Wie stark ist der Suchtdruck

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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3986

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 06:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin mir da nicht so sicher, ob es eine genetische Veranlagung für Sucht gibt?! Habe mal vor Jahren nen Bericht im ( scheiss) Focus überflogen ( ging um Alksucht?), in dem wird ein Versuchsmodell geschildert ,bei dem einigen Mäusen ein bestimmtes Gen , CRweisderhenker, ausgeschaltet wurde und es in der Gesamtheit der Mäuse unterschdl. Verhalten in best. Situationen ( Stress) gab und dieses Gen wohl auch beim Menschen vorkommt. ...oder so ähnlich...
Mein Vater war natürlich Morphiumsüchtig, schl. ist er mit 17 von einem MG völlig zerfetzt worden. Aber daraus Rückschlüsse auf meine Sucht zu ziehen, halte ich für Unsinn. Und das sind ja eh alles keine zwingenden Folgen, eher eine " kann Situation ".
Ich bin im Prinzip nur aus Spass und kurzer Schwäche süchtig geworden, u.U. auch ein Grund, der es mir leicht macht, mit meiner Sucht umzugehen. Für mich persönlich ist Sucht auch keine Krankheit, das akzeptiere ich nicht!

Und: gerade unter den " studierten" " etablierten " " erfolgreichen" und " bodenständigen" gehört Sucht bei vielen zum tgl. Brot, doc, nur haben die oft auch die Mittel , damit zu leben und es zu kaschieren, ...oft auch nicht!

Schönes WE!

LG N
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1316

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 10:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ist schon lustig, was hier aus "seriöse wissenschaftlichen Untersuchungen" gemacht wird. Very Happy
Meine Wortwahl war jetzt eigentlich eher kein Verweis auf eventuelle strunzdoofe studierte Akademiker, sondern lediglich ein Hinweis darauf, dass - leider auch bzgl. Sucht - von diversen Medien fast tagtäglich eine Sau durchs Dorf getrieben wird. In der Regel halt mit völlig haltlosen und nicht bewiesenen Behauptungen, wie zum Beispiel "Alkoholismus ist genbedingt".

Es gibt Normen, für solche Untersuchungen. Für Laien: wird so eine "Untersuchung" gemacht, und es sind nur 100 Leute ausgewählt, dann könnte es ja sein, dass man ausgerechnet 100 Leute ausgesucht hat, die eben einen Gendefekt haben. Daraus dann zu schließen, dass 5 Milliarden Menschen auch einen haben, ist halt wenig seriös.

Unter anderem werden die genetischen Ursachen innerhalb des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) im Projekt „Genetics of Alcohol Addiction“ untersucht.
So äußerte sich Rainer Spanagel, Professor für Pharmakologie & Toxikologie, Leiter des Instituts für Psychopharmakologie am Zentrum für Seelische Gesundheit (ZI), Universität Heidelberg. dazu wie folgt:

"Als Faustregel kann man sagen: Zu 50 Prozent ist Alkoholismus genetisch determiniert. 50 Prozent aller Risikofaktoren sind also genetische. Und wenn Sie diese genetischen Risikofaktoren haben und diese dann noch mit bestimmten Umweltrisikofaktoren interagieren, erhöht sich das Risiko, abhängig zu werden, dramatisch.
Allerdings kommt es selten vor, dass eine einzige Person all diese genetischen Risikofaktoren hat, die wir ja auch noch nicht mal alle kennen. Das könnten 150-500 Gene sein, die solch ein finales Risiko ausmachen können."

und weiter ...

"Dass Alkoholismus zu 50 Prozent genetisch determiniert ist, das kann als ein Fakt gesehen werden. Und ein Fakt ist auch, dass es genetische Risikovarianten gibt, die das Erblichkeitsrisiko für Alkoholismus ausmachen. Das sind nicht mehr nur wissenschaftliche Befunde, sondern ganz klare Fakten."

Dabei muss man aber auch sehen, dass Alkoholismus keine echte Erbkrankheit wie zum Beispiel Albinismus, Farbenblindheit oder gewisse Stoffwechselerkrankungen ist.
Gegen Sucht kann man etwas tun. Gegen genetisch vererbte Farbenblindheit nicht.
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rock
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Anmeldungsdatum: 16.03.2015
Beiträge: 2481

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:
"... sondern ganz klare Fakten."


Fakt ist, daß die Sonne sich um die Erde dreht ! Und Fakt ist, daß es dem Menschen nie möglich sein wird, zu fliegen !
Cheers

PS: Und, ach ja, Gott hat die Welt vor nicht ganz 6000 Jahren in sechs Tagen erschaffen. am siebenten Tag hat er sich ausgeruht.
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3681

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 11:34    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist schon wissenschaftlich bewiesen das Suchterkrankungen ca. 50% genetisch bedingt sind !
Erst vor 2 Tagen kam auf ZDF-Info dazu ein Bericht in dem amerikanische Neurowissenschafler dazu Stellung nahmen und z,b.auch durch Hirnscans bei Langzeit Heroinabhänigkeit konnte gezeigt werden das ganze Hirnareale sich nachhaltig und unwiderruflich veränderten.


Auch mal ein Link zu genetische Veranlagung und Suchtentwicklung... http://web.archive.org/web/20071105225354/http://www.medizinfo.de:80/sucht/ursachen/genetisch.shtml


Man KANN mit einer Sucht leben, und diese kann auch unauffällig sein,nur muß man auch bereit sein sich vor seiner Sucht und dem inneren Schweinehund nicht in die Tasche zu lügen...
Inwiefern jeder einzelne seine Sucht zu verantworten hat und wieviel er selbst unnötig dazu beigetragen hat steht auf einem anderen Blatt und ist wohl von Süchtel zu Süchtel verschieden.

so long
Mikel
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Yez
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Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2553

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 12:02    Titel: Antworten mit Zitat

Also wenn es von den Genen zu 50 % kommmt und auch an den Umfeld liegt ,
dann müssten meine Schwester , Bruder und ich auch Alkoholabhängige sein .
Unsere Erzeugerin ist Alkoholikerin
und unsere Väter ebenfalls.
Wir alle 3 haben ein ganz normales Verhältnis zu Alkohol.
Ok , im Urlaub trinke ich schon mehr ,
aber ansonsten doch sehr sehr wenig .

Bin zwar vom Oxy abhängig, aber „ nur „ durch die blöde Erkrankung.
Ohne wäre ich ganz „ normal „

Man sagt ja oft , dass man genau so wird wie die Eltern
oder genau das Gegenteil.
Wir 3 Kinder sind weder das eine , noch das andere geworden.

Da haben wir wohl echt Glück gehabt.

Grüße

Yez
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1316

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Also wenn es von den Genen zu 50 % kommmt und auch an den Umfeld liegt , dann müssten meine Schwester , Bruder und ich auch Alkoholabhängige sein .


Nein.
Erst, wenn alle Risikofaktoren, Gene, Umfeld u.v.a.m. gleichzeitig vorhanden gewesen wären oder vorhanden sind, dann liegt das Risiko auch an einer Sucht zu erkranken bei 50%.
Aber man spricht hier von einem "Risiko", nicht von einer logischen Konsequenz, die quasi automatisch erfolgen müsste.
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1316

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 12:19    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="rock"]
Marle hat Folgendes geschrieben:
"... sondern ganz klare Fakten."


Nein, nicht Marle hat geschrieben, sondern Rainer Spanagel, Professor für Pharmakologie & Toxikologie, Leiter des Instituts für Psychopharmakologie am Zentrum für Seelische Gesundheit (ZI), Universität Heidelberg äußerte sich dazu.
Marle hat's nur zitiert.
Aber wahrscheinlich ist der User Rock schlauer und hat schon fundierte Untersuchungen zur Sucht erarbeitet.

Marle hat's nur zitiert.
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mikel015
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3681

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Also wenn es von den Genen zu 50 % kommmt und auch an den Umfeld liegt , dann müssten meine Schwester , Bruder und ich auch Alkoholabhängige sein .


Nein.
Erst, wenn alle Risikofaktoren, Gene, Umfeld u.v.a.m. gleichzeitig vorhanden gewesen wären oder vorhanden sind, dann liegt das Risiko auch an einer Sucht zu erkranken bei 50%.
Aber man spricht hier von einem "Risiko", nicht von einer logischen Konsequenz, die quasi automatisch erfolgen müsste.


Jep,
natürlich gibt es auch suchtfreie Familien, in welchen süchtige Kinder aufwachsen. In meiner Familie gibt und gab es viel Sucht. Die Frage ist ja, habe ich es genetisch mit bekommen, oder habe ich Verhaltensweisen adaptiert? Ich glaube, da ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig.

Sicher ist, dass wenn man mit Süchtigen aufwächst, die Gefahr selber süchtig zu werden, viel höher ist, als wenn man ohne Süchtige im nahen Umfeld aufwächst. Ich kenne aber auch welche, die nie jemanden Süchtigen in der Familie hatten und trotzdem böse abgeschmiert sind.
Menschen sind eben unterschiedlich. Was den Einen nicht großartig interessiert kann für einen Anderen Suchtmittel Nr.1 werden. Ich hätte zB nie gedacht, dass jemand von Lachgas abhängig werden könnte bis ich entsprechende Berichte gelesen habe.

Deswegen würde ich auch den Teufel tun bei einer Droge zu sagen, dass sie harmlos ist. Für viele Menschen mag das ja zutreffen aber eben nicht für alle.
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1316

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 14:46    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die Frage ist ja, habe ich es genetisch mit bekommen, oder habe ich Verhaltensweisen adaptiert? Ich glaube, da ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig.


Also ich nehme an, Du meinst damit „ob Du persönlich ein entsprechendes Gen besitzt“, das die Sucht (mit)ausgelöst haben könnten? Da nehme ich an, dass Du genauso wenig wie andere hier jemals darauf untersucht werden.

Dass es Gendefekte gibt, sogar ziemlich genau, welche Gene das betrifft, ist schon ziemlich genau erforscht. (Es sind aber auch viele Genbausteine noch nicht entschlüsselt.)

Wenn ich die Geschichten von vielen Süchtigen betrachte, dann sind es viele Zusammenhänge, die das Entstehen von Sucht gefördert haben.
Sei’s Leichtsinn, Unwissenheit, Umfeld, Draufgängertum, der Wunsch „frei“ zu sein (was für ein Paradox dann wieder), oder schwer aushaltbare Belastungen u.v.m.
Das ist halt, so meine ich, wie die gesamten Suchtkarrieren, sehr individuell und nicht verallgemeinerbar.
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Soltau
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Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1623

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin davon überzeugt, dass die Ursachen von "Sucht" in der Kindheit liegen. Das wird auch mittlerweile so betrachtet. Genetische Veranlagung gibt es nicht, diese These ist veraltet. Eine gefestigte Persönlichkeit mit Selbstwert wird auch schnell entzogen haben, falls es als Jugensünde zu einer Sucht kam.

Den Artikel finde ich informativ und für mich vollkommen logisch
http://www.huffingtonpost.de/entry/ursache-sucht-kindheit_de_5a3bc8a8e4b025f99e151d26
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Dr.Mabuse
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3073

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

Gude Soltau ...

Sicher liegt vieles auch in der Kindheit...ein nicht zu unterschätzender Faktor...

Aber die Tendenz süchtig zu werden wenn ein Elternteil das schon war ,ist Fakt

Gibt zig Studien darüber...alles belegt...

Das soll kein Freibrief sein,um konsumieren zu können...um Gottes willen...



Gru§ an dich...
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1316

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fall vom Glauben ab Very Happy Very Happy
Ausgerechnet die Huffingerpost! Hahahahaha ...

Ach, und die Bild hat geschrieben, Alkoholismus wäre eine arme Leutekrankheit seit es im Aldi so billiges Bier und Schnaps geben würde ...

hahaha ...
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3057

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hochkomplexe Angelegenheit...
es werden durchaus immer wieder Forschungen veröffentlicht, die eine genetische oder epigenetische Mitverursachung von "Sucht" nahelegen.
Epigenetisch bedeutet: Der "Schaltzustand" eines Gens wird vererbt - also Umweltfaktoren verändern das Erbgut, erzeugen zB eine vermehrte Ängstlichkeit, die eine Sucht bahnen kann. Die berühmte "german angst" könnte z.B als Folge der traumatisierenden Erfahrungen in aufeinanderfolgenden Generationen interpretiert werden.
Bei Alkohol kommt hinzu, dass bestimmte Gene den Ethanolstoffwechsel steuern und dafür sorgen können, dass zB kein Kater entsteht - was den Alkoholismus begünstigen würde - und den Einfluss von Alkohol auf die Rezeptorsysteme der Gehirns verändern könnten.
Andererseits konnte bisher keine "Suchtpersönlichkeit" identifiziert werden. Fest steht aber, dass Kinder aus Familien mit mindestens einem suchtkranken Elternteil in mindestens 50% der Fälle selbst früh und schwer abhängig werden von Alkohol und/oder Drogen.

LG

Praxx
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joe
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1008

BeitragVerfasst am: 20. Jan 2018 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

guten tag, ja, hochkomplex, interessant und basis fuer ellenlange diskussionen.
fuer mich spielt es heute keine rolle mehr, warum ich suechtig bin.
das ist schon okay so. entscheidend ist einen loesungsweg zu haben.
nur fuer heute versuche ich in der loesung und nicht im problem zu leben.

Joe, clean 24 h
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mikel015
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3681

BeitragVerfasst am: 21. Jan 2018 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:
Ich fall vom Glauben ab Very Happy Very Happy
Ausgerechnet die Huffingerpost! Hahahahaha ...

Ach, und die Bild hat geschrieben, Alkoholismus wäre eine arme Leutekrankheit seit es im Aldi so billiges Bier und Schnaps geben würde ...

hahaha ...




Ist doch bekannt das Huffingtonpost-Artikel voller falscher Bullshitbehauptungen sind...Es gibt immer (und wird es immer geben) derart Menschen, die an "Märchen" glauben.
Genauso der Kopp Verlag wo Leute die dümmsten Theorien aufstellen über Verschwörungen oder UFOs usw.
Auf einer Art schon fast putzig... aber eben nur fast... Laughing


"Wenn man die wirklich Wahrheit erfahren will, dann muss man auch andere Quellen aufmerksam anschauen und vergleichen und nicht nur das rauspicken welche seine eigene Ansichten untermauert, weil so findet man für JEDE noch so abstruse Theorie/Hypothese/Aussage/Whatever Befürworter und sogenannte "Beweise"..."
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