Wie geht es weiter?

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lämmchen
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 09.02.2012
Beiträge: 3749

BeitragVerfasst am: 5. Dez 2012 21:34    Titel: Wie geht es weiter? Antworten mit Zitat

Mein Papa ( 69 ) befindet sich gerade auf seinem letzten Weg. Er ist schwerst krank ( Herz und Lunge ), bekommt jetzt mehrmals täglich Morphin gespritzt. Er ist seit 2 Tagen sehr verwirrt, ruft nach seinen längst verstorbenen Eltern und sucht mich in der Wohnung. Meine Mutter pflegt ihn, ich schaue jeden Tag vorbei, umarme ihn, streichele ihn oder bin einfach bei ihm. Er muss sich so quälen, es ist so grausam ihn zu sehen, wie er um jeden Atemzug kämpfen muss, obwohl er 24 Std. Sauerstoff über eine Nasenbrille bekommt.
Es tut so doll weh, verdammte Scheisse nochmal. Sorry...
Ich bin chron. Schmerzpatientin und nehme seit Jahren Tilidin. Heute war ich bei meinem Doc, erklärte meine jetzige Situation und bat ihn, die Dosis zu erhöhen. Ich hab nur noch Schmerzen. Irgendwo liegen hier Diazepampillen rum. Bin in der grossen Versuchung mich zuzudröhnen. Ich weiss dass das keine Hilfe ist. Habe Angst, in eine Abhängigkeit zu geraten, weil ich an mir bemerke, wie ich im Kopf-bzw. in meinen Gedanken immer öfter zu den Pillen greife. Was soll ich nur machen? Könnt Ihr mir einen Rat geben?
Kann aber jetzt nicht zum Doc rennen. Der hat für alles Verständnis und zückt schnell ein Rezept für die nächsten Dia's.

Vielen Dank, das ich das mal loswerden konnte.

Gruss lämmchen
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nivea
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 03.05.2012
Beiträge: 110

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2012 00:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Lämmchen,

tut mir total Leid mit deinem Papa. Das ist echt furchtbar, wenn man genau weiss, wie's einem lieben Menschen geht und was kommen wird und nichts machen kann. Bestimmt tut es ihm aber gut, wenn du bei ihm bist, auch wenn er total verwirrt ist, vielleicht gerade deswegen. Vor nicht mal einem Jahr ist mein Opa, der mich mit großgezogen hat, gestorben und war vorher in einer ählichen Situation wie dein Vater. Seitdem denke ich immer wieder an die letzten Tage zurück, frag mich ob er uns gehört hat und so. Ich glaub es ist auch für einen selbst wichtig, dass man in dem Moment wirklich da ist. Ich könnte mir nicht vorstellen, wie ich das jetzt verarbeiten würde, wenn ich in der Zeit nicht so voll da gewesen wäre wegen Drogen.

Alles Gute für Ihn und dich
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Warrior
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 13.11.2012
Beiträge: 1004

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2012 01:02    Titel: Antworten mit Zitat

Da kann ich nivea nur zustimmen, den letzten gemeinsamen Moment dicht zu erleben- ich denke, dass du dir dafür sehr lange Vorwürfe machen würdest.

Lenk dich zwischendurch mal hier im Forum ab und schreib, wie es geht.
Ich denke mal, wenn es hier viel Zuspruch gibt, fällt es leichter, die Finger vom Zeugs zu lassen, als wenn du das jetzt mit dir alleine ausmachst.


Ich wünsche dir für die folgenden Tage viel Kraft
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gast01
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 14.04.2011
Beiträge: 231

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2012 01:11    Titel: Antworten mit Zitat

macht das beste draus und wenn du mal echt den kopf voll hast nehm eine 5-10mg dias aber nicht oft du willst ja nicht abhänig werden,aber zum schlafen um mal den kopf frei zu bekommen kann man das mal machen du bist ja nicht sofort abhänig wenn du sie einmal nimmst.aber wenn es so geht dann mach es lieber so wenn schlaft probs hast rate ich dir zu doxipin25mg mehr würd ich erstmal nicht nehmen weil wenn du mehr nimmst,bist du den nähsten tag nicht richtig klar im kopf(also zbdas du kein bock hast auf zu stehen lange schläfst deswegen nur 25mg..


Arrow !ich hoffe ihr habt noch viel zeit miteinander!
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andi1975
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 23.01.2011
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2012 08:41    Titel: Antworten mit Zitat

hallo!

du befindest dich in einer extremen situation,da bleiben des öfteren extreme gedanken in alle richtungen nicht aus.
ich finde,du solltest den tod deines vaters mit respekt,anstand und liebevoll begegnen;und das geht mMn am besten und authentischten ohne drogen.UND su solltest es auch für dich machen.WIE willst du auf die letzte gemeinsame zeit zurückschauen?WIE willst du diese letzte zeit als gefühl abgespeichert haben?WAS glaubst du,wird dich bei deiner bevorstehenden trauerarbeit unterstützen?WAS werden dann diesbezüglich deine kraftquellen sein?willst du klare/ehrliche (normale!) verhältnisse-oder nicht?

auch wenns für dich im moment unglaublich schwer ist und schwer bleibt,deine bevorstehende trauerarbeit wird ausschlaggebend sein,wie die zukünftige beziehung (nach seinem tod) weiter in d i r leben wird.der tod beendet ein leben,aber keine beziehung.
soweit ich weiß,ist dein vater im hospiz und das ist mal gut.ich weiß nicht,wies bei euch ist,aber ich weiß,daß es auch für angehörige zb "trauercafes-treffs" gibt.dort kommen menschen hin,die menschen verloren haben und dort miteinander reden.das wäre für dich/euch hinterher auch eine möglichkeit sich auszutauschen und auch um zu weinen.dort kommen auch menschen hin,die schon vor monaten oder jahren liebe menschen verloren haben und davon erzählen.

ich hörte mal den satz. "das loch,in das ich fiel,wurde zum brunnen,aus dem ich lebe".

in diesem sinne,ich wünsche dir/euch nur das beste!bleib stark-bleib du selbst!es zahlt sich aus!
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lämmchen
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 09.02.2012
Beiträge: 3749

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2012 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,

vielen herzlichen Dank für Eure Worte. Manche haben mich sehr berührt und etwas Kraft gegeben.
@andi1975-mein Papa ist nicht im Hospiz. Ich hatte mir eins in seinem Namen angesehen. Er wird es dorthin nicht mehr schaffen, denn er wird in den kommenden Tagen oder Stunden versterben. Mit Respekt und Anstand sind wir alle dabei. Wir sorgen für ihn, weil wir ihn lieben.
Ich weiss ja, das es besser ist, alles bei klarem Verstand durch zu stehen. Aber wenn ich es mir einfacher machen könnte...Ist natürlich Quatsch. Meiner Mutter bin ich zugedröhnt keine Hilfe. Ich werde alle Beerdigungs und Amtssachen regeln müssen, weil sie dafür keine Kraft hat.
Zum Glück bin ich mit ihm im Reinen. Nichts ist unausgesprochen geblieben. Aber einfacher macht es das trotzdem nicht. Sterben in der eigenen Familie ist eine ganz andere Ebene...
Das mit dem Trauercafe kenne ich. Habe meiner Mutter und mir auch, einen Flyer aus dem Hospiz mitgenommen, wo schon Termine drauf stehen. Da werden wir beide hingehen. Ich könnte mir vorstellen, das es uns hilft, weil man feststellt, das es anderen Menschen ähnlich geht.
Wenn das Telefon klingelt, zucke ich immer zusammen. Habe Angst davor und verfluche es ...

Die Frage nach meinen Kraftquellen kann ich zur Zeit nicht beantworten. Hab keine...Nur dass ich jeden Morgen aufstehen muss und mich dem stellen muss und meine Kraft immer mehr schwindet.

Entschuldigt mein WirrWarr an Gedanken. So sieht es in mir aus und geordnet krieg ich sie nicht.

Vielen Dank an Euch.

Herzliche Grüsse Lämmchen
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Melinda
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 30.04.2012
Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2012 19:17    Titel: Re: Wie geht es weiter? Antworten mit Zitat

lämmchen hat Folgendes geschrieben:
Mein Papa [...] bekommt jetzt mehrmals täglich Morphin gespritzt. Er ist seit 2 Tagen sehr verwirrt [...] Er muss sich so quälen


Bekommt er nur Morphium? Nichts gegen die Angst? Hat er eine Patientenverfügung oder sich vorher anderweitig mitgeteilt? Wird er von einem Palliativarzt betreut? Oder "nur" vom Hausarzt? Für mich habe ich verfügt in so einem Fall wie bei Deinem Vater so tief sediert zu werden, dass ich nichts mehr mitbekomme, wovon ich hoffe dass das dann auch so umgesetzt wird.

lämmchen hat Folgendes geschrieben:
Könnt Ihr mir einen Rat geben?


So lange Du nicht weisst, dass Dein Vater friedlich sterben kann, wird es Dir glaube ich sehr schwer fallen zur Ruhe zu kommen, Dias hin oder her. Und auch die Trauerzeit danach würde Dir bestimmt leichter fallen, wenn Du sehen würdest und auch miterleben könntest dass er sich eben nicht so sehr quält.
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lämmchen
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 09.02.2012
Beiträge: 3749

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2012 19:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Melinda,

mein Vater erhält zudem noch Tavor 1 mg 4 mal täglich. Eine Palliativmedizinerin kümmert sich gut um ihn. Der Hausarzt wird von uns aussen vor gelassen. Ausserdem kommt auch täglich ein Onkologischer Pflegedienst der nach dem Rechten sieht . Eine Patientenverfügung hat mein Papa auch. Es wird wirklich nur das Beste für ihn getan. Meine Mutter kocht nur seine Lieblingsspeisen, er wird nicht mit belastenden Sachen konfrontiert. Meine Alkoholkranke Schwester kam gestern endlich mal zu Besuch. Sie sind in Frieden auseinander, nichts ist ungeklärt.
Ich kann auch gut mit der Tatsache, das er stirbt umgehen, nur das WIE ist so sehr belastend für mich. Auch seine Verwirrtheit und die Rufe und Suche nach seinen schon lange verstorbenen Eltern ist so schwer zu ertragen.
Vor dem Moment-JETZT-hab ich Angst. Auch vor der Leere danach. Wenn ich doch nur mal richtig schlafen könnte. Die Last saugt mich regelrecht aus...Daher immer öfter die Gedanken an die Dia's. Im Moment kann ich dem noch widerstehen.

Gruss Lämmchen
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memyselfandi
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 01.11.2012
Beiträge: 181

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2012 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

oh je, mein liebe- ich kann dir nicht sagen...es gibt nichts passendes dazu.
rad als ich das gelsen hab in unserem thread, hats mich geschüttelt, weil ich dachte hier in tod und trauer, steht was anderes...

ich weiß wie übel es ist, kann man ihm denn keine unerlaubte sterbehilfe geben, klingt krass ich weiß , als meine mutter starb ,habe ich den arzt gebeten die geräte abzustellen, das tat er dann auch, ich hatte 7 tage , jeden tag nur 2 std die ich bei ihr sein DURFTE Twisted Evil Twisted Evil aber ich wollt sie nicht mehr leiden sehen , hatte die vollmacht und betreung erhalten ,da hab ich in einem gespräch gebeten dies zu tun, 3 std später war sie tot.
aber es hilft nicht,man kann dann zwar sagen: er/sie leidet nicht mehr, aber das tröstet kein stück.


ich kann auch nicht sagen, friss keine diaz- ich würde es dir nicht raten, aber ich würde es verstehen,wenn du es tust.

es tut mir einfach nur unendlich leid, es wird eine verdammte scheiss ekelhafte zeit kommen, der einzige "trost" , der gedanke, deine mutter bracuht dich,das wars aber...

Crying or Very sad Crying or Very sad drück dich und denk an dich,hab auch die letzten tage daran gedacht...mensch,scheisse...
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silent addiction
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 10.11.2012
Beiträge: 1776

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2012 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

lämmchen hat Folgendes geschrieben:
Hallo Melinda,

mein Vater erhält zudem noch Tavor 1 mg 4 mal täglich. Eine Palliativmedizinerin kümmert sich gut um ihn. Der Hausarzt wird von uns aussen vor gelassen. Ausserdem kommt auch täglich ein Onkologischer Pflegedienst der nach dem Rechten sieht . Eine Patientenverfügung hat mein Papa auch. Es wird wirklich nur das Beste für ihn getan. Meine Mutter kocht nur seine Lieblingsspeisen, er wird nicht mit belastenden Sachen konfrontiert. Meine Alkoholkranke Schwester kam gestern endlich mal zu Besuch. Sie sind in Frieden auseinander, nichts ist ungeklärt.
Ich kann auch gut mit der Tatsache, das er stirbt umgehen, nur das WIE ist so sehr belastend für mich. Auch seine Verwirrtheit und die Rufe und Suche nach seinen schon lange verstorbenen Eltern ist so schwer zu ertragen.
Vor dem Moment-JETZT-hab ich Angst. Auch vor der Leere danach. Wenn ich doch nur mal richtig schlafen könnte. Die Last saugt mich regelrecht aus...Daher immer öfter die Gedanken an die Dia's. Im Moment kann ich dem noch widerstehen.

Gruss Lämmchen


Hallo Lämmchen,

Dein Papa scheint in guten Händen und wird gut versorgt, das ist erstmal ganz wichtig.
Ja, das Du Angst hast vor der Leere danach kann ich gut nachvollziehen, denn es muss sehr schwer sein einen Elternteil zu verlieren.
Aber bitte pass auf mit den Diazepam, nicht das Du in eine Benzoabhängigkeit rutscht.
Das wäre fatal. Natürlich möchte man in dieser Situation zu einem "Erleichter" greifen, um mal abschalten zu können, doch bedenke, das Du es nicht während Deiner Trauer nimmst, denn es verschleiert den natürlichen Trauerprozess.
Denn wenn Du dann keine mehr nimmst, fängt die Trauer so stark an, das es kaum zum Aushalten ist, da Du diese ja mit den Diaz vorher verschleiert hast.
Ich hoffe Du verstehst worauf ich hinaus möchte.
Trauer ist ein wichtiger Prozess und man sollte ihn annehmen und nicht "verschieben", weil man Diazepam zum dämpfen genommen hat.

Alles Gute!
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lämmchen
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 09.02.2012
Beiträge: 3749

BeitragVerfasst am: 7. Dez 2012 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Krebsi,

über Sterbehilfe konnte und kann ich mit meinen Eltern nicht sprechen. Die beiden sind aus einer Generation, wo dieses Thema kein Thema ist. Ich bin da viel aufgeschlossener und sehe das vieles entspannter.
Vor der Zeit nach seinem Tod hab ich schreckliche Angst. Ich muss dann meine Mutti umsorgen, alles erledigen, dabei weiss ich jetzt schon, das ich auf dem Zahnfleisch krauchen werde. Aber für sie mache ich das ja gerne.

@silent: auch Dir Danke für Deine Worte. Noch bin ich standhaft geblieben. Ist aber schwer. Mein Hirn funktioniert immer nur für ein paar Stunden, kommt eine neue Situation hinzu, kommt wieder dieses Teufelchen und sagt: nimm mich, ich tu Dir gut...

Gruss Lämmchen
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4061

BeitragVerfasst am: 7. Dez 2012 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo lämmchen,

mir persönlich geht es immer so, dass ich in Extremsituationen sehr gut funktioniere. Die Trauer, das emotionale "Loch" - all das kommt viel später, nämlich dann, wenn alles überstanden ist. Ich finde es durchaus legitim, sich eine Pause zu gönnen, wenn man das Gefühl hat, man schafft es nicht. Auf der anderen Seite wäre es fatal, wenn Du im Ernstfall nicht funktionieren könntest, weil Du dank Diazepam mit dem Kopf in der Suppe liegst (sinnbildlich gesprochen).

Jedenfalls wünsche ich Dir viel Kraft ... wenn Eltern sterben, kommt der Zeitpunkt, an dem man endgültig erwachsen sein bzw. werden muss.
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lämmchen
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 09.02.2012
Beiträge: 3749

BeitragVerfasst am: 7. Dez 2012 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo veilchenfee,

Du sagst es: ab dann muss man erwachsen werden. Es war so schön, "kleine" Tochter zu sein. Ich bin zwar 43, aber das Gefühl ist es was ich meine. Mir fehlt es jetzt schon.
Zur Zeit funktioniere ich noch, aber jeden Moment kann der Aus-Schalter kommen.
Ich danke Dir für Deinen Zuspruch, es tut gut.
Gehe gleich wieder zu meinen Eltern, jeden Tag hab ich mehr Angst davor. Gestern dachten wir noch, das Papa in den nächsten Stunden stirbt. Das ist immer so ambivalent, ein Hin und Her. Das zerfrisst auch. Auch die Qual in seinen Augen..oh Gott.
Und was auch schlimm ist, ist das Gefühl der Hilflosigkeit. Wir tun zwar alles was uns möglich ist, aber wir können ihm keine Luft verschaffen. Erstickungsangst ist ja die schlimmste Angst die ein Mensch haben kann. Bisher hatte ich das nur wissenschaftlich betrachtet, aber auf einmal ist es in der eigenen Familie.

Danke nochmal.

Gruss Lämmchen
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4061

BeitragVerfasst am: 7. Dez 2012 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Erstickungsangst ist ja die schlimmste Angst die ein Mensch haben kann.

Absolut! Daher muss der Palliativmediziner alles tun, dass die Atmung so reduziert wird, dass es dazu nicht kommt. Aber auch da: Goldene Theorie, es ist nochmal was Anderes, dabeizusein und zuschauen zu müssen. Isst und trinkt Dein Vater denn noch? Vielleicht wäre es möglich, das Morphim noch zu erhöhen, so dass er praktisch gar nicht mehr zu Bewusstsein kommt. Wäre das eine Option für Dich? Das würde es ihm leichter machen, nehme ich an...
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lämmchen
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Anmeldungsdatum: 09.02.2012
Beiträge: 3749

BeitragVerfasst am: 7. Dez 2012 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, mein Vater isst und trinkt noch und ist auch zeitweilig ganz klar im Kopf. Das Morphin wurde erhöht. Von Anfangs 1 Spritze am vergangenen Mittwoch sind sie jetzt bei 4-5 angelangt. Dazu noch Tavor. Von Verwirrtheit bis kurz klar sein ist alles vertreten. Ich würde damit klar kommen, das er das "normale" Bewusstsein verliert, das würde ja dann bedeuten, das er die arge Luftnot nicht so spürt. Aber meine Eltern müssen immer gaanz langsam an einen neuen Zustand herangeführt werden. Ist schwer. Selbst den Pflegedienst betrachten sie als "Eingriff in ihr Privatleben". Das kann ich auch verstehen, aber wenn BtM gespritzt werden, geht das nicht anders.
Ich merke gerade wie mein Körper somatisch reagiert. Diese Scheiss Angst macht sich wieder breit...

Gruss Lämmchen
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