Tagebuch: Beverly_Marsh

Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 57, 58, 59
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Clean sein
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Dr.Mabuse
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 2940

BeitragVerfasst am: 25. Feb 2019 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Isle of man

Dagegen ist Formel 1 Kindergarten

https://www.bing.com/videos/search?q=isle+of+man&&view=detail&mid=B8A8FC37F195463D72EFB8A8FC37F195463D72EF&&FORM=VRDGAR
Nach oben
Beverly_Marsh
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 12.08.2015
Beiträge: 457

BeitragVerfasst am: 1. März 2019 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

@Dr.Mabuse
Danke für die Videos Smile . Speziell das zweite ist schon krass, also Isle of man. Was es am Ende dnan für eine Maschine wird, hängt von meinem Geldbeutel ab und wo ich etwas Gutes gebrauchtes finde. Durch die Leute im Boxen habe ich da zumindest gewisse Verbindungen.
Eine Honda Rebel wäre ein absoluter Traum Very Happy .




Ich stelle immer mehr fest, was später mal der ideale Job für mich wäre.

Früher habe ich immer gesagt:
Hausmeisterin in einem Atomschutzbunker. Da habe ich Klimaanlage, es nervt keine Sonne, und ich bin einige Meter unter der Erde. Und, das ist das Sahnehäubchen...ich muss keinen anderen Menschen um mich haben ^^.
Ja, also so ganz habe ich mich von dem Gedanken nicht verabschiedet Very Happy . Nur verdiene ich als Hausmeisterin vermutlich eher mies. Und wenn ich schon Fach-Abi mache, dann soll das ja nicht nur irgendein „Beweis“ für mich sein (dass ich nicht so blöd bin wie viele immer behauptet haben), sondern auch in der Berufswahl Sinn machen.
Genial wäre es auch, wenn man mich einfach tagsüber Gleichungen und schwierige Matheaufgaben lösen lassen würde, ohne dass ich viel andere Menschen um mich habe ^^. Das wäre auch ein toller Job, aber so etwas gibt es vermutlich nicht.
Mathe würde ich wirklich gerne studieren. Und das würde ich mir auch zutrauen. Ich versuche mich privat ja sowieso immer mal wieder an richtigen schweren Aufgaben, die mit der Schule gar nichts mehr zu tun haben.
Aber es ist wohl so, dass zum Studentin-Sein eben nicht nur das Fachliche gehört. Nicht nur Interesse für das betreffende Fach oder so etwas wie Talent. Sondern eben auch gewisse...äh...zwischenmenschliche Fähigkeiten. So Dinge eben, die jeder normale Mensch von alleine erlernt, wenn er halbwegs normal aufwächst. Dinge, über die sich die meisten Menschen gar keinen Kopf machen. Das ist dann wie Autofahren. Wenn man es kann, geht das einfach von alleine.
Ich habe diese Fähigkeiten nicht. Ich kenne sie, ich lerne sie auch...oder versuche es, aber es ist nicht dasselbe, als wenn man sie normal und schon als Kind kennt und danach lebt. Und manches will zwar in den Kopf, aber eben nicht so in die Gegend, wo die Gefühle sitzen.

Ich wäre somit an einer Hochschule so etwas wie der Elefant im Porzellan-Laden und würde bei den Schwätzern dort innerhalb kürzester Zeit austicken. Diese „Ich-bin-ja-so-toll-weil-ich-studiere-und-werd-mal-Elite“ ist eindeutig zu viel für meine Nerven Wink .
Und ein Studium dauert eindeutig zu lange, als dass man es mit Leuten ertragen könnte, die man eigentlich gar nicht ertragen will.

Und somit bleibt das Thema, was ich dann ab Sommer 2020 mache, weiterhin offen. Aber eigentlich ist es ja auch total idiotisch, so weite Pläne zu machen. Ich bin ja das beste Beispiel, dass viele Dinge ganz anders laufen können, als man gedacht hat oder als es die Logik sagt. Und es ist ja auch noch eine ganze Weile Zeit... .
Nach oben
joe
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1006

BeitragVerfasst am: 1. März 2019 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

hallo bev, irgentwann sackt es vom kopf dann runter in die bauchgegend.

die Feststellung, das ich nähe zu anderen menschen irgentwie "brauche", war reichlich schockierend. hausmeisterin im atomschutzbunker, ja geil. ich wollte zufuss mit hund durch die gegend ziehen, nach Indien, oder so.
aber menschen sind soziale wesen, und egal was mit uns passiert ist, tragen wir das in uns.
heute ist meine angst immer noch da, aber ich glaube mein vertrauen ist gewachsen.
keine Drogen nehmen und sich auch sonst nicht unnötigerweise "dicht" machen ist auf jedenfall ein geeigneter weg.
mir hilft es auch meine zustände mal aufzuschreiben und das dann jahre später wieder durchzulesen um Veränderungen festzustellen.
unser heutiger zustand ist ja nicht festgemeisselt. Veränderung ist der lauf des lebens.
alles liebe und viel kraft.
liest sich gut, was du schreibst.
Joe, nur für heute clean
Nach oben
Dr.Mabuse
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 2940

BeitragVerfasst am: 1. März 2019 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Bev,

Die Honda Rebell ist schon ein schnikes Motorrad,gabs glaub ich als 250er und 450er...

Natürlich wäre die 450er vorzuziehen,weil die auch von der Leistung und größe länger interessant bleibt...ich bin eh Honda Fan schon immer gewesen,die Technik ist sehr solide...

Optimal wäre es wenn es soweit ist,wenn jemand Bekanntes der etwas Ahnung hat dich unterstützt beim Moped Kauf...grad in der heutigen Zeit ist die Chance über den Tisch gezogen zu werden sehr groß...

Kannst dir ja auch mal die neue Rebell auf der Honda Homepage anschauen...

Was die Berufswahl angeht,kann ich dich gut verstehen...ich wusste nach Fach Abi auch gar net weiter,zum Studieren war ich zu Blöd mit Mathe 4-5...das war mir klar...

Mein Opa war Elektriker,mein Vater auch,also hab ich mich dazu entschieden auch Elektriker zu lernen...ich hab danach allerdings nicht als Bauelektriker gearbeitet,was ziehmlich ätzend ist nur Strippen zu ziehen...sondern in der Instandhaltung in einem grossen Lebensmittel Konzern...

Das Geld war gut,allerdings Schichtarbeit,ich war ja mehr auf Arbeit als daheim...wo andere im Sommer Freitag Abends den Grill angeworfen haben,bin ich zur Nachtschicht...

Wirklich Kohle machen ohne Schichtarbeit geht halt oft nur in den Spießerjobs...ist leider so...

Gruß...
Nach oben
Marle
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1217

BeitragVerfasst am: 2. März 2019 10:57    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wirklich Kohle machen ohne Schichtarbeit geht halt oft nur in den Spießerjobs...ist leider so...

Manchmal haust Du Sprüche raus, Mabuse Laughing
Scheinst dann wirklich nicht das hellste Licht unter der Laterne zu sein Cool
Nach oben
Dr.Mabuse
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 2940

BeitragVerfasst am: 2. März 2019 18:48    Titel: Antworten mit Zitat

Als normaler Arbeiter wirds halt schwer...sicher gibt es Nischen,aber dann doch dünn gesät...

Vergleich mal was ne Bankangestellte verdient,und dann in Relation ein Bauarbeiter der bei Wind und Wetter draussen ist...aber vermutlich hast du da auch ein Argument gegen...


Marle hat geschrieben:

Zitat:
Scheinst dann wirklich nicht das hellste Licht unter der Laterne zu sein Cool


Selig sind die Geistig Armen...

Ich würde sagen wir lassen das an der stelle,es ist ja das Tagebuch von Bev,das sollten wir nicht zuspammen...

Ich kann andere Meinungen gut akzeptieren,und Diskutieren macht ja auch Spaß..

Gruß an dich Marle...
Nach oben
Beverly_Marsh
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 12.08.2015
Beiträge: 457

BeitragVerfasst am: 8. März 2019 11:29    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die neuen Antworten!

@joe
Ich bin nicht sicher, ob man Nähe wirklich braucht. Klar, es fühlt sich schon ganz gut an, zum Beispiel im Boxen akzeptiert zu werden. Oder auch den Kurs in Selbstverteidigung, den ich für Kinder gebe.
Aber das Ganze kostet natürlich auch Kraft. Man muss an schlechten Tagen das Pokerface machen, man muss sich beherrschen und möchte ja nicht irgendwelchen Druck an Leute abgeben, die gar nichts dafür können. Manchmal tut Nähe gut, aber sie strengt auch sehr an, wenn man gewisse gesellschaftliche Umgangsformen nie gelernt hat (wie ich).
Die Idee mit Indien ist witzig, ich bin so absolut nicht neugierig aufs Reisen. Ich glaube, die Menschen sind überall gleich und ich selbst muss meinen Kopf ja auch überall mitnehmen ^^.
Du hast aber sicher Recht: Veränderungen finden immer statt, oft bewusst, manchmal auch unbewusst. Da muss ich mir ja nur die ersten Seiten vom Tagebuch hier durch lesen und wie ich dagegen heute drauf bin Smile .
Danke dir!

@Dr.Mabuse
Ich werde mir die Maschine nochmals anschauen. Am Ende hoffe ich dann einfach mal, dass eine gute für mich zu finden sein wird, die auch finanzierbar ist. Und ja, da habe ich im Zweifel durch das Boxen Leute, die mir helfen können und mich auch nicht verarschen.
Ich muss natürlich das Abi 2020 auch erstmal schaffen. Aber dank meiner guten Fächer müsste das drin sein, wobei ich in Deutsch sicher viel Glück brauche.
Ich kann jedenfalls keinen Bürojob machen. Mit irgendwelchen Büro-Weibern in der Mittagspause hocken und mir Bürotratsch anhören, oder wen Person A in Club B am Wochenende gevögelt hat...bitte nicht! Das halten meine Nerven keine Woche aus. Vielleicht fehlen mir auch gewisse Soft skills. Das Wort ist ja heute total in.
Spießerjob...darunter versteht jeder was anderes, aber klar, typische Büro-Jobs gehören da schon dazu. Arbeiten im Labor könnte ich mir eher vorstellen. Ich würde ja schon gerne studieren, nur eben bitte ohne andere Studenten ^^.
Ich habe auch an die Bundeswehr als Alternative gedacht. Die Studenten, die ich nicht ab kann, gibt es da sicher nicht. Und man verdient sofort Kohle. Aber die werden mich mit meiner Vorgeschichte sicher nicht nehmen und ob ich für zwölf Jahre Bund die Richtige wäre...nunja...ist dann auch so eine Sache.
In jedem Fall ist es sehr gut, dass ich noch ein wenig Zeit habe. Danke auch dir!

Und ja, passt schon, so lange es keinen Streit über viele Seiten gibt, kann das hier schon mal stehen bleiben.




Mitunter sollte ich meine Nase einfach nicht in Dinge stecken, die mich objektiv betrachtet absolut gar nichts angehen, Das klingt logisch und hört sich leicht an? Das IST logisch und ist leider für mich schwer umzusetzen! Das habe ich diese Woche mal wieder bemerkt.

Als ich am Mittwoch noch einkaufen ging und gerade aus dem Markt heraus war, stürmte plötzlich ein Mädchen auf mich zu.
Vielleicht so um die zwölf Jahre alt. Eventuell auch bisschen jünger. Im Gesicht total panisch. Ob ich ihr helfen könnte, sie würde von einem Mann verfolgt, der sie mitnehmen will. Den würde sie aber nur vom Sehen kennen. Die Soldatin in mir ging natürlich sofort in den Hilfe-Modus. Und tatsächlich kam ein Typ angerannt, während sich die Kleine sofort hinter mir versteckte. Er rief sie mit einem Namen und meinte, sie solle sofort her kommen, sonst gäbe es daheim richtig Stress. Und baute sich vor mir auf.
Ich schaute ihn an und meinte, die Kleine geht mit ihm nirgendwo hin, weil sie offensichtlich nicht will. Da fängt er an zu brüllen von wegen, ich soll ihn vorbei lassen. Kurzer Blick von mir über den Parkplatz. Wie gewohnt schauen alle Leute weg und ziehen es vor, nichts zu hören. Sich bloß eben in nichts rein ziehen lassen.
Der Mann war eher ein Hänfling, keiner, der mich körperlich beeindruckt hat. ER schaut nochmal...das ist meine Tochter, was mischst du dich ein. Und das Mädchen hinter mir schreit: ich bin nicht deine Tochter, ich kenn dich gar nicht!
Tja...dass nun ausgerechnet ich jemals auf die Idee kommen würde, freiwillig die Polizei zu rufen, hätte ich auch nicht gedacht. Aber wie sollte man das anders auflösen? Ich bitte also die Kleine, mit ihrem Handy den Notruf zu wählen...während ich den Typen vor mir im Auge behalte, was er macht. Und sie ruft tatsächlich die Polizei, während der Typ weiter schreit, sich aber nach wie vor nicht an mich ran traut. Bis ich dann gesagt habe, dass er jetzt still sein soll, bis die Beamten da sind.

Hm...aber das ist keine Geschichte, in der ich irgendeine Heldin bin. Die Polizei kam. Schaute komisch wie sie immer komisch schaut, wenn sie mich sieht. Kriegt natürlich gleich über Funk gesagt, wer ich bin. Und es ist nicht immer so, wie es scheint. Denn der Mann war kein Fremder, auch kein entfernter Bekannter, sondern tatsächlich der Vater des Mädchens. Was ich ehrlich gesagt nicht gedacht hätte, denn die Kleine war sehr überzeugend. Ich habe geirrt, aber konnte ich es wissen? Was hätte ich sonst machen sollen? Ich hätte mir ewig Vorwürfe gemacht, wenn ich nichts getan hätte. Anscheinend waren es wohl Streitigkeiten in der Familie. Als der Typ dann meinte, mir nochmals blöd kommen zu müssen, war ich allerdings bedient und habe nur gemeint, die Familie wäre wohl so zerrüttet, dass ein Besuch vom Jugendamt wohl nicht schadet, wenn die Kleine so etwas gegen den eigenen Vater abzieht. Und zumindest in dem Punkt schien es mir so, als wenn die eine Beamtin das ähnlich sehen würde.

Was mich aber ärgert ist, dass ich die Lüge der Kleinen nicht durchschaut habe. Das macht mir etwas Sorge, da ich mir auf meinen Sensor und meine Menschenkenntnis einiges einbilde. Aber offenbar ist die doch nicht so hoch entwickelt wie ich immer gedacht habe.
Nach oben
Yez
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2461

BeitragVerfasst am: 8. März 2019 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Beverly,

dass sind „Geschichten“ die das Leben schreiben und vor allem prägen .
Und leider wird man das ganze Leben von irgendwelchen Personen getäuscht.
Da können die Antennen noch so sensibel sein .
Auf jeden Fall hast du optimal reagiert.

Beim lesen dachte ich schon , gleich ruft Bev die Bullen 😂
So ändern sich die Zeiten.

Liebe Grüße

Yez
Nach oben
Sonnenscheinchen
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 09.06.2011
Beiträge: 202

BeitragVerfasst am: 11. März 2019 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hi liebes Bev,

wäre "Streetwork" nicht vielleicht auch etwas für dich:

https://www.karrieresprung.de/jobprofil/Streetworker

Nach deinem Erlebnis mit dem Kind kam mir das in den Sinn...

Wünsche dir weiter hin nur das Beste, du bist eine tolle Frau, sei stolz auf dich!
Nach oben
joe
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1006

BeitragVerfasst am: 14. März 2019 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

... Nähe beim boxen ... aua ... ('Confused')
liebe grüsse
joe
Nach oben
Beverly_Marsh
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 12.08.2015
Beiträge: 457

BeitragVerfasst am: 15. März 2019 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die neuen Antworten Smile

@Yez
Ohja, die Polizei rufe ich wirklich nur, wenn es sich nicht verhindern lässt. Aber in dem Moment ist mir nichts anderes eingefallen.
Mittlerweile denke ich, dass es in der Familie von der Kleinen schon ziemlich Scheiße aussehen muss, wenn sie so etwas abzieht. Man kann also hoffen, dass das Jugendamt da mal ein Auge drauf hat. Wenn das allerdings so abläuft wie bei mir früher, passiert gar nichts.
Aber trotzdem komisch, dass ich so gar kein Gefühl hatte, dass sie lügt.
Danke dir!

@Sonnenscheinchen
Danke auch dir!
Rein vom Interesse wäre das denkbar. Aber es gibt zwei Dinge, die dagegen sprechen. Erstens die Abgrenzung. Ich weiß nicht, ob ich es schaffen könnte, nichts an mich ran zu lassen. Genau das muss man als Streetworker aber, sonst geht man kaputt. Das ist wohl so ähnlich wie beim Arzt auf der Kinderkrebsstation – wenn der „mitlebt“, hängt er in einem Jahr am Baum.
Und zweitens spricht meine PTBS dagegen. Ich wirke stabil, wirke straight, wirke stark, aber ich bin es nicht immer und nicht wirklich. Vor mir werden noch viele Jahre Therapie liegen und ob ich jemals in manchen Dingen halbwegs normal ticke, steht in den Sternen. Und ich glaube für so einen heftigen Job wie Streetworker muss man seelisch ausgeglichen sein.
Danke dir!

@joe
Ja, eben einfach ein Bereich, in dem Leute sind, die ähnlich ticken wie ich. Wenigstens vom Ansatz her. In der Schule habe ich das absolut nicht. Und auch wenn ich gut alleine sein kann, schadet es nicht, sich auch mal etwas „aufgehoben zu fühlen“.
Eventuell ist Nähe ein zu enges Wort dafür!
Danke dir!


Mein derzeitiges Praktikum ist verkackt!

Es ist gut möglich, dass es an mir liegt. Aber auch nicht sehr wahrscheinlich. Denn ich hatte ja schon andere Praktika und die sind alle gut gelaufen.

Am Montag kam ich dort an. Ziemlich motiviert und interessiert. Ich hatte mich auf das Institut und die Messtechnik vorbereitet, mich in der freien Ferienwoche auch bisschen eingelesen. Und habe mich aufs Labor gefreut und darauf, manches in der Praxis zu sehen und zu lernen.
Den Montag verbrachte ich mit Warten. Zuerst auf eine Person, die mir alles zeigen sollte. Die kam ewig nicht, war dann ewig genervt, hatte keine Ahnung, dass „heute schon wieder eine Schülerin“ kommt. Und hat erst aufgehört zu meckern, als sie meinen Blick gesehen hat. Danach musste ich was unterschreiben – wieder langes Warten. Den restlichen Tag sollte ich dann Info-Broschüren über das Institut lesen. Zeug, das ich schon wusste.
Am Dienstag bin ich bei der Verwaltung gehockt, wo ich ja gar nicht hin gehöre. Wieder gabs die Broschüren...erstaunte Blicke auf meine Ansage, dass ich die gestern schon in der Hand hatte.
„Ha, dann schauen Sie uns eben mal zu“ . Klar. In einem Büro bei Bürotätigkeiten zusehen, bringt mir unendlich viel. Nachmittags durfte ich ganz viele Seiten kopieren. Dazu die Ansage: Morgen geht es ins Labor.
Am Mittwoch änderte sich...nichts. Der Typ, der mich im Labor begleiten sollte, ist krank geworden. Also würde ich leider nochmals in der Verwaltung sein. Aber morgen dann bestimmt. Dabei durfte ich mir von zwei Teamassistentinnen anhören, wie schlimm die heutige Jugend wäre und ob ich etwa auch schon viel Alkohol trinken würde. Eigentlich witzig, wenn man mein Leben bedenkt. Die zwei haben zehn Prozent gearbeitet und mich zu neunzig Prozent voll gequatscht. Genau das, was ich nie wollte. Und kein Labor in Sicht.

Tja und am Donnerstag ist es dann etwas eskaliert. Ich hatte schon zwei Tage meinen Frust und auch die Wut unterdrückt. Dann sollte ich erneut ins Büro und es hieß: „Was wollen Sie denn bitte als Schülerin im Labor?“ Aber genau dafür mache ich ja das Praktikum und so war es abgesprochen. Als mir dann zum dritten Mal die Broschüren in die Hand gedrückt wurden, die ich schon auswendig kannte, bin ich dezent explodiert. Nachdem mich im Verwaltungsbereich ohnehin keiner ernst genommen hat, bin ich hoch in die Chefetage. Rein ins Vorzimmer mit der Bitte, mal einen der Chefs sprechen zu können.
Wer ich denn sei? Die Praktikantin! Ein offener Mund starrte mich an. Das „wie kann die nur“ stand ihr im Gesicht. Zufällig kam dann eine Frau aus dem Büro, die ein bisschen nach Chef aussah. Die fragte auch was los ist, und bevor die Vorzimmer-Dame was sagen konnte, habe ich der mein Problem geschildert. Dass ich motiviert bin und jetzt schon den vierten Tag verschwende. Und eigentlich hier bin, um rein zu schnuppern und zu lernen. Kopieren kann ich schon und privates Gerede von den Leuten interessiert mich nicht so sehr.
Schweigen. Dann schaut sie mich an...schüttelt den Kopf, grinst dann wie ein Krokodil und meint, okay, da müsste sie was machen. Und dann ist sie mit mir zusammen in Richtung Laborbereich.
Tja, da landete ich dann am Donnerstag auch nur im Vorbereich, aber gestern, am Freitag durfte ich nun endlich direkt im Labor etwas machen. Zwar auch viel zusehen...aber als man mich dann mal selbst etwas machen ließ, haben sie hoffentlich gemerkt, dass ich auch was kann.
Die Stimmung dort ist mir gegenüber...naja, schon unfreundlich. Dass ich mich beschwert habe als kleine Schulpraktikantin scheint es dort noch nie gegeben zu haben. Bin ich auf dem Flur, wird geflüstert. Aber immerhin bin ich jetzt dort, wo ich eigentlich seit Montag sein sollte. Und ich hoffe, dass es in der zweiten Woche noch etwas besser wird.

Ich will ja keinem was tun oder weg nehmen. Nur was selbst machen und lernen. Und wenn man dort keine Praktikanten will, sollen sie doch keine Plätze anbieten? Bei den Leuten von Büro und Verwaltung habe ich es total verkackt, die schauen mich nicht mehr an. Aber was sonst hätte ich tun sollen? Ist doch klar, dass ich mich beschwere, wenn es so läuft und mich keiner ernst nimmt. Da ist es mir doch egal, ob ich mit einer Professor-Doktor spreche oder mit einem Menschen ohne Titel. Da erstarre ich eben nicht in Ehrfurcht. Das kann ich nicht. Das bin ich nicht.

Ich bin jetzt mal gespannt wie die zweite Woche läuft. Aber eine Enttäuschung ist schon da, weil ich es mir weit besser vorgestellt habe. Ohne diesen unnötigen Stress!
Nach oben
Dr.Mabuse
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 2940

BeitragVerfasst am: 17. März 2019 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Bev...

in meinen Augen hast du alles richtig gemacht...und ausserdem ist es nur ein Praktikum...ist jetzt lapidar gesagt,ich will das nicht runterspielen...

Deine Entäuschung kann ich mehr als nur verstehen...

Bürojobs halt...mehr als Kaffeekochen und den Kopierer bedienen können die nicht...

Und dann kommt noch eine Praktikantin die den Mund auf Macht...zuviel "Stress" für Bürohengste...

Aber geb nicht auf,vlt wird die zweite Woche doch besser,wenn die "Herrschaften" registrieren,das da ein Mensch mit interesse da ist...

Ich wünsche es dir von Herzen...

Gruß...
Nach oben
Yez
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2461

BeitragVerfasst am: 22. März 2019 05:37    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Beverly,

bin gespannt auf deinen Bericht der 2. Woche .


Liebe Grüße

Yez
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Clean sein Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... 57, 58, 59
Seite 59 von 59
Gehe zu:  
Impressum & Rechtliches
ForenübersichtIndex   SucheSuche   FAQFAQ   LoginLogin