Nochn (Entzugs?) Tagebuch...

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persephone
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 27.07.2016
Beiträge: 171

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 01:02    Titel: Nochn (Entzugs?) Tagebuch... Antworten mit Zitat

Epilog:

So ich dachte ,ich starte hier auch mal eine Art Tagebuch, weil ich gemerkt habe, dass mir dies hier in der Form echt gut tun würde.
Für irgendwelche Selbsthilfegruppen bin ich, glaube ich, einfach nicht gemacht.
Mir fällts einfach verdammt schwer von Angesicht zu Angesicht meine Probleme zu erörtern. ..fürchte aber, dass ich das auch nie ablegen kann- weil ich so einfach erzogen wurde.

"Du hast ein Problem? -Sprich nicht drüber ! Sondern mach lieber irgendwelche sarkastischen Witze drüber, damit alle mal kurz lachen können und man zum nächsten Thema übergehen kann! "War das Motto.

Meine Eltern erfuhren erst , als ich ca 19/20 war davon, dass ich H.Abhängig bin ( als ich gerade nach 5 Monaten Kkh Aufenthalt-wegen eines Spontan Pneumozhorax ( sind dafür Heroinabhängige eigentlich prädestiniert für ? Hatte das 2 Mal und lernte dort dann auch nochn anderen "Junkie" kennen,dem allerdings deswegen gleich ne Rippe mit entfernt werden musste Confused )
Sie erfuhren davon, indem der ver*#$#!te Arzt seine Schweigepflicht brach und die Antwort meines Vaters daraufhin war : "Ich hab früher auch bis zu 100Zigaretten am Tag geraucht und konnte von einem Tag auf den anderrn aufhören, SIE (also ich) schafft das auch! Is sonst noch irgendwas?"
Danach wurde das Thema nie wieder angesprochen in der Familie ( auch wenn ich mittlerweile diesen Satz von meinem Vater super zu schätzen weiß !Damals war ich nur angepisst, weil man mich zwar " verraten" hatte , aber man mir keineswegs helfen wollte.
Der Arzt wollte mich lediglich bloßstellen- hatte aber wohl nicht mit dieser Reaktion gerechnet Laughing (Danke dir ! )

Noch am gleichen Tag rannte ich wieder los um mir ne Kugel zu besorgen. ..und so war ich letztendlich ca. 10 Jahre drauf - hatte aber nie Kontakt zur Szene und habs all die Jahre ( bis auf 1x) nasal konsumiert.
Hatte ein schönes Leben, einen tollen Job...etc... all die Jahre.
( mein Ex-partner weiß bis heute nix von meiner Sucht) ,
Und ich weiß bis heute nicht WIE ich das gemacht habe, aber der Entzug war ein Kinderspiel!
Hatte zum Glück endlich mal jemand kennengelernt über den ich an Metha rankam, hab mich auf 0,7 abdosiert...fing dann noch mit der Feierei an ( was in Berlin ja Donnerstags beginnt und Montag Abend im Kater endet)...hab einfach vergessen meine Dosis weiterzunehmen und als es mir 1Tag später auffiel hab ichs weiter weg gelassen.
Da waren natürlich ein Haufen anderer Substanzen mit ihm Spiel - vorallem Keta.
Das scheint mir dermaßen den Arsch gerettet zu haben !
Ich hab jedenfalls nach 10 Jahren Konsum NIX vom Entzug gemerkt ( ist aber natürlich auch nicht zum nachahmen empfohlen )

Danach war ich erstmal 2 Jahre clean...

-'-----
So...mehr zum aktuellen Zustand folgt gleich Very Happy
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2148

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 01:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, @Persephone,

du schreibst sehr spannend.

Würde gerne erfahren, wies weiterging..

schönen Gruss, an die Nacht,

magst auch noch nicht schlafen gehn ?

Karin
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persephone
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 27.07.2016
Beiträge: 171

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 01:30    Titel: Antworten mit Zitat

Seit ca. Nem halben Jahr bin ich wieder rückfällig...weil die Bedingungen um mich herum auch nicht grade wirklich optimal waren)


Aber heute in der Altstadt traf ich ausgerechnet den Typ wieder von dem ich auch damals das Methadon bekam und er gab mir gleich alles was er dabei hatte ! Heurekaa ! Mr. Green
Nu kann ich also endlich einen erneuten Versuch wagen ( auch wenn das diesmal sicher nicht so simple wird wie beim 1.Mal. Hab sonst allem anderen abgeschworen und durch meinen Mitbewohner wäre ich bestens mit Benzos und Lyrica versorgt. Bin gegen dem ganzen Pharmaziescheiss nur ziemlich skeptisch eingestellt , aber für den Notfall werde ich bei Bedarf jeweils 100mg Lyrica nehmen ( mehr Vertrage ich davon nicht- da streikt mein Körper.
Hab heut früh noch H gezogen, später Lyrica genommen, daher werde ich mit dem Metha erst morgen in der Frühe beginnen. ..und mich dann langsam abdosieren ( natürlich ohne das Lyrica zusätzlich! Wie schlimm die Abhängigkeit davon ist , seh ick ja tagtäglich an meinem MiWo. Sad

Ich hab mir bisher noch keinen konkreten Plan machen können und weiß ja noch nicht mal wieviel ich von dem metha brauch. .
aber in meinem aktuellen Übermut wollte ich nun mal auch son Entzugsragebuch eröffnen Mr. Green
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persephone
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 27.07.2016
Beiträge: 171

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 01:35    Titel: Antworten mit Zitat

MausiMaus hat Folgendes geschrieben:
Hallo, @Persephone,

du schreibst sehr spannend.

Würde gerne erfahren, wies weiterging..

schönen Gruss, an die Nacht,

magst auch noch nicht schlafen gehn ?

Karin

Danke Smile

Ja, schlafen werde ich mich gleich legen. ..wenn ich kann.
Ansonsten bin ich hier in einer Stunde bestimmt in dem "Nachtcaffee für
Schlafgestörte" Thread wiederzufinden. Mr. Green
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2148

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 01:52    Titel: Antworten mit Zitat

persephone, lustig,

ich dachte immer, du bist clean,

Zitat:
n meinem aktuellen Übermut wollte ich nun mal auch son Entzugsragebuch eröffnen Mr. Green
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ich wünsch`dir Viel Glück !

Bestimmt wirst du hier Leute finden, die dir das sagen

können, mit dem Metha.

Und hier ein *EntzugsTagebuch * zu schreiben,

finde ich toll, mutig und sinnvoll !

gute Nacht,

Karin
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persephone
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 27.07.2016
Beiträge: 171

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 02:54    Titel: Antworten mit Zitat

Der erste Eintrag sollte eigentlich der Prolog werden , aber "Epilog" klingt doch irgendwie besser ...einfach klangvoller Mr. Green Wink

@ MausiMaus : Echt ? Smile
Aber ist leider nicht so.
Bin seit Monaten hier durch die Altstadt getigert, um den Metha-Typ von früher wieder zu finden. Aber Fehlanzeige( bis heute)

Klar, ich wohne in Berlin und könnte ja auch einfach zum Kotti und da irgendwelche Leute ansprechen.
Aber hatte nie was mit der Szene zu tun und als ich ein einziges Mal dort mein Glück versuchen wollte , haben das andere gleich ebenso genutzt, um mich abzuziehen.
Hab zum Glück geistesgegenwärtig reagieren können und hab "auf nicht zurechnungsfähig gemacht. Laughing
(War an den Treppen nach oben, fast auf der Straße- da hab ich dann plötzlich zum Himmel hochgezeigt und rief laut so etwas wie " Der HIMMEL ! - mensch - dieser wundervolle Himmel! Und ihr seid alle teil davon .Checkt ihr das denn nicht ? " )
Die haben sich kurz blod angeguckt.
Und da kam mir dann auch schon von oben ne Türkin zur Hilfe und hat die Kerle verbal ziemlich zusammen geschissen. Laughing


Aber nu bin ich ja erstmal versorgt ^^
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2148

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 02:58    Titel: Antworten mit Zitat

wieviel Metha hast du denn genommen ?
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4001

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 06:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hi ,

wenn du jetzt seit nem 1/2 wieder drauf bist, trifft das ja zeitlich mit deinem Thread zusammen , als du Tipps suchtest, wie man möglichst entzugsfrei von na 10er Kugel smack abkickt? Von na 10er Kugel, egal welcher Qualität, geht man körperlich rel. locker raus, woran hats denn gehapert? Immer noch diese Kleinstmenge und jetzt Metha zum Ausstieg, das man brav abdosieren möchte?
Und du meinst das klappt? Diesmal? hmmm...sämtliche Speziallisten wie Caro, JP u.a, die den leichten Ausstieg mittels Abdosieren kennen(?) und beschreiben sind allesamt seit Jahren drauf und noch immer im Programm. Warum? Andere wie z.B. dakini hampeln seit dem ich hier lese in ihrer Abdosiererei rum, warum? Weil abdosieren nicht hilft? Sicher nicht, aber irgendeinen Grund wird es haben. Wie man entzieht, ist mMn nach egal - wobei ich doch nach 11/2 J hier zum Schluss gekommen bin: kurz, hart und schnell, also 100% kalt, sind ja nur nen paar Tage -, aber erst mal egal, es wird nicht klappen, wenn man sich nicht wirklich innerlich von der Droge getrennt hat und - falls es so ist - , die mit der Droge verbundenen Gründe, warum man meint, die Droge zu benötigen ehrlich analysiert ( analysieren lässt), sich seine seiner Fehler, Schwäche und Unzulänglichkeiten bewusst wird und mit Hilfe ( wenn man es selber nicht schafft) welcher Institution auch immer, sich von diesen befreit/ daran arbeitet. Es ist natürlich unangenehm Schwäche zuzugeben und zuzulassen, aber was ist wichtiger? Was will man denn eigentlich?

Fazit: Es ist völlig egal welchen Ausstieg man wählt, um durch den körperlichen Entzug zu kommen. Wichtig ist Ehrlichkeit zu sich selbst, warum überhaupt zu H gegriffen wurde und entsprechend sich ggf. einen Plan zurechtzulegen, wie das Leben ohne Heroin weitergeht und welche Hilfen man in Anspruch nehmen sollte.

Ach, übrigens noch zu Epilog/ Prolog ..., ach egal...

Viel Erfolg!

LG N
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joe
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1014

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 10:00    Titel: Antworten mit Zitat

moin,...
sehe ich fast genauso.
dein miwo ist nicht clean? das funktioniert erfahrungsgemäss auch nicht.
hast du SHGs ausprobiert? du musst da ja nix sagen. es reicht auch, sich einfach mal da hinzusetzen.
wenn du nie über dich gesprochen hast, wirds auch zeit. ohne neue verhaltensweisen keine nüchternheit. wir sind so krank wie unsere heimlichkeiten.
oder willst du da nicht hin, weil da leute sitzen, die clean sind? die ideen haben, wie es funktioniert? dann müsstest du wirklich aufhören.
wie fühlt sich das an? ziemlich angstbesetzt?
nur so anregungen.
vielen dank für dein schreiben.

viel kraft und liebe grüsse
joe, nur für heute nüchtern
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Haschgetüm
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2394

BeitragVerfasst am: 7. Jan 2017 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hey persephone... die Attitüde kenn ich gut.. immer für einen Scherz zu haben.
Ist schwer abzulegen. Gruppe gefällt mir dennoch gut.
Ich werd hier mal mitlesen.
lg, Haschi
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endstation
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 28.03.2016
Beiträge: 208

BeitragVerfasst am: 8. Jan 2017 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

@nebuk.:

ich denke, dass es bei thema ENTZUG 2 elementare dimensionen gibt:
1. psychisch (geistig)
2. physisch (körperlich)

das ABDOSIEREN ist definitiv besser für den KÖRPER.
der KALTE ENTZUG ist besser für die PSYCHE.

so sehe ich das zumindest. wenn man kalt entzieht, dass hat man eine große distanz zwischen sich und der substanz geschaffen. da gibt es kein "hintertürchen", kein "naschen" und kein "ich nehm nur ausnahmsweise mal heute wieder etwas mehr"... vorbei ist vorbei. fertig, ende, aus.

das ABDOSIEREN bietet dagegen immer wieder die chance auf einen rückfall. man trennt sich nicht so konsequent von der substanz, wie es jemand beim kalten entzug tut.


letztendlich habe ich aber ein paar dinge gelernt und einige weitere dinge auch einsehen müssen: menschen reagieren unterschiedlich auf drogen und auf den entzug.

mir hat es damals zb. recht wenig ausgemacht, kalt von benzos zu entziehen, nachdem ich mehrere jahre auf einer dosis war, die äquivalent zu 10-20 mg diazepam ist. andere erstarren schon beim gedanken daran vor schreck.
dagegen empfand ich mal nur einige wenige tage ohne tramadol als derart zäh und quälend, dass ich fast durchgedreht bin... damals hatte ich mit der szene nix zu tun und wäre auch nie auf die idee gekommen, mir dort zb. methadon zu besorgen. und so mußte ich eben diese erzwungene leerlaufphase überbrücken...


viel hängt dann ja auch noch damit zusammen, ob man selber WIRKLICH ENTZIEHEN WILL oder ob man das nur auf druck von außen machen muss... da spielt dann ja auch der kopf ne große rolle.



ein bekannter von mir, der seit weit über 10 jahren auf polamidon, heroin (i.v.) und alkohol war, hat - für mich völlig überraschend - innerhalb von 1 woche kalt vom polamidon und heroin entzogen.
er hatte schon lange keine lust mehr auf die vergabe und war von all dem nur noch genervt. er war ziemlich abgefuckt, das muß man so deutlich sagen. zudem hat er etwa 1/2 seines substituts vertickt, um sich davon H zu holen. er war auf einer tagesdosis zw. 8-10 ml, also immer noch eine stattliche menge für den kalten weg...

als er - mal wieder - mit beikonsum erwischt wurde, machte seine ärztin ernst und strich ihm das take home diesmal komplett. somit hatte er dann nichtmal mehr geld für schore... und er meinte zu mir, dass genau DAS der punkt war, an dem er sich mit ende 30 gesagt hat: "ICH HAB DIE SCHNAUZE GESTRICHEN VOLL!"

er ist dann einfach nicht mehr zur vergabe gegangen. 5 tage ist er nicht aus der wohnung raus und meinte, dass tag 3 am schlimmsten war. ab tag 4 gings langsam besser und nach ca. 14 tagen war er wieder einigermaßen gut drauf. nach 1 woche fing er auch wieder an zu trinken, allerdings weniger als zuvor.

ich hab ihn dann immer mal wieder kurz beim einkaufen getroffen und wir haben 1-2 worte gewechselt. ganz ehrlich: ich hab immer drauf gewartet, dass er mir erzählt, er sei wieder drauf. aber da kam nix. er war nicht drauf...


ein anderer bekannter, der bei mir mit in der praxis war, war seit 1998 im programm, zuerst mit DHC-saft, dann kurz mit metha und dann lange mit pola. er hatte in der zeit NIE take home, allerdings hat er auch nicht gearbeitet und hatte auch meistens beikonsum und zudem eine wohnung in direkter praxisnähe (keine 5 fußminuten entfernt). trotzdem nervte es ihn lange einfach nur noch...
und der hat vor knapp über 1 jahr einfach aufgehört. im wartezimmer haben viele immer erzählt, dass der typ wohl sehr gutes H hat (für szeneverhältnisse).
und so hat er dann auch entzogen: er war krank und lag im bett, bekam vom arzt aber trotzdem nichts nach hause mit. da er schon öfter mal nicht zur vergabe erschienen war, blieb er also auch zu haus, als es ihm so schlecht ging. aber ans aufhören hatte er zu em zeitpunkt noch gar
nicht gedacht.

er hat dann mittags und abends jeweils 1 line genommen und wenn das mal nicht ausgereicht hat, gab es 1 tablette oxycodon. auf breit sein hatte er in der zeit gar keine lust, weil es ihm richtig schlecht ging und er fast nur im bett lag.

nach 14 tagen war der spuk vorbei und er war von der substi erlöst. mittlerweile nimmt er nur noch selten heroin, aber er ist dafür auf low dose oxycodon. damit kommt er aber zig mal besser klar als mit polamidon, sagt er.


ich denke, es gibt ganz unterschiedliche wege, aufzuhören. egal welchen man wählt: ich bin überzeugt davon, dass es sich lohnt - gerade wenn man längere zeit nonstop drauf war, so wie ich zb... bei mir sinds jetzt 10 verdammte jahre auf opiaten. meine innere uhr sagt: STOP! ich spüre, dass es für mich an der zeit ist, nochmal komplett "ohne" zu leben.
allerdings mache ich mir dabei KEINEN DRUCK! ich gebe mir keine regeln, wann, wo und wie das passieren soll. wichtig für mich ist allein, dass ich eine entwicklung sehe: noch vor nicht allzu langer zeit habe ich regelmäßig zusätzliches substitut geholt, "um noch ein bißchen spass zu haben".
erst verloren andere substanzen ihren reiz (benzos, andere pharmaopiate wie zb. oxycodon usw.). dann merkte ich, dass ich PSYCHISCH immer länger auf die einnahme verzichten konnte (aber leider noch nicht PHYSISCH!).
und nun kann ich mich eben immer mehr mit der idee anfreunden, auch wieder komplett ohne was zu leben. und das will ich nutzen, nach möglichkeit noch dieses jahr...
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endstation
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 28.03.2016
Beiträge: 208

BeitragVerfasst am: 8. Jan 2017 23:46    Titel: Antworten mit Zitat

@persephone:

hi persephone,

endlich mal jemand, der das erfolgreiche versteckspiel einer langjährigen opiatsucht ebenfalls "erfolgreich" betrieben hat...

bei mir weiß das - bis auf 2 leute in meinem engsten umfeld - niemand. auch nicht die eltern. meiner ex-partnerin hätte ich es evtl. verheimlichen können, allerdings habe ich bzgl. der partnerschaft immer die maxime der totalen aufrichtigkeit gepflegt und es ihr demnach auch gesagt.

nun ist es natürlich auch etwas einfacher, wenn man - so wie ich - "nur" auf pharmaopiaten ist. denn dadurch hat man erstens nicht diesen engen szenekontakt, den man bei H häufig zwangsläufig hat und zweitens kostet der spass ja auch nicht jene unsummen, die heroin verschlingt...
wenn man beim heroin aber ne stabile dosis hält - so wie du - und man dann noch glück mit einer stabilen und zuverlässigen quelle hat, dann kommt man wohl auch sehr viel besser damit zurecht, als die leute von der szene.

und natürlich braucht man auch noch einen gewissen selbstschutz: auch wenn ich sicherlich NIEMALS geahnt habe, mal derart süchtig zu werden, so habe ich zum glück nur ganz ganz wenige persönliche grenzen überschritten. so habe ich zb. nicht einmal gespritzt. ich habe auch nie junkies/konsumenten zu mir nach hause mitgenommen. und dann habe ich auch stets meinen engen drogenfreien freundeskreis gepflegt. das sind alles punkte, die mir jetzt bei meinem geplanten ausstieg hilfreich sind. so habe ich zb. durch treffen mit meinen freunden wieder gemerkt, wie schön es doch ist, viel zeit mit freunden zu verbringen. während der sucht igelt man sich ja doch oft ein...



an deiner stelle würde ich jetzt aber mit dem metha aufpassen!
ich hatte vor jahren auch nur vor, metha zum aussteigen zu nehmen. das hat anfangs auch noch ganz gut geklappt und ich brauchte es nur 2-3x pro woche nehmen. außerdem gefiel es mir nicht gut und körperlich bekam es mir auch nicht so besonders. ich weiß sogar noch, wie ich damals meiner ex berichtet hab, dass metha für mich eine art "wundermittel" sei: ich hatte nämlich kaum bzw keinen suchtdruck, fand aber methadon gleichzeitig so langweilig, dass ich ihr gegenüber versichert habe, davon könne ich garantiert nicht abhängig werden...

dumm und naiv, sicherlich... so war ich ja auch damals. das ist halt sucht. du hoffst immer, dass es dich schon nicht treffen wird...


jedenfalls solltest auch du echt vorsichtig sein und zwar aus zweierlei gründen:

1.) methadon hat selber ein starkes suchtpotenzial. das zeug darf man keinesfalls unterschätzen. oft dauert es nämlich auch eine gewisse zeit, bis man sich richtig mit dem zeug angefreundet hat und damit gut klarkommt.

bei mir war das nach einigen wochen der fall, als mir plötzlich auffiel, wie gut es mir mit dem zeug ging. anfangs nahm ich das zeug nicht täglich und auch nur als substitut für tramadol und tilidin, die ich viel lieber mochte.

aber eines tages - ich hatte gerade 20mg methaddict intus - fiel mir dann mal auf, wie wohlig warm und wunderbar euphorisch mich das methadon machte.
ich war verwirrt, denn ich verstand nicht, dass es das zeug sein sollte, von dem alle sagten, dass es nicht high macht und dass es lediglich den affen killt... ich fragte mich: "und DAS verkaufen alle, um sich gestrecktes strassenheroin zu kaufen?!"
immerhin war ich ca. 6 std. intensiv euphorisiert, hatte keinen "nachlegedrang", wie ich es von tramadol und v.a. tilidin her kannte und hatte darüber hinaus auch noch ein sehr gutes, warmes körpergefühl. von übertriebener müdigkeit oder abgedichtet sein keine spur...


2.) der andere punkt, den du unbedingt beachtet solltest, ist die dosierung: methadon ist um längen stärker als strassenheroin. und natürlich muß man bei illegal erworbenem metha auch immer davon ausgehen, dass die angegebene dosis nicht korrekt ist usw...
ERST RECHT SOLLTE MAN SICH N I E M A L S BEI DER DOSIERUNG AN ANDEREN PERSONEN ORIENTIEREN! man sollte sich IMMER - und zwar ohne jede ausnahme - langsam an seine dosis rantasten. und dabei sollte man bedenken, wie lange methadon zum anfluten und bis zum peak braucht, wann das maximum im plasmaspiegel erreicht ist etc...


in deinem fall würde ich fast sagen, "MACH ES KALT!"
wenn du das nicht willst, ist metha auch völlig ok, sofern du alle regeln beachtest.

nimm sehr wenig! nimm nur so viel, wie du unbedingt brauchst! nimm keine benzos dazu! nimm es nur als unterstützendes medikament und nicht als "kuschel-wohlfühl-opiat"!

ansonsten läufst du gefahr, gefallen an dem zeug zu finden. und mit methadon handelt man sich vielen betroffenen zufolge ein deutlich größeres problem ein als mit nem 10er berliner strassenschore...


nun schließe ich im normalfall nicht von mir auf andere. allerdings erinnere ich mich auch noch gut daran, wie ich bei mir in der city auf einen älteren herren traf, der lange zeit meine komfortable quelle sein sollte. ihm war meine zuverlässigkeit und vernunft sehr viel wert und mir war ebenfalls seine absolute zuverlässigkeit enorm wichtig.
anfangs gab ich immer recht deutlich über dem normalkurs. so konnte ich sichergehen, dass er das zeug nicht anderweitig verwertete. so hatten wir beide außerdem nix mit der szene zu tun und konnten uns auch abseits des gefährlichen hauptbahnhofes auf n kaffee treffen...
leisten konnte ich es mir zu anfang problemlos, zumal ich niedrig dosiert war und mir 1 tablette methaddict am tag ausgereicht hat.

für mich war das alles - VÖLLIG UNVERHOFFT - eine neue, sehr gute erfahrung. ich hatte plötzlich deutlich weniger nebenwirkungen als bei meinem high-dose-mißbrauch von tramadol und tilidin. dazu fuhr ich DEUTLICH preiswerter, da ich nur noch max. 35 € pro woche aufbringen mußte - zur not reichten mir sogar nur 4 tabletten für 1 woche aus (= 20 €)!

außerdem war da ja plötzlich mein wunschprodukt in ausreichender menge im angebot. vorher war es schwierig, ausreichend opiate zu besorgen. mein arzt verordnete mir nur 1 N3 pro monat, den rest mußte ich privat klären. das ging ins geld...

nun gut, ich stand also nur noch vor der erwägung, in substi zu gehen. aber bei der dosis so einen stress antun, wenns doch auch soooo komfortabel geht?
also war klar, dass ich nicht ins programm gehe...

und unter diesen bedingungen wurde ich dann erst so richtig abhängig...

to make a long story short: statt 20-40mg am tag lag ich irgendwann bei 160mg methadon täglich. als dann kurzzeitig die preise bis auf 7 € pro tablette anzogen, lag ich also bei knapp 30 €. PRO TAG!

dazu kam, dass die beschaffung immer nerviger wurde:
ich wurde öfter versetzt, bekam nicht die erhoffte menge oder hatte auch ganz schlicht plötzlich mit richtigen assis zu tun...

hier mal ne anekdote von einem solchen typen, mit dem ich nur aus 1 grund kontakt hatte: ein kerl machte sich beim gemeinsamen bahnfahren einen spass draus, wildfremde bahnfahrer zu bepöbeln, sexuell zu beleidigen etc. und mich damit in verbindung zu bringen.
besagter typ war ziemlich abgedreht und psychisch EXTREM DURCH, der fand es lustig, fremde leute zu nerven und hat sich daran aufgegeilt, dass ich mega genervt war von ihm.. tja, auch das sind junkies. eine junge mutter mit kind in der bahn sexuell aufs übelste zu belästigen, während ich daneben sitze und ihn bitte, aufzuhören. als er das nur als weiteren ansporn verstand, bin ich erst aufgestanden und hab mich umgesetzt und letztendlich ganz ausgestiegen.
der vogel hat sich im nachhinein noch dafür entschuldigen wollen (der war mega besoffen, hatte benzos, H und irgendwelche badesalze intus), aber da war für mich ein punkt erreicht, an dem ich mir sagte: "DAS WAR GENAU EINER ZU VIEL UND ZU HART FÜR MICH! SOWAS GEHT GAR NICHT!"
und dass so jemand nochmal geld von mir bekommt, ist sowieso ausgeschlossen. also ab ins substi-programm...


so, das war mal wieder viel text. ich drücke dir auf jeden fall die daumen und sei vorsichtig!
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persephone
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 27.07.2016
Beiträge: 171

BeitragVerfasst am: 9. Jan 2017 00:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hab diesen Thread hier hier in nem ziemlich alkolisierten Zustand verfasst und war mir am nächsten Tag auch dezent unangenehm ... Embarassed Aber nu führ ich ihn mal weiter, weil ich darüber schon die ganze Zeit schreiben wollte.
Aber ist mir halt ziemlich unangenehm überhaupt über meine Sucht zu sprechen- aber hier ist ja alles relativ anonym.

Zitat:


Wenn du jetzt seit nem 1/2 wieder drauf bist, trifft das ja zeitlich mit deinem Thread zusammen , als du Tipps suchtest, wie man möglichst entzugsfrei von na 10er Kugel smack abkickt? Von na 10er Kugel, egal welcher Qualität, geht man körperlich rel. locker raus, woran hats denn gehapert? Immer noch diese Kleinstmenge und jetzt Metha zum Ausstieg, das man brav abdosieren möchte? 

Ich bin immernoch auf 10 euro am Tag ...manchmal auch das Doppelte, aber dann ist das Zeug einfach Mist oder zu wenig.
Aber hast recht...das dürfte dann mittlerweile fast ein Jahr her sein - aber ich hab einfach mal abgerundet. Was letztendlich nur Selbstverarsche ist.
Aber weiß es leider selbst nicht mehr so genau wieviel. Rolling Eyes


Ich habs seitdem leider nie so wirklich und komplett versucht davon zu entziehen, weil ich weiß, dass ich ziemlich schnell rückfällig werden würde, solang ich noch diese Wohnsituation hier hätte.
Ist ziemlich stressig und will nur, dass er hier möglichst schnell verschwindet - aber bei der Kälte kann ich ihn ja auch nicht einfach auf die Straße setzen- obwohl ich ihm schon vor mehreren Monaten sagte,dass er sich nun bitte ne eigene Wohnung zu suchen hätte. ( zahlt ja auch nix für das Zimmer. Kanns aber auch trotzdem nicht mit meinem Gewissen vereinbaren ihn jetzt einfach rauszuwerfen.
Stand nach Neujahr sogar kurz davor einfach nen Last Minute Urlaub zu buchen) ...aber hab dann doch zu viel Angst was mit meiner Wohnung in Zwischenzeit passiert ) Confused



Zu dem Rest schreib ich gleich noch was... Smile
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persephone
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Anmeldungsdatum: 27.07.2016
Beiträge: 171

BeitragVerfasst am: 9. Jan 2017 01:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Und du meinst das klappt? Diesmal? hmmm...sämtliche Speziallisten wie Caro, JP u.a, die den leichten Ausstieg mittels Abdosieren kennen(?) und beschreiben sind allesamt seit Jahren drauf und noch immer im Programm. Warum? Andere wie z.B. dakini hampeln seit dem ich hier lese in ihrer Abdosiererei rum, warum? Weil abdosieren nicht hilft? Sicher nicht, aber irgendeinen Grund wird es haben. Wie man entzieht, ist mMn nach egal - wobei ich doch nach 11/2 J hier zum Schluss gekommen bin: kurz, hart und schnell, also 100% kalt, sind ja nur nen paar Tage -, aber erst mal egal, es wird nicht klappen, wenn man sich nicht wirklich innerlich von der Droge getrennt hat und - falls es so ist - , die mit der Droge verbundenen Gründe, warum man meint, die Droge zu benötigen ehrlich analysiert ( analysieren lässt), sich seine seiner Fehler, Schwäche und Unzulänglichkeiten bewusst wird und mit Hilfe ( wenn man es selber nicht schafft) welcher Institution auch immer, sich von diesen befreit/ daran arbeitet. Es ist natürlich unangenehm Schwäche zuzugeben und zuzulassen, aber was ist wichtiger? Was will man denn eigentlich? 

Das denke ich auch. ..und vielleicht war das Wort " abdosieren" auch falsch gewählt.
Ich will nur 1-3 Wochen Metha nehmen um mich von diesem Gefühl des täglich was Ziehen wollens , zu lösen.
Weiß noch, dass das früher son Problem von mir war. Aber nach einigen Wochen war das verschwunden und hoffe dass das wieder so klappt.

Kommenden Donnerstag kann ich mir bei ihm wieder was holen und danach verpiesel ich mich erstmal aus Berlin , um meinen Plan in die Tat umzusetzen.
Nehme das Metha z.Zt noch nicht - höchstens alle 2-3 Tage Lyrica, wo ich ich dann nur die Hälfte vom H. Brauche, was ich sonst nehme.


So ne Zehner Kugel teile ich mir auf den kompletten Tag auf und zieh immer nur nen Mini-Krümel 0,5 cm lang Ist das echt so wenig ?
Hab ja leider keinen Vergleich. ..aber hab mich sehr viele Jahre auf dieser Dosis gehalten.
Das sediert mich nicht ,sondern damit komm ich gut klar im Leben und verliere meine Ängste und bin nicht mehr so introvertiert.





Zitat:
meine innere uhr sagt: STOP! ich spüre, dass es für mich an der zeit ist, nochmal komplett "ohne" zu leben. allerdings mache ich mir dabei KEINEN DRUCK! ich gebe mir keine regeln, wann, wo und wie das passieren soll. wichtig für mich ist allein, dass ich eine entwicklung sehe: noch vor nicht allzu langer zeit habe ich regelmäßig zusätzliches substitut geholt, "um noch ein bißchen spass zu haben". erst verloren andere substanzen ihren reiz (benzos, andere pharmaopiate wie zb. oxycodon usw.). dann merkte ich, dass ich PSYCHISCH immer länger auf die einnahme verzichten konnte (aber leider noch nicht PHYSISCH!). und nun kann ich mich eben immer mehr mit der idee anfreunden, auch wieder komplett ohne was zu leben. und das will ich nutzen, nach möglichkeit noch dieses jahr...


Meine innere Uhr sagt schon seit Jahren"Stop" ! Nur kann ich mir die offizielle Substitution, aus privaten Gründen( die ich hier im Forum nicht näher erläutern möchte) nicht leisten.
Bin bisher immer enttäuscht worden, wenn ich meine Sucht ansprach. So schnell werde ich das nicht wieder tun.
Das muss ich doch irgendwie alleine schaffen können, und hab ja auch vom letzten Mal hoffentlich dazu gelernt.

Aber danke dir für deine Tipps, die werde ich mir auf jeden Fall zu Herze nehmen !
Szenekontakte habe ich auch Null.
Aber in Berlin kriegt man den Scheiß ja leider an jeder U-Bahn Station.
Bin aber froh jetzt diesen Bekannten wieder getroffen zu haben und werde mir da Donnerstag wieder 8ml Metha holen.
Mehr hat er nie pro Woche und ab kommenden Donnerstag werde ich mir vom Braunen auch nix mehr holen.

Will Wie gesagt nur erstmal kurz darauf umsteigen und dann davon abkicken.
Bin ich auch ziemlich zuversichtlich, dass ich das schaffe!
War nur etwas verfrüht für diesen Entzugsthread hier Mr. Green

Aber danke an allen die mir bisher geantwortet haben Smile
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2148

BeitragVerfasst am: 9. Jan 2017 07:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, @persephone,

du sagst, du hast den Thread verfrüht aufgemacht, und dass

du angetrunken warst.
Mach`dir da bloss kein Kopf.

Es kann ja sein, dass du nicht die Einzige hier bist, die mal alk -

holisiert hier schreibt...

Klar, am nächsten Tag liest man das nochmal, und ist einem endpeinlich, kenn ich auch.

Mach einfach weiter, niemalnd nimmt dir das übel, oder wundert sich, das kannst du mir glauben.

Ich meine , was wäre die Alternative `?

Es geht nur Vor - oder zurück.

Ist doch toll, dass du den Mut gefunden hast, hier ehrlich zu sein ?

Wo kannst du das so gut , wie hier im Forum,

Wo sich die meisten in deine Lage hineinversetzen können. Also :

Kopf hoch, Ohren steif,

weitermachen !

gruss, Karin
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