Der 1. Tag nach der Entgiftung.

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TexSubu
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 02.04.2013
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 2. Aug 2017 15:37    Titel: Der 1. Tag nach der Entgiftung. Antworten mit Zitat

Hallo, liebe Community : )

Ich bin heute aus meiner Entgiftung gekommen,
ich hab seit 3-4 Jahren 7,5mg Diazepam genommen, nehme immer noch 4mg Subutex.

Ich schreibe, weil es mir absolut beschissen geht, jede Sekunde ohne Diazepam ist eine absolute Tortur, ich weiß nicht wie ich Clean bleiben soll.

Ich wurde so abdosiert:von 7,5mg gleich auf 2mg, dass 4 Tage, dann 4 Tage auf 1mg und den Rest komplett auf 0mg.

Ich fühl mich so unfassbar geplättet. Mir geht es gar nicht gut. Ich durfte in der Entgifung absolut NICHT mitreden, die Schritte wurden geplant ohne das ich gefragt wurde, dass wieder eine Abdosierung ansteht habe ich als erst Abends erfahren.

Ich habe das Gefühl, dass es VIEL zu schnell ging. Ich zitter wie verrückt, so hab ich noch nie gezittert. Ich kann nicht richtig laufen, ich weiß nicht ob vom Entzug oder vom Seroquel. Alles dreht sich, ich sehe verschwommen. Ich habe Schmerzen, und ich habe IRRSINNGE Angst vor einem epileptischen Anfall.

Ich will so gerne Clean bleiben, aber ich weiß nicht WIE ich das schaffen soll Sad
Meine Angststörung ist wieder genau so schlimm wie VOR der Entgiftung und an den Ursachen für das Diazepam wurde gleich einfach NULL gearbeitet.
Ich habe Stundenlange Panikattacken, immer wieder das Gefühl als wäre ich nicht in meinem Körper, solche Schreckmomente, wo ich mein "Ich-Gefühl" verliere.

Gibt es hier jemanden der mich irgenwie ein bisschen beraten kann?

Mich beschäftigt sooooo vieles.

Wie lange besteht denn noch die Gefahr, eines epileptischen Anfalles?
Wie lange dauern die Entzugserscheinungen in der Regel?
Was passiert wenn ich rückfällig werde? Muss ich dann mit dem abdosieren wieder ganz von Vorne anfangen?
Kann es sein, dass ich zu schnell abdosiert wurde?
(Das der Entzug nicht leicht wird, war mir klar, aber DAS ist gerade SO unerträglich, jede Sekunde ist die reinste Folter Sad )

Ich weiß nicht wie ich SO Clean bleiben soll, ich kann doch SO keinen normalen Alltag haben?!
Ich kann nicht mal Fernseh schauen, oder einen Film vor lauter Angst.
Diese Stundenlangen Attacken in denen nichts existiert außer Panik.

Außerdem ist mein Tourettesyndrom wieder da, und versaut mir den Tag.

Ich weiß grad wirklich nicht mehr weiter.

All das wurde mir in der Klinik nicht beantwortet, egal wie oft ich gefragt habe.
Ich habe so eine Angst vor einem Rückfall, und wie sehr ich alle enttäuschen würde Sad

Ich will nicht dass die 2 Wochen Horror umsonst waren, ich weiß aber auch nicht wie ich noch mal so einen Tag aushalten soll.

Danke an alle, die das lesen.
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honeygirl
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.08.2016
Beiträge: 1215

BeitragVerfasst am: 2. Aug 2017 15:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann dich leider nicht beraten, aber weiß wie du dich fühlst v.a. das "sich-nicht-im-eigenen-Körper -fühlen"!
Grauenhaftestes Gefühl, das ich jemals hatte!

Aushalten oder wieder eindosieren -was anderes gibts wohl nicht.

LG, Honey
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TexSubu
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 02.04.2013
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 2. Aug 2017 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

honeygirl hat Folgendes geschrieben:
Ich kann dich leider nicht beraten, aber weiß wie du dich fühlst v.a. das "sich-nicht-im-eigenen-Körper -fühlen"!
Grauenhaftestes Gefühl, das ich jemals hatte!

Aushalten oder wieder eindosieren -was anderes gibts wohl nicht.

LG, Honey


Danke für deine Antwort. Wow, ich dachte, dass wäre eher ein außergewöhnliches Phänomen, man kann es einfach so schlecht erklären/beschreiben. Der Höhepunkt dieses Gefühls war, als ich Gestern aufgewacht bin und wie ein verrückter "Hilfeeeeee, Hilfeeeee" gebrüllt habe und mich dabei im Zimmer umgesehen habe, weil ich nicht verstanden hab, dass dieser Schrei von MIR kommt.

Ich will es gerne aushalten, aber ich weiß nicht wie. Wenn ich es jetzt nicht schaffe, wie soll ich DANN denn jemals Clean werden? Der Entzug wird ja nicht leichter, wenn ich ihn mehrmals probiere. Ich würde gerade alles dafür tun, dass es einfach aufhört. Ich weiß nicht, wann das endlich rum ist Sad
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honeygirl
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.08.2016
Beiträge: 1215

BeitragVerfasst am: 2. Aug 2017 16:13    Titel: Antworten mit Zitat

Nein - soll öfters vorkommen Depersonalisation und Derealisation - wusste auch nicht was es ist, bis ich es erleben durfte. Man glaubt, man wird irre!

Hatte über Monate langsam zu Hause ausgeschlichen -es Kam dann auf 1.32 mg Diazepam trotzdem - wenn auch nicht so krass wie bei dir! Bin aber noch nicht auf Null!

Glaube mittlerweile es ist fast egal ,ob man langsam ausschleicht oder den Stoff schnell raus jagt!
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WhitePony
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 01.12.2013
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: 2. Aug 2017 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hi TexSubu,

als erstes Gratulation zum beenden der Benzo Einnahme.
Verständlich das es dir jetzt ohne und dem heftig schnellen abdosieren nicht gut geht, vielleicht wäre es ne Option mit'm Subutex erstmal höher zu gehen, wobei ich da kaum ne Verbesserung erwarten würde, da meine Erfahrung zeigt, dass sich alles über 4mg nur die Wikdauer verlängert, aber kaum die Wirkungsstärke, aber das wirst du TexSubu bestimmt schon wissen.

Einen Benzo Entzug konnte ich bisher zum Glück vermeiden, aber bei meinen stationären Opiat/Opioid Entzügen war es bei allen die Benzo's entzogen haben, dass der Entzug seinen nicht enden wollenden Peak erst zum Ende der Entlassung, nach drei Wochen, einsetzte.

Da ich am 9.August selbst erst seit 4Monaten ohne Subutex bin, kann ich verstehen wie es dir geht, denn seit einiger Zeit geht es mir auch richtig dreckig, psychisch, körperlich ist soweit alles OK, bzw. den Entzug überstanden, aber meine Psyche, unterträgliche, bin absolut so nicht mehr lebensfähig.
Habe mir aber als Ziel gesetzt, mind. ein Jahr Opiat/Opioid clean zu bleiben.
Vor einigen Tagen leider doch 4,0mg Subutex genommen, hatte auch ne kurzzeitige Erleichterung gebracht, aber lasse es wieder sein, nochmal einen Entzug packe ich nicht und sollte es nach dem einen cleanen Jahr immer noch so beschissen sein, würde ich mir die Option Substitution nochmal überlegen.

Was mich auch durchhalten lässt, ist die Möglichkeit bald eine stationäre Therapie machen zu können. Anträge sin zum Glück raus.

Ansonsten kann ich dir nur Raten, Tag für Tag versuchen ohne Benzo's zu (über)leben. Nach dem was ich so alles gelesen habe, soll es besser werden, aber das dauert, Monate-Jahre.
Hab es jetzt bald 4Monate clean gepackt, aber leider, nach der ersten Zeit, keinerlei Beserung und trotzdem keimt noch ein Funke Hoffnung in mir, es doch noch zu schaffen.
Müßte ich allerdings jetzt funktionieren, auf Arbeit, Freundschaft, Familie, Partnerschaft, im Leben, könnte ich das in dem Zustand wie jetzt = nicht und würde was nehmen, auch daher will ich es jetzt schaffen, denn wenn wieder in fester Arbeit und Partnerschaft ginge das wie jetzt nicht.

Eine (medikamentöse) Stütze könnte auch Doxepin oder ähnliche trizyklische Antidepressiva sein, gerade um wieder etwas Schlaf zu finden.

Oder ein Neuroleptika wie Seroquel o.ä./ Neurocil, Atosil, Promethazin, ...

Eine Betablocker wie Propranolol, hilft gegen das zittern.

Rezeptfrei kann auch zb. Hoggar Night oder andere Mit dem gleichen Wirkstoff(glaube Dolynamin oder so ähnlich heißt das) oder Schlafsterne(anderer ähnlicher Wirkstoff wie bei Hoggar Night) könnte auch etwas beruhigend wirken.
Wirken allerdings anders als Benzos oder Psychopharmaka, an den Histamin Rezeptoren. Doxepin spricht diese Rezeptoren auch an, allerdings nur gering.

Auch SSRI könnte etwas Erleicherung bringen, indem Serotonin geblockt, bzw. Erhöht wird, soll auch bei Ängsten helfen, mir leider nicht Sad

Mir macht, jetzt clean, am meisten die permanenten Ängste zu schaffen, welche ich in meinem bisherigen Leben recht gut mit Substanzen Händeln konnte, nur den Preis dafür muß ich scheinbar jetzt zahlen.

Bei Entgiftungen mußte ich leider die Erfahrung machen, dass sich diese erheblich unterscheiden, von angenehm, aber Disziplin vorausgesetzt, da keine Kontrollen, in einem Krankenhaus.
In der geschlossenen Suchtstation in der Psychatrie, aber auch hier krasse Unterschiede, dass die dich behandeln wie einen unmündigen und ständigen Kontrollen und Gängelungen.

Habe etliche stationäre Entgiftungen durch, erst Alk, über Heroin, zu Teilentgiftungen, bis zu Methadon/Pola(für mich nicht machbar) und zuletzt Subutex(letztendlich erfolgreich alleine kalt zu Hause durchgezogen.

Die übelste aller Entgiftungen war aber auf der Suchtstation in der Psychatrie Reichenau. Echt übel was da abging und wie die einen dort behandeln, die lassen dich 24/7 spüren was für ein verachtenswerter Junkie man doch sei.
Könnte ein Buch schreiben über das dort erlebte, war dort auch meine vorletzte stationäre Entgiftung dort in Reichenau, die letzte waren 10Tage auf der inneren eines Krankenhauses, der Vergleich zu Reichenau, wie Tag und Nacht.

Wünsche dir, dass du es schaffst, auch wenn es nicht leicht wird und leider seine Zeit brauchen wird, bis Körper und Geist hoffentlich irgendwann im Einklang sind.
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1216

BeitragVerfasst am: 2. Aug 2017 20:15    Titel: Antworten mit Zitat

moin ,

ja, ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst, Körperfeeling, Psyche, alles vorn Arsch.
Was war denn das fürne Entgiftung, dass sie dich nicht mit einbezogen haben.
Kriegst du noch Krampfschutz?

Du solltest zu einem guten Arzt/Psychodoc gehen und mit offenen karten spielen und sagen was grade bei dir für Filme laufen und er soll dir was aufschreiben , was Linderung verschafft, in deinem krassen Fall würde ich sogar Lyrica in Betracht ziehen, anstatt Neuroleptika bzw AD`s.

Schwere Entscheidung, Lyrica ist bekanntlich auch nicht ohne, aber immer noch besser ( für einen Zeitraum X ) als Benzorückfällig zu werden.
Oder du wechselt das Substitut, ich mein Subutex, da ist ja nix mit dämpfen.
Hast du dir schonmal Gedanken gemacht ob du nicht evtl Benzos genommen hast, weil du mit Tex nicht klarkommst ?

Ich hatte das letztes Jahr, im Januar runter von Benzos und übelste Filme fast das ganze Jahr 2016.
Ich hab ausgehalten, solange, bis es gaaanz laaangsam aufwärts ging.
Ich hab mich auch von Tex auf Pola umstellen lassen, 3ml, gerade soviel wie nötig.
Es ging dann immer irgendwie, es ist auch wichtig , Leute zu haben die verstehen ohne das du einen Roman erzählen musst.

Wie gesagt, das hab ich gemacht, wie dein Weg aussieht, entscheidest du selbst.

Benzos runter machen auf null nach Jahren des Konsums ist eine totale Reizüberflutung, dazu das Subutex, was evtl auch noch pusht.

red mit einem Profi darüber, informier dich , bevor du bei einem doc landest, wo die Wellenlänge nicht stimmt. da kommt meistens nix bei rum.

lg
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 1808

BeitragVerfasst am: 3. Aug 2017 11:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hi white pony,

es gibt eine recht einfache Lösung für dieses Problem. BuprePflaster. Die gibt es in kleinsten Dosierungen, damit lässt sich die Zeit überbrücken, der Hirnchemie auf den Weg zu helfen, sozusagen. 0,3 mg wäre für Dich vllt erstmal das richtige. Vor allem, wird der Wirkstoff gleichmäßig abgegeben, was für einen ausgeglichen Zustand sorgt.

Du müsstest einen Arzt finden, der sich bereit erklärt, Dir diese zu verordnen. Normalerweise werden sie in der Schmerzmedizin eingesetzt.

Ich glaube wirklich, das wäre die Lösung. Bei mir hat es super funktioniert. Ich hatte auch abgekickt, sogar ein 0,1 mg Pflaster "schützt", bis sich die Homöostase, das Gleichgewicht der Transmitter, wieder eingestellt hat. In der Dosierung bietet "Norspan" an. NIEMALS zuzahlungsfreie Beta - Pflaster nehmen, die Matrix ist derart mies, dass der Wirkstoff nicht richtig abgegeben werden kann, zudem gibt es Hautprobs.

Alles Gute für Dich!
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Salute
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 24.05.2014
Beiträge: 184

BeitragVerfasst am: 7. Aug 2017 17:16    Titel: Antworten mit Zitat

gibt es keine möglichkeit,daß du eine erhaltungsdosis bekommst 4-5mg. ? Was soll der mist, daß es dir voll beschissen geht, liest man bei jeden Wort von Dir.
Eine abdosierung, wie sie es bei dir gemacht haben, ist lächerlich, da hätten sie gleich von 7,5mg. auf null gehen können.
Sonst schließ ich mich Quasimodus an, such dir einen verständnisvollen Arzt.

PS. für mich nicht bzw. schlecht vorstellbar, daß der man selbst noch bei der kleinen menge Diazepam solch einen entzug hast. Naja vor 14 Tagen warst du noch auf 7,5mg. Das kann nicht gehen !

Alles Gute von Salute
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Domenico
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 2372

BeitragVerfasst am: 11. Aug 2017 01:57    Titel: Antworten mit Zitat

hi texsubu,das ist eine farce liegt nur an den fucking krankenkassen bist du auch aok?würde mich nicht wundern.wenn man so viele jahre dias genommen hat auch wenn es nicht mal ne zehner tab war dann muss man das mindestens über einhalbes bis ein dreiviertel langsam rduzieren bis auf 1mg abdosieren und dann kannst du entgiften gehen.aber eine die ahnung hat den du kannst wenn du mit tropfen arbeitest und die tropfen werden verdünnt sogar ein viertel von 1mg abdosieren und so sollte das dann in der entgfite mindestens über einen zeitraum von 3-4 wochen gemacht werden.manchmal hilft es auch die tex hochzusetzen denn vier ist ja nicht so die menge.acht ist die optimaldosis dann kann man davon ausgehen das alle rezeptoren dicht sind!LG und sprich mal mit deinem arzt über eine erhöhung deiner tex.wenigstens auf sechs erstmal könnte helfen!LG
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