Wie zeigt sich ein " Methadon Affe" ?

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Phine
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Anmeldungsdatum: 22.10.2016
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 22. Okt 2016 20:15    Titel: Wie zeigt sich ein " Methadon Affe" ? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

bisher war ich hier nur stille Mitleserin und zu vielen Fragen konnte mir hier oft geholfen werden. Vielen Dank dafür.

Ich werde mich nicht so kurz halten können, warum ich hier überhaupt gelesen habe und mich nun entschlossen habe mich hier anzumelden- aber ich will es versuchen.
Ich bin selbst nicht Drogenabhängig - ich habe mal die eine oder andere Tüte geraucht , das war es aber auch schon.

Letztes Jahr habe ich einen Mann kennengelernt und mittlerweile auch lieben.
Er hat aus seiner ehemaligen Sucht von Anfang an kein Geheimnis gemacht. Von Kiffen, Speed, Alkohol Tabletten war alles dabei wobei Heroin dann die längste Sucht war. Nun ist im letzten Jahr seine Mum gestorben und er konnte damit gar nicht um gehen und hat nach 10 Jahren clean sein, wieder zum Heroin gegriffen. Anfangs hat er es vor mir versteckt, aber ich habe es geahnt. Da wir uns aber immer näher gekommen sind und uns lieben gelernt haben.,hat er mir es dann im Mai doch gestanden.

Ich war sehr einfühlsam und hatte und habe immer noch sehr viel Verständnis. Er schnieft das Heroin und kommt mit 2,5 Gramm knapp 3 Tage aus. Da er nun studiert will er wieder weg davon. Ich unterstütze ihn wo ich kann.
Er hat mehrfach die letzten 3 Monate einen Affen durch gemacht. Kalt zu Hause mit meiner Begleitung. Ich achte darauf das er genug isst, trinkt und sorge einfach für ihn und hoffe ihm das Gefühl zu geben nicht allein zu sein.
Und da wurde alles probiert was man hier und anders wo so lesen kann, damit sein Affe nicht zu hart wird. Nach 3 Tagen war das körperliche meist vorbei
Es war die Hölle so hilflos zu sein und nix für ihn tun zu können. Ja ich weiß es ist gefährlich und ja ich weiß auch, dass es unter Ärztlicher Aufsicht viel besser wäre. Habe ich ihn alles vorgeschlagen. Erneute Therapie etc. aber das muss von ich ihm kommen.
Schlimm ist das er es Kopf und Magen mäßig - ich denke ihr wisst was ich meine, nach 5- 8 Tagen einfach nicht mehr aushält. Und da bin ich wirklich überfragt was ich tun kann. Seine körperlichen Leiden beim Affen "betreuen" und lindern ist das eine aber seine Seele ?

Nun hat er sich Methadon besorgt und wir machen dieses WE mal wieder einen "Affen" durch. 2ml pro Tag hat er sich vorgenommen.
Mir macht das ganze Sorgen.
Ich habe Angst, dass sich das ganze nun auf das Methadon verschiebt.

Wie zeigt sich ein " Methadon Affe" ? Wer kann mir dazu helfen - auch wenn das hier sicher schon mal Thema war.

Und mich würde auch interessieren was User hier sagen, die selbst abhängig sind oder waren, wie sie sich am meisten unterstützt fühlen. Ich bin ja der Meinung das Sprüche wie :
" Lass ihn fallen - er muss auf den Boden der Tatsachen" völliger Quatsch sind.
Ich denke mit Liebe und Rückhalt und der Sicherheit nicht allein gelassen zu werden ist ihm mehr geholfen.

Ich bilde mir nicht ein, dass ICH ihn therapieren kann.
Ich stehe seit fast 40 Jahren Wink mit beiden Beinen fest im Leben und ich denke nicht nur an ihn, sondern auch an mich - keine Frage.

Ich freue mich auf einen regen Austausch
Gruß Phine
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4217

BeitragVerfasst am: 23. Okt 2016 06:34    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Phine,

der Methadon Affe ist nicht viel anders als ein H Affe, nur etwas softer und länger -grob gesagt. Man muss da immer etwas differenzieren. Das ganze steht immer in Abhängigkeiten: Dauer der Einnahme, Konsumform, Qualität der Substanz, Menge, körperliche Konstitution u.a. . Die Symptome sind die gleichen, wie Durchfall, Krämpfe, Unruhe, Schlaflosigkeit etc., aber i.d.R nicht in der Intensität eines H -entzugs. Das Empfinden des Entzugs hängt auch viel vom Typ Mensch ab, für die einen geht es kalt und hart, aber dafür kürzer raus, der andere schafft es besser unterstützt durch diverse Medis (oder evtl auch Kratom?) und langsamstes Abdosieren. Viele fallen aber durch die Medis von Benzos bis Lyrica in die nächste Problematik.
Aber die Entgiftung ist auch eigentlich nicht das primäre Problem beim Ausstieg, das merkt ihr ja gerade. Nur was macht man gegen den Suchtdruck? Es wundert mich ein wenig, dass dein Freund bereits nach 3 Tagen des kalten H Entzugs wieder körperl. fitter wird,denn normalerweise ist genau der dritte Tag der Tag, an dem der Entzug anfängt seine volle Wucht zu entfalten. Wenn das so ist, spricht das für eine eher kürzere Konsumzeit qualitativ schwachen Heroins und würde den Ausstieg insofern ziemlich erleichtern. Da dann mittels eine Substanz wie Methadon versuchen auszusteigen, das hochpotent und rein ist, eine wesentl. längere HWZ von +- 36 h besitzt - wobei die HWZ nicht die entzugsfreie Zeit beschreibt und man so Gefahr läuft sich dadurch mit der Zeit höher zu dosieren- kann dann auch dazu führen, dass man erst mal auf Methadon hängenbleibt.
Was macht man gegen den Suchtdruck? Erst mal absolute Abstinenz, v.a. gegenüber jegl. Kontakten oder Möglichkeiten, die im Zusammenhang mit der Beschaffung stehen. Dann soviel Ablenkung und Beschäftigung wie möglich. Sport ist ein sehr probates Mittel, da es neben der Beschäftigung auch im Hirn positive Botenstoffe aktiviert, die ein gutes Gefühl geben und einem vermitteln , auf einem guten Weg zu sein. Ebenso versuchen aktiv zu sein, Eindrücke sammeln, die einfach aufzunehmen sind, wie z.B. Natur...also immer das Hirn beschäftigen, erst mal mit möglichst trivialem, da die Konzentrationsfähigkeit in den ersten Wochen erst wieder hergestellt werden muss.
Als ich das erste mal vom H entzogen habe, bin ich nach 10 Tagen kaltem Entzug direkt in eine LZ Therapie, die bietet natürlich das ganze Spektrum der perfekten Abstinenz. Nach 10 Tagen kalt, war das allerheftigste des Entzugs vorbei, aber es ging mir noch sehr schlecht. Nach 6 Wochen bin ich das erste mal mit einem guten feeling aufgewacht. Das war allerdings in den 90ern, das Heroin war sehr hochprozentig und ich war iv user.
Zitat:
..." Lass ihn fallen - er muss auf den Boden der Tatsachen" völliger Quatsch sind.
da hast du völlig recht, das ist auch wieder so ein pauschaler Nonsens.
Da muss man schon von Fall zu Fall unterscheiden, und bei euch scheint es ja soweit alles im Reinen und die Prognosen positiv.
Liebe, Zuwendung und Fürsorge sind schon hilfreich im Entzug, aber nur in bestimmten Grenzen. Es ist aber wichtig, das der user selbst die ehrliche und für sich wahrhaftige Entscheidung getroffen, die Sucht zu beenden,nur dann ist es erfolgreich. Viel machen sich da leider - auch unterbewusst - etwas vor. Aber nen bisken betüddeln kann man schon gut gebrauchen im Entzug und natürlich ist es gut, wenn man jemanden hat , der dafür sorgt, dass man genug an Mineralien, Vitaminen etcpp. zu sich nimmt.

Viel Erfolg!

LG N
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Phine
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Anmeldungsdatum: 22.10.2016
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 23. Okt 2016 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Nebukadnezar,

Danke für Deine Antwort. Es tut sehr gut sich "normal " unterhalten zu können ohne gleich für verrückt erklärt zu werden - was man sich da "antut"
Ich muss dazu sagen mein Freund ist der erste nach einer langen Ehe mit Kind und Kegel. Und da mein Umfeld vorher nie mit dieser " Problematik" was zu tun hatte, musste ich mir einiges anhören. Nur kurz noch zu mir - ich bin aufgewachsen mit Sucht - mein Vater war 30 Jahre lang Alkohol abhängig. Ich bringe also eine Menge Erfahrung mit und weiß genau was ich aushalten kann und was eben nicht.

Bisher war es immer so, dass der 2. Tag ( wobei ich angefangen habe in Stunden nach der letzten Nase zu rechnen ) also meist war die Zeit zwischen 48 und 72 Stunde körperlich - nach außen hin - die Hölle. Schwitzen und eben alles was Du beschrieben hast.
Manchmal habe ich nämlich das Gefühl, mein Freund leidet mehr als er zu gibt, um mich zu schonen.

Beschäftigung / Ablenkung ich versuche es immer und immer wieder. Klar in den ersten Tagen ist rausgehen sehr, sehr anstrengend für ihn der Körper ist schlaff und kraftlos.
Er hat so null Antrieb und zu gar nix ne Meinung - das macht es nicht leicht für mich aber ich gebe nicht auf.
Sport ist so leider gar nicht sein Ding - Radfahren geht, aber dazu muss er auch ne Meinung haben.
Aktuell habe ich uns erst mal eingedeckt mit ein paar DVD´s.

Wenn Du sagst : Liebe und Zuwendung im Entzug nur in bestimmten Grenzen was genau meinst Du damit ? ( Ich habe noch nicht raus wie das mit dem Zitat geht Confused )

Liebe Grüße und einen hoffentlich angenehmen Sonntag
Phine
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4217

BeitragVerfasst am: 23. Okt 2016 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Phine,


Zitat:
Wenn Du sagst : Liebe und Zuwendung im Entzug nur in bestimmten Grenzen was genau meinst Du damit ? ( Ich habe noch nicht raus wie das mit dem Zitat geht Confused )


ich schick mal voraus , das es nur meine persönliche Erfahrung ist und durchaus bei jedem Menschen anders sein kann, aber während des Entzugs( insbesondere dem´kaltem´) bin ich extrem dünnhäutig, gereizt, die feelings fahren Achterbahn und die Nerven liegen gelinde gesagt blank. Würde mich ständig jemand nach meinem Befinden fragen und wie eine Mutter umsorgen, wäre das eher kontraproduktiv. Es ist schön, wenn jemand nach mir schaut und mich mit dem Wichtigsten versorgt, aber es ist auch schön wenn ich nach einer gew. Zeit wieder meine Ruhe habe. Zu reflektierten ehrlichen Gesprächen fehlt mir in den ersten Tagen/Wochen einfach die Stärke und ich brauche meine Ruhe, um diese Angelegenheit mit mir selber abzumachen. Aber das wird bei jedem unterschiedlich sein, denke ich.
Unterstützt ihr den Entzug denn jetzt mit Metha oder anderen Medis? Es ist immer ganz gut etwas für die Nacht zu haben, um sich im wenigen Schlaf, der während des Entzugs höchstens möglich ist, etwas zu erholen.

Und vergesst nicht die Zeit nach dem Entzug, wenn man vorbereitet ist, gehts leichter.

Für´s Zitieren einfach dem kopierten Satz am Anfang ein[quote ]
    ( ohne leerzeichen im quote )
vorstellen und hinter dem letzten Wort ein[/quote]

Dir auch einen schönen Sonntag! Hier hat´s superblauen Himmel und der Lorenz lacht!

LG N
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Phine
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 22.10.2016
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 23. Okt 2016 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ja er unterstützt jetzt mit Metha. Er hat 10 ml geholt.
Freitag Mittag war die letzte Nase und Abends hat eine "kleine" Dosis von 1ml genommen . Gestern dann 2ml und heute 1,5ml. Das ist für morgen auch noch mal vorgesehen um dann die restlichen Tage weiter runter zu kommen.

Ja wir haben für die Nacht Tavor 1mg

Meinem Freund geht es auch so, er hat keine Energie für "Zukunftspläne" oder aktuelle Zwischenberichte. Ich lasse ihn auch so weit möglich in Ruhe. Gerade schläft er auch. Ich bin da, wenn er reden mag ansonsten sorge für Essen und Trinken.

Zitat:
Und vergesst nicht die Zeit nach dem Entzug, wenn man vorbereitet ist, gehts leichter.


Vorbereiten darauf ? Also klar zum schlafen wird was da sein, aber sonst ?
Haste da einen Tipp ?
Ich habe hier was über ein CBD Öl gelesen ? Bin aber auch noch nicht durch Wink


Hier ist es auch schön blau mal sehen, evtl gleich noch mal ne kleine Runde in der Sonne spazieren gehen. Vielleicht mag mein Freund sogar mit.
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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3110

BeitragVerfasst am: 23. Okt 2016 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Phine,

ein paar Infos zum Opiatentzug. Der läuft im Prinzip immer gleich ab, nur Intensität und Dauer unterscheiden sich je nach Substanz, Dauer und Intensität des Konsums. Die "Menge" Entzug bleibt dabei gleich - einige Substanzen ie Heroin verursachen einen kurzen, aber heftigen Entzug, andere wie Methadon eher einen schwachen, dafür aber länger dauernden.
Typische Symptome sind Opiathunger, dazu kommen im Lauf der Zeit zunehmend Gähnzwang, Frösteln, innere Unruhe, Schwitzen, Zittern, Naselaufen, tränende Augen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Ziehen in den Gliedern, Glieder- und Gelenkschmerzen, Bauchkrämpfe, Herzjagen, Blutdruckkrisen...
Durch langsame Reduktion der Dosis können die Entzugserscheinungen auf einem niedrigen Niveau gehalten werden.
Ein Heroinentzug dauert etwa eine Woche mit Gipfel am 4. Tag, ein Methadoneentzug ca 2-3 Wochen. Dafür ist der Methadonentzug bei weitem nicht so schwer, Methadon kann nach allgemeiner medizinischer Auffassung von jeder Dosis kalt entzogen werden - wurde in Knästen lange so gehandhabt.

LG

Praxx
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4217

BeitragVerfasst am: 23. Okt 2016 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Phine hat Folgendes geschrieben:


Vorbereiten darauf ? Also klar zum schlafen wird was da sein, aber sonst ?
Haste da einen Tipp ?
Ich habe hier was über ein CBD Öl gelesen ? Bin aber auch noch nicht durch Wink




Hi Phine,
zu CBD Öl, kann ich dir pers. ( noch ) nix sagen, aber zum einem ist es ein Tipp von dem user rock hier im Forum, dessen Erfahrung und Tipps man getrost vertrauen kann und einige andere user haben das ja z.T. auch schon von der positiven Wirkung her bestätigt. Schaden kann es sicher nicht und sehr gesund ist obendrein, unabhängig vom Entzug und ob man überhaupt etwas mit Drogen zu tun hat.

Mit vorbereiten meine ich die Zeit nach dem körperlichen Entzug. Der Suchtdruck, oder Opiathunger, wie praxx es nennt, wird noch eine ganze Weile den Kopf beschäftigen, manche werden ihn nie ganz los und es bedarf nur irgendeinem Erlebnis o.ä. , dass sie wieder zum Rückfall bringt.
Daher ist besser, man hat einen Plan wie man insbesondere die ersten Wochen/ Monate strukturiert, um nicht Gefahr zu laufen schwach zu werden.

...schreibe gleich noch was, muss mal eben den Zug wechseln...

LG N
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4217

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2016 08:06    Titel: Antworten mit Zitat

moin Phine,

...wichtig sind z.b. im Anschluss nach Entgiftung und einiger Erholungszeit möglichst schnell wieder über Job oder Studium sozial aktiv zu sein und am Leben teilzunehmen und der Kontakt zu Menschen hilft den Kopf angenehm leicht zu beschäftigen.
Darüberhinaus ist zu überlegen, ob man eine ambulante Therapie wahrnimmt. Man muss nicht krank sein, um so etwas für sich zu nutzen. Wenn der Therapeut gut ist und seinen Job ernst nimmt, ist das z.B. eine sehr gute Möglichkeit ein Bild zu bekommen, wie man wahrgenommen wird, lernt sich zu reflektieren und schult seine Persönlichkeit. Die Schwierigkeit liegt leider darin, einen entsprechenden Therapeuten zu finden und die privat bezahlten sind leider oft die besseren, zumindest meine Erfahrung. Die meisten versuchen immer wieder irgendwelche schulmässigen Problematiken zu analysieren, anstatt tats. auf den Menschen einzugehen. Muss man etwas suchen, bis man den richtigen hat. Dann ist das aber sehr positiv, eigentl. für jeden Menschen zu empfehlen.

Mit Tavor müsst ihr vorsichtig sein, nicht zu viel und nicht länger als höchstens 2 -3 Wochen, je nach Menge besser kürzer. Man schreit im Entzug nach Erleichterung und nimmt falls verfügbar schnell zu viel.
Je eher er sich aufraffen kann und seinen Körper anfängt zu aktivieren, desto schneller geht der Entzug vorbei, auch wenn es schwer ist und man den Affen am liebsten totliegen möchte. Wenn ihr ne Badewanne habt, ruhig öfter am Tag mal eine langes heisses Bad nehmen, das hilft gut zur kurzfristigen Entspannung.

Schönen Tag!

LG N
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3871

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2016 10:30    Titel: Antworten mit Zitat

nebukadnezar hat Folgendes geschrieben:
Phine hat Folgendes geschrieben:




. Der Suchtdruck, oder Opiathunger, wie praxx es nennt, wird noch eine ganze Weile den Kopf beschäftigen, manche werden ihn nie ganz los und es bedarf nur irgendeinem Erlebnis o.ä. , dass sie wieder zum Rückfall bringt.
Daher ist besser, man hat einen Plan wie man insbesondere die ersten Wochen/ Monate strukturiert, um nicht Gefahr zu laufen schwach zu werden.

LG N



Tja der Suchtdruck;

Das Problem war halt bei mir der intravenöse Konsum, da wirst du 'schussgeil', d.h. das Verlangen nach dem Rausch ist gar nicht so wild, aber der Kick, wenn du dir n Hit machst, das bleibt spürbar. Wenn ich mich hingelegt habe und die Augen zu gemacht und mir vorgestellt hab, wie ich mir ne Nadel aufzieh und in die Vene drücke, da merkte ich ne richtig starke körperliche Reaktion, das Herz schlägt schneller und richtig kräftig, es ist dann tatsächlich ein kleiner 'hauseigener' Kick, den der Körper da wieder produziert.

Dazu kommt dieses Schwäche und Ohnmachtsgefühl in den Eingeweiden, man kriegt richtig 'Schiss', so nen flauen Magen, das lähmt jeden Widerstand.
Das Problem ist, ich weiß nicht, wann sich dieses Gefühl wieder anschleicht. Dieser Hammer-Suchtdruck, der einem unmerklich alle Kräfte raubt und einen lähmt und dann irgendwann wieder Besitz von mir ergreift und nur noch diesen einen Gedanken zulässt, bis ich wieder ferngesteuert bin. Da gibts kein Mittel dagegen, kein Substitut, gar nix. Ja, Sport treiben, Aktivität, etc... aber dieses eine Gefühl, dieser sanfte Stich, der einen manchmal befällt- da gibts kein Mittel dagegen. Damit musst du fertig werden. Damit leben, vielleicht ein Leben lang.
Naja, ich bin halt so. Ich mag mein Leben auch wenns manchmal scheiße ist und auch wenns an Wahnsinn grenzt, würd ich vieles wieder genauso machen. Wär mir zu langweilig sonst.


so long
Mikel
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Lillian
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3894

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2016 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

mikel015 hat Folgendes geschrieben:
nebukadnezar hat Folgendes geschrieben:
Phine hat Folgendes geschrieben:




. Der Suchtdruck, oder Opiathunger, wie praxx es nennt, wird noch eine ganze Weile den Kopf beschäftigen, manche werden ihn nie ganz los und es bedarf nur irgendeinem Erlebnis o.ä. , dass sie wieder zum Rückfall bringt.
Daher ist besser, man hat einen Plan wie man insbesondere die ersten Wochen/ Monate strukturiert, um nicht Gefahr zu laufen schwach zu werden.

LG N



Tja der Suchtdruck;

Das Problem war halt bei mir der intravenöse Konsum, da wirst du 'schussgeil', d.h. das Verlangen nach dem Rausch ist gar nicht so wild, aber der Kick, wenn du dir n Hit machst, das bleibt spürbar. Wenn ich mich hingelegt habe und die Augen zu gemacht und mir vorgestellt hab, wie ich mir ne Nadel aufzieh und in die Vene drücke, da merkte ich ne richtig starke körperliche Reaktion, das Herz schlägt schneller und richtig kräftig, es ist dann tatsächlich ein kleiner 'hauseigener' Kick, den der Körper da wieder produziert.



so long
Mikel


Ja, kann ich so bestätigen. Ich bekam dazu auch richtig klitschnasse Hände und ein merkwürdiges Gefühl in der Magen Gegend.


Habe von 16 mg Subutxe zu Hause entzogen, obwohl ich auch schon Metha und Pola bekam, musste ich glücklicher Weise nie davon entziehen. Habe mich auch die 3-4 Mal in der ich in Substitution war, auf Subutex umstellen lassen, weil ich keine Lust auf einen Monate langen Entzug hatte.

Ich weiß, manch einer kann's nicht mehr lessen, aber mir hat in der ersten Woche Lyrica sehr geholfen und danach war dan noch 14 Tage richtiges Leiden angesagt Crying or Very sad

Ich wünsche Euch viel Kraft und Durchhaltevermögen.
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Phine
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Anmeldungsdatum: 22.10.2016
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2016 18:59    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Abend zusammen

Danke für Eure Antworten

Das Öl werden wir auf jeden Fall testen.
Tavor haben wir genau für 8 Tage da. Mal sehen wie das geht...

Es gibt einen groben Plan. Denn bisher hat mein Freund einfach immer in den Tag hinein gelebt nun wo das Studium angefangen hat, hat der Tag schon mal Struktur.
Wir haben uns vorgenommen für die Woche immer einen groben Rahmen zu "planen" mit festen Zeiten zum aufstehen - auch an seinen freien Tagen.


Zitat:
Das Problem ist, ich weiß nicht, wann sich dieses Gefühl wieder anschleicht. Dieser Hammer-Suchtdruck, der einem unmerklich alle Kräfte raubt und einen lähmt und dann irgendwann wieder Besitz von mir ergreift und nur noch diesen einen Gedanken zulässt, bis ich wieder ferngesteuert bin. Da gibts kein Mittel dagegen, kein Substitut, gar nix. Ja,


Den Suchtdruck beschreibt er auch immer ganz genau so, erst ein fieses Gefühl im Magen und dann setzt sich das ganze im Kopf fest. Davor hat er ( und ich denke das geht allen so ) auch am meisten Angst.

Zitat:
Darüber hinaus ist zu überlegen, ob man eine ambulante Therapie wahrnimmt. Man muss nicht krank sein, um so etwas für sich zu nutzen. Wenn der Therapeut gut ist und seinen Job ernst nimmt, ist das z.B. eine sehr gute Möglichkeit ein Bild zu bekommen, wie man wahrgenommen wird, lernt sich zu reflektieren und schult seine Persönlichkeit.


Danke, so habe ich dass noch nicht gesehen. Na klar, haben wir auch schon mal darüber gesprochen Therapie etc und sogar über eine Hypnose Therapie wurde gesprochen. Aber da sind wir noch nicht ganz so weit, er hat in der LZ Therapie damals mit einem Therapeuten so schlecht Erfahrungen gemacht.. ( Ich komm noch nicht genau dahinter - aber im großen und ganzen läuft es darauf hinaus das Fehler der Mutter in der Kindheit gemacht sein sollen und das schmeckte ihm nicht ). Zumal sie ja nun gestorben ist und ihn das echt richtig fertig macht. Er fürchtet genau wieder auf dieser Schiene zu landen und hat enorme Angst davor.


Heute geht's hier schon ganz gut ( 1,5ml Metha haben gereicht ) und er ist heute nicht mehr soo schlapp wie gestern. Wir konnten zusammen kochen und etwas vor die Tür gehen.

Euch allen einen schönen Abend
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4217

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2016 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Na, hört sich doch gar nicht schlecht an!

Mit den Tavor 1 mg/d für 8 Tage kann nix passieren.

Hier noch etwas zum Thema Suchtdruck und was dagegen helfen kann:

http://www.nada-akupunktur.de/phocadownload/nada-reader.pdf

Schönen Abend und alles Gute!

LG N
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Lillian
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3894

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2016 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

nebukadnezar hat Folgendes geschrieben:


http://www.nada-akupunktur.de/phocadownload/nada-reader.pdf



LG N


Das bekam ich immer in der Entgiftung in S-H. Dort wurde ausschlleißlich kalt entzogen unterstützdend mit Akupunktur, Schlafkränzen, viel Tee, Wahnsinn was die an Teee hatten. Ein Riesenzimmer voll. Auf jeden Fall hilft die Ohrakupunktur sehr gut und bist Du sehr angespannt, hilft eine Nadel zwischen Augen auch.

Abewr Dein Post hat sich heute schon sehr gut angehört. Und ihr konntet kochen und vor die Tür. Das ist super Smile

Weiter so !
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soulfly
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Anmeldungsdatum: 29.09.2016
Beiträge: 54

BeitragVerfasst am: 24. Okt 2016 21:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Lillian

Zitat:
Das bekam ich immer in der Entgiftung in S-H. Dort wurde ausschlleißlich kalt entzogen unterstützdend mit Akupunktur,



warst du vielleicht in der Fachklinik Bokholt...


Lg soulfly Very Happy
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Phine
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Anmeldungsdatum: 22.10.2016
Beiträge: 36

BeitragVerfasst am: 25. Okt 2016 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Abend

heute war der Tag nach einer eher schwierigen Nacht auch eher nicht leicht. Irgendwie unruhig. - Zum Glück hatte ich heute frei.

Positiv ist aber, dass heute Dinge für die Uni erledigt werden konnten und wir einer Stunde draußen waren. Dafür ist leider heute so gar nicht an Appetit zu denken bzw nur mager.
Habt ihr da einen Tipp für mich ? Ich koche immer relativ leichte Sachen, nicht zu fettig was den Magen nicht so belastet. Naja und eben Tee mit Honig das geht bei ihm immer ganz gut .

Und mein Freund hat irgendwie großes Verlangen sich mit irgendwas fit zu bekommen. Gedanken an Pep etc ..
Zum Glück konnte er diesen Gedanken wieder los werden, wohl auch weil er nicht weiß wie sich das mit dem Methadon zusammen verhält...

Naja ich bin über jeden kleinen Schritt froh und er zum Glück auch...

Und den Tipp mit der Akupunktur werde ich auch mal vortragen. Habe mich bei der Krankenkasse schon mal schlau gemacht, die Übernehmen sogar die Kosten
Hier gibt es so eine TCM Praxis da frage ich morgen mal an.
Und wenn ihr mögt werde ich weiter berichten.

Und an dieser Stelle will ich mal danke sagen, denn es ist echt gut mal alles raus lassen zu können.

Liebe Grüße
Phine
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