Freund an H gestorben. Warum greift man zu diesem Zeug ?

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Jetlane
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 19.05.2014
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 19. Mai 2014 16:45    Titel: Freund an H gestorben. Warum greift man zu diesem Zeug ? Antworten mit Zitat

Hallo, ich weiß eigentlich nicht, ob mein Beitrag in dieses Forum gehört oder nicht, wollte aber einfach mal was loswerden... Hab mich heute auch erst ganz neu angemeldet... Ich habe mit Drogen nix zu tun, kenne aber viele Leute, bei denen es anders ist. In meiner alten Heimatstadt hatte ich einen guten Freund, mit dem der Kontakt leider abgebrochen ist... Man hat immer nur von Freunden die letzten News über ihn gehört... Es ist in die Drogenszene leider sehr tief reingerutscht und war zum Schluss auf Heroin. Nun habe ich vor ein paar Tagen gehört, dass er tot ist. Die haben wohl mit ein paar Leuten in einer Wohnung gesessen und sich weggeballert. Ich wußte zwar, dass er das Zeug raucht und auch zieht, bei Spritzen war ich mir immer unsicher. Nun ja, auf jeden Fall saßen die mit ein paar Leuten in einer Wohnung und haben sich total weggeballert, und er hat wohl ne Überdosis gehabt. Die "Freunde" von ihm haben das zu spät gemerkt und zu spät den Notarzt gerufen. Er ist dann ins Krankenhaus, war aber im Koma und hing nur noch an Maschinen. Da sein Hirn nicht genug versorgt wurde mit Sauerstoff, war er Hirntot und am Freitag wurden die Maschinen abgestellt. Als ich das gehört habe, war ich total fertig und schockiert. Diese ganze Sache lässt mich nicht mehr los und ich habe mir in den letzten Tagen viele Doku´s darüber im Internet reingezogen und auch viele Beiträge in diesem Forum dazu gelesen. Also über die Heroinsucht. Ich verurteile niemanden, aber was ich hier teilweise lese, erschüttert mich total. Teilweise 16 jährige und manchmal auch jünger, die sich darüber austauschen, wie man was ballert und welchen Beikonsum man wie nehmen kann und so weiter... Warum schmeißen manche Leute ihr Leben so weg ? Und kann mir einer sagen, ob man vom Heroin rauchen oder ziehen auch ne Überdosis haben kann oder passiert das nur beim Spritzen ? Ich hoffe, ich bekomme keine bösen Statements zu meinem Beitrag, mich interessiert das ganze Thema einfach nur sehr und möchte mich gerne damit befassen um das ein oder andere besser verstehen zu können... Ich finde, auch wenn man selber clean ist, sollte es doch ok sein, die ein oder andere Frage zu stellen wenn man dazu Fragen hat...
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Marla
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 21.10.2010
Beiträge: 354

BeitragVerfasst am: 19. Mai 2014 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

Willkommen im Forum, und herzliches Beileid zu Deinem Verlust.

Die einfachen Fragen kann ich zuerst beantworten:
Ja man kann sich auch durch eine Nase eine Überdosis verpassen. Beim Rauchen ist das schon etwas schwieriger, da man es recht schnell merkt und dann aufhört/einschläft. Bei der Nase kommt die Wirkung aber etwas verzögert, und was drin ist, ist drin.

Zu dem Warum...tja, bei mir war es Neugier und lange Weile. Ich wünschte ich könnte etwas über schwierige Kindheit etc berichten, einen bestimmten Stein des Anstosses benennen, aber den gab es nicht. Meine Drogenberatungsmaus sieht das wohl anders, sie meint das ich zu früh zu viel Verantwortung tragen musste, aber das geht vielen Menschen so, ohne das diese zu Drogen greifen.

Das Problem ist einfach, das wenn einen Opiate erst einmal im Griff haben, ist diese Sucht sehr tiefgehend. Es hat nichts damit zu tun wie Intelligent, oder Charakterstark man ist, denn das Gefühl das einen langsam überkommt wenn abzusehen ist das der Stoff ausbleibt, ist so übermässig stark, das es schwer zu beschreiben ist.
Deswegen tauschen sich hier auch "16 Jährige aus...", weil es ohnehin klar ist das sie das (was auch immer sie tun müssen) auch tun werden. Und da ist es besser ihnen wenigstens die Grundkenntnisse des safer use mitzugeben, als sie mit ihren Sorgen alleine zu lassen. Das ist nicht immer schön, das ist mir klar.
Wenn Du aber mal eine öffentliche Szene in Frankfurt oder Zürich gesehen hast, verstehst Du was ich meine. Normal ist ein sehr dehnbarer Begriff.

Dennoch ist es möglich die Kurve zu kratzen, aber meistens bleiben Wunden zurück.
Das was Du gerade erlebst, habe ich ca 30 Fach mitgemacht, und dennoch habe ich immer noch mit dem Zeug zu kämpfen (werde substituiert).
Allerdings hat jeder eine andere Motivation zu Drogen zu greifen. Das kann von fehlender Zuneigung, bis zur Aufbesserung des Selbstwertgefühls, bis zum Gruppendrang unzählige Motivationen umfassen.
Aber den Drang selbst zu erklären ist fast unmöglich. Hier im Forum gibt es genug Geschichten, wo User mit offenen Augen in den Untergang rennen, und es ist meist unmöglich dagegen zu steuern. Man möchte schreien, weil man das alles selbst mitgemacht hat, und kann dennoch nichts tun. Denn ist man erst einmal drauf, ist es als wollte man versuchen nichts mehr zu trinken (wasser)oder die Luft anzuhalten, das geht einfach nicht. Irgendwann ist der Durst übermächtig/der Druck zu atmen.

Ich finde es übrigens klasse das Du Dir die Fragen stellst, und Du bist hier gerne willkommen, wenngleich es für Deinen Freund/Bekannten nun wohl zu spät ist.

Ich wünsche Dir viel Kraft um damit klar zu kommen!
Marla
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Jetlane
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 19.05.2014
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 19. Mai 2014 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Marla,

erst mal herzlichen Dank für Deine ausführliche Antwort. Und auch für das "Willkommen heißen".

Nachdem das mit meinem Freund passiert ist und mir die ganze Sache nicht mehr aus dem Kopf geht, habe ich wirklich Tage und Nächte im Internet verbracht und alles mögliche nachgelesen. Dieses Forum finde ich total super, man kann hier so viel lesen und sich austauschen und ich verbringe teilweise Stunden damit. Du hast Recht, manchmal könnte man schreien und sich denken, was ist mit den Leuten los ? Beispielsweise habe ich einen Eintrag von einer 18- oder 19jährigen gelesen, die glaube ich nicht so viel mit Drogen zu tun hat und ihr Abi machen will. Sie schreibt, dass sie sich mehr oder weniger aus Spass mal einen Druck setzen will, nur um zu wissen wie das ist. Obwohl sie garnichts mit Heroin zu tun hat. Das ist doch einfach nur heftig. Und dann fragt sie sogar noch nach Tipps wie das am besten zu machen wäre. Ich meine, es weiß doch wirklich jeder, dass das kein Spass ist und man schnell in die Abhängigkeit rutschen kann.

Ich habe in meinem ersten Beitrag geschrieben, dass ich mit Drogen nichts zu tun habe. Das ist auch so, war aber früher mal anders. Ich habe auch Koks und Speed, Pillen & LSD ausprobiert, gekifft... Das ist ca. 10 Jahre her. Speed habe ich sehr oft genommen, LSD auch einige Male. Koks ein gutes Jahr lang. Aber irgendwann kam der Punkt, da hatte ich keine Lust mehr auf den ganzen Scheiß und habe es auch einfach gelassen. Ich hatte auch keine Probleme damit es sein zu lassen. Ich habe einfach gemerkt, dass das DANACH scheiße war, die Tage danach waren depressiv und ich war lustlos und das war es mir dann nicht mehr wert. Party mache ich nicht mehr so viel, aber wenn das der Fall war, dann habe ich hin und wieder mal 1 oder 2 Nasen Speed genommen, einfach um so lange wie möglich durchzuhalten und vom Alk nicht ganz soooo voll zu werden, aber selbst das mach ich seit 2 Jahren nicht mehr. Ich bin danach einfach zu fertig.

Deswegen würde ich mich auch nie hinstellen und irgendwen verurteilen, war ja selber in gewisser Weise nicht besser, aber es war für mich beispielsweise immer klar, das Opiate nicht in Frage kommen und ich hätte das Zeug auch für kein Geld der Welt angerührt. Nachdem ich hier nun so viel schon gelesen habe, interessiert mich sehr, wie sich dieser Kick anfühlt. Doch würde ich das nie antesten, die Angst davor ist einfach zu groß und es reicht ja schon, dass man den Erfahrungsaustausch mit einigen Leuten hier hat.

Schlimm finde ich, dass die Leute immer jünger werden und auch die Hemmschwelle immer weiter sinkt. Als ich z.B. 14 war, da waren Zigaretten für mich bereits eine Todsünde, Drogen in welcher Art auch immer völlig unvorstellbar. Ich bin 35 by the way... Heutzutage ist das echt anders und wird immer schlimmer. Manche Einträge hier von recht jungen Forenmitgliedern erschüttern mich bis aufs Blut, aber toll finde ich, was Du Marla geschrieben hast von wegen wenn die Kids es eh schon machen, dann kann man mit seinen Erfahrungen wenigstens noch "save Tipps" geben. Mir tun viele Eltern und gute Freunde einfach nur leid, die dabei zusehen müssen, wie ihre Kinder / Freunde vor die Hunde gehen, man möchte so gerne helfen und kann es aber nicht.

Wenn jemand hier in meiner Stadt hier zum Beispiel ein H Problem hätte und unbedingt aufhören will und Unterstützung möchte, würde ich gerne unterstützend dabei sein. Ich habe ein totales Helfersyndrom in mir und merke das auch an diversen Beiträgen von manchen Leuten. Ich kenne natürlich niemanden persönlich und doch möchte ich schreien und die Personen schütteln und sagen: HÖR AUF DAMIT ! Jede einzelne Story berührt mich irgendwie total.

Ich hoffe hier denkt jetzt keiner, ich hab nen totalen Knall Smile
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Kawasaki
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 03.05.2013
Beiträge: 329

BeitragVerfasst am: 19. Mai 2014 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

sagen: HÖR AUF DAMIT ! Jede einzelne Story berührt mich irgendwie total.

Ich hoffe hier denkt jetzt keiner, ich hab nen totalen Knall Smile[/quote]

Hallo Jetlane,
so einfach ist das nicht mit dem aufhören, das ist ja das Problem, und genau das verstehen die meisten Nicht User nicht.
Was soll das mit den Drogen, ? braucht doch kein Mensch, aber wenn Du mal drin steckst, und umso länger du das warst, wirst du den Mist nicht mehr los.
Das Entgiften ist nur der eine schwere Gang zum Schafott, (je nach Droge 3 Tage bis 4 Wochen, körperlicher Entzug, bei Benzo´s womöglich noch länger) aber was danach kommt ist noch viel schwieriger auszuhalten, das Gehirn dreht sich wie ein Kreisel ewig um das gute Gefühl durch den Kick (von was auch immer.)
Geprägt von Panikattacken und einer Inneren Leere sind die Monate danach extrem schlimm, manche verlieren den Glauben an sich und alles andere.
Je nach Umfeld kommt es dann zu Rückfällen oder teilweise auch zu Suiziden.
Es schaffen ganz wenig sauber zu bleiben, ca. 30 Prozent wenn es hoch kommt,
bitte verbessert mich, selbst das ist wahrscheinlich zu viel.
Sagen wir mal so. Kennst Du das Gefühl wenn Du am Freitag die Arbeit nieder legst und Dich auf`s Wochenende freust.?
Das Gefühl haben wir teilweise Monate oder Jahre nicht mehr, Du hast nichts mehr worauf Du dich freuen kannst, sondern wachst früh auf mit dem Gedanken, schon wieder so ein Sche..ß Tag in meinem Leben, ich möchte eigentlich nur noch schlafen, denn wenn wir das können, geht es uns in dem Moment gut, aber nur dann, das ist nur meine Schilderung der Dinge, jeder Mensch ist anders und erlebt den Alltag nach den Drogen auch anders.
Gruß
Kawa
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Jetlane
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 19.05.2014
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 20. Mai 2014 17:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kawa,

danke für Dein Feedback und Deine Veranschaulichung... Durch viele Sachen, die ich hier mittlerweile gelesen habe, kann ich mir vielleicht ein bißchen ein Bild über die ganze Sache machen. Verstehen mit Sicherheit nicht, ich denke das können nur wirklich die Leute, die mittendrin sind statt nur dabei ( um es mal ganz "salopp" auszudrücken).

Aber mich würde einiges interessieren. Wie ist das wenn man auf H ist beispielsweise mit dem Schlafen ? Ballert man sich was vorm schlafen gehen und pennt dann einfach ne Nacht durch ? Kann man überhaupt noch von Schlafqualität reden ? Und wie ist das mit dem Essen ? Hat man noch richtige Hungergefühle und kann man von regelmäßigem Essen sprechen oder nimmt man einfach nur dann mal Nahrung zu sich wenn einem gerade danach ist ? Ich mache mir einfach Gedanken, wie so der Tagesablauf meines verstorbenen Freundes gewesen sein mag. Er hatte noch eine eigene Wohnung, war aber ständig mit seinesgleichen zusammen. Was hat man denn für Themen wenn man in so einer Gruppe zusammen ist ? Geht es dann immer nur um das "Eine" ? Ich hoffe meine Fragen klingen nicht zu blöd, bisher finde ich die Leute alle hier sehr nett und immer bereit, jemanden wie mich aufzuklären...

Erstmal liebe Grüße,
Jetlane...
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Kawasaki
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 03.05.2013
Beiträge: 329

BeitragVerfasst am: 20. Mai 2014 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jetlane,
das mit dem H müssen Dir leider andere erklären, da bin ich absolut unerfahren,
sorry, aber es gibt hier wirklich kompetente User die darauf sicher eine Antwort wissen.
Gruß
Kawa
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Domenico
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 3083

BeitragVerfasst am: 20. Mai 2014 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

guten abend Jetlane!
erstmal mein beileid!das ist immer schwer einen freund zu verlieren!
ich bin abhängig von opiaten bzw. heroin,polamidon usw.ich bin zur
zeit in subtitution mit polamidon(10ml pro tag).
um auf deine fragen zurück zu kommen:

frage1:wie kann man schlafen:ich konnte meistens gut schlafen aber
manchmal wenn ich zuviel genommen hatte war es eher ein
oberflächliches dösen.aber ansonsten geht es gut mittlerweile
weil ich nicht mehr oft auf H bin.

frage 2:die schlafqualität ist bei mir immer ganz gut gewesen bis auf das
dösen wenn ich zuviel nahm!

frage 3/4:ich habe sehr unkontrolliert gegessen also auf keinen fall regelmässig
mein vater hat ja ne pizeria da konnte ich essen was ich will aber wenn
trotzdem unregelmässig!also ich essee immer dann wenn ich lust habe
und nicht nach plan!

frage 5:also mit den leuten den man zu tun das sind keine freunde.es
sind nur bekannte und mehr nicht.und ich habe mittlerweile nicht mehr
viel mit solchen leuten zu tun!mit fast niemanden!
und die gespräche die ich geführt habe sind nicht nur über drogen man
redet mit denen auch über andere dinge!

also jeder mensch ist halt unterschiedlich so ist das denn nicht jeder
suchtkranke mensch redet ununterbrochen über drogen!

also ich hoffe ich konnte dir deine frage ganz gut beantworten!
ich wünsche dir alles gute!
LG Vittrio
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Sienna
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 31.08.2009
Beiträge: 1986

BeitragVerfasst am: 21. Mai 2014 02:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zum Schlafen: Auf Opiaten konnte ich immer ausgezeichnet schlafen. Die Schlafqualität ist sehr gut gewesen. Opiate sind ja nicht umsonst Downer.

Essen: Wenn man drauf ist hat man weniger Hunger. Man kann aber schon essen, aber man achtet nicht mehr so aufs Essen. Es gab wichtigere Dinge...

Und zu den Gesprächsthemen: Also die meisten Gespräche drehen sich um Drogen. So ca. >90%.

Noch Fragen?

LG
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Jetlane
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 19.05.2014
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 21. Mai 2014 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Vittrio, Hallo Sienna,

auch an Euch ein Dankeschön für diese Ausführungen...

Ich hätte wahrscheinlich noch tausende von Fragen, viele von denen kann ich mir mittlerweile selbst beantworten, diverse Themen sind in diesem Forum ja vorhanden...

Seitdem ich mich so ausführlich mit H befasse, lässt mich das nicht mehr los. Nicht in dem Sinne, dass ich es gerne mal antesten würde ( um Gottes Willen - never ever ), aber ich habe mich hier mittlerweile rauf und runter gelesen und mir zig Dokus angesehen. Gestern bin ich auf einen Beitrag hier gestoßen, der einen Link auf Youtube erwähnt hat. Dieser 10-teilige Film von dem Mädchen Tanja aus Hamburg. Süchtig - Protokoll einer Hilflosigkeit. Habe mir das dann auch gleich komplett angeschaut und bin total traurig und nachdenklich schlafen gegangen. Die letzten 2 Nächte habe ich sogar von dem Mist geträumt, wache mit Worten wie Beikonsum und und und auf...

Finde es total schön dass man sich hier austauschen kann und ich wünsche jedem Einzelnen, dem es nicht so gut geht und der an seiner Sucht zu knabbern und zu leiden hat, nur das Beste ! Viel Kraft und Willen, doch noch mal irgendwann ein komplett cleanes Leben zu führen. Soooo übel ist das garnicht Smile

Alles Liebe, Jetlane !
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Jetlane
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 19.05.2014
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 22. Mai 2014 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

Wollte nochmal was loswerden. Heute wurde mein Freund beerdigt. Ich konnte leider nicht hinfahren,da ich über 300 km entfernt wohne und es einfach nicht ging. Habe aber eine gute Freundin gebeten,eine Rose für mich zu organisieren. Heute habe ich Fotos und auch ein Video von ihm gesehen. Also als er noch lebte. Er sah schrecklich aus. Abgemagert,leerer Blick und gezeichnet. Ich bin fassungslos. Hätte ich mir das lieber nicht angeschaut und ihn so in Erinnerung behalten wie ich ihn kannte. Als noch alles gut war. Ich bin traurig. Ganz ehrlich,ich weiss mittlerweile das eine Sucht eine Krankheit ist und jeder der damit zu kämpfen hat tut mir unendlich leid. Ich weiss das einfach aufhören,so wie wir cleanen es am liebsten hätten und uns so easy vorstellen,dass das einfach nicht geht. Aber ich hoffe auch,das den Süchtigen / Kranken bewusst ist,wie weh es ihren lieben Menschen (die die sich um sie sorgen und kümmern möchten ) tut,sich DAS mit anzuschauen und NIX machen zu können.

Gute Nacht wünscht Euch eine sehr betrübte Jetlane *
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Sommersonne
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 04.04.2014
Beiträge: 110

BeitragVerfasst am: 25. Mai 2014 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Jetlane,

es tut mir sehr leid, was dir passiert ist. Das war bestimmt ganz schön heftig Sad. Wie geht es dir denn?

Ich kann viele deiner Fragen wirklich bestens verstehen und hab sie mir zum Teil selbst schon gestellt.
Warum?
Nunja, der Vater meines GGs war so an die 25 Jahre Heroin-Abhängig. Um genau zu sein, war er wohl polytox- denn er hat sich alles reingejagt, was er so bekommen hat. Mein GG musste sein ganzes Leben lang mit ansehen, wie sich sein Vater mit dem H und dem anderen Kram kaputt gemacht hat. Seine Eltern waren zwar getrennt, aber er war jedes Wochenende bei seinem Vater. Und der war die meiste Zeit total drauf. Als mein GG 16 war, ist er dann gestorben. Ob am goldenen Schuss oder ob die Organe nicht mehr mitgespielt haben, weiß ich nicht.
Ich frage mich oft, wie das wohl gewesen sein muss...
Wie hat der Alltag ausgesehen, was hat er überhaupt mit GG unternommen? War er in einem Substi-Programm? Warum hat er sich vor seinem Sohn, den er über alles geliebt hat, komplett kaputt gemacht?
Diese Fragen beschäftigen mich, weil sie natürlich großen Einfluss darauf haben, wie mein GG heute ist. Ich möchte ihn nicht direkt danach fragen, denn trotz allem hat GG eine sehr feste Bindung zu seinem Vater gehabt und hat sehr unter seinem Tod gelitten. Er hat ihn bis heute nicht aufgearbeitet, war leider auch nie in psychologischer Betreuung.
Ich weiß nur von anderen Familienmitgliedern, dass sein Vater alle bestohlen und belogen hat, dass er meistens nichts zu Essen im Haus hatte und nie einen Job für längere Zeit behalten konnte. An den Wochenenden hat er meistens den ganzen Tag total breit geschlafen. GG saß inzwischen am TV oder an einer Spielkonsole. Somit ist es zBsp nicht verwunderlich, dass GG sich heute immer noch in Spiele-Welten zurückzieht...
Diese Suchterkrankungen müssen so mächtig sein, das ist kaum erfassbar. Mächtiger als die Liebe und Fürsorge für das eigene Kind... Wahnsinn, wenn man so überlegt...
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Jetlane
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 19.05.2014
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 26. Mai 2014 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sommersonne (allein beim Schreiben dieses "Nickname´s geht einem ja fast schon das Herz auf Smile ),

ich habe mich sehr gefreut, dass Du meinen Beitrag gelesen und mir was nettes dazu geschrieben hast. Ich hätte Dir auch am liebsten gestern noch geantwortet, war aber den ganzen Tag bei dem schönen Wetter draußen und abends hatte ich keine Zeit mehr -> Tatort - Junkie Smile))
Dafür habe ich mich heute umso mehr gefreut, Dir zu antworten. Nun bin ich endlich daheim von der Arbeit und finde die Zeit dazu...

Ja, wie geht es mir? Im Grunde genommen ganz gut, klar bin ich immer noch traurig wegen meinem Freund und denke viel darüber nach, aber ich sehe das halt langsam echt so, dass er im Himmel seinen Frieden gefunden hat und es ihm dort bestimmt besser geht als es ihm zuletzt ging. Ich habe viele krasse Stories über ihn gehört und ich hatte ja auch in meinem letzten Beitrag geschrieben, das ich Bilder von ihm gesehen habe die furchtbar waren. Damit will ich aber nicht sagen, dass jeder Heroin-Abhängige besser tot wär. Nicht das mich da jemand missversteht. Aber ob er den Weg noch mal in ein cleanes Leben geschafft hätte ist fraglich. Nun ja, so viel zu dem Thema. Dafür sehe ich aber viele Sachen über die Heroinabhängigkeit mit anderen Augen, ich habe echt so viel darüber gelesen und im Internet angeschaut, habe Sachen erfahren von denen ich vorher garnicht wußte dass es sie gibt. Viele Dinge kapiere ich zwar immer noch nicht, aber das wird sich mit der Zeit bestimmt auch geben.

Ja das mit deinem GG ist auch eine üble Story. Mir tut das so unendlich leid zu lesen, dass sein Vater schon so ewig lange auf H war und Dein GG ja sein ganzes bisheriges Leben damit konfrontiert wurde. Dein GG mußte einfach damit leben und alles mitbekommen, gefragt hat ihn niemand ob er das will oder nicht. Schlimm sowas. Wie man dann in seiner Sucht alles über sein Kind stellen kann ist mir ebenfalls unbegreiflich, und sorry wenn ich das so radikal ausdrücke, dann sollte man halt keine Kinder bekommen. Ich meine, das Ende vom Lied ist, dass er dann mit 16 den Verlust seines Vaters hinnehmen mußte, bis heute viele Fragen offen sind und er ja irgendwo im Kopf geschädigt ist. Super sowas. Das gleiche kann einem natürlich auch in jeder anderen Form von süchtigen Eltern passieren, keine Frage. Mein Vater war / ist z.B. Alki, ich habe auch nicht all zu schöne Erinnerungen an meine Kindheit, hatte lange keinen Kontakt zu ihm. Seit ein paar Jahren ist der Kontakt wieder da, aber alles, was damals passiert ist, werde ich nie vergessen. Ich schäme mich sogar meinem Freund beispielsweise gegenüber für meinen Vater. Obwohl ich doch nix dazu kann das er Alki ist. Aber es ist mir trotzdem peinlich, wenn er hier anruft, total voll ist und irgendeine Scheiße auf´m Anrufbeantworter hinterlässt. Menschen, die mit ihrem eigenen Leben absolut nicht klar kommen, müssen kein neues Leben in die Welt setzen, dass dann selber nicht klarkommt bzw. gar keine Chance hat, "Normalität" kennen zu lernen.

Ich habe hier im Forum beispielsweise sehr viel über Maxi mitgelesen, dieses arme liebe Mädchen tut mir verdammt leid. Sie schreibt, dass sie damals ja schon unter Heroin geboren wurde. Das muss man sich mal reinziehen, dass eine Heroinsüchtige drauf ist, ein Baby zur Welt bringt und das erste, was das Baby mitmachen muß, ist ein Entzug. Krass. Da könnt ich ausflippen.

Warum traust Du Dich nicht Sommersonne, mal mit Deinem Schatz darüber zu reden? Vielleicht tut es ihm ja mal ganz gut, alles rauslassen zu können? Oder hast Du Angst, diesen ganz schlimmen, wunden Punkt bei ihm zu erwischen und ihm weh zu tun? Vielleicht kann man es ja mal bei einem Glas Wein probieren? Ich will nicht zum Alkoholismus verführen, aber so ein Gläschen Wein ist ja nix schlimmes und man kann etwas lockerer über gewisse Punkte reden. Hat bei mir schon oft funktioniert Smile

Ich freue mich, vielleicht bald mal wieder von Dir zu hören? Ich glaube ich könnte hier ganze Romane schreiben, ich liebe dieses Forum, das ist zur Zeit MEINE Sucht by the way ...

Herzlichste Grüße von Jetlane...
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silenthigh
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 01.12.2013
Beiträge: 2949

BeitragVerfasst am: 26. Mai 2014 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

hallo liebe Jetlane... Smile

zuerst einmal freue ich mich, das du doch sehr viele antworten erhalten hast. Smile

du hattest mich im thread "codein" etwas gefragt...hier meine antwort...klick auf den link, den ich einfüge...

Arrow http://forum.suchtmittel.de/viewtopic.php?t=12494&postdays=0&postorder=asc&start=75
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Jetlane
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 19.05.2014
Beiträge: 43

BeitragVerfasst am: 26. Mai 2014 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Silent Smile

deine Antwort habe ich doch direkt an dem Tag, an dem Du sie mir gegeben hast, direkt verschlungen. Was ich mich frage, wenn Leute also so ein Fläschen daheim haben, dann hauen sie sich zum Beispiel die halbe Flasche davon rein und genießen die Wirkung?

Wie war eigentlich Dein Kratom? Davon habe ich auch Deinen Beitrag gelesen und mich gleich ( neugierig wie ich bin ) darüber schlau gemacht...

Grüßeeee...
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silenthigh
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 01.12.2013
Beiträge: 2949

BeitragVerfasst am: 26. Mai 2014 20:27    Titel: Antworten mit Zitat

Jetlane hat Folgendes geschrieben:
Hallo Silent Smile

deine Antwort habe ich doch direkt an dem Tag, an dem Du sie mir gegeben hast, direkt verschlungen. Was ich mich frage, wenn Leute also so ein Fläschen daheim haben, dann hauen sie sich zum Beispiel die halbe Flasche davon rein und genießen die Wirkung?

Wie war eigentlich Dein Kratom? Davon habe ich auch Deinen Beitrag gelesen und mich gleich ( neugierig wie ich bin ) darüber schlau gemacht...

Grüßeeee...


huhu Jetlane... Smile

also manche hauen sich auch die komplette flasche rein. es kommt darauf an, wie hoch oder niedrig die opiattoleranz ist. ja die Wirkung wird genossen...Razz

das kratom war sehr gut. total entspannt, schmerzlindernd und antidepressiv. morgen kommt ein neues kratom, was ich mal ausprobieren wollte, da ganz neu im sortiment. das "Mindanao Green Kratom". soll ziemlich stark sein. ich kann aber erst morgen oder übermorgen berichten, wie gut es ist. Gott sei dank, hast du dich darüber schlau gemacht...denn es wäre jetzt echt ne riesen arbeit zu erklären, was kratom ist... Wink

entspannte grüße die silent!
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