Never trust a Junky?!

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Gast





BeitragVerfasst am: 14. Aug 2008 21:32    Titel: Never trust a Junky?! Antworten mit Zitat

Hi!
Es gibt zwar einige Threads hier die von Partnerinnen eines Junkies stammen aber ich möchte mich auch mal "auskotzen".
Ich bin 35, habe meinen Ex-Mann durch Suizid verloren, habe zwei Kids und mit Drogen an und für sich nichts am Hut.
Ich rauche ("normale Ziggs") und in meiner Jugend hatte ich auch den einen oder anderen Vollrausch. Naja, kiffen war auch mal ne zeitlang aber jetzt schon länger nicht mehr.
Soviel zu mir.
Meinen Freund (39) lernte ich vor 9 Monaten in einer Klinik kennen.
Ich war dort wegen meiner Depressionen und er, weil er vom H wegwollte.
Er bekommt seitdem Subutex (angefangen mit 10mg, jetzt bei 3,5mg).
Nach der Klinik ist er direkt zu mir gekommen...und geblieben.
War mir ganz recht denn ich hatte schon Bedenken ihn in sein stromloses Drogenloch zurückzuschicken.
Bislang dachte ich auch immer es klappt ganz gut bei ihm. Durch meine Kids und mich hat er ja auch einen recht "normalen" Rahmen, wo er nicht ständig in Versuchung geführt wird.
Arbeit hatte er nach der Klinik auch sehr schnell gefunden und ist der auch erstaunlich konsequent nachgegangen.
Naja, wie das nunmal in jeder Beziehung so ist...langsam schlich sich der Frust ein.
Ich hatte immer mehr die Befürchtung, das er mich nur "ausnutzt". Obwohl er Geld zur Miete beisteuert und mir ja auch viel hilft.
Desweiteren stieß mir sauer auf, das er mit den Kollegen nach der Arbeit (hatte nur Spätschicht) immer noch ein (oder 2,3,4....) Bier trinken ging. Gekifft wurde dann auch mal.
Einmal kam er total aggro nach Hause...angeblich hat er nur getrunken und gekifft aber das glaube ich nicht...der hatte drei Tage lang so nen breiten Ausdruck in den Augen, hat auch viel geschlafen.
Dann ist er mal bei irgendeinem alten "Bekannten" (Alki) versackt...angeblich wieder nur Bier und auf dem Sofa eingeschlafen.
Dazu kommt sein (gelegentlich) verantwortungsloses Verhalten.
Lange Rede, kurzer Sinn: in letzter Zeit kommen mir immer häufiger die warnenden Sprüche "Junkyerfahrener" Leute aus meinem Bekanntenkreis in den Sinn.
"Traue denen bloß nicht, die lügen ohne rot zu werden und spielen dir perfekt was vor" u.ä. mehr.
Vor einer Woche habe ich ihm gesagt, das es vielleicht helfen könnte, wenn er sich ne eigene Wohnung suchen würde.
Das war für ihn ein Schock. Er schlief die Nacht auswärts (angeblich bei nem Bekannten). Am nächsten Morgen kam er wieder und getand, das er nen Rückfall hatte.
Wir "vertrugen" uns wieder aber vor 3 Tagen hat's wieder geknallt.
Er saß halt permanent nur noch am PC, das nervte total.
Seitdem ist er wieder bei einem Kumpel. Ich mag mir gar nicht vorstellen was er seitdem so treibt bzw. konsumiert.
Es wäre sehr, sehr schade um ihn, wenn er wieder in der Gosse landet, denn er ist an und für sich ein toller Typ.
Ohne seinen Drogen-Background würde ich uns wohl noch etliche neue Chancen einräumen aber da ist eben dieser verdammte Zweifel und die Angst davor einfach nur von vorn bis hinten verarscht zu werden.
Er hat halt weit über die Hälfte seines Lebens im "Rausch" verbracht. Früher eigentlich nur Tabletten und mal Koks aber seit drei Jahren eben (auch?) H. Wobei er es anfangs geschnupft hatte und erst drei Monate bevor in die Klinik kam mit dem spritzen angefangen hatte. (Macht das nen Unterschied?)
Ich merke halt das ich von der "Materie" absolut keine Ahnung habe.
Vielleicht kann hier ja jemand Aufklärungsarbeit leisten?
Ist es wahr das Junkies alles tun/sagen würden nur um einen Vorteil daraus zu ziehen?
Kann es jemand ohne (fachliche) Unterstützung überhaupt gelingen richtig clean zu werden?
Gibt es irgendeinen Hinweis an dem man erkennen kann, das derjenige wirklich ernsthaft von den Drogen weg möchte?
Gibt es irgendeine Möglichkeit denjenigen zu unterstützen?
Ich habe ihm ja schonmal vorgeschlagen, er solle in eine Selbsthilfegruppe gehen, damit er sich auch mit Leuten austauschen kann, die ihn vertstehen, die nachvollziehen können was in ihm vorgeht...ich kann es nämlich nicht wirklich da ich damit nie ernsthaft was zu tun hatte.
Er hält allerdings nichts von solchen Gruppen und meint, die würden sich nur gegenseitig was vorjammern.
Wir wollen uns morgen früh in der Stadt treffen und ich weiß überhaupt nicht, was ich tun soll.
Soll ich endgültig Schluß machen oder gebe ich uns noch ne Chance?
Ich weiß es einfach nicht. Sad
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joe
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 964

BeitragVerfasst am: 16. Aug 2008 12:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hi, es macht nur sinn, das du dich um dich selbst kümmerst. deine gesundheit an erste stelle stellst.
wir sind nicht in der lage andere zu ändern.
hilfe für andere findet nur durch selbsthilfe statt.
vielleicht schaust du auch mal unter coabhängigkeit nach.
alles liebe und viel kraft.
joe
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Sabine
Gast




BeitragVerfasst am: 27. Aug 2008 13:42    Titel: Never trust a Junky, wenn er drauf oder auf Entzug ist...! Antworten mit Zitat

Hallo!

Mein (Ex-)Freund ist an sich auch ein ganz toller, lieber, netter, aufgeschlossener & in Cleanphasen sogar sehr ehrlicher Typ, um den es ebenfalls in jeder Hinsicht schade ist!
ABER: Wenn Drogenkonsum wieder anfängt, auch wenn es erst scheinbar ganz harmlos ein bißchen Alkohol und Gras ist, so beginnt dieser Mensch sich doch zu verändern! Je mehr es wird, je länger es dauert um so mehr mutiert er zu einem fast komplett anderen Menschen. In so einen, in den Du Dich höchstwahrscheinlich auch nie verliebt hättest. Er spricht anders (sowohl Inhalt als auch Art und Weise), hat andere Interessen, wird immer ungepfegter usw., usw., usw.
Wenn es so weitergeht, wird er Dich immer mehr anlügen (kann mir bei seinem Alter und der von Dir beschriebenen Vorgeschichte ehrlichgesagt auch nicht vorstellen, dass er vor der Therapie nur ein paar Monate "H" gedrückt haben soll -evtl. für Dich & sich schöngeredet?!?-) und evtl. auch betrügen, denn das ist ja der Hauptbestandteil des "Jobs", ein Junkie zu sein!
Egal was er sagt, Dein Gefühl, dass er breit ist, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit richtig sein! Auch wenn Du Dir unsicher bist, mit was er breit geworden ist, ist das letztlich auch egal. Breit, mit was auch immer, ist für die Freundin, den Angehörigen generell immer schlimm! Lass Dich da nur nicht verunsichern!

Schluss machen wäre natürlich das Beste, wenn Du es kannst! Denn helfen kannst Du ihm sowieso nicht, höchstens unterstützen und das will er ja momentan wohl auch nicht! Wenn Du Dich nicht trennst, dann pass gut auf Dich auf und lass TROTZDEM NICHT ZU, DASS ES DICH TOTAL FERTIG MACHT!

Würde mich freuen, wieder von Dir zu hören, auch wenn Dein Beitrag schon etwas her ist!

LG
Sabine

P.S. Never trust a Junky, wenn er drauf oder auf Entzug ist...!
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Jokulhaups
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.09.2008
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 7. Sep 2008 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, ich kann nur folgendes Statement abgeben:
"Ich wollte mit mir selber nichts zu tun haben, wenn ich eine andere Person wäre."

Als Opiat-abhängiger hat man nur eine sehr geringe Chance, nicht zu verotten oder sich selbst zu killen.
Wenn Dein Freund zu diesen wenigen zählt oder zählen wird, dann kannst Du auf ihn bauen.

Ich rede hier allerdings von einer konsequenten Abstinenz > 1 Jahr.
Ich habs noch nie geschafft, aber ich gebe nicht auf.....

Viel Glück,

Seb
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Gast





BeitragVerfasst am: 10. Sep 2008 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
ich möchte Dir auch gerne was dazu schreiben, denn ich bin selbst seit 13 Jahren abhängig von H und K, wobei ich mich als stabil bezeichne, da ich wie Du auch 2 Kinder habe und ner Tätigkeit nachgehe. Deine Situation kenne ich gut, da ich selbst durch meinen damaligen Partner draufgekommen bin, nachdem ich ihm 8 Monate versucht habe beizustehen.

Erstmal vorneweg; es macht gar keinen Unterschied, ob ein Junkie drückt, zieht oder raucht, denn drauf ist drauf. Und Draufsein ist für BEIDE Seiten (Angehörige & Betroffener) echt sch... Denn, auch wenn ständig vor dem "bösen" Junkie gewarnt wird, der ja soviel betrügt und klaut; wenn ein Junkie verliebt ist, dann will er seine Liebsten auch nicht enttäuschen oder ihnen Sorgen bereiten. Da aber die Wahrheit nicht erträglich ist für die Angehörigen, bleibt kaum etwas anderes übrig. Dies soll nicht heißen, Du sollst es hinnehmen! Wenn einer drauf ist, dann ist er schwach und wird es sicherlich nicht schaffen so selbstlos zu sein, um mit der Partnerin Schluß zu machen, denn Du gibst Deinem Freund Kraft und Halt und bist eben da.

Ich wollte noch anmerken, dass es ein Suchtgedächntis gibt. Wenn jemand entgiftet ist, dann sollte er am besten gar nichts mehr zu sich nehmen, was eine berauschende Wirkung hat (Alk, THC), da dieser Konsum im Hirn auch das Verlangen nach H wieder weckt, außerdem sinkt die Hemmschwelle, sich wieder was zu besorgen. Also war das auch schon ziemlich riskant, was Dein Freund gemacht hat nach der Arbeit. Kann mir gut vorstellen, dass er danach mal nen Abstecher gemacht hat...
Ich finde es echt seltsam, dass Du Deinen Freund direkt nach dem Klinikaufenthalt (also kanntet ihr euch gerade ein paar Tage!) bei Dir aufgenommen hast TROTZ Deiner 2 Kinder!!! Gerade wenn man sich noch nicht besonders gut kennt und dann noch jemanden mit Suchtthematik bei sich aufzunehmen...
Sicherlich gibt es einige Wenige, die es auch ohne langwierige Therapie geschafft haben, clean zu werden und für einen kurzen oder auch mal längeren Zeitraum zu bleiben. Aber das sind die Ausnahmen, denn für jede Sucht gibt es Gründe und Themen, die es zu bearbeiten gilt. Er scheint ja nicht besonders offen zu sein für Hilfsangebote... Und ob wirklich jeder Junkie gleich ist und Dir alles erzählt um seinen Vorteil zu ziehen, das glaube ich nicht, denn ich meine, das liegt am Wesen des Menschen. Allerdings ist man schon sehr verzweifelt, wenn man entzügig ist und zu vielem bereit, was sonst undenkbar wäre.
Ich würde Dir raten, vorsichtig weiterzumachen. Lern ihn besser kennen, setz Dich mit der "Materie" richtig auseinander (es gibt auch Aufklärungsangebote für Angehörige), schütze aber vor allem Deine Kinder vor den Auswirkungen seiner Sucht auf die Familie. Denn Kinder sind super feinfühlig und checken sofort, wenn einer dicht ist oder eben anders als sonst. Und in der Regel dreht sich in Familien mit einem Süchtigen fast alles irgendwie um denjenigen, auch wenn es manchmal gar nicht so auffällt.
Wünsche Deinen Kindern vor allem und Dir alles Gute!
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