geteilte Meinung der Ärzte

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tukuna
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Anmeldungsdatum: 04.01.2013
Beiträge: 303

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 16:48    Titel: geteilte Meinung der Ärzte Antworten mit Zitat

Hallo,

Wegen eines PTBS bekomme ich seit 40 Jahren Diazepam verschrieben. Jetzt gibt es Ärzte, die es unbedingt absetzen wollen, womit ich dann vermutlich die nächsten Jahre "Spaß haben" würde. Andere sagen: es geht nicht mehr. Es wäre eine sinnlose Quälerei. So sehe ich das auch, zumal ich bereits unter schwerer Depression ( alle Menschen, die ich geliebt habe sind in den letzten zwei Jahren gestorben) leide und Panikattacken habe. Ich bin immer mit 10mg morgens und 10mg abends ausgekommen, habe zwischendurch schonmal auf 10 mg runterdosiert. Das ging von einem auf den anderen Tag. Habe nichts davon gespürt. Auch nach Tagen nicht. Wie steht ihr dazu? Ich habe auch mega Angst das abzusetzen.

VG tukuna
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honeygirl
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Anmeldungsdatum: 07.08.2016
Beiträge: 1215

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tukuna,

du wirst auch hier geteilte Meinungen dazu bekommen, denke ich mal!

40 Jahre ist ne lange Zeit,wie alt bist du?
Sorry hab's nicht im Kopf! Wahrscheinlich wirkt es bei dir schon gar nicht mehr, wenn du immer dieselbe Dosis behalten hast. Depressionen plus Panikattackern könnten VON der Substanz kommen.

LG, Honey
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tukuna
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 04.01.2013
Beiträge: 303

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

ich weiß, dass es vom Diazepam kommen könnte, schließe es bei mir aber aus. Ich wache jeden morgen mit Panik auf (habe immer Albträume, die nachwirken), nehme eine Dia, und dann wird es besser. Bin 59.

LG tukuna
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Dr.Mabuse
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 1895

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Tukuna...

Ich kann dich sehr gut verstehen,mit den Alpträumen usw...

Und wie wahnsinnig weh es tut einen geliebten Menschen zu verlieren...

Als meine Mutter gestorben ist konnte ich,lange lange Zeit gar nicht mehr Schlafen Nachts ohne das der Fernseh an war und das Licht im Zimmer brannte die ganze Nacht...

Ich bin auch oft aus dem Halbschlaf hochgeschreckt...um dann zu realisieren,dieser Mensch ist weg...und kommt auch nie mehr...

Oder oft im Halbschlaf gedacht...oh das muss ich meine Mutter mal Fragen..

Mit worten kann man das kaum erklären...

Hier in der westlichen Welt,ist der Tod auch ein Tabuthema...man wird darauf nicht vorbereitet,obwohl jedes Leben zu ende geht...

mehr weis ich momentan nicht zu schreiben...

Lieben Gruß...
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Haschgetüm
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2262

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 18:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hi!
Mir stellen sich da mehrere Fragen.

1. Bei wie vielen Ärzten gleichzeitig bist du in Behandlung?
2. Welcher Arzt verschreibt dir die Diazepam und welche Ärzte wollen sie absetzen?
3. Warum genau möchten mehrere Ärzte die Diazepam absetzen nach so langer Zeit?
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schattengewächs
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Anmeldungsdatum: 26.07.2015
Beiträge: 1544

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

puh, willkommen im Club der Langzeit-Benzo-Konsumenten, tukuna.

Ich gehöre auch in die Liga, bin bei 10 mg aber soweit "stabil"- d.h. ich würde Nutzen und Leiden gegeneinander abwiegeln- unter Einbeziehung des Alters und der Einnahmedauer!
Denn: der Entzug ist alles andere als angenehm.
Rein medizinisch gesehen, bist du ja quasi "dauer-entzügig" wg der Toleranzbildung - weißt du ja.
Und Depris kommen bestimmt nicht vom Diazepam- hupps? hab ich noch nie gehört.
Ein Nachbar von mir hat mit ca 60 Jahren nach 30-jähriger tägl. Benzodiazepin-Einnahme qualvoll ca ein Jahr lang entzogen und ist danach an einem Herzinfarkt verstorben, ca 2 Monate, nachdem er auf Null war.
Allerdings hatte er noch zig Co-morbiditäten, wie Übergewicht, Diabetes, u.a. -
die Ärzte zwangen den armen Mann quasi dazu. Ich fand das irrsinnig!
Zumal er echt körperlich fertig war. Dennoch ne total liebe Seele.
Das (der Entzugs-stress) hat ihm den Rest gegeben. Er hätte ohne den Entzug noch chillig ein Jahrzehnt länger gelebt! bin deshalb leicht aggro auf die Ärzte!

Ich hab oft bei ihm auf dem Sofa gesessen und abgeflennt- er konnte das gut ertragen... war ein toller "Tröster" (wir wohnten ja Tür an Tür) - er hatte ne sehr chillige Aura und durchaus "gute Phasen", -also bis zum Entzug war das Leben durchaus noch lebenswert, meiner Meinung nach. Heul.

Ach, keine schönes Thema... um ehrlich zu sein.
Wir sind wohl alle "voll in die Falle" getappst.
Liebste Grüße!
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tukuna
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 04.01.2013
Beiträge: 303

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 18:24    Titel: Antworten mit Zitat

@Dr. Mabuse: naja, meine Einstellung zum Tod würde ich als gesund beschreiben. Habe erst in Namibia gelebt, daher (Bürgerkrieg: Verlust des Verlobten durch Mine), später in Lybien und bin hier nie mehr richtig angekommen. Aber mein ganzes Leben ist durchzogen vom Tod der Menschen, die mir am nächsten standen.
Und 2015 war extrem: Restfamilie samt aller Tiere tot, weg. Nur den Hund konnte ich retten. Für mich sind alle nur in eine andere Energieform übergetreten. Das ist ok. Aber die Lücke... die schmerzt.

@Haschi: derzeit habe ich gar keinen Arzt, weil mich im Dorf (bin umgezogen) keiner nimmt. Ich komme nur als Notpatient unter, d.h. die Ärzte wechseln und wollen alle nur einmal Diazepam und Tilidin verschreiben, in der Zeit soll ich beides absetzen. In der Klinik (Bedburg Megaschei...) meinten sie auch, alles muss dringend weg. Eine andere Patientin in meinem Alter hatte ein halbes Jahr
Bromazepam bekommen. Der wollten sie den Entzug nicht mehr zumuten. Mit Neuroleptika hätten sie mich am liebsten zugedröhnt. Beliebige Höhe. Ich vertrage noch nicht mal die geringste Dosis des schwächsten atypischen Neuroleptikums. Die Ärzte in der Stadt, in der ich bis vor gut 2 Jahren wohnte, sagten, man könne das Diazepam nicht mehr absetzen. Es wäre unnötige Quälerei.

LG tukuna
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honeygirl
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.08.2016
Beiträge: 1215

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

In welchem Zeitraum solltest du dann denn entziehen?

"Schöne" Anekdote SCHATTY-von daher hätten wir hier dann ja fast alle einen Grund um drauf zu bleiben.
Stell Dir vor nach Entzug kommt mein Krebs zurück?!
Bzgl Depressionen bei Benzokunsum -meinte ich ja eher als Entzugssympzom bzw bei aufgebauter Toleranz!
DU Schatten hast keine ,weil du ja noch Alk und Oxy drauf haust (nicht böse gemeint, sondern einfache Erklärung warum DU eben vll keine Depressionen hast vom Diazepam) ...Kann mich aber auch täuschen. ..sorry.


Bin heute auch blöd drauf,sorry nochmal.
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Lillian
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3385

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 19:39    Titel: Antworten mit Zitat

Schatty,

ich nahm damals 50 mg Diazepam Mittags und am Abend ( ich weiß nicht mehr wieviel) Tavor.

Wollte von dem Arzt der mir jede Woche 50 Stück Diazepam aufgeschrieben hat, etwas schriftliches haben, das man sich ruckzuck hochdosiert.

Da hieß es, rufe ichn noch einmal an,oder komme in die Praxis oder biin in der Nähe der Praxis das sie die Polizei anrufen.

Ich denke denen geht der Ar*** auf Grundeis, weil die Polizei dort war. Ich warte immer noch auf den Entlassungsbericht aus der KKlinik in Göttingen wo auch drinnen steht, wieviel ich tatsächlich genommen habe.Die haben mich in 5,5 Wochen runter von Benzzos geholt.

Danach noch weitere extreme Schlafstörungen, schwitzen in der Nacht und Angstzustände.


8 Tage noch, Schatty...Dann ist die verhanddlung.
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tukuna
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 04.01.2013
Beiträge: 303

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 19:50    Titel: Antworten mit Zitat

@Schattengewächs: ehrlich, ich fühle mich körperlich auch nicht dazu in der Lage. Bin total schwach, weil ich wegen der Schmerzen - abgesehen von den Spaziergängen mit dem Hund - nur rumliege. Dazu habe ich ca.8 kg Untergewicht und soziale Unterstützung ist gleich null, weil alle tot sind. Das Antidepressivum habe ich vor ca. 2 Monaten abgesetzt. Gespürt habe ich das nicht, aber vermutlich mein Körper. Und mit dem Tilidin werde ich, wenn ich Glück habe, endlich mal umgestellt, dass ich weniger Schmerzen habe.
Werde echt wütend, wenn ich lese, was dem Mann mit 60 Jahren zugemutet wurde. Warum? Wer hat etwas davon? Kann man da gar ich gegen angehen?
Die Frage ist ernst gemeint. Wäre schön, wenn sich jemand damit auskennen würde.
@honeygirl: meinst Du nicht, dass man, wenn man es einfach nicht packt, die Wahl haben sollte? Ich habe jeden Arzt gefragt: macht das abhängig (habe damals bei der Drobs gearbeitet/Tabletten waren noch nicht so das Thema bei Süchtigen) und sie verneinten. Ich möchte mich da nicht durchquälen, sehe keinen Sinn darin.

LG tukuna
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schattengewächs
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.07.2015
Beiträge: 1544

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

jau, liebe Leidenden!
Der Thread stimmt nicht gerade euphorisch, zieht mich somehow runter...
Hast vollkommen Recht, honey! Shocked - ich bin nicht depri, wegen der Kombi- gerade Oxy wirkt eben schon antidepressiv, ganz klar. Also hab ich direkt noch ne Abhängigkeit an der Backe (nehme es aber nur krumenweise, also echt niedrig dosiert- dennoch: es manipuliert das Erleben, !) -
k.A. manchmal denke ich auch, es geht bei vielen um "Schadensbegrenzung"- das klingt hart, ist aber die Wahrheit.
Denn chronischer Stress (durch Entzüge) oder chronische Schmerzen auszuhalten (auch Stress!) ist meiner Meinung nach ungesünder als sich Mittel dagegen reinzuwerfen,- die bessere Alternative wäre ne fundierte Therapie, bzw. artgerechte Lebensumstände! Rolling Eyes Idea Arrow Shocked - ganz klar.

Ach, honey- warum wagst du es nicht? Das "nix mehr nehmen"- du kannst dir ja einen Freund als seelische Unterstützung einladen. Menno, ich find das so gruselig, dass du jetzt schon monatelang so herumleidest, auf der Winz-dosis.

@ lilian; also ich glaub dir, dass du diese Mengen genommen hast- ist doch klar! bist ja hier der absolute survivor! aber eben kein "Dauer-User"- hast ja immer wieder Phasen, wo du auf Opiate oder Ly oder auch mal nur vernünftige Psychopharmaka umswitschst... my, was ein Wort! Cool - ganz clean warst du ja auch mal! ich nie!
Drück dir die Daumen für die Verhandlung!
Ich trink noch ein kühles Bier zum Runterkommen... Cool

@ tukuna: ganz ehrlich: ich würde auch sagen, wenn ich dein Arzt wäre: unnötige Quälerei! zumal du ja überhaupt nicht mit dem Turn von Neuroleptika klarkommst, wie du sagst, - und die werden meist im Entzug eingesetzt!
Außerdem würde Tillidin (ohne Kombi mit Diazepam) evtl zu Krämpfen führen.
Bin somehow überfordert...
Leute, laßt uns jetzt nicht Heulen, sondern so gut wie möglich im Hier und Jetzt leben, sag ich mal lapidar... Cool
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honeygirl
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Anmeldungsdatum: 07.08.2016
Beiträge: 1215

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 20:02    Titel: Antworten mit Zitat

tukuna hat Folgendes geschrieben:

@honeygirl: meinst Du nicht, dass man, wenn man es einfach nicht packt, die Wahl haben sollte? Ich habe jeden Arzt gefragt: macht das abhängig (habe damals bei der Drobs gearbeitet/Tabletten waren noch nicht so das Thema bei Süchtigen) und sie verneinten. Ich möchte mich da nicht durchquälen, sehe keinen Sinn darin.

LG tukuna


Ja klar ist es jedem seine eigene Entscheidung - nichts desto trotz brauchst du dann aber trotzdem einen Arzt der dich bis ans Lebensende mit dem Zeug versorgt!
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tukuna
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Anmeldungsdatum: 04.01.2013
Beiträge: 303

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2017 20:21    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist wohl wahr. In meiner Heimatstadt, wohin ich zurück will, habe ich da auch keine Probleme. Ich meine das PTBS bleibt mir wohl erhalten. Da haben sich schon einige Therapeuten dran versucht. Das möchte ich auch nicht immer wieder voll durchleben. Da auch die Schmerzen nicht besser werden, sagen die Ärzte, bin ich sowieso von Ärzten abhängig. Spaß macht beides nicht, aber für mich ist ein Benzoentzug definitiv das Ende.

LG tukuna
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perl
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Anmeldungsdatum: 10.07.2016
Beiträge: 954

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2017 07:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo tukuna,

ich bin gerade am Ende des Benzoentzugs.
Allerdings stationär.
Ich hatte im Gegensatz zu Dir allerdings auch ne Mörderdosis.

Ich habe mir einen Arzt gesucht, der große, langjährige Erfahrung mit Benzoentzügen hat und der macht das wirklich vorsichtig, auch bei älteren Patienten.
Weiß nicht, wie alt Du bist.

Ich glaube, je mehr Du von anderen hörst, umso mehr springt das Kopfkino an, wenn es so Horrorstories sind.
Das ist bei mir auch so.

Wenn es für Dich hilfreich ist, stell mir ne Mail Adresse hier rein, dann schreibe ich Dir.
Du kannst erstmal ein unverbindliches Vorgespräch führen und danach selbst entscheiden.
Begleiterkrankungen werden berücksichtigt.

Die Entscheidung liegt allerdings bei Dir.

Viele Grüße
perl
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tukuna
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Anmeldungsdatum: 04.01.2013
Beiträge: 303

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2017 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

@perl: nehme ich gerne an. [E-Mail-Adresse aus Datenschutzgründen entfernt. Das Suchtmittel.de-Team]

LG tukuna
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