suchtverständnis

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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 09:21    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, der Leidensdruck ist offiziell kein Kriterium für Sucht.
Ich hab da gestern noch mal drüber nachgedacht - auch dieses zwanghafte muss nicht zwangsläufig was mit Sucht zu tun haben - könnte es aber.
Du bist für mich eh ein "Sonderfall", ehrlich gesagt und nicht besonders gut mit dem 0-8-15-süchtigem zu vergleichen.
Und ja, Pauschalaussagen sind immer schwierig, aber die Erfahrung hat nun mal gezeigt, dass es in der Regel so ist - wenn natürlich auch nicht unbedingt immer und bei jedem Einzelnen.
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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 09:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ach und was bei dir anders ist: Der Zeitraum deines süchtigen Konsums war nicht besonders lange (1 Jahr ca.?). Das macht auch noch mal nen großen Unterschied. Ich glaube da biste sogar knapp an der Grenze, wie lange so gewisse Kritierien zutreffen müssen, das muss ja über mehrere Monate gehen.
Wenn du 10 oder mehr Jahre abhängig konsumierst, dann ist der kontrollierte Konsum in der Regel keine Option mehr.
Und klar gibts Menschen, die einfach so aufhören - ohne Gruppe etc - hat nie einer behauptet, dass das nicht geht.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Haschgetüm hat Folgendes geschrieben:
Und klar gibts Menschen, die einfach so aufhören - ohne Gruppe etc - hat nie einer behauptet, dass das nicht geht.


Es ging um die Aussage, dass Süchtige ihre Sucht nicht einfach hinter sich lassen können. Dass sie sich also ihr Leben lang irgendwie damit beschäftigen müssen, etwa in einer Gruppe. Und da meinte ich, dass das bei manchen, neb z.B., doch offenbar funktioniert.

Und Leidensdruck ist ein allgemeines Kriterium von psychischen Störungen überhaupt. Man kann schon die meisten Diagnosekriterien der Sucht erfüllen, ohne darunter zu leiden, würde ich sagen. Wenn man etwa Drogen konsumiert, die einen im Alltag nicht einschränken, und man hat genug Geld, womit es einen auch ansonsten nicht belastet. Da bin ich mir aber auch nicht sicher, ob ich die Person dann nicht doch süchtig nennen würde. Zumindest wäre diese Sucht dann kein Problem, würde ich sagen.

Ich habe übrigens so ca. 1,5 Jahre süchtig Alkohol konsumiert und so knapp ein Jahr Opiate. Natürlich ist das vergleichsweise wenig, aber ich hatte schon Zeit, mich an den Dauerkonsum zu gewöhnen. Allerdings finde ich ja auch, dass Leute, die wirklich lange süchtig waren, vielleicht schon seit der Jugend, womöglich doch am besten damit aufhören können, wenn sie sich intensiv damit beschäftigen. Vor allem, wenn ihr Leben sich fast nur um die Drogen gedreht hat. Aber auch da würde ich nicht ausschließen, dass sie es irgendwann hinter sich lassen können. Grundsätzlich stören mich auch nur diese Pauschalaussagen. Die sind gerade im Bereich der menschlichen Psyche m.E. nie angemessen, da es dort einfach zu viele Unterschiede gibt. Schon allgemeine Tendenzen, aber eben keine regelrechten Gesetze.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 09:36    Titel: Antworten mit Zitat

Auch bei Persönlichkeiten usw. steht in den Diagnosekriterien nicht, dass die Leute darunter leiden müssen. Es darf aber eigentlich trotzdem nur dann die Diagnose gestellt werden, wenn das der Fall ist. Bei einigen Störungen, etwa der schizoiden Persönlichkeitsstörung, wird deshalb auch überlegt, ob man da überhaupt von einer Störung sprechen dürfte, da diese Menschen in der Regel eben nicht unter ihrer "Abweichung" leiden.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Persönlichkeitsstörungen natürlich, nicht Persönlichkeiten... Laughing
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3987

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 09:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke so etwas wie NA und andere SHG sind u.a. aus der Hilflosigkeit der Menschen geboren, die alleine keine Lösung aus ihrer Ausweglosigkeit gefunden haben / finden. Ist ja auch ein wichtiger Schritt erst mal zur einer Einsicht zu kommen.
Alle, die ich noch aus meine Drogenzeit ( nicht Substitution ) kenne und mit denen ich noch lose verbunden bin, haben so etwas nicht in Anspruch genommen, z.T. mit Ausnahme einer Therapie, die aber auch nur als das kleinere Übel.
Alle leben in stabilen Verhältnissen mit Beziehung, Job und sozialem Umfeld und z.T. konsumieren sie auch gelegentl. H/K oder Cannabis und Alk, ohne davon irgendeine Beeinträchtigung zu erfahren.
MMn gibt es mehrere richtige Wege, ganz individuell, aber ganz sicher nicht die Wahrheit zum Suchtausstieg.


joe hat Folgendes geschrieben:
hey neb,
wie ist das denn jetzt mit der kiste, die du vor 20 jahren zugemacht hast? ich hatte schon mal gefragt in bezug auf sub und rauchen? vielleicht nicht gelesen?

andere sind halt zuckerkrank, ich bin halt suchtkrank.
natürlich habe ich mir damals auch nicht gesagt, oh, ich werde jetzt einfach mal drogensüchtiger, habe ja nix anderes vor.
(obwohl ich tatsächlich keinen plan hatte)

ich musste meine sucht nie verheimlichen und brauche das auch heute nicht zu tun. wer etwas über mich wissen will, dem erzähle ich das. warum auch nicht.
in meinem lebenslauf steht 1979 bis 1999 suchtmittelabhängigkeit. wie soll ich sonst meinen versicherungsverlauf erklären? irgentwie rumeiern?

der AAmt typ meinte, ja kann man machen, wenn sie dazu stehen.


Moin joe,

da hast du mich nicht richtig verstanden, ich habe die Kiste nicht vor 20 J zu gemacht, sondern irgendwann nach meinem Entzug vor 2 Jahren. Allerdings habe ich mit der Beginn der Sub wieder ein absolut normales geführt, wie weiter oben bereits beschrieben.

Das mit dem Verheimlichen ist so eine Sache. Ich habe kein Problem über mein Leben zu reden, auch nicht über die Fixerzeit, Alksucht etc., aber ich wähle doch genau Person und Situation. Nicht immer ist es angezeigt offen zu sein und wäre mehr als kontraproduktiv. In meinem CV steht natürlich nix, da bräuchte ich keine Bewerbung mehr mailen, oder welchen Lebenslauf meinst du? Dem AA würde ich das nie offenbaren, das geht die überhaupt nix an und ich würde dahingehend auch keinen Rat des AA MA´s erwraten noch annehmen.
Wem musst du denn deinen Versicherungsverlauf erklären?

Und? Schon Schnee in Brandenburg? Jetzt kommt der Winter mit harter Kälte und viel Schnee ( angeblich).

LG N
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

nebukadnezar hat Folgendes geschrieben:
Ich denke so etwas wie NA und andere SHG sind u.a. aus der Hilflosigkeit der Menschen geboren, die alleine keine Lösung aus ihrer Ausweglosigkeit gefunden haben / finden. Ist ja auch ein wichtiger Schritt erst mal zur einer Einsicht zu kommen.
Alle, die ich noch aus meine Drogenzeit ( nicht Substitution ) kenne und mit denen ich noch lose verbunden bin, haben so etwas nicht in Anspruch genommen, z.T. mit Ausnahme einer Therapie, die aber auch nur als das kleinere Übel.
Alle leben in stabilen Verhältnissen mit Beziehung, Job und sozialem Umfeld und z.T. konsumieren sie auch gelegentl. H/K oder Cannabis und Alk, ohne davon irgendeine Beeinträchtigung zu erfahren.
MMn gibt es mehrere richtige Wege, ganz individuell, aber ganz sicher nicht die Wahrheit zum Suchtausstieg.


So sehe ich das auch. Ich habe auch überhaupt kein Problem damit, dass es solche Gruppen gibt. Das kommt vielleicht manchmal falsch rüber. Mich stört es nur, wenn gesagt wird, es ginge nur so. Also, dass kontrollierter Konsum definitiv nie möglich ist, dass man sich sein Leben lang mit der Sucht beschäftigen muss, wenn man aufhören will, dass man dabei immer Hilfe durch eine Therapie und/oder eine SHG braucht, usw. Und ich habe schon den Eindruck, dass die Anhänger solcher Gruppen oder auch Therapeuten oft diese Ansicht vertreten. Ist ja auch naheliegend, die wollen ja auch, dass die Leute zu ihnen kommen. In der Wissenschaft wird das heute übrigens nicht mehr so radikal gesehen, wenngleich das Suchtverständnis auch dort jahrzehntelang von der AA-Ideologie geprägt war.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 10:12    Titel: Antworten mit Zitat

surreal hat Folgendes geschrieben:
wenngleich das Suchtverständnis auch dort jahrzehntelang von der AA-Ideologie geprägt war.


Und auch das Alltagsverständnis von Sucht ist im Großen und Ganzen das dieser Gruppen. Wenn man jemanden, der selbst nichts mit Sucht zu tun hat, fragt, was ein Süchtiger tun muss, wenn er will, dass es ihm besser geht, wird man in aller Regel die Antwort bekommen, dass er abstinent leben muss und dass er dabei Hilfe braucht. Diejenigen, die wissen, dass ich mal ein Alkoholproblem hatte, finden es auch in der Regel befremdlich, dass ich noch hin und wieder etwas trinke. Aus diesen Gründen ist es mir auch so wichtig, da immer die verschiedenen Möglichkeiten zu erklären, die man meiner Meinung nach hat. Nicht, um Selbsthilfegruppen und dergleichen die Existenzberechtigung abzusprechen, sondern bloß, um dem (meiner Ansicht nach) falschen Verständnis einer Alternativlosigkeit entgegenzutreten.
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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

Nebu beschäftigt sich durchaus mit dem Thema, schließlich ist er hier 😄
Ich finde die Diskussion irgendwie müßig.
Ich muss joe im großen und ganzen recht geben.
Das sind halt Erfahrungswerte, die man im Umgang mit Süchtigen so sammelt im Laufe der Jahre. Will aber auch nicht ausschließen, dass das im Einzelfall auch anders aussehen kann - es ist halt individuell und auch schwer zu beobachten.
Welchen Suchtkranken begleitet man schon lebenslänglich und kann dessen Entwicklung genau verfolgen?
Die suchtforschung ist da denke ich auch nicht besonders weit bis jetzt.
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3987

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Haschgetüm hat Folgendes geschrieben:

Ich finde die Diskussion irgendwie müßig.
Ich muss joe im großen und ganzen recht geben.


Eine Diskussion um Sucht etc. findest du müssig? In einem Suchtmittelforum?
Na, haschi, ich weiss nicht Rolling Eyes ..überleg´ mal!
Und es geht nicht darum wer recht hat! Das ist bei dem Thema Sucht auch eher schwierig!

LG N
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mikel015
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3682

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde wenn jemand seiner Abhänigkeit beenden will sind AA-Gruppen und Na völlig legitim und hilfreich ...keine Frage nur wie schon Neb sagte nicht für jeden geeignet und nicht jeder kann was damit anfangen...so wie ich...!
Habe damals am Anfang meiner Sucht auch mal den Versuch gestartet Therapien zu machen die aber kläglich gescheitert sind weil ich mich nicht darauf einlassen konnte.
Vielleicht war auch die Zeit noch nicht reif und naja bei DayTop habe ich es jeweils ganze 3 Monate ausgehalten und danach war ich für immer von Therapien kuriert.
Habe wirklich lange nach einem Weg gesucht um mit meiner Opiatsucht klar zu kommen und habe ihn für mich gefunden und ich finde bis heute keinen einzigen Grund warum ich daran was ändern sollte.Ich denke jeder muß seinen Weg finden ob clean oder nicht!

so long
Mikel
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 11:42    Titel: Antworten mit Zitat

Haschgetüm hat Folgendes geschrieben:
Ich muss joe im großen und ganzen recht geben.
Das sind halt Erfahrungswerte, die man im Umgang mit Süchtigen so sammelt im Laufe der Jahre. Will aber auch nicht ausschließen, dass das im Einzelfall auch anders aussehen kann - es ist halt individuell und auch schwer zu beobachten.
Welchen Suchtkranken begleitet man schon lebenslänglich und kann dessen Entwicklung genau verfolgen?
Die suchtforschung ist da denke ich auch nicht besonders weit bis jetzt.


Naja, es gibt durchaus wissenschaftliche Untersuchungen, nach denen die meisten Süchtig, die aufhören, das irgendwann einfach von selbst so hinbekommen, und auch nicht ganz abstinent leben.
Insgesamt sehe ich es halt so, dass man es erstmal einfach offen lassen soll und jeder soll halt selbst sehen, wie er es versuchen will.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2154

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 11:45    Titel: Antworten mit Zitat

Außerdem ist es doch klar, dass nach joes Erfahrung "alle" es nur mit Hilfe von Gruppen geschafft haben, da seine Erfahrungen sich wohl vor allem in solchen Gruppen ergeben haben. Diejenigen, die einfach aufgehört haben, sieht man halt auch nicht so. Und da ist es eben ein Fehler, einfach auf die Gesamtheit der Süchtigen zu schließen.
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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

nebukadnezar hat Folgendes geschrieben:
Haschgetüm hat Folgendes geschrieben:

Ich finde die Diskussion irgendwie müßig.
Ich muss joe im großen und ganzen recht geben.


Eine Diskussion um Sucht etc. findest du müssig? In einem Suchtmittelforum?
Na, haschi, ich weiss nicht Rolling Eyes ..überleg´ mal!
Und es geht nicht darum wer recht hat! Das ist bei dem Thema Sucht auch eher schwierig!

LG N


Ich formuliere neu:
Diese Diskussion hier - auf diese Art und Weise - finde ich müßig. Japp.
Und ich teile in vielen Punkten Joes Meinung.
Tada. besser? Wink
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1008

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2017 12:10    Titel: Antworten mit Zitat

guten tag,
vielen dank für eure beiträge, immer wieder interessant.
ich bin übrigens erst mit 1 jahr cleanzeit zu NA.
heute hat diese gemeinschaft einen grossen platz in meinem herzen. ich habe dort enorm viel gelernt, und das hat auch heute kein ende.
na ja, aber das ist halt eine persönliche erfahrung und in der fülle hier in diesem medium auch nicht vermittelbar.

neb, EGON ist noch nicht so hier. vielleicht kommt er ja auch nicht. wir wissen es nicht. EGOn ist wie das leben. et kütt wie ed kütt, oder so ähnlich. schon wieder meine OMA.

schönen tag
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