SHG, der deibel und die katholische kirche ... erfahrungen

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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3048

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Gesicherte medizinische Daten zur Wirksamkeit von Selbsthilfegruppen gibt es nicht, genausowenig für die sonstigen gängigen Suchttherapien.
Es gibt Hinweise auf ein verbessertes "Outcome" durch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen - die aber nicht stärker sind als für die Teilnahme an anderer psychosozialer Betreuung oder sonstigen Merkmalen für eine höhere Bereitschaft, sich mit der Suchterkrankung auseinanderzusetzen.

Wegen der Anonymität können die SHG selbst gar keine Daten zur Verfügung stellen. Ein Effekt kann nur indirekt erfragt werden und unterliegt einem gewaltigen Bias. Übrigens genauso wie die Ergebnisse der üblichen Therapien. Da wird auch nur ein Fragebogen herumgeschickt oder ein Telefoninterview geführt.

Die stationäre Entwöhnung in D reklamiert einen "Langzeiterfolg" von 55% nach zwei Jahren. Dieser beruht auf einem Fragebogen, der nach 2 Jahren verschickt und nur von 25% der Teilnehmer überhaupt zurückgeschickt wird. Das Ergebnis dieser Nachfrage wird dann auf die Gesmatzahl der ursprünglichen Teilnehmer hochgerechnet.

Diese Methode ist natürlich äußerst fragwürdig - jeder "Nicht-Anworter" müsste eigentlich als Therapieversager gewertet werden - aber für 13% Erfolgsquote ist schlecht an Geld zu kommen...

Wer sich in einer SHG gut aufgehoben fühlt, soll dahin gehen - wer nicht, sollte auch nicht... Einen Versuch ist es allemal wert. Und die Überwindung der Angst vor einer Gruppe könnte schon der wichtigste Schritt auf dem Weg zur Remissin sein!

LG

Praxx
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Das gilt übrigens für Psychotherapien im Allgemeinen. Da sind, insbesondere in der Anfangszeit, viele Studien sehr schlamping durchgeführt worden, wenn sie nicht sogar bewusst manipuliert wurden. Neuere Untersuchungen zeigen, dass zumindest bei vielen gängigen Störungsbildern, etwa der Depression, Psychotherapien kaum helfen.
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1006

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

hey ast, tja,weiss auch nicht, was du da für ein bild hast.
ich wache morgens mit turkey auf, muss ins meeting, kann kaum laufen, komme schweissüberströmt dort an,endlich, aah...(':lol

im ernst. klar bin ich abhängig von geeignetem input. ich bin abhängig von anderen menschen,vom bäcker,von bakterien in und auf meinem körper, von luft, wasser, usw.

hey praxx, es gibt so einige daten von NA auf flyer fürs personal, habe ich gestern noch in einer therapieeinrichtung verteilt. aber halt anonym und nur teilweise repräsentativ.
so ein trend lässt sich rauslesen.
ansonsten tun wir alle unser bestens, und so richtig bescheid weiss eh keiner.

grüsschen
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

joe hat Folgendes geschrieben:
hey ast, tja,weiss auch nicht, was du da für ein bild hast.


Ich würde nicht so weit gehen, das wirklich "Abhängigkeit" zu nennen, aber wenn jemand sein Leben ohne so eine Gruppe nicht mehr hinbekommen würde, dann ginge das schon in die Richtung, finde ich. Wobei das ja nicht unbedingt schädlich sein muss. Wenn es denn vorkommt. Aber grundsätzlich gibt es diese Phänomene ja schon. Z.B. bei Menschen, die sich stark exklusiven religiösen Gruppierungen ("Sekten") anschließen, lässt sich das oft beobachten. Da ist dann auch der Absprung nicht selten vergleichbar schwer wie bei einer Drogensucht. Wobei ich jetzt nicht sagen würde, dass Gruppen wie die NA wirklich einer Sekte vergleichbar sind, was die Auswirkungen auf die Psyche und das Leben des Mitglieds angeht. Für ganz unmöglich halte ich so eine "Suchtverlagerung" aber auch nicht.
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2038

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

joe hat Folgendes geschrieben:
hey ast, tja,weiss auch nicht, was du da für ein bild hast.
ich wache morgens mit turkey auf, muss ins meeting, kann kaum laufen, komme schweissüberströmt dort an,endlich, aah...(':lol

im ernst. klar bin ich abhängig von geeignetem input. ich bin abhängig von anderen menschen,vom bäcker,von bakterien in und auf meinem körper, von luft, wasser, usw.


lol, inwieweit diese Meetings auch Entzugserscheinungen verursachen, muss dann doch nochmal eruiert werden Wink
aber hast ja selber geschrieben, dass Du Zeiten hattest, zu denen Du jeden Tag auf ein anderes Meeting bist; eben, weil Du´s 'brauchtest' und es Dir geholfen hat, ist ja legitim.
und klar, diese Meetings geben einem auch einen gewissen Halt, eine Struktur, etwas Beständigkeit, wenn man da regelmäßig hin geht.
ich finde nur, irgendwie ist das alles austauschbar, manche flüchten von Drogen in Religion, andere in Selbsthilfegruppen und wieder andere in beides...oder stürzen sich in die Arbeit oder betreiben Extremsport etc.
man kann Drogen immer nur durch etwas ersetzen, dem man sich ebenso hingebungsvoll widmen kann, völlig wertungsfrei Wink
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1006

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 14:38    Titel: Antworten mit Zitat

nun, meine erfahrung ist etwas anders.
natürlich lebe ich auch heute noch auf die eine oder andere seite meine sucht aus.
andererseits bewege ich mich durch abstinenz und spirituellen programm in eine gesündere richtung, als das bei aktiver sucht wäre.
die konturen meines lebens sind milder geworden.
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das ist auch der Grund, warum ich auch in so einem Fall, wo jemand wirklich auf seine Gruppe angewiesen wäre, wohl trotzdem nicht von Sucht sprechen würde. Immerhin schadet es ja wirklich nicht, wenn er da einmal pro Woche, oder meintwegen auch jeden Tag hingeht. Zumindest muss es das nicht unbedingt. Aber gewisse Ähnlichkeiten können halt da sein.
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perl
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Anmeldungsdatum: 10.07.2016
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist, denke ich, auch eine Definitionsfrage. Von den Allgemeinplätzen der "WHO" mal abgesehen.

Man kann den Begriff der "Sucht" ja sehr weit oder eben sehr eng auslegen ...Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen.

Und ja@praxx, die Überwindung der Angst vor dem Gang in eine Gruppe wäre u.U. wirklich ein Entwicklungsschritt, mir fehlt nur die Weitsicht, die Werthaftigkeit von Gruppen zu erkennen.
In echt jetzt!

Bin sehr gerne auch für mich und kann nur schwer erkennen, was "Gruppen" nun an meiner Entwicklung ändern würde.
Das bezieht sich auf Beruf und Privates.
Heißt aber gänzlich nicht, dass ich menschenscheu wäre, nee, nee...

Grüße perl
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3624

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

kenne mich mit SHG nicht aus...
aber ich denke...ob und in wie weit sich eine Einsicht der Betroffenen ergibt liegt mit daran, ob man sich den Ursachen auch zu stellen bereit ist, ich denke manchen kann es helfen sich in Selbsthilfegruppen zusammen zu finden um zu sehen "Hey, ich bin nicht alleine!", allerdings sollten diese Gruppen auch von Psychologen begleitet werden aber ob die auch tiefergehend zum Erfolg führen ...?
Und wenn man Rat und Hilfe sucht, bringt einen ein völlig Fremder nun nicht weiter.
Die Zeichen erkannt, die Zeichen gebannt...kann ich mir so nicht vorstellen...



so long
Mikel
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Haschgetüm
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Mikel, wenn du doch keinerlei Erfahrungen mit der Thematik hast - vielleicht noch nie eine Gruppe besucht... was denkst du denn dann, inwiefern du dir da eine Meinung bilden kannst?
Eine Gruppe besucht man im Übrigen regelmäßig, das heißt es sind nur beim ersten Besuch völlig Fremde. Man lernt diese Menschen ja ein Stück weit kennen und man kann aus einem sehr großen Topf an unterschiedlichen Erfahrungen schöpfen. Da lernt man also durchaus von "Fremden".
Eine SHG muss meiner Meinung nach auch nicht von einem Psychologen begleitet werden - die SHG zeichnet sich dadurch aus, dass das eben nicht der Fall ist. Es handelt sich ja nicht um eine Therapie, es handelt sich lediglich um eine Gruppe von Betroffenen, die sich austauschen (ähnlich wie hier in diesem Forum).
Eine Hilfe stellt das in jedem Falle dar - ob man weitere Hilfe wie Therapie etc. in Anspruch nehmen möchte, ist ja jedem selbst überlassen. Ich persönlich mache das, aber es gibt in meiner Gruppe auch einige, die es nicht tun und die dennoch clean / trocken sind.
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3624

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 18:21    Titel: Antworten mit Zitat

Haschgetüm hat Folgendes geschrieben:
Mikel, wenn du doch keinerlei Erfahrungen mit der Thematik hast - vielleicht noch nie eine Gruppe besucht... was denkst du denn dann, inwiefern du dir da eine Meinung bilden kannst?



Aha...habe ich nicht geschrieben..."ich denke mir" und natürlich habe ich von dem Ein oder Anderen schon etwas über SHG gehört und gelesen...son Hirni bin ich nun auch nicht...
Wink
aber muss man z.b. erst Opiate konsumiert haben um sich darüber eine Meinung zu bilden...? Dann dürften ja Angehörige von Süchtigen deiner Meinung nach nicht hier schreiben...oder ?

P.S.
Selbsthilfegruppen können oft helfen, sei es bei den Anonymen Alkoholikern, oder auch bei den Anonymen Denkern, die sich oft mehr Gedanken machen als für sie und ihre Umwelt gut ist.
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Haschgetüm
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke halt einfach, dass man sich erst eine Meinung darüber bilden kann, wie so eine Selbsthilfegruppe auszusehen hat, wenn man wenigtens mal an einer Teil genommen hat. Wollte da lediglich mal drauf hinweisen und dir keineswegs das Wort verbieten. Wink
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3624

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2017 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Haschi...alles gut...hab es auch nicht so aufgefasst ...das mit dem Wort verbieten... Wink
kennen uns doch hier schon ne Weile...Very Happy
wünsch dir noch was...

L.G.
Mikel

P:s.
berichte doch mal wenn die Katzen bei dir eintreffen...
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Quasimodus
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1504

BeitragVerfasst am: 22. Jan 2017 01:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
mir gehts letztendlich ja darum, mehr lebensqualität zu haben und meinen durch drogenkonsum doch sehr eingeschränkten horizont zu erweitern.

neue, insbesondere cleane menschen sind mir dabei sehr hilfreich, und irgendwie habe ich, wenn ich da sitze zwischen denen, auch wenn ich mich kacke fühle, doch auch das gefühl an einem sicheren ort zu sein.

das ding ist, ich habe jetzt krampfhaft versucht, die letzten 2 monate auf teufel komm raus clean zu bleiben, ich war schon soweit mir AD`s verordnen zu lassen.
zum glück hab ich das zeug in den müll geschmissen.
ich bin nicht depressiv.

ich bin ein obersüchtiges, krankes schwein auf der suche, das wohl im moment einen minimalen opiatspiegel braucht, da mir sonst noch alle sicherungen durchknallen.

und dann ? dann fixieren sie mich und schliessen mich weg, abgespritzt auf haldol.
deswegen fuckoff 4mg subu, ich geh da trotzdem weiter hin.
alleinesein mögen ja manche aushalten, ich nicht.


sorry, den thread verwechselt, in diesen muss das rein.

Zitat:
Was für einen Sinn haben Gruppen im Gegensatz (zum erfolgreichen?!) Weg alleine


ich würd sagen, kommt drauf an was du unter erfolgreich verstehst.
erfolgreich in dem sinne finanziell unabhängig zu sein oder erfolgreich abstinent zu leben.
bei letzterem können einem am besten andere cleane süchtige helfen, und die habe ich bisher nach langer, erfolgloser und deprimierender suche nur bei NA gefunden.
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3956

BeitragVerfasst am: 22. Jan 2017 08:16    Titel: Antworten mit Zitat

Haschgetüm hat Folgendes geschrieben:
Mikel, wenn du doch keinerlei Erfahrungen mit der Thematik hast - vielleicht noch nie eine Gruppe besucht... was denkst du denn dann, inwiefern du dir da eine Meinung bilden kannst.


Natürlich kann man sich eine Meinung bilden, ohne je einen Fuß in eine SHG gesetzt zu haben! Allein hier im forum berichten user wie Joe ,der immerhin 16 J. NA besucht, oft über seine Philosophie und Inhalte der NA zudem gibt es unzählige weitere Quellen, die man nutzen kann.
Warum gehen shg'ler immer in einen Verteidigungs-und Rechtfertigungsmodus? Welches Problem haben diese Leute mit shg's?

LG N
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