Mutter tot in der Wohnung aufgefunden !

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kaesekruste
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Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 29. Sep 2013 13:20    Titel: Mutter tot in der Wohnung aufgefunden ! Antworten mit Zitat

Sad

Hallo,

ich habe bereits einen thread im "fragen & antworten", wo ich über meine sucht geschrieben habe und dieses thema bereits ganz kurz angeschnitten habe.
falls es jemanden interessiert:

http://forum.suchtmittel.de/viewtopic.php?t=9475&start=30


zurück zum thema:

ich kam am dienstag abend nach 3 wochen entgiftung endlich wieder nach hause. konnte meine fentanylsucht bekämpfen und bekomme jetzt wieder subutex. also alles bestens diesbezüglich.

da ich in einer absoluten suchtfamilie aufgewachsen bin, kannte ich diverse drogen schon im frühsten kindesalter.

mein vater hat den suizid bevorzugt. das geschah mitte der achtziger, ich war gerade mal 17 und derjenige den die polizei dieses am ersten mitteilte.
der hammer damals war halt, dass ich es fast 3 tage nicht meiner mutter erzählen konnte, da diese als alkoholikerin mal wieder absolut dicht und überhaupt nicht ansprechbar war.
zum glück lebte damals meine oma (väterlichereits) noch, die ich sofort benachrichtigt habe. sie ist sofort die 40 KM zu uns gefahren und hat die tage auf mich "aufgepasst".

wie gesagt, ich konnte es 3 tage später nachdem meine mutter endlich nüchtern war erzählen.
sie hat mir nur nicht geglaubt und alles für einen schlechten scherz gehalten.

naja, irgendwann konnte sie es dann auch begreifen, zumal gerade an diesem tage auch die kripo zu uns kam, da bei meinem vater heroin und haschisch iin den klamotten gefunden wurden.

alles nahm seinen gewohnten gang. beerdigung usw...

ich war damals so fertig, dass ich nicht mehr zu schule ging und eigentlich nur noch blödsinn machte.
ich nahm zu diesem zeitpunkt noch keinerlei drogen oder sonst irgendwas. geraucht habe ich bereits. und das bei weitem nicht wenig.

meine mutter wiederrum ist danach dem alkohol komplett verfallen. sie soff nur noch. wochenlang ohne was zu essen. zwischendurch immer mal wieder eine paar tage, vll. auch mal eine woche nüchtern und dann wieder zack besoffen.

zur damaligen zeit konnte ich damit überhaupt noch nicht richtig umgehen und auch nicht verstehen, dass sucht eine krankheit ist.

mein leben ging weiter. ich lernte meine erste richtig große liebe kennen und wurde urplötzlich vater. da war ich 21 jahre alt.
die beziehung mit meiner damaligen freundin hielt insgesamt ca. 8 jahre. ich habe mit ihr und meiner tochter die erste eigene wohnung bezogen, wo ich dann auszog als meine tochter 4 jahre alt war.

meine mutter hat fleißig weitergesoffen. ihren job im krankenhaus hat sie nach 20 jahren nun auch entgültig verloren gehabt.
habe noch nie einen arbeitgeber gesehen, der soviel verständnis hatte und ihr immer wieder eine chance geben wollte. aber sie hat immer wieder alles "kaputtgesoffen".

das sie jetzt oma geworden war, hat sie sehr gefreut. sie war wochenlang nüchtern und durfte natürlich auch endlich mal ihr enkelkind sehen.
das war eine schöne zeit. meine mutter konnte unbeschreiblich gut mit kindern umgehen und meine tochter hat sich sehr sehr wohl bei ihr gefühlt.
mittlerweile war sie schon einige monate nüchtern und hat mir zum xxxten male versprochen, nie wieder zu trinken.
so unbeholfen und labil ich damals war, habe ich es immer wieder aufs neue gegalubt.
ich war sogar soweit, ihr mein kind übers wochenende zu überlassen.
die beiden waren ein super team. die kleine hat sich pudelwohl gefühlt und meine mutter blühte förmlich auf.

eines sonntags, ich wollte meine tochter abholen, fiel ich fast vom glauben ab, als ich sah das sie betrunken auf dem sofa lag und die kleine alleine durch die wohnung lief. zumm glück ist nichts weiter passiert.
sie sagte, oma schläft seit stunden...

nach dieser situation war erstmal schluß. ich war sauer, traurig, enttäuscht und begann mich ernsthaft mit dem thema sucht zu beschäftigen.
zumal auch ich langsam anfing freude an drogen zu finden.
das typische erst kiffen und kurze zeit später sehr viel kokain.
als ich heroin kennenlernte hatte ich die droge für mich gefunden. nichts war schöner, als in diese welt flüchten zu können...

das ging jahrzente. meine mutter hat immer fleißig weitergesoffen. hat sich regelmäßig eingenässt, was natürlich zur folge hatte, dass die wohnung entsprechend stank und nach und nach immer "ekliger" wurde.

ich werde es jetzt mal etwas abkürzen.
sonst schreibe ich ihr noch stunden


bis 2005 oder 2006 ging es immer so weiter. sie bezog mittlerweile sozialhilfe, war körperlich nur noch ein häufchen elend, einige tage im monat mal nüchtern und ansonsten nur betrunken. aber immer gesoffen bis zum exess. also es ging wirklich gar nichts mehr. konnte nicht mehr ein wort problemlos aussprechen.

alle leute hatten sich von ihr abgewannt, keine freunde mehr, keinerlei bekannte, nichts...
sie vereinsamte total. auch ich kam damals nur selten, vll. 2-3 mal im monat zu ihr, um nach ihr zu sehen.
einen eigénen wohnungsschlüssel hatte ich immer.

ich schweife ab ...

jedenfalls war sie die letzten 5-6 jahre absolut nüchtern. es lag kein grund oder irgendeine situation vor.
sie hat urplötzlich aufgehört zu trinken.
ich habe mich sehr gefreut und fing an, wieder ein gutes verhältniss mit ihr anzustreben.
das hat auch gut geklappt. ich war regelmäßig, manchmal mehrmals die woche dort und habe mich mit ihr unterhalten, kaffee getrunken, zusammen einkaufen gefahren usw.
auch meine mittlerweile 14-16 jahre alter tochter habe ich wieder mit zu ihr genommen und eigentlich begann eine schöne zeit.

am anfang dieses jahres wurde sie krank. sie bekam es mit den bronchen, ging zwar regelmäßig zum arzt, nahm medikamente, aber es wurde irgendwie nicht besser.
ende april wollte ich, dass sie ins krankenhaus geht. sie hat sich allerdings mit händen und füßen geweigert.
was sollte ich machen ?

das zog sich hin bis anfang mai. ich weiß noch ganz genau, wie ich an diesem tage auf der arbeit an sie dachte und das gefühl hatte, irgendwas stimmt da nicht.
ans telefon ging auch niemand.
endlich feierabend bin ich die 30KM gerast wie der teufel. sofort zu ihr.
ich fand sie bewußtlos auf dem sofa liegend vor, versuchte sie zu wecken, wusste nicht wie ich mich verhalten sollte, bis ich nach ca. 30 minuten endlich den notarzt rufte.
sie kam sofort ins krankenhaus und hatte eine sehr schwere lungenentzündung.
diese hat sie allerdings sehr schnell, so in etwa 10 tagen, bekämpfen können und es ging ihr wieder gut.
leider haben die ganzen krankenhausuntersuchungen bei ihr gebärmutterkrebs entdeckt.

sie kam zwar kurz wieder nach hause, hatte aber schon in einigen wochen einen wiederaufnahmetermin.
es klappte auch alles wunderbar. ich fuhr sie ins krankenhaus, sie wurde operiert und der krebs entfernt.
ich war an ihrer seite...

leider hatte der krebs bereits zuviel metastasen gebildet, so dass eine weitere behandlung mit betrahlungen und chemotherapie begann.
sie hat dieses über wochen täglich wahrgenommen. begann sich richtig um ihre gesundheit zu kümmern. jeden termin wahrgenommen und es ging richtig bergauf. ich freute mich sehr.

auch war endlich das alter erreicht, so dass sie ihre altersrente bekam. bedeutete für sie "richtig viel geld". raus aus der sozialhilfe und mit der rente hatte sie fast 3x soviel geld wie in den ganzen jahren vorher zur verfügung.

da ihre wohnung, aufgrund ihrer damaligen alkoholeskapaden, alles andere als schön war, begann sie zu sparen und wollte komplett alles neu machen.
von renovieren bis zu neuen möbel.
alles alte sollte raus.
ich hatte wieder eine super beziehung zu ihr. konnte die gesamte vergangenheit in eine schublade packen und ihr mehr oder weniger "verzeihen".
regelmäßig fuhr ich mit ihr einkaufen und war auch oft bei sonstigen terminen dabei, bzw. habe sie hingefahren wo immer sie wollte.

es begann eine richtig schöne zeit.

wie in meinem anderen thread bereits geschrieben, habe ja auch ich heftige drogenprobleme.
ganz besonders opiate haben es mir angetan.
es wurde aber zuviel für mich. dieses fentanylkauen über 1,5 jahre hat mich fertig gemacht. ich konnte nichts mehr. habe mich jeden morgen, 7 tage die woche, direkt nach dem aufstehen übergeben müssen und war auch sonst nur depressiv.
mir persönlich ging es noch nie schlechter. den gesamten sommer über lag ich fast nur auf dem sofa. keine lust zu nichts.
nichtmal den pc habe ich regelmäßig angemacht. seit jahren mein größtes hobby.

anfang september habe ich mich endlich in die entgiftung geschleppt.
es ging bergauf.

alles hierzu steht in meinem o.g. thread, falls es jemanden interessiert.

kurz vor meinem krankenhausantritt hatte ich, warum auch immer, einen streit mit meiner mutter.
jedenfalls legte sie mir den telefonhörer auf.
ich war sauer auf sie, sie auf mich...
den grund weiß ich jetzt überhaupt nicht mehr.

nachdem ich ca. 10 tage auf der entgiftung war, wollte ich sie anrufen.
wir hatten zu diesem zeitpunkt ungefähr 3-4 wochen nichts voneinander gehört.

am telefon dann der schock für mich.
sie gestand mir unter tränen, dass sie alkohol rückfällig geworden sei und deshalb mega fertig ist.
ich habe ihr gut zugeredet, sie versprach wieder aufzuhöhren und sagte mir diverse male wie lieb sie mich hat und wie sehr sie sich freue, wenn ich sie wieder besuchen würde.

ich versprach, gleich nach meiner krankenhausentlassung zu ihr zu kommen.

wie oben bereits geschrieben, bin ich am dienstag, also vor 5 tagen aus der entgiftung entlassen worden.
bin abends körperlich fit zu hause angekommen und konnte einen wunderschönen abend mit meiner freundin verbringen.

gleich am nächsten tag wollte ich zu meiner mutter. ich war voller vorfreude und war mir irgendwie sicher "alles wird wieder gut".
als ich bei ihr ankam viel mir als erstes der überfüllte briefkasten auf.
irgendwas kann da nicht stimmen.
ich dachte, sie sei womöglich immer noch am trinken.

dann, ich öffnete die wohnungstür, der absolute schock für mich.
erst kam mir ein geruch entgegen, den ich nie wieder aus dem kopf bekommen werde, glaube ich.
den fäkalgeruch kannte ich ja bereits seit meiner kindheit, aber irgendetwas anderes war dabei.

plötzlich, sah ich auf dem flurboden meine mutter liegen.
ich schrie maaaamamamaa, bis ich begriff, dass sie bereits grau angelaufen war und auch die augen keine pupillen mehr hatten.

ich merke wie mir das schreiben jetzt immer schwerer fällt und ich wieder mit den tränen kämpfen muss...

ich stand unter schock. noch nie im leben musste ich eine leiche sehen. jetzt sah ich meine mutter, und das der verwesungszustand einsetzte.

zittrig und kurz vorm umfallen, konnte ich mit dem handy noch notarzt rufen und auch meine freundin benachrichtigen.

dann wieder raus aus der wohnung. ich konnte das nicht sehen. meine freundin kam ratzfatz und auch meine tante, die ich auch benachrichtigen konnte, kam kurze zeit später.

es wimmelte plötzlich von polizeit, diversen leuten vom notdienst und mir wurde gesagt, dass ich leider noch auf die sog. "tatortkommission" warten sollte.
das sei ein pflichtprozedere sagte mir die polizistin.

alles in einem hat es ungefähr 3 stunden gedauert, bis endlich der bestatter kam und sie aus der wohnung holte.

das ganze ist jetzt gerade mal 4 tage her. nach angaben des notarztes und des bestatters, lag sie 4-7 tage tot auf dem flur.

ich kann jetzt kaum noch weiterschreiben, da mir schon wieder die tränen in die augen laufen und ich diesen anblick nicht aus dem kopf bekomme.

gestern waren wir wieder in der wohnung um erstmal alle wichtigen papiere für den bestatter zu suchen.

entschuldigung. ich habe jetzt soviel vom herzen runtergeschrieben und kann nicht mehr. dafür ist es noch alles viel zu frisch.

morgen muss ich zum bestatter, damit sie im krematorium verbrannt werden kann.

ich bin mit dieser situation hoffnungslos überfordert und weiß nicht im geringsten, was jetzt alles auf mich zukommt.
wohnugsauflösung, wohin mit den ganzen sachen von den ich mich nicht trennen kann ?

mein kopf ist voll und leer gleichzeitig.
bin verdammt froh, eine solch klasse freundin zu haben die mir in wirklich jeder beziehung beisteht und hilft.
ebenso habe ich zum glück noch meine tante. die schwester meiner mutter. auch wenn diese 60 stunden in der woche arbeiten muss, so versucht sie mir bei allem zu helfen.

hätte nicht gedacht, dass ich das alles schreiben kann. jetzt überwältigen mich allerdings meine gefühle und ich kann nicht mehr.

vll. hat ja jemand den ein oder anderen tipp wie ich mich verhalten kann und was ich mit mir selbst unternehmen kann um dieses bild, welches derzeit soweit von potent im kopf ist, in eine schublade stecken kann.
natürlich ist es jetzt noch alles viel zu frisch.

aber ich muss lernen damit umzugehen. sonst gehe ich vor die hunde. kann momentan kaum schlafen und lauf mehr oder weniger planlos durch die gegend.

zum glück greife ich nicht zu drogen.
währe meine freundin nicht da, ich wüßte nicht was ich machen sollte ...


Sad Sad Sad Sad Sad



vielen dank fürs lesen !
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Lillian
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3805

BeitragVerfasst am: 29. Sep 2013 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Mein herzliches Beileid. Das ist sehr traumatisch was Du da erlebt hast.

Ich denke, das Ganze braucht noch etwas Zeit. Du schreibst ja selber, das es erst 4 Tage her ist. Daher noch alles ganz frisch. Falls die Bilder nicht verschwinden sollten, wäre es evtl. hilfreich sich an eine Gruppe zu wenden, die in Trauerfällen dafür spezialisiert ist.

Was ich sehr bemerkenswert finde, ist, das Du trotz diesen schweren Verlustes nicht zu Drogen greifst. Hut ab.

Bleib weiterhin stark. Man sagt, man taruert ca. ein Jahr, danach soll es langsam wieder bergauf gehen.

Alles Gute wünsche ich Dir
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lämmchen
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 09.02.2012
Beiträge: 3749

BeitragVerfasst am: 29. Sep 2013 15:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo kaesekruste,

mein aufrichtiges Beileid zum Tode Deiner Mutti. Viel Kraft für die nächste Zeit wünsch ich Dir und vorallem-bleib stark, was das Fenta betrifft. Davon wird die Trauer nicht besser, eher schlimmer und Dein Entzug wäre für die Katz.

Die Wohnungsauflösung wird nochmal ein heftiges Stück Traurigkeit zu Tage befördern...aber dann kannst Du hoffentlich zur Ruhe kommen.

Alles Liebe wünscht Dir Lämmi
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Domenico
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 3083

BeitragVerfasst am: 29. Sep 2013 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

hi kaesekruste

mein herzliches beileid!ich finde das alles so schrecklich.du hast echt
viel durchmachen müssen!das tut mir alles so leid für dich!
aber du darfst dich jetzt nicht aufgeben.die trauer wird dich zwar noch
eine lange zeit begleiten aber je mehr zeit vergeht um so leichter wird
es für dich!

wenn du es alleine nicht schaffst könntest du dir professionelle hilfe suchen
und einen psychiater oder psychologen aufsuchen.
ich finde es toll das du in dieser situation stark bleibst!
was du die ganzen jahre erlebt hast auch das mit deinem vater das ist
echt heftig und trotzdem gibst du dich nicht auf,das finde ich einfach
bemerkenswert!
ich glaube nicht das ich das so schaffen würde.du bist echt ein starker
mensch!
ich wünsche dir für die zukunft alles gute,und gib dich niemals auf!

LG Domenico
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kaesekruste
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 29. Sep 2013 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

vielen dank für eure lieben worte.

@ Lillian

danke.die telefonnummer einer selbsthilfegruppe, bzw. eines angeblich sehr guten hospitz - psychater habe ich bekommen und hier standby liegen.
die hat mir meine hausärztin gegeben.

und drogen, nein.
ich habe mich ja wieder auf subutex einstellen lassen, diese schalten bei mir wirklich jeden rückfallgedanken ab.
außerdem würde ich sowas meiner freundin auch nicht antun.
ich rauche ab und an mal einen. wenn, auch nur abends.
das ist für mich ok. rauche seit mehr oder weniger 20 jahren bis vor der entgiftung täglich. nur abends, kleine mengen. aber das auch heute abend mal wieder...
das ist für mich keine richtige droge. eher eine medizin.
Cool

aber ein jahr? das ist schon ein langer zeitraum. es geht mir ja vor allem um das bild, welches ich im kopf habe.
sie dort auf dem teppich vorzufinden, nach 4-7 tagen.
schrecklicher anblick...

@ lämmchen

danke, dass auch du einen beitrag geschrieben hast.
die wohnungsauflösung ist für mich auch der horrorgedanke pur.
ich musste gestern da rein, um diverse papiere für den bestatter rauszusuchen.
war total froh, dass ich da schnell wieder raus konnte.

das ist einfach noch viel zu heftig für mich.


lg



@ ADMINS !

es kann doch irgendwie nicht angehen, dass ich einen solchen text hier verfasse, nach dem schreiben die seite mehrmals aktualisiert habe und auf einmal wegen SPAM gesperrt werde Twisted Evil
habe euch auch das kontaktformular ausgefüllt, wie gewünscht.

jetzt musste ich mir halt ne neue IP besorgen und alles funzt wieder.
trotzdem, nicht nett.
gar nicht nett.
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kaesekruste
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 29. Sep 2013 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

@ Domenico


vielen vielen dank für deine sehr lieben worte.
das trifft alles 100%ig zu.
und das ich angeblich sehr stark bin, haben wir komischerweise schon mehr leute gesagt.
ich finde das irgendwie gar nicht.
aber wenn ich ehrlich bin, hätte ich meine freundin nicht am ersten tage bei mir gehabt, hätte ich für nichts garantieren können.
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lämmchen
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 09.02.2012
Beiträge: 3749

BeitragVerfasst am: 29. Sep 2013 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kaesekruste,

vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir ganz bewusst ein schönes Bild von Deiner Mutti vor das Innere Auge schiebst...wenn das andere Bild die Überhand gewinnen will.
Mir hilft das oft, wenn ich an meinen Papi denke...
Der Beerdigungskram wird Dich tüchtig ablenken, danach kommt erst die schlimme Phase...mein Papi ist bald 1 Jahr nicht mehr da und ich werd wohl länger als das 1e Jahr benötigen, aber jeder kommt anders damit zurecht. Erinnere Dich viel an die schönen Zeiten, die es auch gegeben hat, ganz sicher sogar.

Du wurdest wegen Spam gesperrt? Ich versteh das nicht mehr.


Liebe Grüsse von Lämmi
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kaesekruste
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 29. Sep 2013 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

danke lämmchen..

ich lese schon extrem lange regelmäßig in diesem forum.
meines erachtens das beste.
jedenfalls wenn man ernstgemeinte und kompetente antworten lesen
möchte.


ja, dass mit der sperrung hat mich gestört.
der thread war halt offen und ich habe hin und wieder in den nächsten stunden F5 gedrückt.
auf einmal stand dort das ich wegen SPAM sicherheitshalber gesperrt bin und sollte ein kontakformular ausfüllen um wieder freigeschaltet zu werden.

als ich nach ein paar stunden und browserwechsel immer noch vom forum gesperrt war, musste ich mir anderweitig behilflich sein.

trotzdem, nicht nett !
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Old Shatterhand
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 59

BeitragVerfasst am: 1. Okt 2013 07:33    Titel: Antworten mit Zitat

Tach Kaesekruste,
das wird Dir jetzt nicht helfen. Sind aber meine spontanen Gedanken zu dem Thema.
Erstmal habe ich nen Horror vor dem Tag,wenn meine Eltern soweit sind.
Dann,verstehe ich,warum die älteren Generationen so wenig erzählen..
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kaesekruste
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 1. Okt 2013 10:46    Titel: Antworten mit Zitat

danke euch.

@ Old Shatterhand

tja, irgendwann ist es bei jedem soweit.
natürlich macht mich dieser spontane tot sehr sehr fertig, aber das wirklich aller-aller schlimmste ist das bild meiner toten mutter, wie sie dort grau angelaufen und ohne pupillen auf dem teppich lag.

ich muss jetzt lernen mit diesem bild klarzukommen.

nachdem ich gestern beim bestatter war um alles zu klären, war ich fix und fertig.
gezittert am ganzen körper...

mir graut so sehr, wenn ich an die wohnungsauflösung usw. denke. sie hat fast 30 jahre in dieser wohnung gelebt. auch ich war dort jahrelang zu hause.

@ lämmchen

ich habe mir vor wenigen tagen den thread bzgl. deines vater durchgelesen.
ziemlich hart das ganze. tlw. war ich beim lesen deiner postings sehr sehr mitgenommen.
ich wünsche dir, dass du dein leben wieder einigermaßen im griff hast und dein mann dir eine große stütze ist.

und nochmals danke an alle !
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Gregory
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 631

BeitragVerfasst am: 1. Okt 2013 11:17    Titel: Antworten mit Zitat

Auch von mir; >>herzliches Beileid<<.
Du hast dich bereits sehr früh konfrontiert mit diesem Trauma. Das könnte, auch für deine persönliche Suchtgeschichte, die Gefahr einer posttraumatischen Belastungsstörung zu erliegen und diesem Kreislauf nicht mehr entkommen zu können, als letzte Rettung dienen. Ich weiß warum einige von uns den Opioiden verfallen. Es ist die Geborgenheit und Sicherheit, die Wärme und Unempfindlichkeit gegen Verletzung. Ich habe grössten Respekt davor wie du alles erträgst.
Nun du weißt sicher was ich meine wenn ich sage, "letzte Rettung". Du hast geschrieben das du in einer Beziehung bist, die bis jetzt alles überstanden hat. Das ist sehr selten, erhalte dir das. Auf gewisse Weise seid, Du und deine Mutter einander für immer verbunden. Es ist dein Leben aber du trägst auch die Verantwortung dafür es zu einem anderen Ende zu finden und das dir das möglich ist, das hat deine Mum dir ermöglicht. Du darfst sie mit Recht im guten Andenken und mit Respekt in Erinnerung behalten...
ganz liebe Grüße
Greg
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lämmchen
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 09.02.2012
Beiträge: 3749

BeitragVerfasst am: 1. Okt 2013 14:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kaesekruste,

DANKE!

Mir hat es damals sehr geholfen hier zu schreiben und es hilft es immernoch- beim lesen des Threads. Denn nur dann kann ich weinen und das nicht wenig. Die Hilfe, die mir zuteil wurde, von völlig fremden Menschen, werd ich niemals vergessen.

Mein Mann ist mir leider keine Stütze, aber dafür andere-sehr sehr liebe Menschen.

Vielleicht hilft es Dir auch, Dir hier-in Deinem eigenen Thread-alles vom Herzen zu schreiben. Du kannst dann später immer mal wieder nachlesen...

Und ja, die Wohnungsauflösung wird ganz ganz schwer werden. Hast Du eventuell liebe Freunde, die Dir behilflich sein können? Dann bist Du nicht so alleine mit all dem Weh. Und glaub mir, wenn das erledigt ist, Du sie zu Grabe getragen hast, erst dann kannst Du anfangen zu trauern.

Und wenn Du das alles nicht alleine ertragen kannst, dann such Dir Hilfe. Du glaubst gar nicht, was alles in Deinem Kopf und in Deinem Herz abgehen wird. Da kommen Sachen hoch...auf die bist Du jetzt noch gar nicht gefasst.

Bei Dir ist besondere Vorsicht geboten. Da Deine Familie eine Suchtprblematik aufweist, musst Du echt auf Dich aufpassen.

Ich wünsch Dir alles alles Gute und ganz viel Kraft für die kommende Zeit.

Liebe Grüsse von Lämmi
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kaesekruste
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 2. Okt 2013 08:42    Titel: Antworten mit Zitat

Bin jetzt leider am Handy und kurz angebunden,aber ich bin sehr gerührt und vor allem dankbar über die vielen lieben Worte.
Ich habe länger überlegt,ob ich einen thread starte.
Zum Glück habe ich es getan und mittlerweile freue ich mich sehr darüber.
Werde später noch weiteres schreiben,wollte mich aber erstmal für eure netten Worte bedanken.
Tut sehr gut !
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rudi
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 16.05.2012
Beiträge: 216

BeitragVerfasst am: 2. Okt 2013 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kaesekruste, mein herzliches Beileid zum Tod deiner Mutter. Die Geschichte hat mich daran erinnert wie es war als mein Vater gestorben ist. Ich war damals 20 Jahre alt und auf Heroin. Wir hatten ein schlechtes Verhältniss zueinander. Er hatte Krebs und als er starb war ich bei ihm im Zimmer und habe seine Hand gehalten. Er war nie für mich da gewesen wenn ich ihn gebraucht hätte. Deshalb war der Verlust für mich nicht so groß. Im Grunde genomen bin ich froh das er tod ist. Weiß man mitlerweile an was deine Mutter gestorben ist?
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kaesekruste
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 07.09.2009
Beiträge: 89

BeitragVerfasst am: 3. Okt 2013 14:14    Titel: Antworten mit Zitat

@ lämmchen

es haben mir diverse leute ihre hilfe angeboten.
bei einigen bin ich mir auch sehr sicher, dass diese auch da wären.
bei manch anderen bin ich mir nicht so sicher.

aber erstmal zählt für mich die beerdigung und danach gehe ich alles weitere in ruhe an.

hilfe, wo ich mich zur not tag und nacht melden könnte, habe ich stets "standby".
bisher habe ich es aber noch nicht getan.

thema drogen: ich nehme ja derzeit subutex und bin auch verdammt froh drüber.habe überhaupt keine verlangen nach irgendwelchen substanzen. obwohl mir sogar ihrgendwelche, sorry arschlöcher, alles mögliche angeboten haben. hin und wieder rauche ich abends mal einen. das tut mir sehr gut !
das mit dem thread war bestimmt eine gute idee.
so kann ich immer mal wieder nachlesen.

und ja, ich werde meine mutter in guter erinnerung behalten !

danke !


@ Gregory

vielen vielen dank für deine lieben und auch absolut zutreffenden worte. ich wurde seit meiner kleinsten kindheit mit drogen konfrontiert. bekamm mit 9 oder 10 jahren die erste hausdurchsuchung mit. alles ziemlich heftig.
obwohl ich selbst erst mit 22 oder 23 meinen ersten joint geraucht habe. von dort an ging es aber auch nur bergab...


kann jetzt leider nicht mehr schreiben, da ich mich mit meiner tochter verabredet habe und mich noch fertigmachen muss.

ich danke euch allen für eure anteilnahme.

bis später
vlg
kaesekruste
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