Tagebuch: Beverly_Marsh

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Yez
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2490

BeitragVerfasst am: 25. März 2019 08:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Beverly,

sehr schade , dass die dein Potential und Interesse nicht genutzt haben
und vor allem nicht zu schätzen wussten .

Mir zeigt es mal wieder , dass man sehr „diplomatisch“ sein muss , um das eigene Ziel zu erreichen .
Beziehungsweise den Leuten in den A... kriechen muss .
Ist echt traurig. Aber leider läuft es sehr sehr oft so .
Gerade in Firmen , wo die Angestellten zum Schuster gehen während der Arbeitszeit,
wirst du immer anecken, solange du nicht genau so wie die agierst .

Meiner Tochter erging es anfangs ähnlich, erst als sie ihren Chef nach dem Mund redete ,
besserte sich ihre Situation. Er fühlte sich dadurch gebauchpinselt und bestätigt .
Sein Ego war gestärkt und er konnte sie dann akzeptieren.
Mittlerweile ist sie dadurch die 1. Kraft .
Meine Tochter hat es durch meine Erzählungen früher gelernt ,
ich musste wesentlich mehr Lehrgeld bezahlen.

Hake es ab und beim nächsten mal funktioniert es vielleicht besser .
Fürs 1. hast du dein Schein .
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es in kleinen Firmen runder läuft

Ärgere dich nicht .

Liebe Grüße

Yez
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Dr.Mabuse
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3004

BeitragVerfasst am: 25. März 2019 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hast schon recht Yes...

Ohne Arschkriechen läuft heutzutage nichts...

Ausser du bist so gut in deinem Beruf ,das du unersetzbar bist...dann kannst du die

"karten" mischen...

Ansonsten ist "Arschlecken" angesagt...
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Beverly_Marsh
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 12.08.2015
Beiträge: 461

BeitragVerfasst am: 29. März 2019 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die neuen Antworten Wink

@Yez
Das war ein Institut bei mir. Ich bin nicht sicher, denke aber sogar, dass es dieser Frau aus der Chef-Etage imponiert hat, dass ich den Mund aufgemacht habe. Nur eben den anderen nicht. Den Kollegen. Und dass ich denen dann praktisch von oben aufgedrückt worden bin im Labor.
Aber irgendwie war es von Anfang an merkwürdig, weil das Labor ja eigentlich geplant war. Und wenn ich höre, dass sie mit Schülern keine guten Erfahrungen gemacht haben, ja okay, dann sollen sie doch besser gar kein Praktikum anbieten?
Schleimen kann ich gar nicht, das fällt mir sehr schwer. Das muss/müsste ich wie vieles, was normale Menschen können, erst lernen. Aber ich bin nicht sicher, ob ich das will, auch wenn es das Leben sicher oft an der richtigen Stelle einfacher macht.
Es stimmt – ich habe den Schein und das Praktikum davor lief ja viel besser. Es kann also nicht nur an mir gelegen haben Wink . Alles Gute dir!

@Dr.Mabuse
Da hast du wohl Recht. Wobei du mir damit jetzt ein neues Ziel gegeben hast. Ich muss einfach nur so gut werden, dass ich unersetzbar bin Very Happy . Vielleicht in Mathe mal. Danke auch dir!


Dieses Schuljahr läuft es bei mir, was die Lehrer angeht, eher entspannt ab. So etwas richtig persönliches wie mit der Deutsch-Lehrerin vom letzten Jahr gibt es nicht. Natürlich mag ich manche Lehrer mehr und andere eher nicht, aber nichts eskaliert. Und so soll es ja auch sein, denn immerhin ist es nur noch ein sehr gutes Jahr bis zu meinen Abi-Prüfungen. Da habe ich auf irgendeinen Kleinkrieg keine Lust.

Manchmal aber gibt es doch noch komische Dinge. So wie diese Woche auf dem Schulhof, als die zweite große Pause war. Bei uns gilt die Regel, dass alle Schüler, die nicht Oberstufe, also nicht die letzten beiden Klassen besuche, das Schulgelände in der großen Pause nicht verlassen dürfen. Für die Versicherung macht das anscheinend Sinn. Oder es geht ums Prinzip. Was anderes fällt mir da eher nicht ein. Da ich nun in der zwölften bin, geht mich das eigentlich nichts an. Und mitunter gehe ich in der zweiten Pause einfach kurz mal ins Geschäft gegenüber, um mir etwas zu trinken zu kaufen.
Das mache ich das ganze Schuljahr. Es ist nichts Besonderes. Es hat auch keinen interessiert und muss auch keinen interessieren. Bis Mittwoch diese Woche. Da gehe ich gerade zurück ins Schulgelände, als sich ein Typ vor mir aufbaut. Etwas kleiner als ich, sehr jung. Ich kannte ihn nicht. Und dann labert er los, von wegen er sei Referendar X und er hätte mich gerade dabei ertappt wie ich das Schulgeländer verlassen hätte und dass ich gegen die Vorschriften verstoßen hätte.
Das Ganze in einem derart blöden Ton von oben herab.
Ich meinte dann nur, wenn ich das Schulgelände gerade verlassen hätte, würde er mich jetzt ja nicht auf dem Schulhof ansprechen können (hallo Logik ^^) und dass das sowieso egal wäre, weil ich in der zwölften sei und somit natürlich raus dürfte.
Dann fing er ernsthaft an, mir zu erklären, ich könnte niemals in der zwölften sein und ich würde lügen und zu jung aussehen...und ich habe echt nur noch den Kopf geschüttelt. Ich bin ja deutlich älter als meine Leute in der Klasse und sehe bestimmt nicht mehr wie 16 aus. Die Meinung hatte der Typ also echt nur für sich.
Als ich dann wieder antworten wollte, traf mich allerdings noch etwas anderes. Bisher hat mich all das, was er gesagt hat, nicht groß getroffen. Einfach nervig, aber eben auch nicht wichtig. Nun aber roch ich das Parfum. Tatsächlich das von IHM. Einer Person aus meiner Vergangenheit. Meinem damaligen Zuhälter. Wäre diese Sache vor einem Jahr passiert, es wäre der Horror gewesen. Mich hätte die Panik gepackt und ich hätte vermutlich für Außenstehende total krank reagiert. Und für eine Sekunde wollte da auch das alte Kopfkino angehen. Und ich merkte wie der Film beginnen sollte.
Dann aber konnte ich differenzieren. Ein dummer Zufall. Wir haben 2019. Und vor mir steht kein gefährlicher Zuhälter, sondern nur ein Referendar, der sich wichtig und lächerlich zugleich macht. Ich blieb ruhig, es gab keinen Flashback und der Trigger hat nichts ausgelöst. Das verdanke ich auch meiner Thera und ihrer Idee, mich über Monate hinweg immer wieder in den Sitzungen gegen diese Geruch zu desensibilisieren. Es klappt also tatsächlich im Alltag. Das diese Woche war der Praxis-Test Smile .

Und genau deswegen bin ich dem Wichtigtuer sogar dankbar. Dass ich in der zwölften bin, hat er erst geglaubt, als es einer meiner Lehrer bestätigt hat ^^. Und ich frage mich wie unentspannt man schon so jung sein kann und ob Lehrer da echt der beste Beruf für ihn ist. Bestätigt hat er allerdings auch, ganz ohne sein Wissen, dass ich Fortschritte gemacht habe und hoffentlich weiterhin mache. Und genau dafür hat sich die ganze komische Sache dann auch gelohnt Smile .
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1271

BeitragVerfasst am: 30. März 2019 12:35    Titel: Antworten mit Zitat

Bev hat Folgendes geschrieben:
Und ich frage mich wie unentspannt man schon so jung sein kann

Interessante Sprachkombination … Very Happy
Gleich mehrere nachdenkenswerte Kombinationen:
„Wie kann man schon so jung sein?
„Wie kann man unentspannt (wieder) jung werden?“Mr. Green
„Wie unentspannt muss man sein, um jung zu sein?“Question

Aber Spaß beiseite: Ich glaube, das wird noch eine lustige Sache mit Dir und *den Menschen* … Cool
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Beverly_Marsh
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 12.08.2015
Beiträge: 461

BeitragVerfasst am: 5. Apr 2019 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

@Marle
Ohja...ich und die Menschen...das wird noch sehr viel Stress bringen. Und obwohl ich selbstkritisch bin und mich selbst für durchaus gestört halte, muss ich das leider auch von vielen Menschen sagen ^^.
Der Satz war etwas quer ausgedrückt. Sagen wollte ich: Wie kann man noch so jung sein als Referendar und sich gleichzeitig so genervt wie ein alter Opa geben. Oder anders gesagt: Der sollte mal dringen den Stock aus dem Arsch nehmen Wink .
Danke dir!



Joa, und gute Nachrichten gibt es heute mal. Ich habe meine Theorie-Prüfung für den Führerschein bestanden. Im ersten Versuch und mit nur einem einzigen Fehler Smile . Und da ist durchaus eine große Last von mir abgefallen, denn es hat sehr genervt.

Denn auch, wenn ich ja sonst denke, dass ich sehr diszipliniert lernen kann, wenn es notwendig ist, war es dieses Mal grenzwertig. Teilweise empfand ich es als unglaublich langweilig und manche Fragen mögen dazu gehören, haben aber für mich und den Motorrad-Bereich absolut keine Wichtigkeit. Ich war trotzdem fleißig, habe mir das Zeug angehört und zwangsläufig dabei gelernt. Und am Ende hat es dann auch geklappt und ich wurde mit der bestandenen Prüfung belohnt. Allerdings stand ich mehr als einmal kurz davor, das ganze theoretische Zeug an die Wand zu knallen oder gleich aus dem Fenster ^^. Egal – es ist geschafft und damit habe ich jetzt hoffentlich erst einmal nichts mehr zu tun.
Weit interessanter ist natürlich der praktische Teil. Hier habe ich einige Fahrstunden hinter mir und es läuft immer besser. Laut meinem Fahrlehrer habe ich ein gutes Gefühl für die Maschine und brauche bis zur Prüfung nur noch etwas Übung. Speziell die ersten Stunden waren schwer, weil ich mich nicht ganz so perfekt angestellt habe. Speziell beim Starten und was das Abschätzen von Kurven angeht ^^. Aber das ist nun deutlich besser geworden, und vor allem habe ich keinerlei Probleme, normal im Verkehr zu fahren. Andere Verkehrsteilnehmer machen mich absolut nicht nervös und ich fand es auch sehr gut, dass ich recht schnell auf normalen Straßen gelernt habe und eben nicht auf verlassenen Wegen. Denn das bringt ja wenig, wenn man lernt und gewohnt ist, dass da kein anderer fährt. So wird es später ja schließlich auch nicht sein.
Der Mann macht klare Ansagen, und genau das hilft mir dann auch, besser zu werden. Und was die praktische Prüfung angeht, brauche ich sicher noch etwas Übung und einige Stunden, aber in Sichtweite ist sie schon.

Im kommenden Sommer werde ich dann also vermutlich mit einer eigenen, natürlich gebrauchten und teilweise selbst reparierten Maschine unterwegs sein Smile . Ich kann mich schwer auf etwas freuen. Grundsätzlich, das ist wohl auch traumatisch bedingt. Und auf Dinge freuen, die noch etwas weg sind, ist noch schwerer. Aber es ist trotz allem ein gutes Gefühl, sich das vorzustellen.

Ich und eine Maschine Smile
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2666

BeitragVerfasst am: 6. Apr 2019 09:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ja Bev, Du und das Leben Smile

Ziemlich cool! Ich mag es, wie Du die Dinge angehst und letztendlich "abhandelst". Kam mir beim Lesen bekannt vor.

Klar, dass es innerlich auch mal weniger cool aussieht. Tendenziell aber, verändern sich doch auch manche Gefühle mit der Zeit. Sich irgendwann mal auf was freuen können, ist vllt drin! Der Geist merkt sich: ahja, es klappt immer wieder. Niemand nimmt was weg, was da sein sollte...Diese Menschen gibt es in Deinem Leben nicht mehr.

Ich dachte grad was quer, als ich Dich las. (bin immer noch der Ansicht, Du könntest dies hier zusammenfassend als Buch bringen. Deine Wortwahl ändert sich auch im Lauf der Zeit, das so zu übernehmen, wäre ein fantastisches Element! - doch davon ab, ich will Dich nicht nerven. Du kannst das jederzeit in Angriff nehmen. Das IST guter Lesestoff, auch noch Jahre später...)

Wie viele junge Menschen profitieren von Hilfe, die in einigen westlichen Ländern angeboten werden! Und wie wenige Erwachsene, die in wirklichen Schwierigkeiten ähnlicher Art snd, holen sich diese - in Eigenverantwortung. Idea

Ich dachte beim Lesen an den Sohn einer Freundin. Sie kam nicht mehr ihm klar. Nach wenigen Jahren in einer Einrichtung für Kids & Jugendliche, kam er ins Elternhaus zurück und übernahm Verantwortung für sich. Heute, macht er selbst ne Ausbildung als Erzieher und ist auch daheim seiner alleinerziehenden Mutter eine Hilfe (es gibt noch einen jüngeren Bruder, der mehr mit nahm - traumatisch, weil er jünger war vllt, mit einem anderen Wesen. Beide, sahen den Vater am Strick am Balkon baumeln. Der Jüngere hat noch ne leichte Zwangsstörung, die sich allmählich "verwächst"..)

Auf jeden Fall hat er ähnlich wie Du, das Beste aus sich raus geholt, zwar ohne Sucht, aber mit massiven anderen Probs. Ohne diese Hilfe, wäre es ganz anders gelaufen bei ihm, das ist mal klar. Es liegt an einem selbst, andere können das vllt nicht so annehmen, oder der Leidensdruck ist nicht hoch genug...es mag viele Gründe geben. Er ist übrigens in Deinem Alter...

Man darf also nicht immer auf´s ganze System schimpfen, denke ich, wenn ich Dich lese, denn es hat immer noch Netze, die vielen Menschen helfen. Wenn man sie nicht nutzt, ist man selbst schuld, als Erwachsener. (ich nutze das Wort "Schuld" ungern. Es impliziert schließlich, was ich gerne "raus hätte" - ständige Wertung. Auch mir fällt es schwer, sprachlich anders zu agieren, ich tue, was ich kann in dem Bereich...)

Doch unsere Sprache ist so gemacht/entstanden, auch der Vergleichbarkeit wegen. Moron sagt, das ist wichtig, um... Ist es das? Wissenschaftlich, mag es so sein, aber im Alltag? Ist Vergleichbarkeit nicht oft ein Hemmnis? Führt es uns nicht in die Irre, weil wir so oft vergessen, was wirklich wichtig ist?

Auch Dein Schreibstil ging immer mehr dahin, zu berichten, ohne Dich derart zu vergleichen, dass Du "immer" anders bist. (auch wenn es so bleiben mag, Du hast nun mal andere Erfahrungen gemacht, als die meisten um Dich herum) Die Integration, ist Dir gelungen. Mehr noch, wir wie alle lesen können! Du findest Dich dabei. Jeden Tag, jedes Jahr, ein Stück mehr, findest Du Inhalte, die das Leben zu bieten hat und Du selbst!

Langsam und zaghaft, hast Du begonnen, als Du die ersten Zeilen geschrieben hast. Nun braust Du bald durch´s Leben, mit ner Maschine, wie Du Dir vorstellst, die zunächst zusammen geschraubt wird - ähnlich, wie man es mit sich selbst tat. Manches, kann man reparieren und ausbauen Cool Du warst von Beginn an, intelligent & stark genug, zu nutzen, was sich Dir bot, trotz hoher innerer Hürden, vor denen andere ne Biege machen, sobald sich ein Fluchtweg bietet.

Das Leben ist schön, aber nur, wenn man auch Jahre der Dunkelheit überstehen kann und wieder ans Licht findet. Wir wissen alle, dass sehr viele, das nicht schaffen.

Liebe Grüße vom Niederrhein, Dakini
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1271

BeitragVerfasst am: 6. Apr 2019 10:21    Titel: Antworten mit Zitat

Beverly_Marsh hat Folgendes geschrieben:
@Marle
Ohja...ich und die Menschen...das wird noch sehr viel Stress bringen. Und obwohl ich selbstkritisch bin und mich selbst für durchaus gestört halte, muss ich das leider auch von vielen Menschen sagen ^^.

Ich und eine Maschine Smile

Ich spinne das mal neckisch weiter: Das wird noch was mit Dir und *den anderen Verkehrsteilnehmern* Laughing Cool
Vielleicht wird es dann manchmal auch ein wenig teuer, wegen all der gestörten Regeln, die alle nur für die Anderen da sind ... Razz
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Beverly_Marsh
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 12.08.2015
Beiträge: 461

BeitragVerfasst am: 12. Apr 2019 20:40    Titel: Antworten mit Zitat

@dakini
Der große Vorteil ist, dass man es oft verschleiern kann wie es einem innerlich geht. Denn Schwäche zeigen macht auch immer angreifbar. Das ist überall so, auch wenn es in einem normalen Leben natürlich nicht so extrem ist wie auf der Straße.
Ja, ich habe selbst bemerkt, dass ich mit der Zeit anders geschrieben habe oder schreibe ^^. Beim reden ist das schwerer. Da hört man sehr wo ich herkomme. Aber da ich sowieso nur wenig rede, ist das nicht so schlimm Wink .
Ja, keine Frage: Es läuft vieles hier nicht gut, aber man muss auch dankbar sein für manches Angebot, dass es gibt. Moralisch hätte ich damals mit sechzehn in den Knast gehört. Dass ich mit der teil-geschlossenen Einrichtung nach dem körperlichen Entzug eine so große Chance bekommen habe, ist Glück gewesen und dafür sollte ich dankbar sein und bin es auch.
Alles was dann kam, ist extrem...das war so nie zu erwarten. Ich habe da einfach das Glück, dass ich im Technik-Bereiche und in Mathe Talente habe, obwohl die nie früher gefördert wurden. Dadurch kann ich jetzt eine Schule besuchen, die ich früher nicht mal hätte buchstabieren können ^^.
Dass der Sohn deiner Freundin da auch eine Menge Probleme hatte, kann ich gut verstehen. Wenn die Person, die sich erhängt hat, der eigene Vater ist, und man das gesehen hat...die Bilder muss man erstmal wieder raus kriegen.
Man kann wohl auch vorher nie sagen, wer es schafft, wer irgendwann klar kommt und wer nicht. Ich kenne Leute, die rückfällig geworden sind, von denen ich es never gedacht hätte.
Die Entwicklung bei mir sehe ich so zwei geteilt. Teils ganz große Fortschritte äußerlich, beim Bekämpfen der Sucht, schulisch sowieso. Aber seelisch bin ich ein Krüppel und da sind die Fortschritte eher klein. Ich habe große Probleme mit positiven Gefühlen, mit dem Zeigen, ja dem Fühlen an sich. Mir fehlt der gesamte Unterbau, den normale Menschen haben, und manches kann man heute als Erwachsene nicht mehr nachholen. Und ich kämpfe mit vielen Dämonen. Tagsüber gewinne meistens ich, nachts eher die.
Aber ich will nicht jammern oder meckern: Teils hatte ich Pech, manches habe ich selbst verbockt und niemand anders. Und alleine, dass manche Dinge so deutlich besser geworden sind, ist etwas, womit ich früher niemals gerechnet hätte. Ich bin dort, wo ich im Normalfall niemals hin gekommen wäre.
Danke für deine Worte und fürs Mutmachen Smile .

@Marle
Einspruch Wink . Regeln haben ja nicht alle den gleichen Wert. Verkehrsregeln sichern teilweise Leben. Das ist eine ganz andere Stufe und Liga als die unsinnige Regeln, was das Verlassen eines Schulgeländes betrifft. Das eine ist Willkür, das andere macht Sinn.
Ich bin durchaus für Risiko, was mich selbst betrifft. Auch heute und mit einer Sucht, die ich weiterhin täglich bekämpfen werde, mache ich manchmal unsinnige Dinge. Das wird aber auf dem Motorrad nicht passieren. Weil ich da Verantwortung nicht nur für mich, sondern auch für andere trage.
Durch meine Schuld ist schon einmal eine Person im Verkehr gestorben. Meine kleine Schwester vor sehr langer Zeit, als ich acht war. Ich habe und werde mir das niemals verzeihen. Nie wieder soll so etwas wegen mir passieren.




Heute möchte ich nochmals über den Kurs sprechen, den ich diese Woche übrigens das dritte Mal gehalten habe, und zum ersten Mal ohne den anderen Trainer. Der war angeblich kurzfristig verhindert, aber ich glaube eher, dass es eine Art Testlauf für mich war, ob ich das schon packe ^^.
Und das Schöne ist: Es hat erneut echt gut geklappt.

Ich hatte ja schon Bedenken, auch weil die Kinder ja teilweise erst neun oder zehn sind, also noch sehr jung. Was würde ich machen, wenn alle durcheinander schreien? Oder nur Mist machen?

Ähnlich wie bei der Nachhilfe habe ich zu den Teilnehmern im Kurs einfach gleich einen guten Draht bekommen. Und ich versuche eben auch, eine gute Balance zu haben.
Viel zu erklären, aber eben auch immer zwischendurch was machen zu lassen. Wenn ich nur am Labern bin, schalten ja nach und nach alle ab. Das würde ich auch nicht anders machen ^^.
Aber alle sind total konzentriert dabei und ich merke, dass sie auch wirklich zuhören, wenn ich mal was sage. Dass es eben auch ganz wichtig ist wie man auftritt und dass man mit einer bestimmten Körperhaltung und Bewegungen schon oft als Opfer von gewissen Leuten ausscheidet. Und dass es sich immer lohnt, sich um zu schauen, eine Situation einzuschätzen, wenn da irgendetwas ist, was komisch aussieht. Oft ist es dann ja doch harmlos, aber Aufmerksamkeit ist trotzdem nie falsch.

Natürlich tun sich manche Kinder leichter damit als andere. Man merkt schon deutlich den Unterschied zwischen denen, die den Kurs als Ergänzung und aus Interesse besuchen und denen, die ihn wohl leider wegen Mobbing oder sonstiger Dinge noch nötiger habe. Und speziell an diese zweite Gruppe will ich noch besser ran kommen.
Das geht nicht sofort. Aber der Kurs geht noch bis Ende Juni. Und ich habe schon ziemlich geplant, was ich machen möchte und im Laufe der Zeit auch die Leute aus der Reserve zu locken, die noch sehr schüchtern und eher ängstlich sind.

Ein tolles Erlebnis hatte ich aber diese Woche. Eine Zwölfjährige, sehr klein für ihr Alter und sehr schüchtern, hatte so gar kein Selbstvertrauen und war sich sicher, einen bestimmten Abwehrgriff gar nicht machen zu können. Da habe ich ruhig mit ihr geübt...mehrmals...und als ich dann die Angreiferin gespielt habe, ihr natürlich körperlich und Kräfte mäßig weit überlegen, ist es ihr ganz toll gelungen, meinen „Angriff“ abzuwehren. Eben nicht mit Kraft und langen Armen, die sie nicht besitzt, wohl aber mit dem, was sie gelernt. Mit Aufmerksamkeit und Timing.
Wie sie dann happy war, weil es geklappt hat und wie verwandelt und voller Selbstbewusstsein sie dann weiter trainiert hat, das war und ist einfach toll. Und als ich ihr nach dem Training gesagt habe, dass ich den Eindruck habe, dass sie jetzt nach den 90 Minuten zehn Zentimeter größer geworden ist, meinte sie nur lächelnd „eher 15!“ .

Und ich gerate ja nicht leicht ins Schwärmen, aber ich hoffe doch sehr, dass ich solche Momente noch manchmal haben darf Smile .

Nächste Woche sind Feiertage...keine Ahnung, was da geht. Es kann sein, dass ich erst in vierzehn Tagen hier weiter schreibe, dann aber sicher!
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