Schmerzen und Substitution

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SAUBERMANN
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 27.03.2012
Beiträge: 1356

BeitragVerfasst am: 9. Mai 2015 22:56    Titel: Antworten mit Zitat

ANPP hat Folgendes geschrieben:

Ich habe allerdings beim Erstgespräch eines vermieden: Nach Opioiden zu fragen.
...
Naja, ich habe ein Rezept für ein zusätzliches Medikament bekommen und auch meine Antiepileptika die ich wegen den Schmerzen nehme 2x als N3 bekommen.
"Großzügig" sind die da schon..
...
Was würdet Ihr als nächsten Schritt empfehlen?


hallo ANPP,

du solltest als nächstes ERSTMAL GRUNDSÄTZLICH ABKLÄREN, ob die dir in der schmerzambulanz auch opioide verschreiben. sonst bringt das doch alles nix...

ich kann sehr gut verstehen, weshalb du vermieden hast, danach zu fragen, aber darum wirste nicht herumkommen!
denn das ist doch der springende punkt, oder seh ich das falsch?!

es gibt m.w. leute, die aus der substi raus sind und später in ne schmerztherapie gegangen sind. allerdings lag da ne längere zeit (einige jahre) zwischen. ob das so einfach funktioniert, von der substi in ne schmertherapie zu wechseln? kein plan...

umgekehrt ist kein problem. ich finde das übrigens echt blöd, wenn leute einfach in substi abgeschoben werden.
bei uns ist ne ältere frau in substi. sie war jahrelang schmerzpatientin. als ihr arzt dann die praxis geschlossen hat, fand sie niemanden, der ihr weiterhin morphin verordnen wollte. dann hat ihr ein arzt geraten, in substi zu gehen, weil das "einfacher für sie" sei... sie hatte wohl auch ziemlich hohe dosen damals genommen und ist auch in substi diejenige, die am höchsten eingestellt ist, von allen patienten, wo ich die dosis weiß (25 ml bzw. 125 mg levomethadon!).

an deiner stelle würde ich mir klar überlegen, wohin die reise gehen soll bei dir. welche vorteile bringt die schmerztherapie (klar, du bist in vielerlei hinsicht flexibler: keine festlegung auf polamidon, ggf. längere verschreibungsintervalle, bessere therapiemöglichkeit etc.) ?
und welche nachteile könnten evtl. entstehen (die gefahr eines "junkenden" konsums steigt ziemlich stark, wenn du zb. oxycodon UND fentanyl-lollies als medikation für 4 wochen erhältst. da kann man als morphinist auch gern mal den vorrat in 2 wochen plattmachen! außerdem hat keiner mehr ein so waches auge auf dein suchtverhalten) ?

da du ja -wie du selber offen sagst- ja auch einen hang zur opiatsucht hast, finde ich die substi an sich gar nicht ganz verkehrt.
den größten nachteil für dich sehe ich aber darin, dass du kaum die möglichkeit hast, ein anderes opioid für zb durchbruchschmerz zu erhalten. und in substi wird sich natürlich auch nicht so gut um deine schmerzen gekümmert. wenn dir diese 2 punkte große probleme bereiten, würde ich das beiden ärzten (substi & schmerz) auch genau so sagen.

rein aus "bequemlichkeit" bzw. weil die schmerztherapie "lockerer" ist, kann man natürlich auch wechseln. gerade wenn man süchtig ist, kann man sich damit aber auch große probleme einhandeln. die gefahr einer schleichenden dosissteigerung ist erfahrungsgemäß ziemlich groß, wenn man einen hang zu opiaten hat.
außerdem ist es schon öfter mal passiert, dass leute (vor allem aus dem gerade genannten grund) auf dem trockenen saßen, weil der arzt nix mehr verschrieben hat... wenn man in einem monat immer 3x N3 packungen abholt, kommt fast immer der punkt, an dem es plötzlich nix mehr gibt. und dann stehst du da... das kann in der substi SO nicht passieren.

außerhalb der substitution hat man außerdem häufig das problem, dass eine hohe dosis nicht gern gesehen ist. JEDER opiatabhängige kennt doch das phänomen: man erhöht eigenmächtig seine dosis! der arzt außerhalb einer substi wird sofort auf "suchtverdacht" schalten und das gibt nur probleme (du hast das mit den hohen dosen ja selbst schon angesprochen, als du vom "A" auf dem BTM-rezept sprachst).
wenn man in substi ist, redet man mit dem arzt und die dosis wird i.d.r. angepasst.

das wären so meine überlegungen dazu.

bei dir liegt die sache ja nun aber auch etwas anders, weil du die schmerzambulanz ja bereits über dein suchtverhalten informiert hast. von daher hätten die einerseits vermutlich schon ein mögliches suchtverhalten im auge.
andererseits kann das natürlich auch sehr hinderlich sein, wenn die ärzte sich einscheißen vor angst, einem "junkie" wieder opiate zu verordnen...


wie gesagt: ich würde als erstes mal das gespräch mit den schmerztherapeuten suchen! den kannst du vernünftig erklären, weshalb du gern zu ihnen kommen würdest. du kannst ja sagen, dass du weiter auf opiate angewiesen bist, aber der rahmen mit substitution nicht angemessen ist, um dir vernünftig zu helfen. schließlich hast du starke schmerzen und möchtest primär DESHALB in behandlung und nicht nur, damit du opiate "abgreifen" kannst.
dabei würde ich zwar auf jeden fall bezug zur substi nehmen, aber keinesfalls so ausschweifend werden und ihnen deinen "spaßkonsum" von opiaten im zivildienst und später offenlegen. das hilft dir in der sache null weiter und weckt nur schlafende hunde...

so in etwa würd ich s aufziehen:
- du bist wg. deiner starken schmerzen zu opiaten gekommen
- schmerzen waren weg bzw. erträglich
- auch deshalb hattest du große probleme beim absetzen
- so bist du in substi gelandet
- in substi bekommst du zwar ausreichend (?) opioide
- aber du möchtest jetzt von fachleuten weiterbehandelt werden
- dein primäres anliegen ist nicht "sucht" sondern "schmerz"

ich denke, dass man so ne realistische chance hat. allerdings -obwohl ich selbst so n zurückhaltender vogel bin in solchen dingen- sollte man sofort die chance ergreifen, wenn die schmerzklinik-docs sich bereit erklären, die opiate zu verordnen. das heißt: sprich mit ihnen klartext bzgl. deiner benötigten dosis (die halt schon deutlich höher liegt als bei opioidnaiven menschen). bitte sie auch darum, deine dosierung im blick zu behalten.

wie gesagt: du mußt den fokus auf den schmerz legen und nicht auf sucht. aber das hast du ja bereits getan.

solltest du dort keinen erfolg haben, würde ich erstmal in substi bleiben. was bleibt dir auch anderes übrigt?

wie praxx als fachmann schon sagte: es ist wohl nicht so easy, einem substituierten mehrere opiate zeitgleich zu verordnen. ein bekannter von mir bekam über ca. 1 jahr hydromorphon von seinem substi-doc. aber dann meinte er, es ginge nicht mehr, da sich irgendeine einrichtung bzw. kommission gemeldet habe und nun wohl eine stellungnahme fordere, aus der ersichtlich ist, warum der patient das UNBEDINGT zu seinem methadon benötigt... mein bekannter hat seinen arzt dann gebeten, ihn beim metha um 50 mg hochzusetzen, um den verlust des hydromorphons zu deckeln. mein bekannter meinte, dass sein arzt ziemlich bauchschmerzen hatte, weil er das HM wirklich benötigt hat. deshalb hat er ihn auch ohne probleme schrittweise hochdosiert.

berichte mal, wie es weitergeht bei dir!


@praxx:
mein bekannter hat neben metha längere zeit hydromorphon bekommen. aber sein substi-doc hat deshalb probleme bekommen (von einer kommission, glaube ich.. vllt. die substi-kommission? kümmert die sich um sowas?).
nun kriegt mein bekannter zwar 5ml metha mehr, aber das HM fehlt ihm ziemlich. was könnte er am besten tun? (indikation liegt vor, er hat ne längere krankengeschichte, zudem ist er auch noch prothesenträger). sein arzt war wohl ziemlich zerknirscht, als er ihm das streichen mußte. ist das wirklich so schwierig für einen arzt? das ist doch totale sch... ![/quote]
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