Suche nach Langzeitabstinenten

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rené39
Anfänger


Anmeldungsdatum: 18.12.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 18. Dez 2008 23:02    Titel: Suche nach Langzeitabstinenten Antworten mit Zitat

... die bereit wären, mich an ihren Erfahrungen clean zu sein, und noch wichtiger -geblieben zu sein, teilhaben zu lassen.

Ich bin René, 39 Jahre, aus Leipzig. Ich habe etwa 13 Jahre Heroin konsumiert und mich nach einem 2-jährigen Vollzug zu einer Drogentherapie entschlossen, um nicht wieder nahtlos an dem anzuknüpfe was mich nun schon wenigstens 15 Jahre meines Lebens gekostet hatte.

Meine Therapie dauerte 1 Jahr (und wie ich die Lage einschätze, auch noch den Rest meines Lebens, womit ich aber leben kann), plus etwa einem halben Jahr anschließender Adaption.

Nach meiner Adaption habe ich mich zunächst für eine Clean-WG entschieden mit welcher ich seit 10 Monaten mehr oder weniger gute Erfahrungen gemacht habe. (die guten überwiegen)

Wer einen ähnlichen Weg schon hinter sich hat, oder sich wie ich auf selbigen befindet und die Muse besitzt, seine bisherigen Erfahrungen über ein Leben ohne Drogen mit mir zu teilen, schreibt mir bitte!

LG, René
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Infinity18
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 09.12.2008
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 21. Dez 2008 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

man man man 13 jahre!

Sry das ich dir das sage aber deine situation macht mir mut, ich bin seit 3 jahren drauf (morph i.v.) und fühle mich sicher min. so alt wie du....
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Today
Anfänger


Anmeldungsdatum: 29.12.2008
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 29. Dez 2008 12:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rene,

ich bin in der Lage Dir meine Erfahrungen über ein(mein) Leben ohne Drogenkonsum zu schildern.
Kurz zu mir,ich bin 33 Jahre alt,erster Drogenkontakt mit 15,Heroinabhänig mit 17,unzählige Entgiftungen kalt wie warm gemacht,zwei Langzeittherapien mit anschließender Adaption,Methadonprogramm,ambulante Therapie...usw.
Ich hatte mein Leben und mich in recht kurzer Zeit ziemlich stark rampuniert.Es war alles so hoffnungslos und nichts funktionierte mehr.Ich mußte ziemlich schmerzhaft feststellen,daß ich mit, wie auch ohne Drogen nicht mehr leben konnte.Ich hatte die Kontrolle verloren,alles drehte sich nur noch um Drogen,beschaffen und nehmen,egal wie.
Zu dieser Zeit war ich 26 Jahre alt und mußte eine Entscheidung treffen,weitermachen und sterben oder aufhören und leben....
Ich hab mich für das Leben entschieden und machte mal wieder eine Entgiftung(kalt).Danach schloß ich mich einer Selbsthilfegruppe an und ich konnte clean bleiben.Ich habe seit 7 Jahren keine bewustseinsveränderten Stoffe zu mir genommen,einschließlich Alkohol!!!!.Ich bin seit 7 Jahren clean und kann sagen,daß ich heute ein lebenswertes Leben habe.Ich hab für mich einen Weg gefunden,ohne Drogen zu leben,wie Dein Weg aussieht,weiß ich nicht.Ich kann Dir nur meinen zeigen...
Wenn Du Interesse hast,bleiben wir in Kontakt.
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bigbud
Anfänger


Anmeldungsdatum: 03.01.2009
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 3. Jan 2009 14:52    Titel: ex-user Antworten mit Zitat

hallo,
ich bin ex-user ud nun seit 12 jahren clean.
habe vorher heroin ,kokain,benzos,babiturate,u.s.w.eingefahren,bis ich fast daran drauf gegangen wäre.
war ca. 18 jahre drauf.
habe in ostberge-dortmiund meine sucht überwinden können.
gruß oli
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joe
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 966

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2009 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

hallo,
sind ja doch einige langzeitcleane hier.
ich bin jetzt 9 jahre und 8 monate nuechtern; 9 jahre ohne fluppen; war 20 jahre drauf, und bin natuerlich auch in einer selbsthilfegruppe.
die gibt es uebrigens auch in Leipzig.
bis denne
joe
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rené39
Anfänger


Anmeldungsdatum: 18.12.2008
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 16. Jan 2009 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
und sorry, daß ich euch erst heute antworte!
@infinity18, ich hoffe und wünsche mir, daß Du den Mut aufbringen und die Kraft haben wirst, deinen Weg selbst zu bestimmen!
LG, René

@Today, danke Dir erstmal für dein Angebot, mich an deinen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Ich werde es gerne nutzen!
"Ich will leben" war auch meine einzige Idee -und Wahl- die ich hatte, als ich zu meiner Therapie auftauchte. Heute kann ich sagen, war es nicht die schlechteste, die ich in meinem Leben getroffen habe.
Wenn Du mir von einem "lebenswerten Leben" schreibst, fällt es mir häufig sehr schwer dies auch wirklich zu fühlen. Den wohl wichtigsten Aspekt bei der Sache, clean zu sein und "zu denken", erfülle ich. Aus dem Grund habe ich mich auch mit meiner Bitte an die Leute gewandt um eben zu erfahren, wie der Einzelne damit umgeht.
Ich hoffe wieder von Dir zu hören, alles Gute bis dahin.
LG, René

@bigbud,
danke auch Dir für deine Meldung!
Ich will hoffen, daß auch ich demnächst berichten kann, den Wahnsinn schon 12 Jahre hinter mir gelassen zu haben.
Bleib weiter drann,
gruß René

@joe,
danke, daß Du mir geantwortet hast.
Oh man, da erwischste mich aber.
Mit dem Rauchen auch gleich abzuschließen hab ich ausgelassen.
Alles Gute Dir,
Gruß, René
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joe
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 966

BeitragVerfasst am: 17. Jan 2009 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Rene,
na, alles kommt zu seiner zeit. auch mit der nikotinabstinenz.
fange jetzt mal unter erfahrungsberichte was an fuer leute die abstinent leben wollen, bzw. das schon laenger sind.
lieben gruss aus Marrakesch.
joe
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Schlumpfine
Anfänger


Anmeldungsdatum: 24.01.2009
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 24. Jan 2009 01:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Renè
freut mich,zu lesen,das Du Dich für ein Leben ohne Drogen entschieden hast.Dein Beitrag hat mich berührt.
Ich selbst habe keine Drogen genommen,aber mein Mann war 17 Jahre Heroin abhängig.
Er ist seit 11 Jahren clean.
Er hat ein wirklich neues Leben gefunden.
Er hatte zB keine Berufsausbildung heute hat er eine.Er hatte kein Selbstwertgefühl, heute ist er ein geachteter Mann, der durch seine eigenen Erfahrungen anderen gut helfen kann u. es auch tut
Er hat auch einen sehr wertvollen Sinn in seinem Leben gefunden.
Wir sind übrigens in diesem Jahr 10 Jahre glücklich verheiratet.
Es war oft schwer,aber es hat sich gelohnt und weisst Du was, er kann sich heute gar nicht mehr vorstellen,das er Drogen genommen hat.
Mein Mann ist zur Zeit nicht da u. ich recherchiere wegen eines Freundes und so habe ich Deinen Beitrag gelesen.
Mach weiter so, es lohnt sich.
Mein Mann wird Dir sicherlich auch gerne erzählen,was ihm geholfen hat so stark zu werden.
Ich wünsche Dir weiterhin viel Mut und Kraft!
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Schlumpfine
Anfänger


Anmeldungsdatum: 24.01.2009
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 24. Jan 2009 01:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rene´,hab noch vergessen zu agen, mein Mann raucht seit 8 Jahren auch keine Zigaretten mehr.
Du siehst, auch das ist zu schaffen
Herzlichst
Schlumpfine
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Extreme
Anfänger


Anmeldungsdatum: 31.01.2009
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 31. Jan 2009 14:54    Titel: Re: ex-user Antworten mit Zitat

bigbud hat Folgendes geschrieben:
hallo,
ich bin ex-user ud nun seit 12 jahren clean.
habe vorher heroin ,kokain,benzos,babiturate,u.s.w.eingefahren,bis ich fast daran drauf gegangen wäre.
war ca. 18 jahre drauf.
habe in ostberge-dortmiund meine sucht überwinden können.
gruß oli
Der Oli, hmm. Ich kenne einige Oli's die Ostberge und Nado gemacht haben. Selber war ich 98 in Ostberge, danach Nado und betreutes Wohnen. Habe gestern Gabi in der Nado getroffen. Hat ein Patient zum Info begleitet........mich damals auch.
Wer war dein Therapeut/in in O. Cool
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jackie20
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 23.01.2009
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 18. Feb 2009 14:27    Titel: hallo Antworten mit Zitat

ich ziehe diesen freitag in einer clean wg..ich bin zwar nicht so lange auf h wie du es gewesen bist aber das ist ja egal.ich habe keine lust mehr auf h.ich bin zurzeit auf subutex.wie ist es eigentlich so,in so einer wg??was macht man da den ganzen tag??
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mitra
Anfänger


Anmeldungsdatum: 22.04.2010
Beiträge: 18

BeitragVerfasst am: 3. Mai 2010 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rene !

Ich bin seit fast 15 Jahren, nach 4 jähriger Heroin-Abhängigkeit clean, nach einer Langzeittherapie. Aus meiner damaligen Gruppe, mit der ich die Nachsorge beendet habe sind noch etwa 60 % clean. Zu einigen habe ich noch Kontakt, von anderen höre ich ab und an. Die Chancen sind also nicht so schlecht wie oft behauptet wird. Also nur Mut !
Wie es mir damit geht ? Auf jedenfall besser wie mit dem Junk. Ich habe zwar nach wie vor meinen "Schlag" weg, habe oft das Gefühl "fremd" zu sein oder kämpfe mit schwer ergründbaren Gefühlschaos uvm..
Aber dafür lebe ich auch ! Und kann es oft genug genießen !

Ich wünsch dir dass du deiner Entscheidung treu bleibst, auch wenn Durststrecken dabei sind.

lg. mitra
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michaela
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 13.04.2010
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: 4. Mai 2010 15:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Réné!

Zeit und Muße habe ich zwar eigentlich nicht, aber immer dann, wenn ich lese, dass jemand raus will und die richtigen Schritte geht, bin ich Feuer und Flamme und begeistert, dass da noch jemand ist, der es schaffen will!

Ich bin seit meinem 11, 12 Lebensjahr abhängig. Angefangen hat es mit Codein, dann Alkohol, THC und Zigaretten mit etwa 13, 14. Mit 15, 16 kamen dann Speed und Kokain dazu und immer mehr Medikamente. Valeron, MST, Tramal, Tillidin, und schließlich mit 18 Jahren Heroin. Und das war dann das Ende vom Lied und der Einstieg in den Teufelskreislauf.
Ja, vor der Abhängigkeit gab es natürlich noch eine andere Geschichte und damit wohl auch die Ursache des Ganzen: ich wurde im Alter von 5, 6 Jahren von meinem Onkel sexuell missbraucht. Das wiederholte sich dann noch mal mit 8 Jahren durch einen Nachbarn und mit 12 Jahren durch einen Unbekannten.
Zu meiner Mutter hatte ich ein sehr schlechtes Verhaltnis. Sie war sehr gefühlskalt, ich fühlte mich ständig unerwünscht und bekam auch Schläge auf den Po, auch mal Ohrfeigen. Ich konnte einfach nicht mir ihr reden.

Wie auch immer: erst im Alter von 26, 27 Jahren bemerkte ich zum ersten Mal, dass ich abhängig war. Ich hatte im Sommer 2001 meinen ersten Affen und habe erst darauf hin mit meinen Partner geredet. Bis zu dem Zeitpunkt wußte absolut niemand, dass ich abhängig bin. Nicht mal meine Eltern, nicht meine beste Freundin.
Ich habe immer gearbeitet und bekam das irgendwie hin. Zwischendurch konnte ich die Tage ohne H ganz gut mit Codein und Tramal abfangen und aufgrund einer Rückenerkrankung (Morbus Scheuermann) bekam ich die Sachen auch immer ohne Nachfrage verschrieben.

Als mein Mann im Februar 2003 an einem Herzinfarkt starb während wir zusammen schliefen (er hat nie etwas mit Drogen zu tun gehabt, er rauchte nicht mal...) brach für mich eine Welt zusammen. Ich war zu dem Zeitpunkt bereits das erste Mal substituiert und machte ambulante Therapie. Von Anfangs 12 ml Methadon, die mich zu erst umhauten, ließ ich mich selbst innerhalb von 4 Monaten auf 2,5 ml runter dosieren. Ich war auf dem Weg raus aus der Substi, doch dann starb er und ich verlor den Boden unter den Füßen. Ich wollte nicht mehr leben. Nichts mehr fühlen. Nur noch sterben.

Nach einem Suizidversuch mit 42 ml Methadon, 3 Flaschen Wein, 120 verschiedenen Benzo's und noch 5 Päckken Schorre wachte ich nach 3 Tagen im Koma auf der Intensivstation wieder auf und mir war klar, dass ich endlich anfangen musste, ernsthaft etwas zu ändern. Ich konnte nicht leben, nicht sterben, konsumieren auch nicht mehr. Ich war bereits an der Schwelle, wo ich mit dem Geld nicht mehr klar kam. Ich hatte Schulden gemacht, meine Eltern und meinen Partner bestohlen. Sogar im Büro ein herum liegendes Portemonnaie geklaut und fand mich dafür zum Kotzen!
Also entschloß ich mich endlich zu einer THERAPIE!

Die erste ging leider völlig in die Hose. Beziehung gehabt, keine Therapie mehr gemacht. Abgebrochen.
Die zweite ebenfalls. Beziehung gehabt, keine Therapie mehr gemacht. gegangen worden.
Dazwischen das wohl überall ähnliche Lied: rückfällig geworden und wieder entgiftet und auf einen neuen Therapieplatz gewartet. Mein Glück war, dass zwischen den Therapien nur wenige Wochen lagen und die Zeit draussen immer sehr kurz war.
Erst die 3. Einrichtung war es! Es war die Fachklinik Moorkieker in Elsfleth bei Oldenburg. Und erst da erkannte man, dass eines meiner Hauptprobleme nicht die Sucht war sondern der Missbrauch. Dass meine Heroin- bzw. Opiatabhängigkeit eher eine Form von Selbstmedikation war, um überhaupt so lange zu überleben. Ich hätte mich wohl sonst schon im Alter von 14, 15 Jahren umgebracht, hätte ich den Schmerz in mir nicht betäuben können.
Und die eigentlich schwerwiegende und ursächliche Sucht in mir war die Beziehungsabhängigkeit! Hatte ich eine schöne, gut funktionierende Beziehung, brauchte ich gar keine Drogen! Aber gab es Streit, Stress und ich hatte das Gefühl, meinen Partner zu verlieren gab es auch sofort und immer wieder einen Rückfall.

Erst im Moor konnte ich wirklich an mir arbeiten. Konnte mich verstehen, mein Leben von aussen betrachten und mir überlegen, wie ich in Zukunft anders mit meinen Problemen umgehen wollte und konnte. Diese Therapie hat mir das Leben gerettet!
Im Jahr darauf machte ich noch eine Paartherapie dort, weil ich inzwischen im betreuten Wohnen der Einrichtung meinen Freund, Partner und Lebensgefährten kennen gelernt hatte. Auch er war opiatabhängig und hatte eine ähnliche Geschichte wie ich. Leider auch die gleiche Form von Beziehungsabhängigkeit wie ich.
Aber wir konnten beide daran arbeiten!

Das ist jetzt vier Jahre her. Insgesamt habe ich noch ein Jahr im betreuten Wohnen dort verbracht, also quasi in einer Clean-WG gelebt, ie an die Fachklinik angegliedert war.
Die Zeit dort war mit die schönste Zeit meines Lebens!
Ich hatte immer das Gefühl wie als kleines Mädchen beim Fahrrad fahren: ich wußte, wenn ich falle, stürze, dann ist da die Hand meines Vaters, die mich stützt, mich beschützt und wußte, dass mir nichts passieren kann.
So war es auch im BW. Ich nahm noch oft und gerne an Gruppen teil, hatte einen guten Draht zu den Therapeuten und konnte auch oft ein privates Wort wechseln. Akute Probleme konnte ich direkt und vor Ort klären und besprechen.
Auch dort gab es Rückfälle. Auch von mir. Insgesamt hatte ich in 1,5 Jahren drei Rückfälle und ich bin extrem dankbar dafür, dass ich trotzdem bleiben konnte. Das lag sicher daran, dass ich sie sofort selbst aufgemacht habe, weil ich niemanden belügen wollte, am wenigsten mich selbst.
Und es gab dort auch viele Rückfälle von Mitbewohnern. Die Zahl 60 % kann ich leider nicht bestätigen. Aus meiner Therapiezeit in der ich vielleicht 60, 70 Mitpatienten kennen lernte, sind wohl noch 3 clean. Und von denen ist zumindest einer heute PC-Süchtig. Für ihn ist das die Methode, zumindest die Finger vom Heroin zu lassen.

Ich selbst habe in der Zeit der Phase, also der Adaption und des BW studiert, ein Praktikum gemacht, dass in eine Teilzeitanstellung mündete, eine Selbsthilfegruppe gegründet, an Präventions-AG's teilgenommen und alles erlernt und gefestigt, dass ich heute selbstständig leben und acu arbeiten kann. Meistens jedenfalls. Ab und an muss ich noch nebenher jobben, damit es reicht. Aber ich bin zufrieden und ab und an sogar glücklich!
Ich habe eine nette Wohnung, einen tollen Partner, der ebenfalls arbeitet und clean ist, einen Hund, einen tollen Draht zu meiner Familie und einen halbwegs vernünftigen zu meinem Sohn (er ist halt in der Pubertät...), ernähre mich gesund und abwechselnd, bin viel draussen am See und in der Natur, pflege mich und meinen Körper, den ich viel zu lange bestraft und vernachlässigt habe, lese viel, koche gern, schreibe und male und mache viel Sport (MTB und schwimmen, reiten ab und an).

Das alles wäre ohne Therapie und das anschliessende betreute Wohnen nicht möglich geworden. Und auch nicht ohne das Leben eines der Zauberwörter, die man in Therapie lernt: ABGRENZUNG!
In Clean-WG's gibt es eigentlich immer Drogen, Rückfälle, sogar Tod habe ich erlebt durch OD. Und ohne Abgrenzung hätte ich es nicht geschafft. Abgrenzung in den Fällen bedeutete auch, sehr konsequent zu sein. Leute fallen zu lassen. Sie zu ignorieren. Manchmal auch die Straßenseite zu wechseln wenn jemand völlig breit und gröhlend auf einen zu ging.
Manchmal war es hart, manchmal tat es weh. Aber es hat mich geformt und zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.

Ich wünsche Dir, dass auch Du ebenfalls die Kraft, den Mut und die Geduld hast, Deinen Weg konsequent und mit Blick nach vorne zu gehen. Dass auch Du es schaffst, Dich abzugrenzen, wenn es um Dich, Dein Leben und Deine eigene Gesundheit geht. Dass auch Du es schaffst, dort die wirklichen Freunde von den Menschen zu unterscheiden, die Dich nur benutzen, Dich mit runter ziehen wollen, wenn sie selbst drauf sind, rückfällig sind.
Oft passiert so etwas in WG's. Allein ist es verdammt einsam im Rückfall mit dem schlechten Gewissen und der Angst, entdeckt zu werden. Da kann man doch besser noch jemand anderen mit runter ziehen. Zu zweit geht man noch schneller unter.
Solche Leute wünsche ich Dir auf keinen Fall.
Aber ich wünsche Dir, dass Du eine Menge Erfahrungen mit raus nimmst; gute wie schlechte. Denn das BW oder auch die Clean-WG ist eine Krücke, ist eine Art Stütze beim Radfahren: und danach wirst Du es um so leichter haben, alleine zu fahren, Deinen Weg alleine zu gehen!

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du schaffst, was immer Du Dir vornimmst!

Stay clean! LG - Ela
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joe
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 966

BeitragVerfasst am: 9. Mai 2010 20:32    Titel: Antworten mit Zitat

hallo ihr,
etwas verwirrend, da Renes artikel schon ne weile her ist.
aber suche nach langzeitcleanen : am 21. april hatte ich 11 jaehrigen cleangeburtstag, 10,5 jahre ohne fluppen.
mal sehen wies hier so weitergeht im unterforum.
alles liebe
joe
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MyLife
Anfänger


Anmeldungsdatum: 15.11.2013
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 15. Nov 2013 17:30    Titel: Re: ex-user Antworten mit Zitat

bigbud hat Folgendes geschrieben:
hallo,
ich bin ex-user ud nun seit 12 jahren clean.
habe vorher heroin ,kokain,benzos,babiturate,u.s.w.eingefahren,bis ich fast daran drauf gegangen wäre.
war ca. 18 jahre drauf.
habe in ostberge-dortmiund meine sucht überwinden können.
gruß oli

Oli wenn Du 98 dort warst weiss ich wer Du bist,war auch da habe mich dann nach hagen ins deerth verlegen lassen. Am 1.9.2013 bin ich in mein 16 Cleanjahr rein gegangen,einzige laste was leider bis heute blieb ist der Nikotin...aber ganz erlich auch den werde ich noch an den nagel hängen.
LG
Sunny Wink
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