Den Kampf um kontrolliertes Trinken aufgeben?

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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3075

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

Das wichtigste dabei ist, sich selbst für irgendeinen Weg zu entscheiden - nicht weil Chef, Frau, Kinder, Eltern dazu drängen...

Es ist ja nachweislich so, dass die Anzahl der erfüllten Merkmale für eine Substanzgebrauchsstörung linear mit der Trinkmenge korreliert - und ganz viele beschreiben auch den Kontrollverlust als trinkmengenabhängiges Phänomen.
Nahezu jeder Problemtrinker hat eine Schwelle für den Kontrollverlust: Der tritt ein, wenn eine bestimmte Trinkmenge oder eine bestimmte Frequenz der Trinkereignisse überschritten wird, diese Schwelle ist individuell verschieden.

Fatal ist allerdings eines: In Deutschland darf ein problematischer Alkoholkonsum erst dann behandelt werden, wenn er sich im Stadium der Abhängigkeit befindet.

Wer nicht formal "abhängig" ist, hat keinen Anspruch auf medizinische Behandlung - problematischer Alkoholkonsum gilt als schlechte Angewohnheit wie Nasebohren oder Nägelkauen...

Und das, obwohl längst erwiesen ist, dass schon 2(!) qualifizierte Kurzinterventionen beim dafür ausgebildeten Arzt ausreichen, das Trinkverhalten langfristig zu verändern. Je früher, desto wirksamer - aber diese Chance wird vertan...

Wer Probleme mit dem Alkoholkonsum hat, kann auch auf medikamentöse Hilfen zurückgreifen, auch als Ergänzung zum "kT"...

LGG

Praxx
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Dr.Mabuse
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3206

BeitragVerfasst am: 18. Nov 2015 09:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Mesut...

Mein Trinkverhalten/Mengen waren jahrelang ähnlich wie bei dir,ich hab immer Bier getrunken.

Bis 2009 meine Mutter an Krebs erkrankt ist,hatt sich meine Trinkmenge innerhalb 2-3 Monate fast verdoppelt...an Wochenenden teils verdreifacht...

Das ist ja das gefährliche an jeden Tag trinken,man kennt irgendwann als Stressbewätigung nur noch den Alkohol...

Trinkt man eh schon Täglich weil die Sonne scheint,oder das Bankkonto gut gefüllt ist,wirds mit einem Schicksalsschlag dann richt Lustig mit trinken...

Gruß...
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Rodney
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 17.11.2015
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 18. Nov 2015 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Dr.Mabuse hat Folgendes geschrieben:

Wer wirklich dann nur noch Clean Leben kann,ist eine Arme Sau...nicht wegen des Clean seins,sondern weil Alkohol auf jeder Feier,jedem Geburtstag,egal,bei jedem Event Präsent ist...stehst du dann da in der Ecke mit ner Cola,sprechen dich mindestens 20 Leute an,warum du "Nichts" Trinkst,und du musst dann allerlei Lügen erfinden...


buahahaha... Laughing

...arme Sau sein und clean leben haut sicher nicht hin.
Deswegen nicht weil du halt nur dann dauerhaft ohne Sprit leben kannst wenn du keinen Verzicht spürst,
eher im Gegenteil noch deinen persönlichen Spass dran hast...

Kampftrocken funktioniert nur gaanz schlecht, Selbstquälerei...

Und - auf jeder Feier, jedem Geburtstag und jedem Event präsent zu sein und sich das immer gleiche Spielchen
der Selbstbetäubung bei anderen anschaun muss ich nicht mehr haben.
Öhm - was mir aber auffällt seit ich ohne Sprit lebe:
- auf gesellschaftlichen Anlässen bin ich so gut wie nie gefragt worden warum ich nix trinke.

Gibt halt scheinbar immer weniger Leute die sich nur zuschütten wollen und ihresgleichen suchen. Wie auch immer...

LG
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Dr.Mabuse
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3206

BeitragVerfasst am: 18. Nov 2015 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hast recht Rodney...nur eine Zufriedene Abstinenz wird dauerhaft Erfolg haben...

Trinkgelage scheinen allgemein weniger zu werden,da hast du recht,jedenfalls ist das bei mir im Umfeld so...

Gruß...
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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3075

BeitragVerfasst am: 18. Nov 2015 20:28    Titel: Antworten mit Zitat

@Rodney
Da hast du aber Glück - ich selbst bin weder Trinker noch Abstinenzler, aber nicht bereit, zu Fuß eine halbe Stunde durch die nasse Nacht zu latschen, nur um trinken zu können.
"Was ist denn mit dir los, du trinkst ja gar nichts mehr?" werde ich trotzdem immer wieder gefragt, wenn ich nach dem zweiten Glas Wein mit Wasser weitermachen und die "Kurzen" zum Partyende nicht mitkippe...
Du musst nur mal Vorschlagen, die nächste Familien- oder Betriebsfeier ohne Alkohol auszurichten - "Spassbremse" ist noch das mindeste, was du zu hören bekommst...

LG

Praxx
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 18. Nov 2015 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

ich habe immer gerne getrunken, gesoffen , gefeiert. Ob früher auf Parties oder 20
Jahre später ´gute´Cognacs, Weine etc. Hätte mir nie vorstellen können mal nichts mehr
zu trinken. Ein schönes Filet, dazu nen guten Roten, vorher nen Apparativ, hinterher
nen Digestiv,nen doppelten am besten, oder zwei,drei.
Heute nur noch alkfreies Bier, Wasser. Letztens während einer kleinen Fam.feier
gabs ein Glas Sekt vorab zum Essen, für mich war extra alkfrei bestellt. Hat mich
schon genervt, aber nicht weil mir etwas fehlte, sondern eher die Situation.
Naja, hab ich wohl auch Schwein gehabt, das mich der Alk nicht mehr reizt, im Gegenteil , ich mag den Geruch nicht mal mehr.

LG N
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Hennes
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Anmeldungsdatum: 16.11.2015
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 19. Nov 2015 01:18    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Abend zusammen,

danke für all eure Beiträge! Also ich finde es sehr erstaunlich dass viele hier den Reitz komplett verloren haben. Der Gedanke gefällt mir daß es bei mir auch endlich Klick machen kann und ich endlich mal aufhöre ständig zwischen nass und trocken hin und her zu hüpfen. Ist ja auch eigentlich eine der bescheuertesten Drogen die es gibt. Überall zu haben, schädigt alle Organe und man bringt sich selbst und andere immer wieder in Gefahr und Trotzdem, kommt man ständig in Situation in denen es heißt: trink doch eine mit, stell dich nedde so an... Very Happy

Heute ging es mir sehr gut. Habe ich in meinem Körper Pudel wohl gefühlt. Verstand war spritzig und clever. Arbeit war super und abends nach einem harten Ausdauer Training auf dem Fahrrad hab ich mich dann noch vorzüglich bekocht. Die einzinsten 2 Minuten die ich heute an Alk gedacht habe war beim einkaufen. Sonst habe ich mich nicht mal damit befasst. War absolut Clean. Nehme ja auch sonst nichts zu mir. Außer einer Tasse Kaffee am Morgen.

Aber ich kenne mich, die großen Versuchungen für Alk, kommen spätestens zu den Weihnachtstagen und an Sylvester. Da gibt es absolut kein Jahr seit ich 16 bin, an dem ich gar keinen Alkohol getrunken hatte.
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Rodney
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 17.11.2015
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 19. Nov 2015 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

@praxx,

klar kann es so sein wie du beschreibst. Ich denke dass vieles vom Umfeld abhängt..
Ich wohne z.B. sehr außerhalb und um rauszugehen müsste ich mich ins Auto setzten und 30 min nach R. fahren.
Das überlegt man sich dann oft.

Jo, und dann bin ich auch schon über fuffzig (krass.. Rolling Eyes ),und ich stelle fest : die wilden Jahre sind vorbei.
Nicht in dem Sinn dass ich 'ne Ruine bin (immer Sport gemacht)...eher so dass halt gewisse Sachen ihren Stellenwert verloren haben.
Ich hab viele Jahre so ne Art Hippie-Bild von mir im Kopf gehabt dem ich meinte entsprechen zu müssen. Also Love&Peace, keinen Bock auf Arbeiten, Gras rauchen, immer wieder mal psychedelische Ausflüge (nach Tim Leary o.ä.) machen...das war halt so das Image, nicht die Realität.

Die Realität sah so aus dass ich wg Schüchternheit und Beklemmung massiv Alkohol benutzt habe um aus mir raus zu gehen zu können...dabei wollte ich ja kein doofer Alki sein wie all die verblödeten Säufer, die am Tresen hängen und Scheisse labern...
...und bin dann doch einer geworden...ha, einer der sich mal schnell unterm Tisch nen Trip einklinkt - und dann Unmengen verträgt...

Aber der Kern war eben dieses Image, dem ich huldigte.

@Hennes,

das vom Nass ins Trocken wechseln kenne ich; bei mir war's immer der Jahresbeginn, da hab ich biblische 40 Tage nichts getrunken...
Hab mir wohl eingebildet das hilft irgendwie. Hat's aber nicht... sobald das Biest in mir erwacht war,
so ab dem dritten Bier - dann ging's rund...!

LG
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München
Anfänger


Anmeldungsdatum: 05.07.2015
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 19. Nov 2015 20:44    Titel: versuchen trocken zu leben Antworten mit Zitat

Servus Hennes,

also so, dass es klick macht und der Reiz ist weg war das bei mir nicht. Das ist schon richtig Arbeit aber es lohnt sich auf jeden Fall. Ich kann natürlich nur von mir reden, ich bin weder Arzt noch Therapeut. Ich habe da verschiedene Dinge geändert :

1) trocken leben hat vor allem am Anfang oberste Priorität, z.B. auch wenn das nicht angenehm war hab ich allen die es wissen müssen persönlich gesagt, dass ich Alkoholiker bin.
2) das Thema Alkohol muss immer im Kopf präsent sein und darf nicht im Alltag untergehen, dazu gehe ich regelmäßig in eine reale Selbsthilfegruppe.

Das waren für mich die wichtigsten Punkte und der Aufwand lohnt sich, ich hatte die letzten 15 Jahre kein so tolles Leben wie zur Zeit. Nächstes Jahr geht es im März für 5 Wochen nach Australien, das Budget ist ungefähr das was ich in den 2,5 Jahren die ich jetzt trocken bin sonst versoffen hätte.

Bleib dran, Du hörst dich gut an !

der Münchner
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3075

BeitragVerfasst am: 20. Nov 2015 01:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo München,

dieser "Klick", mit dem Alkohol pötzlich wieder ein Stoff wie jeder andere wird, ist bisher nur auf einem einzigen Weg erreichbar: Durch die Verabreichung von Baclofen in einer Dosis zwischen 1.5 und 3.5mg/kg Körpergewicht!

Ich behandle seit fast 6 Jahren Alkoholiker mit Baclofen - mit einer Abstinenzquote von 65%, obwohl die meisten mit einer Reduktion des Cravings zufrieden sind und die Dosis nicht weiter steigern, wenn sie die Wirkung als ausreichend empfinden.

Bei 20% der Patienten wirkt Baclofen gar nicht, wahrscheinlich aus genetischen Gründen, 10% trinken erheblich reduziert, 5% sind nicht bereit, Abstinenz selbst als nur zufälliges Ergebnis der Behandlung zu akzeptieren.

Natürlich wird die hohe Dosis nur kurze Zeit beibehalten und danach auf eine niedrigere Erhaltungsdosis reduziert, die dann so lange genommen werden kann, wie es nötig ist - auch über viele Jahre.

Das ist bei Drogen, die über "g-Protein-gekoppelte" Rezeptoren wirken und bei denen Toleranz entsteht, ein häufiges Phänomen. Aber Baclofen ist seit 40 Jahren in Gebrauch, die Einnahme über selbst Jahrzehnte bei zB Multipler Sklerose ist häufig und komplikationslos.

Wie schrieb die französische Psychotherapeutin Annie Rapp über ihre alkoholkranken Paienten unter Baclofen?

"Sie stellen verblüfft fest, dass die Unentbehrlichkeit von Alkohol, die sie über viele Jahre begleitet hat, plötzlich verschwunden ist"

LG

Praxx
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Hennes
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Anmeldungsdatum: 16.11.2015
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 20. Nov 2015 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hi München und Praxx,

mir geht es nach wie vor super. Habe auch wieder richtig ruhig und lange geschlafen, mit angenehmen Träumen. Wobei ich gestern gemerkt habe als ich einen kleinen "Beziehungsstress" hatte, extrem gereizt war. Das gereizt sein, könnte allerdings auch vom wieder steigenden Testosteronspiegel durch das Krafttraining kommen Very Happy Das Resultat war, ich habe mich ausgesprochen, war ca. 30 Minuten auf 180 und habe abends beim Training wieder vollgas gegeben und danach in der Sauna herrlich entspannt. Die Welt war wieder in Ordnung. Habe gerade einem Freund Spontan bei einem mini Umzug geholfen. War richtig froh das ich körperlich so fit bin, hätte ich gestern getrunken, wäre dass eine Tortur gewesen.

Lust auf Alkohol verspüre ich im Moment keine. Aber wie bereits geschrieben die großen Verlockungen waren noch gar nicht da. Ich habe die letzten 5 Tage niemanden gesehen der Trinkt, dann ist es natürlich leicht.

Von Baclofen habe ich auch schon viel gelesen und eine doku auf Youtube angesehen. Es soll ja die GABA Rezeptoren so beeinflussen, dass keine Stimulation durch Alkohol auf das Belohnungszentrum mehr stattfindet. Finde schon alleine den Gedanken super, eine Geheimwaffe gegen den Alkohol im Ärmel zu haben. Alleine der Gedanke macht mich auch wieder etwas stärker.

Ich bleibe dran und so bald mir ein Ausrutscher passiert werde ich diesen Posten! Weil ich belüge weder mich selbst noch andere.
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Hennes
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 16.11.2015
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 20. Nov 2015 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hi nochmal alle zusammen,

mir ist gerade im Hinterkopf eingefallen was ich noch schreiben wollte.

Das was praxx geschrieben hat mit dem sparen wenn man nicht trinkt.

Ich habe das mal grob überschlagen und komme immer hin auf mindestens 15000 Euro die ich bereits versoffen habe.

Sicherlich gibt es auch Leute die wesentlich mehr versoffen haben, aber ich finde es dennoch sehr viel Moneten!
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Achilles
Anfänger


Anmeldungsdatum: 23.11.2015
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 23. Nov 2015 05:14    Titel: Noch ein Hennes-Inspirierter Neuling Antworten mit Zitat

Fand hier schon viel Vernünftiges,
der Umgangston ist angenehm.

Selbst in einer Stadt, wie Frankfurt am Main gibt es keine mir bekannte vernünftige SHG. Das blaue Kreuz schägt die "Mitwirkung an Gottesdiensten" vor.
Die Dame von der Caritas schafft es in 10 Sätzen 20-mal das Wort Abstinenz unterzubringen und selbstverständlich habe ich für KT den falschen ICD 10 bzw. 11 Code. Guttempler und erst recht AAs sind das absolute No go.

Habe zwar erst zweimal Erfahrungen mit Rebalancing (mit Clomethiazol,Clonidin) gemacht, aber immer diese nervigen Vorträge.

"Wollte" zwar erst nach einem Jahr wiederkommen, wie ich bei meiner ersten Entlassung sagte, aber für's erste fand ich 6 Monate halbtrocken auch o.k.
Na denn: semper fortiter.
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Hennes
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 16.11.2015
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 23. Nov 2015 22:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Achilles,

schön das du auch hier bist.

Ich geh meinen weg des Kriegers. In der Erforschung des Lebnes und der Drogen. In meinem Leben gibt es bisher immer nur sucht Verschiebungen. Extrem Sport, Alkohol und die üblichen verdächtigen. TV INTERNET KAFFEE ...

Wobei mich wirklich befriedigt Sport oder Alkohol, da kann nicht mal Cannabis oder Koka mit halten.
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benni72
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 17.11.2015
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 24. Nov 2015 00:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hennes und alle (die hier schreiben und lesen),
sorry ich war in den letzten Tagen sehr busy, sonst hätte ich eher geschrieben.

und, noch clean?

Ich habe letzte Woche versucht, kontrolliert zu reduzieren. Lief ganz gut bis zum Wochenende…
Ein Kumpel, der sich auch Gedanken über seine trinkmenge macht (der aber noch nicht soweit ist wie ich), hat mir mal geschrieben:

Ab einer gewissen Schwelle ist es wie das Binäre Code. Es gibt es nur noch 2 Möglichkeiten: 0 oder 1.
In anderen Foren habe ich vom „Point of no return“ gelesen. Ich glaube für uns war es das mit dem kontrollierten, gelegentlichen Trinken.

Mir fällt es nicht schwer, trocken zu sein. Nach wenigen Tagen denke ich auch kaum mehr dran. Nur das nicht-wieder-anfangen ist schwer.
Meistens sind es starke Wutanfälle, die mich in den Keller treiben (Wo der Wein lagert). Wer 2 (manchmal) durchgeknallte Kinder hat und eine Frau die immer alles besser weiß, versteht vielleicht was ich meine.

Es hilft nichts, ich muss lernen, mit diesen „Stimulis“ umzugehen, möglichst Ruhe zu bewahren, anders zu reagieren, nach dem Motto „don´t worry, be happy“.

Ich nehme sogar was homöopathisches für die Nerven. Hat mir ein Kumpel empfohlen, wirken bei ihm wie Wunder.
Außerdem lasse ich mir bald mein Blut auf den Vitamin D-Gehalt untersuchen. Der Tipp kam auch von diesem Kumpel. Er war letzten Winter total down und antriebslos. Seitdem er Vitamin D mit Calcium nimmt, geht´s viel besser.

Parallel dazu habe ich in einem Artikel gelesen, dass über 90% der Deutschen im Winter einen zu niedrigen Vitamin D Gehalt im Blut haben. Das macht scheinbar depri und krank (Immunsystem geschwächt).
Kein Wunder eigentlich. Vitamin D wird vor allem durch die Sonnenstrahlen auf der Haut erzeugt. Im Winter wird es gerade hell wenn ich zur Arbeit gehe und wieder dunkel wenn ich aus der Arbeit komme.
Darum ist der Alk in Norwegen so teuer. Im Norden, wo es 6 Monate dunkel ist, haben sie sich zu Tode gesoffen.

@Sim
Danke für den Tipp (Lavario Methode). Ich habe das ebook gekauft und werde es bald lesen.

@Stein
Dein Post hat mich zumindest nachdenklich gemacht.
Wenn es auf dem do-it-yourself Weg nicht geht, werde ich diesen Plan B einschlagen.
Aber ich würde es gerne nicht so weit kommen lassen.

Ich lese gerade ein Buch (mittlerweile mein drittes) über einen Alki, der 2 Jahre lang durch die Suchthölle gegangen ist.
Ich bin so ca. bei der Hälfte vom Buch angekommen und er hat schon den 2. klinischen Entzug hinter sich und es sieht nicht so aus, als wenn´s der letzte gewesen sein wird.

An einer Stelle schreibt er, dass in den konventionellen Kliniken nur die Sucht an sich behandelt wird. Nicht die vielen anderen Umstände und Verhaltensmuster, die einen zum Trinken führen.

Aufhören alleine reicht nicht. Man muss lernen wieder ohne dem Stoff zu leben. Jede Situation zu meistern, ohne zu seinem „Freund und Helfer“ greifen zu müssen.
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