Arbeiten trotz Abhängigkeit

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zigzag
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 27.04.2014
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 6. Jan 2018 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

hallo quasi,

bist du richtung abdosieren gegangen bzw. ist das jobangebot bei dir noch aktuell?
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Leviathan
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.03.2013
Beiträge: 981

BeitragVerfasst am: 12. Jan 2018 18:26    Titel: Antworten mit Zitat

Cariote hat Folgendes geschrieben:

Seit ich begriffen habe dass die Sucht zu meinem Leben gehoert, seitdem ist Frieden in mir.


Beneidenswert Caro, und das sei Dir gegönnt.

Ich denke undf fühle ähnlich.

LG der Leviathan
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Leviathan
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.03.2013
Beiträge: 981

BeitragVerfasst am: 12. Jan 2018 18:35    Titel: Antworten mit Zitat

Zum Thema:

Arbeite voll seit Beendigung meiner jur. Ausbildung. Vor 23 Jahren stand ich mal kurz vo nem Rausschmiss, weil ich damals an der Flasche hing und das auffiel. Seit 22 1/2 Jahren clean vom Alk. Auf Opis bin ich seit ca. 6 Jahren. Die Sucht ist mit meiner beruflichen Tätigkeit absolut kompatibel. Habe keinerlei Probleme, Konsum und Arbeit unter den Hut zu bekommen.

Aus meiner Sicht also machbar.

LG der Leviathan
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Domenico
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 3071

BeitragVerfasst am: 14. Jan 2018 02:47    Titel: Antworten mit Zitat

hi levi bruder ich freue mich endlich wieder was von dir zu hören!
ich würde mich freuen wenn du dich mal wieder bei mir privat melden würdest.
hattest ja damals gesagt du brauchst ne auszeit oder so?!
meine email müsstest du noch haben wenn nicht guck auf meiner seite:vittorios
seite.kennste ja noch.Lg und gott sei mit dir!
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Cariote
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 18.06.2015
Beiträge: 946

BeitragVerfasst am: 15. Jan 2018 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

Levi: Danke. Ja, seit ich akzeptiert habe das ich süchtig bin ist es viel einfacher. Fangt nicht mit eurem Leben an wenn ihr clean seit. Fangt jetzt an euer Leben so zu gestalten wie ihr euch es clean wünschen würdet. Das geht. Das geht mit guter Organisation sogar mit täglicher Substiabgabe. Holt in euer Leben andere Themen hinein. Themen die mit Sucht nichts zu tun haben. So wird sich der Alltag verändern und mit dem Alltag euer Suchtverhalten.
Gar nicht funktionierte bei mir: Wenn ich clean bin mache ich das und das...Das klappte nie und ich verlor immer mehr den Glauben.

Erst mit der Substi, nach und nach immer weniger Beikonsum, was wohl ein Prozess von Ca 1 Jahr war..., erst mit der Beginn der Substi und einer anderen Berufsausbildung was fast zeitgleich verlief, ab da fing mein richtiges Leben an.

Dazu gehörte dass die Versorgung für Ca 4 Wochen im voraus gesichert war. Auf deutsch: Bankschliessfach gemietet und dort Notreserven rein. Nur dabei gehen um abgelaufene Mittel zu ersetzen und sonst nicht.
Nur weil xy und yz clean geworden sind und die schlimmer drauf waren als ich, das war für mich nie eine Sicherheit das ich selbst hinterher ziehe. Das funktionierte nicht.

Erst im Alltag funktionierte so etwas wie " der Konsum wurde vergessen". Leider jedoch nicht so häufig, dass ich irgendwann clean geworden wäre. Aber so, dass es in meinem Leben noch einen anderen Lebensinhalt gibt.

Ab und zu merke ich schon das es Phasen gibt. Phasen von mehr Konsum, wo ich Bedenken bekomme ob es überhand nimmt und Phasen von wenig Konsum.
Die letzte Phase mit mehr Konsum liess erst vor einigen Monaten nach.

Freder: Ich besuche im Februar Karlsruhe. Bin schon gespannt auf die Stadt. Irgendwelche Tipps?

Dominik: Manchmal wollen Leute nicht zu viel privaten Kontakt wenn sie sich von sich selbst nicht melden. Vielleicht weil es zu viel wird. Nur aus Pflichtbewusstsein dir zu antworten wäre doch unschön für dich. Wenn die Leute von selbst schreiben weisst du, dass sie es aus eigenem Antrieb tun. Sei herzlich gegrüßt!
MfG Caro
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Freder
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 09.07.2016
Beiträge: 80

BeitragVerfasst am: 24. Jan 2018 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Cariote,
in Karlsruhe selber ist nicht viel zu sehen ausser das Schloss.
Aber es gibt schöne Wanderwege rund um Karlsruhe zB. gibt es eine Bahn die langsam Richtung Raststatt fährt und dabei eine sehr sehr schöne Strecke entlang eines Flusstales umzingelt von Bergen hat. Am Zielpunkt oder den Haltestellen dazwischen sind ganz tolle kleine Städte mit super Wanderwegen und Aussichtsplätzen auf den Bergen.
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Freder
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 09.07.2016
Beiträge: 80

BeitragVerfasst am: 25. Jan 2018 08:16    Titel: Antworten mit Zitat

Allerdings wohne ich selber nicht Ka sondern meine Freundin hat dort gewohnt bzw. wohnt dort wahrscheinlich immer noch...
Habe also nicht so viel von der Stadt gesehen.
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Los Fritzos
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 08.09.2015
Beiträge: 973

BeitragVerfasst am: 7. Mai 2018 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich persönlich habe immer während meiner Abhängigkeit und Substitution gearbeitet. Ich habe immer das Gefühl, dass mir diese Mittel das Arbeiten erleichtert haben und auch weiterhin tun.
Allerdings muss ich zugeben, dass mir oft der Antrieb fehlt, überhaupt was zu machen, aber wenn ich dann erst einmal an der Arbeit bin, dann klappt es auch richtig gut. Es fällt mir dann auch leicht, meine persönlichen Grenzen zu übersteigen.
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bewa
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.08.2012
Beiträge: 881

BeitragVerfasst am: 3. Jun 2018 06:35    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Freundin hat auf Heroin i.v. ihre Ausbildung fertig gemacht,
erst 2 Jahre als Karosseriebauer gearbeitet, und dann, weil
sie nicht mehr in einer Werkstatt arbeiten will, arbeitet sie seit
drei Jahren in einem Klamottenladen. Sie konsumiert sehr diszipliniert
drei mal täglich - und es funktioniert! Wenn es finanziell klappt,
was spricht dagegen?
Viele Grüsse
Bewa
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Quasimodus
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1460

BeitragVerfasst am: 3. Jun 2018 08:11    Titel: Antworten mit Zitat

ja, manche können das wohl, ich gehöre nicht dazu.
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bewa
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.08.2012
Beiträge: 881

BeitragVerfasst am: 3. Jun 2018 09:23    Titel: Antworten mit Zitat

Wer als nicht - substituierter Opiat-süchtiger jeden Tag
30 / 50/ 70 oder 100 € pro Tag braucht
egal ob schnorren oder stehlen
oder was weiss ich
muss ja auch jeden Tag
365 Tage im Jahr arbeiten!
Ich selber arbeite auch nicht auf dem ersten Arbeitsmarkt
(auch nicht auf dem 2. oder 3.)
aber ich stehe trotzdem jeden Tag um 7:00
in der Bahn und "arbeite"
bis ich genug Geld beisammen habe!
Anstrengend!
Ich habe einmal im Monat verlängertes Wochenende
Hartz IV genannt!
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Mäverig
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 03.08.2016
Beiträge: 85

BeitragVerfasst am: 5. Jun 2018 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe auch auf H meiner Ausbildung gemacht. Aber nicht i.v.
Es geht auf jeden Fall, aber diese ganze Heimlichtuerei war für mich anstrengend. Hatte immer Schiss, dass es jemand merkt.
Man hat praktisch eine zusätzliche Verpflichtung...Man muss sehen, dass man auf der Arbeit nachlegen kann und man muss sehen, dass man in der Freizeit Nachschub bekommt.
Bedeutet zusätzliche Zeit und Stress.
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bewa
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.08.2012
Beiträge: 881

BeitragVerfasst am: 6. Jun 2018 10:09    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man jetzt nicht mit kurzen ärmeln arbeiten muss ist i.v oder nicht ziemlich
egal, drauf ist drauf! Man führt ein Doppelleben, einmal versucht man in der
"normalen" Welt zu funktionieren, andererseits ist da dieses Drogenleben.
Ich habe das auch durch, ich habe trotz i.v.-Konsums studiert - bis es finanziell
nicht mehr ging.
Und dann ist ja immer noch die Frage - wem kann man was erzählen -
als Junkie wird man schief angesehen, manchmal ja auch zu Recht,
manchmal nicht, und man findet wenige vorurteilsfreie Menschen.
"sorry, bin zu spät weil mein Dealer nicht aus dem Arsch kam "
ist keine gesellschaftsfähige Entschuldigung...
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1460

BeitragVerfasst am: 16. Nov 2018 00:12    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn du richtig drauf bist, ist mit Arbeit nichts .
Manche meinen , okay, ich arbeite bis zum jüngsten Tag, aber wozu, wofür ?
Schulden, Kinder, family, Miete, wer so da steht und MUSS, sozusagen, das kann man nur mit maximalem Konsum bewältigen.
Wenn du aber i.v. unterwegs bist, morgens dein Gift, Koks und Benzos brauchst und 2 Kannen Bier, wie willst du dann arbeiten ?
Ohne das es auffällt ?
Du machst dich kaputt, und dein Arbeitgeber schert sich einen Dreck , ob du verreckst.

Die Rechnung geht nicht auf.
Für mich jedenfalls nie und nimmer.
Ich hab keine Blagen, keine Bausparverträge, ich hab nur mich und mein polytox und schaffe gerade cmal so 1nen Minijob.
Da muss ich aber vorher alles o.g. drin haben, ich bin jetzt 51, lange mach ich das nicht mehr mit ohne Aussicht aufn Herzinfarkt.

Arbeit muss sein, doch dein Wohlbefinden darf nicht darunter leiden.
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1460

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2018 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Man führt ein Doppelleben, einmal versucht man in der
"normalen" Welt zu funktionieren, andererseits ist da dieses Drogenleben.


Ja, ich lebe in einer Paralellwelt, einerseits bin ich ein i.v. junkie, andererseits fühle ich mich noch nicht so abgefuckt, um nicht arbeiten zu können, bei den
" Normalos ". Der Minijob , den ich seit 3 Monaten mache, gibt mir auf jeden das Gefühl von finanzieller Absicherung, das Gefühl von Bestätigung und Anerkennung.
Das ist für mich enorm wichtig , um die ganze Scheisse, die das Drogenleben so mit sich bringt, im positiven Sinne abzufedern.
Man sieht mir den Volljunk nicht an, das ist das Gute.
Ich bin ein Schauspieler, was das angeht, ich trenne Arbeit und den Kokadruck am nachmittag, auf der Arbeit wird nicht konsumiert und auch nix erzählt von wegen bla...
Ich brauche den job, das Leben in D ist halt auch nicht gerade billig, wenn ich Klamotten brauche oder ausser der Reihe was finanzieren muss, wie zB mein Rad habense neulich gezockt, dann bin ich am Limit.
Dann zählt jeder cent.
Insgesamt gesehen, bin ich froh, den job zu haben, die Alternative wäre, Pola holen, und mit den "anderen Leidensgenossen" danach Alk zu saufen, und auf jede Situation warten, die mir auf irgendeine Art und Weise ( sicherlich nix ehrenhaftes) cash bringt, um mir harte Drogen zu leisten.
Arbeit hat ausserdem den Vorteil, dass ich währenddessen kein Geld ausgebe und über die eine oder andere Sache nachdenke, und mein Handeln anpasse, im positiven Sinne.


LG
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