Dringend Rat gesucht

Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Heroin
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Nuitfleur
Anfänger


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2008 22:46    Titel: Dringend Rat gesucht Antworten mit Zitat

Hallo Ihr Lieben,

brauche einmal euren Rat.

Mein Freund mit dem ich seit 4 Monaten zusammen bin (obwohl es uns vorkommt wie ne halbe ewigkeit) möchte vom Methadon weg und komplett clean leben.

Wir haben vor nächstes Jahr zusammen zu ziehen und später auch ne kleine Familie zu gründen. Er sagt allerdings das er das nur machen möchte wenn er Clean ist. Was ich auch verstehe.

Nun sind wir am überlegen wie wir es am besten machen können.
1. Er geht zwei wochen in eine Klienig auf Entgiftung.
2. Er geht für drei Monate in Therapie oder wie sich das schimpft.
3. Wir sprechen mit dem Arzt wie es mit runter dosieren aussieht bis zum ausdosieren.

Ich wäre ja eher für die dritte Option da ich meiner Ma und meinem Dad nichts von seinem "Problem" erzählt habe und ich nicht weis wie ich es machen soll bzw. wie sie reagieren.

Die dritte Option ist zwar langwierieger als die andern zwei, aber ich denke auch das diese Option mehr den Willen an dem ganzen zeigen kann.

Was und wie würdet ihr mir bzw. uns raten?

lg
Nuitfleur
Nach oben
Kilon
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 08.11.2008
Beiträge: 186

BeitragVerfasst am: 26. Nov 2008 07:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.

Eins vorab, ich möchte dir hier keinesfalls den Mut nehmen oder so. Ich will dir nur mal so in etwa sagen, die 3te Methode ist An und für sich für einen Entzug sicher die beste und vorallem humanste wenn korrekt und mit genug Zeit durchgeführt, was stationär nicht möglich ist - symptomfreies abdosieren höherer Dosen Metha. Allerdings musst du ja differenzieren, ihn körperlich clean zu kriegen ist nicht schwer, auch wenn es bei Methadon einen Tick schwieriger ist als bei Heroin.

Nur die Erfolgschance, dass jemand der im Methadonprogramm ist, dass er aufhört, vorallem noch einfach so einem Entzug ist gering, und dann später nicht wieder Rückfällig wird (entweder Heroin, Methadon oder vlt. auch Subutex, Codein etc.). Die Zahlen sind laut einer Ärztin und einem Prof. der Suchtmedizin wo ich mal was gesehen hatte, also es sind schon so ca 90% die es nicht schaffen.

Daher wäre eben zu überlegen ob ein alleiniges abdosieren reicht. Wenn er enorm Willensstark ist und wirklich den absoluten Willen hat und einen Hass auf die Lebensumstände in der Illegalität etc. entwickelt hat, kann es sein, dass er es schafft. Das muss er allerdings wissen, und er muss sich fragen: Was hat sich geändert? Warum sollte ich jetzt clean bleiben können, wo ich es damals (anscheinend) nicht geschafft habe?! Ich gehe mal davon aus, dass er wie fast jeder Abhängige mehrere Entzugsversuche hinter sich hat. Ein Grund könntest natürlich du sein aber Liebe alleine ist leider nicht stark genug gegen Sucht wie viele schon spüren mussten.

Was ich eigentlich nur sagen will. Plant das gut! Ich bin sicher kein großer Freund der 0815-Drogentherapien da die meisten von den Patienten eher intensive Hilfe gegen ihre oft vorhandenen psych. Leiden bräuchten es aber in einer Drogentherapie fast nur um Tagesablauf, Rückfallprophylaxe usw. geht. Dennoch ist auch das schon besser als nichts, vorallem die Tagesablauf-Geschichte kann für viele hilfreich sein, evtl. Entspannungsübungen oder sowas. Was man bei einem Rückfall machen sollte, weiß eigentlich jeder, aber naja das gehört eben zu solchen Therapien auch dazu.

Sind deine Eltern denn so in euer Leben eingebunden, dass sie es direkt merken würden wenn er mal ne Weile in der Klinik ist? Es kann ja viele Gründe haben und wenn alles gut läuft, kann er nach einer gewissen Zeit ja auch aus solchen Therapien dann mal raus in den Ausgang, dann könntet ihr ja z.b., wenn er sich gut fühlt dann deine Eltern besuchen oder so.

Achja die erste Methode halte ich für am wenigsten sinnvoll, zumal 2 Wochen bei vielen gar nicht für einen Metha-Entzug reichen, das zieht sich leider schon sehr lange bedingt durch die lange Halbwertszeit und Bindung im Körper an Zellen usw.

Viel Erfolg!
Nach oben
Nuitfleur
Anfänger


Anmeldungsdatum: 09.09.2008
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 26. Nov 2008 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

danke für deine Antwort.

Über die Riesiken des Rückfalls bin ich mir bewust und er auch. Ja du hast recht er hat mehrere Entzüge schon hinter sich gebracht. Der letzte hat nicht geklappt, weil seine damaliege Freundin direkt nach dem Entzug schluss gemacht hat.

Er sagt zu mir er will es auf jeden fall, gesprochen wird fast jeden Tag darüber wie er es machen möchte. Ganz am Anfang als wir uns kennen gelernt haben, ist er einfach nicht mehr zum Arzt gegangen und es auf eingene Faust versucht, was natürlich nach hinten los ging, da es ihm zu schlecht ging.

Wir werden Donnerstag oder Freitag zum Arzt gehen, was positiv ist das ich mit gehe und der Arzt mich kennt, da er mich dem Arzt gleich am Anfang vorgestellt hat.

Sein leben hat sich schon um einiges geändert, keine illigalität mehr (einbrüche etc.) Jetzt ist halt eigentlich nur noch dieser eine Schritt zu machen.

Wie könnte ich ihn denn dabei unterstützen???

Ja meine Eltern sind gut involviert in unserer Beziehung da ich noch zuhause wohne und jedes Wochenende dort hinfahre (fehrnbeziehung). Und die würden dann natürlich fragen was los ist.

lg
Nach oben
Soulsister
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 17.10.2008
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 26. Nov 2008 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Fleur,

also was ich nicht so ganz verstehe ist, wieso setzt sich Dein Freund denn da plötzlich so unter Druck, dass er meint, er könne nur mit Dir zusammenziehen usw. wenn er vollständig clean ist?

Das will mir irgendwie nicht so ganz in den Kopf, denn er ist doch seit längerer Zeit erfolgreich in dem Programm, das heisst, ihm geht's gut, er hat sich und sein Leben dadurch gut im Griff (wie's klingt nach Deinen Worten jedenfalls) und von aussen (Drogenarzt) besteht auch kein Grund zur Eile, also niemand verlangt von ihm, sich plötzlich so schnell abzudosieren, sondern er scheint das nur selbst so zu wollen - oder verstehe ich das falsch?

Wie siehst Du das denn? Bist Du seiner Meinung, dass Ihr nur an die gemeinsame Zukunft, Familienplanung, gemeinsame Bude rangehen könnt, wenn er vorher das Metha ausdosiert hat oder würdest Du all diese Pläne auch genauso mit ihm in die Tat umsetzen, wenn er dann auch noch im Metha Programm wäre, aber ansonsten alles ok wäre (also kein Beikonsum usw)?

Ich persönlich würde nämlich lieber mit einem Mann zusammen sein wollen, der zwar ein Substitut bekommt, mit diesem aber normal und gut leben kann, anstelle mit einem, der vollständig clean, aber dafür eben nicht unbedingt psychisch stabil sein muss und man dann immer im Hinterkopf die große Angst haben muss, wann er den nächsten Rückfall baut.... Weisst Du, was ich meine? Irgendwie gibt die Substitution einem doch ein wenig mehr Sicherheit, finde ich jedenfalls, und von daher wieso jetzt eine bewährte Sache nur aus igendwelchen Prinzipien heraus vorschnell abbrechen und damit vielleicht den großen Rückfall riskieren?

Viele Grüsse

Soulsister
Nach oben
Kilon
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 08.11.2008
Beiträge: 186

BeitragVerfasst am: 26. Nov 2008 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

Sehe ich ähnlich, auch für mich persönlich. Lieber im Programm und klarkommen als nicht im Programm und der ganze Mist wieder... sieht aber jeder anders und vlt. steht er auch unter Druck ihr was beweisen zu müssen. Es ist sehr oft so, dass Entzüge/Therapien gemacht werden, weil Druck von außen besteht, der Druck muss nichtmal gewollt sein, es kann schon durch Kleinigkeiten die man sagt oder tut verursacht werden.

Die Schwierigkeit ist dann auch, viele Menschen die Opioidabhängig sind, haben psychische Leiden und sind unter Opioideinfluss "anders" als ohne. Es ist schon einigen Paaren so ergangen, dass die Person dann nachdem Entzug plötzlich ganz anders war, meist im negativen Sinne. Nicht gewalttätig oder so, aber eben sehr verschlossen, depressiv, ängstlich etc.

Du musst dich mental darauf vorbereiten, dass es MÖGLICH ist... dass er sich eben verändert wenn er den Entzug macht. Im schlimmsten Fall wirst du auch eine Seite von ihm kennenlernen die du ihm jetzt niemals zutrauen würdest. Das ganze ist allgemein sehr schwierig wie du siehst. Bereite dich nur eben darauf vor.

Achja bezüglich unterstützen... kann man pauschal nicht sagen. Jeder Mensch reagiert anders auf Entzug und geht anders damit um. Ich z.b. will dann nur meine "Ruhe", welch Sarkasmus dieses Wort im Zusammenhang mit einem Opioidentzug zu verwenden, die ich nicht finde, aber zumindest will ich dann nicht reden, nicht gestört werden, würde am liebsten nur irgendwo rumliegen wenn die Unruhe und Schmerzen in den Beinen mich nicht dann immer herumgetrieben hätten.

Mir ist auch immer sehr übel und geraucht hab ich auch kaum. Wiederum andere in der Entzugsklinik haben auf Entzug 40 Zigaretten pro Tag geraucht, andere haben etwas Sport gemacht, was bei mir mit nem fast explodierendem Puls im Ruhezustand eh schwierig wäre... Wenn er allerdings sich langsam abdosieren lässt, wird das sowieso erst ab einer geringen Menge von vlt. ab 2ml und weniger ein spürbares Problem und so richtig böse wirds dann auch erst wenn man ein paar Tage auf null ist.

Versuch für ihn da zu sein, WENN er irgendwas möchte. Wenn er seine Ruhe möchte solltest du das nicht persönlich nehmen sondern einfach akzeptieren. Wenn er irgendwann dann auf null und entzügig sein sollte, kannst du ihm bei den Kleinigkeiten die man machen muss evtl. unterstützen soweit es geht... denn schon absolut alltägliche Dinge wie aufstehen, sich rasieren und etwas waschen werden zur Qual auf Entzug für manche.

Ansonsten kehrt vorallem bei Männern der vorher stark gedämpfte Sexualtrieb mit voller Kraft zurück, schon während des Entzugs...
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Heroin Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Seite 1 von 1
Gehe zu:  
Impressum & Rechtliches
ForenübersichtIndex   SucheSuche   FAQFAQ   LoginLogin