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tusem67 Gold-User

Anmeldungsdatum: 22.12.2013 Beiträge: 367
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Verfasst am: 5. Nov 2014 01:43 Titel: |
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[quote="Dieda17"]Hab den Post jetzt nach einiger Zeit wieder gefunden. Ist jetzt alles ein Jahr her und ich nehme immer noch Antidepressiva. Natürlich geht es mir deutlich besser als vor einem Jahr aber mein Leben hat sich sehr verändert. Die Depression hat sich Ende letzten Jahres, kurz nach dem Vorfall immer mal wieder gezeigt im milden Schüben. Auch dank der AD.
Ich gebe zu, wenn ich den Text lese den ich geschrieben habe bringt mich das sehr zum Nachdenken. Ich sehe die Sache jetzt etwas anders, habe diesen Vorfall genutzt und unheimlich viel gelernt im letzten Jahr.
Besonders bewusst in der Zeit ist mir geworden, dass Körper und Geist mehr zusammen hängen als man denkt.
In meinen anfänglichen Posts habe ich ja noch meine psychisch gesunde Ausgangssituation beteuert. Ich bin auch niemand der eine Traumatisierung oder sonst eine besonders schlimme Erfahrung oder ähnliches erlitten hat. ABER... Und jetzt kommt das große Aber:
es war auch nicht immer alles Sonnenschein. Ich behaupte einfach mal ich habe die durchschnittlichen negativen Erfahrungen gemacht die man hier bei uns in den westlichen Industrienationen so macht. Meine Eltern haben mich nicht geschlagen aber die fürsorglichsten waren sie auch nicht.
Meine Eltern sind selbst Kinder der Nachkriegsgeneration und mit großen Defiziten auf Seiten
ihrer Eltern aufgewachsen. Folglich gab es auch einige Sachen die bei mir zu kurz gekommen sind.
Ich denke dass das aber eine typische Erfahrung ist die meine Generation (ich bin 25) gemacht hat.
Unsere Eltern haben uns mit allem Versorger was wir brauchten. Man hatte genug zu essen und man war sauber gekleidet. Aber oft hat einfach mal etwas mehr Liebe gefehlt. Dazukommen noch die ganzen Umstände in denen wir leben. Alles wird anonymer. Die Städte werden Größer. Die Ziele fehlen. Die Gesellschaft verliert zunehmend ihre Seele. Wir haben nun mal nicht mehr die Unterstützung einer Familie mit der man zusammen in einem Haus wohnt in einer Dorfgemeinschaft inmitten einer gesunden Natur. Ich denke man versteht was ich meine.
Da entsteht in vielen eine Sehnsucht die sie einfach nicht deuten können. Euphorische Erlebnisse und eine Verbundenheit kann man und viele versuchen es auch, in Drogen finden.
Trotz der ganzen Geschichte verteufeln ich das Zeug nicht und bereue diesen Vorfall auch nicht. MDMA wurde nicht ohne guten Grund auch in Psychotherapien verwendet. Aber ich will auch nichts verherrlichen. Jeder muss das Risiko einschätzen. Sicherlich ist das was mir passiert ist nicht die Regel und ein seltener Einzel Fall aber es kann passieren.
Und da ich nun mal eher zu den sensibleren Menschen gehöre ist mir alles näher an meine Seele gedrungen als manch einem anderen der vielleicht etwas robuster ist.
Um es kurz zu machen:
Ich weiß nicht ob meine Depression auch ohne diesen Vorfall ausgebrochen wäre. Fakt ist sie traten eine Woche nach diesem ersten und einmaligen Konsum auf. Es gab in diesem Zeitraum weder traurige Ereignisse noch andere Stressbedingte Auslöser die eine Ursache darstellen könnten. Es kam ganz plötzlich und ganz heftig. Ich würde es selbst nicht glauben wenn ich es nicht so erlebt hätte.
Ich habe mich schon Anfang diesen Jahres für eine Psychotherapie entschieden die ich parallel zu meine Antidepressiva mache.
Ich habe mich entschlossen herauszufinden, ob es nicht doch unentdeckte Ereignisse in meinem Unterbewusstsein gibt die eine Rolle in der ganzen Sache spielen. Ich mache eine analytische Therapie in der das Unterbewusstsein eine große Rolle spielt. Bis jetzt hat sich noch nicht viel gezeigt aber die Therapie beginnt auch erst in einem Monat richtig.
Wie gesagt ich versuche es als Chance zu sehen und etwas über mich zu lernen.[/quote
Hallo Dieda,
ich wollte nur mal kurz Hallo sagen, bevor ich in die Heia gehe.
Alles Gute wünsche ich dir für deine Therapie, in einigen Passagen klingt dein Beitrag wie aus meinem Leben
Schön das du dich nochmal gemeldet hast.
Gruß |
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zen Anfänger
Anmeldungsdatum: 16.05.2014 Beiträge: 2
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Verfasst am: 7. Nov 2014 01:41 Titel: |
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Hallo dieda, toll, dass du dich nochmal gemeldet hast. Wie gesagt, mir ist vor ca sieben Monaten das Gleiche passiert - inzwischen geht es deutlich besser... würde mich trotzdem gerne austauschen. Gibt es eine Möglichkeit, dich zu kontaktieren, sofern Du Lust hast?
Grüße |
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bobbybrown Anfänger
Anmeldungsdatum: 14.11.2014 Beiträge: 2
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Verfasst am: 14. Nov 2014 03:47 Titel: .. |
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Hey Dieda17!
Ich habe so lange nach jemanden gesucht, der was ähnliches erlebt hat und mir weiterhelfen kann und mit dir jemanden gefunden, der exakt das gleiche erlebt hat wie ich.
Ich hab im November 2013 einmalig eine überdosierte Ecstasy Pille eingenommen. Am nächsten Tag schien noch alles in Ordnung aber 2 Tage darauf, hatte ich eine Panikattacke bzw Flashback. Ab diesen Zeitpunkt ist bei mir eine sehr sehr schwere Depression ausgebrochen. Ich leide bis heute noch an einer extremen Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und an den üblichen Symptomen. Seit Februar bin ich in medikamentiöser und therapeutischer Behandlung, aber der große Erfolg blieb aus. Bin mittlerweile bei meinem 3. Medikamt angelangt und so richtig gefruchtet hat noch keins, deswegen würd es mich brennend interessieren welches AD du einnimmst.
Schätz dich glücklich, dass gleich das Erste so gut bei dir angeschlagen hat!
Es würde mich freuen und mir sehr helfen, wenn es irgendwie möglich ist, anders Kontakt aufzunehmen!
Ich muss dir auf jeden Fall bei vielen Sachen zustimmen. Was ich im letzten Jahr an Erfahrung gewonnen und vom Leben gelernt habe, habe ich nicht in 13 Jahre Schule und 4 Jahre Studieren gelernt.
Ich hoff du liest meinen Eintrag bild und nimmst hoffentlich nicht ein AD ein, was ich auch schon hatte  |
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Dieda17 Anfänger
Anmeldungsdatum: 23.12.2013 Beiträge: 11
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Verfasst am: 6. Jan 2015 12:21 Titel: |
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Hallo
bin mal wieder eher durch zufall hier gelandet. auch ich bin natürlich an einem weiteren austausch interessiert weil so fälle wie uns gibt es ja anscheinend echt selten da es jetzt aber schon etwas her ist dass ihr geschrieben habt und ich mir nicht sicher bin ob ihr überhaupt noch mal hier rein schreibt warte ich jetzt einfach noch mal ab. also wenn ihr euch weiterhin austauschen wollt schreibt hier einfach noch mal in dem thread. pn´s kann man in diesem forum ja leider nicht schreiben :/ ich bin einfach mal gespannt ob sich jemand noch meldet und werde jetzt einfach mal öfters hier rein schauen und den thread beobachten ob sich noch jemand meldet  |
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bobbybrown Anfänger
Anmeldungsdatum: 14.11.2014 Beiträge: 2
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Verfasst am: 9. Jan 2015 16:33 Titel: |
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Hey Dieda!
Ich bin froh, dass du nochmal hier reingeschaut hast
Hab alle drei Tage nachgesehen, weil es mich interessieren würde, welches Medikament bei dir so gut angeschlagen hat?
Wie gehts dir sonst heute so?
Fühlst du dich geheilt oder hast du immer noch mit Nachwirkungen zu kämpfen?
Mir gings in letzter Zeit wieder viel besser, aber hatte gestern wieder mit nem kleinen Angstzustand zu kämpfen. Kann das ziemlich schlecht beschreiben, weil ich nicht weiss, von was diese Zustände ausgelöst werden. Durch irgendwas werde ich glaub ich erinnert an das, was mir damals passiert ist. Und dann läuft alles ganz schnell ab, und ich beobachte alles sehr genau. Wie gesagt, ich kanns sehr schlecht beschreiben
Wie gehts dir eigtl mit Nebenwirkungen vom AD? Hast du eine hohe Dosierung?
Liebe Grüße |
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Dieda17 Anfänger
Anmeldungsdatum: 23.12.2013 Beiträge: 11
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Verfasst am: 29. Jan 2015 16:00 Titel: |
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Ich rate dir auf jeden Fall zu einer tiefenpsychologischen Therapie. Einfach mal zu schauen ob es da vielleicht auch in der Vergangenheit Ursachen gibt die verdrängt wurde. Ist denke Och in eigentlich jedem Fall so. Ich nehme Venlafaxin. Aber um es dir gleich zusagen. Es gibt Menschen die nicht genug Rezeptoren haben so dass Antidepressiva wirken. Das ist dann leider trauriger Weise so. Antidepressive wirken ja meist alle an den gleichen Rezeptoren. Desswegen wird ein anderes AD denke Ich bei dir keinen Unterschied machen. Die Ärzte sagen probieren natürlich immer noch gerne aus. Ich denke auch um den Patienten noch Hoffnung zu geben. Es könnte aber eine eventuell Höhere Dosierung etwas bringen oder ein altes AD der Klasse der MAO Hemmer. Die sind aber nicht gut für die Leber und man muss auf viele Lebensmittel verzichten . Was Ich dir aber sagen kann ist das eine Psychotherapie auf so unglaublich ungeahnter Weise helfen kann. Wenn Du den passenden Therapeuten gefunden hast werden jegliche Erwartungen an eine Psychotherapie übertroffen. Das zeigt ganz deutlich welche Macht das Unterbewusstsein hat. Und wenn Du diesen Schritt langgehst brauchst Du auch keine Medikamente me hr. E s sei denn Du hast eine längere Zeit sehr viel Ecstasy konsumiert. Über die Neurotoxtät ist man sich ja noch nicht sooooo im klären aber man kann schon davon ausgehen dass bei langem Konsum einige Synapsen die das Serotonin annehmen verbrannt sind. Und ob die sich alle wieder neu aufbauen weis Ich nicht. :/ |
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Dieda17 Anfänger
Anmeldungsdatum: 23.12.2013 Beiträge: 11
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Verfasst am: 29. Jan 2015 16:11 Titel: |
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Wirkliche Langzeit Konsumenten sind trotz Terapie auf Medikamente angewiesen. Einfach aufgrund der neurotoxischen Schäden |
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