1 Monat "no Alk Challenge"

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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 14. Apr 2021 20:54    Titel: Antworten mit Zitat

iopiod hat Folgendes geschrieben:
Kein Zweifel, ich sag ja nur das ich es mir vorstellen könnte, das Alk, Heroin oder Benzosüchtige sich wahrscheinlich von den Nebenwirkungen des Entzuges abgeschreckt fühlen, lieber dieses Leben weiterführen und sich einreden, es sei schon nicht so schlimm.

Nun, ich denke, dass man im aktiv süchtigen Zustand die Realität einfach verkennt, und sich die Verhältnisse komplett verschieben.
In Wirklichkeit taumeln Süchtige meist von einer Entzügigkeit in die nächste. Dazwischen dann halt, mittels Rausch, Luft holen.

Die meisten, die ich kennenlernte, und die später in der Lage waren, ehrlich über ihre Bedürfnis zu reden, wollten lieber weiter konsumieren, statt einen qualifizierten Entzug zu machen. Da war dier Verlustangst, bzw. die unglaublich schwierigen Vorstellung "nie wieder konsumieren zu dürfen".

Heute braucht niemand mehr Angst vor einem Entzug haben. Was sind schon drei bis 7 Tage gegen jahrelanges Martyrium in der aktiven Sucht?

Zitat:
Ich hatte auch ein ziemliches Drogenproblem, vor 20 Jahren, bis ich 32 war, war zum Schluß körperlich + mental am Ende, aber auf die Idee mich in ärztliche Hände zu begegeben bin ich nicht ein einziges Mal gekommen. Ich wär eher gestorben, bevor ich einen Gedanken an Entzug "verschwendet" hätte.

Ich glaube, dass Du dann eine relativ große Ausnahme bist.
Mehrheitlich ging es vielen Süchtigen wie mir: Schon lange, bevor irgendjemand von außen die Sucht in ihren Ausmaßen wahrnahm, wusste ich, dass ich dringendst etwas dagegen unternehmen sollte.
Seinerzeit war es gar nicht so einfach Informationen dazu zu bekommen, "ohne nicht aufzufallen". I-net gab es noch nicht. Ich beschaffte mir dann heimlich und unter tausend Ausreden Informationsblätter und Literatur.
Ich ging sogar heimlich zu den AAs, angeblich um mir Information für einen Freund aus erster Hand zu beschaffen. Rolling Eyes

Zitat:
Am Ende fanden mich meine Eltern in einem nicht sehr vorteilhaften Allgemeinzustand, machte einen Entzug und Therapie, ließ auch die Finger von dem Zeug, aber wenige Monate später kam die Diagnose Hüfte kaputt und dann fing es mit den Schmerzmitteln an, erst Tramadol, dann Tilidin und schließlich Oxy. Jetzt hab ich mich ans Oxy gewöhnt und um jemals wieder davon weg zu kommen, bräuchte ich mehrere OPs, um wieder schmerzfrei zu werden, bin ich aber auch nicht wirklich heiß drauf, so eine OP ist kein Spaziergang.

Ich verstehe es, weil ich viele Jahre mit meinen diversen Beschwerden sehr ähnlich "meinte denken zu müssen". Hinterher stelle ich fest, dass ich ganz einfach nur blöd war.
Aber so isses nun mal.

Alles Gute
Marle
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iopiod
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Anmeldungsdatum: 30.05.2014
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 15. Apr 2021 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist weniger die "Denke", sondern mehr die Angst vor der OP. Bei mir geht's um ne Hüft TEP, die in Angriff zu nehmen pack ich irgendwie nicht, ich mein da wird dir der Hüftkopf abgesägt, die Aterie abgeklemmt usw. geht dabei was schief, wars das oder ich sage bye bye zu meinem Bein. Seit meinem letzten Krankenhausaufenthalt ist mein Vertrauen in Krankenhäuser sowieso auf dem Nullpunkt. Zwischen mir und dem Gedanken an ein neues Hüftgelenk liegt eine riesige Kluft, ich sehe dabei nur das schlechte, was alles schief gehen kann und nicht, welche Vorteile ich bei einer erfolgreichen OP daraus gewinne.

Die Sache ist nun mal die, hat man erstmal eine künstl. Hüfte, dauerts vielleicht 15 Jahre, dann fangen die Dinger an locker zu werden und allmählich zu verschleißen, dann ist ein Wechsel fällig und danach ist ein erneuter Wechsel nicht mehr möglich, man landet dann automatisch im Rollstuhl. Das kann mir je nach dem, wann ich mich operieren lassen würde, bereits schon mit 70 passieren. Einfach ist es nicht, da eine vernünftige Entscheidung zu treffen...

Das man hinterher immer mehr weiß als davor, das liegt in der Natur der Sache, wüsste ich das alles gut verläuft und ich die nächsten 20- 30 Jahre komplett meine Ruhe hätte, würd ich keine Sekunde zögern, doch auf Operationen gibt's leider keine Erfolgsgarantien...
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 15. Apr 2021 21:08    Titel: Antworten mit Zitat

iopiod hat Folgendes geschrieben:
Jetzt hab ich mich ans Oxy gewöhnt und um jemals wieder davon weg zu kommen, bräuchte ich mehrere OPs, um wieder schmerzfrei zu werden, bin ich aber auch nicht wirklich heiß drauf, so eine OP ist kein Spaziergang.

Bitte nicht falsch verstehen!
Ganz einfach: Du hast kein Problem, kommst gut mit Deinem Medikament klar, hast keine negative Lebensbeeinflussung dadurch, und willst es so belassen.
Dann - gibt es schlicht kein Problem.

Erst wenn die negativen Auswirkungen, die vermeintlich positiven bei Weitem überwiegen, macht es Sinn, etwas gegen die Sucht zu unternehmen.

Über die medizinischen, operativen Seiten zu diskutieren, macht auch keinen Sinn, weil auch das eine persönliche Entscheidung ist, die meist dann getroffen wird, wenn es nicht anders mehr geht.

Kurzum: Alles gut! Freut mich für Dich!

Grüßle
Marle
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iopiod
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Anmeldungsdatum: 30.05.2014
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 16. Apr 2021 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

So sehe ich das auch, mein HA sieht es leider etwas anders..
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 16. Apr 2021 10:49    Titel: Antworten mit Zitat

iopiod hat Folgendes geschrieben:
So sehe ich das auch, mein HA sieht es leider etwas anders..

Verstehe ich jetzt nicht.
Also nicht, dass Dein HA es "leider etwas anders sieht",
sondern wieso das für Dich ein Problem ist?
Kann Dir doch egal sein, wie der das sieht.
Nötigenfalls gehst Du zu einem anderen Arzt und besorgst Dir Deinen medikamentösen Stoff, oder Du machst es halt illegal.

So ein klitzekleines bisschen, ich bin da ein kleiner Schelm, "könnte" es aber auch sein, dass Du ein "echtes Problem hast", das Du halt "leider" nicht sehen möchtest.
Ich ahne, so rein erfahrungsmäßig, das dagegen eine notwendige Hüftoperation, die heute Standardrepertoire für darauf spezialisierte Kliniken ist, hintenraus eher die Lösung, als das Problem ist. Wink

Aber wie heißt es so schön: fabrum esse suae quemque fortunae!
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iopiod
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Anmeldungsdatum: 30.05.2014
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 16. Apr 2021 15:16    Titel: Antworten mit Zitat

Mein HA ist der Meinung meine Dosis wäre zu hoch. Es hat sich über die Jahre so eingeschlichen, das ich von 60 mg/ Tag mich auf 60- 80mg/ Tag gesteigert habe (also alle 14 Tage eine 50er), damit hat er nun ein Problem und schickt mich erneut zum Schmerztherapeut, wo ich vor 3 Jahren schon war.

Dort soll ich mich erneut von A-Z durchchecken lassen, um ein Ok für ein weiter so mit der Medikation bzw. Dosis oder neue Therapieansätze zu holen. Meine Schuld, wär ich nicht in die Sprechstunde zu ihm, wär das nicht passiert.

Deinen Verdacht kann ich dir nicht so bestätigen. Ich komme im Moment noch einigermaßen zurecht mit den Schmerzen, warum soll ich mich da operieren lassen? Mein Orthopäde ist auch der Meinung, so lange raus zögern wie es geht, aber dazu brauch ich eben die Medis, ohne wären die Schmerzen nicht auszudenken, nach spätestens 8h fängt es an zu ziehen als hingen 50 Kg Gewicht dran...

Das alles weiß mein HA und trotzdem schickt er mich schon wieder durch die Landschaft. Das macht der doch mit Absicht?!
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 16. Apr 2021 15:42    Titel: Antworten mit Zitat

iopiod hat Folgendes geschrieben:
Das alles weiß mein HA und trotzdem schickt er mich schon wieder durch die Landschaft. Das macht der doch mit Absicht?!

Was soll ich dazu noch antworten, was Du willst Du hören/lesen?
Doch, er macht das mit Absicht.
Weil er blöd ist. Auch alle diejenigen, die Dich vor Oxy warnen, sind auch blöd.
Und die Schmerzklinik sowieso.

Ich wünsche Dir halt einfach nur viel Glück, und dass Du Dein Leben nach Deinen Vorstellungen leben kannst!
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iopiod
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Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 16. Apr 2021 16:08    Titel: Antworten mit Zitat

Haha alles klar, wünsch dir das gleiche ^^
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iopiod
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Anmeldungsdatum: 30.05.2014
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2021 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Moin, ich komme zur Sonntagsbeichte. Leider habe ich meinen Vorsatz, einen Monat lang die Füße still zu halten, schon wieder gebrochen. Nicht nur das, hab mir heut morgen fast die Seele aus dem Leib gekotzt, 4 Flaschen "Desporados" (0,65l) waren doch entschieden zu viel. Jetzt fühlt sich mein Magen grade an, wie nach einem 10 Runden Boxkampf gegen Muhammed Ali oder so ähnlich. Könnte mich in A treten, nicht mal eine Woche geschafft. ...
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2021 12:56    Titel: Antworten mit Zitat

Na ja, wenigstens hast Du jetzt schon mal die eine Seite
von anstrengender, kräftezehrender Sportivität kennnen gelernt.
Immerhin, wer kann schon von sich erzählen,
er wäre zwar noch nie mit Muhammed Ali im Ring gestanden,
könnte aber die daraus folgenden Schmerzen mindestens genauso
am eigene Leib fühlen. Twisted Evil

Weiter so! Dann wird das auch noch was mit dem blöden Hausarzt!
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iopiod
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Anmeldungsdatum: 30.05.2014
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2021 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

So wie du das schreibst, klingt es als würdest du einem 24/7 Alki schreiben Wink)
Ich hab meine Lektion gelernt, ich vertrag kein Alk mehr, zusammen mit dem Medi eine ganz miese Kombi, schmeckt auch total gräuselig, entweder taugt das Bier von heute nichts mehr oder mit mir stimmt irgendwas nicht. Egal, ich rühr so schnell keinen Alk wieder an, hab ich mir geschworen..
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2021 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

iopiod hat Folgendes geschrieben:
So wie du das schreibst, klingt es als würdest du einem 24/7 Alki schreiben Wink)

Nö. Wenn Du es aus einem anderen Blickwinkel liest, liest es sich eher wie eine eindringliche Warnung an einen, der aufgrund seiner eigenen Krankheitsbiografie-Schilderungen sehr wahrscheinlich eine Veranlagung für Suchterkrankung in sich trägt.
Zitat:
Ich hab meine Lektion gelernt, ich vertrag kein Alk mehr, zusammen mit dem Medi eine ganz miese Kombi, schmeckt auch total gräuselig, entweder taugt das Bier von heute nichts mehr oder mit mir stimmt irgendwas nicht. Egal, ich rühr so schnell keinen Alk wieder an, hab ich mir geschworen..

Genau! Deswegen hast Du ja sogar die "1-Monat no Alkohol Challenge" ins Leben gerufen, bei Du dann gleich als Erster ermattet die Strecke verlassen hast Laughing

Ist schon erstaunlich, zu was wir Menschen im Allgemeinen fähig sind: Da schmeckt etwas so grauselig, dass man am liebsten beim ersten Schluck kotzen möchte, um sich dann gleich noch 4 Flaschen in die Gurgel zu kippen, um zu testen, ob es vielleicht nur an den Geschmacksnerven lag Laughing

So, ich hoffe dann jetzt, dass Du im Gegensatz zu Deiner "Challenge" wenigstens ein paar Meter mehr schaffst!

Good luck!
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iopiod
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Anmeldungsdatum: 30.05.2014
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 19. Apr 2021 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

Gab ne Zeit, da bin ich auf dieses Gesöff regelrecht abgefahren, hatte aber damals auch noch einen stärkeren Magen. Wenn man nur noch selten Alk trinkt, so wie ich (einmal die Woche ist im Vergleich zu früher nun mal so gut wie nix), rebelliert der Magen halt schon nach dem 4. Bier. Aber das sich mein Magen gestern anfühlte wie nach ner "Schnapsparty", ist der Beweis, das mein Magen/ Körper nichts mehr gewohnt ist und das ist jetzt nicht unbedingt was schhlimmes, nur muss ich daraus die richtigen Konsequenzen ziehen.

Das mit der Sucht kann ich nicht bestreiten. Mein erstes Mal Drogen hatte ich, da sollte man sich eigentlich besser auf die Schule konzentrieren. Die letzten 10 Jahre war ich komplett Drogenfrei, was ich einzig und allein meiner Krankheit zu verdanken habe und das meine ich wirklich so, ich habe es ihr zu verdanken. Wer weiß, ob ich heute noch hier sitzen würde und mit dir texten könnte, wär die Krankheit nicht dazwischen gekommen. Egal, man darf ja nicht immer nur zurück schauen, dann verpasst man nur das, was vor einem liegt oder so ähnlich..
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iopiod
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Anmeldungsdatum: 30.05.2014
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 5. Mai 2021 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

2,5 Wochen alkoholfreie Zeit liegen nun zwischen meiner letzten Alkoholpatty und heute. Je größer der Zeitraum dazwischen wird, desto weniger hab ich Bock drauf, das gilt für Alk genauso wie fürs Rauchen. Ohne Gifte ist es eigentlich auch ganz cool, ich weiß echt nicht, ob ich in meinem Leben schonmal länger als 2 Wochen abstinet war. Die Schmerztabletten muss ich natürlich weiter nehmen, die ich ohne mein allwöchentliches Ritual (1x Sixpack) auch besser vertrag. Naja mal sehen wie lange ich das so durchhalte, drückt mir die Daumen.
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