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KaNi Bronze-User

Anmeldungsdatum: 27.08.2011 Beiträge: 24
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Verfasst am: 12. Sep 2011 08:12 Titel: |
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Hallo frau holle,
ich mir gut vorstellen, dass du schreibst, dass du noch mehr leidest, als deine Tochter. Wenn man den ganzen Sumpf durch eigene Drogenerfahrungen so direkt vor sich hat und seine eigene Tochter in die Katastrophe rennen sieht - wirklich furchtbar dabei so machtlos zusehen zu müssen!
Ich finde es wichtig, dass du schreibst, dass es meinem Bruder auch nicht hilft, wenn wir völlig fertig sind und unser eigenes Leben nicht mehr auf die Reihe kriegen. Das habe ich meiner Mutter auch oft versucht zu erklären, dass keinem geholfen ist, wenn wir für ihn unser Leben "opfern" und in nem jahr "sabbernd in der Gosse hängen", weil nicht mehr geht. Nur solange wir noch unsere Kraft und energie haben, können wir ihm dann auch helfen, wenn er soweit ist. Aber meiner Mutter kann ich soetwas immer schön erklären, die eigene Konsequenz ist dann ja doch noch etwas anderes
Habe gestern jedoch noch mal mit meinem Bruder gesprochen. Vielleicht ist er grad wirklich weg vom H. Er ist fest entschlossen, dass er seine Ausbildung machen will und sein Leben endlich wieder regeln möchte. Jedoch trinkt er die letzten Wochen viel zu viel. Das hatte er auch schon vorher gemacht, wenn er es mal für ein-zwei Wochen weg vom H geschafft hatte. Ich habe ihm gesagt, dass ich es toll finde, dass er die Ausbildung machen will und ich ihm die Kraft wünsche die Finger von dem Scheiß zu lassen. Jedoch kann ich der ganzen Sache jetzt noch nicht trauen. Ich habe ihm gesagt, dass es vielleicht unfair ist und ich verstehe, dass es ihn nervt, aber er nicht gleich wieder vollstes Vertrauen von uns erwarten kann und nachvollziehen muss, dass wir ihn uns "sehr genau anschauen" (also sein Verhalten, seine Augen, Sprache) und er es bitte verstehen soll, wenn ich ihm verschriebene Tabletten gerne sehen würde. Es ist scheiße "kontrolliert" zu werden, besonders wenn er clean ist, aber ich kann erst wieder Vertrauen zu ihm fassen, wenn ich mir ganz sicher bin nicht belogen zu werden. Das muss er jetzt aushalten, wenn es ihm wichtig ist, dass wir ihm wieder vertrauen können. Wir haben ja auch schon so einiges aushalten müssen. Ich will jetzt einfach nicht fehler machen, den ich schon zu oft gemacht habe. Ich will mir jetzt keine falschen Hoffnungen machen. Vielleicht schafft er es, das wäre super. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass er ohne Therapie und alles diesen anstrengenden Weg gehen kann, ist eben auch nicht so hoch. Wenn doch, dann Hut ab, und dann werde ich mich auch wieder auf ihn verlassen können.
Wie alt ist denn deine Tochter? hoffe sehr für euch, sie bald ein Schlüsselerlebnis haben wird und für sich erkennt, dass sie dringend die reissleine ziehen muss, bevor es zu spät ist. nach einem jahr abhängigkeit hat sie ja noch die besten Chancen ihr Leben zu regeln und den Scheiß hinter sich zu lassen. Vor allem hat sie ja in dir einen kompetenten und mitfühlenden Ansprechpartner und vor allem ein großes Vorbild, was das drogenfreie Leben betrifft!
Liebe Grüße, KaNi |
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frau holle Platin-User


Anmeldungsdatum: 24.09.2010 Beiträge: 1723
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Verfasst am: 18. Sep 2011 13:41 Titel: |
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Hallo KanNi,
sorry das ich erst so spät antworte.
Habe mir aber "urlaub" genommen vom forum, hab dies gebaucht, weil es meiner tochter, die nun in der entgiftung ist, gut geht und ich mich deshalb ein wenig erholen konnte.
Sie ist übrigens 18.
Hab es im letzten post von mir geschrieben, kann mir gar nicht erklären, warum ein smilie, statt der 8 dort war.
Aber egal.
Sag mal, wie geht es dir und deinen eltern jetzt so und was treibt dein bruder?
Ist er noch unterwegs oder hat er diese lehre angefangen?
Kannst ja mal berichten, wenn du bock hast.
Werde jetzt auch wieder öfters hier sein, denke ich
LG
Frau Holle |
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KaNi Bronze-User

Anmeldungsdatum: 27.08.2011 Beiträge: 24
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Verfasst am: 19. Sep 2011 07:58 Titel: |
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Hallo frau holle,
es freut mich, dass deine Tochter auf Entgiftung ist. Hoffentlich zieht sie es durch. Kann gut verstehen, dass du "Urlaub" vom Forum brauchtest.
Mein Bruder hat die Ausbildung angefangen und nun die erste Woche hinter sich. Er sagt, dass es anstrengend sei, ihm aber Spaß mache . Hoffe er schafft es auf diesem Weg. Meine Mutter ist zur Zeit auch entspannter. Die Wochenenden ist er meistens bei der Familie seiner Freundin, kann also so lange er da ist, auch keine "Scheiße bauen", da wird auch genau auf ihn geachtet. Ich werde ihn heute oder morgen sehen um ihm beim Lernen zu helfen. Hoffe, dass er dann einen "guten Eindruck" auf mich macht. Als ich ihn am Freitag gesehen habe, war er ganz gut drauf, hat von der Ausbildung erzählt und auch mal wieder richtig gelacht. jetzt muss ich nur sehen, wie schnell ich wieder Vertrauen zu ihm aufbauen kann. Ich will nicht paranoid sein, es aber auch nicht überstürtzen und wichtige Anzeichen ignorieren oder nicht bemerken.
Ich werd euch auf dem Laufenden halten.
Schöne Grüße, KaNi |
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