termine dauern ja ewig. Dann hätte sie mich ja auch an meinen Hausarzt verweisen können.

Deshalb kam diese Frage bei mir auf.

Danke für Deine Aufklärung und

LG von Hydra
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gema1509
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Anmeldungsdatum: 14.04.2010
Beiträge: 515

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 14:32    Titel: Antworten mit Zitat

ja gerne, mein denken is auch nicht gesetz, ich geh da nur von aus - will damit sagen:weiß es auch nicht 100%ig, da ich selbst kein arzt bin, aber in etwa müsste das so sein.
ich weiß auch nicht, für was du fantanyl-pflaster benötigst, aber mit solchen btm-geschichten machen die meisten ärzte sehr, sehr langsam. btm-rezepte sollten in der regel immer das allerletzte mittel der wahl sein! also sehr starke bis stärkste schmerzen und dann auch nicht mittel- oder lang- sondern auch nur kurzfristig!
wegen der nebenwirkungen und toleranzentwicklung! und stärkste schmerzen sind z.B. postoperativ nach großen eingriffen wie amputationen etc.
die meisten ärzte denken sich auch, vielleicht ist irgendwann einmal eine morphingabe unumgänglich (meist im höheren alter) und dann sollte der körper noch nicht weistestgehend resistent dagegen sein - sonst wird´s dann nämlich ekelig!
und nicht jeder geht so frei wenn nicht sogar naiv damit um, wie wir "giftler"...
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Sienna
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 31.08.2009
Beiträge: 1526

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

gema1509 hat Folgendes geschrieben:
btm-rezepte sollten in der regel immer das allerletzte mittel der wahl sein! also sehr starke bis stärkste schmerzen und dann auch nicht mittel- oder lang- sondern auch nur kurzfristig!


Das stimmt, die meisten Ärzte verschreiben auch sehr sehr ungern BTM (ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung).
Wenn man dann manchmal hört, wie leicht manche Leute an hochpotentes Zeug wie Oxycodon kommen (und zwar ohne Krebs im Endstadium oder sonstige schwere Erkrankung zu haben), fragt man sich doch echt, was der Arzt sich dabei gedacht hat. Shocked

Ich habe damals übrigens auch kein Morphin i.v bekommen...
Wird imo nur bei akuten Notfällen gemacht, wenns sehr schnell gehen muss.
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Cappu
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 16.01.2009
Beiträge: 483

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Der eine Arzt verschreibt hemmungslos wochenland am Stück, der andre will beim zweiten Rezept ein psychologisches Gutachten. Das variiert sehr stark. Aber die Berechtigung hat jeder Arzt.
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Hydra
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 15:52    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die schnellen Antworten !

@gema1509:
fentanyl-pflaster hätte ich für zerstörte Kiefergelenke, verursacht durch Ärztepfusch beim Zahnersatz (wenn man vor Schmerzen nicht mehr lachen oder sprechen kann, ist es kein Leben mehr) u. wegen einer älteren LWK-I-Fraktur, die sporadisch solche Schmerzen verursacht, daß ich mich oft von einer Sekunde zur anderen 2 Tage mich nicht mehr von der Stelle bewegen kann, benötigt. Eine Schulter-OP hat auch nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Also mehrere Baustellen.

Mußte aber auch feststellen, daß mir kein Arzt BTM verschreiben wollte. Jeder Arzt schickte mich zu einem anderen. Die meisten Ärzte wollten mich mit Antidepressiva abspeisen, mit denen ich aber nichts anfangen konnte.

Sicherlich stimmt es, daß der Gewöhnungseffekt u. eine Abhängigkeit bei BTM gegeben ist.

Was kann man denn einem jahrzehntelang abhängigem "giftler" im Notfall noch geben? Gibt es da überhaupt noch etwas?



@Sienna:
an BTM heranzukommen ist sehr schwierig. Weiß aber, daß gerade die Heroin-Abhängigen oft die besten Möglichkeiten bei gewissen Ärzten haben. Habe von mehreren Leuten einen Psychiater empfohlen bekommen. Mein extrem alkoholabhängiger Ex-Freund bekommt bei ihm wirklich alles. Und auch einige "Junkies" haben mir erzählt, wenn man wirklich Schmerzen hat, dann auf jeden Fall zu diesem Arzt. Bei mir hat er sich geweigert, ein starkes Schmerzmittel herauszurücken u. mich wieder an einen Schmerztherapeuten verwiesen. Vom Schmerztherapeuten wird man wieder an einen Zahnarzt oder Orthopäden verwiesen. Diese schicken einen wieder zum Schmerztherapeuten. Einfach unfaßbar.
Sicherlich sollte man vorsichtig mit starken Schmerzmitteln umgehen. Aber in machen Situationen ist man drauf angewiesen. Wenn man vor Schmerzen fast nicht mehr schlafen kann u. kaum noch funktionsfähig ist, dann stellt sich mir die Frage, was ist besser?

Für mich war es unmöglich an ein vernünftiges Schmerzmittel heranzukommen. Ich finde es durchaus sinnvoll, um mal eine Schmerzpause, in der man sich erholen kann, kurzfristig etwas stärkeres einzunehmen. Bei Schmerzen, die jahrelang bestehen, brennt sich ja dann auch ein gewisses Schmerzgedächtnis ein. Das ist dann kaum noch zu durchbrechen.

Bei mir vor der Haustür, auf dem Schwarzmarkt, wird alles angeboten. Wer weiß, was man da bekommt. Lieber nicht.

Besten Dank für Eure Antworten!

LG, Hydra
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Hydra
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cappu,

dann hätte mir ja meine Ärztin (Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie, Naturheilverfahren), zu der ich ja nur auf Empfehlung wegen Schmerzen ging, auch Fentanyl-Pflaster verschreiben können. Sie sagte aber, sie kann kein Rezept für BTM ausstellen. Ich muß zu einem Schmerztherapeuten. Sie hat mich auf die Fentanyl-Pflaster hingewiesen. Zuvor hatte ich davon noch nie gehört gehabt.

Ich frage mich nun, wird man vom Arzt angelogen?

Danke auch für Deine Antwort.

LG, Hydra
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Cappu
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 16.01.2009
Beiträge: 483

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, vielleicht nur Allgemeinmediziner? Da müsste ich mich ejtzt genauer informieren... war wohl etwas vorschnell geschrieben.
Werd mich heut abend nach der Arbeit schlau machen. Bis später Wink
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Rote Zora
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 1041

BeitragVerfasst am: 30. Apr 2010 02:02    Titel: Antworten mit Zitat

gema1509 hat Folgendes geschrieben:
hallo!
ich denke auch, dass jeder allgemeinmediziner und fachärzte sowieso morphin spritzen dürfen.
die indikation dazu dürfte eigentlich nur selten gegeben sein. auch bei sterbenden patienten ist die i.v.-injektion sehr selten bis nie erforderlich. in der regel werden sog. depotmedikamente (also mit retardierender Wirkung) verabreicht. sollte sehr schneller wirkungseintritt gewünscht sein - also akutsituationen, wird mittlerweile gerne und oft mit sublingualmedikation gearbeitet, die sehr schnell (über schleimhautkontakt wie auch z.B. subutex) wirkt.
ich wüsste jetzt ehrlich gesagt gar kein szenario, dass einen arzt dazu veanlassen sollte ein morphin oder wie du schreibst sogar morphium intravenös zu spritzen (außer evlt bei so resistenten leutz wie einige von uns evtl oder die explizit danach verlangen...)
gruß
g.

Dazu fällt mir meine Oma ein,die letztes Jahr verstorben ist. Sie bekam auch Opiathaltige Schmerzmittel sublingual. Genauer gesagt: Temgesic...ist ja auch nur Buprenorphin. Sie hatte eine Dosis von lediglich 0,2mg Shocked .Doch es hat bei ihr seehr gut angeschlagen.Bei Menschen ohne Toleranz reichen schon geringe Mengen aus.Eine Dosis wie unsereins sie erhält, könnte da schon tödlich sein...
Von daher denke ich,das i.v. da überflüssig ist?!
Lustigerweise hat meine Mum sie direkt vor mir versteckt,worauf ich ölachen mußte,und ihr zu verstehen gab,daß ich 8,0mg nehme...was soll ich mit 0,2mg Laughing .Aber ich hab ihr gesagt,sie soll sie aufheben,wenn ich mal entgiften sollte,da sind so geringe Mengen am Ende schon sehr hilfreich Wink
Gruß Zora
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gema1509
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 14.04.2010
Beiträge: 515

BeitragVerfasst am: 30. Apr 2010 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

@hydra: also ich gehöre dann wohl auch zu jener sorte leute, die nach gewisser dauer im umgang mit verschiedensten ärzten gelernt haben, was man selbigen zu erzählen hat bzw wie man sich am besten verkauft, um mit dem gewünschten rezept die praxis zu verlassen...
bei manchen ist´s mit der schlichten wahrheit schon getan, einige schreien im meinen augen schon danach, belogen zu werden.
manche verschreiben ohne skrupel alles mögliche, andere (z.B. rohypnol o ä) nur einmalig.
dachte eigentlich bisher, dass frauen da klar im vorteil sind Wink
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cmbt111
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 21.02.2010
Beiträge: 382

BeitragVerfasst am: 30. Apr 2010 16:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Hydra,

jeder approbierter Arzt darf Morphium oder alle anderen BTM der Anlage III verschreiben! Alle dürfen die auch nach ihrer Wahl injezieren!

Problem bei der Sache das nur ca. 65 % aller Ärzte BTM Rezepte haben.

Grundsätzlich hat sich aber auch ein Arzt nach gewissen Leitlinien der Ärztkammer o.ä. zu richten. Zu einer Schmerzbeh. mit Betäubungsmittel gehört IMMER ein Gesamtkonzept wie z.B Physio- oder Psychotherapie uvm.!

Wenn Du bei einem Arzt aufklatscht den Du noch nie gesehen hast oder erst kurz dort in Behandlung bist wird er Dir mit Sicherheit nichts verschreiben!

Am besten direkt zum Schmerztherapeuten/Ambulanz gehen und sich da ausführlich beraten lassen!

Gruß
cmbt
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Hydra
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 1. Mai 2010 07:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hi cmbt111,

vielen Dank für Deine fundierte Aufklärung.

Mußte leider die Erfahrung machen, daß Schmerztherapeuten mich mit Medikamenten wie Lyrica oder Cymbalta abgespeist haben. So etwas hätte ich auch vom Hausarzt bekommen können, ohne 6-9 Monate auf einen Termin zu warten.

Klar, wenn man jahrelang unerträgliche Schmerzen hat, schlägt das auch auf die Psyche. Mir ging es darum, mal eine Ruhepause zwischendurch zu haben.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß ich von einem Arzt zum anderen geschoben wurde. Andere Leute mit jahrelangen Drogenproblemen haben beim gleichen Arzt fast alles nach Wunsch bekommen.

Nochmals vielen Dank für Deinen aufschlußreichen Beitrag.

Gruß
Hydra
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