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Glückskind333 Anfänger
Anmeldungsdatum: 15.03.2016 Beiträge: 1
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Verfasst am: 15. März 2016 18:59 Titel: Beziehung vorbei wegen Drogen? |
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Hallo!
Mein Freund hat sich letzte Woche von mir getrennt, weil ich nicht will, dass er wieder Drogen (Kokain, MDMA) nimmt. Er hatte vor drei Jahren eine drogenindizierte Psychose, war monatelang auf der Psychiatrie. Ich war diejenige, die damals bei ihm war und sich um ihn gekümmert hat, obwohl wir damals noch nicht zusammen waren. (Wir kennen uns von Kindheit an, weil wir Nachbarn waren, wir waren also immer schon Freunde. Er ist der beste Freund meines Cousins, der aber selbst sehr viele harte Drogen konsumiert.) Vor ca. einem halben Jahr sind wir zusammengekommen. Alles hat gut ausgesehen, ich wusste nicht, dass er wieder Drogen nimmt.(Er konnte es recht gut vor mir verbergen, da wir eine Fernbeziehung geführt haben.) Ca.einen Monat nach unserem Beziehungsbeginn ist sein Vater gestorben. Er war die einzige Bezugsperson neben einer schlaftablettensüchtigen, schwer depressiven Stiefmutter. Zur selben Zeit bin ich draufgekommen, dass er wieder Drogen nimmt (jedes Wochenende von Freitag bis Montag), er meinte aber, er würde eine "Drogenpause" bis August machen. Er hat sich nicht daran gehalten, aber in zwei Monaten "nur" ca. zwei Mal Kokain und MDMA konsumiert(kann sein, dass er mir andre Male verheimlicht hat, er hat letztens zugegeben, dass er auch zuhause Kokain konsumiert hat und mit den Opiaten seines verstorbenen Vaters experimentiert "hat".). Vor einigen Wochen meinte er, er hätte wieder optische und akustische Halluzinationen und Verfolgungswahn-Anfälle. Ich meinte damals, er solle nun wirklich keine Drogen mehr nehmen. Anfangs hat er sich daran gehalten, aber seit seine Mutter wegen Entzug in der Klinik ist, ist er wieder am konsumieren. Nachdem ich meinte, dass ich es nicht ertragen könne, zu wissen, dass er an der nächsten Psychose bastelt und ihn darum gebeten habe, damit aufzuhören, weil ich die Beziehung sonst beenden müsse, meinte er erst, er würde es nicht mehr tun, aber keine drei Tage später hat er es wieder getan und sich von mir getrennt – angeblich nicht wegen der Drogen, sondern weil er mit dem Tod seines Vaters, der Situation seiner Mutter und seinem Leben an sich nicht zurecht kommt und seine "Freiheit" genießen will, bevor er eine ernsthafte Beziehung eingeht. Ich weiß, dass er sehr in mich verliebt war – er hat Jahre lang auf mich gewartet, immer von mir gesprochen. Ich war die einzige, die für ihn in den letzten Monaten wirklich da war und ihm durch die erste Zeit der Trauer hinweggeholfen hat, ihm bei der Organisation des Begräbnisses, des Klinikaufenthalts seiner Mutter etc geholfen hat, ihm zugehört hat, was für mich selbst eine große Belastung war. Ich weiß von ihm selbst und meinem Cousin, dass er extrem unter der Trennung leidet, er meint aber gleichzeitig eben auch, dass er gerade nicht kann und "Abstand" von allem braucht. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ich verstehe die Welt nicht mehr. Ich habe alles getan, was ich konnte, um für ihn dazu sein und er zerstört alles, nur weil ich nicht will, dass er Drogen nimmt. Ich habe das Gefühl, versagt zu haben und frage mich, ob ich mit meiner Forderung, keine Drogen mehr zu nehmen, übertrieben habe, alles kaputt gemacht habe? Kann man nicht süchtig sein, wenn man nicht einmal eine Pause davon machen kann? Ich habe das Gefühl, gegen die Drogen verloren zu haben. Oder hat er mich einfach nicht genug gemocht? Ich bin so verwirrt. Seit der Trennung ist er ständig betrunken oder unter Drogen. Ich mache mir so Sorgen um ihn. Er ist eben nicht nur mein Exfreund, er ist einer meiner Freunde, an dem ich sehr, sehr hänge. Was soll ich nur tun? Ich leide extrem darunter, zu wissen, dass er nun ganz allein ist und seine Zeit unter Drogen begräbt. Ich würde ihn so gerne aufwecken.
Ich wäre sehr dankbar für Rat. |
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ratte Silber-User


Anmeldungsdatum: 06.05.2015 Beiträge: 218
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Verfasst am: 16. März 2016 15:25 Titel: |
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Hi, da bist du ja ein echtes Glückskind und gerade nochmal diesem blöden kokser entkommen. Sei froh das Du ihn los hast. Koks ist wirklich ein Teufelszeug, manchmal für die Angehörigen schlimmer als für den Kokser selbst
Es ist schön wenn Du ihm helfen möchtest, aber das kannst Du nur, indem Du auf Abstand gehst und dich nicht mehr einlullen lässt.
Viel Glück!
die ratte |
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Seppel 4 Platin-User


Anmeldungsdatum: 05.12.2015 Beiträge: 1593
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Verfasst am: 17. März 2016 08:24 Titel: |
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Guten Morgen, Glückskind.
Das klingt schon mal nicht sehr aufmunternd, was Du schreibst. Könntest Du
vielleicht auch noch schreiben, wie alt ihr seid?
Doch erst mal zu Dir:
Versagt zu haben, weil Du sein Leben nicht richtig lebst ist ein Widerspruch in
sich. Du hast Dich gegeben und DAS getan, was Du zu dem Zeitpunkt für richtig
gehalten hast, oder nicht?
Doch wenn Du mehr tun willst:
Geh doch zur Drogenberatung; die haben mehr Ahnung und können im
Gespräch viel situationsadäquater reagieren, als hier im Forum.
Du hast vorgestern gepostet und was ist die Ausbeute?
Mager, oder ?
Und zu dem Freund: Wenn Du ihn nicht inhaltlich erreichst, so kannst Du ledig-
lich immer wieder nach dem ' Rechten schauen ', also, wie es ihm geht und ob
es schlimmer oder besser wird.
Doch um einen Besuch bei der Suchtberatung kommst Du, wenn Du wirklich
verantwortungsvoll handeln willst nicht rum.
Mach das doch bitte mal, und dann poste wieder.
Ich war auch schwer von dem Zeug abhängig, und bin es heute nicht mehr.
Alles Liebe und viel Glück
wünscht Dir
Sepp |
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