Orale Einnahme + Horrortripp?

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Zimtkatze
Anfänger


Anmeldungsdatum: 02.12.2016
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2016 11:27    Titel: Orale Einnahme + Horrortripp? Antworten mit Zitat

Hallo,

gestern hatte ich eine ganz doofe Idee und nahm statt meines Bedarfsmedikaments für Unruhezustände (mit Nebenwirkungen und auch bei Einmaleinnahme Entzugserscheinungen) einfach eine grob geschätzte und wohl grob verschätzte Menge meiner neuen Ernte als Sud/Tee angemacht.

Dazu wurde gemischt ein paar Krümel superskunk, allerdings schon zwei Jahre alt, im Glas gelagert.

Das neue bestand aus unbekannten Sorten, hatte ich als Samen von einem Freund, der das in seinem Kaufcannabis immer mal findet.

Ich habe vor einigen Jahren immer mal gelegentlich gekifft, allerdings nicht besonders oft und viel, da Inhalieren einfach nicht mein Ding ist (ich habe auch nie geraucht bzw es nach einigen Versuchen in der Teeniezeit gelassen, da es einfach nicht meine "Droge" und nicht meine Konsumart sind).

Seit einigen Jahren aber nicht mehr, obwohl ich es immmer mal wieder vorhatte, deshalb auch der Eigenanbau.

Jedenfalls wirkten einige Schlucke des Suds erstmal ca eine dreiviertel Stunde später nicht wirklich, so legte ich nochmal nach. Und trank den ganzen Rest des Tees.

Wie gesagt, gings mir nicht um Chillen oder geselligen Rauschgenuss, sondern um eine beruhigende, leicht sedierende Wirkung.

Dann war ich den ganzen Vormittag bis Mittag unterwegs, hatte zwei Termine und für den Rest des Tages freigenommen. Unangenehme Termine, deshalb auch die Unruhe.

Während des letzten Termins um 11 Uhr (Konsum war zwischen 7.30 und 8.30 Uhr) fiel mir schon eine Wirkung auf, die deutlich über erwünscht hinaus ging.
Ich redete sehr viel, hatte einige Mal Wortfindungsstörungen usw.

Nach hause mit Rad (zum Glück) war schon schwierig, ich wollte zuvor noch Einkaufen, doch dazu konnte ich mich absolut nicht aufraffen, ich fühlte mich so gedämpft und irgendwie gelähmt, dass nur noch nach Hause ging.

Dort machte ich noch was zu Essen und spürte schon Angst und Unruhe, anders als meine sonstigen Unruhezustände, fühlte sich eher körperlich an.

Als ich mich dann auf die Couch legte, traf mich mit voller Wucht eine Panikattacke, die ich schon einmal bei einem kalten Alkoholentzug hatte.
Ganz schlimm - Todesangst, Herzrasen, Herzstolpern, das Gefühl, jeden Moment ohnmächtig zu werden.
Diesmal kam noch dazu ein Gefühl der Muskellähmung und Klammer um die Brust, fühlte sich an, als ob ich einen Krampf in Herzgegend hätte, ich konnte einerseits nicht sitzen oder liegen, beim Laufen hatte ich wiederum Koordinationsprobleme und immer wieder diese Lähmungsgefühle.

Da ich weiß, dass ein kalter Alk-Entzug schnell lebensgefährlich werden kann (was mir damals nicht so klar war) und aus Unkenntnis, wie die Gefahren sich eigentlich bei Überdosis von Cannabis oral sich gestalten, bekam ich wirklich Angst, zumal ich alleine mit zwei Katzen wohne und natürlich keiner von meinen Selbstversuchen weiß.

Ich zog mir was halbwegs passables an, telefonierte mit einem Freund, der mir aber auch nichts raten konnte und wollte und ging dann runter zu einer älteren sehr netten Dame, die ich einfach mal um Hilfe bat.
Wir riefen dann den Rettungsdienst (heißt das so?) und die kamen nach etwa 20 Minuten.

Für sie war das ein riesiger Lacher, schon die telefonische Ankündigung, überhaupt hatten die beiden jungen Männer einen ausgesprochenen Sinn für Galgenhumor und ging es ewig hin und her, was wir nun machen.

Meine Werte, Blutdruck und Puls etc waren völlig normal.
So recht wussten sie wohl auch nicht weiter mit diesem Fall und deren eigene Cannabiserfahrungen halfen auch nicht weiter...

Tja, dann wollten sie mich doch mit ins Krankenhaus nehmen, ein Krankenhaus weiter weg, was heißt, ich hätte jemanden anrufen und mich dort am nächsten Tag abholen lassen müssen. Dazu meine Katzen, ich kann die ja auch nciht einfach mal 24 Stunden alleine lassen, ohne jemanden zu informieren.

Obwohl ich in einem ziemlichen Alles-scheiß-egal-Zustand war und alles sehr schwummerig wahrnahm, überdachte ich doch die Konsequenzen, zumal die Panikattacke inzwischen weg war.

Einer der beiden ging dann noch mit in meine Wohnung (ich vermute, er wollte auch mal sehen, wie ich lebe, um die Situation besser einschätzen zu können) ich gab ihm meine Krankenkarte und dann entschied ich mich für Variante zwei: der Notarzt kommt her und kann dann entscheiden, ich bleibe zu hause.
Einfach so den Rettungsdienst wieder wegschicken geht wohl rechtlich nicht.

Es dauerte ewig, bis dieser Notarzt kam und das Auto stand die ganze Zeit schön pompös vor der Haustür, fuhr wegen eines DHL-Autos sogar noch in eine "günstigere" Position, so dass wirklich jeder Nachbar alles mitbekam.

Endlich kam der Arzt, schaute sich einmal kurz meine Pupillen an und schrieb dann ein ewig langes Protokoll. Ein sehr netter Arzt, der sehr viel lächelte, er schien das alles auch eher witzig zu finden.
Dann wurde ich entlassen, legte mich hin und alles war soweit halbwegs wieder gut. Ich hatte bis heute jetzt noch immer wieder mal Herzrasen, das aber schnell vergeht.
Dazu ein völliges Plattgefühl, Mundtrockenheit, etwas Kreislaufprobleme (beim Aufstehen und Gehen), Schwindel.
Aber alles erträglich und fühle mich auch nicht mehr in Gefahr.

Was mich nun interessiert, nur zu meiner eigenen Beruhigung, und auch, weil ich das schon reflektieren möchte, ehrlich mir selbst gegenüber:

War es richtig, den Notdienst zu rufen oder hab ich völlig übertrieben und es bestand nie eine ernsthafte Gefahr (wie eben beim kalten Alk-Entzug))?

Ist der orale Konsum generell uneinschätzbarer? Gerade auch im Hinblick auf meine "Nicht-Gewöhnung", also keine Toleranz vorhanden.

Dass man Unruhezustände nicht mit Wirkstoffen angehen sollte, die wiederum selbst Unruhe und Angst auslösen können, ist mir natürlich schon klar...
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James09
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 13.04.2015
Beiträge: 762

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2016 11:42    Titel: Antworten mit Zitat

Nette Story.. Embarassed
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Praxx
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3101

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2016 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Was lernen wir daraus?

Beim Rauchen gehen ca 2/3 des enthatenen THC verloren

Mit entsprechender Rezeptur (Fettlöslichkeit!) zugeführtes THC kommt 100% an - was drin ist, ist drin

Geraucht wirkt Cannabis praktisch sofort oder mit geringer Verzögerung

Oral beginnt die Wirkung frühestens nach 30 Minuten und steigt über 2 Stunden weiter an

Wenn du außer Canabis nichts genommen hast und keinen Herzfehler hast, von dem du nichts weißt (zB "Brughada-Syndrom), kann nichts passieren, eine tödliche Vergiftung mit Cannabis wurde noch nie dokumentiert.

Eine Cannabisüberdosis kann ganz schön heftig sein, ist aber nie lebensgefährlich! Du landest höchsten in der Psychiatrie...

Also bitte Vorsicht bei oraler Einnahme, langsam rantasten, höchstens ein Drittel der sonst gerauchten Menge auf einmal, vor dem "Nachlegen" mindestens zwei Stunden warten

LG

Praxx
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andy1977
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 25.11.2010
Beiträge: 2761

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2016 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu,

Also hast du Sativa in den Brownies und so ne relative reine THC Überdosis mit Herzklopfen , panik etc. Ist das beste Mittel Schokolade bzw Zucker.

oder eben CBD bei reiner THC OD. Man kann auch vor dem THC , CBD nehmen.
Dann wirst du aber nicht wirklich high sondern breit.

http://www.vice.com/de/read/du-hast-eine-thc-ueberdosis-und-jetzt-421

lg andy
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Zimtkatze
Anfänger


Anmeldungsdatum: 02.12.2016
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2016 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

danke praxx und andy

Also hier ist exakt genau das beschrieben, was ich erlebt und gefühlt habe, besonders auch der Teil über die "bewusst" erlebte Peinlichkeit und das Sterbegefühl...

http://www.vice.com/de/read/du-hast-eine-thc-ueberdosis-und-jetzt-421

hätte ich das einfach mal vorher gelesen!

Theoretisch hätte der Sanitäter, der mit bei mir war und mein Gras auf dem Wohnzimmertisch stehen sah (die ganze Ernte von drei Pflanzen in einer Glasschüssel, bin noch nicht zum Umfüllen gekommen) die Polizei zur Entfernung des Gefahrenguts bestellen müssen/können/dürfen Shocked
Die versicherten mir ihre Schweigepflicht, rieten allerdings noch dazu nicht aus Versehen die 110 zu wählen, falls ich nochmal Panik bekomme (waren wirklich Spaßvögel).

Ich hoffe echt, dass da jetzt nicht noch was kommt.
Superblöd war auch, dass bei der alten Dame eine andere Person dazu kam, die hilft ihr und hat einen Schlüssel, kam also einfach reingelatscht, als wir warteten und ich wollte der Nachbarin noch sagen, sie solle Stillschweigen bewahren (ich hatte ihr nicht konkret gesagt, worum es geht, aber eben ungefähr), hielt das dann aber für selbstverständlich. Bisher war diese Dame auch immer absolut zuverlässig und verschwiegen gewesen ( ich hatte schon mal meinen Schlüssel verloren und von ihr aus meine Eltern angerufen mit Ersatzschlüssel, davon hatte sie auch keinem was erzhählt.)

Und was macht sie? Als ich der irritiert guckenden Besucherin, die ich flüchtig kenne, erzählte, ich habe mich mit einem Medikament vertan und Kreislaufprobleme, quakte die Nachbarin dazwischen, na ich habe ja was ganz anderes genommen.
Die Besucherin ist eine absolute Tratschtante, kennt auch mehrere Leute im Haus, zwei davon, mit denen ich schon öfter Ärger hatte.
Darüber bin ich am meisten sauer, dass ich so unfassbar dumm war, überhaupt der Nachbarin gegenüber die Wahrheit zu sagen. Ich hätte auch ihr schon einfach was von Kreislaufprobleme erzählen können... so gut kennt sie sich sicher mit Drogen nicht aus, und ich war so insgesamt recht klar, glaube ich.

Das ist jetzt die Strafe für unbedachten, hirnlosen Dorgenkonsum... habe nicht gedacht, dass mir sowas dummes nochmal passieren könnte.
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