Tageszitat

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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2697

BeitragVerfasst am: 6. Apr 2019 10:20    Titel: Antworten mit Zitat

Very Happy In meinen Augen, sind Intellektuelle (vergeistigt, verstandesmäßig unterwegs..) Menschen, die manchmal etwas weltfremd sind, aber die meisten, können etwas, was manch anderem fehlt: Über den Tellerrand schauen. WEIL die Welt aus geistiger Perspektive betrachtet wird, nicht aus emotionaler Sicht...Idea

Folgendes besonders für Beverly, die dem Achtung gibt (jedoch natürlich für alle, auch für mich, so es es die meisten sicher kennen)

Ich bitte nicht um Wunder, sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!

Mach mich finderisch und erfinderisch, um im täglichen Vielerlei und Allerlei
rechtzeitg meine Erkenntnisse und Erfahrungen zu notieren, von denen ich betroffen bin.

Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung.
Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstranging und was zweitrangig ist.

Ich bitte um Kraft für Zucht und Maß,
dass ich nicht durch das Leben rutsche, sondern den Tag vernünftig einteile,
auf Lichtblicke und Höhepunkte achte.

Lass mich erkennen, dass Träume nicht weiter helfen,
weder über die Vergangenheit, noch über die Zukunft.
Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun
und die jetzige Stunde als die Wichtigste zu erkennen.

Bewahre mich vor dem naiven Glauben,
es müsse im Leben immer alles glatt gehen.
Schenke mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlangen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.

Erinnere mich daran, dass dass Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick mir im rechten Augenblick jemand, der den Mut hat,
mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.

Ich weiß, dass sich viele Probleme dadurch lösen,
dass man nichts tut.
Gib, dass ich warten kann.

Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, dass ich diesem schönsten und schwierigsten, riskantesten
und zartestem Geschenk des Lebens gewachsen bin.

Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.

GIB MIR NICHT,
WAS ICH MIR WÜNSCHE,
SONDERN, WAS ICH BRAUCHE! ( -> für mich, die Krone der eigenen Erfahrung)

(etwas verkürzt: Gebet von Antoine de Saint-Exupery)
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Lillian
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3894

BeitragVerfasst am: 6. Apr 2019 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Schöne Zeilen, dakini.

Das Hohelied der Liebe ( kennt sicherlich auch jeder von euch)

Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht,

wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.

Und wenn ich prophetisch reden könnte
und alle Geheimnisse wüsste
und alle Erkenntnis hätte;
wenn ich alle Glaubenskraft besäße
und Berge damit versetzen könnte
hätte aber die Liebe nicht
wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte
und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe,
hätte aber die Liebe nicht,
nützte es mir nichts.
Die Liebe ist langmütig,
die Liebe ist gütig.
Sie ereifert sich nicht,
sie prahlt nicht,
sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig,
sucht nicht ihren Vorteil,
lässt sich nicht zum Zorn reizen,
trägt das Böse nicht nach.
Sie freut sich nicht über das Unrecht,
sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles,
glaubt alles,
hofft alles,
hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.
Prophetisches Reden hat ein Ende,
Zungenrede verstummt,
Erkenntnis vergeht.
Denn Stückwerk ist unser Erkennen,
Stückwerk unser prophetisches Reden;
wenn aber das Vollendete kommt,
vergeht alles Stückwerk.

Als ich ein Kind war,
redete ich wie ein Kind,
dachte wie ein Kind
und urteilte wie ein Kind.
Als ich ein Mann wurde,
legte ich ab, was Kind an mir war.

Jetzt schauen wir in einen Spiegel
und sehen nur rätselhafte Umrisse,
dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht.
Jetzt erkenne ich unvollkommen,
dann aber werde ich durch und durch erkennen,
so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.

Nun aber bleibt Glaube Hoffnung Liebe, diese drei;
doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3682

BeitragVerfasst am: 7. Apr 2019 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

dakini hat Folgendes geschrieben:
Very Happy In meinen Augen, sind Intellektuelle (vergeistigt, verstandesmäßig unterwegs..) Menschen, die manchmal etwas weltfremd sind, aber die meisten, können etwas, was manch anderem fehlt: Über den Tellerrand schauen.



Jaja, die alten Klischees...

Dann bleibe ich doch mal dabei!

Z.B. an den Unis sind vielfach Studenten, die in einer anderen Welt leben als die meisten Otto-Normal- Bürger oder anderweitig abgehoben sind und Professoren, die natürlich auch kaum Ahnung vom echten Leben haben.Die verbringen ihr Leben an den Unis und kennen nix anderes.Da wird es schwierig mit dem "Tellerrand"... Wink


dakini hat Folgendes geschrieben:

WEIL die Welt aus geistiger Perspektive betrachtet wird, nicht aus emotionaler Sicht...Idea


Ehmja.. wenn die Flüchtlingspolitik der Regierung nicht emotional ist, was denn? Also hier davon zu sprechen die einen seinen emotionaler und die anderen nicht, ist Quatsch.

Aber ist ja ein Zitatthread darum jetzt ein Zitat:

Intellektualität ist eigentlich die Kunst verbal klug zu scheißen...

(von einem Prolet ähm Malocher...)
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1319

BeitragVerfasst am: 7. Apr 2019 10:24    Titel: Antworten mit Zitat

Na, da schließe ich mich mal an …

Kunst ist, in eine runde Ecke zu scheißen, und anderen weiß zu machen, nicht die Ecke hätte ihre Eckigkeit verloren, sondern die Scheiße ihre Glibbrigkeit …
Cool
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2697

BeitragVerfasst am: 8. Apr 2019 07:57    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen Rolling Eyes

Gibt es das überhaupt in einer Uni, Mikel? Ich hab keinen einzigen kennen gelernt, der nicht mitkriegen würde, was sich auf den Strassen abspielt! Da entgeht meinen Nachbarn entschieden mehr! Bei zig Disziplinen, eine Unmöglichkeit, zu vereinheitlichen... Was ein Dummgebabbel, sry. Ob da wohl unsere Politiker verwechselt werden, mit Leuten, die FÜR die Gesellschaft "erarbeiten"?

Als würde der Prolet - der keiner ist, allein schon, weil ausgestorben (ich glaub, die Generation meiner Großeltern waren die letzten ihrer Art. Fand ich lang am erstrebenswertesten: seine Meinung auf den Tisch zu knallen und darauf zu beharren, dass die eigene Meinung die richtige ist...), - sich nicht dazu äußern, wenn andere den ganzen Tag "hirnlose" Arbeit tun! Da er sie selbst niemals tun könnte... Was ist los, wenn es darum geht, dass andere ihre Nasen in kleingedruckten Büchern haben/sie verfassen -> "Hexenverfolgung" oder was Question

Verbrennen wir doch die ganze Sch...! Selbst "Weltfremdheit", kann sich heute keiner mehr leisten! -> ich hab lediglich hinzugesetzt, was man noch annehmen "könnte" und auch das, erscheint im heutigen Dschungel der Überlebenskunst ausgeschlossen, vergangen -> leider, ist das 19. Jh rum, wäre gern am Anfang geboren: Dichter, Kunst, Zusammenkünfte/Diskussionen...)

Was machten wohl die Kinder des Proletariats? Sie studierten oft. Und mancher, wurde gar Geisteswissenschaftler. Wie passt denn das zusammen, im Vorliegenden?

Intellektuelle gehören dazu, wie die Kassiererin von ALDI.. -> unter den netten Kitteln kann sich schließlich alles Mögliche verstecken, nicht nur schöne Unterwäsche! Wer weiß schon, was man da für einen Menschen vor sich hat? Wie kann man überhaupt solche - äußerlichen- Einteilungen vornehmen? Unterstützen?

Tatsächlich kann man malochen UND denken Very Happy

P.S. Marle hat nen Spaß gemacht, mit ner Portion eigene Sicht - man wählt keine Sprüche, die man nicht gut findet... Ich hab ja selbst gegrinst, als ich die "Weltfremdheit" hinzu setzte. Aber Du Mikel, bist leicht an die Decke gegangen - warum? Es war zuvor "kein Ernst" im Thread, als Lilli/ich, was dazu schrieb...

Ich find es scheinheilig anzumerken, dass man selbst nie so "rumschrauben" könnte. Und bei nächster Gelegenheit darauf verweisen, dass man selbst ja malocht.-> da stellt sich doch die Frage: WER BIN ICH? oder nicht? - Precht hat da so ein nettes Büchlein geschrieben...(nicht Brecht)
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1319

BeitragVerfasst am: 8. Apr 2019 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hätte nie geglaubt, dass ich hier mal schlichten intervenieren … ausgerechnet ich …Twisted Evil Laughing

Ich glaube, dass Mikel von etwas ganz anderem schreibt, als Du, Dakini, in sein Schreiben hineininterpretierst - und umgekehrt.
Natürlich gibt es zuhauf Unis, wo es so ist, wie Mikel schreibt!
Genauso, wie es auf diesen Unis viele Studenten und Professoren gibt, die so sind, wie Mikel schreibt, und welche, die ganz anders sind.

[quote=“Dakini“]Ich hab keinen einzigen kennen gelernt, der nicht mitkriegen würde, was sich auf den Strassen abspielt! Da entgeht meinen Nachbarn entschieden mehr![/quote]
Ein Riesenunterschied: Etwas „mitkriegen“ und davon zu lesen, hören … was sich „auf den Straßen abspielt“ – oder mittendrin sein, miterleben, mitfühlen, oft genug selbst davon betroffen zu sein.

Der Disput geht ja um die Formulierung „über den Tellerrand schauen“, und dass Du, Dakini, meinst, „sind Intellektuelle (vergeistigt, verstandesmäßig unterwegs..) Menschen, die manchmal etwas weltfremd sind, aber die meisten, können etwas, was manch anderem fehlt: Über den Tellerrand schauen. WEIL die Welt aus geistiger Perspektive betrachtet wird, nicht aus emotionaler Sicht...
Aus Deiner Sicht stimmt das m. E. genauso, wie die Sichtweise von Mikel, dass jemand, der eben alles quasi labortechnisch clean (von Emotionen) zu betrachten und zu beurteilen versucht, nicht über seinen (labortechnisch cleanen) Tellerrand schauen kann.

Die Welt „der Menschen“ ist nun einmal … keine Ahnung zu welchen hohem prozentualen Anteil … von Emotionen durchwirkt.
Wenn ein Uni-Professor (oder Dauerstudent) mit einem Band-Arbeiter darüber redet, was die Arbeit am Band ggf. aus dem Arbeiter macht, dann erweckt er logischerweise – für den Arbeiter – den Eindruck, dass er keine Ahnung vom „echten Leben hat“. Das mag nämlich alles klug und richtig sein, was der Prof. da erzählt, nur der Arbeiter wird es, auch aufgrund dessen, dass diese Arbeit seine (vielleicht einzige) Existenzgrundlage ist, völlig anders fühlen und erleben. Dem ist vielleicht in dem Moment wirklich scheißegal „was das mit ihm macht“, solange er damit seine Familie ernähren kann, sein Haus abzahlen, usw. ….
Gleichzeitig ist er aber „so nah dran an seinem erlebten Leben“, dass er über die geistigen, und sicher gut gemeinten und theoretisch sinnvollen Vorschläge des Professors nur lachen kann. Weil er, also der Arbeiter, genau weiß, wie’s bei seinen Vorgesetzten und Kollegen (und bei seiner Kredit gebenden Bank Wink ) ankommt, wenn er das machen würde, was der geistig verkopfte Herr Prof. ihm vorschlägt …

Ich glaube, aus eigenem Erleben, dass Intellektuelle (die es im Grunde genommen dann genauso wenig gibt, wie Proleten …(Zitat: Dakini)) zwar oft wunderbar die Welt erklären können – sich aber, wenn sie in der Welt da draußen „bei den Proleten“ wären, sich überhaupt nicht zurechtfinden würden. Umgekehrt – natürlich genauso!
Trotzdem können sie, und haben sie, diese Uni-Menschen, vor allem die Zeit und die Möglichkeiten (auch dank der Proleten Mr. Green ), sozusagen „über alles“ referieren (über den Tellerrand schauen), und hochkomplexe gesellschaftliche Zusammenhänge erkennen, die einer, der mitten drin ist im Prozess, nicht oder nur sehr schwer erkennen kann.

Also ich denke: Alles gut zwischen Euch Beiden. Ein klassisches Missverständnis, zwischen einer "Intellektuellen und einem Proleten" das nur ein Malocher und Denker entwirren kann, der sich immer wieder fragt: "Wer bin ich - und wenn, wie viele?" Shocked

LG
Marle
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3682

BeitragVerfasst am: 8. Apr 2019 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Joh Marle, thanxx,du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht,da kann ich ja jetzt beruhigt in den Feierabend gehen...Wink

Was mich geärgert hat war dieser Spruch von dakini mit den "Tellerrand "... Twisted Evil


Mein Onkel war jahrelang Fernfahrer, dann Müllmann. Beides keine gesellschaftlich hoch angesehenen Berufe und trotzdem hat er immer genug verdient und viel gearbeitet damit seine Familie keine Geldsorgen hatten. Wenn sich Leute (Intellektuelle) dann über "Müllmänner" unterhalten wird das oft so dargestellt als wären die Menschen die das machen strunzdoof.
Es ärgert mich sehr dass manche Akademiker oder Studenten solche Sprüche ablassen, das vermittelt so nur den Eindruck "Stundenten sind herablassend und eingebildet und geben sich nicht mit Leuten ab die unter ihrem Niveau sind"
Ein Müllmann ist schon mal gesellschaftlich viel wertvoller als ein dummer Student. Die Uni ist keine Halle der Götter. Die Menschen sind dannach genau so blöd wie vorher nur mit einem riesen Ego ausgestattet.
Bloß, weil man studiert (hat) ist man noch bei weitem nicht gebildet und hat einen guten Charakter.
Viele dieser arroganten Studenten kommen nun mal zu einem großen Teil bereits aus Akademiker-Dynastien und sind schon in dem glauben erzogen worden, etwas besseres zu sein. Wenn man dann zum 18. Geburtstag von Pappa nen dicken BMW oder so geschenkt bekommt, für den der Otto-Normalverdiener jahrelang schuften müsste, verstärkt sich dieses Elitäre denken dann natürlich noch.
Oh ja, einige dieser "Intellektuellen Studenten" dürfte ich auch mal kennenlernen.
Lustig ist auch, wenn sie wissen, dass man kein Studierter ist und irgendwann anfangen klug zu reden.
Dabei ist es immer lustig anzusehen, wie sie ihre Körpersprache nicht im Griff haben und sich durch abwertende Blicke oder dummes grinsen verraten,aber das Dope haben sie dann immer hündisch entgegengenommen... Very Happy

Aber nun gut,man könnte diesen Disput simpel und einfach beenden ,wenn man einfach aufhören würde die Leute auf beiden Seiten falsch zu deklarieren und das Thema einfach wie so manche altertümliche Zivilisation im Abgrund versinken lassen. Doch es scheint sehr stark das es IMMER Leute geben wird die leider darauf herumreiten müssen...nicht wahr dakini...!


so long
Mikel
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1319

BeitragVerfasst am: 8. Apr 2019 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

mikel015 hat Folgendes geschrieben:
Was mich geärgert hat war dieser Spruch von dakini mit den "Tellerrand "... Twisted Evil
so long
Mikel

Och das kannst Du doch ab, Mikel. Wo im hohen Norden an der See die Erde doch eine Scheibe ist, und die ollen Kähne hintenrunter kippen, wenn se weg sind Laughing Razz

Grüßle
Marle
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Mohandes59
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1589

BeitragVerfasst am: 9. Apr 2019 19:31    Titel: Antworten mit Zitat

Proleten sind nicht immer Proletarier. Und nicht jeder Proletarier ist ein Prolet.

Dazu fällt mir ein: "Die Intellektuellen des Proletariats". Das waren diejenigen in Cuba, die in der Halle den Zigarrendrehern etwas zur Unterhaltung vorgelesen haben. Morgens stramm aus der Parteizeitung, nachmittags auch schon mal eine Schmonzette.

Schöne Tradition, finde ich. Vermutlich inzwischen selten, im Zuge der Amerikanisierung wegrationalisiert - ersetzt durch Radio oder TV.
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3682

BeitragVerfasst am: 11. Apr 2019 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

"Ein Mann, der mit seinen Händen arbeitet, ist ein Arbeiter,
Ein Mann, der mit seinen Händen und seinem Kopf arbeitet, ist ein Handwerker.
aber ein Mann, der mit seinen Händen, seinem Gehirn und seinem Herzen arbeitet, ist ein Künstler. "
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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2697

BeitragVerfasst am: 11. Apr 2019 12:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Mikel, mein Nordlicht,

Du bist aber echt empfindlich, wenn es um solch ein Thema geht! Und gerade bei mir, ist das doch wirklich unnötig. Du kennst doch meinen Werdegang! -> Schulverweigerin, anschaffen gegangen, danach diverse Jobs, viel handwerklich gemacht - mehr, als mancher Mann! Ausbildung im landwirtschaftlichen Bereich (hatte noch ne Fotofachausbildung von früher, im Einzelhandel - obsolet), dann unerwartet Freude daran entwickelt, geistig zu arbeiten, Abi nachgemacht, studiert, inkl Umwelt und wieder mehr zur "Handwerklichkeit" orientiert, nichts anderes ist, was ich gegenwärtig tue. Auch wenn mancher, das anders einordnet, für mich ist das ein "Handwerk"! Hätte ich mich weiterhin für die wissenschaftliche Linie entschieden, wäre ich schließlich nicht ausgestiegen = ich kann beides und finde, das ist gut ausbalanciert! Und genauso schaue ich heute auch drauf. Ein Handwerker ist mir genauso lieb, wie ein Prof. Es sind doch ALLES nur Menschen, mit den gleichen Bedürfnissen!

Davon ab, waren meine Großeltern (väterlicherseits bes), die letzten "ihrer Art", das echte Proletariat! Ist doch bekannt, dass es dies, in der Form gar nicht mehr gibt!

Ich wuchs da auf - im Gegensatz zu Dir, Mikel, nicht wahr? Und agiere derart: kein Blatt vorm Mund. Keine Angst davor, was der andere denkt, sondern sagen, wie man es selbst sieht, um nur einen Punkt zu nennen. "Streitkultur" wäre ein Stichwort! Manche können noch nicht mal das. Da wurde zuhause niemals gestritten, sondern das Meiste unter den Tisch fallen lassen, also "bloß keine Auseinandersetzung"! Da könnte man noch mehr anfügen... Meine Mutter war diejenige, die "da raus" wollte und Handwerker als Partner absolut ablehnte! So ging auch unser Hof drauf, von den Urgroßeltern! Damit wollte sie nichts tun haben. Bloß nicht mit den Händen arbeiten!

(wenn ich loslege, fliegt meinem Partner zuweilen das Blech weg! Auch mein Ex, war das überhaupt nicht gewöhnt, dass man sich innerhalb der Famiilie so offen und "ungeniert" austauscht, inkl "lautem Streit". Ich hab das na klar inzwischen längst meinem Umfeld/meiner Umwelt angepasst, aber ich kann nicht leugnen, wo ich herkomme und will das auch gar nicht. Es ist weit "gesünder", aus seinem Herzen keine Mördergube zu machen, wo alles rein fällt, was man NICHt sagt)

Aber das hatte auch seine Gründe! Nie war genug Geld da. Ihre Mutter starb elendig am Krebs, ein 2 jähriges Leid, das heute unvorstellbar ist. Die Schwestern mussten bestochen werden, mit 5 Mark!, damit sie mehr Morphium raus rückten! Meine Oma durchbiss einmal das Oberbett vor Schmerz, so dass die Federn durch´s Zimmer flogen -> man stelle sich das vor! in unserem Zeitalter der allseitigen Verfügbarkeit! Das erlebte meine Mutter als Jungendliche! und kein Wunder, dass ihr klar wurde, nur MIT Geld, hat man in unserer Welt alle Möglichkeiten - kein Leid, wie es ihrer Mutter geschah!

Ich bin da ganz anders, das weißt Du auch! -> alle aus meiner Generation, hatten doch schon viel und heute, haben sie "alles", von Geburt an in unseren Breiten. Niemand, kann sich heute vorstellen, wie es ist, wenn man ein Brot in Zucker taucht und das ein Hochgenuss ist! All das, hat meine Mutter noch erlebt!

-> Ich verstehe ihre Ambitionen, die mich als Kind in große Schwierigkeiten brachten, mich nachhaltig krank machten. Sie weiß das heute und sagt: "..damals wusste man all das noch nicht! Man kannte weder HSP, noch AD(H)S, noch Borderline... Dass der Schuss nach hinten los gehen kann, gibt man sein Kind bis zum 4. Lj in verschiedene (auch fremde) Hände, kam ihr gar nicht in den Sinn! Sie dachte, ich bin in einem "Geschäftshaushalt" gut aufgehoben. ( dass die gleichaltrige Tochter heute rezidiverende Depris hat, deutet u.a. eher darauf hin, dass dies die falsche Entscheidung war. Meine Ängste wurden manifester, doch das kann ein Kind nicht kommunizieren!)

Besser, wäre ich bei der Familie meiner Freundin, die ich damals mit 3 hatte, aufgehoben gewesen. Das waren aber deutsche Zigeuner, die gerade ihr erstes Haus gebaut hatten und sesshaft wurden...Da fühlte ich mich warm angenommen.

HEUTE noch, erinnere mich an diese Gefühle, wie auch an die KÄLTE, dort, wo sie mich "abgab", bis sie selbst von der Arbeit heimkam, wähend mein Vater den Studenten miemte...

Sie hat sich hochgearbeitet, von ganz unten! Und hat heute eine Rente, was andere noch nicht mal auf ihrem Gehaltszettel wieder finden, bes im handwerklichen Bereich. Und so, sagt sie zu mir: "Wer nix verdient, ist es selbst schuld! Dann hat er nicht den richtigen Beruf gewählt!" -> das sind festzementierte Ansichten, gegen die ich nichts einwende. Da ist mir die Energie zu schade, für solch eine - sinnlose - Auseindersetzung. Sie basiert auf der eigenen Erfahrungswelt und ist extrem eingenegt!

Ich hab als Studentin ganz miese Erfahrungen gemacht, als ich mit nem Kroaten zusammen war vom Gremium. Ich wurde von ihm oft angemacht, WEIL ich studierte. Also GENAU ANDERSRUM! (Andere nahmen mich so an vom Club und sahen den Menschen im Vordergrund, also mich, nicht die "Studentin"...)

Ich hab derart eingestellt, lediglich auf das Zitat reagiert, wie manch andere das auch tun, bei anderen. Nun aber, ging es "ernsthaft zu" - ab dem Punkt, an dem Du Dich irgendwie "betroffen" fühltest!

Ich stimme Dir zu, was so MANCHEN betrifft. Aber auch hier, kann man doch nicht ALLE über einen Kamm scheren - so mein Einwand im Grunde - als Opposition sozusagen! Wo da wirklich meine EIGENE Meinung liegt, stand gar nicht im Vordergrund. Die hab ich nun mal dargelegt, inkl Hintergründe.

Danke Marle! Hast es ja so ziemlich ausgeführt aus objektiver Sicht heraus. Wink
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1319

BeitragVerfasst am: 11. Apr 2019 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

Mal ganz direkt: Es gibt Diskussionen, heute mehr denn je, die beruhen auf der Annahme völlig falscher Sichtweisen, wenn man sie auf ihre Aussagen reduziert …
Was ist ein Intellektueller und was ein Proletarier?

Was ist ein Künstler, was ein Handwerker.

Zu letzterem eine kleine Begebenheit:
Zwei Herren saßen in einer Bar am Tresen und schwiegen ihre Drinks an, bis sich einer dem anderen zuwandte: „Wir sitzen nun schon eine Weile nebeneinander. Darf ich mich vorstellen?“
Der andere brummt in seinen Drink.
„Ich bin Herr Musemann. Der Musemann! Künstler von Beruf, genauer gesagt: bekannter Maler!“
Wieder brummt der andere nur vor sich hin, was den werten Künstler veranlasst nachzuhaken: „Darf ich fragen, wer Sie sind, und welcher Muse Sie nachgehen?“
„Dürfen Sie“, brummt der andere, „Ich heiße Hugendubel und bin auch Künstler.“
„Was?!“ ruft der Maler begeistert, „dann sind wir ja Kollegen! Wenn Sie erlauben: Welche Kunst üben Sie denn aus?“
„Ich bin Regenschirmmacher.“

„Oh!“, der Maler zieht die Mundwinkel nach unten: „Das ist aber keine Kunst!“
Der Regenschirmmacher nimmt einen Schluck aus seinem Drink, blickt den Künstler abschätzig an, und antwortet: „Hast du eine Ahnung! Mach mal einen Regenschirm …“

Ich glaube, ab dem Moment, als Menschen herausgefunden haben, dass man ganz ohne der Hände Arbeit, völlig ohne „Mehrwert“, den man selbst geschaffen und produziert hatte, allein mit etwas so imaginärem, völlig wertbefreitem wie der Verstandesleistung, also dem „Intellekt“ Geld von Leuten bekam, die andere dafür bewunderten, dass sie von ihnen eigentlich nichts, außer halt die geistigen Ergüsse für ihr sauer und schwer verdientes Geld bekamen, ab dem Moment ist es mit der Menschheit schrittweise bergab gegangen.
Die heute gängigste Steigerung dessen ist: Politiker.
Und innerhalb dieser Spezies gibt es Abstufungen: Solche, die meinen sie hätten mit ihren Annahmen (weil nichts anders sind es doch) recht – und solchen, die ihren Gehirnschmalz darauf verwenden, diese Annahmen zu widerlegen. Auch wieder i.d.R. mit Geschwätz.

Da fällt mir spontan noch eine weitere Begebenheit auf der schwäbischen Alb ein:
Ein alter Schäfer hütet seine Schafsherde, als durch die dünn besiedelte Landschaft ein schnittiger Sportflitzer raste, der abrupt anhielt, als er auf der Höhe der Schafsherde angekommen war.
Heraus sprang ein smarter, jugendlicher Yuppie in Anzug mit Krawatte. Er sprintete zu dem alten Schäfer und rief: „Seien Sie gegrüßt Herr Schäfer! Ich möchte Ihnen eine Wette vorschlagen: Ich sage Ihnen auf Anhieb wie viele Schafe Sie hier hüten, und wenn ich recht habe, dann bekomme ich ein Schaf von Ihnen! Einverstanden?“
Der Alte stützt sich auf seinen Stock: „Meinetwegen …“
Der junge Mann rennt zurück zu seinem Sportflitzer, holt Laptop heraus, Smartphone, GPS-Tracker, Satellitenantenne … Flink flitzen seine Finger über die Tastatur: „Hach“, ruft er entzückt und rennt zum Schäfer zurück.
„Sie hüten exakt 374 Schafe!“
„Stimmt!“ brummt der Alte, „nimm dir ein Schaf!“
Der Yuppie schnappt sich ein Schaf, stellt es auf die Rückbank seines Flitzers und kehrt zurück.
„Ich hätte da noch eine Wette: Wenn Sie erraten welchen Beruf ich ausübe, dann bekommen Sie Ihr Schaf zurück. Wenn nicht bekomme ich noch eines …“
„Hm“, grunzt der Schäfer, „einverstanden.“
„Und? Sie werden niemals draufkommen!“ ist sich der junge Mann sicher.
„Sie sind Unternehmensberater!“ stellt der Alte trocken fest.
Der smarte Typ fällt fast aus seinem schnicken Anzug: „Wie haben Sie denn das erraten?“
„Ganz einfach“, grinst der Alte, „erstens sind Sie zu mir gekommen, obwohl ich Sie nicht gerufen habe. Zweitens haben Sie mir etwas gesagt, was ich schon immer wusste. Und drittens: Gib mir jetzt sofort meinen Hund wieder zurück!“

In diesem Sinne: Gute Arbeit und freudiges Denken …
wünscht
Marle
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Lillian
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3894

BeitragVerfasst am: 17. Apr 2019 08:46    Titel: Antworten mit Zitat

Niemals in der Welt hört Hass durch Hass auf. Hass hört durch Liebe auf.
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Marle
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1319

BeitragVerfasst am: 17. Apr 2019 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

"Im Gegensatz zum Tier sagen dem Menschen keine Instinkte, was er muß,
und im Gegensatz zum Menschen von gestern sagen dem Menschen von heute keine Traditioen mehr,
was er soll.
Nun, weder wissend, was er muß,
noch wissend, was er soll,
scheint er oftmals nicht mehr recht zu wissen, was er im Grunde will.
So will er denn nur das, was die anderen tun - Konformismus!
Oder aber er tut nur das, was die anderen wollen - von ihm wollen - Totalitarismus"
(Viktor Emil Frankl)
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Yez
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2558

BeitragVerfasst am: 17. Apr 2019 12:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte ein schönes Leben,

schade nur das ich es so spät gemerkt habe .



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