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Maximus96 Gold-User


Anmeldungsdatum: 29.11.2012 Beiträge: 367
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Verfasst am: 19. Jun 2013 17:36 Titel: Was ist an Sucht eigentlich so schlimm? (nicht falsch vers.) |
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Hallöle, ihr Lieben!
Wie gesagt, bin ja seit Längerem wieder mal im Forum aktiv. Und erstelle auch wieder fleißig Beiträge, hehe. Ich hätte da nämlich noch 'ne Frage bzw. würde gerne eure Meinung dazu hören.
Habe ich ja in einem anderen Thread schon geschrieben. Konsumiere seit etwa eineinhalb Jahren Opiate/Opioide, habe mit Subutex angefangen, und habe mit allen möglichen anderen Substanzen experimentiert (also für jene, die das damals nicht mitbekommen haben, war wie gesagt vor einiger Zeit schon mal hier aktiv). So im November, Dezember letzten Jahres habe ich jeden Tag konsumiert, dass es zum echten Problem wurde. Dank der Forenmitglieder u.a. habe ich es dann eine Zeit lang ganz sein gelassen, bzw. habe nur noch alle zwei Wochen oder einmal im Monat überhaupt etwas genommen.
Seit April ging es mir wieder richtig beschissen, habe dann wieder angefangen, mir öfters was zu holen. Buprenorphin vertrage ich auch nicht mehr so wirklich, und deswegen gehe ich jetzt seit einiger fast jeden Tag auf die Scene wg. H. Ich muss auch ehrlich sein, dass ich das mittlerweile nicht mehr kontrollieren kann. Einem Bekannten habe ich davon erzählt, mein Vater weiß es auch, und ich habe versprochen, dass ich eine Woche mal nichts nehmen werde. Ich schaffe das aber nicht. Es geht nicht, ich bekomme es nicht hin. Ohne Shore bin ich nicht lebensfähig, ich komme nicht aus dem Bett, es geht mir beschissen, ich bin psychsisch am Ende, ich kann nichts, ich kann nicht funktionieren, ich bin den ganzen Tag am heulen, raste aus, habe Suizidgedanken, würde mich am liebsten aufhängen oder mir das Bein abhacken ... die Liste möchte gar kein Ende nehmen. Mein Vater, mein Bekannter und noch ganz viele andere machen mir Angst. Dass Sucht schlimmer ist als eine Krebserkrankung. Dass ich mir mein Leben versaue. Dass ich nicht mehr in der Lage sein werde, zu schreiben (mein einziges und jahrelanges Hobby).
ICH BIN ECHT FERTIG MIT DER WELT!
Wie habe ich das zu verstehen? Haben sie recht? Was ist so schlimm, was ist das Schlimmste an Sucht? Dass Sucht schlimm ist oder schlimm sein kann, ist gar nicht die Frage. Klar, die Begleitumstände, Prositution, die Geldfrage, das Körperliche, der soziale Abstieg, was man da eben so hört etc. Aber, dass es wirklich SO schlimm ist? Ohne H geht's mir einfach beschissen. Vor allem psychisch. Ist es nicht besser, ich bin süchtig und konsumiere, als dass ich mich aufhänge oder so? Vorerst, meine ich. Wieso kann ich dann nicht mehr schreiben? War das ernst gemeint? Ach, so'n Mist ...
Ich habe mich mittlerweile für eine stationäre Psychotherapie angemeldet. Weiß gar nicht, ob die mich überhaupt nehmen wegen der Drogen, das musste ich ja angeben. Eine Drogentherapie kann ich nicht machen, weil meine Adoptiveltern das dann spitzkriegen würden. Und das möchte ich ihnen einfach nicht zumuten, sie haben schon genug Stress mit mir.
Heroin ist einfach das einzige, was mir momentan überhaupt irgendwas gibt. Und das wird mir ständig madig gemacht, ich weiß, das klingt blöd.
Ich weiß nicht, wie ich weiterleben soll. Ich habe es versucht, ehrlich. Es war kein Leben, es war Vegetieren, die Hölle, es war absolut furchtbar. Mit Heroin kann ich wenigstens einigermaßen vernünftig existieren. Ich bezweifle auch, dass eine stationäre Therapie da großartig was dran ändern kann (ambulant hat mir schließlich auch nicht wirklich, nicht signifikant weitergeholfen). Klar, es wird immer schwieriger, die Kohle dafür aufzubringen. Das Ganze zu verheimlichen. Jeden Tag auf die Scene zu eiern mit dem Risiko, dort erwischt/kontrolliert zu werden. Aber all DAS, all das ist besser als diese Qualen zu ertragen, dieses Leben, was kein Leben ist. Ich weiß echt nicht mehr, wie das weitergehen soll.
Hat dazu irgendwer eine Meinung? Kann mir irgendjemand helfen, sagen, was ich tun soll? Geht's wem ähnlich?
Ich wäre euch echt dankbar für 'ne Antwort oder sowas. Ach ja, für die, die's nicht wissen: Ich bin erst 16 und lebe bei meinem leiblichen Vater.
Mit freundlichen Grüßen
MAXIMUS  |
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Yolande Platin-User

Anmeldungsdatum: 01.06.2011 Beiträge: 1438
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Verfasst am: 19. Jun 2013 19:27 Titel: |
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Ich kann deine Gedanken insofern nachvollziehen, als dass man sich als Suchtkranker zwischen Pest und Cholera entscheiden muss, sprich einen antriebslosen, depressiven Leben ohne Drogen oder der wärmenden Decke und einem guten Gefühl mit Drogen. So in etwa habe ich dich verstanden und ja gemessen an dem, was du dir unter einem drogenfreien Leben vorstellst, ist es grausam, darüber nachzudenken, dass du möglicherweise 80 Jahre ohne Heroin unglücklich vor dich hin vegetierst oder lieber noch 10 glückliche Jahre mit H hast. ABER, du selbst merkst, dass du ohne Heroin nicht mehr gut leben kannst. Erinnere dich, es gab eine Zeit, da konntest du dies gut. Und nach und nach wird es auch wieder werden, wenn du davon loskommen willst. Willst du aber nicht. Also, dann stell dich an den Straßenstrich, lass dich von jedem verdammten Assi für 5 Euro pimpern (sorry, aber das verdient keinen anderen Ausdruck), friere auf der Straße und träume von einer glücklichen Welt, setze dich auf die nächste Parkbank und versuche mit zittrigen Händen eine deiner kaputten Venen zu finden (irgendwann werden sie das sein). Am besten bist du dann noch schwerkrank, HIV, Hepatitis usw. von den seelischen Folgen ganz zu schweigen, die der Straßenstrich für dich bringt...vielleicht darfst du auch mal ein paar Jahre in den Knast, what ever...aber ja, das könnte eine gute Vorstellung eines glücklichen Lebens sein. Du könntest aber auch aufstehen und dir sagen: Hey, du verfluchtes Heroin, wegen dir bin ich nicht mehr in der Lage, mein Leben genießen zu können, wegen dir schaffe ich es nicht, allein aufzustehen und mich zu motivieren. Maxi, du kannst eine Drogentherapie machen...deine Adoptiveltern würden dich sicher unterstützen dabei. Früher oder später merken sie eh was passiert und weißt du was, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, dann kannste dich immer noch erhängen, wenns denn sein muss.
Aber dein Leben so weg zu werfen, eine Schande.
LG |
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SAUBERMANN Platin-User

Anmeldungsdatum: 27.03.2012 Beiträge: 1356
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Verfasst am: 19. Jun 2013 21:02 Titel: Re: Was ist an Sucht eigentlich so schlimm? (nicht falsch ve |
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maximus,
ich bin ja noch immer nicht gänzlich davon überzeugt, dass du kein troll bist, weil deine fragen auch einen subtil provokativen charakter haben. trotzdem nehme ich dich mal ernst...
Maximus96 hat Folgendes geschrieben: | Mit Heroin kann ich wenigstens einigermaßen vernünftig existieren. |
das siehst du JETZT NOCH so. die ersten jahre auf opiaten sind oft noch angenehm, obwohl ja bei dauerkonsum oft schon die ersten probleme auftreten (affe, geld, beschaffung, zeitaufwand usw.). trotzdem wirkt das zeug meist noch einigermaßen gut und man hat auch noch die möglichkeit, seine dosis zu steigern und die substanz und konsumart zu wechseln , um eine bessere wirkung zu erzielen...
in dieser phase machen intelligentere/reflektiertere konsumenten oft folgendes: sie hinterfragen ihren konsum und -ohne es zu wissen- glorifizieren die opiate auf gewisse weise.
man überlegt sich dann, dass sucht ja nur ein konstrukt sei und überhaupt: ein "problem" hat meist ja eh nur die gesellschaft bzw. die umwelt mit der sucht. man selber nimmt ja nur sein mittel ein, um "normal" zu sein, um sich "gesund" zu fühlen, so wie ein diabetiker sein insulin nimmt... DAS GLAUBT MAN ZUMINDEST GERN!
die echten probleme kommen ja nicht mit dem ersten gerauchten blech oder der ersten nase subutex. das geht alles ganz langsam und man merkt es oft gar nicht.
dazu muß man kurz was sagen: wer es zb. schafft, ohne dosiserhöhung und beschaffungsstress über jahre ein opiat einzunehmen, kann um diese probleme tatsächlich weitestgehend herumkommen (zb. ein schmerzpatient, der über jahre tägl. 80mg oxycodon einnimmt, das er vom arzt bekommt). das GEHT PRINZIPIELL schon.
aber der "normale" konsument, der es va. wg. der psychoaktiven wirkung nimmt, funktioniert irgendwann nicht mehr ohne sein zeug. das wäre an sich ja kein problem, solange er noch MIT opiaten funktioniert. dann ist es zwar auch schon schwierig, weil man immer stoff auf lager haben muß (mit "stoff" meine ich nicht nur heroin, sondern alle opiate). aber man "funktioniert" noch.
das dr5ama beginnt erst so richtig, wenn man weder ohne noch mit stoff funktioniert. und an den punkt kommt fast jeder opiatsüchtige. ich hab es selbst auch nie geglaubt und dachte immer, ich sei vllt. schlauer als der durchschnittliche junkie auf der szene... aber selbst wenn man cleverer ist: man fällt trotzdem auf die schnauze.
neben den ganzen strukturellen problemen (geld, zeit, aufwand usw.) kommen ja auch in besonderer weise noch die psychischen veränderungen dazu, die der dauerkonsum bewirkt. man selbst merkt das meist gar nicht. aber man verändert sich total.
ich brauche nur auf mich schauen: mir ist zb. der gesamte elan und all meine motivation, um krativ zu sein, flöten gegangen. ich habe auch gern geschrieben und gemalt... nichts davon bleibt nach jahren noch übrig. man wird stumpf. die erste zeit hatte ich sogar den eindruck, dass es mit den opiaten sogar noch besser ginge... aber der effekt war schnell verebbt. dann kam die flaute. und die hält seit ca. 4 jahren bei mir an.
und ich bin kein einzelfall. das beschreibt ja fast jeder süchtige von sich. auch wenn die leute andere hobbies haben als du oder ich - das ergebnis ist das gleiche.
und diese dinge kannst du nach 1,5 jahren konsum mit 16 auch noch gar nicht wissen. das ist nicht "altklug" oder "besserwisserisch". das ist nur das ergebnis meiner einsicht: "AUCH ICH KOMME UM DIESE BESCHISSENEN AUSWIRKUNGEN OFFENBAR NICHT HERUM!"
du willst wissen, was an sucht so problematisch ist?
das ist schwer auf einen nenner zu bringen. wenn man es trotzdem mal versucht, könnte man sagen: "DEIN GESAMTES DENKEN UND HANDELN, EINFACH ALLES, WIRD IRGENDWANN VON DER DROGE BESTIMMT!"
und ich sag dir das nicht, weil ich drogenberater oder missionar oder sowas bin, sondern weil ich selber seit jahren opiatabhängig bin und mittlerweile auch unter meiner sucht leide. und zwar nicht, weil mir das jemand einreden würde (es weiß nämlich auch fast keiner von mir), sondern weil ich es selber nach einiger zeit merkte.
kleine anekdote am rande:
ich war früher recht aktiv in einem damals sehr bekannten forum zur thematik. das war die zeit, in der ich grad wieder begann, opiate zu nehmen (ich war ende der neunziger/anfang der 2000er bereits einmal vn tilidin abhängig für ca. 1,5 jahre, danach aber bis ca. 2006 clean). damals gab es in dem forum viele user (auch mädels), die gerade mit opiaten anfingen. irgendwann kehrte ich dem forum den rücken, weil ich abstand brauchte. trotzdem konsumierte ich weiter, ich war ja süchtig... jedenfalls bin ich nach jahren mal wieder in das forum gegangen und hab voller entsetzen gelesen, was passiert war: 2 user sind an einer OD gestorben. kein einziger der "alten clique" ist heute clean, die meisten sind in substitution und plagen sich mit erfolglosen entzugsversuchen oder den auflagen der substitution herum... ein mädel, das sehr intelligent ist und wirklich immer gute beiträge schrieb, wurde mit der zeit schwerst abhängig und ballerte sich BTM-opiate in jede frei körperstelle, die noch ging, meist in die leiste, aber auch die war völlig kaputt und vernarbt... ein anderer ist seit 5 jahren hochdosiert auf polamidon völlig hackedicht von dem zeug, hat aber trotzdem noch n ziemlich guten job... die meisten sind richtig abgestürzt - mich eingeschlossen (wobei ich mich inzw. ganz gut erholt hab und wieder am leben teilnehme, aber um wieder "der alte" zu werden, müsste ich erstmal dieses verfluchte methadon entziehen, was mir fast unmöglich erscheint).
wenn dir ältere konsumenten sagen: "lass es sein, mädel!", was denkst du, WARUM sollten die dich anlügen? meinst du, dass es in wirklichkeit auf dauer toll ist? warum sagt dann fast jeder was anderes?
jetzt könntest du kontern: "ABER WENN ES DOCH SO BESCHISSEN IST, WARUM HÖREN DIE LEUTE DANN NICHT EINFACH AUF? DIE KONSUMIEREN JA TROTZDEM WEITER, OBWOHLS ANGEBLICH SO DOOF IST?!"
und wenn du irgendwann mal genau in dieser zwickmühle steckst, vollgepumpt mit substimitteln, trotzdem suchtdruck ohne ende, aber nix wirkt mehr vernünftig, aber du kippst trotzdem nochmal 15ml methadon nach... DANN weisst du, warum das alles keinen spass mehr macht... |
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veilchenfee Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009 Beiträge: 4076
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Verfasst am: 19. Jun 2013 21:31 Titel: |
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Mensch, Maxi, wenn Du es nach diesem fabelhaften Beitrag von Saubermann noch nicht verstanden hast, weiß ich auch nicht. Ich hoffe so sehr, Du nimmst Dir seinen Text zu Herzen! |
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Maximus96 Gold-User


Anmeldungsdatum: 29.11.2012 Beiträge: 367
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Verfasst am: 19. Jun 2013 22:41 Titel: |
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Danke Yolande, Danke Saubermann. Saubermann, dein Beitrag hat mich echt zum Nachdenken gebracht. Ich kann mir das auch echt gut vorstellen, ich meine, meine Toleranz steigt jetzt schon mit rasender Geschwindigkeit, gestern morgen habe ich mir vier Plomben geholt und mir bis jetzt 3,5 davon reingezogen (obwohl ich mir sie diesmal länger aufheben bzw. "einteilen" wollte). Das ist einfach alles scheiße. Ich weiß gar nicht, warum ich wieder mit dem Mist angefangen habe. Mir geht's dann maximal 'ne halbe Stunde oder 'ne Stunde gut und dann hat sich die ganze Sache. Und morgen "muss" ich wieder los, außerdem geht meine Kohle so langsam zur Neige. Nee, ich glaub', ich kann das schon nachvollziehen. Aber es ging mir ja vorher auch schon beschissen. Das ist nicht erst, seitdem ich Drogen nehme. Ich weiß einfach nicht, wie ich dieser extremen Belastung standhalten soll. Und zumindest psychisch bin ich auch schon ziemlich stark abhängig, da will ich mir selber gar nichts vormachen.
Uff ... die Plombe eben hätte ich erst mal antesten sollen, stattdessen habe ich mir 'ne richtig fette Line auf einmal reingezogen. Das Zeug ist viel stärker als das, was ich davor hatte. Sorry, ich bin ein Schisser. Kann man vom Nase ziehen 'ne Überdosis bekommen? Davor hätt' ich echt Angst. Das Zeug haut ganz schön rein, hätt' ich nicht gedacht. Woran bemerkt man eine Überdosis? Naja, ich hab's gezogen und hab' sofort gemerkt, dass das Zeug gut ist und ich vielleicht etwas weniger hätte ziehen sollen. Weil ich hatte das Gefühl, als würde ich keine Luft mehr kriegen. Jetzt geht's wieder. Tut mir leid, bin echt 'n Angsthase. Drogen sind eigentlich gar nichts für mich, ich verfalle immer total schnell in Panik. Bin halt auch ein kleiner Hypochonder.
Hat jemand 'nen Tipp, was man machen soll, wenn man zu viel genommen hat? Also außer jetzt, wenn's ganz krass ist, 112 anzurufen? Keine Ahnung, was futtern, frische Luft, kalter Waschlappen oder sowas? Wie gesagt, sorry, bin echt 'n Schisser. Ich glaub' nicht, dass mir was passiert, mir ist nicht mal richtig schlecht und muss auch nicht kotzen. Aber hätte nicht gedacht, dass das Zeug so reinhaut.
Nochmal zum eigentlichen Thema. Ich denke schon, dass das scheiße ist, die ganze Geschichte. Ich hab' keine Lust, mein Leben wegzuwerfen. Aber irgendwas treibt mich immer wieder dazu, zu konsumieren. Es ist, als ob ich's einfach nicht mehr aus meinem Kopf bekäme. Da ist einfach immer so eine wahnsinnige Sehnsucht. Und wer lebt schon gerne mit so einem Wunschtraum ständig im Kopf, den man sich eh nie erfüllen kann, darf, bzw., naja, der eh nur 'ne Illusion ist. Wenn ich 'ne Zeit lang gar nicht konsumiere, habe ich das ständig im Hinterkopf, wie als würde man ständig darauf warten, dass man mal wieder an gutes Zeug kommt. So, als ob man sich was vornehmen würde, 'n Ziel eben, nur, dass ich darauf keinen Einfluss habe, das ist einfach drin in meinem Kopf. Wenn einem das Zeug auch nur nicht so viel geben würde.
Hm, mache mal Schluss und wünsche euch allen einen ganz, ganz tollen und entspannten Abend!
Dichte Grüße von Toni, Maxim und Amadeus (die beide allerdings nüchtern sind und auch noch nie irgendwas genommen haben, abgesehen von Schokolade)
(Ich kann nur nochmal betonen, dass ich echt bin. Aber es steht natürlich jedem frei, zu glauben, was er oder sie möchte. Ich hätte gar keinen Grund dazu, mir eine zweite Identität und so eine Geschichte zu erfinden und mich dann über Monate in irgendwelchen Foren rumzutreiben. Ich fände das auch, ganz ehrlich, ziemlich frech, wenn es der Wahrheit entspräche. Ich meine, die User hier geben sich ja immer wahnsinnig viel Mühe, in den Beiträgen steckt Arbeit, Zeit, Anteilnahme. Außerdem ist Abhängigkeit und das Ganze ja kein Thema, mit dem man irgendwelche Scherze treibt. Das wollte ich nochmal loswerden.) |
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ast Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 14.03.2012 Beiträge: 3325
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Verfasst am: 19. Jun 2013 22:45 Titel: |
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Du packst das schon, Maxi...wenn Drogen z.Zt das einzige sind was Dich am Leben hält, ok.
Immer noch besser als Dich gleich umzubringen.
wahrscheinlich musst Du erst noch Deinen point of no return überschreiten...
und bleib an Deinem Buch dran  |
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Yolande Platin-User

Anmeldungsdatum: 01.06.2011 Beiträge: 1438
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Verfasst am: 19. Jun 2013 23:02 Titel: |
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Maxi, du schreibst, wer lebt schon gern mit so einem Wunschtraum im Leben, den man sich eh nie erfüllen kann? Nun ja, ich wünschte mir mein Leben lang, ein kleines Häuschen in der Toskana, dort wollte ich gern ein paar Ziegen halten und unter Olivenbäumen ein Buch schreiben. ...ich träume diesen Traum immer noch gern, aber ich konnte mir das Haus bislang nicht leisten. Ich träumte von einer heilen Familie, mit Mann und Kindern. Der Mann kam, schenkte mir zwei tolle Kinder und verließ uns für seine heile Drogenwelt. Ich träume immer noch meinen Traum von einer heilen Familie, vielleicht irgendwann mit einem anderen Mann, ... als Kind wollte ich Weltmeister werden, nur eine Disziplin dazu fiel mir nicht etc.pp. Ich könnte endlos weiter schreiben über Sehnsüchte, Wünsche und Träume, die ich mir bislang nicht erfüllen konnte und ja, mancher Traum ist als Traum auch sehr viel schöner als wenn er tatsächlich Realität werden würden und bei dir ist es doch am Ende nichts anderes. Du träumst von dem Gefühl, welches du dir von H versprichst und in Wirklichkeit gibt dir das Heroin schon lange nicht mehr die Befriedigung, die du dir erhoffst. Es gibt auch andere Hobbies, Maxi, die dich weiter bringen, die deine Intelligenz fordern, die dich Menschen kennen lernen lassen, die dir neue Welten zeigen usw. Schlimm wirds im Leben erst, wenn du aufhörst zu träumen. Und zu meinem 80. Geburtstag nehme ich mit Flippy zusammen mein erstes Mal Heroin...weil es tatsächlich die einzigste Droge ist, deren Wirkung mich insgeheim ein wenig reizt, aber bis dahin habe ich noch verdammt viel vor!
LG |
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tukuna Gold-User

Anmeldungsdatum: 04.01.2013 Beiträge: 304
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Verfasst am: 20. Jun 2013 08:51 Titel: |
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Hi,
Ich glaube, dass ich genau nachempfinden kann, wie Du Dich im Moment fühlst. Ging mir mit Koks nicht anders. Anfangs dachte ich, ich kann das kontrollieren. Seeeeeeeehr kurze Zeit funktionierte das auch. Bis ich dann nur noch an Koks dachte. Und das, obwohl es mir eigentlich gar nichts mehr gebracht hat. Dieser Punkt kommt auch bei Heroin sehr schnell. Die erste Zeit ohne ist wirklch der Horror.Wegen der Depris, man hat zu nichts Lust, kann sich zu nichts aufraffen. Das feeling hatte ich beim Absetzen von Koks auch. Nur der Gedanke daran, dass es vorüber geht und ein Umzug in eine Stadt, wo ich keine Connection hatte, hat mich endgültig befreit. Vielleicht solltest Du doch mit Deinen Eltern sprechen. Du bist ihnen nicht weniger wert, weil sie Dich adoptiert haben. Da bin ich sicher. Ich denke, die Sorge um Dich wird größer sein als eine eventuelle Enttäuschung. Sicher haben sie auch schon etwas bemerkt. Und nichts ist schlimmer als Ungewißheit. Eine Substitution mit Medikamenten wäre sicher sinnvoll. Da kann eine Drogenberatungsstelle o.ä. weiterhelfen. Ich bin so froh, dass ich das geschafft habe: kann mich nur zu gut erinnern, wie oft ich dachte: ohne lohnt nicht.Lieber kurz und gut mit als lange ohne leben. Nur "mit" bleibt nicht gut. Es wird die Hölle. Jetzt ist das Leben erst wirklich gut. Mist: das klingt alles so hölzernd, belehrend. Aber ich kenne wirklich dieses Schei...Gefühl... Versuche besser aufzuhören. Es lohnt sich wirklich.
Alles Gute,
tukuna |
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lämmchen Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 09.02.2012 Beiträge: 3756
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Verfasst am: 20. Jun 2013 15:37 Titel: |
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Liebe Maxi,
ich freue mich, das Du am Leben bist. Ja, staune nicht, ich hab oft an Dich denken müssen. Du warst im vorigen Jahr hier und erzähltest von Deiner unerträglichen Situation, die sich ja nun leider gar nicht entspannt hat.
Maxi, hol Dir Hilfe. Um Dich als junges Menschenkind wäre es verdammt schade, wenn Du da nicht mehr rauskommst. Du bist so klug!
Geh von Deinem verf***** Erzeuger weg, Du weisst warum ich das erwähne, möchte es aber nicht näher beschreiben. Ist bei Euch beiden immer noch diese ganz bewusste Situation gegeben? HAU AB von ihm, NIMM DEINE BEINE IN DIE HAND! Er macht Dich noch kaputter als Du schon bist!
Und alles was Du drückst usw.usf. verändert nichts an der seelischen Pein in Deinem Kopf. Das weisst Du aber!
Was schlimm an einer Sucht ist, fragst Du? ALLES!
Bitte, verschwende Deinen Geist und Deinen Körper nicht an diesen Mist. Du schaffst das.
Alles Liebe und das Du den richtigen Weg für Dich findest, wünscht Dir Lämmi
P.S. Vielen Dank für Deinen herzlichen Worte und Deine Anteilnahme, damals...im Dezember! |
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SAUBERMANN Platin-User

Anmeldungsdatum: 27.03.2012 Beiträge: 1356
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Verfasst am: 20. Jun 2013 18:47 Titel: |
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hi leute...
interessante diskussion. mich regt das auch zum nachdenken an...
traurig, dass jemand in so jungen jahren schon so tief im sumpf steckt...
maxi, ich spinne mal kurz drauf los, du mußt darauf auch nix antworten. denk nur mal drüber nach: KANN ES SEIN, DASS DIR "DEIN ELEND" AUCH EIN GAAAANZ KLEIN WENIG GEFÄLLT BZW. DASS DU MIT DEINER SUCHT UND DEINEM LEID AUCH EIN WENIG KOKETTIERST? zumindest kenne ich viele menschen, denen das zeitweise so ging. auch ich dachte mit 18 kurzzeitig mal, dass meine umwelt den konsum evtl. als eine art "hilfeschrei" interpretiert und mir vllt. hilft...
wenn das so sein sollte: VERGISS DAS GANZ SCHNELL! wer hilft dir in deinem leben? das jugendamt? die arbeiten nur nach schema F. du brauchst aber m.e. jemanden, der dir mal zuhört und dich ernstnimmt. ich kann mir vorstellen, dass du deiner umwelt durch den konsum von H auch unterbewusst zeigen willst: "HEY! NEHMT MICH WAHR! NEHMT MICH VOR ALLEM ENDLICH ERNST!"
du konsumierst schließlich keine ü-eier, sondern heroin. das zeug ist nix für kinder. und du willst auch, dass endlich mal jemand sieht, dass du wirklich leidest und dass es dir wirklich nicht gut geht.
jetzt meine bitte an dich: mach nicht so lange mit hero weiter, bis dir n arm oder bei fehlt oder du an ner OD stirbst... denn um auf deine frage zu antworten: bei ner richtigen OD hast du keinerlei handlungskontrolle mehr. wenn es wirklich zu viel ist, pennst du weg... das wars dann. für immer. oder glaubst du, die ganzen junks mit nem "goldenen" haben gemerkt, dass sie sterben und nix dagegen getan? da würde der überlebenstrieb wohl bei jedem rattern, sofern er denn noch könnte.
in aller regel verliert man das bewusstsein und deine atmung flacht ab (atemdepression) bis hin zum atemstillstand. da du nicht mehr bei bewusstsein bist, stirbst du dann (sofern niemand in der nähe ist, der dich findet und weiß, was zu tun ist).
es ist ganz schön bescheuert, bei ner H-OD an "frische luft" zu denken oder sowas... außer lebensrettenden maßnahmen und der sofortigen hinzuziehung eines notarztes hilft da gar nix.
als ich mit methadon angefangen hab, nahm ich oft noch benzos dazu. meine damalige freundin hat mich mehrfach nachts geweckt, weil meine atmung zt. 1 minute lang ausgesetzt hat. manchmal bin ich auch selbst aufgewacht und hab nach luft gejapst... ein arzt hat mir mal klargemacht, dass ich in solchen momenten nicht mehr weit davon entfernt bin... von was? das kann man sich ja denken... und da ich leben will, gibts keine benzos mehr zum methadon.
du mußt dir mal klarmachen, dass heroin kein medikament mit stabiler, berechenbarer dosis ist. das H auf der strasse schwankt zt. extrem im wirkstoffgehalt. und genau deshalb passieren ja die meisten überdosen: der user nimmt zb. tägl. 2 bubbles, die er am bahnhof kauft. einen tag ist sein stammdealer nicht "auf szene" und er kauft bei jemand anderem. der sagt noch: "IS SUPER QUALI BRAUCHST NUR GAAAANZ WENIG VON", aber weil das jeder dealer von seiner drecksschore sagt, glaubt man es nicht und nimmt die gewohnte dosis... und zack - weg bist du, weils zu stark war...
weißt du eigentlich, dass nase ziehen sehr gefährlich ist? das ist gefährlicher als rauchen, wenns um ne mögliche OD geht. denn beim ziehen tritt die wirkung erst später ein. da merkst du es nicht mehr, wenn du wirklich zu viel hattest. und wenn das zeug erstmal in deiner blutbahn ist, hilft dir nur noch naloxon bzw. naltrexon i.v. vom notarzt...
du solltest dir mal klar machen, dass opiatkonsum ein ständiger tanz auf der rasierklinge ist... ich bin deshalb zum safer-user geworden. schlicht weil ich nicht sterben will. kein mischkonsum, keine schore (kann man nie sicher dosieren, methadon aber schon zb.) usw...
denn dein tod ist keine show und man kommt auch nicht mehr wieder. das geht nur einmal...
MACH DIR DAS ALLES BITTE MAL BEWUSST! du verballerst eine zeit im leben, die für manche zwar schwer ist, gerade wenn man wie du den altergenossen ein ganzes stück voraus ist, aber im großen und ganzen ist das schon ne interessante zeit, so mit 16-17 jahren...
und du darfst auch nicht vergessen, dass es ganz schnell gehen kann, dass du nicht mehr so "frisch" bist, geistig und körperlich. ich weiß nicht, wie du aussiehst, aber ich nehme mal an, dass du noch zähne hast, normale haut usw... viele dauerkonsumenten sehen "gezeichnet" aus: zähne faulig, haut großporig, rot, ungesund usw...
wer opiate auf dauer nimmt, bleibt nicht derjenige, der er vorher war. ich will mal n vergleich ziehen:
WENN MAN SICH EINEN NAGELNEUEN MERCEDES VOM HÄNDLER HOLT, IST DAS AUTO TOP IN SCHUSS. NULL KILOMETER GEFAHREN, NULL VERSCHLEISS, ALLES TOLL...
WENN MAN DIESES AUTO 10 JAHRE BEI WIND UND WETTER GEFAHREN HAT UND ES NICHT GEPFLEGT HAT, DANN IST DER LACK AB, DAS AUTO ROSTET, ES STINKT, DIE PLSTER SIND ABGEWETZT, DER MOTOR STOTTERT, DIE BREMSEN SIND RUNTER USW...
aber wir konsumenten denken, dass wir autos sind, die man 10 jahre unter voller belastung fahren kann und die danach immer noch tiptop sind...
dabei sind wir nach n paar jahren opiatkonsum auch richtig "abgerockt"... ok, die zähne kann man pflegen u. die haut usw. auch, aber der konsum hinterlässt trotzdem deutliche spuren...
das muß man sich immer bewusst machen. |
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Ethan Nadelmann Bronze-User

Anmeldungsdatum: 14.05.2013 Beiträge: 71
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Verfasst am: 20. Jun 2013 19:09 Titel: |
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ganz allgemein: abhängigkeit ist immer eine einschränkung der freiheit.
(natürlich ist das ein sehr komplexes thema, denn mehr oder weniger sind wir alle abhängig in unserer existenz.) |
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Caro78 Gold-User

Anmeldungsdatum: 29.05.2012 Beiträge: 834
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Verfasst am: 20. Jun 2013 20:40 Titel: |
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Hallo Maxi,
auch ich begrüsse dich zurück im Forum. Schön dass du wieder da bist.
Was an Sucht schlimm ist? Nun, wir Menschen benötigen auch Nahrung, Wasser, Sauerstoff ect...Wir benötigen so einige Dinge. Bei einer Sucht benötigen wir halt unseren Suchtstoff zusätzlich. Nicht so schlimm könnte man meinen?
Nun, wenn du immer ausreichend Geld und Suchtmittel zur Verfügung hast dann kannst du lange mit der Sucht leben. Wenn du Safer Use betreibst und dir keine Folgekrankheiten einfängst und dich nicht prostituierst oder kriminell wirst könnte es jahrelang gut gehen vorausgesetzt du leidest nicht an den Nebenwirkungen der Sucht wie Antriebslosigkeit oder depressive Verstimmungen und vorausgesetzt du kannst dir dein Suchtmittel einteilen.
Weiterhin dürftest du niemals wegen Problemen konsumieren sondern nur wenn es dir psychisch gut geht und du glücklich bist mit deinem Leben.
Das alles trifft nur auf wenige User zu.
Richtig schlimm wird eine Sucht wenn du dich nicht mehr steuern kannst. Wenn du aufhören möchtest aber es nicht kannst weil du zu exzessiv süchtig bist. Wenn du gegen deinen eigenen Willen handelst. Dann wird eine Sucht schlimm und dann wirst du irgendwann auch nicht mehr schreiben können weil nur noch Sucht eine Rolle spielt.
Dir ging es vor der Sucht schon schlecht und was du dringend brauchst ist Perspektivplanung, Planung, Stabilität und Sicherheit. Vorher ein Entzug.
Eine Langzeittherapie in der du deine Probleme, dein Leben bearbeiten und neu strukturieren kannst, dass ist die einzige Möglichkeit die ich sehe.
Deine Adoptiveltern bekommen mit dass du in Therapie gehst, klar. Aber das macht nichts. Es gibt auch psychisch/somatische Therapien fuer Jugendliche die ihr Leben stabilisieren wollen wo Drogen nicht die Hauptrolle spielen denn dir ging es vorher schon schlecht.
Vll geht es dir zu Beginn der Therapie schlechter als mit Drogen. Wahrscheinlich sogar. Aber nach einigen Monaten wird es dir besser gehen als je zuvor! Ganz bestimmt!
Vielleicht eine Therapieeinrichtung in den Bergen oder am Meer...Waere das nichts?
Du törnst dir deine Probleme weg, hast kein Geld, zweifelst ect...Wenn du so weiter machst wie in den letzten Wochen dann gebe ich dir höchstens rin Jahr bis du richtig dick in der Tinte sitzt und weisst warum Sucht schlecht sein kann.
lg Caro |
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Caro78 Gold-User

Anmeldungsdatum: 29.05.2012 Beiträge: 834
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Verfasst am: 20. Jun 2013 21:01 Titel: |
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@Saubermann: Ich schätze deine Beiträge als äusserst wertvoll! Kleine Frage an dich zwischendurch: Du bist dermassen reflektiert und kognitiv steuernd, dass ich mich frage warum du es noch nicht geschafft hast deinen Konsum einzustellen. Willst du nicht? Hast aufgegeben oder ist die Sucht zu stark?
Ich tippe auf letzteres. Trotzdem waere es interessant zu erfahren was aus deiner Sicht "noch fehlt" um es zu schaffen. Perspektive und Wissen hast du genug. Woran hapert es?
lg Caro
@Maxi: Ich denke dass dir die Antwort auf diese Frage auch interessant erscheinen könnte, deswegen stelle ich die Frage hier mal... |
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SAUBERMANN Platin-User

Anmeldungsdatum: 27.03.2012 Beiträge: 1356
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Verfasst am: 20. Jun 2013 21:21 Titel: |
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ich weiß nicht, ob maximus jetzt unbedingt in eine atationäre einrichtung sollte...
bedenkt mal: sie ist erst 16. da ist es sehr wichtig, zb. im freundeskreis präsent zu sein. mit 16 jahren ist ein halbes jahr eine irre lange zeit.. auch weil in dieser lebensphase so viel passiert.. pubertät geht über in die anfänge des "erwachsen werdens", man hat den ersten freund usw... also das MUSS nicht sein, aber oft ist es halt so in diesem lebensalter...
ich meine aber auch, dass du, maxi, mal zum therapeuten gehen solltest. ich glaube nicht, dass du verrückt bist. und ich glaube sogar, dass du mit deinen 16 jahren schon weiter bist als manch 30jähriger...
aber gerade sowas kann auch zu anpassungsschwierigkeiten führen. man findet seinen platz in dieser welt irgendwie nicht (ich bin auch noch auf der suche...).
man muß nur aufpassen, dass man vor lauter gefühltem weltschmerz nicht komplett die orientierung verliert. und speziell DU musst auch sehr aufpassen, dass du nicht noch weiter abdriftest in die drogenscheisse...
du bist m.e. nämlich ganz nah dran an der schiefen bahn... und wenn du da erstmal drauf bist, kommste so schnell nicht mehr runter.
weißt du, maximus: du bist gerade voll dabei, deine handlungskontrolle komplett zu verlieren. und wenn das erstmal passiert ist, bekommt man sie oft auf jahre nicht mehr zurück und wenn, dann meist nur mit professioneller hilfe.
wenn du jetzt noch n paar monate weiter opiate nimmst, dann hast DU keine wahl mehr. dann bist du nämlich drauf. und dann ist "schreiben" so ziemlich das letzte, was dich noch interessiert...
dann interessiert nur noch: stoff klarmachen - stoff konsumieren - stoff klarmachen - stoff konsumieren - stoff klarmachen - stoff konsumieren usw... (natürlich mit all den lästigen begleiterscheinungen: wegen der toleranz brauchst du immer mehr stoff, wofür du immer mehr geld brauchst, wofür du immer mehr zeit brauchst, wofür du immer mehr kraft brauchst usw...). |
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SAUBERMANN Platin-User

Anmeldungsdatum: 27.03.2012 Beiträge: 1356
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Verfasst am: 20. Jun 2013 21:39 Titel: |
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hallo maximus!
hier ne kleine geschichte zum thema "sucht bereichert dein leben und bringt spass und freude"...
stell dir vor, es hat jemand geburtstag, den du gerne magst.
es ist februar, 16 uhr, sonntag spätnachmittag, winter, kalt, ekliges wetter.
deine freunde sitzen zusammen, essen deinen lieblingskuchen, unterhalten sich, es ist warm und gemütlich in der wohnung, die atmosphäre ist nett...
und DU stehst ca. 1KM luftlinie entfernt im schneematsch auf der szene. du brauchst stoff. um dich rum nur 4 besoffene, aggressive russen, die schore suchen. aber kein dealer weit und breit.
natürlich fragst du irgendwann die russen. einer sagt: "WIR WARTE SEIT 8 STUNDE. NIEMAND HIER. VIELLEICHT NACHHER VIKTOR ODER IVAN KOMMT. HAT STOFF. ABER WEISS NICHT OB KOMMT."
es ist saukalt, du bist schon mittelmäßig affig. keiner hat metha oder subu. einfach nix. ab und zu kommt mal jemand vorbei und fragt nach schore.
du stehst schon 2 stunden im schneematsch. und jetzt verpissen sich auch noch die russen. du fragst, was sie jetzt machen. alle 4 haben natürlich noch metha auf tasche, falls sie kein H kriegen. du natürlich hast gar nix in reserve.
du fragst die russen nochmal. sie sagen, dass sie jetzt zu VIKTOR fahren, schore holen.
inzwischen hast du 3 stunden am bahnhof gewartet und niemand kam mit material. du hast bereits 2 SMS an das geburtstagskind geschickt, dass du später kommst. aber jetzt ist klar: auch das wird nix. dein kumpel ist beleidigt. völlig zu recht. er denkt, du hast keinen bock auf seinen geburtstag...
du fährst mit der s-bahn mit den russen 7 stationen. vor einem mehrfamilienhaus in einer miesen siedlung bleibt ihr stehen. sie klingeln, niemand öffnet. du bist inzwischen über 4 stunden unterwegs, nur für 1-2 bubbles... aber nix zu machen... dann geht der türsummer. die russen gehen rein. 5 minuten später kommt einer raus. er fragt dich, ob du noch was brauchst. "ABER KLAR!"
der russe will kohle. du drückst ihm deine letzten 30 euro in die hand, obwohl du n scheissgefühl hast. der russe geht rein. und du wartest... kälte, schneematsch, schneeregen, eiskalt... niemand kommt zurück. klar, du wurdest abgezogen. wütend drückst du alle klingeln. da kommt ein russe zurück, gibt dir ne geöffnete portion "HEROIN" in die hand, die nichtmal eine mücke breit machen würde... nach wütenden protesten gibt er dir noch 2 euro und 70 cent dazu. "REST HAT VIKTOR! VIKTOR WEG MIT AUTO. HOLT NEUE STOFF. IS ABER ZURÜCK ERST 4 STUNDE."
während du noch überlegst, wie es weitergeht, sagt der russe, wenn du weitere schore willst, musst du natürlich nochmal bezahlen. "SO EIN ARSCHLOCH!", denkst du dir und gehst.
du sniefst das zeug noch auf dem weg und merkst, dass es nicht das ist, was du erhofft hast. du bist an der haltestelle im nirgendwo. es ist kalt und dunkel. die nächste bahn fährt in 47 minuten. du wartest. du grübelst. wie gehts weiter? du verfluchst deine sucht, dein leben, die szene, die öffentlichen verkehrsbetriebe, die russen, einfach alles... es ist spät abends, der affe ist stärker geworden und du siehst nirgendwo rettung in sicht...
nach ca. 30min warten kommen die russen wieder. einer zeigt dir ein ü-ei mit ca. 25 kügelchen "heroin". jeder normale, geistig gesunde mensch würde zurücklächeln und ihm den vogel zeigen und sagen "DEIN VOGELFUTTER KAUF ICH NICHT"... aber du grübelst schon wieder. eigentlich wolltest du nochmal zum bahnhof und gucken, ob vllt. jetzt einer da ist, der was hat...
du sagst dem russen, dass sie dich vorhin schon verarscht haben und dein letztes geld jetzt weg ist. er zeigt auf dein handy. das handy ist von deiner schwester. das hat sie dir geliehen, weil du dein eigenes schon längst verkauft hast. deiner schwester hast du erzählt, es sei kaputt.
du sagst dem russen, dass du das nicht machen kannst. er bietet dir 3 kugeln sofort. 3 bubbles auf die hand für n handy, das mir nicht gehört.. hmmm... aber das telefon hätte ja genau so gut geklaut werden oder kaputtgehen können. also kannst du s auch verkaufen... oder?
na los, gib her die kugeln. er nimmt dein handy und du die kugeln, in denen natürlich WIE IMMER zu wenig von dem drin ist, was du so heiß begehrst... und es ist WIE IMMER zu viel vogelfutter, mannitol usw. drin...
trotzdem bist du aufgeregt und happy. aber auch etwas geknickt und du hast ein schlechtes gewissen wegen des handys...
andererseits sind 3 kügelchen H in deiner wahrnehmung ja auch krass wertvoll. man rechnet es sich irgendwie schön: "SONNTAGS SIND DIE KURSE IMMER SO HOCH!" und "ICH KANN FROH SEIN, DASS ICH ÜBERHAUPT NOCH WAS BEKOMMEN HABE HEUTE!"
zu hause angekommen sind die 3 kügelchen in 45 minuten vernichtet. es geht dir zwar n bißchen besser, aber gut war das nicht. "DAS WAR ALLES?", denkst du dir.. und wieder verfluchst du alles. dein leben, deine sucht, die miesen dealer und junkies...
irgendwann gehst du schlafen und weißt genau: "MORGEN GEHT DER SCHEISS WIEDER VON VORNE LOS!" |
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