Tagesstruktur,Langeweile,Sucht:Wie sieht euer Alltag aus?

Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Fragen und Antworten
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Cariote
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 18.06.2015
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 4. Feb 2018 21:32    Titel: Tagesstruktur,Langeweile,Sucht:Wie sieht euer Alltag aus? Antworten mit Zitat

Was haltet ihr von folgender These: "Sucht ist eine Wohlstandskrankheit. Die Süchtigen haben keinen sinnvollen Alltag. Sie müssen nicht arbeiten um ein Dach oder Nahrung zu bekommen. Wenn Süchtige in Lebensgefahr geraten oder viel zu tun haben dann geht es auch ohne."

Das sagte eine Person mal zu mir...

Ich muss zugeben: Je mehr Freizeit ich habe desto mehr süchtel ich. Wenn ich viel zu tun habe vergesse ich ab und zu Opiate oder Alkohol zu nehmen ( zumindest für ein paar Stunden bis Tage) oder ich konsumiere sie absichtlich nicht weil die Situation" nicht passt".

Auf der anderen Seite ist mein Alltag geregelt: 8 Uhr aufstehen, 9Uhr arbeiten bis 16Uhr, dann Freizeit, einkaufen, Freunde, Internet, Filme ect.., 23 Uhr schlafen. Blöderweise passt da nach 16 Uhr immer noch Konsum rein. Wenn ich bis 21 uhr arbeite dann konsumiere ich zwar nicht aber ich werde nach ein paar Tagen gestresst und genervt.

Wie sieht euer Tagesablauf aus? Packt ihr den Alltag so voll, dass da kein Konsum mehr rein passt? Und falls ja, wie haltet ihr die Unzufriedenheit aus?
LG Caro
Nach oben
Soltau
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1621

BeitragVerfasst am: 4. Feb 2018 22:22    Titel: Re: Tagesstruktur,Langeweile,Sucht:Wie sieht euer Alltag aus Antworten mit Zitat

Cariote hat Folgendes geschrieben:

Wie sieht euer Tagesablauf aus? Packt ihr den Alltag so voll, dass da kein Konsum mehr rein passt? Und falls ja, wie haltet ihr die Unzufriedenheit aus?
LG Caro


Ich denke nicht, dass Sucht vom geregelten Alltag groß abhängig ist. Wer konsumieren will tut das, auch wenn der Alltag den Bach runter geht.

Ich habe meinen Alltag immer gemeistert, allerdings zu Konsumzeiten anfangs sogar wesentlich besser und agiler, ich brauchte kaum Schlaf mehr und war hochkonzentriert, später dann mehr schlecht als recht. Bei mir hingen kleine Kinder dran, das konnte / wollte ich mir auf Dauern nicht antun, deshalb habe ich die Kurve gekratzt. Das ist auch heute noch der Sinn für mich (meistens); ich will funktionieren für meine Töchter, manchmal gebe ich mich hin, aber nur, wenn am nächsten Tag frei ist und mittlerweile zum Glück gesellschaftstauglich, wird halt mal in der Runde getrunken zum Altstadtfest oder Fasching oder Geburtstag oder was für ein Fest man als Grund her nimmt, Koks gibts selten mehr, nur beim Treffen mit ganz bestimmten Person, die wohnen jedoch weit genug weg als dass ich oft in Versuchung käme.

Damit würde ich als Fazit sagen, jeder gestaltet es sich wie er will, der Alltag spielt da weniger eine Rolle. Der Süchtige wählt jeden Tag selbst und trägt selbst die Verantwortung für sein Tun. Hilfe / Unterstützung, sozialtherpeutische Angebote gibts hier in unserem Land überall, wer mag.
Wenn er / sie gut klar kommt und nicht jammert und der Gesellschaft auf der Tasche liegt ist das doch in Ordnung.

Soltau
Nach oben
Quasimodus
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1425

BeitragVerfasst am: 5. Feb 2018 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Was haltet ihr von folgender These: "Sucht ist eine Wohlstandskrankheit. Die Süchtigen haben keinen sinnvollen Alltag. Sie müssen nicht arbeiten um ein Dach oder Nahrung zu bekommen. Wenn Süchtige in Lebensgefahr geraten oder viel zu tun haben dann geht es auch ohne."


In gewisser Weise ja, ich bin draufgekommen in den 80ern, da war die Grundstimmung eher pessimistisch würd ich sagen, no future und kalter Krieg, ab nach Westberlin um den Bund zu schwänzen, das war ne ganz andere Zeit.

Jetzt hab ich die Quittung, klar bin ich ein Wohlsatandskind, kein Zwang zu arbeiten, jeden Tag abfeiern, mit Deutschmark konnte man gut leben damals, sogar Essen gehen beim Jugoslawen oder so war kein Ding.
Wer wollte/konnte denn damals schon rein nach Westdeutschland, das war doch wie eine grosse Insel und Drogen gabs en masse.

Überhaupt kein Vergleich zu heute, ich seh viele , die sind vom Kopf her noch in den 90ern, wo alles easy war und du Wohnungen quasi hinterhergeschmissen bekommen hast.

Wenn ich heute nicht arbeiten gehen würde, dann könnte ich am kulturellen Leben nicht teilnehmen, ich wäre der Bodensatz.
Heute musst du flexibel sein, 2-3 Jobs gleichzeitig machen, damit du einigermassen gut leben kannst, da bleiben halt auch viele auf der Strecke.
Nach oben
Dr.Mabuse
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 2668

BeitragVerfasst am: 5. Feb 2018 16:26    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaub nicht das Sucht was mit Wohlstand zu tun hatt...

Wieviel Ballern sich z.b in Russland ab mit Krokodil usw weil der Alltag nüchtern nicht zu ertragen ist...

Anfangs scheint das Bier Abends ja noch in Ordnung,irgendwann mit 40-50 stelltst du fest das du die letzten 20 Jahre mit dem Teufel getanzt hast...
Nach oben
joe
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 976

BeitragVerfasst am: 5. Feb 2018 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

hola, sucht ist eine geisteskrankheit. die gruende fuer sucht im aussen zu suchen, heisst die verantwortung abzugeben und nicht bei sich selbst zu schauen.
natuerlich tun wir das gerne. (nicht nur die suechtels uebrigens)

gegen unzufriedenheit hilft am besten zufriedenheit zu praktizieren. vielleicht mal ne dankbarkeitsliste zu schreiben.
also, wofuer bin ich heute alles dankbar.
genug zu essen, dach uebern kopf, ich bin clean, habe gerade nett was zu tun, habe freunde, beziehung, bin dort wo ich sein moechte, bin gesund.

gruesschen
joe, nfh
Nach oben
Cariote
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 18.06.2015
Beiträge: 913

BeitragVerfasst am: 7. Feb 2018 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

joe, denkst du dass Sucht eine Geisteskrankheit ist die wir uns quasi selbst züchten?
die also nicht angeboren ist?
denn: meine Freundin und ich hatten dieselben Drogenerfahrungen gemacht. alles durch bis h. nach den ersten male H ist sie weggezogen. im neuen Ort hatte sie andere Kontakte. sie war dann Drogenfrei.
bis heute ist sie drogenfrei. sie hat auch keine andere psych Erkrankung bekommen weil sie vll die sucht unterdrückt hätte.
nur ich verfestigte die sucht. blieb dort wohnen, hatte Langeweile.
LG c
Nach oben
rock
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 16.03.2015
Beiträge: 2481

BeitragVerfasst am: 8. Feb 2018 08:47    Titel: Antworten mit Zitat

joe hat Folgendes geschrieben:
... sucht ist eine geisteskrankheit.

Wenn Du geisteskrank bist, müssen es nicht zwangsläufig alle Anderen auch sein.
Cheers
Nach oben
Quasimodus
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1425

BeitragVerfasst am: 8. Feb 2018 09:47    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
bin gesund.


gesund hab ich mich das letzte mal so um 2002/2003 gefühlt, morgens aufstehen ist jedesmal die Hölle für mich, ich kann nicht behaupten , dass ich auf den Balkon gehe und " Das Leben ist schön" hinunterrufe.
Nach oben
Domenico
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 3067

BeitragVerfasst am: 9. Feb 2018 01:55    Titel: Antworten mit Zitat

hi caro,wie gehts dir?also ich bin da ganz anderer meinung.das deine freundin
es geschafft nichts mehr zu nehmen,liegt ganz allein daran das sie es so gemacht
hat wie man es laut therapie/entgiftung auch machen soll,nämlich sich von den
alten leuten fern zu halten.klappt aber nur bei den wenigsten zu den deiner freundin
glücklicher weise gehörte!

denn die meisten die ich kenne aus etlichen entgiftungen die ich kennenlernte und
auch aus meinem umfeld,denn ich kenne viele junks und bei den haben es trotz therapie und ortswechsel keiner geschafft,denn sucht ist und bleibt numal
eine krankheit!zieh es dir mal rein ich kenne keinen junk der länger als 3 jahre
clean war aus meinem umfeld und das ist traurig!
und das man unter lebensgefahr nichts nimmt zb. im krieg liegt doch auf der hand.
das liegt nur allein daran,das man dann keine wahl hat!

bedeutet aber nicht das man wenn man was hätte net sofort zugreifen würde!
das ist meine meinung und ich respektiere jede andere meinung auch wenn ich
anderer bin!LG
Nach oben
Domenico
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 3067

BeitragVerfasst am: 9. Feb 2018 01:59    Titel: Antworten mit Zitat

PS:ich hatte noch was vergessen zu dem was gesagt wurde dazu das sucht eine
geisteskrankheit ist,ist völliger blödsinn!
wenn dann ist es ja wohl eher eine zwangsstörung!
aber beides trifft natürlich net zu!
Nach oben
nebukadnezar
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3867

BeitragVerfasst am: 9. Feb 2018 07:18    Titel: Antworten mit Zitat

rock hat Folgendes geschrieben:
joe hat Folgendes geschrieben:
... sucht ist eine geisteskrankheit.

Wenn Du geisteskrank bist, müssen es nicht zwangsläufig alle Anderen auch sein.
Cheers


Ich denke zwar nicht, dass man als Süchtiger " geisteskrank" ist, allerdings wenn man sich gerade am Anfang einer Suchtkarriere, an dem der Ausstieg noch rel. leicht ist, trotz besserem Wissen mit allen daraus möglichen resultierenden Folgen vor Augen, von der Verelendung über Zerstörung des eigenen Lebens bis zu möglichen irreversiblen Krankheiten oder dem eigenen Tod und trotzdem hämmert man sich die Pumpe in die Venen bis keine mehr über ist oder haut sich den Alkohol in Leber und Konsorten, dass diese irgendwann keinen Muks mehr machen, frisst Benzos, dass die Synapsen nur noch lüll sagen, oder alles zusammen...etcpp. ...ist man dann geistesgesund?

LG N
Nach oben
rock
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 16.03.2015
Beiträge: 2481

BeitragVerfasst am: 9. Feb 2018 09:20    Titel: Antworten mit Zitat

nebukadnezar hat Folgendes geschrieben:
...ist man dann geistesgesund?

Das kommt darauf an. Jedenfalls ist es nicht so, daß alle süchtigen Menschen geisteskrank sind.
Man hat mal in österreichischen Gefängnissen Junkies untersucht. Und zwar wirklich auf Herz, Nieren und Geisteszustand. Sehr ambitioniert das Ganze, die Interviewerei hat jeweils Stunden, Tage gedauert.
Die Studie wurde nie fertiggestellt, weil die Ergebnisse so gar nicht ins Bild paßten. Sinn und Zweck wäre nämlich gewesen, nachzuweisen, daß Sucht gleichbedeutend mit einem Knacks in der Vase ist. Dafür fand man zu wenig Leute, denen eindeutig ein Dachschaden nachzuweisen war ...
Ein "Nebeneffekt" war, daß Teile des Materials für einen anderen Zweck ausgewertet wurden und sich als Ergebnis herausstellte, daß "Giftler" im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich intelligent sind. Das wurde sogar in Tageszeitungen gemeldet, was für ziemliches Theater gesorgt hat.
Cheers
Nach oben
mikel015
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3545

BeitragVerfasst am: 9. Feb 2018 11:33    Titel: Antworten mit Zitat

Wer ist heutzutage denn schon noch 'normal'?
Wenn man will, kann man so gut wie jedem Menschen irgendein psychisches Defizit 'unterstellen'.

Ich weiß nicht ob ich krank bin. fühl mich irgendwie gut in meinem Irrsinn... Mir geht es doch gut DAMIT, hab jeden Tag das Gefühl, ich dreh durch, aber manchmal gibt genau dass mir dass Gefühl die Kontrolle zu haben. Der Rest er Welt hat n Problem ,nicht ich... Wink
es war ja schon immer mein Verdacht, dass die wahren Irren alle draussen sind, während die anderen in der Klappse hocken...Laughing
Nach oben
Domenico
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 3067

BeitragVerfasst am: 9. Feb 2018 14:05    Titel: Antworten mit Zitat

ja mikel da ist bedingt sogar was dran.also was du gesagt hattest das die
wahren verrückten draussen sind!auf jeden fall gibt es viel mehr psychopathen
die draussen herumlaufen als die die in der klinik sind.
die schwarzen zahlen sind wahrscheinlich so verheerend,das uns schlecht würde,
wenn wir wüssten wieviel menschen psychopathen sind.damit sind ja nicht nur die
mit gemeint die serienmörder sind und sich null kontrollieren können sondern die eine stufe unter der stärksten psychopatie leiden auch wenn es leiden sich komisch anhören.
denn diese skala die von der forensischen psychologin ich glaub sie heisst bennecke
mit nachnamen.und sie hat eine skala erstellt und am meisten unterwegs sind
die psychopathen der vorletzeten stufe auf der skala.das sind die die skrupellos im
beruf sind wo sie in der regel zu 90% auch sehr erfolgreich sind.die meisten sind konzernchefs,mafiosi-bosse usw. diese sind in dieser katigorie angesiedelt!
diese töten nur wenn es nötig ist von ihrem logischen standtpunkt aus,gefühle
hat diese katigorie nur wenige aber sie können was ihre familie angeht schon lieben!
aber sobald sich jemand ihren plänen in den weg stellt,werden sie dieses problem
wenn es nicht anders möglich ist mit mord aus der welt schaffen!LG
Nach oben
Yez
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2345

BeitragVerfasst am: 9. Feb 2018 16:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Caro ,

du fragst , wie halten wir unsere Unzufriedenheit aus ?

Bist du denn unzufrieden ?


Wenn ich extrem am arbeiten bin , dann vergesse ich sogar meine Oxy .
Erst durch die ersten Anzeichen der Entzügigkeit ,
merke ich , ups ... habe mal wieder die Oxy vergessen.

Ich bin zum Glück nur körperlich von Oxy abhängig
und mit Sicherheit nicht „ Geisteskrank „

Wobei mein Kopf auch nicht immer „ normal „ denkt und reagiert.


Gerade bei den sozialschwachen Personen , sieht man oft eine Sucht .


Liebe Grüße

Yez
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Fragen und Antworten Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2
Gehe zu:  
Impressum & Rechtliches
ForenübersichtIndex   SucheSuche   FAQFAQ   LoginLogin