Sofortiger Entzug mit Buprenaddict - von H auf Bu auf Null?

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Freundlich
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 29

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 09:12    Titel: Sofortiger Entzug mit Buprenaddict - von H auf Bu auf Null? Antworten mit Zitat

Vor zwei Jahren gab es schon mal einen Anlauf. Damals war uns das zu heikel, da doch noch zu hoch.
Ich schreibe hier mit dem Account meines Freundes, er ist inzwischen seit 24 Stunden auf Affe, ich brauche bitte euren Rat.

Ausgangslage: 17 Jahre auf H (immer per Nase), die ganze Zeit voll Berufstätig, täglich körperlich sehr anstrengend, selbstständig daher Krankschreibung nicht möglich. Viel Fahrradfahren (ca 20-30 km/Tag).
Vor zwei Jahren noch auf 2 gr/Tag. Inzwischen auf 0,7 /Tag runter (gab auch schon Tage mit 0,5). Er will nun mit Gewalt schnell runter, hat die Schnauze total voll. Er arbeitet schwer und das H frisst es alles auf. Auch können wir nie ins Ausland in Urlaub fliegen.
Er ist kein Typ der es zum Abhängen nahm, sondern um Sorgen beiseite zu schieben, sich wohl zu fühlen. Das will er aber schon lange nicht mehr. Er nimmt auch keine Tabletten, Alkohol oder so.

Sein Plan: zwei bis drei Tage Buprenaddict, dann auf Null.
Er hat Bu. organisiert. Nun sah ich aber das es 8 mg sind. Habe mich hier im forum eingelesen und auch die super Hinweise von quasimodo und Praxx gelesen. Daher denke ich die 8er sind viel zu hoch.

Eigentlich scheinen mir 0,2 er besser, sind aber jetzt nicht da.
Was kann ich jetzt tun? Wie viel kann er nehmen?
Abbrechen und neuen, besser geplanten Anlauf?
Kann er drei Tage je 1 mg und dann abdosieren?
Sollte er alle 24 Std. eine Dosis oder dreimal am Tag?
So viele Fragen, ich merke leider erst jetzt, dass wir nicht gut vorbereitet sind.

Ich danke euch schon jetzt für eure Unterstützung.
Es ist schwer, er leidet sehr Crying or Very sad
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1588

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

moin,

wie habt ihr denn die 8mg ?
Als eine Tablette ?

Wenn er 24h wie du sagst affig ist und nur H vorher genommen hat, dann mal anfangen jetzt würd ich sagen.
Mit der kleinsten Einheit, wenn ihr 0,4mg als Menge hinbekommt, dawei.
Dann abwarten , es müsste Linderung eintreten , evtl nachlegen, bis zu 2mg erstmal, evtl bis 4mg, mehr nicht.
Bu ist potent, das wird oft unterschätzt, weil das dann aufm Haufen so wenig aussieht.

Jetzt mal ne andere Frage?
Warum nicht Kh ?
Warum nicht erstmal Subu weiterhin nehmen , nach 17 Jahren H ?

Wenn der Job so stressig ist und er dazu noch selbstständig, und dann mit Gewalt, ich weiss nicht, dazu brauch er einen eisernen Willen und ein 1a Umfeld, sonst...
Und das Alter zollt natürlich Tribut.
Sowas steckt man mit Mitte 20 besser weg als mit Mitte 40.

Ok jetzt, erstmal anfangen mit Buphre würd ich sagen, und nachher Meldung machen. Wink
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Seppel 4
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Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1587

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 10:55    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich fasse es nicht:

Ich bin 57 und war auch sehr lange auf H, doch warum in aller Welt ist er selbst-

ständig. Das ist schon im Ansatz zum Scheitern verdonnert.

Ich war am Arbeiten oder krank und das ging mein ganzes Leben so.

Und dann kam irgendwann die Frührente.

Ich weiss von den Selbstständigen nur, dass es prima Hartz 4 Empfänger

werden.

Organisier ihm 2 er Subus und dosier ab. Und dann überleg mal, was Du

überhaut willst in Deinem ( seinem ) Leben.

Er hat sich freiwillig und ohne Grund in eine unheimlich enge Situation gebracht.

Abdosieren und neu anfangen; mein Rat.

Viel Glück bei Eurer Neuordnung.

Seppel
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Freundlich
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 29

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

Quasimodus hat Folgendes geschrieben:
moin,

wie habt ihr denn die 8mg ?
Als eine Tablette ?

Wenn er 24h wie du sagst affig ist und nur H vorher genommen hat, dann mal anfangen jetzt würd ich sagen.
Mit der kleinsten Einheit, wenn ihr 0,4mg als Menge hinbekommt, dawei.
Dann abwarten , es müsste Linderung eintreten , evtl nachlegen, bis zu 2mg erstmal, evtl bis 4mg, mehr nicht.
Bu ist potent, das wird oft unterschätzt, weil das dann aufm Haufen so wenig aussieht.

Jetzt mal ne andere Frage?
Warum nicht Kh ?
Warum nicht erstmal Subu weiterhin nehmen , nach 17 Jahren H ?

Wenn der Job so stressig ist und er dazu noch selbstständig, und dann mit Gewalt, ich weiss nicht, dazu brauch er einen eisernen Willen und ein 1a Umfeld, sonst...
Und das Alter zollt natürlich Tribut.
Sowas steckt man mit Mitte 20 besser weg als mit Mitte 40.

Ok jetzt, erstmal anfangen mit Buphre würd ich sagen, und nachher Meldung machen. Wink

Danke für deine Antwort Quasimodus
Also wir haben 8 mg als eine Tablette (davon mehrere). Ich wisste nicht wie ich das teilen sollen, damit 0,2 einheiten rauskommen. kleiner als ein oder zwei mg Einheiten war nicht möglich.
Subu weiter nehmen will er nicht, da er dann eine sucht mit der anderen tauschen würde. Er liebt seinen Job, aber ist halt körperlich anstrengend.
Ohne eine Antwort hier im Forum bezüglich der Dosis wurde uns das zu heiß. Vor Kurzem musste er 0,1 H nehmen, da er es nicht mehr aushielt. Jetzt sind die 24 Stunden "Frei" dahin. Er ist sehr stark im Willen ( er ist sogar schon auf Affe arbeiten gegangen) und ich bin ja auch noch da. Das Umfeld ist absolut sauber, es gibt keine "Freunde" oder so die süchtig sind. Wie gesagt, es weiß niemand.
Krankenhaus geht er auf keinen Fall, nicht nur weil niemand von der Sucht weiß. Er ist sich sicher, dass er es alleine schaffen kann. In all den Jahren hat es nie jemand erfahren und das soll auch so bleiben.

Wie sollen wir jetzt weiter machen? Da er ja arbeiten muss am Montag ab Mittags, geht es ja erst wieder dann wenn er zwei Tage hintereinandr frei hat?
Denn er braucht ja 16 Std. H Frei bevor er Bupre. nehmen darf, ist doch richtig?
Vielen Dank für die Unterstützung
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Freundlich
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 29

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Seppel 4 hat Folgendes geschrieben:
Also ich fasse es nicht:

Ich bin 57 und war auch sehr lange auf H, doch warum in aller Welt ist er selbst-

ständig. Das ist schon im Ansatz zum Scheitern verdonnert.

Ich war am Arbeiten oder krank und das ging mein ganzes Leben so.

Und dann kam irgendwann die Frührente.

Ich weiss von den Selbstständigen nur, dass es prima Hartz 4 Empfänger

werden.

Organisier ihm 2 er Subus und dosier ab. Und dann überleg mal, was Du

überhaut willst in Deinem ( seinem ) Leben.

Er hat sich freiwillig und ohne Grund in eine unheimlich enge Situation gebracht.

Abdosieren und neu anfangen; mein Rat.

Viel Glück bei Eurer Neuordnung.

Seppel

Hallo Seppel,
er ist schon seit Jahrzehnten selbstständg. Und das läuft super. Warum soll man da in Hartz 4 abrutschen, wenn man es gut organisiert und plant?
Warum hat er sich freiwillig und ohne Grund in eine enge Situation gebracht? Ja, er hat vor 17 Jahren eine falsche Entscheidung getroffen, aber darum geht es (mir) nicht. Wenn er jetzt entschieden hat, er will weg vom H, dann ist das doch super. Und mit Bupre. sah er halt eine Hilfe.
Da wie gesagt kein Kontakt zur Szene besteht, haben wir halt hier auf Hilfe bezüglich der Dosierung etc. gehofft.
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1588

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 12:23    Titel: Antworten mit Zitat

16h H frei, naja, kommt drauf an, wie gut das H ist.
16h warten bei 0,1g eher unwahrscheinlich, 12h reichen wohl auch.

Soll ich dich jetzt so verstehen, dass er bei den nächsten 2 Freitagen die er hat, die Zeit dazu nutzen will, Subu zu nehmen und danach clean arbeiten zu gehen.

So einen job dann plötzlich ohne H doping zu machen, womöglich 8h Arbeitstag, nachdem er 17 Jahre den job auf H gemacht hat, was glaubt ihr wielange das dauert und er wieder was nehmen muss, um die Kraft und Konzentration zu haben.

Ich glaub, ihr geht da ganz schön naiv ran an die Sache, so als wäre es eine kleine Erkältung, da steckt bedeutend mehr dahinter, als nur mal eben schnell abzuturnen, es geht um Sucht.

Seppel hat es zwar krass formuliert, aber ganz unrecht hat er wohl auch nicht.
Eine Neuordnung der bisherigen Verhältnisse steht wohl an.
Und 2mg Subutex sind zum abdosieren optimal, die kann man auch nochmal teilen, wenn nötig.

Wenn er jetzt wieder H konsumiert hat, dann wartet 12h und beginnt dann mit nicht > 4mg Subu zur Stabilisierung. Runterdosieren sollte dann kein Problem sein , aber erstmal eine stabile Ausgangslage schaffen.
Er kann dann doch auch auf Subu arbeiten gehen, wo ist das Problem und sich weiter abdosieren dabei.

Aber lasst es euch gesagt sein, auch wenn ihr es nicht gerne hören wollt, wenn dies alles so easy wäre mit dem aufhören, warum dann diese ganzen Programme, Therapien, Rehabilitationsmassnahmen, Millionen von Euros die da rein fliessen, warum, wenn alles so easy wäre ?
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Freundlich
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 29

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Quasimodus hat Folgendes geschrieben:
16h H frei, naja, kommt drauf an, wie gut das H ist.
16h warten bei 0,1g eher unwahrscheinlich, 12h reichen wohl auch.

Soll ich dich jetzt so verstehen, dass er bei den nächsten 2 Freitagen die er hat, die Zeit dazu nutzen will, Subu zu nehmen und danach clean arbeiten zu gehen.

So einen job dann plötzlich ohne H doping zu machen, womöglich 8h Arbeitstag, nachdem er 17 Jahre den job auf H gemacht hat, was glaubt ihr wielange das dauert und er wieder was nehmen muss, um die Kraft und Konzentration zu haben.

Ich glaub, ihr geht da ganz schön naiv ran an die Sache, so als wäre es eine kleine Erkältung, da steckt bedeutend mehr dahinter, als nur mal eben schnell abzuturnen, es geht um Sucht.

Seppel hat es zwar krass formuliert, aber ganz unrecht hat er wohl auch nicht.
Eine Neuordnung der bisherigen Verhältnisse steht wohl an.
Und 2mg Subutex sind zum abdosieren optimal, die kann man auch nochmal teilen, wenn nötig.

Wenn er jetzt wieder H konsumiert hat, dann wartet 12h und beginnt dann mit nicht > 4mg Subu zur Stabilisierung. Runterdosieren sollte dann kein Problem sein , aber erstmal eine stabile Ausgangslage schaffen.
Er kann dann doch auch auf Subu arbeiten gehen, wo ist das Problem und sich weiter abdosieren dabei.

Aber lasst es euch gesagt sein, auch wenn ihr es nicht gerne hören wollt, wenn dies alles so easy wäre mit dem aufhören, warum dann diese ganzen Programme, Therapien, Rehabilitationsmassnahmen, Millionen von Euros die da rein fliessen, warum, wenn alles so easy wäre ?


Danke für deine Antwort.

Ja, ich verstehe was du sagen willst. Wir haben in den letzten zwei Jahren schon alles neu geordnet. Beispiel: Er hat sehr oft am Tag genommen, immer so pi mal Auge. Seit langer Zeit wird die tägliche Dosis genau abgewogen. Er nimmt nicht aus "Bock" wie früher, sondern weil es sein muss. Das zu bestimmten Zeiten (zwei mal am Tag jeweils 0,35). Das hält er ganz genau ein. Wenn wenig körperlich zu tun ist, schiebt er von der Portion noch was weg und nimmt von alleine weniger. Wir schreiben es genau auf welche Menge er nimmt. Immer mal zwischendurch, z.B. im Sommerurlaub, nimmt er auch mal ganz wenig.
Wir haben ein sehr gutes Umfeld, sind fest eingebunden bei unseren Hobbys und fahren gerne mal für paar Tage weg. Wir haben eine neue Wohnung bezogen und uns einen Garten zugelegt. Arbeitsmässig läuft alles gut und er hat viel Freude an seiner Arbeit. Wir haben die Schulden komplett abgebaut. Mit Polizei oder so gab es noch nie Probleme.
Ich würde ihn nicht als typischen Abhängigen bezeichnen. Es ist charakterlich sehr stark.
Es ist einfach die Zeit, dies unliebsame Anhängsel aus unserem Leben zu verbannen.
Er weiß, dass es nicht leicht ist und wird. Aber wir haben einen starken Zusammenhalt und uns sehr viel aufgebaut.

Leider hatten wir einfach zu wenig Ahnung über Subutex/Bupr.
Es war uns nicht bewusst, dass man damit normal arbeiten kann. Es ist eine sehr gute Anregung, die du schriebst. Also das Abdosieren. Ist es dann nicht schwieriger, wenn man es eine woche genommen hat?

Vielen vielen Dank für die Unterstützung. Es ist auch für mich nicht einfach. Aber ich weiß, dass er es schafft und dann seine Träume verwirklichen kann...
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Seppel 4
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1587

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Freundlich,

ich wünsche Euch wirklich und von ganzem Herzen, dass ihr das stemmt. Für

mich wär es nicht machbar gewesen; deshalb auch eine solche Bewertung der

Situation. Doch Menschen sind ( Gott sei Dank ) unterschiedlich.

Good luck für Euch! Wink

Sepp

PS.

Was auch eine Rolle spielt ist, dass man mit 28 J viel mehr Power hat, als mit

53, will sagen: Mache es jetzt und lass dann wirklich die Finger davon. Ein guter

Kumpel, genauso alt wie ich, war immer selbständig und ist jetzt auf Hartz 4.

Was bin ich damals mit ihm auf seiner dicken BMW ( Motorrad ) laut mit Musik

durch die Gegend gebrettert, wo er als Selbstständiger oft über 10.000 € im

Monat verdiente. Und dann kam die Krise und alle Vorsorgemassnahmen für die

Zeit im Alter wurden verballert. Jetzt lebt er von Hartz 4.
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Freundlich
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 29

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Seppel 4 hat Folgendes geschrieben:
Liebe Freundlich,

ich wünsche Euch wirklich und von ganzem Herzen, dass ihr das stemmt. Für

mich wär es nicht machbar gewesen; deshalb auch eine solche Bewertung der

Situation. Doch Menschen sind ( Gott sei Dank ) unterschiedlich.

Good luck für Euch! Wink

Sepp

PS.

Was auch eine Rolle spielt ist, dass man mit 28 J viel mehr Power hat, als mit

53, will sagen: Mache es jetzt und lass dann wirklich die Finger davon. Ein guter

Kumpel, genauso alt wie ich, war immer selbständig und ist jetzt auf Hartz 4.

Was bin ich damals mit ihm auf seiner dicken BMW ( Motorrad ) laut mit Musik

durch die Gegend gebrettert, wo er als Selbstständiger oft über 10.000 € im

Monat verdiente. Und dann kam die Krise und alle Vorsorgemassnahmen für die

Zeit im Alter wurden verballert. Jetzt lebt er von Hartz 4.



Hallo Seppel,
Danke, für deine freundliche Antwort.
Natürlich hast du Recht, dass selbstständig sein einige Gefahren mit sich bringt. Denn man weiß nie was kommt. Wir waren aber immer vorausschauend, auch wenn Sucht das nicht einfach macht. Wie gesagt, ist er stark. So habe ich immer das Finanzielle gemacht. Er hat es von sich aus gesagt, dass wir es so machen. Denn Sucht bleibt Sucht. Und es ist auch oft sehr schwer für mich gewesen, denn ich musste manches Mal Nein sagen. Er ist aber gereift in den Jahren. Wenn ich an früher denke, da flogen so manch böse Wörter. Heute gibt es da keine Probleme mehr, denn es wird so gemacht, wie wir es vorher planen.
Wir hatten immer mehrere Standbeine und arbeiten beide gerne. So wurde auch in die Rente einbezahlt.
Und wenn das Arbeiten körperlich nicht mehr geht, haben wir auch dafür schon einen Plan. Mit den Jahren habe ich gelernt immer drei Schritte im Voraus zu planen und alles doppelt abzusichern.

Die Nacht heute war nicht leicht und ich bewundere ihn einfach wie er kämpft.
Wir haben nun noch eine schwere Hürde vor uns, aber wir freuen uns beide sehr auf die Zeit die dann kommt.
Viele Grüße und Danke
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3094

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 14:08    Titel: Antworten mit Zitat

Natürlich KANN man mit Buprenorphin von H entziehen - aber nicht so, wie ihr das vorhabt!

In der LVR-Klinik Essen machen die den stationären Entzug mit Buprenorphin - aber das dauert 2 Wochen bis auf Null.

0.7g Schore sind um die 35mg DAM (5%) oder 100mg "Morphinäquivalent", entsprechend ca 1.5mg Buprenorphin

In der Klinik würde man die 0.4mg-Tabletten verwenden und nach dem COW-Score dosieren, das heißt, den Patienten für die Dauer des Entzugs im Bereich unter 12 Punkten halten.

Ihr müsstet die 8mg-Tablette in 20 0.4-mg-Dosen teilen - das geht nur, wenn ihr die 8er fein zermörsert und mit zB 10g Milchzucker sorgfältig verreibt, so dass ihr 20 gleich große 0.5g-Häufchen mit jeweils 0.4mg gut teilen könnt.

Dann solltet ihr euch irgendwo die COWS (Clinical Opioide Withdrawal Scale) auf deutsch herunterladen (oder auch englisch, wenn ihr damit klarkommt).

Mit Beginn des Entzugs alle paar Stunden die Skala durchgehen. Sobald 10 Punkte erreicht sind, 0.4mg geben. Alle zwei Stunden überprüfen und weitere 0.4mg geben, solange der Punktwert mehr als 10 Punkte beträgt.

Die "COWS" ist so konzipert, dass sie auch jeder Laie anwenden kann, der den Puls richtig zählen kann.

Wichtig ist, die COW-Skala exakt anzuwenden und nur dann eine Dosis zu geben, wenn die Symptome auch tatsächlich vorhanden sind.

Nur sublingual anwenden! Keinesfalls "ziehen"!

Das Ganze geht keinesfalls an einem Wochenende und ist auch keinesfalls neben irgendeiner Arbeit möglich (außer vielleicht einem Home-Office)

Ein H-Entzug dauert eine Woche und ist mit Tricks nicht verkürzbar. Von der beschriebenen Dosis ist das ohne weiteres auch "kalt" machbar - es gibt hier noch ein paar Überlebende aus der "Vor-Substi-Zeit", denen oft nichts anderes übrigblieb, wenn es mal keinen Nachschub gab oder man im Gewahrsam saß...

Das eigentliche Problem kommt ohnehin erst nach dem Entzug

LG

Praxx
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1588

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

ihr scheint ein gutes Team zu sein.
Diesen Luxus haben wenige in dieser Stítuation, viele sind allein und kämpfen gegen Windmühlen.

Klar geht arbeiten und gleichzeitiges abdosieren und wenns mal nicht so läuft, dann nimmt er halt mal ne Nase H.
Solange es dabei bleibt.
Wir sind alle nur Menschen.
Bloss die Richtung sollte stimmen.

Wenn euch/ihn das alle so ankotzt wie du sagst, dann sind die Voraussetzungen aufzuhören doch bestens.
Setzt euch nicht unter Druck.
Man kann auch mal ein paar Tage stehenbleiben, man kann auch mal einen
"Rückfall" bauen, alles menschlich.

Doch dann sollte es wieder nach vorne gehen.

Der Frühling kommt, die Tage werden länger, belohnt euch mit einem schönen Urlaub, das Leben kann so schön sein , wenn man einen Partner hat, der verständnisvoll ist und unterstützend mitwirkt.

Was Gift ist in diesen Zeiten , sind Unehrlichkeit
(sich selbst und anderen gegenüber) und Lügen und Leugnung.
Das zerstört jedes noch so gute Vorhaben.

lg
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3813

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 14:34    Titel: Antworten mit Zitat

Praxx hat Folgendes geschrieben:
- es gibt hier noch ein paar Überlebende aus der "Vor-Substi-Zeit", denen oft nichts anderes übrigblieb, wenn es mal keinen Nachschub gab oder man im Gewahrsam saß...

Das eigentliche Problem kommt ohnehin erst nach dem Entzug

LG

Praxx



das kann ich dir "flüstern" Praxx...

als ich angefangen habe war Substition noch ein Fremdwort...
es gab mal ein Arzt in meiner City der versuchte damals mit Valoron uns Süchtels zu substitionieren ...ging 1/2 Jahr gut und dann war er seine Zulassung los...

Freundlich...
da stellt sich doch die Frage wer von euch beiden der/die Starke ist...
ohne meine Frau die mir immer den Rücken freigehalten hat wäre ich heute wohl nicht mehr...


so long
Mikel
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Freundlich
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 29

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 15:15    Titel: Antworten mit Zitat

Praxx hat Folgendes geschrieben:
Natürlich KANN man mit Buprenorphin von H entziehen - aber nicht so, wie ihr das vorhabt!

In der LVR-Klinik Essen machen die den stationären Entzug mit Buprenorphin - aber das dauert 2 Wochen bis auf Null.

0.7g Schore sind um die 35mg DAM (5%) oder 100mg "Morphinäquivalent", entsprechend ca 1.5mg Buprenorphin

In der Klinik würde man die 0.4mg-Tabletten verwenden und nach dem COW-Score dosieren, das heißt, den Patienten für die Dauer des Entzugs im Bereich unter 12 Punkten halten.

Ihr müsstet die 8mg-Tablette in 20 0.4-mg-Dosen teilen - das geht nur, wenn ihr die 8er fein zermörsert und mit zB 10g Milchzucker sorgfältig verreibt, so dass ihr 20 gleich große 0.5g-Häufchen mit jeweils 0.4mg gut teilen könnt.

Dann solltet ihr euch irgendwo die COWS (Clinical Opioide Withdrawal Scale) auf deutsch herunterladen (oder auch englisch, wenn ihr damit klarkommt).

Mit Beginn des Entzugs alle paar Stunden die Skala durchgehen. Sobald 10 Punkte erreicht sind, 0.4mg geben. Alle zwei Stunden überprüfen und weitere 0.4mg geben, solange der Punktwert mehr als 10 Punkte beträgt.

Die "COWS" ist so konzipert, dass sie auch jeder Laie anwenden kann, der den Puls richtig zählen kann.

Wichtig ist, die COW-Skala exakt anzuwenden und nur dann eine Dosis zu geben, wenn die Symptome auch tatsächlich vorhanden sind.

Nur sublingual anwenden! Keinesfalls "ziehen"!

Das Ganze geht keinesfalls an einem Wochenende und ist auch keinesfalls neben irgendeiner Arbeit möglich (außer vielleicht einem Home-Office)

Ein H-Entzug dauert eine Woche und ist mit Tricks nicht verkürzbar. Von der beschriebenen Dosis ist das ohne weiteres auch "kalt" machbar - es gibt hier noch ein paar Überlebende aus der "Vor-Substi-Zeit", denen oft nichts anderes übrigblieb, wenn es mal keinen Nachschub gab oder man im Gewahrsam saß...

Das eigentliche Problem kommt ohnehin erst nach dem Entzug

LG

Praxx


Hallo Praxx,
vielen Dank für deine fachmännische Antwort.
Von der COW Skala habe ich schon mal gehört. Leider konnte ich diese nicht in Deutsch finden. Hast du einen Tipp? Auch der gefundene Link zur EMCDDA funktionierte nicht.
Vielen Dank für deine aufschlussreiche Info. Ich werde es gleich mit meinem Freund absprechen (wenn er wieder wach ist), dass wir die Umstellung auf Bupre. vertagen werden.
Wir werden es dann so, wie von dir empfohlen, versuchen.
Bis dahin werden wir schauen, dass wir 0,4 er Tabletten bekommen.
Nach 16 Stunden ohne H mit 0,4 beginnen und dann 2 stündig auf Grundlage der COW überprüfen. Rechnerisch müsste man mit 4x 0,4 Bupre. je 24 Std. auskommen (nach deiner Umrechnung).

Deine Angaben helfen wirklich sehr.
Kalten Entzug schafft er nicht. Das längste was er mal ohne H schaffte waren 36 Std. Da ging es ihm aber schon ziemlich übel. Ist krass, dass anzusehen und tut auch weh. Aber ich versuche in solchen Momenten den "Blick von außen" zu haben und nicht zu emotional zu sein, sondern zu schauen was in der aktuellen Situation das Beste für ihn ist. Das klingt hart, ich weiß, aber nur so geht es.

Vielen Dank nochmal, herzliche Grüße
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Freundlich
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 29

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Quasimodus hat Folgendes geschrieben:
ihr scheint ein gutes Team zu sein.
Diesen Luxus haben wenige in dieser Stítuation, viele sind allein und kämpfen gegen Windmühlen.

Klar geht arbeiten und gleichzeitiges abdosieren und wenns mal nicht so läuft, dann nimmt er halt mal ne Nase H.
Solange es dabei bleibt.
Wir sind alle nur Menschen.
Bloss die Richtung sollte stimmen.

Wenn euch/ihn das alle so ankotzt wie du sagst, dann sind die Voraussetzungen aufzuhören doch bestens.
Setzt euch nicht unter Druck.
Man kann auch mal ein paar Tage stehenbleiben, man kann auch mal einen
"Rückfall" bauen, alles menschlich.

Doch dann sollte es wieder nach vorne gehen.

Der Frühling kommt, die Tage werden länger, belohnt euch mit einem schönen Urlaub, das Leben kann so schön sein , wenn man einen Partner hat, der verständnisvoll ist und unterstützend mitwirkt.

Was Gift ist in diesen Zeiten , sind Unehrlichkeit
(sich selbst und anderen gegenüber) und Lügen und Leugnung.
Das zerstört jedes noch so gute Vorhaben.

lg


Vielen Dank Quasimodus für deine Zeilen.
Es tat gut, hier in den letzten Stunden schreiben zu können und Antwort bekommen zu haben.
Ja, dass mit der Ehrlichkeit ist sooooo wichtig. Am Anfang bin ich ausgeflippt wenn wieder ein Knaller von ihm kam. Hab gemeckert und geschimpft. Aber irgendwann haben wir eine Abmachung gehabt: Er sagt mir alles, dafür meckere ich nicht. Das halten wir immer noch so und ist die Grundlage für unsere Beziehung.
Danke, dass du meine vielen Fragen beantwortet hast.
Herzliche Grüße
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3094

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2017 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Freundlich,

guckst du hier: https://www.researchgate.net/publication/10608525_The_clinical_opiate_withdrawal_scale_COWS

die Tabelle ist auf Seite 259 (runterscrollen) und lässt sich mit Hilfe von Google oder eines Wörterbuchs einfach übersetzen

LG

Praxx
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