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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3056

BeitragVerfasst am: 2. Jan 2021 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hanna stirbt. Ging total schnell mit mal.
Gnädigerweise ist sie benebelt. (Ammoniak) Offenbar waren die entgiftenden Organe eben doch betroffen. Niere bereits zu Beginn. Den Metastasen war nicht mehr bei zu kommen.
Aber die Lunge blieb weiterhin verschont. Das haben wir erreicht und sie wird atmen bis zum letzten Atemzug. Das wäre das Schlimmste gewesen, zu ersticken. Darauf hatten die Substanzen Einfluss, zum Glück. Wie auch auf den Allgemeinzustand. Auf wiederholte bildgebende Verfahren, hat sie nicht mehr gedrungen. Und damit wusste auch keiner, was kommt.

Das Haus ist voll bei Ihr, sie stirbt im Kreise ihrer Lieben in ihrem Bett. Als wir uns sahen, war gelöste Stimmung. Sie lacht auf unseren letzten Fotos und unsere, v.a. ihre eigene Schätzung trifft´s. Der Tod kommt zur Jahreswende.

Ich hab mich damit ausgesöhnt. Hatte ja Zeit dafür. Sie nahm es eh recht gut hin. Die Ängste längst vorbei. Und Schmerzen musste sie ohnehin nicht aushalten, dafür hatten wir von Anfang an gesorgt. Nichts hätte sie mehr retten können. Jedoch konnten wir gemeinsam dafür eintreten, dass sie nicht leidet. Contra Chemo, wo abzusehen war, wie unschön - und sinnlos das werden würde. So kann sie sterben, wie sie sich wünschte. Und hatte noch eine gute, wenn auch sehr kurze Zeit.

Das neue Jahr beginnt mit dem Tod, aber Covid-19 hat damit nichts zu tun. Sie sah viele Menschen in letzter Zeit, war noch unterwegs, da wo sie zu leben beginnen wollte, nach langen Jahren in Bayern, ist sie wieder daheim. Zu spät, traf sie diese Entscheidung. Jahre vergingen, seit dem Tag, an dem sie zu mir sagte, sie wolle wieder nach Hause nach Hessen. Die Zeit verflog, viele Jahre, in jenen sie unglücklich war. Ich hab das Gefühl, sie klaute sich damit selbst ihr Leben, naja, es ist mehr als ein Gefühl, es war so.

Zur Jahreswende feierten mein Buddy und ich an Sylvester seinen Geburtstag bei mir. Kaffee und Kuchen, wie er sich das vorstellte und ich kochte dann noch. Er wollte allein mit mir sein in kuscheliger Atmosphäre... Dann bimmelte sein Handy, er hatte mir schon gesagt, dass er später vllt noch zu einer Frau fahren wollte, die er auf Entgifte kennen gelernt hatte.

Bei mir schrillten die Alarmglocken, als er von ihr erzählte, aber auch, weil ich sah, wie er im Begriff war, zu tun, was er immer tat - nach jeder Frau sofort greifend, wenn grade keine da ist. Ich sagte jedoch nichts, bis wir ihre Stimme hörten, als sie anrief... Sie war betrunken, nee - sternhagelvoll. Da wäre er glatt noch hingefahren, da machte ich ihn aufmerksam. Er hatte Zeit, sich zu vergegenwärtigen, was er im Begriff ist, zu wiederholen. Und so nahm er innerlich Abstand und löschte ihre Nummer. Gefahr gebannt und ein Erlebnis, das ihm aufzeigte, wie er sich verhält und wonach er "rennt". Es war ein schöner Tag zum Abschluss 2020.

Ich denke, er schafft das. Er ist gut eingebunden, auch beruflich und kann lernen, mit den Dingen anders umzugehen. Hat sich auch wieder connectet mit den Leuten vom Nichiren Buddhismus. Sie chanten zusammen via Video Konferenz. Der Arzt, der die Baclofen Begleitung macht, geht in Rente und konnte ihn nicht mehr aufnehmen. Naja, wir können das Medi aufschreiben lassen und selbst eindosieren, niemand arbeitet sonst damit, hat Ahnung, aber ein Rezept werden wir bekommen. Moron kennt sich damit weitgehend aus, schon seine Mutter bekam es zur Muskelentspannung bei MS und er hat es selbst ne Weile eingenommen. Das kriegen wir hin. Wenn man immer warten würde, bis man Hilfe bekommt, würde man lange warten müssen zuweilen. Das ist ja kein Hexenwerk. Seitenweise kann man nachlesen in den Foren, Fachliteratur, ect.

Ansonsten hat er begleitend noch ein AD, das die Lipido nicht derart senkt, wie die meisten anderen. Trotzdem hat es eine gute Wirkung. Weaver hat mir gute Adressen zukommen lassen, er kümmert sich darum. Daneben begann er seine Biografie zu schreiben. Ist mehr auch im Innen erstmalig - ein Ausrutscher wurde nun umgangen. Den nächsten wird er wacher schon im Vorfeld wahr nehmen. Wir sind in engem Austausch und er hat außer mir, noch andere, die ihm nahe sind. Er nutzt die Möglichkeit des Austausches. Wirkliche Freunde sind eine große Hilfe. Im weiteren das soziale Umfeld, der Beruf.

Was wir Eckpfeiler nennen, bildet die Basis. Und zuweilen verschwinden Traumata eben nicht, wie bei manchen, mit guter Resilienz. Damit kann man jedoch umgehen. Es war auch für mich ein langer Weg, immer wieder spürte ich den Zwang, mich zu wiederholen. Die Freiheit kam mit dem Verstehen und anderem Verhalten und ich benötige keine Männer mehr, die mich halten. Bin mir selbst ein Anker geworden, will man es so nennen. Seither spüre ich Frieden in mir ("alles kann, nichts muss"). Ich war lange gefangen, konnte nicht ohne Partner sein. Es war jedoch so, dass ich immer die Wahl hatte. Sehe, dass man sich schwerer tut, wenn von außen die Bedingungen gestellt zu sein scheinen. Mit mal ist keiner mehr da, wo früher an jeder Ecke ne Möglichkeit gewesen wäre, wie bei meinem Buddy. Das war dann der Punkt, an dem er entgleiste, die Angst vor Ablehnung, alleine zu sein, überschattete die Realität, die jene ist, dass Menschen da sind, die ihn mögen und zu ihm stehen, wie er nun auch bewusster erlebt.

Wie schnell wäre es gegangen bei ihm, wäre ich nicht da gewesen. Noch ist da keine Stabiltät, das benötigt Zeit der Abstinenz. Er war selbst überrascht, wie "ungebremst" er zu der Tante gesaust wäre. Was ein Abstieg obendrein, er hatte immer schöne Frauen, die mit beiden Beinen im Leben standen. Und nu so ne Trulla, die sich obendrein um andere nicht schert. Sie hat erst Kontakt zu ihm aufgenommen, als sie zu süffeln begann, nach kurzer Entgiftung, Drehtüre bei ihr, seit ihre Kinder sie immer wieder überreden, in die Klinik zu gehen.

Sie sang ihm Happy birthday, mit versuchter Kinderstimme, er fragte sie, ob sie ne Quietsche Ente im Mund hätte Laughing ...als die Gefahr gebannt war, er die Nummer gelöscht hatte, hingen wir lachend auf der Couch. Der Knoten löste sich und machte Entspannung breit.

Und zeigt auf, wo er bereits hinkam, wie ich oben beschrieb - zur Not, nimmt man, was da ist, wenn man nicht alleine sein kann und sein Selbstbild davon abhängig macht, dass man begehrenswert ist. Damit kann man arbeiten und das tut er auch.

Daneben sagte er, die reinen Alkoholsüchtigen seien ganz anders, als Opiatabh., das war ja längst klar für mich. Er hatte ja auch Gruppen mit ihnen zusammen und die Problamtiken unterscheiden sich schon im Ansatz, wie er sagte: ein ganz anderer Menschenschlag.

Im Suchtbereich ist es nicht immer damit getan, einfach aufzuhören, wobei das der erste Schritt ist. Mein Buddy ist ja schon 20 J von Opiaten weg und er begann nun zu trinken, als es sehr schwierig für ihn wurde, er kam so an die Anteile, die nun fühlbar aufbrachen.

Da ist ja noch meine Freundin, der ähnlich "geschah", ihr Partner ließ sie im Stich, als sie älter und obendrein krank wurde. Sie hat zwar aufgehört, drugs zu konsumieren, aber im Grunde hat sie alles gelebt, seit sie mit ihm zusammen war bereits in der Nachsorge, was er an Interessen hatte, sein Leben schmückte - ich fragte mich zuweilen, wo die Frau geblieben war, die ich kannte. Sie wird einiges zu tun haben, sich überhaupt erst mal zu finden. Ihre Mutter starb an Weihnachten. Aber auch sie, ist wie mein Buddy, gut eingebunden.

Eine Zeit des Umbruches. Im Großen wie im Kleinen. So wird mir diese Jahreswende wohl in Erinnerung bleiben. Ich bin auf liquids umgestiegen und nervös. Für mich steht einiges an - Jahreswende hin oder her. Smile Mit M. sprach ich gestern, sie drehte mal wieder fast durch, weil die Welt...

...ja, die Welt! Wir haben nur unsere eigene. Auf die kommt es einzig an! Wiederholt machte ich drauf aufmerksam, dass sie zahlreiche Möglichkeiten hat, andere Menschen zu erreichen - mit positivem Anklang! Sie könnte in die Nachmittagsbetreuung und Kids einiges nahe bringen, um nur ein Bps zu nennen. Das dürfte weit befriedigender sein, als denken und texten, denken und texten - wie grauenhaft! Wenn man nichts anderes macht. Und hat. Das ist bei ihr keineswegs so. Auch sie ist recht gut eingebunden und kann ihren Weg finden, nachdem ihr Partner nun schon eine Weile nicht mehr neben ihr ist.

Und so machen wir uns alle auf den Weg, sind frei und unabhängig. Naja, im großen und Ganzen auf jeden Fall. Smile Ich sehe das ähnlich wie Du, Jolina. Ich bin zufrieden, weiteres kommt mit dem Tun.

Für das neue Jahr, würde ich jedem etwas anderes wünschen wollen. Nur eines, uns allen gemein: Gesundheit ist unser höchstes Gut! Und ich bin dankbar, dass es dieser Bereich ist, dem ich mich rundum widmen darf! Und dankbar für die Menschen, die ich liebe. Doch unser Leben, das dürfen wir schon selbst in die Hand nehmen. Freunde und Familie können einen nur unterstützen und begleiten, bei dem, was man tut. Im besten Falle sind da Menschen, die kritischen Blickes sind. Ich lebe anders, als je zuvor und das tut mir sehr gut. Aber auf eines wollte ich niemals verzichten: auf die Liebe!

Liebe Grüße im neuen Jahr in die Runde!
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dakini
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3056

BeitragVerfasst am: 6. Jan 2021 11:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hanna ist gestern gestorben, am Morgen wachte sie noch mal kurz auf und schlief dann endgültig ein. Ihr Wunsch der letzten Jahre, nicht mehr leben zu wollen, hatte sich ein knappes halbes Jahr nach Diagnosestellung erfüllt.

Manche Patienten lassen sich palliativ Chemos, ect geben, obwohl sie wissen, der Onkologe inbegriffen, dass es keine Rettung mehr gibt in solchen Fällen. Die Entscheidung, wie man sterben möchte, hat jeder selbst in der Hand. Ich sehe noch eine frühere Freundin in ihrem Bett m Krankenhaus sitzen, weinend:" Schau wie ich aussehe, meine schönen Haare..." Sie war auch ziemlich genau ein halbes Jahr später tot, nach Diagnose, das Sterben jedoch, hätte unterschiedlicher nicht sein können.

Zunächst fühlte ich mich wie abgespalten von meinen Gefühlen, erst gegen Abend, überschwemmte mich der Verlust. Ich werde nie wieder ihre Stimme hören, nie wieder die Wärme spüren, weil wir uns so lange kannten und begleiteten. Wir haben alles richtig gemacht. Zusammen konnten wir erreichen, dass sie keine Schmerzen hatte und atmen konnte. Es war pures Glück, dass die Tumore in der Lunge durch die biologische Krebsabwehr, offenbar am Wachstum gehindert wurden, seit der Infusion waren die Schmerzen im Lungenfügel, ausstrahlend in den Arm verschwunden. Und sie konnte wieder frei atmen, ohne "pfeifende" Geräusche. Schnell war klar, dass es jedoch keine Wirkung auf die Metastasen hatte. Ich denke nun natürlich, das hätte der erste Schritt sein dürfen. Für mich selbst, hätte ich so entschieden.

Moron und ich, haben inzwischen Literatur dazu. Am besten, scheinen die Ergebnisse zu sein bei einer Kombination. Dass es dazu keine nennenswerte Forschung gibt, ist mehr als ein Versäumnis, Hanna wäre erstickt ohne Apparate, das hätte nur im Krankenhaus noch verhindert werden können. Ich würde also sofort diesen Weg gehen. Wie ich auch zu den Frauen gehöre, die sich für eine vernünftige hormonelle Versorgung einsetzen. Manchmal muss man gegen den Strom schwimmen! Aber niemals ohne Belege! Es gibt mehr als das "große Lehrbuch".

Ich werde mich auch weiterhin für manches einsetzen in Zukunft. Seit ich mich damit befasse, habe ich einiges erlebt, meine ehemals beste Freundin könnte noch leben. Man wusste doch schon, was Antibiotika außer den segensreichen Wirkungen an Nebenwirkungen hat. Man hätte auf jeden Fall was tun können, um zu vermeiden, dass der Darm bricht. Nicht in der Leitlinie verankert.

Unsere Medizin kann mehr! Aber das komplette Gesundheitssystem ist kaputt gespart. Ich suchte wegen eines anstehenden Eingriffes ein Krankenhaus und las die Bewertungen.

Was ein Grauen, kaum ein Haus scheint verschont! An erster Stelle fehlen Ärzte und Pflegepersonal. Stundenlanges Warten selbst bei Notfällen. OPs wurden abgesagt, nachdem Patienten schon Std warteten, wurden sie wieder nach Hause geschickt. Arztbriefe kommen Monate nicht,nach Entlassung.

Als nächstes fehlen Betten. Ganze Flügel wurden geschlossen, es wird in verbleibende Zimmer gestopft, wer rein passt.

Die Hygiene ist mehr als mangelhaft vielerorts, es mangelt auch da an Personal. Eine alte Frau hat sich komplett eingekotet nach Abführung, das Bett voll, das Bad ebenso. Die Bettnachbarin, frisch operiert, musste über den Flur laufen zum Gäste WC. Keine Schwester da, die der alten Dame half.

Im anderen Falle, platzen nach OP Nähte auf, das Bett voller Blut, auf dem Boden Blutlachen - es wurde erst am nächsten Morgen mangelhaft gereinigt, gewischt, im Grunde wurde es "verschmiert" - während andere Patienten in dem Zimmer lagen.

Patienten im Aufwachraum, die Decke auf den Boden gerutscht, niemand da, der die Frau zudeckte - als sie wach wurde, lag sie nackt vor den anderen! In Zimmern werden keine Betten gemacht, Patienten liegen in verschmutzten Betten.

Solche Berichte überschwemmen die Bewertungen, ich war geschockt und dachte: wohin nur? Was ist geschehen in den letzten Jahren?

Und dem stimmen wir zu? Feiern unsere Politiker, die dafür verantwortlich sind? Hanna war davon nicht betroffen, wir suchten ein gutes Haus aus. Ja, es gibt noch solche. Aber mehr und mehr das, was ich zu lesen bekam.

Auch Covid-19 wird daran nichts ändern. Manche sehen, was alles im Argen liegt, die Verknüpfung mit Umweltschäden, Luftverschmutzung fordert Opfer. Wir sind zu einer Nation geworden, die EU weit das meiste Plastik verbraucht. "To go" für unsere Lebensweise. Und nichts wird uns daran hindern, so weiter zu machen, wie bisher.

Für mich heißt das nicht, mich daran aufzuhalten. Aber es heißt auch nicht, nichts zu tun und sich über den Untergang mit blöden Witzen hinweg zu retten. Es gibt vieles, was man tun kann. Ich lehne mich nicht auf, verzweifle auch nicht, wie mancher, der hinschaut. Ich verstehe auch die Seite, die blind reagiert und eine engstirnige Entscheidung nach der nächsten trifft, weil es kein Entkommen gibt aus den Folgen unseres Handels. Das ganze System, das wir schufen, ist an seinen Grenzen angekommen. Der Kampf um die letzten Ressourcen im Hintergrund ist längst an unserer Haustüre angekommen.

Es ist wie mit dem Tod - wie haben selbst in der Hand, wie wir fallen. Solange wir leben, können wir anderen zur Seite stehen, uns selbst verändern. Es spielt keine Rolle, was nicht zu ändern ist, sondern was wir daraus lernen und wie wir mit unseren Nächsten und uns selbst umgehen. Und es wird immer Leute geben, die sich besser fühlen, wenn sie mit dem Finger auf andere zeigen können - ein Tropfen im Ozean.

In diesem Sinne, kommt gut ins neue Jahr!
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ast
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2743

BeitragVerfasst am: 6. Jan 2021 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

mein herzliches Beileid.
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Dr.Mabuse
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3807

BeitragVerfasst am: 6. Jan 2021 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Dakini...

Mein allerherzlichstes Beileid wegen Hanna,was ich sagen möchte kann ich so in Worte nicht fassen,weil es zu Gewaltig ist...ich drück dich mal und ich versteh die Welt nicht so wie sie ist...

Es fehlen einfach die Worte...ich hab beide Elternteile an Lungenkrebs verloren,als meine Mutter erkrankte 2009 war ich noch Optimistisch,so marke es könne ja ein Wunder geschehen...

Als mein Vater 2019 die Diagnose bekam,war ich wie Versteinert innerlich ich konnte noch nicht mal heulen,weil ich wusste gibt keine Hoffnung...März 2020 ist er dann gestorben...Lungenkrebs ist denkbar schlecht,oft Streut er noch,mein Vater hatte Metastasen dann im Gehirn,und zum Schluss an beiden Nieren...

Wegen deiner Krankenhaus Frage

Zitat:
Solche Berichte überschwemmen die Bewertungen, ich war geschockt und dachte: wohin nur? Was ist geschehen in den letzten Jahren?


Was geschehen ist?

Die Antwort ist ganz einfach...früher waren Krankenhäuser Staatlich...heutzutage sind die Privatisiert...

GMBH...Gesellschaft mit Beschränkter Haftung

Und da ist es Leider an der Tagesordnung zu Sparen...

Lieben Gruß...
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2455

BeitragVerfasst am: 6. Jan 2021 14:27    Titel: Antworten mit Zitat

dakini hat Folgendes geschrieben:
Hanna ist gestern gestorben, am Morgen wachte sie noch mal kurz auf und schlief dann endgültig ein.

Meine ganze Anteilnahme zum Verlust Deiner Freundin!
dakini hat Folgendes geschrieben:
Ihr Wunsch der letzten Jahre, nicht mehr leben zu wollen, hatte sich ein knappes halbes Jahr nach Diagnosestellung erfüllt.

Die Entscheidung, wie man sterben möchte, hat jeder selbst in der Hand.

Vielleicht liegt darin etwas Tröstliches? Wenn es ihr Wunsch war, sterben zu wollen und zu dürfen, so hat er sich nun erfüllt. Und wie sich Deine Berichte lesen, konnte sie in dem Umfeld und von den Menschen umgeben gehen, wie sie es sich wünschte.

dakini hat Folgendes geschrieben:
Zunächst fühlte ich mich wie abgespalten von meinen Gefühlen, erst gegen Abend, überschwemmte mich der Verlust. Ich werde nie wieder ihre Stimme hören, nie wieder die Wärme spüren, weil wir uns so lange kannten und begleiteten.

Das Gefühl des Verlustes und der Trauer kommt mit voller Wucht meist erst hinterher.
Nachdem ich schon viele geliebte Menschen lange vor der erwarteten und erhofften gemeinsamen Zeit gehen lassen müssen habe, mich einerseits, das gestehe ich offen und freimütig, danach sehnen würde, wenn es „irgendwo, irgendwann“ ein Wiedersehen geben würde, aber, weil ich nicht religiös bin, „kaum“ darauf hoffen kann, dass so etwas möglich sein wird, habe ich meine „eigene Kirche mit Gebets- und Begegnungsraum“ in meiner Seele. Dort, wo ich all die geliebten und aus dem Leben gegangenen Freund*innen immer wieder treffe, und Zwiesprache mit ihnen halten kann. Da werden sie wieder lebendig und sind bei mir. Und manche Entscheidung habe ich schon zusammen mit ihnen treffen können.

dakini hat Folgendes geschrieben:
Wir haben alles richtig gemacht.

Das ist ein starker und sehr nachhaltiger Trost!
dakini hat Folgendes geschrieben:
Was ein Grauen, kaum ein Haus scheint verschont! An erster Stelle fehlen Ärzte und Pflegepersonal. Stundenlanges Warten selbst bei Notfällen. OPs wurden abgesagt, nachdem Patienten schon Std warteten, wurden sie wieder nach Hause geschickt. Arztbriefe kommen Monate nicht, nach Entlassung.

Als nächstes fehlen Betten. Ganze Flügel wurden geschlossen, es wird in verbleibende Zimmer gestopft, wer rein passt. …. Usw.

Wer in all den Jahren (und inzwischen Jahrzehnten) miterlebt und realisiert hat, was ausgerechnet diejenigen angerichtet haben, die sich heute als die ganz großen Retter und Beschützer der Menschheit aufspielen, der meint in der derzeitigen Situation, er wäre im falschen Film.

Das für mich noch viel Schlimmere, wie der Blick auf die Verantwortlichen dieser Gesundheitsmisere, ist, wie viele im Volk davon nichts wahrzunehmen und nichts zu reflektieren in der Lage sind.
Solange die Verantwortlichen für diese Zustände ohne Scheu und Scham, ohne zur Rechenschaft gezogen zu werden, immer und zu jeder Zeit ihre tatsächliche Verantwortung verleugnen, ablehnen und vertuschen können, und solange es genügend im Volk gibt, die so ein Verhalten nicht nur zulassen, sondern sogar durch ihre „Anbetung“ dieser Leute fördern, wird sich sehr wahrscheinlich nie etwas daran ändern.
Zu den Zusammenhängen zwischen zunehmender Klima- und Umweltveränderungen habe wir einerseits viele Gemeinsamkeiten, andererseits aber auch viele grundsätzlich unterschiedliche Ansichten und Wahrnehmungen.
(Ich verweise dazu mal auf den mehrfach preisgekrönten Klimaaktivisten und Umweltschützer Michael Shellenberger: https://environmentalprogress.org/big-news/2020/6/29/on-behalf-of-environmentalists-i-apologize-for-the-climate-scare)
Die Situation in einer m.E. durchaus „möglichen Debatte“ ist leider nahezu identisch mit der „Covid-19 Diskussion. Es interessiert inzwischen nicht mehr, was „wahr und richtig“ ist, sondern nur noch „was sein könnte, sollte, und erwünscht“ ist.
Meiner Meinung nach werden dadurch viele Chancen vertan, etwas Grundsätzliches zu verändern, und gerade die Fehler, die in der Vergangenheit begangen wurden, in der Zukunft zu verhindern. (Stichwort: E-Mobilität, E-Schrott, wertvolle Ressourcen vernichten, usw.)

dakini hat Folgendes geschrieben:
Es gibt vieles, was man tun kann. Ich lehne mich nicht auf, verzweifle auch nicht, wie mancher, der hinschaut. Ich verstehe auch die Seite, die blind reagiert und eine engstirnige Entscheidung nach der nächsten trifft, weil es kein Entkommen gibt aus den Folgen unseres Handels.

Ja, so sehe ich das auch. Jeder Einzelne für sich kann sehr viel tun. Stichwort: Ökologischer Fußabdruck. Ich sehe – wie auch jetzt bei Covid-19 – gerade in den Rufen nach einem starken Staat, nach der Verantwortungsabwälzung auf Politiker, die schon in der Vergangenheit ihrer Verantwortung nicht gerecht wurden, nach „diktierten und von oben angeordneten Maßnahmen“ den allergrößten Denkfehler in der Gesellschaft.
Würde jeder im Kleinen, bei sich, damit anfangen etwas zu verändern, würde jeder Einzelne für sich die Verantwortung selbst übernehmen, und danach handeln, wäre viel mehr erreicht.
Tatsächlich aber folgt die Masse ein paar wenigen nach, und multipliziert dadurch viele Fehler im System.

Dir auch ein gutes neues Jahr!
Marle
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Jolina40
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 733

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2021 02:23    Titel: Antworten mit Zitat

Mein herzlich Beileid dakini, ich weiß genau wie sich das anfühlt...

Wie marle schon richtig sagte, das du weißt das ihr alles Mögliche getan habt is trotz der Trauer die alles überschattet tröstlich, noch tröstlicher und wichtiger das sie von ihren Lieben umgeben war und sie es selbst so entschieden hat.
Ruhe in Frieden Hanna und Gott sei mit dir🙏
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mikel015
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3928

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2021 15:20    Titel: Antworten mit Zitat

Tröstlich ist wohl für Angehörige und Freunde immer wenn ein geliebter Mensch gehen musste das er am Ende nicht gelitten und friedlich einschlafen konnte!

Man sagte von meinem Opa das er ein Kämpfer war...bis zum bitteren Ende!
Aber das stimmt nicht!Am Ende hat er nicht gekämpft!
Am Ende hat er nur noch geschrien.Der Krebs ,der seine Lungen befallen hatte,genährt von zwanzig Roth Händle am Tag war in Leber ,Nieren und Knochen und alles andere vorgedrungen.
Nicht einmal Morphium half gegen die Schmerzen,nicht immer!
Er schrie weil er Höllenqualen litt und in jenen winzigen Ruhepausen schrie er vor Angst sich dem Einzigen zu ergeben was seine Schmerzen für immer nehmen konnte!
Tja, das Leben ist nicht nett,zu keinem von uns am Ende!
Manchmal denke ich ,man altert nicht mit dem Vergehen der Jahre sondern mit dem Verschwinden der Menschen die man liebt
Das Leben nimmt uns was wir lieben und verhärtet unsere Seelen mit Schmerz.
Der Schmerz zeigt sich in den Augen,Augen die zuviel gesehen haben verraten einen immer
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2455

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2021 16:23    Titel: Antworten mit Zitat

mikel015 hat Folgendes geschrieben:
Tja, das Leben ist nicht nett, zu keinem von uns am Ende!
Manchmal denke ich ,man altert nicht mit dem Vergehen der Jahre sondern mit dem Verschwinden der Menschen die man liebt
Das Leben nimmt uns was wir lieben und verhärtet unsere Seelen mit Schmerz.
Der Schmerz zeigt sich in den Augen,Augen die zuviel gesehen haben verraten einen immer

Finde ich überhaupt nicht.
Zumindest nicht, dass die Seele durch den Tod/Verlust eines geliebten Menschen verhärtet. Im Gegenteil. Man wird weicher und verzeihender.
Vielleicht habe ich Dich auch falsch verstanden ...

Für mich hat es auch nichts damit zu tun, ob "das Leben" nett oder böse ist, am Ende eines Menschenlebens. Es ist auf jeden Fall gerecht am Ende, weil jeder sterben muss. Letztlich stirbt man häufig so, wie man gelebt hat.
Viele haben einfach nur verlernt, den Tod als etwas ganz Natürliches hinzunehmen.
Und in der jetzigen Zeit wird er ja geradezu tabuisiert. Tod - egal wegen was, aber dann im Besonderen, darf nicht sein. Lieber macht man zuvor schon das Leben aller Menschen "tot". Das nennt man dann Solidarität Twisted Evil

Grüßle
Marle
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2743

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2021 16:37    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:
mikel015 hat Folgendes geschrieben:
Tja, das Leben ist nicht nett, zu keinem von uns am Ende!
Manchmal denke ich ,man altert nicht mit dem Vergehen der Jahre sondern mit dem Verschwinden der Menschen die man liebt
Das Leben nimmt uns was wir lieben und verhärtet unsere Seelen mit Schmerz.
Der Schmerz zeigt sich in den Augen,Augen die zuviel gesehen haben verraten einen immer

Finde ich überhaupt nicht.
Zumindest nicht, dass die Seele durch den Tod/Verlust eines geliebten Menschen verhärtet. Im Gegenteil. Man wird weicher und verzeihender.
Vielleicht habe ich Dich auch falsch verstanden ...


hmm...das ganze Leben eine einzige Kette mehr oder weniger schmerzvoller Abschiede, da hat Mikel schon recht.

und das mit der Verhärtung der Seele gibt es doch oft und habe ich auch schon bei mir selbst erlebt:
man möchte dann einfach nicht mehr Gefahr laufen, Emotionen, die einem solche Schmerzen bereitet haben, nochmal ausgeliefert zu sein und verschließt sich dann innerlich, verhärtet.
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2455

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2021 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

ast hat Folgendes geschrieben:
hmm...das ganze Leben eine einzige Kette mehr oder weniger schmerzvoller Abschiede, da hat Mikel schon recht.

und das mit der Verhärtung der Seele gibt es doch oft und habe ich auch schon bei mir selbst erlebt:
man möchte dann einfach nicht mehr Gefahr laufen, Emotionen, die einem solche Schmerzen bereitet haben, nochmal ausgeliefert zu sein und verschließt sich dann innerlich, verhärtet.

Ich denke, jeder Mensch ist unterschiedlich, und geht ganz unterschiedlich mit seinen Erlebnissen im Leben um.
Für mich hat der Tod/Abschied einfach schon sehr früh im Kindesalter zum Ablauf im Leben gehört. Inzwischen müsste ich lange rechnen, um all die zu zählen, die ich geliebt, mindestens aber sehr gemocht habe, und die gehen mussten.
Schlimm waren die unerwarteten, unvorhersehbaren Abschiede, z. B. durch Unfall oder Herzinfarkte. Darauf konnte ich mich nicht vorbereiten.

Ich weiß nicht, ob das mit der "Verhärtung"/Verschluss der Seele usw. oft vorkommt, aber bei mir oder in meinem engen Umfeld habe ich es bislang nicht erlebt. Verbitterung und grundsätzlich negative Einstellung zum Leben, nicht nur durch Tod, auch durch Trennung/Scheidung usw. dagegen schon.

Ich möchte jedenfalls nicht, dass irgendjemand meiner Lieben sich "verhärtet", wenn ich dann mal gehen muss. Meine Botschaft ist da eher: Das Leben kann so schön sein, und oft ist ein Ende gut, wenn es am Schönsten ist. Deshalb genießt das Leben, vorher - und nachher!

Grüßle
Marle
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ast
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2743

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2021 21:10    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:

Ich möchte jedenfalls nicht, dass irgendjemand meiner Lieben sich "verhärtet", wenn ich dann mal gehen muss. Meine Botschaft ist da eher: Das Leben kann so schön sein, und oft ist ein Ende gut, wenn es am Schönsten ist. Deshalb genießt das Leben, vorher - und nachher!

Grüßle
Marle

lol, wer möchte das schon...ich denke, es kommt auf die äußeren Umstände an, aber es kommt vor.
dakini hat sich jedenfalls nichts vorzuwerfen und gebührend Abschied genommen, viel mehr kann man nicht machen.
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dakini
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3056

BeitragVerfasst am: 9. Jan 2021 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für Eu´re Anteilnahme an Hanna´s Tod!

Wie im Falle meiner Freundin, die vor einigen Jahren verstarb, ein Übersehen, trotz apparativer bildgebender Verfahren, die Fachärzten zur Verfügung stehen. Aber dem ging einiges voraus und damit hat kein Arzt etwas zu tun.

Bei beiden Frauen, die mir am nächsten standen, ehemals schöne und lebenslustige Frauen, war der Allgemeinzustand schlecht. Die Psyche mit entscheidend. Beide Frauen in hormoneller Umstellung, was oft dazu führt, dass der Körper zusätzlich einigen seiner früheren Schutzmechanismen beraubt ist. Es ist auffällig, dass alles mögliche an Erkrankungen auftritt, wenn Jahre einer Dysbalance vorausgingen.

Frauen bekommen mit mal Allergien, Unverträglichkeiten, Autoimmunerkrankungen u.v.m um die 45 bereits, mit 50 können viele berichten, dass ihr Allgemeinzustand zu wünschen übrig lässt. Das läst sich teils damit erklären, dass schützende Hormone absinken. Beginnend mit rezidivierenden depressiven Verstimmungen. Der Körper benötigt in dieser Zeit mehr Nährstoffe, u.a. Ich hab bei beiden gesehen, wie die hormonelle Lage das ganze Leben änderte. Beide litten unter Ängstlichkeiten, Unsicherheiten, Kraftlosigkeit (auch der Muskulatur), Stimmungslabilität bis hin zu Lebensunlust, Suizidalität.

Beide waren alleinerziehend und lange schon am Rande der Belastunsgrenzen. Hanna hatte lediglich mit der Psyche zu kämpfen, bei S. zogen sogennante Schmierblutungen ein, bis hin zu psychotischen Episoden. Die Gynäkologen waren ratlos und eine hantierte mit "natürlichen Mitteln" aus der homöopathischen Ecke, natürlich ohne Erfolg. Heute wäre es überhaupt gar kein Problem, dem zu begegnen. Es ist unmöglich, dies nicht mit einzubeziehen mit einem ganzheitlichen Blick auf Körper und Seele.

Der Westen ist nicht das Maß aller Dinge, wenn wir auch glauben, es wäre die beste Form des Daseins. Schon lange ist Thema, dass wir anderen Kulturen unseren Diskurs aufdrängen und dabei übersehen, dass gerade in westlichen Kulturen Krankheiten steil ansteigend sind.

Deutschland ist nicht nur Lobbyrepublik Nummer eins, es ist auch das Land EU weit, mit dem höchsten Plastikverbrauch. Konsequent wird übersehen, was wir als Lebensqualität betrachten, ist in Wahrheit der Weg in eine ubiquitär belastete Umwelt. Wie ich an anderer Stelle schrieb, ist bpsweise Parkinson in Frankreich als Berufskrankheit der Landwirte anerkannt, wenn sie länger als 10 J mit Pestiziden gearbeitet haben. Der Umwelt medizinische Bereich hat dazu weit mehr noch beizutragen, im Hinblick auf vieles, bis hin zu Demenz.

Ich hab damals auch Daten des IPCC verwandt, Marle, aber nicht ausschließlich. Zum Klima hatte ich nur wenige Module, das ist ein eigener Zweig in der folgenden Ausbildung. Meine Schwerpunkte waren Umweltbelastungen und Pflanzenproduktion/Lebensmittelsicherheit. Auch wenn ich meine Abschussarbeit mit Biogas verbrachte, weil ich schon krank geworden war und es einfacher war, Daten zu verarbeiten, die bereits vorlagen und ich auch meine vorangegangene Ausbildung damit zubrachte, Versuchsfelder anzulegen und mit auszuwerten, war mein Interesse jenes, bez Artenschwund, Versiegelung, Umweltbelastungen derzeit.

Dass das später mit der Medizin harmonierte, war sicher kein Zufall. Gesundheitsökologie wäre eine vieler Möglichkeiten gewesen, hätte ich weiter studiert. Doch ich wurde krank und dazu auch noch rückfällig.

Mein Schwerpunkt heute beginnt da, wo Menschen krank werden und warum. Ich bräuchte noch viel mehr Zeit, die ich nicht mehr habe und muss mit dem Vorlieb nehmen, was mir noch möglich ist - Das Glas ist halb voll, wie man so schön sagt und nicht halb leer.

Der Verlust eines weiteren geliebten Menschen reißt ein Loch in mein Leben, neben der Trauer. Doch ich schaue mir auch an, wie es so weit kommen konnte.

Krankheiten beginnen nicht da, wo sich bereits klare Symptome manifestieren. Sie beginnen weit vorher. Und vieles hat Einfluss. Mancher mag denken: "Dakini und ihre Hormone"...Aber tatsächlich begann das Leid beider Frauen genau an diesem Punkt! (kein kausaler Zusammenhang mit Krebs der Lunge, aber ein Zusammenhang mit schlechtem Allgemeinzustand)

Mangelnde Ernährungssituation, Antriebslosigkeit, Stimmungsabfall - dem ist sehr wohl zu begegnen. Das soll nicht heißen, dass dies etwa alle betrifft - ca 1/3 der Frauen (und Männer).

Schon im Vorfeld ist eine gute Gesundheit zu unterstützen. Präventiv eingreifen, wenn nötig. Bei einer anderen Freundin führte das Vorgehen zu einer Umgehung einer OP und einem guten Allgemeinzustand, inkl der T-Helfer Zellen, die unter Beobachtung stehen,aufgrund einer HIV Infektion. Allerdings erfordert es ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit, denn allein ein Ernährungsplan kann nur eingehalten werden, wenn der Betroffene "mit macht", was mit Anstrengungen verbunden ist.

Hanna wollte sich dem nicht stellen. Es war ihr alles zu viel. Am liebsten ernährte sie sich "schnell", mal "ein Brötchen to go", usw. Obst und Gemüse standen nicht auf ihrem Speiseplan. Ich war 2013 für 4 Wo bei ihr, um ihr zu zeigen, wie man einfach und günstig "gut kochen" kann. Im besten Falle, so dachte ich, reicht die Zeit noch dafür, heraus zu finden, welche Aktivitäten ihr Freude machen, die ihr gut tun. Das Ergebnis war, dass sie beim ersten Kochversuch meinte: das sei doch alles recht aufwendig. Eine Handvoll Kartoffeln zu schälen, ein bischen Gemüse dazu?

Hinzu kam, dass sie Probleme mit ihrem Freund hatte und aufgrund ihrer hormonellen Veränderung sich noch wertloser fühlte, als ohnehin schon immer. Auch in diesem Bereich holte sie sich keine Hilfe, bzw die meine, nahm sie nicht an, weil die kleinen Anstrengungen viel zu groß waren.

Sie begriff nicht, dass Essen zubereiten, bspweise regelrecht meditativ sein kann, abgesehen von der Fürsorge einer liebevoll zubereiteten Mahlzeit. Und weit günstiger, als Fertigprodukte. Ihr Zustand wurde immer lablier, am Ende, fehlte für alles die Kraft. Die Immuninfusion brachte sie auf die Füsse für nahezu eine Woche - ein Beleg, wenn man so will dafür, wie dankbar ihr Körper für Nährstoffe war, die i.v. zugeführt wurden! Wie hoch war doch der Mangel!

Schaut man auf das Datum, wird klar, dass seit Jahren meine Bemühungen im Sande verliefen. Als Moron sie dann 2016 kennen lernte, 3 Jahre nach meinem Versuch vor Ort, ihr nahe zu bringen, einen anderen Weg zu gehen, als sitzend am Küchentisch fast den ganzen Tag auf dem Handy rum zu klimpern, sah sie schon sehr schlecht aus und seine warnenden Worte verhallten ungehört.

Als dann die Symptome zunahmen, konnte ich nicht zuordnen ohne fachärztliche Abklärung. Dass dann da auch noch Fehler unterliefen, übersehen wurde - war einfach Pech. Und passiert zig Tausenden Patienten, schaut man sich die steigenden Krebszahlen an. Und gerade Lungenkrebs hat sehr schlechte Heilungschancen.

Doc, wenn Deine Eltern beide an dieser Erkrankung verstarben, lasse Deine Lunge regelmäßig überprüfen! Ich bin im onkolgischen Bereich nicht bewandert, aber familäre Häufungen sind keine Seltenheit.

Was ich hier schreibe, soll keinesfalls das Bild vermitteln, es ginge darum, Hanna zu diskreditieren -> wie könnte es? Ich leide unter dem Verlust meiner lieben Freundin. Sie war herzlich warm! Aber es fehlte ihr alles an Eigeninitiative, trotz Unterstützung, die man ihr gewährte. Im Gegenteil monierte sie, sie sei alleine - das waren Gefühle aus einer anderen Zeit, die überdauerten und auch da, hätte sie sich Hilfe holen können, was sie trotz mehrfacher "Erinnerung" meinerseits nicht anging.

Und darauf möchte ich verweisen! Die Selbstfürsorge steht lange über und vor dem Zeitpunkt, an dem Ärzte aufgesucht werden! Ob es nun die Hormonlage ist oder anderes - alles ist von einem guten Allgemeinzustand abhängig, wie ich hautnah zweimal bei den besten Freundinnen miterlebte. (außer anderen, die ebenfalls starben und eine Selbstfürsorge ebenso wenig vorhanden war)

Nicht immer, ist das eine Ursache, neben anderen! Aber häufiger, als man annimmt. Wer nicht gelernt hat, für sich zu sorgen, läuft mehr Gefahr, zu erkranken. Manchmal trifft es Menschen, die so gesund gelebt haben, dass man sich fragt, warum es ausgerechnet jene traf - niemals geraucht, ect. Aber das darf keine Vorlage sein, zu denken, man wäre machtlos! Und allem ausgeliefert!
Hier haben einige erkannt, dass ihr Zutun große Auswirkungen hat auf bereits vorliegende Erkrankungen. Und so ist es auch mit Prävention.

Ich habe mir die postes durch gelesen, nochmals danke dafür!

Es ist durchaus möglich, wie Mikel schrieb, dass man verhärtet. Oder wie Ast anfügte, sich schützen zu wollen vor psychischem Schmerz. Ich kenne mehrere "Zustände", auch wie von Marle geschrieben. Iwann wurde ich "weicher", nach einer Zeit der Verhärtung. Damals sagte eine Freundin: "Du bekommst harte Züge um Deinen Mund". Jene sind vergangen und wichen weichen Zügen. Das Gesicht ist Ausdruck des Innenlebens, ohne Zweifel. Dazu gäbe es noch eines zu schreiben. Denn alle Anmerkungen haben ihre Berechtigung. Gerade hier, im Suchtbereich, kennen doch viele was davon!

Wer Leid kennen lernte, ist auch offener für das Leid anderer in der Regel. Ich weiß nicht mehr, wer das schrieb: "...wenn das Leben reibungslos läuft, können sich die Menschen wenig anderes vorstellen und sich in andere schlecht reinversetzen" - Ausnahmen inbegriffen, beruflich, ect.

Meine Bemühungen zielen darauf ab, Gesundheit wieder herzustellen, wenn möglich, zumindest eine Besserung zu erreichen. Nicht zu "übertünchen", ganz wie im Umweltbereich.

Jener scheint verloren, aber der Einzelne ist zu erreichen. Nach dem Tod meiner Freundinnen, nun Hanna, habe ich noch mehr Motivation, mich dem zu widmen. Nicht umgekehrt, denn ich sah, was es bedeuten kann, wenn man selbst keine Verantwortung für sich übernimmt. (auch die hormonelle Umstellungszeit kann eine Chance sein, für ein Leben, in dem anderes interessant wird, als zuvor - wenn man es zulässt, annimmt...- es war kein Zufall, dass Hanna´s Leben zu diesem Zeitpunkt zu kippen begann, neben der Diagnose Krebs, die damit nichts zu hat und später erst folgte)

Mir geht es nicht so gut, das ist ja klar, aber ich lenke mich etwas ab, indem ich viel lerne. Und andere unterstütze, wenn möglich. Mir ist das lieber, als nichts zu tun. Trotzdem habe ich Raum, abends z.Bsp,wenn Ruhe einkehrt: dann spüre ich mich mehr, das ist ja klar und stelle mich meinen perönlichen Dingen, die auf mich nun zukommen. Eine OP gehört auch dazu, darum komme ich nicht mehr herum. Seit dem Tod von Hanna, blute ich - Wenn die Seele weint, sind alle Organe betroffen, zumindest bei mir ist das so. Mein Körper hatte schon immer starken Ausdruck. Ihr Männer habt es gut!

Habt ein gutes Wochenende, Dakini
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Schlaumeier
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 1823

BeitragVerfasst am: 12. Jan 2021 09:38    Titel: Antworten mit Zitat

Das so oft totgeglaubte Sumi Forum lebt. Und das ist gut so.
Meinen Mitforisten wuensche ich ein 'happy new year'. Macht was draus. Die meisten von uns sollten alt genug sein um sich nicht weiter hinter Ausreden oder Schuldzuweisungen zu verstecken. Wie meine Mutter mal sagte, "Irgendwann isses mal gut und an der Zeit den Kopf aus dem Arsch zu ziehen" ... Laughing

Fuer mich hat das Jahr gut begonnen, wir koennen zumindest hier in unserer Hood / im Land relativ uneingeschraenkt leben. Aber das funktioniert nur weil die Landgrenzen zu sind und die Flugeinreisen durch erhebliche Auflagen hoechst eingeschraenkt sind. Was wird wohl passieren wenn die Grenzen wieder geoeffnet werden?! Ein Schelm der denken wuerde annaehernd dasselbe wie in EU. Na ja, schaun wa mal. Ich bin vorbereitet, denn ich denke mein Imunsystem ist ein gutes, stabiles ... starkes. Grippe war bisher ein Fremdwort fuer mich.

Familieaer bin ich zutiefst besorgt. Heute Nacht bekam ich eine Nachricht meines Grossen das die Mutter meiner Jungs eine Chemo begonnen hat. Sie ist 57 und an Lympfdruesenkrebs erkrankt. Wir werden heute nochmal telefonieren um mehr zu erfahren und morgen oder so rufe ich meine Ex an. Ich bin nicht gut in solchen Gespraechen und habe ein wenig Angst davor. Traurig auch das ich aufgrund der Corona Reiseauflagen zur Zeit nicht nach D kann.
Wuerde auch gerne meine 80 jaehrige Mutter besuchen.
Vieleicht klappts mit dem Besuch im Sommer ...

Euch allen nur das Beste R. Cool
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2455

BeitragVerfasst am: 12. Jan 2021 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

Schön, mal ein Lebenszeichen zu lesen!

Vor allem aber schön, wenn es Dir/Euch gut geht, und Ihr von den Restriktionen nicht großartig tangiert seid.

Die rosarote Brille darf trotzdem nicht fehlen, und wenn Du hier (https://www.nachdenkseiten.de/?p=68708) liest, dann wirst Du sie absetzen müssen Cool

Für alles Weitere - alles Gute!

Marle
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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3056

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2021 12:34    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Dir, Schlaumeier,

Dir auch für das neue Jahr, was Du Dir wünscht oder bauchst Smile Ich schätze mal, dass gerade zu solch ruhigen Zeiten die Strände der Welt wunderbarer sind, wo Du Dein Domizil hast, besser gesagt, ihr beide, außerhalb der Stadt auch. Habt ja zwei Wohnstandbeine, so weit ich das noch in Erinnerung habe.

Desweiteren alles Gute unbekannterweise für Deine Ex. Krebs erfasst wie ein Lauffeuer, immer mehr Menschen. Im Grunde eine Ende-&/Pandemie, da weder zeitlich, noch örtlich begrenzt und nicht damit zu erklären, dass die Weltbevölkerung steigt und wir "immer älter" werden, was so, denke ich, eher einen Rücklauf erfahren könnte. Die Heilungschancen sind gut, je nach Stadium und Art. Vor allem natürlich ihr selbst und Eu´rem Sohn ist zu wünschen, dass die Therapien anschlagen (wovon man erst mal ausgehen kann ohne genauere Infos).

Ich bin derzeit am Überlegen, wie weit social media Hanna so unglücklich gemacht haben, nach einem ausgepowerten Körper ohne vernünftige Ernährung. Die Frage wird derzeit ohnehin öfter gestellt. Viele kommen zu Wort, die schwere depressive Episoden hinter sich haben. Und klar benennen, dass es die ständige Aktivität war und vor allem die sich aufdrängenden Vergleiche.

Dies wird derzeit öffentlich diskutiert. Und dem stimmen weitgehend die meisten zu, so weit ich das bis jetzt verfolgte. Nur kurz am Morgen (max 1 Std) , dann ist meine eigene "Sendezeit" um, manchmal noch nicht abgeschickt, aber mit anderer Beschäftigung bereits, wenn Fenster noch offen sind.

Für mich ist das wichtig, auch nach ihrem Tod für mich abzuschließen, mich zu verabschieden, das ist ein längerer Prozess und kann durchaus solches einschließen. Ich kann es nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, dass eine einst schöne Frau ihr Leben mit dem Handy am Küchentisch fristete (wenn sie nicht arbeiten war noch eine Zeit...)

Ja, ich vermisse sie. Natürlich ist es ein Trost, wie friedlich sie einschlafen konnte, weil sie gut Luft bekam seit Einsatz der biologischen Abwehr, trotz Endstadium. Wir müssen alle sterben, nur war das viel zu früh, auch wenn sie lebensmüde war, wollte man es so beschreiben und tatsächlich ging es ihr zeitlich gesehen schlechter mit zunehmender social media Aktivität - das fing eigentlich schon an, als sie mit ihrem Ex diese "Handyverfolgung" aktiviert hatte und ständig auf dem Teil rumklimperte. Auch als ich sie besuchte 2013, wenn ich sie sah, versunken in "Abwesenheit" und ich musste sie bitten, das Handy weg zu legen, damit wir uns unterhalten konnten. Damals waren es Spiele, dabei blieb sie auch, aber mehr und mehr, textete sie zudem auf Plattformen mit anderen - das kann man übrigens wirklich "Verschwörungstheorien" nennen, was sie da an mich weiter gab. Echt krass!

Im Nachhinein erst, schaue ich da drauf, das war mir gar nicht so klar, dass dies wesentlich dazu beitrug, dass sie sich mieser und mieser fühlte. Und vermutloch ist es, dass die meisten, die hier nicht mehr schreiben, nun woanders unter wegs sind, ausgenommen die Stillleser, aber gelesen wird immerhin. Und schon das, macht was aus. Könnte man nen neuen thread öffnen..? Auf jeden Fall wichtiges Thema unserer Zeit. Das zieht sich durch alle Schichten und Altersklassen.

Ich hab das Gefühl, ich kann gar nicht so richtig trauern, wie ich das von meiner anderen Freundin her kannte. Damals hatte ich mehr Raum, war auf Dauerentzug, bis ich endlich raus war, das war die Zeit, in der ihr Tod fiel. Das ist jetzt anders, ich bin aktiv.

Und außerdem ist da mein Buddy, er hat nur mich und seine Ex, die eine sehr gute Freundin für ihn wurde, wie er sagt. Jetzt, wo es ihm schlecht geht, sind die anderen, mit denen er sonst auch Kontakt hatte - weg. Auch krass. Wenn man krank wird, dysfkt ist, sieht man spätestens, wer noch da ist und zu einem hält. Das Blöde ist, dass das eh sein Thema ist und er fühlt sich ganz verlassen.

Es wird schwierig, er war nicht lange trocken, fing wieder an, zu trinken vor zwei Tagen. Am Morgen hat er die verbliebenen Bierflaschen vom Vortag morgens um 6 Uhr, begonnen zu leeren. Er sagt, er fühlt sich "saudreckig" mit diesem Verhalten, kommt aber nicht dagegen an.

Ich hab überlegt, ob eine Opiatsubsti die Situation verbessern oder verschlimmern würde. Und kam bislang zu keinem Ergebnis, er kommt morgen vermutlich, da werden wir das alles mal besprechen. Die Gefahr besteht, dass er zusätzlich dann trinkt, da wäre nichts gewonnen, im Gegenteil. Es könnte aber auch sein, dass er dann ausreichend geschützt wäre, kein craving, etc aber vor allem "eingelullt" und vllt ist das, was er braucht? Eine Trauma Thera ist unter seiner Gemütsverfassung nicht möglich und es geht um inneren Abstand, wieder einfügen, ins soziale Leben (arbeiten kann er noch, hat immer ganze Tage und etwa die Hälfte des Monats dann frei, arbeitet für jemanden im Rollstuhl mit nem Team...), damit klar kommen, dass er nun mal jetzt alleine lebt - erstmalig in seinem Leben.

Die Angebote reichen nicht aus, ihn aufzufangen, Tageskliniken nicht möglich, will ja seiner Arbeit nachgehen...er mag nicht verlieren, was er sich beruflich schuf. Und würde gekündigt, wäre er länger fern.

Opiate wurden nach langer Clenazeit abgelöst vom Alk. Ist einfacher erhältlich, seine Ex trank auch schon mal ne Falsche Wein nach Feierabend - die "normalen" Frauen trinken nicht wenig, halleluja! Die Freundin, die zuvor hatte, trank nicht und das war gut für ihn. Da wollte er nicht mit ner Bierflasche neben ihr sitzen...und die beiden haben echt viel unternommen, sich auch sexuell ausgetobt. Er war immer sehr aktiv - das fehlt ihm alles, denn ohne Frau an der Seite, mit der unter einem Dach lebt, ist eine völlig neue Situation und damit kommt er augenscheinlich nicht klar, was darunter verborgen liegt, muss warten.

Die Zeit aktuell, fkt zu sein, das ist sein Hauptanliegen und da kommt man schon dahin, zu überlegen, ob eine Substi eine Stütze wäre - unter Alkohol geht ja gar nichts mehr und ich frage mich, ob das nicht das kleinere Übel wäre? Zudem Subutex antidepressiv wirkt im ersten Jahr der Einnahme auf jeden Fall und leicht wieder raus genommen werden könnte, die ADs bringen nichts, soviel kann man sagen, jene nimmt er nimmt ja schon länger ein, etwa seit einem Jahr wieder. Zuvor schon mal, auch an dem Punkt, als er alleine war - bis er eine neue Frau hatte. Und nun wieder, als erneut alleine war...

Klinik raus, Klinik rein, so kommt man nicht weiter. Einer Suchttherapie erneut stimmt er nicht zu - bislang. Mal sehen, was morgen, bzw bei unsrem Treffen raus kommt. Da ist er nüchtern und es kann besprochen werden.

Iwas muss geschehen. Ich bin sehr skeptisch, dass wenige Gesprächtermine, wie sie lediglich angeboten werden können, bei einer Drobse bspweise ausreichen würden, aber das wäre der Weg, den ich normalerweise einschlagen würde - da Hilfe holen, wo sie fachlich entsprechend angeboten wird. Und das bis zu einer Thera - bisher wollte er also nicht, mal sehen, wie es jetzt ist.

Es kann doch nicht sein, dass Arbeit wichtiger ist, als clean zu sein. Aber für ihn ist das derzeit wohl so, dass er keinesfalls in eine Drogentehrapie wollte, das wäre jedoch der richtige Schritt, m.M.n., mal abwarten, was er sagt und möchte.

Ist also einiges in meinem Kopf, neben dem, was mich selbst betrifft. Es geht für mich dahin, wovor ich Bammel hatte. Naja, bei allem, was um mich herum ist, ist es gar nicht möglich, überhaupt in Trübsahl zu verfallen. Einfach machen.

Insofern alles gut, aber mir fehlt der Raum für die Trauer dadurch iwie, wie ich sie bislang kannte. Am meisten lässt mich traurig sein, wie sie die letzten Jahre verbrachte - so viel Leere, die mit depressiven Gefühlen allein gefüllt waren und ja, es waren immer "Vergleiche", die sie runter zogen. Fies auch wahrlich, was da teilweise auf sie einströmte durch den Ex, der sie runter putzte (ganz öffentlich) auf F...Sie sei alt und häßlich, seine Neue viel schöner. (was gar nicht stimmt rein objektiv) Das sind Gefilde, die mir selbst nahezu unbekannt sind - was sich hier mal abspielt, kleine mobbing Versuche etwa, sind echte "Winzigkeiten" und ich selbst, bin weitaus stabiler, als sie. Weiß, wer ich bin und kann. Offensichtlich kommt das einigen abhanden in der social media Welt.

Das Ergebnis war, dass sie sich überflüssig vorkam. Wie kann das sein als Mutter zweier toller Jungs?... sie war nicht allein, wie sich am Ende zeigte, sie hat sich nur nicht gekümmert um diese Menschen, die sich von ihr verabschiedeten und an ihrem Bett standen. Nö, sie "versank" tag täglich auf diesen Plattformen. Und sank immer tiefer, denn alle anderen, haben ja ein soo tolles Leben, nur sie selbst: die totale Versagerin. Sie hat sich selbst nur noch runter geputzt, aufgrund von Vergleichen.

Und ich konnte dem nichts entgegen setzen, das kann man nur selbst, es nutzt gar nichts, wenn die beste Freundin ein anderes Bild zu vermitteln versucht, zudem weit weg über viele km. Auch das, hat sie selbst gecrasht: sie wohnte hier für ein 3/4 Jahr und hatte nicht die Geduld, die es braucht, neben Einsatz, neue Menschen kennen zu lernen. Wobei sie hier recht schnell, erstmalig seit Jahren wieder zu arbéiten begann - aber ähnlich wie bei meinem Freund, sind es die Partner, die am allerwichtigsten waren. "Ohne Mann" ging ja gar nicht, da kippte der Selbstwert gen Null.

Und sie zog zurück, wegen eines Typen, der sie am Ende auf Plattformen schlecht machte. Hier hätte sie die Chance gehabt, sich ganz anders zu entwickeln, es fing wirklich gut an. Eine Reihe falscher Entscheidungen, wegen "Partnern"...Ihre Aussage damals: "...hättest Du mich mit genommen auf eine Party, hätte ich einen Mann kennen lernen können und wäre nicht zurück nach Bayern gezogen..", war überdeutlich: ohne Mann bin ich nichts! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinen Draht mehr zu sowas, war ganz woanders. Ging jeden Tag in den Wald, usw.

Sie hatte alles hier, auch ihre Kids fühlten sich wohl. Sie musste nur einziehen, weil ich dafür gesorgt hatte, dass die Whg fertig war, als sie kam aus Bayyern, hatte die ganze Whg renovieren lassen, in die Wege geleitet und beaufsichtigt - sie wusste wenig zu schätzen! War nur am jammern, dass ihr Ex ihr das leben versaut hatte und ging doch tatsächlich zu ihm zurück, mangels eines anderen, - alles drehte sich um die "Aufmerksamkeit", durch jene ein Mann ihr kleines Selbstwertgefühl aufpolierte, anstatt sich dem zu stellen, wo es doch klar auf der Hand lag für sie selbst. Es dauerte nicht lange hier und sie kam auch mit den Nachbarn ins Gespräch, etwa gleichaltrige Frauen dabei...die beste Ausgangslage durch den Umzug! Plus Job! Aber nein, wegen eines Mannes, mit dem sie sich noch mal wohl fühlte, zog sie wieder weg. Dann erst kamen die social media dazu usw.

Sie tat alles, sich selbst zu schaden, aufrund dessen, was ich beschrieb, das ist ein Thema, das auch meinen Freund betrifft. Auch hier sind umgekehrt Frauen das Mittel, seinen Selbstwert zu pampern! Und mehr steckt darunter, wie bei ihr, aber das ist erst mal der Zustand. Und der ist jener, der einen Aktionismus startet, allein darauf ausgrichtet, ja nicht alleine zu leben. Bis Hanna so weit war, das nicht mehr in den Vordergrund stellen zu "müssen", war sie schon krank. Ich kann nicht anders, als in Rückschau zu betrachten. Was sich in die Gegenwart hineinzieht, da es ihm nicht anders ergeht - und da darf er dran, aber eins nach dem anderen. Sie hätte es schaffen können, sich zu ändern, sie war dabei und erste Früchte zeigten sich zaghaft.

So meine Morgengedanken heute...liebe Grüße in die Runde, Dakini
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