Das leidige Thema Suchtdruck

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Jolina40
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 12. Sep 2017 10:26    Titel: Das leidige Thema Suchtdruck Antworten mit Zitat

Nachdem ich mich vor gut 7 Wochen von Suboxone auf Pola 5 ml sprich 25 mg hab umstellen lassen bin ich endlich ohne Beikonsum.
Das die erste Zeit nicht leicht würde war mir klar und hoffe mit der Zeit verschwindet der Suchtdruck weitestgehend.
Die ersten Wochen konnte ich mich auch noch gut ablenken und nach n paar Stunden war's auch wieder gut. Doch seit ca.2 Wochen hab ich öfter Drogenträume, stundenlangen Suchtdruck und depressive Grundstimmung.
Was tut ihr gegen Suchtdruck? Habt ihr auch öfter solche Phasen und wirre Drogenträume?
Würde mich sehr interessieren und hoffe auf Antworten,
es grüßt Jolina, weiterhin ohne Beikonsum
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perl
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 10.07.2016
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 12. Sep 2017 11:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jolina,

Suchtdruck...- mir ging es wie Dir: Die ersten Wochen nach meinem Entzug keinerlei Suchtdruck, sondern ich war einfach nur froh, das Zeug los zu sein.

Jetzt, nach neun Wochen zu Hause, immer noch mit den Nachwirkungen des Entzugs zu kämpfen und mit einer sehr fordernden häuslichen Situation, kommen manchmal "so Gedanken"...an...vermeintliche Erleichterung.

Ich lenke mich dann ab. Das ist für mich das Beste, was funktioniert.
Zudem helfen Gedanken an die Wahnsinnszeit des Konsums und daran, wie heftig der Entzug war.
Das möchte ich keinesfalls nochmal durchmachen. Was DA auf mich zukäme...nein! Nie wieder in eine Klinik und nicht nochmal das Spüren, was im Entzug auf einen zukommt.

Natürlich wäre es schön, mal diese quälenden Schlafstörungen u.a. loszuwerden.
Doch der Preis wäre zu hoch.

Ich habe vor zwei Jahren in der Suchtklinik zwei Din A 4 Seiten Tipps und Strategien gegen Suchtdruck bekommen.
Wenn das für Dich hilfreich wäre, krame ich es mal raus und lasse es Dir zukommen.
Zusammengestellt von Patienten.

Träume, vor allem vom Opiatgefühl, hatte ich während des Entzugs in der Klinik ziemlich stark: Die Quälerei beenden und mal wieder "glücklich" sein.
Gut, in der Klinik ist man ja geschützt vor erneutem Konsum.
Jetzt habe ich die Träume nicht mehr.

Benzos vermisse ich überhaupt nicht (bis aufs schlafen-können), mit den Opiaten ists schon anders.
Da gibt es schon Gedanken: Ich könnte ja mal...
Die Seite, die mir die Konsequenzen eines "Ich könnte ja mal.." klar macht, ist zum Glück stärker!

Gespräche helfen, auch mit "profesionellen Helfern", so Du Vertrauen hast. Und ein gutes, soziales Umfeld!
Raus aus dem Haus: Natur hilft mir ungemein.
Auf keinen Fall die Orte aufsuchen, wo Substanzen verfügbar sind. Und konsumierende Freunde/Bekannte erstmal meiden.

Das fällt mir jetzt ad hoc ein.

Stay strong!

Gruß perl
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perl
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 10.07.2016
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 12. Sep 2017 12:14    Titel: Antworten mit Zitat

Noch etwas, Jolina, mit Vorbehalt!

Dakini schrieb woanders, dass, wenn man Wege für sich entdeckt hat, man leicht so etwas wie "Missionsbedürfnis" hat. Das soll es nicht sein.

Ich schreibe nur mal, welche Schriften mir gerade weiterhelfen.
Früher war ich intensiv in "buddhistischen Kreisen" unterweges. Meditation gelernt u.v.m.
Das funktioniert noch gar nicht wieder.

Ich bin ein paar "Stufen" zurück:

Die Bücher: "Du kannst schaffen, was du willst" von Jan Becker und "Kraft - Der Weg zu innnerer Stärke" finde ich gerade sehr hilfreich.
Da geht es nicht um "Transzendenz", sondern man bekommt Handwerkszeug an die Hand, um die aktuelle Situation erträglicher bis gut zu gestalten.
Ich denke, eine aktive Gestaltung des Tages hilft auch.

Das erste Buch arbeitet mit Suggestion bzw. "Trance" und "Selbsthypnose" (nicht abschrecken lassen!), im zweiten geht es um "Resilienz", also die Kraft, Krankheit/Sucht bzw. Heilung aktiv zu gestalten/herbeizuführen.

Beide Wege geben konkrete Übungen an die Hand.

Das nur als Möglichkeit. Sie sind gut für mich gerade, obs auch für andere funktioniert, lasse ich mal dahingestellt.

Grüße perl
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Jolina40
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 13. Sep 2017 09:10    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den Tipp, das zweite Buch werde ich mir anschaffen, Versuch ist es ja wert.
Denk manchmal, ich hab schon soviel ausprobiert von Meditation über Buddhismus,Na's usw. Ob da noch was großartiges kommt was ich jetzt noch nicht kenne oder ob einfach aushalten von auch negativen Gefühlen und Suchtdruck der Weg ist?
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perl
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 10.07.2016
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 13. Sep 2017 10:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Jolina,

ich habe die Autorin vergessen: Dr. med. Claudia Croos-Müller.

Zu Meditation/Buddhismus denke ich jetzt: Es ist schwierig, das wirklich ernsthaft zu verfolgen, wenn das Gehirn und das Fühlen unter psychoaktiven Substanzen steht.
Ich hatte über Jahre eine Lehrerin und war regelmäßig auf ziemlich langen Schweigeretreats. Ich habe immer verschwiegen, dass ich Zeugs in mir habe und letztlich hat "es" auch nicht funktioniert. Wie auch! es geht ja darum, dass man einen klaren Geist hat, um Geisteserforschung. Das kann mit Substanzen nicht fuktionieren.
Das habe ich aber nicht sehen wollen.

Deswegen bin ich auch erstmal einen Schritt "zurück": Erstmal die Heilung von der Sucht. An Körper und Geist. Dafür finde ich das Buch und die Übungen darin sehr hilfreich.

Ja, und der Suchtdruck? Ich weiß nicht, wie stark das bei Dir ist. Vielleicht magst Du mal näher darüber schreiben?
Ich selbst habe zuweilen zwar "so Gedanken", ich WILL aber einfach nicht mehr. Vielleicht, weil ich in einem Alter bin, wo es höchste Zeit ist, das Ruder nochmal herum zu reißen?!
Vielleicht, weil ich die Abhängigkeit als so quälend erlebt habe?!

Wie ist das bei Dir?

Schau Dir doch mal das Video an, dass Nooria hier rein gestellt hat. Das finde ich sehr aufschlussreich! Da geht es wohl lang: Bindungen schaffen, Liebe, menschliche Nähe.
Und ein Stück weit wohl auch "aushalten". Das kann man aber durch ablenken abmildern.
Schreibe gerne mal näher, was Dir da zu schaffen macht.

Gruß perl
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2165

BeitragVerfasst am: 13. Sep 2017 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo liebe forum

Hallo jolina

Aushalten,, GEDULD. Bis zum
Geht nicht mehr Geduld

Negative Gedanken abwarten
Positiv Gedanken versuchen
Zu finden
Irgendwann wird es
Besser
Tu dir was gutes
Deine Rezeptoren brauchen
Noch bisschen zeit

Ich habe oft mir ein
Grinsen ins Gesicht
Geschmissen wenn
Mir auch garnicht danach
War
Mach ich heute noch

Will keine Bitterkeitsfalten

Grüße an dich
Und euch

Karin
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Jolina40
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 13. Sep 2017 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Perl, gute Frage was mir da so zu schaffen macht.
Es wird ja oft gesagt das aufhören zu konsumieren zunächst ein ähnliches Gefühl wie Liebeskummer ist und so empfinde ich auch.
Bin jetzt fast 42 Jahre alt und habe ein Lungenemphysem aufgrund des jahrelangen Konsums. Die Vernunft sagt mir natürlich dass ich bestenfalls nie mehr konsumieren sollte und ich gebe mir ja auch Mühe. Nur fehlt mir dieses Gefühl von abschalten können, tief schlafen, dass der alltägliche Druck von Arbeit und Haushalt usw. für ein paar Stunden von mir abfällt. Momentan wirklich sehr zwiegespalten meine Gefühle.
Möchte aber auch endlich wieder meine Mitgabe haben und dass hilft mir sehr nicht rückfällig zu werden, uk-fälschen ist nämlich so gar nichts für mich und da ich auch oft noch am 7. Tag positiv war ist die einzige Möglichkeit nicht zu konsumieren.
Bin auch ehrlich, wäre der Wunsch nicht so groß hätte ich schon längst mal wieder was genommen.
Hoffe das der Suchtdruck mit der Zeit einfach seltener wird, ist ja zum Glück nicht so das ich ständig das Verlangen habe, aber eben immer noch zu häufig...
Seit ein paar Monaten bin ich aber endlich so weit das ich von mir aus was ändern will und nicht weil ich soll, muss oder mich anderen gegenüber verpflichtet fühle und ich merke das es nur so auch Sinn macht, wollt ich lange Zeit nicht wahrhaben.
Ich kämpfe weiter und hoffe einfach ich finde den für mich richtigen Weg und solange freu ich mich weiter über jeden Tag ohne Beigebrauch, nun schon seit ca.7 Wochen. Ist zwar nur n Anfang, aber immerhin. Auch dies: "nur für heute" hilft mir...
Es grüßt Jolina
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