Neue Therapiemethode gegen Sucht?! Humbug oder Chance?

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Phil78
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 479

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2015 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke aber auch das eine gewisse Trennung zwischen den einzelnen Methoden erfolgen muss. Neurolinguistisches Programmieren (NLP) ist durchaus eine anerkannte Methode im Coaching. Ich habe im Rahmen meiner Trainerausbildung auch meinen NLP-Practicor gemacht und durchaus die Vorteile dieser Methode kennen und schätzen gelernt. Auch das Buch "Der Zauberlehrling" ist zu empfehlen Aber ich würde nie soweit gehen, das ich damit Süchtige "heilen" kann.
Und wenn man sich diese Seite durchliest, erkennt man ja das hier einige Ansätze aus dem verschiedenen Methoden zusammen geworfen werden. Ich halte das ganze auch für nicht empfehlenswert! Sicherlich hilft es einzelnen Menschen, aber das ist nicht die Regel.
Schaut man sich mal die Methode von Allan Care (Endlich Nichtraucher) an, sieht man auch das dies eine einfache Umprogrammierung der Gedankenwelt ist. Auch dies kann helfen. 7ch kenne einige Leute die das so geschafft, aber ich hab z. B. nicht geschafft.
Ich stimme aber Praxx zu, dass dieses hier Geldschneiderei ist.
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4294

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2015 13:25    Titel: Antworten mit Zitat

Einen schönen sonnigen guten Morgen!

Gott sei Dank , muss ich mir über dieses Thema keine Gedanken mehr machen,
aber es interessiert doch. Ich haette keinen Huni für sowas ausgegeben aber als mir
die Page von Clean& Free angegoogelt hab, fand ich einen Thread aus 2011 aus diesem Forum,
und der Erfahrungsbericht von ´Freeman´liest sich positiv.
Glaubwürdig? Keine Ahnung,:

- kopier mal den Thread hier rein! LG N

BeitragVerfasst am: 25. Sep 2013 18:17 Titel: NES / CES Neuro elektronische stimulanz ( Clean and Free ) Antworten mit Zitat
Hallo ihr beiden,
Wo fange ich an?
Vielleicht zuerst einmal wie es mir die 4 Monate Recherchen im Netz und im real Live erging.
Also als ich anfing Alternativen zur Klassischen Entgiftung, im Öffentlichen Krankenhaus über die Krankenkasse finanziert (AOK / BEK und so weiter), zu suchen, fand ich zwei Methoden interessant. Der Turboentzug unter Narkose und Die NES / CES Entgiftung.
Der Turboentzug kam für mich nicht infrage weil ich mir nicht ein Implantat einsetzen lassen wollte und ich im Netzt nichts Gutes gelesen habe, ganz im Gegenteil:
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Kopie von Becky ( drogenwelt.blogspot.de )
Turboentzug unter Narkose – Geld machen auf Kosten von Süchtigen – Die medizinische Verarschung! Teil 2
"Also, ich lag auf dem Bett auf der Intensivstation, es wurden mir Zugänge gelegt und ich wurde an die Maschinen angeschlossen. Das letzte, was ich noch sah, war ein Dosierautomat für Spritzen, in dem eine riesengroße Kanüle (sicherlich ein halber Liter) mit einer weißen, milchigen Flüssigkeit eingelegt war, das Naltrexon eben, welches bei der Injektion sofort alle Opiatmoleküle durch seine höhere Rezeptoraffinität von den Rezeptoren verdrängt und dadurch schlagartig der Entzug von 0% auf 100% einsetzt. Würde man dies ohne Narkose machen, diese Schmerzen würde kein Mensch überstehen! Nun also wurde ich in die Narkose versetzt, was ich schon kannte, da ich vorher schon einmal operiert wurde. Es dauerte vier bis fünf Sekunden und weg war ich. Was in den 14 Stunden, in denen ich in Narkose lag, passierte, kann ich logischerweise nicht schildern, aber sehr wohl, wie ich mich fühlte, als ich aus der Narkose aufwachte. Ich hatte extreme Entzugssymptome wie bei einem kalten Entzug am 3. Tag, wo es erfahrungsgemäß am schlimmsten ist. Ich kotzte Galle ohne Ende und musste alle 10 Minuten auf die Toilette, da ich so einen Durchfall hatte wie nie zuvor.

Bereits nach ein paar Stunden wurde ich auf die normale Station verlegt, affiger als bei meinen kalten Entzügen zuvor, verzweifelt und nahe am Durchdrehen. So lag ich nun noch 3 Tage in diesem Krankenhauszimmer, voll auf Entzug und ohne jegliche medikamentöse Unterstützung. Dann hat man mich entlassen und derselbe Taxifahrer, der mich schon von Wien nach Sopron beförderte, wartete bereits und fuhr mich an den Flughafen nach Wien zurück.

Soviel zu meiner persönlichen Erfahrung mit diesem Turboentzug unter Narkose. Im Krankenhaus Haar (München), die diese Methode damals auch testeten und anboten, gab es sogar Todesfälle, Lungenversagen und Nierenversagen. Daher führt diese Klinik die UROD Methode seit langem nicht mehr durch. "
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Also kam nur noch die NES / CES Methode in Frage. Darüber Infos zu bekommen ist die absolute Katastrophe, abgesehen was auf der Homepage von NESCURE und CLEAN AND FREE zu finden ist, ist es wirklich schwer Informationen zu bekommen. Wie gesagt von denn Erfahrungsberichten der ehemaligen Patienten auf der Homepage stand ich kritisch gegenüber , wer weiß ob die nicht gefakt sind außerdem wird ein Verkäufer sein Produkt ja nicht schlecht machen also wollte ich unabhängige Infos.
Die Informationen im Netzt kennt ja wohl jeder der sich dafür interessiert, Bericht von Dr. Meg Patterson, Biographie von Keith Richards, Backys Drogenblog und so weiter.
Ich rief bei mehreren Krankenkassen an habe mit verschiedenen Drogenberatungsstellen tel. usw. Das Beste war mein eigener Substi Arzt der mich noch verarschte, nach dem Motto ob ich auch an den Weihnachtsmann glaube, aber egal. Also sprang ich, nach zwei oder drei kurzen Telefonaten mit Hr. Hoffman, ins kalte Wasser und buchte acht Tage bei CLEAN AND FREE.
Ich entschied mich für diesen Anbieter weil mir 5 tage bzw. 4 nächte ( NESCURE ) doch arg kurz vor Kamm, ich glaubte zwar das diese Methode funktioniert wusste aber nicht wie gut!

Also Samstag früh um 6.00 Uhr fuhr ich mit einem Bus ( ca. 9 Std. fahrt ) in den Bayrischen Wald ( Bodemais ) obwohl mir Hr. Hoffman sagte ich könne auch mit meinem eigenen Wagen kommen , aber vorsichtshalber nahm ich doch lieber denn Bus im Falle das es mir doch noch nicht so gut geht und ich evtl. wieder Pola nehmen müsste Jetzt weiß ich das auch hätte mit meinem Auto fahren können..
Ich nahm mir genug Pola mit, nur für den Fall der Fälle und außerdem fühlte ich mich sichere und würde Notfalls einen Urlaub daraus machen (ich hätte mir lieber 6 -8 Schlaftabletten mit nehmen sollen, dazu aber später mehr, hat aber auch so alles geklappt.
Ich führ also Samstag früh um 8 Uhr los und musste 3 ml Pola nehmen, obwohl ich eigentlich an diesem Tag nichts mehr nehmen wollte, es ließ sich aber nicht mit den 9 Std. Busfahrt realisieren. Ich kam so um halb fünf an und wurde von Matthias (Assistent Coach 29 Jahre alt) am Busbahnhof ab. Wir fuhren dann ca.5 min und wir waren an unserem Pension ( Villa Montara Bodemais ) an.
Dort waren die anderen drei Teilnehmer, zwei Frauen ( Alkohol und Alkohol + Benzos )sowie ein Mann ( Alkohol ) und ich (4-5 ml Pola , die letzten 3 Wochen täglich 1g Koks und täglich seit ca. 22 Jahren Kiffen / dazu muss aber sagen das ich Do. 5ml, Fr. 4ml und Sa. 3ml nahm aber die Wochen davor so zwischen 5-20 ml . nahm je nachdem wie viel ich bekam und bezahlen konnte.
Wir stellten uns untereinander vor und Hr. Hoffman unser Coach und Matthias seine recht Hand kamen auch dazu. Jeder bekam sein Gerät (Bio Tuner Cool und uns wurde gezeigt wie man es benutzt. Standardmäßig 3-mal tägl. 20 min bei Alkohol, in meinem Fall so oft wie ich wollte. Ich benutze es Stündlich. Dann bekamen wir noch unsere Zimmerschlüssel. Das schöne war das er das ganze Haus gemietet hat und wir unter uns waren.
Langsam ging es mir besser, nicht körperlich hatten ja 3 ml intus aber Kopfmäßig (ich war die ganze Zeit unsicher was auf mich zu kommt)
Um 18 Uhr aßen wir zu Abendbrot danach schauten wir noch einen Film kein Spielfilm sondern ein zum Thema. Das war der erste Tag.
Tag 2. (erster Tag Null): Frühstück um 8 Uhr davor Checkliste Blutdruck, Suchtdruck, Befinden usw. tägl. Danach bekamen jeder eine Laser Ohrakupunktur, um halb zehn ungefähr, entspannten wir uns mit Hilfe von Neurostreams (Die Beats können beim Zuhörer bestimmte Gehirnwellenmuster und damit bestimmte mentale Zustände hervorrufen (z.B. Entspannung oder Meditation) Die benutze ich fast jeden Tag.
Um 12 Uhr sind wir immer Essen gegangen (alles inkl.). Es war nun schon 14 Uhr und ich wartete auf irgendwelche Entzugserscheinungen aber da war nichts (obwohl es natürlich völlig falsch ist auf Entzugserscheinungen zu warten).
Dann kam Martina die Heilpraktikerin und checkte uns durch und machte mit uns alle zwei Tage eine Vitalfeldtherapie.
Um 18- 18.30 aßen wir alle zu Abendbrot. Was ich vergaß, was aber sehr wichtig ist wir sollten alle die ganzen 8 Tage zwischen 4-6 Leiter frisches Quellwasser trinken was zusätzlich mit Sauerstoff angereichert wurde. Nach den 8 Tagen war unsere Blase gut trainiert.
Dann ging Hr. Hoffmann nochmal seine Checkliste durch und auf Wunsch bekam jeder der wollte noch eine Ohrakkupunktur. zu Schluss sahen wir wieder einen Film.
Um 22 Uhr ging ich dann auf mein Zimmer und schlief relativ schnell ein obwohl ich zuhause mich immer in den Schlaf Kiffte. Ich wurde aber 2 Std. später wieder wach und habe auch leicht geschwitzt aber ich hatte keinen affen. Dann schlief ich noch drei Mal für ca. 30 -40 min ein und so war die Nacht um 3.00 Uhr früh vorbei. Das war aber ok mir ging es nicht schlecht und konnte ruhig liegen, machte mir den Fernseher an und gut war.
Tag 3. 24 Std Null. So wieder selber Prozedur Checkliste , Akupunktur und um 8.00 Frühstück mir ging es immer noch gut und ich dachte mir wenn das so bleibt wird das ein Spaziergang ( unterschwellig war ich zwar ein bisschen innerlich unruhig aber das war ok ).So gegen 9.00 Uhr bis ca. 12.00 wurde ich leicht affig aber nur in den Unterarm und Unterschenkel , das war genau die Zeit wo ich zuhause immer meine ersten ml Pola nahm. um 12.00 Uhr Essen gehen dann schauten wir noch den Rest vom Film vom Vorabend und dann sind wir um 15.00 Uhr ins Hallenbad gegangen mit 5 verschieden saunen und Dampfbädern, das war die absolute wohltat. 18.00 Essen danach wieder einen Film und dann bin ich aufs Zimmer gegangen. Von 22.00 Uhr bis 12.00 Uhr war ich wieder affig schlief aber für eine Halbe stunde ein den Rest der Nacht konnte ich nicht schlafen hatte aber wenigstens keine Schmerzen oder so konnte nur nicht schlafen.
Der 4. Tag 48 Std. Null ich ging um 8.00 Uhr runter und auf einmal ging es mir richtig beschissen. Der Affe kam jetzt richtig durch und ich steigerte mich auch noch schön rein. Ich ging auf mein Zimmer weil ich nicht ruhig am Tisch sitzen konnte aber oben ging es auch nicht besser. Mir gingen zum ersten Mal böse Gedanken durch den Kopf. Es musste was passieren also ging ich zu Hr. Hoffmann und brauchte ihm auch nicht viel sagen als er mich sah.
Wir gingen auf mein Zimmer und er fragte mich ob ich eine Zigarette habe also gab ich ihm eine. Er stimulierte 2 Punkte an meinem linken und 2 am rechten Bein und 2 Punkte unterhalb vom Bauchnabel. Zu dem Zeitpunkt hätte ich alles ausprobiert. Nach ca. 10 min. fragte er mich wie es mir geht aber der Affe war weg HURRA von dem Zeitpunkt an war ich von dem Methode zu 100% überzeugt. Das Gerät macht zwar das meiste aus aber der Erfolg resultiert aber aus allem zusammen. Wir gingen gemeinsam runter und der Tag konnte weiter gehe. Die Entzugserscheinungen kamen zwar in Wellen aber die wurden immer grösser. Die Nacht war wieder nicht viel mit schlaffen so habe ich wieder TV geschaut.
Der 5. Tag 72 Std. Null war ähnlich wie der Tag davor. Wieder zwischen 9-12 Uhr affig aber an dem Tag war es gut auszuhalten. Zum Abend hin ging es immer besser und nachts konnte ich fast 5 Std. schlaffen ( habe gut geschwitzt ).
Ab Tag 6 war es schon fast wie Urlaub.
Ich habe jetzt zum Schluss nicht mehr so ausführlich geschrieben weil ich den Bericht endlich ins Netz stellen wollte, werde also in nächster Zeit noch das eine oder andere ergänzen.
Um nun ein Resümee zu ziehen kann ich nur sagen wer den Unterschied zum " warmen 14 tägigen Entzug im Krankenhaus " kennt weiß dieses Verfahren zu schätzen
Im Nachhinein hätte ich zwei Sachen anders gemacht. Erstens würde ich Früher Bescheid sagen wie es mir schlecht geht und nicht versuchen " STARK " zu sein und zweitens hätte ich mir für die drei Nächte ein paar Schlaftabletten oder Diaz mit genommen., das geht aber nur wenn man nicht zusätzlich von Tabletten entgiften will (Muss).
Irgendwo hat alles seine Grenzen und ich sage mal 4-5 ml Metha/Pola , Koks und vieleicht noch Alkohol und Kiffen packt das Verfahren noch wenn dann aber noch Benzos und ähnliches dazu kommt glaube ich geht es nicht mehr bzw. würde Hr. Hoffmann den Leuten erstmals raten wenigstens die Tabletten abzusetzen aber da solltet ihr mit ihm selber sprechen .
Das Ich die Namen in diesem Bericht nenne ist glaube ich ist kein Problem, denn die stehen sowieso auf der Homepage.

Gruß Freemann
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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3203

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2015 13:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nebukadnezar,
auch Dr. Strauß von "suchtmedizin.de" behauptet, jede Droge von jeder Dosis ausschließlich mit Akupunktur entziehen zu können. Da geht es aber erst mal NUR um die unmittelbare Entgiftung.
Diese Methoden können aber ausschließlich die psychische Kompenente der Entzugskrankheit beeinflussen - ohne die ist ein Opiatentzug ohnehin nur wie eine ordentliche Grippe.
Ein Freund von mir, der wegen einer Schmerzkrankheit pro Tag jahrelang 1g Morphin pro Tag genommen hatte, wollte vorsichtshalber klinisch entgiften - der ging am dritten Tag(!) nachhause mit den Worten "wegen dem bißchen Beschwerden bleib ich doch nicht in der Klinik!"

Beim Alkoholentzug funktioniert das alles natürlich nicht - der ist ohne Medikamente lebensgefährlich.

Um die Wirksamkeit eines solchen Verfahrens beurteilen zu können, sind leider mehr Dinge erforderlich als anekdotische Patientenberichte.

Vor allem für die Akupunktur ist längst nachgewiesen, dass sie zwar wirkt, aber unabhängig davon, wo und ob überhaupt gestochen wurde - so wie Homöopathie wirkt, ob der Patient nun das mühsam gefundene und potenzierte Medikament überhaupt bekommt.

Um eine Wirkung auch ohne RCT belegen zu können, braucht man zumindest so etwas wie zB für Baclofen hier:
http://baclofen.wiki/baclofen-und-alkoholabhaengigkeit-eine-wende-mit-verspaetung-universite-montpellier-ufr-de-medicine/#more-1790

Wer wie Clean&free oder NEScure Erfolge reklamiert und einen Haufen Geld nimmt, sollte doch wenigstens solche Zahlen parat haben (und auch deren Richtigkeit beweisen können!)

LG

Praxx
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andy1977
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Anmeldungsdatum: 25.11.2010
Beiträge: 3311

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2015 14:08    Titel: Antworten mit Zitat

So hab ich das noch gar nicht gesehen,bei nem alkoholenzug, spielen sie mit eurem leben !


Lg andy

ps:deswegen lieb ich trotzdem nlp
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Mohandes59
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1858

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2015 14:49    Titel: Antworten mit Zitat

@Praxx, du weißt wie sehr ich dich schätze, aber du immer 'ein Entzug ist wie eine ordentliche Grippe' ...

Ich habe schon einige Entzüge hinter mir, ich weiß wovon ich spreche. H ist heftig aber kurz.

Entzug vom Methadon nach 15 Jahren Dauerkonsum plus BK. Das war mit Abstand mein schlimmster Entzug. November 2013, Station 13 in T. Nach 3 Tagen ging der Entzug erst richtig los. 7 Tage konnte ich überhaupt nicht schlafen, ab und zu Sekundenschlaf (dann bekam ich den sog. Joker, 2 Zopiclon und schlief 9 Stunden - herrlich). RLS, Schwitzen und Frieren, Durchfall und Erbrechen. Ständig mußte ich weinen - als Mann, bin sonst keine Heulsuse. Ich fühlte mich fremd im eigenen Körper. Totale körperliche Ermattung, 3 Stufen Treppe und ich war fertig. Langsam wurde es besser. Nach 4 Wochen wurde ich entlassen und kam auf Therapie, immer noch affig. Noch immer Wellen des Entzuges, immer noch permanent kalte Hände und Füße. Schlechter Schlaf und Alpträume. Nach 2 Monaten immer noch (kleinere) Wellen und schlechter Schlaf. Nach 3 Monaten wurde es deutlich besser.

Dann Rückfall in der Therapie und ich flog raus (hätte bleiben können, wenn ich den Dealer verpfiffen hätte). Gut so, ich hätte das Eingesperrtsein nicht länger ausgehalten.

Der Metha-Entzug ist so quälend, weil er kein Ende zu nehmen scheint. Metha rühre ich nie wieder an.

Soviel zu 'ordentlichen Grippe'.

LG Mohandes
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4294

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2015 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

moin praxx,

ich halte das auch für sehr zweifelhaft, und wenn dieser Bericht zutrifft, dann gilt er wenn
nur für den `freeman`. Es ist ratsamer solche Berichte mit Vorsicht zu lesen, fands
dennoch mal interessant.
Als Mensch in dieser schwieriegen, manchmal verzweifelt ausweglosen Lebenssituation, neigen manche dazu derartige ´Strohhalme´,
die einen einfacheren Ausweg aus der Misere aufzeigen, zu ergreifen.
Daher ist es natürlich wichtig, sich durch kompetente Fachleute einen Weg aufzeigen zu lassen, um nicht mit seinem Leben zu spielen.
Eine Dauernadel gg. rauchen, habe ich mal ausprobiert, hat zumindest mir
nicht geholfen.
Um Clean zu sein + bleiben, wenn man es denn will, gehören weit mehr Dinge als zu entgiften.

noch nen schönen Sonntag!

LG N
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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3361

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2015 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

nachgelesen habe ich nur allgemein. Ich hab schon viel davon gehört, ziehe meine (erste) Lehre zunächst mal aus einem Fall aus der Praxis, weil ich selbst keine Ahnung habe. Dazu müsste ich es ausprobieren.
Ich kenne eine Frau, die regelmäßig zu Seminaren nach Bayern fuhr. Demnach leite ich das Veränderungspotenziel von einer einzigen Person ab, was nicht aussagekräftig ist. Ich weiß noch, dass sie meinte, jetzt würden ihre persönlichen Probleme bald der Vergangenheit angehören. Ergebnis: bessere Fähigkeit im Arbeitsalltag als Führungsperson. Im Wesenskern hat sich nichts geändert, die "alten Problembereiche" wurden offensichtlich nicht tangiert. Von daher würde ich die Methode zunächst als Möglichkeit zur "oberflächen" Verhaltensveränderung einreihen. In dem Moment, in dem man nicht Herr der Lage ist, wenn alte Gefühle hoch fahren, hat sie versagt auf tieferer Ebene.

Training verändert das Gehirn, es fragt sich jedoch, welche Bereiche angesprochen werden. Z.Bsp. kann jeder seine Konzentration recht problemlos verbessern. Das Gehirn braucht eine Weile, bis sich neue Nervenverbindungen (graue Masse) entwickeln. Im Bereich Meditation, nach Studienlage, ca 3 Monate. Dadurch entsteht mehr Ausgeglichenheit, was immer noch weit von dem direkten Zugriff auf Emotionen entfernt ist. Mehr Masse heißt zudem nicht gleich, Probleme beseitigt.

Dem Bereich Denken, Fühlen, Verhalten liegen auch epigenetische Mechanismen zugrunde und kein seriöser Wissenschaftler würde zum gegenwärtigen Zeitpunkt sagen, diese seien mal eben zu lösen.

Ich habe 5 Jahre gebraucht, um meine Muster nachhaltig zu ändern. Und ich war dauerhaft damit beschäftigt, mit allem,was mir zur Verfügung stand. Als Basis fundiertes pschologisches Vorgehen, verschiedene Meditationspraktiken, vor allem tantrische. Im tibetanischen Buddhismus sind es solche Übungen, die den Geist am meisten schulen, auf Bewusstseinsebenen vor dringen, die uns sonst verschlossen sind. Hirnorganische Prozesse sind mir teilweise bekannt,auf die ich ein Augenmerk legte und in der Praxis das Gehirn entsprechend konditioniert habe,mit Blick auf neurobiologische Prozesse und der Epigenetik. Schaue ich mir das Paket an, frage ich mich, wie EINE Methode das ersetzen soll. Die Zeit ist ein entscheidender Faktor, neben tagtäglichem Training und voller Aufmerksamkeit auf die Inhalte.

Praktisch sieht das so aus, dass man jedes miese Gefühl, das einem zu ungesundem Handeln drängt,abfängt und sich anders verhält. So lange, bis es in Fleich und Blut übergeht, was im besten Falle heißt: die Gefühle fahren erst gar nicht mehr hoch. Allein das Identifizieren derselben ist Kleinstarbeit und setzt eine intensive Schulung voraus, die nur über längere Zeiträume zu erreichen war. Und die schließliche Änderung der Verhaltensmuster hat mich vollständig vereinnamt. In meinem Fall war der Leidensdruck groß, aber ohne Hintergrundwissen, ohne Gegenüber, die das mit mir durch zogen, hätte ich keine Chance gehabt. Ich hatte Leute, die mir immer wieder die gleichen Gefühle entlockten, sagen wir mal, die der traumatisierten Ebene. Kritische Stimmen gehören auch dazu. Ich hab öfter gedacht: "juhu, ich kann es, es fühlt sich ganz anders an...", nur um beim nächsten Mal den gleichen Mist wieder abspulen zu lassen. Tatsächlich muss sich das Denken ändern, auch, indem man mehr bei sich ist und nicht darauf schaut, was von außen kommt. Es setzt voraus, dass man sich selbst sehr gut kennt. Und all das ist ein langer Prozess.

Ich konnte das meiste in den Griff bekommen, das wichtigste vor allem. Verhalten, das mein ganzes Leben bestimmt hat, mich unglücklich machte. Heute brauche ich tasächlich nichts mehr von außen, zum letzten Beweis hab ich meine Bez in Freundschaft umgewandelt. Es ist ok, wenn da ne andere kommt.Vorher wäre das nicht so gewesen. Doch ich werde immer aufmerksam sein müssen. Und das ein oder andere steht auch noch an. Relative Kleinigkeiten aber im Vergleich. Disziplin und Struktur vor allem. Sogar dafür habe ich mir noch einen guten Pschologen an Land gezogen, der auch im Suchtbereich gearbeitet hat.

Es wäre doch super, Caro, wenn Du das mal ausprobierst und uns mit teilst! Ich wäre neugierig, denn aus Erfahrung weiß ich, alles ist möglich. Trotz, dass ich andere Erfahrungen gemacht habe. Diese Offenheit wünsche ich mir von allen im med Bereich! Niemand hat die Weisheit mit Löffeln gefressen, auch, wenn das einige Gurus, aber auch seröse HPs/Ärzte von sich selbst an nehmen. Wink
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Phil78
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 479

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2015 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Praxx,

wie kommst Du darauf das ein Opiatentzung wie eine ordentliche Grippe ist? Ich habe das jetzt schon öfters gelesen von dir. Womit begründest Du diese These? Eigene Erfahrung? Erfahrungsberichte von Patienten?

Gruß
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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3203

BeitragVerfasst am: 26. Okt 2015 00:18    Titel: Antworten mit Zitat

Weil ich im Gegensatz zu dir als Krankenpflegepraktikant in der Psychiatrie noch Zeiten miterlebt habe, in denen Junkies alle paar Wochen oder Monate auf dem Trockenen saßen. Jedes Jahr 6-10x einen Turkey schieben war normal.
Damals wurde auch in der Klinik grundsätzlich kalt entgiftet, im Knast sowieso - im Notfall gabs dann "Megaphen" - ein Haloperidol-Vorläufer, den kaum einer freiwillig einnahm. Die meisten zogen den Entzug ohne Megaphen dem mit vor...

Und natürlich der Umstand, dass Schmerzpatienten ganz oft ihre Opiatmedikation "einfach so" beenden - auch von durchaus hohen Dosen.

Die wissen einfach nicht, dass ein Opiatentzug eine Tortur ist - die erleben das nicht als Qual, sondern als "ein paar Tage krank"...

LG

Praxx
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graham
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Anmeldungsdatum: 04.07.2012
Beiträge: 2205

BeitragVerfasst am: 26. Okt 2015 01:23    Titel: Antworten mit Zitat

die waren da also alle in der psychatrie; weil sie ne ordentliche grippe durchzustehen hatten?! und auch wenn´s damals "normal" war, ist das ja nicht gleichbedeutend damit, dass es nur wie "ne ordentliche grippe" ist!
und zwischen schmerzpatienten und junkies steht einfach mal der fakt, dass kein schmerzpatient sich h wegfiedelt oder reinraucht, sondern sich vielmehr kleinere dosen, meist retardiertes zeug, oral gibt!

ein richtiger heroinentzug ist nicht mit einer "ordentlichen" grippe gleichzusetzen!

und damit du, praxx, dass endlich mal einsiehst, empfehle ich dir einen monat h rauchen und dann abruppt absetzen!

graham
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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3203

BeitragVerfasst am: 26. Okt 2015 02:12    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt also jede Menge Leute, die drauf schwören, dass ein Opiatentzug etwas fürchterliches ist, aber stets bereit sind, daran zu glauben, dass mit ein bißchen gepulstem Strom, ein paar Nadeln im Ohr oder sonstwo, vietnamesischen oder thailändischen Wunderkräutern, geheimen russischen Neuropeptiden oder einem Ibogain-Trip der Entzug zum Spaziergang wird, was jeweils unzählige Menschen als selbst erlebte Geschichten ins Web stellen?

Ich bin der Überzeugung, dass der Entzug nur deshalb so quälend ist, weil der Betroffene weiß, dass es sofort aufhört, wenn er etwas bekommt!

Jaja, ich weiß, der Blinde und die Farben... aber wer von Euch hat schon mal kalt völlig abgekickt - ohne vorsichtshalber Berge von Medikamenten parat zu haben, damit von dem Entzug bloß nichts zu spüren ist.

Frieren, Schwitzen, Muskelschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe, Unruhe, Herzrasen, Schlaflosigkeit - das gibt es bei ganz vielen Infektionskrankheiten...

Könnte es sein, dass ihr einfach eine Influenza ("echte Grippe") unterschätzt, mit der ich den Entzug vergleiche? Eine "Erkältung" würde ich nicht unbedingt als eine vergleichbare Krankheit nennen...

LG

Praxx
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Phil78
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 479

BeitragVerfasst am: 26. Okt 2015 02:42    Titel: Antworten mit Zitat

Weil ich im Gegensatz zu dir... Du scheinst viel über mich zu wissen!
Na ja egal, bleib bei der abwertenden Meinung.
Ich habe dich nicht angegriffen. Ich habe dir ganz normale Frage gestellt.
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rock
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Anmeldungsdatum: 16.03.2015
Beiträge: 2481

BeitragVerfasst am: 26. Okt 2015 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Auch ich war zuerst verwundert über Praxx' Aussage mit der Grippe. Allerdings muß ich meine Meinung darüber etwas revidieren.
Die Zeit, in welcher man als Junkie Turkeys sammelte, wie andere Briefmarken, die kenne ich Smile Hab' eine ansehnliche Sammlung, obwohl ich immer sehr aktiv war, was das Auftreiben von Stoff anbelangt. Und aus dem Knast hab' ich ein Tagebuch von einem saukalten Superaffen (nicht mal eine Kopfschmerztablette hab' ich genommen in dem Monat). Der war, wie ein paar andere, die ich erlebt habe, schon "etwas" schlimmer als eine Grippe Wink
Aber wenn man das Ganze aufteilt (sofern das möglich ist) in psychische und physische Probleme, dann sind die psychischen bei einem "normalen" Entzug tatsächlich nicht tragischer als jene bei einer echten Grippe.
Womit sich die uralte Junkieweisheit wieder mal bestätigt: Das meiste spielt sich im Kopf ab.
Und noch einen Satz möchte ich herausstreichen. Er ist wahrlich diskussionswürdig. So habe ich die Geschichte in all den Jahrzehnten als Junkie nicht gesehen:
Zitat Anfang: Ich bin der Überzeugung, dass der Entzug nur deshalb so quälend ist, weil der Betroffene weiß, dass es sofort aufhört, wenn er etwas bekommt! Zitat Ende.
Das ist einfach zum Nachdenken ...
Cheers
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4294

BeitragVerfasst am: 26. Okt 2015 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Schönen guten morgen,

ich muss praxx, aus meiner Erfahrung recht geben. Meine Entzuege - in den 90ern
waren immer kalt, und kalt heisst nothing. Zur Entlastung gabs höchsten ne Aponal,
aber nur eine, hilft dabei soviel wie ne Aspirin. Megaphen kannte ich nicht,
von Haldol hörte man nur absolute Horrorgeschichten.
Die Symptome sind die einer Grippe, nicht
Erkältung, schon sehr ähnlich. Der Unterschied ist die Kopfsache, ich war immer
wahnsinnig vor Sehnsucht nach Erlösung. Ich hatte eine extreme Unruhe, dabei
ein Jucken in den Armbeugen,( hört sich nen bischen lächerlich an ,
aber machte einen wahnsinnig)dass war schlimmer als die Schmerzen,Scheisserei
etc. kennt ihr ja bestimmte ähnlich.Aber ich spreche auch nur vom H Entzug.
In der Regel waren nach 5-8 Tagen die Ergebnisse: klinisch clean, dann bin ich in Therapie.
Werde nie die erste ´Willkommensrunde´am 1. Abend vergessen, jeder in der
Runde erzählte:`wow was bin ich gut drauf´, ´mir gehts super´- mir ging absolut dreckig
und beschissen, und das noch die
nächsten 4 Wochen.
Aber jemand , der noch nie einen kalten Entzug durchgemacht, kann das schwer
nachfühlen, auch nicht wenn man die jahrelang beobachtet hat.

Die Vorstellung in 8 Tagen mit schönen Filmen, Bauchknipsen und Handauflegen
fast beschwerdefrei ´clean´zu werden, haette ich mir auch gefallen lassen.

Da lob ich mir den Vodka/Metha Entzug ( Witz)!

LG N
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andy1977
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Anmeldungsdatum: 25.11.2010
Beiträge: 3311

BeitragVerfasst am: 26. Okt 2015 10:56    Titel: Antworten mit Zitat

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pawlowscher_Hund

huhu,

weil drogen,vorallem opiate , dich positiv kontitionieren.

ich hab schmerzen.ich nehm ein medikament. Die schmerzen sind weg und ich fuehl mich sau gut.

also signalisiert der koerper schmerz, wenn er sich sau gut fuehlen will.

ist ein lernprozess, einer der staerksten sogar. Mit dem mechanismmus kann man nen affen das sprechen bei bringen.


lg andy
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