Tagebuch: Beverly_Marsh

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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3053

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 11:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Bev,

cool von Dir zu lesen Smile Freu mich voll! Herzlichen Glückwunsch! Mir hätte das auch keiner zugetraut und schon gar nicht, dass ich noch ein Studium mit gutem Schnitt hinlege. Freu Dich drüber! Ich hab den Fehler gemacht, meiner Sucht nachzugeben, bin nicht hart geblieben, als es hätte sein müssen und kämpfe noch immer mit den Auswirkungen. Wenn ich Dich lese, kommt mir manches vertraut vor - vor allem das "kaum glauben können", dass man so was kann, was man sich nie zugetraut hätte, weil man als Kind nie gefördert wurde. (spielt ja keine Rolle, wie die Verhältnisse im Einzelnen waren, das fehlte im Gegensatz zu anderen, für die das ganz selbstverständlich ist...) Das hat man ganz alleine geschafft.

Ich war einges älter und mein Leben zuvor, war nicht gerade davon gekrönt, diszipliniert zu sein - der Vorteil ist unschätzbar, Bev! Du kannst jetzt schon anderen helfen! Das ist ein gutes Gefühl, nicht wahr?

Es war absehbar, dass das Leben seine eigenen Geschichten schreibt und es wird Dir noch viele Male begegnen. Jetzt ist es halt Corona, später vllt Probleme mit der Arbeit. Mich crashte, als ich krank wurde. Hätte echt nicht sein müssen. Ein bischen mehr Disziplin und der Krug wäre an mir vorbei gegangen. Ich hab mein Leben gemocht - hatte keine Auswirkung auf meine Entscheidung. Ich hatte nie wirklich gelernt, "nein" zu sagen. Ich bin clean geblieben, weil es Spaß machte. Da gab es keine nennenswerten Schwierigkeiten. Als sie kamen, fiel ich um.

Da sehe ich bei Dir nen klaren Vorteil, denn Du bist im Gegensatz zu mir, ein eher disziplinierter Mensch. Das wird Dir helfen! Immer. Und es wird Dich durch vieles hindurch tragen. Es ist doch obergenial, was Du machst! Alles gut! Auch wenn es sich gerade nicht so anfühlt. Das geht vorbei.

Was bleibt, ist das, was man selbst tut! Bis jetzt, hast Du gemacht, was zu Dir passt und es ist wichtig, dass Du dabei bleibst. Man verliert sich, wenn es anders läuft und man sich verzettelt - das kann sich im Grunde kein Süchtiger leisten. Aber ich denke mal, dass Du auch weiterhin darauf achtest. Ganz natürlich. Und dann vergehen auch Suchtdruck ect wieder - so, wie er kam. Es geht nur darum, beim "nein" zu bleiben.

Alles andre, gibt sich dann von selbst. Weißt Du schon, welche Fachrichtung Du gerne angehen möchtest? Mit nem Fachabi stehen Dir zahlreiche Studiengänge zur Verfügung. Mehr Praxis bezogen, das passt doch auch gut, eher als allzu theoretisches...Bin gespannt, wie es weiter geht! Lifecoach - lach** was wäre passender für ne Überlebenskünstlerin? Kannste doch auch nebenbei machen, als Ausgleich zur Paukerei, Dich damit neben dem knappen Ausbildungsgeld finanzieren - und am Ende, wird sich heraus kristallieren, was Du hauptsächlich machst.

Isolation. Niemand hat Macht über Dich! Ich lebe in der gleichen Gesellschaft und empfinde es bspweise ganz anders. Ich richtete mein Leben schon zuvor so ein, dass ich mich jederzeit frei bewegen kann und mit mir die Menschen, die dazu gehören. Und das ganz legal, selbst in Zeiten einer Pandemie.

Es sind jene im Umfeld, die zuvor schon Probleme hatten, denen die Isolierung zusetzt. Hättest Du bspweise bereits mehrere Klienten schon, würdest Du das doch gar nicht so (be)merken oder? Denn der Tag wäre dann damit schon voll und die Kontakte zu Menschen gehörten dazu. Noch vllt ne Partnerin? Was würde dann fehlen? Ja, ich weiß, das gilt nicht für alle - aber für einen Gutteil.

Man hört von jenen, die beruflich gut da stehen doch kaum was - die eine Familie haben, Freunde. Ich meine damit die sozialen Auswirkungen, die Du angesprochen hast. Sie werden entschieden abgemildert, wenn die eigenen Lebensumstände stabil sind. Das meiste, das gegenwärtig "kippt", war zuvor schon nicht einfach und oftmals auch nicht zufrieden stellend.

Eine Freundin sagt im Gegenteil: "So könnte es immer weiter gehen. Ist das schön, dass ich frei habe und trotzdem mein Geld bekomme" (die Mensa ist dicht aufgrund Corona, wo sie fest angestellt ist) Sie macht Sport, schon zuvor am radeln, laufen - nicht im Fittnessstudio etwas...trifft sich mit Freunden und hat endlich mal mehr Zeit für sich selbst - sie genießt das.

Unbestritten ist, dass die Pandemie Probleme verschärft. Jedoch darf die Diskussion auch mal dahin laufen, dass man sich klar macht, dass stabile Verhältnisse schützen. Daneben eine intakte Umwelt. In jeder Hinsicht. Du bist auf gutem Wege, in Zukunft geschützter zu sein, Bev. Weil Du selbst dafür sorgen wirst Smile

Liebe Grüße aus NWR Wink
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2446

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zurück Bev nach einer halben Ewigkeit mit den Gedanken „was macht sie wohl jetzt in der gesellschaftlich-politischen-Zwangssituation“ (gilt auch für mein geliebtes Schattengewächs Cool ), und „steht sie durch – ohne?“

Als zuerst mal: Klasse, dass Du es trotz Dämonenkampf, und wider Deiner Natur zwangseingesperrtem Zustand durchgehalten, und Deinem neuen Leben treu geblieben bist!
Das ist wirklich ein Pfund, meine Liebe!
Vielleicht kommt mal eine ähnliche, vielleicht vermeintlich schlimmere Situation. Dann denkst Du zurück und sagst: „Hab Corona-Haft überstanden – dann überstehe ich auch das jetzt!“

Naja, was soll ich sagen zu „die C-Maßnahmen packen mich gleich an mehreren Stellten, triggern ..“?
Süchtige (im Allgemeinen, und ich natürlich sowieso) suchen fast schon „instinktiv“ die Gründe für ihren inneren Kampf im Außen.
Vielleicht hilft es Dir jetzt, dass Du Dich schon mehrfach „verschiedenen Welten“ anpassen musstest?
Und es jedes Mal mit Bravour geschafft hast.

Sorry, wenn ich das jetzt schreibe: Dass Du das Fach-Abi superb bestehst – war ja wohl klar, oder? Rolling Eyes
Was „jetzt weitermachen“ anbetrifft, also ein Studium anknüpfen, bin ich aber anderer Meinung wie mein Freund Ast.
Ich glaube, und aus eigener Erfahrung und mühsamen „Nachholen“ weiß ich es, dass Du es schon ein paar Jahre später schwer bereuen wirst, wenn Du jetzt die Chance nicht ergreifst.
Es ist (leider) so: In unserer Gesellschaft und in der Arbeitswelt wirst Du mit hoher Wahrscheinlichkeit für Dich nur den Gewinn erreichen können, den Du für Dich brauchst, wenn Du entsprechende „Papiere“, sprich Studium, ggf. akad. Grad, usw. vorzuweisen hast.
Und mit Gewinn meine ich damit nicht die Knete (allein)!
Sondern, dass Du später gegen jeden strunz doofen Lackaffen den Kürzeren ziehen wirst, nur weil der auf Druck von Papi mit Not und Mühe irgendeinen verschissenen Schein an der Wand hängen hat.
Und dabei ist es dann egal, ob Du – worauf u.a. Dein Talent und Deine menschliche Fähigkeit hinweist – einen Beruf im sozialpädagogischen, vielleicht sogar psychologischen Bereich, oder halt einfach einen, indem es darauf ankommt, wie jemand mit Menschen umgehen kann, ergreifst, oder einen rein technischen. (Dort dann noch viel mehr!)

Zu Deinem Hobby, Geschichten zu schreiben, und Deinem Bezug, dass z. B. auch Dein Tagebuch von hier in Buchform Realität annehmen, wollte ich Dir noch ein paar Dinge schreiben, weiß aber nicht, ob Du dazu überhaupt (selbst) Interesse hast?

Alles Gute Dir!
Marle
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2737

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

ein jetzt gemachtes Studium wird in Zukunft nichts wert sein und aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
dann lieber erst noch ein bisschen Lebenserfahrung sammeln und gucken, wie sich der Reset entwickelt und dementsprechend handeln.
2021 würde ich mir jedenfalls kein Studium ans Bein binden, aber das ist nur meine Meinung.
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2446

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 14:34    Titel: Antworten mit Zitat

ast hat Folgendes geschrieben:
ein jetzt gemachtes Studium wird in Zukunft nichts wert sein und aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
dann lieber erst noch ein bisschen Lebenserfahrung sammeln und gucken, wie sich der Reset entwickelt und dementsprechend handeln.
2021 würde ich mir jedenfalls kein Studium ans Bein binden, aber das ist nur meine Meinung.

Der Meinung bin ich überhaupt nicht.
Was später zählt, ist der Abschluss, da fragt kein Mensch mehr danach, wann oder wie er gemacht worden ist.
Habe das viele Male während meiner gut 40-jähigen Berufserfahrung erlebt.
Mit "Lebenserfahrung" kannst Du Dir hinterher den Popo putzen.
Und je älter Du wirst, umso schwerer wird das Nachholen.

Außerdem: Wer sagt Dir denn, dass "es in Zukunft" anders/besser werden wird, was die Ausbildungen/Studium betrifft?

Grüßle
Marle
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2737

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:
ast hat Folgendes geschrieben:
ein jetzt gemachtes Studium wird in Zukunft nichts wert sein und aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
dann lieber erst noch ein bisschen Lebenserfahrung sammeln und gucken, wie sich der Reset entwickelt und dementsprechend handeln.
2021 würde ich mir jedenfalls kein Studium ans Bein binden, aber das ist nur meine Meinung.

Der Meinung bin ich überhaupt nicht.
Was später zählt, ist der Abschluss, da fragt kein Mensch mehr danach, wann oder wie er gemacht worden ist.
Habe das viele Male während meiner gut 40-jähigen Berufserfahrung erlebt.
Mit "Lebenserfahrung" kannst Du Dir hinterher den Popo putzen.
Und je älter Du wirst, umso schwerer wird das Nachholen.

Außerdem: Wer sagt Dir denn, dass "es in Zukunft" anders/besser werden wird, was die Ausbildungen/Studium betrifft?

Grüßle
Marle

anders wird es in Zukunft auf jeden Fall - ob es besser wird, ist noch die Frage.
Du stellst nur in den Vordergrund, wie man sich bestmöglich 'dem System' verkaufen kann, während Lebenserfahrung durchaus einen weitaus größeren persönlichen Nutzen haben kann (auch wenn man vielleicht nicht direkt davon satt wird, würdest Du wahrscheinlich sagen).
und ob später wirklich nur der Abschluss zählt, wird sich noch zeigen...ich könnte mir gut vorstellen, dass es dann heißt: "ah ja, Corona- Abi oder Corona- Studium, ich verstehe schon, da müssen wir natürlich Abstriche machen."

ich stimme natürlich völlig mit Dir überein, dass eine gute Grundlage wie ein Studium essentiell für den Broterwerb sein kann, sofern man die Möglichkeit hat.
aber man sollte es halt nicht auf Biegen und Brechen angehen, sondern zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein Wink
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2737

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

das Bildungsniveau wird jedenfalls in Corona Zeiten nicht gehalten werden können.
entweder werden die Prüfungsanforderungen angepasst oder die Kiddies müssen quasi so durchgewunken werden, wenn sich die 'Durchfall- Quoten' nicht drastisch erhöhen sollen.
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2446

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 15:50    Titel: Antworten mit Zitat

ast hat Folgendes geschrieben:

anders wird es in Zukunft auf jeden Fall - ob es besser wird, ist noch die Frage.

Ich glaube: Diese Frage wird immer unterschiedlich beantwortet werden. Wer nichts anderes kennt, wird es so hinnehmen, wie es kommt. Wer anderes aus der Vergangenheit kennt, wie sich andere Gedanken dazu machen.

Zitat:
Du stellst nur in den Vordergrund, wie man sich bestmöglich 'dem System' verkaufen kann,

Shocked Daran habe ich gar nicht gedacht!
Ich dachte mehr daran: Kein Weg führt daran vorbei, dass ich - als winziger Teil - "im System" leben, und überleben muss. Es sei denn, ich wandere in die Walachei aus. Wink
Natürlich muss ich dabei Kompromisse eingehen.
Will ich innerhalb "des Systems" Zugang zu - mir nützlichen! - Errungenschaften haben, und will ich "innerhalb des Systems" meine Nischen finden, brauche ich dazu einen Zugang: den Schlüssel (Ausbildung, Abschlüsse, Zertifikate, blablabla).
Aber auch dann, wenn ich "einigermaßen komfortabel" aus dem System aussteigen, also wieder "raus will", brauche ich diese "Schlüssel". Oder ich ergebe mich dem System ganz, wie es halt - in meinen Augen - zum Beispiel dann Hartz4ler tun, und machen müssen.

Zitat:
während Lebenserfahrung durchaus einen weitaus größeren persönlichen Nutzen haben kann (auch wenn man vielleicht nicht direkt davon satt wird, würdest Du wahrscheinlich sagen).

Ich würde tatsächlich sagen: Jemand, der seine persönliche Freiheit nicht realisieren kann, weil ihm dazu diverse Voraussetzungen - zum Beispiel die Chance auf einen entsprechenden Arbeitsplatz/Gelderwerb - fehlen, der kann bestenfalls darüber philosophieren, ob er von seiner - m. E. logischerweise doch sehr begrenzten - "Lebenserfahrung" größeren, persönlicheren Nutzen hat.
Aber in der Realität in dieser Welt, wird diese Denkweise nichts als Selbstschutz und persönliche Illusion bleiben, weil ihm halt alles versperrt bleibt, zu was er anderenfalls Zugang hätte.

Zitat:
und ob später wirklich nur der Abschluss zählt, wird sich noch zeigen...ich könnte mir gut vorstellen, dass es dann heißt: "ah ja, Corona- Abi oder Corona- Studium, ich verstehe schon, da müssen wir natürlich Abstriche machen."

Glaube ich auch nicht. Es gab schon vergleichsweise viel härtere, entbehrungsreichere, schulisch- und Bildungsmäßig brutal "abgespeckte" Zeiten (z. B. Krieg). Die damals ihre Abschlüsse machten, ggf. später noch "aufstockten", konnte auch in anderen Zeiten damit etwas zu ihrem persönlichen Vorteil anfangen.
Dass heute grundsätzlich "Abstriche" bei den Jüngeren gemacht werden, hat mit der Ausbildung überhaupt nichts zu tun. Sondern einzig mit der Wirtschaftspolitik, die hierzulande (immer noch) verfolgt wird.

Zitat:
aber man sollte es halt nicht auf Biegen und Brechen angehen, sondern zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein Wink

Auch das sehe ich - eben aufgrund eigener Erfahrung - völlig anders.
Ein "Biegen und Brechen" gibt es dann, wenn Du später, während Du für Deinen Broterwerb und zur Aufrechterhaltung Deines Lebensstandards malochen gehen musst, irgendwie nebenbei doch noch entsprechende Abschlüsse nachholen musst.
Die "richtige Zeit" ist diesbezüglich, wenn man noch jung ist - und vor allem, wenn man auch noch die Chance auf die entsprechende Unterstützung - durch das System! - erhält, die man halt dann später meist nicht mehr bekommt.
Der richtige Ort ist immer der, wo aktuell die Musik spielt. Wink

Wir werden da ganz unterschiedliche Meinungen haben. Bitte - ohne Dir nahetreten zu wollen! Aber wenn Du, wie ich, Jahrzehntelang gelernt, studiert und Dich ausgebildet hast, um Deine eigenen Freiheit "im und trotz System" zu verwirklichen, dann hast Du eine völlig andere Sichtweise, wie jemand, der die diversen Wege noch nie selbst gegangen ist. (Ist wirklich nicht abschätzig gemeint!)

Grüßle
Marle
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
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BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Du tust so, als ob ich ihr angeraten hätte, erst im Rentenalter anzufangen zu studieren...ich sage lediglich, dass imo momentan eine denkbar schlechte Zeit für Bildung ist.
alles ist im Umbruch - wenn die ihre Digitalisierung mal auf die Reihe bekommen, wird es vielleicht besser, was ich aber auch bezweifele.
neue tragfähige Systeme müssen sich erst herauskristallisieren.

kommt natürlich auch auf die Perspektive an...wenn es einem nur darum geht, möglichst schnell nen Schein abzustauben, ist die Ausgangssituation vielleicht gar nicht mal die Schlechteste.
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2446

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Warum so gereizt? Koller?

Es ist nie eine schlechte Zeit für Bildung - ist meine Meinung.
Aber es kann eine Zeit (im Leben eines Menschen) kommen, wo es zu spät ist für Bildung.
Wir diskutieren frei und offen über unsere Meinungen zur angesprochenen Sache.

Wenn ich das Bildungs- und Schulsystem der vergangenen Jahrzehnte anschaue, dann ist m. E. bislang nichts Besseres dabei herauskommen.
Die Digitalisierung macht manches leichter, aber ob es dadurch bildungsmäßig besser wird, bezweifle ich stark.
Nicht jeder Wissenszweig hängt unbedingt an einer Digitalisierung.

Zitat:
kommt natürlich auch auf die Perspektive an...wenn es einem nur darum geht, möglichst schnell nen Schein abzustauben, ist die Ausgangssituation vielleicht gar nicht mal die Schlechteste.

Da muss ich jetzt schreiben: Du tust ja gerade so, als würde man ein Studium in ein, zwei Jahren absolvieren können.
Ich glaube, nach allem was ich so höre, dass es derzeit nicht so einfach ist, einen Studienplatz zu bekommen, und je nach Fachrichtung ganz schöne Wartelisten vorhanden sind. Wir reden also von min. 4, wahrscheinlich sogar eher mehr Jahren, bis der Abschluss ansteht. Wink
Viel Zeit, die man "verschlafen" kann, weil man jetzt die falsche Entscheidung trifft.

Also bleib ruhig Brauner Razz
Marle
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ast
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BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Du forderst einen aber auch immer zum antworten heraus, dabei sollten wir eigentlich nicht Bevs Tagebuch zumüllen.
na ja, kann sie ja später rausschneiden Arrow

also gereizt bin ich wirklich überhaupt nicht, das sind wohl eher die Tücken der nonverbalen Kommunikation Surprised

im Gegenteil, ich sehe das alles recht gelassen, so auch Bevs Situation:
es war schon immer Tradition, sich vor der Immatrikulation eine Auszeit zur Orientierung zu nehmen, warum nicht jetzt...Bev muss sich jedenfalls keinen Druck machen, verpassen wird sie nix Razz
wobei ich Dir natürlich recht geben muss, dass die Wartelisten wohl nicht kürzer werden und es nicht schaden kann, wenn man sich frühzeitig einträgt.

sowieso denke ich, dass wir im Prinzip die Dinge gleich sehen, nur die Herangehensweise unterscheidet sich womöglich etwas Wink
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2446

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

ast hat Folgendes geschrieben:
Du forderst einen aber auch immer zum antworten heraus, dabei sollten wir eigentlich nicht Bevs Tagebuch zumüllen.
na ja, kann sie ja später rausschneiden Arrow


Laughing Laughing
Also erstens - you remember? - hat sie schon mal geschrieben, dass "wir" das ruhig dürfen -
und zweitens finde ich es jetzt nicht "Müll", wenn wir sie an unseren Lebenserfahrungen, von denen Du ja so viel hältst, teilnehmen lassen. Schon gar nicht, wenn es um ein so eine wichtige, elementare Sache geht Razz

In diesem Sinne - haut rein! Beide! Cool

Marle
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Dr.Mabuse
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3801

BeitragVerfasst am: 30. Jan 2021 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Beverly Marsh

Auch von mir Herzlichen Glückwunsch zum Abi...

Beverly Marsh schrieb:
Zitat:
Corona-Abi wird es wohl heißen.


Warum sollte es das?Du wirst doch bestimmt selbe Themenpunkte,Aufgaben usw bearbeiten hast müssen,wie in einem regulären Klassenzimmer...

Du hast das Abi geschafft,nimm das Lob für dich an,auch wenn es schwerfällt...

Es wird zeit das die sonne öfter rauskommt,ich denke dann wird es etwas leichter,angesichts der momentanen situation...

Dann kannst du auch deine Honda Rebell aus dem "Winterschlaf holen"

Gruß...
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Beverly_Marsh
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Anmeldungsdatum: 12.08.2015
Beiträge: 481

BeitragVerfasst am: 1. Feb 2021 23:52    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure Antworten. Ich schreibe die Woche noch was dazu Wink
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Beverly_Marsh
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Anmeldungsdatum: 12.08.2015
Beiträge: 481

BeitragVerfasst am: 3. Feb 2021 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hi dann wieder!

Danke für eure Antworten.
Die Wahrheit ist: Ich habe zwar schon einiges durch im Leben, aber der Freiheitsentzug jetzt durch die Politik haut schon sehr rein. Weil er mich genau dort trifft, wo nix aufgearbeitet ist. Trigger von früher, eingesperrt sein. Und dann vor allem, dass es „Recht“ sein soll. Wenn ein Zuhälter Frauen einsperrt und ausbeutet, dann kann er zumindest theoretisch vor Gericht landen und bestraft werden. Wenn Politiker Ausgangssperren verhängen, die in einer Demokratie null zu suchen haben, ist das Recht. Wenn man Menschen die Existenz kaputt macht, ist es Recht. Wenn 90 Prozent aller Todesfälle aus Pflegeheimen kommen, sollte man die vielleicht endlich besser schützen. Wenn ich Buchläden schließe, Fitness-Studios und Kneipen, dann wird das kaum Auswirkungen haben, denn ich glaube nicht, dass die Bewohner eines Pflegeheims häufig diese Orte aufsuchen.
Für mich ist das dreifach heftig. Zum Einen bricht mir Kohle weg, weil ich keine größeren Kurse mehr geben kann in Selbstverteidigung. Zum Zweiten...siehe oben...triggert es extrem wegen früher. Und drittens ist dadurch Dauerstress mit dem Suchtmonster, weil mein kleines Spießerleben mit den ganzen Ritualen weg gebrochen ist. Aber genau dieses Rituale haben mich von alleine auf Spur gehalten.
Der einzige Vorteil ist, dass manche sinnlosen Regeln nicht zu überwachen sind. Man kann zwar Erlasse machen wie in einer Diktatur, hat aber gleichzeitig nicht den Polizei-Apparat, um das zu überprüfen Wink . Und vor allem sind manche Polizisten auch selbst genervt von dem Mist. Ich war vor kurzem noch laufen, es war deutlich nach 20 Uhr. Und natürlich, kurz vor der Haustür, taucht ne Streife vor mir auf. Fenster runter...“was machen Sie denn noch hier auf der Straße? „ . Und ich meinte nur, ich war joggen, ist länger geworden, mir fällt die Decke auf den Kopf und so ist der Schaden für den Staat sicher kleiner, wenn ich das bisschen überziehe, als wenn ich abkacke und wieder an der Nadel häng. Da schaut er groß und meint...“na dann“ und dann sind sie weiter gefahren ^^. Ich glaube, die kotzt das auch sehr an und die müssen sich an meckern lassen, dabei machen die ja nicht die Gesetze.

Vielen Dank für die Gratulationen Wink . Da war viel Glück dabei beim Abi, speziell in den Prüfungen habe ich den Schnitt nochmals extrem gehoben. Als das Abizeugnis dann da war, habe ich es kopiert und meiner Alten per Post geschickt. Und meiner alten Grundschule, von der ich geflogen bin. Meine Erzeugerin hat wie erwartet Gift und Feuer gespuckt..Kübel voller Hass über mir ausgegossen, die mich aber eher gefreut als gestresst haben. Ich wusste, dass sie das ärgert. Und von der Schule kam leider gar kein Kommentar. Vielleicht war das auch kindisch, ich weiß ja gar nicht, ob überhaupt noch ein Lehrer von damals dort ist.
Aber davon abgesehen war es wie gesagt auch Glück und wenn ich mir das heute ansehe, glaube ich das immer noch nicht so wirklich, dass es von mir ist.

Vor dem Wintersemester werde ich sicher auf keinen Fall studieren, weil die beiden Studiengänge, die für mich in Frage kommen, beide nur im Winter starten. Mathe oder Pharmazie. Und jetzt hört gefälligst alle mit dem Grinsen auf Wink . Mathe ist eben irgendwie mein Talent, keine Ahnung, von wem ich das habe, warum das so ist. Da gibt es keine logische Erklärung dafür, aber ich mag es sehr, es ist mein bestes Fach gewesen. Allerdings sind die Jobaussichten da so eine Sache mit Mathe. Und Pharmazie...ja ich weiß, als Ex-Junkie klingt das so, als wenn einer Wirt ist und früher gesoffen hat ^^. Aber damit hat es wirklich nichts zu tun. Ich mag einfach Chemie und Labore...und ja, hab mich informiert. Allerdings bekommt man da nicht ganz leicht einen Studienplatz, außerdem ist es Staatsexamen. Mein Führungszeugnis ist zwar mittlerweile seit meinem 21. letztes Jahr wieder so rein wie ein Bergsee im Sommer, aber trotzdem muss man das alles mal abwarten. Es sind Ideen, wirklich sicher ist noch nichts.
So genug für heute, aber ich will nun schon immer mal hier vorbei schauen. Häufiger vor allem. Und nochmals Danke für die ganzen Antworten!
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1039

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2021 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Bev,
schön von dir zu hören. ich wünsche dir gelassenheit.
aktive sucht hat mich wesentlich unfreier gemacht, als das irgentwelche beschränkungen gesellschaftlicher art jemals bewirken könnten.
sicherlich versuchen die entscheidenen personen auch nur irgentwie klar zu kommen, so wie wir alle.
mitgefühl ist ein hilfreiches werkzeug um meinen GROLL nicht zu füttern.

alles liebe
joe, clean 24 h
heute nehm ich wieder mal nix
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