Kokain ade

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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

mesut976 hat Folgendes geschrieben:
Man darf nicht den Kopf in den Sand stecken und alles in Frage stellen


Dann würde bei mir so eine Therapie wohl nie funktionieren, denn ich kann den kritischen Geist nicht einfach abschalten. Wenn ich etwas tun soll, dessen Sinn sich mir nicht erschließt, dann muss ich das erst einmal klären.
Ich habe in der Suchtgruppe der Klinik, in der ich mal war, auch jedes mal Diskussionen angefangen. Dass man sich in dieser Gruppe einfach nur "belehren" und "motivieren" lassen sollte, habe ich erst später mitbekommen (und das dann natürlich abgelehnt Wink).
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mesut976
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 926

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

surreal hat Folgendes geschrieben:
mesut976 hat Folgendes geschrieben:
Man darf nicht den Kopf in den Sand stecken und alles in Frage stellen


Dann würde bei mir so eine Therapie wohl nie funktionieren, denn ich kann den kritischen Geist nicht einfach abschalten. Wenn ich etwas tun soll, dessen Sinn sich mir nicht erschließt, dann muss ich das erst einmal klären. Smile.


Möglicherweise ist das genau dein Problem, vielleicht löst diese Einstellung ein unzufriednes Gefühl in dir aus und du musst dich betäuben

Kritisch sein ist gut, ich bin auch übertrieben kritisch manchmal sogar misstrauisch, aber manchmal muss man Dinge einfach nehmen wie
Die Nunmal sind
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ast
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2038

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

mesut976 hat Folgendes geschrieben:

Meiner Meinung nach wäre es besser, wenn die erstmal ein paar Wochen in eine Art Vorbereitung gehen.

i.d.R. ist die Entgiftung die Art 'Vorbereitung', kostet ja schließlich auch alles Geld, die zugestandenen Zeiten werden eh immer mehr verkürzt.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

mesut976 hat Folgendes geschrieben:
aber manchmal muss man Dinge einfach nehmen wie
Die Nunmal sind


Naja, darum geht es ja hier nicht. Natürlich gibt es manchmal Dinge, die man nicht ändern kann, und da kann es sicher ratsam sein, sie einfach hinzunehmen. Hier ginge es aber darum, bei etwas, das einem nicht verständlich ist, nicht bloß nicht nachzufragen, sondern auch noch freiwillig mitzumachen. Das könnte ich ganz sicher nicht. (Ehrlich gesagt hielte ich das auch nicht für eine besonderes "gesunde" Einstellung.)
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mesut976
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 926

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

surreal hat Folgendes geschrieben:
mesut976 hat Folgendes geschrieben:
aber manchmal muss man Dinge einfach nehmen wie
Die Nunmal sind


Naja, darum geht es ja hier nicht. Natürlich gibt es manchmal Dinge, die man nicht ändern kann, und da kann es sicher ratsam sein, sie einfach hinzunehmen. Hier ginge es aber darum, bei etwas, das einem nicht verständlich ist, nicht bloß nicht nachzufragen, sondern auch noch freiwillig mitzumachen. Das könnte ich ganz sicher nicht. (Ehrlich gesagt hielte ich das auch nicht für eine besonderes "gesunde" Einstellung.)


Wenn du wirklich alle Details einer 6 Monatigen langzeit auseinander pflücken musst, na dann gut Nacht

Manche Dinge sind eben nunmal so in einer Klinik, es geht auch ein Stück weit darum, Dinge zu tun, die dir vielleicht erstmal unlogisch und nutzlos vorkommen

Sowie leben auch, ist nicht immer alles so rosig mit nem Jonny vorm pc sitzen 😂

@ast

Und genau gerade wegen den Kosten finde ich es ja so schlecht organisiert, die Leute kommen dahin und wissen erstmal überhaupt gar nicht was die da
Überhaupt machen sollen.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Wie gesagt, damit wäre das für mich einfach nichts. Es müsste zwar nicht alles im Voraus geklärt sein, aber ich würde schon erwarten, dass man mir den Sinn auf Nachfrage erklären würde. Außerdem würde ich bei Gesprächsrunden immer meine Meinung vertreten, auch wenn die vom Tenor der Gruppe abweicht. Usw.
Es kann gut sein, dass jemand, der so etwas einfach hinnimmt, auch wenn er es nicht versteht, oder gar, wenn er es unsinnig findet, insgesamt weniger gestresst ist, das wäre aber trotzdem nicht mein Ideal. Außerdem kann ich, wie gesagt, diese kritische und distanzierte Haltung auch gar nicht abschütteln. Auf der anderen Seite wollte ich aber auch gar keine Behandlung mitmachen, die nicht nur für mich unsinnige Inhalte hat, sondern bei der ich diese Inhalte sogar ohne Erklärung mitmachen müsste. Aber, wie so oft, das kann und sollte jeder für sich selbst entscheiden.
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mesut976
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 926

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

surreal hat Folgendes geschrieben:
mesut976 hat Folgendes geschrieben:
aber manchmal muss man Dinge einfach nehmen wie
Die Nunmal sind


Naja, darum geht es ja hier nicht. Natürlich gibt es manchmal Dinge, die man nicht ändern kann, und da kann es sicher ratsam sein, sie einfach hinzunehmen. Hier ginge es aber darum, bei etwas, das einem nicht verständlich ist, nicht bloß nicht nachzufragen, sondern auch noch freiwillig mitzumachen. Das könnte ich ganz sicher nicht. (Ehrlich gesagt hielte ich das auch nicht für eine besonderes "gesunde" Einstellung.)


Wenn du wirklich alle Details einer 6 Monatigen langzeit auseinander pflücken musst, na dann gut Nacht

Manche Dinge sind eben nunmal so in einer Klinik, es geht auch ein Stück weit darum, Dinge zu tun, die dir vielleicht erstmal unlogisch und nutzlos vorkommen

Sowie leben auch, ist nicht immer alles so rosig mit nem Jonny vorm pc sitzen 😂

@ast

Und genau gerade wegen den Kosten finde ich es ja so schlecht organisiert, die Leute kommen dahin und wissen erstmal überhaupt gar nicht was die da
Überhaupt machen sollen.
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joe
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1006

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, als ich aus entgiftung auf therapie kam, habe ich stumpf einfach mal gemacht, was die von mir wollten.
schliesslich haben die ihr leben so halbwegs auf die reihe gekriegt.
ich nicht. nach 20 jahren musste ich mir einfach mal eingestehen, ich weiss nicht weiter. mit drogen gings nicht mehr, und ohne drogen habe ichs auch nicht hingekriegt.
meine wiederstände, meine besserwisserei, meinen hochmut habe ich einfach mal versucht hintenan zu stellen.
einfach mal nicht wiedersprechen. erst mal zuhören, das ganze sacken lassen.
diese herangehensweise hat mir sehr geholfen.
im prinzip versuche ich das auch noch heute, obwohl es mir natürlich nicht immer gelingt.
aber echt geeignet.
liebe grüsse an euch alle
Joe
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mesut976
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 926

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 20:51    Titel: Antworten mit Zitat

joe hat Folgendes geschrieben:
Hallo, als ich aus entgiftung auf therapie kam, habe ich stumpf einfach mal gemacht, was die von mir wollten.
schliesslich haben die ihr leben so halbwegs auf die reihe gekriegt.
ich nicht. nach 20 jahren musste ich mir einfach mal eingestehen, ich weiss nicht weiter. mit drogen gings nicht mehr, und ohne drogen habe ichs auch nicht hingekriegt.
meine wiederstände, meine besserwisserei, meinen hochmut habe ich einfach mal versucht hintenan zu stellen.
einfach mal nicht wiedersprechen. erst mal zuhören, das ganze sacken lassen.
diese herangehensweise hat mir sehr geholfen.
im prinzip versuche ich das auch noch heute, obwohl es mir natürlich nicht immer gelingt.
aber echt geeignet.
liebe grüsse an euch alle
Joe


So ähnlich sah es bei mir auch aus, ich hab auch eingesehen ich den Karren die Wand gefahren habe, zumindest was die Drogen angeht, fertig, aus, micky Mouse ! Da gibt es auch nichts schönzureden.

Das muss man erstmal akzeptieren und schlucken, sowas wirkt nämlich tausendmal besser, als irgendwas theoretisches.

In der ersten Klinik musste man UNBEDINGT nachdem Essen, die Stühle wieder an den Tisch stellen, wenn man dass nicht gemacht hat, hat man 15 Minuten Strafarbeit bekommen. Surreal, verstehe jetzt mal bitte den Sinn, zwischen täglichen Kokainkonsum in NRW und ein Stuhl 40 cm an den Tisch zu stellen im tiefsten Norden mittem auf den Feldern ?! Smile Smile

Na wie dem auch sei, bei der 2ten Therapie mussten wir den einen Tag den Garten aufräumen, da waren so alte Möbel die da schon eine Ewigkeit lagen und wir haben die dann entsorgt und den Garten Sauber gemacht. Weiß du wie mir das auf den Sack gegangen ist?! Und Weiß du wer dafür veranmtwortlich war ? Ich selber !

Ich hab mir nur gedacht, du Vollidiot bist zu dumm dein Alltag auf die Reihe zu bekommen und nun musst du hier mit 80 Süchtigen so ein Circus veranstalten.

Heute ist das über 5 Jahre her und man bin ich froh den Scheiß mitgemacht zu haben. Sowas wirkt Surreal und nicht immer das Gelaber aus der "Komfortzone" bla bla bla . . . .

Es gibt Dinge die versteht man nicht, umso besser wirken die aber !
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 21:12    Titel: Antworten mit Zitat

Nö, irgendwelche Regeln einhalten, die für mich keinen Sinn hatten, das habe ich schon als Kind abgelehnt. Ich wollte schon immer wissen, was der Sinn dahinter ist. Wenn man mir das erklären kann und ich kann den Sinn nachvollziehen, halte ich mich sogar gerne daran. Wenn nicht, dann nicht.
Für mich jedenfalls wäre das nichts. Und ich finde auch nicht, dass es etwas mit Hochmut zu tun hat, wenn man wissen will, warum die Behandlung so oder so abläuft, was der Sinn hinter bestimmten Therapieangeboten sind usw. Man könnte auch sagen, das ist ein Zeichen von Interesse. Wenn ich nicht weiß, welchen Zweck eine bestimmte Aktivität hat, dann kann ich doch auch nicht richtig davon profitieren. Ich weiß ja gar nicht, worauf es dabei ankommt. Also frage ich nach. Und wenn ich insgesamt den Eindruck habe, dass das Programm unsinnig ist, dann mache ich es natürlich nicht weiter. Das würde man doch in jedem anderen Bereich auch so tun. Und wenn ich mir eure Beschreibungen anhöre, scheint es da auch wirklich unterschiedliche Bedürfnisse zu geben. Manche profitieren vielleicht wirklich gerade von so einer Art "Befehlsmentalität", vielleicht, weil sie von sich aus keinerlei Struktur (mehr) haben, mir würde das hingegen nichts bringen. Da ist es doch für alle besser, ich gebe meinen Platz jemandem, der damit mehr anfangen kann. Bzw. ich fange so etwas gar nicht erst an.
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Den Stuhl unter den Tisch zu rücken, wenn man mit dem Essen fertig ist, ist m.E. aber auch kein passendes Beispiel für eine sinnlose Regel. Das mache ich auch von mir aus. Allerdings würde ich mich weigern, eine "Strafarbeit" zu machen, wenn es doch einmal vergessen hätte. Ich bin doch nicht mehr im Kindergarten...
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2038

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

joe hat Folgendes geschrieben:
nach 20 jahren musste ich mir einfach mal eingestehen, ich weiss nicht weiter. mit drogen gings nicht mehr, und ohne drogen habe ichs auch nicht hingekriegt.

eben Joe, das ist schon ein fundamentaler Unterschied, an diesem Punkt ist Surreal ja noch lange nicht (nicht, dass ich ihm wünsche, jemals dorthin zu kommen).
er hat noch alle Freiheiten, da darf man schon mal ein bisschen wählerisch sein Wink
aber ich denke auch, es gibt einfach Leute, die wissen aus Therapie viel für sich mitzunehmen, andere weniger...und Therapie ist ja nicht gleich Therapie.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 15. Okt 2016 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

ast hat Folgendes geschrieben:
aber ich denke auch, es gibt einfach Leute, die wissen aus Therapie viel für sich mitzunehmen, andere weniger...


Ja, eben, das denke ich auch. Für mich wäre es halt in jedem Fall wichtig, mit den Therapeuten auf Augenhöhe sprechen zu können und Mitsprache bei der Behandlung zu haben. Es ist übrigens abseits der Suchttherapie auch völlig normal, dass man sich vorher etwa über die Therapieziele individuell einigt. (Wobei das wohl eher für die ambulanten Therapien gilt.)

Und dass jemand, der etwa schon seit Jahrzehnten keinen geregelten Tagesablauf mehr hat, davon profitieren kann, wenn man ihm mal einen vorgibt, streite ich auch nicht ab. Darum ging es mir auch nicht. Immerhin könnte man ihm das prinzpiell auch so erklären, wenn er nachfragen würde.
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1006

BeitragVerfasst am: 16. Okt 2016 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

na ja, es ist schon wichtig zu akzeptieren, das es vielleicht andere menschen gibt, die etwas wissen, was ich nicht weiss. wenn ich das eben nicht gleich durchblicke, warum soll ich das jetzt tun.
und das dann anzunehmen.
verständnis erschliesst sich ja sehr oft erst in der rückschau.

mich minderwertig zu fühlen, also dieses gefühl nicht auf "augenhöhe" zu sein, ist eben nur mein gefühl, eben minderwert.
bei süchtigen ist das sicher sehr ausgeprägt.
auf der anderen seite steht dann mein grössenwahn. eben bescheid zu wissen, recht zu haben.
wenn ich diskutiere will ich natürlich recht haben. (darum versuche ich das auch öfter mal sein zu lassen) das zu verleugnen scheint mir schon mal eine menge leugnung, also das gegenteil von selbstbewusstsein.
das alles ist ja nix schlimmes, aber doch wert mal an sich zu sehen.
schönen tag
joe
mir hilft das zumindest weiter auf meinem weg.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 16. Okt 2016 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Das hat, jedenfalls bei mir, nichts mit Selbstwert zu tun. Mit "auf Augenhöhe" meine ich nur, dass ich mit den Therapeuten ergebnisoffen diskutieren können wollte.
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