Ich und der Alkohol

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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 18:41    Titel: Ich und der Alkohol Antworten mit Zitat

Hi ihr Lieben...
würde gerne mal mit euch das Thema Alkohol durchkauen, das ist noch ne kleine Baustelle bei mir.
Ich muss mir immer mehr eingestehen, dass ich nicht nur drogenabhängig bin, sondern auch Alkoholabhängig.
Bis dato wollte ich das nicht so ganz wahrhaben, aber ich erzähl einfach mal, wie´s mir damit gegangen ist und vllt. komme ich so mit eurer Hilfe einen Schritt weiter in Richtung Krankheitseinsicht.
Den ersten Kontakt hatte ich durch meine Mutter, die seit der Scheidung von meinem Vater fast täglich trank. (das war vor ca. 20 Jahren und zieht sich bis heute durch)
Trinken gehörte bei uns dazu. Mir wurde es zwar verboten, aber manchmal auch erlaubt (bereits mit 13-14). Teilweise wurden mir da zu besonderen Anlässen, wie Karneval, ziemlich harte Mischungen gegeben (Wodka-Lemon).
Den ersten Vollrausch hatte ich also mit 14.
Ich trank in der Pubertät genau so , wie das für mich zum guten Ton gehörte - mal total viel, vor allem wochenends in Discotheken. Kater am nächsten Tag inklsuive, auch öfter mal Überdosis und Kotzerei.
Dann mit 18 der Führerschein - der mich ne Zeit lang nüchtern hielt.
Außerdem bemerkte ich, dass ich unter Alk zu Gewaltausbrüchen neigte. Das hatte nur bedingt was mit dem Alk zu tun, aber die Hemmschwelle war niedriger und so passierte es mir 1-2 mal, dass meine Faust in einem anderen Gesicht landete.
Mit 22 ca. fing ich an in der Gastro zu arbeiten, zunächst in einer kleinen Spelunke, in der mich niemand beobachtete. Ich arbeitete dort teilweise 6 Nächte die Woche und soff eigentlich jede Nacht.
Dann lernte ich die Drogen kennen und nahm vermehrt Drogen. Der Alk rückte in den Hintergrund.
Als die Drogen wegfielen, griff ich wieder öfter zum Alkohol (wobei ich das ja nie ganz sein gelassen habe).
Warum ich dennoch nicht eingesehen habe, dass ich Alkoholabhängig bin?
Naja. Ich trank selten zu Hause und wenn dann nur wenig. Ich hatte eigentlich nie ein starkes Verlangen nach Alk, aber das habe ich wohl auch einfach übersehen. Es zog mich vermehrt in die Altstadt, um mich zuzuschütten.
Blackouts waren seit Jahren mein Begleiter am Wochenende. Ich wachte auf mit Prellungen am ganzen Körper. In Zusammenhang mit Drogen legte ich 2-3 echt gefährliche Zustände hin, die mich aber nie ins Krankenhaus brachten.
Alkohol hatte mir noch nie wirklich geschadet (jaaaa blackouts und Prellungen und Peinlichkeiten könnte man da dazu zählen - habe ich aber nicht).
Nach dem modell von Jellinek kann man mich guten Gewissens, je nach Phase meines Lebens, als Gelegenheitstrinker, später eher als Quartalssäufer bezeichnen.
Nun sitze ich also hier, nüchtern - und denke darüber nach.
Ich will zwar momentan auf Alkohol verzichten, aber dass ich wirklich akzeptiert habe, Alkoholabhänigg zu sein... ich weiß nicht. So ganz ist das glaube ich noch nicht drin.
Vielleicht könnt ihr mir ein wenig input geben, damit ich in diesem Prozess weiter komme.
Stellt gerne Fragen oder gebt Kommentare ab, könnte alles hilfreich sein.
Haschi Wink
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1028

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 18:53    Titel: Antworten mit Zitat

du hast ja schon erkannt, das du süchtig bist.
alkohol ist eine droge.
und süchtige nehmen drogen.
der unterschied zwischen "drogen" und alkohol gesellschaftlich enstanden.
tatsächlich gibt es keinen.
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mikel015
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3785

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin /war Polytoxymane keine Frage aber komischerweise habe ich nie zum Alk eine grosse Affinität entwickelt...klar trinke ich mir ab und an gerne mal einen ist aber kein "Muß".Habe hier zuhause z.B. eine Flasche 40 Jahre alten Chivas stehen und nur wenn ich mal Bock darauf habe oder zu besonderen Anlässen mal ein kleines Glässchen zum nippen ...Alkohol ist für mich ein Genußmittel wie z.b. ein guter Wein oder ein 4 Gänge Menue...

so long
Mikel
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mesut976
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 928

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

joe hat Folgendes geschrieben:
du hast ja schon erkannt, das du süchtig bist.
alkohol ist eine droge.
und süchtige nehmen drogen.
der unterschied zwischen "drogen" und alkohol gesellschaftlich enstanden.
tatsächlich gibt es keinen.


Suchtmittel ist Suchtmittel, wenn du es genau nimmst ist Nikotin auch eine Droge
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Soltau
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Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1623

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

mesut976 hat Folgendes geschrieben:


Suchtmittel ist Suchtmittel, wenn du es genau nimmst ist Nikotin auch eine Droge


Wobei es hier auch einen Unterschied gibt, manche konsumieren nur zum Genuss, andere werden süchtig. Könnten wir auch Schokolade hernehmen, der eine isst täglich ein / zwei Pralinchen nachm Essen, der andere wird fesssüchtig bzw. adipös und isst jeden Tag 2 Schachteln.

Als Droge bezeichne ich die bewusstseinbeeinträchtigten Stoffe, dazu würde ich Nikotin nicht zählen.

Soltau
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1396

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Liebes Haschi,

ein wirklich schwierige Frage in der heutigen Zeit.
Früher war’s einfacher. Du kommst mit Alkohol nicht klar? Du trinkst weiter, obwohl Du längst aufhören solltest? Du trinkst auch, wenn’s Dir gar nicht gut tut? Oder dann, wenn schon alle gegangen sind?
Dann bist Du Alkoholiker!
Du bist sogar dann noch Alkoholiker, wenn Du schon lange Zeit gar keinen Alkohol mehr trinkst. Du wirst Dein ganzes langes Leben Alkoholiker bleiben. Dann halt ein trockener. Basta.

Aber das war früher.
Es ist begrüßenswert, dass wir heute in einer aufgeklärten, aufgeschlossenen und auch in einer kritischen Zeit leben.
In der man nicht einfach etwas so hinnimmt, nur weil es ein „Herr Professor“ gesagt und herausgefunden hat.
Ich sehe das selbst auch sehr kritisch.

Aber beide Seiten. Sowohl die, die jetzt auf alles „Alt-her-Gebrachte“ pfeifen, und auch die, die vor langer Zeit Erforschtes und Herausgefundenes zementieren und in Beton gießen möchten.
Ich sag’s mal so: Wissen ist Macht. Und Macht in den falschen Händen kann sehr großen Schaden anrichten.

Ich kenne Einige, mit denen kann ich genauso kritisch über die lange alte und neue Zeit der Suchtgeschichte und Suchtforschung diskutieren. Und bei denen weiß ich, dass es mit dem gelegentlichen Trinken, auch nach einer, gemäß dem „alten Wissen“ definierten Säuferkarriere, heute klappt. Wohl wissend, dass damit eben ein nicht zu unterschätzendes Risiko verbunden ist, und jeder für sich selbst entscheiden muss, ob es ihm das wert ist.

Aber ich kenne weitaus mehr, bei denen wäre so eine Diskussion eher sehr kontraproduktiv. Die würde eine neuzeitliche, moderate Sicht auf die Sucht direkt in den Abgrund reißen.
Ich mag das nicht beurteilen, ob es am Intellekt liegt oder an der Schwere ihrer Sucht. Wer kann das schon beurteilen?

Ich selbst frage mich auch, bin ich denn nun, wo ich nichts mehr trinke, ja, nicht einmal den Wunsch habe wieder Alkohol zu konsumieren, immer noch Alkoholabhängig?
Klingt irgendwie schräg, oder? Wie kann ich von etwas abhängig sein, das gar keinen Platz mehr in meinem Leben hat?
Ich versuche dann immer auf diesen unglaublich hinkenden Vergleich mit einer Allergie auszuweichen. Da ist es ja auch so, dass ein Allergiker hervorragend gut leben kann, solange er das auslösende Mittel nicht zu sich nimmt.
Aber das hinkt u. a. auch deswegen, weil so jemand tatsächlich nicht die kleinsten Spuren diese Allergen zu sich nehmen darf.

Während es Menschen gibt, ich selbst kenne einige, die nach einer bilderbuchhaften Säuferkarriere wieder absolut moderat und „normal“ mit Alkohol umgehen können.

Aber es war bei allen ein harter, nicht wünschenswerter Weg dahin. Und ein paar hat es dann auch nach einiger Zeit wieder zerbröselt. Hohes Risiko. Keine Sicherheit. Keine Garantie.
Richtig kompliziert wird es dann, wenn die, die wieder normal mit Alkohol umgehen können, überzeugend darlegen, dass sie dabei nicht kontrollieren müssen.
Weil KT (Kontrolliertes Trinken) finde ich persönlich … mega anstrengend. Da geht so was von Energie drauf – und für was? Also mir würde dabei jeder Spaß, den man ja eigentlich beim Saufen haben sollte, richtig vergehen.

Ob’s jetzt der Input war, den Du brauchst? … Lass hören …

Marle
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Soltau
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1623

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Haschi, Alkohol ist ein Nervengift, das sollte dir bewusst sein. Ich persönlich trinke auch gerne Wein und auch viel Wein, doch ich habe Respekt davor, volltrunken war ich schon lange nicht mehr, da ich am nächsten Tag eine Matschbirne hätte und die kann ich mir nicht erlauben.
Aus welchem Grund hast du getrunken Haschi? Das bringt dich oft schon weiter zum eigenen Verständnis mit sich selbst.

Soltau
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1396

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Als Droge bezeichne ich die bewusstseinbeeinträchtigten Stoffe, dazu würde ich Nikotin nicht zählen.

Laughing Dann hast Du noch keinen Nikotinsüchtigen richtig auf Entzug erlebt ... Wink
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Obelix
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 18.06.2011
Beiträge: 784

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 22:13    Titel: Antworten mit Zitat

Im Endeffekt ist es ganz einfach Laughing . Hör einfach auf mit der Scheiße, was in deinem Fall wohl leichter fällt, wenn Du deine Umstände änderst. Ich kannte einmal ein Mädchen, die auch wie Du, in einer Spelunke arbeitete, und sich immer wieder ein Whisky-Cola reinpfiff, nur damit sie die Chaoten aushalten konnte.

Drogen oder Alkohol? Wo ist da der Unterschied, abgesehen von der legalität/ illegalität.

Du bist zur Zeit in einem geschützten Rahmen gut aufgehoben, hast Zeit Dir über alles Gedanken zu machen - und solltest, m.M.n zumindest diese üblen Spelunken meiden, die Umstände ändern, die Dich immer zur Flasche greifen lassen.
Es gibt auch gehobene Restaurants, obwohl selbst ich die Erfahrung machen durfte, dass nach Feierabend die Glässer, ohne Abzug vom Lohn oder ich hätte etwas bezahlen müssen, die Glässer immer wieder voll vor mir standen und selbt das Taxi hat mir der Koch bezahlt. Egal. Es war damals so ein Restaurant mit Preisen für 22 Euro das Carpaccio. Sagt schon alles.

Ich weiß nur, dass Gastro oder Hotelkaufmann/frau ein knallharter Job ist, und es schon fast auf der Hand liegt, wenn nach Feierabend gesoffen und mehr wird. Der Koch war ein Kokser, sagt schon alles.

Servicequalitäten hast Du ja gelernt, also warum damit nicht auf eine andere Schiene fahren.

Soviel zum Job. Zu deinen privaten Umständen bin ich, in deinem Fall, nicht belesen genug.
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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hm. Ich würde von mir selbst behaupten, suchtkrank zu sein. Dieses süchtige Verhalten zieht sich bei mir durch fast alle Bereiche. Drogen, Alk, Nikotin, Kaffee, Kaufen, Essen, Sex... vielleicht würde mir noch mehr einfallen.
Ich neige einfach zu süchtigem Verhalten und muss schwer aufpassen, dass ich mich davon nicht beherrschen lasse. So empfinde ich meinen Suchtdruck z.B. oft als Heißhunger, oder aber ich verliere beim Einkaufen (fast) die Kontrolle - muss mich beherrschen, nicht wahllos und unkontrolliert zu kaufen.
Alkohol ist nun mal ein Suchtmittel und ich habe oft gemerkt, dass ich die Kontrolle verloren hatte.
Und ja, mir ist bewusst, dass das ein Nervengift ist, aber warum trinkst du es dann, Soltau? Für mich ja eher ein Grund es sein zu lassen, ebenso wie die Tatsache, dass ich nun mal süchtig bin und mit Suchtmitteln einfach nicht umgehen gut umgehen kann.
Vielleicht ist es ja auch gar nicht so wichtig, ob ich abhängig bin oder nicht.
Bei Drogen war es allerdings so, dass es mir geholfen hat, meine Krankheit zu akzeptieren. Ich darf mich da halt nur nicht so auf die Drogen versteifen. Ich will ja eigentlich frei von Suchtmitteln leben, also warum beschäftigt mich diese Frage so? Wahrscheinlich weil mich in der Klinik mal wieder jemand danach gefragt hat und ich keine klare Antwort geben konnte.
Sind sie Alkoholabhängig? Ähm - ja- offiziell auf jeden Fall, aber.. ähm ^^ usw.

Warum ich getrunken habe?
Weil es für mich normal war zu trinken. Weil ich probieren wollte, was andere mir vorgemacht haben. Weil ich meine Hemmungen abbauen wollte. Weil ich dazugehören wollte. Weil ich Stress abbauen wollte. Weil mir langweilig war. Weil ich ihm Rausch besser tanzen kann. Es gibt so viele Gründe zu trinken.

Warum ich nicht mehr trinken will?
Weil ich nüchtern und bewusst leben will. Weil ich mich nicht mehr selbst zerstören und vergiften will. Weil ich oft die Kontrolle verliere und mich selbst abstoßend finden würde, wenn ich mich dabei beobachten könnte. Weil ich einfach nicht abhängig sein will. Weil Alkohol dick macht.

So weit so gut.
Am Wochenende ist mir aufgefallen, dass ich keinerlei Gedanken an Speed oder Gras verschwendet habe. Alkohol (ich ging durch eine Glühweinwolke auf dem Weihnachtsmarkt) schien aber plötzlich überall zu sein. Ich bekam zwar keinen Suchtdruck und auch kein starkes Verlangen, zu trinken, aber der Gedanke an einen leckeren Glühwein drängte sich auf. Dem Alkohol kann ich so schlecht aus dem Weg gehen. Aber das ist mit dem Essen ja ähnlich und das habe ich mittlerweile auch gut im Griff.
Ich vermute allerdings, auf Dauer nicht kontrolliert trinken zu können und damit irgendwann genauso auf die Schnauze zu fallen, wie mit anderen Suchtmitteln auch. Ich ahne aber jetzt schon, dass ich irgendwann wieder trinken werde. Ich will mir den Zahn dieses Mal einfach früher ziehen - aber ich weiß nicht genau wie. Ich lerne halt aus schlechten Erfahrungen und vielleicht muss ich da noch eine Erfahrung machen, die ich mir halt im Moment irgendwie gerne ersparen würde.
Ist das verständlich? ...
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Obelix
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 18.06.2011
Beiträge: 784

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

Na ja, du hast nicht nur ein Suchtproblem, sondern der Hund wird noch ganz woanders begraben liegen. Psyhisch bedingt. Auch ohne Rausch wirst Du, so wie deinen letzten Beitrag gelesen habe, noch einiges zu "therapieren" haben. Da stecken ja nicht nur Substanzabhängige, sondern auch Verhaltensüchte dahinter.
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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

Obelix hat Folgendes geschrieben:


Drogen oder Alkohol? Wo ist da der Unterschied, abgesehen von der legalität/ illegalität.

Du bist zur Zeit in einem geschützten Rahmen gut aufgehoben, hast Zeit Dir über alles Gedanken zu machen - und solltest, m.M.n zumindest diese üblen Spelunken meiden, die Umstände ändern, die Dich immer zur Flasche greifen lassen.
Es gibt auch gehobene Restaurants, obwohl selbst ich die Erfahrung machen durfte, dass nach Feierabend die Glässer, ohne Abzug vom Lohn oder ich hätte etwas bezahlen müssen, die Glässer immer wieder voll vor mir standen und selbt das Taxi hat mir der Koch bezahlt. Egal. Es war damals so ein Restaurant mit Preisen für 22 Euro das Carpaccio. Sagt schon alles.

Ich weiß nur, dass Gastro oder Hotelkaufmann/frau ein knallharter Job ist, und es schon fast auf der Hand liegt, wenn nach Feierabend gesoffen und mehr wird. Der Koch war ein Kokser, sagt schon alles.

Servicequalitäten hast Du ja gelernt, also warum damit nicht auf eine andere Schiene fahren.

Soviel zum Job. Zu deinen privaten Umständen bin ich, in deinem Fall, nicht belesen genug.


Hi Obelix...
also zunächst mal: weiß ich natürlich, dass Alk auch ne Droge ist - ich drücke mich da einfach falsch aus. Ist ja in der Suchttherapie ähnlich - da gibts Alk + Medis und Drogen. Warum auch immer, ist mir ja immer noch schleierhaft.

Ich arbeite schon lange in keiner Spelunke mehr. Ich habe in genau so einem Restaurant gearbeitet, in dem das Carpaccio teilweise sogar fast 30 Euro gekostet hat. Gesoffen hat man da auch - nur nicht so viel, weil irgendwann Feierabend war, während die Spelunke die ganze Nacht auf hat.
Ich hab´s mir auch abgewöhnt in Kneipen zu gehen und zu saufen. Aber noch nicht besonders lange.
Meinen Job werde ich nicht mehr ausüben - ich strebe einen anderen Job an oder ne Umschulung.
Mir ist durchaus bewusst, dass ich mein Umfeld ändern muss, aber das alleine wird nicht ausreichen. Ich muss mich mit dem Thema einfach auseinandersetzen.

Ach und der geschützte Rahmen ist nun futsch - ich bin seit heute wieder daheim Wink
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Haschgetüm
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Obelix hat Folgendes geschrieben:
Na ja, du hast nicht nur ein Suchtproblem, sondern der Hund wird noch ganz woanders begraben liegen. Psyhisch bedingt. Auch ohne Rausch wirst Du, so wie deinen letzten Beitrag gelesen habe, noch einiges zu "therapieren" haben. Da stecken ja nicht nur Substanzabhängige, sondern auch Verhaltensüchte dahinter.


Joar, angefangen hat´s bei mir mit Essucht - schon in der Kindheit / Pubertät.
Und ja, ich kann wahrscheinlich lebenslang ne Therapie machen, wenn ich da Bock drauf habe Wink bin ja auch noch nicht fertig damit.
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mesut976
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 928

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

joe hat Folgendes geschrieben:
du hast ja schon erkannt, das du süchtig bist.
alkohol ist eine droge.
und süchtige nehmen drogen.
der unterschied zwischen "drogen" und alkohol gesellschaftlich enstanden.
tatsächlich gibt es keinen.


Sehe ich ganz genauso joe,

Suchtmittel ist Suchtmittel, wenn du es genau nimmst, ist Nikotin auch eine Droge
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Haschgetüm
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 28. Nov 2016 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ja vom Nikotin würde ich auch noch gerne wegkommen, aber momentan traue ich mir das noch nicht zu. Hängt dann wiederum mit meiner Essstörung zusammen. Ich glaube, dass ich eins nach dem anderen stabilisieren muss.
Aber in ein paar Jahren will ich rauchfrei sein.
Ob er Kaffee auch noch verschwinden wird? Wer weiß...
Ihr habt mir auf jeden Fall schon weitergeholfen.
Werd ja noch ne Tagesreha beantragen, da wird das Thema denke ich noch zur Sprache gebracht.
Im Moment bin ich mit Kaffee und Kippen vollends zufrieden.
Und ja ihr habt natürlich recht - Suchtmittel ist Suchtmittel und Süchtige sollten wohl besser auf Suchtmittel verzichten.
War heute in der SHG - hat gut getan Wink
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