Wie ein cleanes Leben möglich ?

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WhitePony
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 01.12.2013
Beiträge: 57

BeitragVerfasst am: 15. Mai 2018 10:39    Titel: Wie ein cleanes Leben möglich ? Antworten mit Zitat

Mittlerweile über 1Jahr Opiat/Opioid clean, aber es geht einfach nicht weiter, kein Stück in eine bessere Zukunft!

- brauche ich ein Opioid um weiter überleben zu können? Wollte eigentlich jetzt, clean mit Mitte 40, anfangen zu leben und nicht wie all die Jahre zuvor mittels Substanzen irgendwie zu überleben.

- sind 30Jahre auf Drogen einfach zu viel gewesen, mein Absprung viel zu spät, meine Psyche einfach irreperabel im Arsch?

Hatte, nachdem ich mit den Jahren auch auf Pola/Subutex immer depressiver wurde, echt große Hoffnung = clean wird alles besser.

Nix ist besser, jeder Tag ein Kampf in Einsamkeit.

Traue mir nix mehr zu, echt gar nix mehr, selbst der Gang vor die Tür erscheint auusichtslos. Angst und Depressionen sind immer present. Zum Kotzen das alles!

Wäre unter Substitution alles gut gewesen, würde ich es wahrscheinlich wieder nehmen. Die Angst war deutlich besser unter Pola(wenn auch die letzten Jahre nicht mehr so wirkungsvoll wie in den ersten Jahren. Damals war es ein Wunder für mich, endlich unter Pola fast angsfrei zu sein, auch die Depressionen waren zu beginn der Substi deutlich ertrräglicher, zum Ende hin aber wieder sehr stark da.

Weiss mir im Moment echt nicht mehr zu helfen. Neuroleptika uns Psychopharmaka erzielen auch keine Besserung. Somit versuche ich es weiter clean auszuhalten, wenngleich die Hoffnung von cleanem Monat zu Monat schwindet. Die erste Zeit dachte ich noch, AUSHALTEN!, es wird mit der Zeit bestimmt besser, aber leider wird alles unterträglicher anstatt besser.

Alles was mich nach vorne bringen könnte(und früher gebracht hat, ist mir nicht möglich, möchte gerne wieder arbeiten, Kontakte, Freunde/Freundinn, raus gehen können, aber ich pack's nicht.

Dachte mir schon, dass es schwierig wird ein cleanes Leben, denn es hatte ja Gründe warum ich mir in den Drogen hilfe geholt hatte, was auch eine begrenzte Zeit oft gut funktionierte, aber jetzt geht echt nix mehr, weder mit Drogen und schon gar nicht mehr ohne Drogen.

Vielkeicht weiss ja wer Rat?
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perl
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 10.07.2016
Beiträge: 1083

BeitragVerfasst am: 15. Mai 2018 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo white pony,

ich bin auch ein Jahr opioid/benzofrei. In Ansätzen kenne ich das auch, was Du beschreibst.

Ich hatte allerdings nie Angst-oder Panikzustände.

Du sehnst Dich nach sozialen Kontakten, nach Arbeit, einfach nach mal rausgehen und schaffst es nicht, weil Du in diesem depressiven Zustand bist...- vielleicht resultiert der depressive Zustand aber auch, WEIL Du nicht vor die Tür gehst (gehen kannst...?), weil keine Kontakte da sind, weil nichts produktives zu tun ist.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das eine das andere bedingt.

Ändern kannst Du vielleicht etwas, wenn Du gaaanz kleine Schritte RAUS machst: Wie könnte das da, wo Du lebst aussehen?
Mal in die Stadt gehen, sich ins Cafe setzen, in eine Bücherei, an einen See, einfach mal raus und sich bewegen.
Vielleicht mal Fahrradfahren. Ginge das?

Und überlegen, was Dir helfen könnte, aus der Einsamkeit heraus zu kommen. Kleine Schritte. Muss ja nicht gleich eine Freundin/Freund sein. Mit Menschen sprechen, auch, wenn es erstmal nur Smalltalk ist, zu überlegen, wo Du regelmäßig mal unter Menschen kommst.
Ich glaube, das ist fundamental.
Alleine in der Bude wird man wuschig und ruft die Depression.

Ich halte übrigens, und das ist MEINE Meinung, nichts von Neuroleptika und schon gar nicht, wenn sie den Effekt haben wie bei Dir.
Zombiemässig sei es, schreibst Du.
Da bleibt ja gar kein Platz mehr zu fühlen und für Lebendigkeit. Und wenn Du, wie Du schreibst, weisst, dass eine neuerliche Einnahme des Q. nichts zum positiven verändert, dann lass es.

Wichtig wäre meiner Ansicht nach, dass Du aktiv beginnst, etwas zu ändern, TÄTIG wirst. Wie sollte sich von alleine in der Bude etwas ändern?

Hast Du denn eine Therapie nach dem Entzug gemacht? Und wie lebst Du?
Gibt es niemanden anders in Deinem Leben?

Manchmal braucht man im Leben vielleicht jemanden, der eiinen an die Hand nimmt, auch dafür sollte es Hilfe geben.
Vielleicht nicht sofort.

Gibt es denn etwas, was Du gerne tust?

Gruß
perl
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Los Fritzos
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Anmeldungsdatum: 08.09.2015
Beiträge: 921

BeitragVerfasst am: 16. Mai 2018 03:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin jetzt seit über 20 Jahren unter dem Einfluss von Drogen. Eigentlich stellt man sich immer vor, wie ein Leben ohne Drogen aussehen könnte. Es würde dann doch alles so einfach.

Und dann muss ich plötzlich lesen, dass die Lücke, die das Substitut ausgefüllt hat, nicht so einfach wieder geschlossen werden kann. Das ängstigt mich gewaltig.

Ist es also besser, für sich das individuell beste Substitut zu finden, um es bis an das Lebensende zu nehmen?

Ich glaub, diese Option scheint mir immer realistischer zu werden. Allerdings verdrängt sich dann die Hoffnung, je wieder ganz ohne irgendwelche Drogen leben zu können.
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Mohandes59
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1154

BeitragVerfasst am: 16. Mai 2018 22:17    Titel: Antworten mit Zitat

Titel: Wie ein cleanes Leben möglich? ... Mein 1. Gedanke war, MUSS es denn unbedingt ein (komplet) cleanes Leben sein?

In den letzten 25 Jahren war ich zusammengerechnet vielleicht 1 Jahr ohne Opiate. Dazu phasenweise den anderen Mist: Koks, Speed, Alkohol, usw. Lieblingsdroge immer Heroin. Cannbabis war nie ein Problem.

Vor 4 Jahren Entzug (Metha) und Langzeittherapie, nach 2 Monaten abgebrochen. Keine Freiheit und den ganzen Tag nur Drug-Talk. Danach schienen alke Dämne gebrochen, noch mehr H, dann böse Alc-Phasen die mich mehrmals in die Psychatrie gebracht haben.

Inzwischen verläuft mein Leben in ruhigeren Bahnen. In 4 Jahren habe ich mich runterdosiert auf ca. 1ml (0,5mg) Pola, lieber hätte ich Morphin welches aber nicht immer zu bekommen ist (in meinem ganzen Leben war ich nur 3 Monate in Substi). Alkohol nur noch sehr selten, Cannabis nur abends und wenig.

Bestimmt werden manche denken 'resigniert' - NEIN! Mit den niedrigen Dosen komme ich gut klar und bin lebensfähig. Neuroleptika, Psychopharmaka oder ADs nehme ich nicht mehr! Haben nur meinen Kopf zu Brei gemacht und keines hat mir gut getan. (Und ist schon mal jemanden aufgefallen, wie viele Leute in der Psychatrie einen medikamentenbedingten Tremor haben?). Opiate in hoher Dosierung haben mich träge und depressiv gemacht.

Aber ganz ohne? In den seltenen Zeiten ganz ohne war ich dünnhäutig (bin ich sowieso), konnte nicht schlafen und fühlte mich fremd im eigenen Körper. Eigentlich nur gelitten! Nach fast 30 Jahren Opiaten - kein Wunder daß die Gehirnchemie verbogen ist!

Also nehme ich Opiate/Opiode in NIEDRIGER Dosierung, bin lebensfähig, alltagstauglich und lebe gerne. Ganz clean zu werden bleibt immer eine Option, aber KEIN Muß!

WhitePony, Dir schreibe ich folgendes: lebe Dein Leben! Es gibt so viel mehr als Drogen. Du schreibst, Du bist verzweifelt, hast Ängste, traust Dir nichts zu ...

... kleine Schritte! Aber Schritte, etwas machen, nicht auf der Stelle treten! Pearl hat schon Gutes dazu geschrieben. Sich einfach in einen Park setzen, mit Buch oder MP3-Player. Offen sein - Kontakte ergeben sich immer. Auch andere Menschen haben ihre Probleme, auch wenn man es ihnen nicht ansieht.

Hast Hast Du Hobbies? Oder welche gehabt, an denen Du anknüpfen kannst? Andere Interessen? Natur, Musik, ein Tier ...

Habe gerade das Gefühl, daß ich nicht gut erklären kann, was ich meine - vielleicht hast Du es doch verstanden!

LG Mohandes
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2169

BeitragVerfasst am: 20. Mai 2018 17:08    Titel: @Mohandes Antworten mit Zitat

Hey Smile

Nur so ne Idee.. als ich deinen thread gelesen habe, hab ich was vermisst, ein erreichbares Ziel in deinem Leben auf das Du zugehen kannst. Gleichzeitig hat es mich an das erste Mal clean (ohne Substi, ohne alles) erinnert.

Ich hätte ne Woche drauf die Umschulung angefangen. Etwas neues, Veränderung und neue Leute kennenlernen. Was hast Du für Ziele, Träume oder Wünsche die realisierbar wären?
Dann wäre das Leben nicht so dahinplätschernd..?!
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 966

BeitragVerfasst am: 20. Mai 2018 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, hatte neulich 19 cleanjahre, abstinenzjahre, nach 20 Jahre polytox. Mir hilft meine SHG, mein spirituelles programm und natürlich Geduld, Geduld und Geduld. Ich habe kein Verlangen mehr irgendwelche Drogen zu konsumieren.
Viel Kraft
Joe, nur für heute clean.
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2169

BeitragVerfasst am: 21. Mai 2018 11:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Joe,

ich hab Deine Zeilen mit Freude gelesen - Du kommst auch so rüber, (all in all, was ich bislang von Dir las) als wenn Du stetig im Wandel bist Smile Die Nähe zur Natur zudem, birgt ein großes Potencial, das von manchen unterschätzt wird. Ich find Eu´re Lebensweise ja eh super. Das ist für mich "wirklicher Reichtum", unbezahlbar. Teils hattest Du wohl eine Zeit, in der Du Dir "mehr"/"anderes" gewünscht hättest - da dachte ich, es gibt nicht "mehr", denn Du hast alles!: die Hände in der Erde, ein naturnahes Leben. Und eine Frau, die dieses mit Dir teilt! Alles Gute Dir weiterhin! Wink

Hallo White Pony,

da kann ich auch gleich anknüpfen. Wie schon erwähnt, an anderer Stelle, hat es 8 Mo (ohne zusätzliche Erkrankungen damals) gedauert, bis es mir halbwegs gut ging. Der Durchbruch - so kann man das wirklich nennen - kam, als ich begann, körperlich zu arbeiten. (auf dem Bau). Ich habe in dieser Zeit außerdem viel fotografiert, war ständig draußen, stundenlang im Wald, lag auf Wiesen rum, meist allein, manchmal in Begleitung. Ich war viel für mich und lebte damals sehr ländlich.

2 Jahre nach Entzugsbeginn, begann ich eine Ausbildung (LTA), die nur 4 Mo schulisch lief und 8 Mo auf dem Acker (Versuchsfelder, viel Handarbeit draußen).

Ich war die gesamte Zeit ü 10 Jahre mehr draußen, als drin. DAS hat mir geholfen. Und die Kamera, bezeichnete ich bereits während des Entzuges als meinen besten Freund. Derart abgelenkt, draußen, war eine mega Unterstützung.

Menschen sind ja unterschiedlich, aber ich habe noch nie gehört, das täte etwa schlecht - viele, profitieren von der Natur. Zudem, ist Bewegung ganz wichtig für unsere Botenstoffe. Bäume sollen auch einiges absondern, das zur Gesundheit beiträgt. Aber da hab ich vor längerem den Faden verloren - ich weiß nicht, was die Forscher konkret heraus fanden. Aber dass ich mich sehr gesund fühlte damals körperlich, steht außer Frage.

Auf jeden Fall ist das eine Hilfe. Mein Ex (Bordie, Weed Konsument) hatte zunächst 2 Studeingänge gecrasht, als er begann mit Kids zu arbeiten. Danach, begann er im Gartenbau, das war es dann für ihn endlich und er meinte: "Für mich, ist körperliche Arbeit draußen einfach nur genial. Es ist nicht gut für meinen Kopf, zu sitzen..."

Hanna fragte Dich auch nach nem Ziel und sicher ist das auch wichtig - ohne sich rein zu stressen, aber kontinuierlich was machen, unterstützt auch, besonders, wenn man sich damit identifizieren kann, also nicht "irgendwas".

Auch für Dich alles Gute!
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Gregory
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 624

BeitragVerfasst am: 21. Mai 2018 18:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,
was genau ist >SHG< ?
Ich hab das Problem in der Stadt zu wohnen. Das habe ich nicht immer. Damals als ich noch "ländlich" gewohnt habe hatte ich meinen Kater und konnte gerade bei solchem, schönen Wetter ,wie im Moment, immer irgendwie draussen sein. Jetzt in der Stadt ist das schwieriger
Ja Mohandes hat schon recht, man könnte in einen der vielen Parks, das habe ich auch schon gemacht und ich fühlte mich ein wenig weniger Einsam. Aber Kontakte bekommt man in der Stadt, wenn überhaupt nur sehr schwer. Ich hab das Gefühl alle sind in ihren Bekanntenkreisen und keiner hat mehr das Bedürfnis neue Kontakte aufzunehmen.
Ich bin eigentlich ein sehr umgänglicher Mensch und meine Freunde und Bekannten leben alle an anderen Orten, so das ein regelmäßiger Umgang, durch meine und deren Arbeitszeiten nur selten möglich ist. Mir fällt es halt sehr schwer über die erste Schwelle zu neuen Kontakten am Wohnort zu kommen. Arbeitskollegen fallen weg da man ja besser nicht zu tief ins eigene Privatleben, Einblick gewährt. Vertrauen ist halt so ne Sache und schwer. Das liegt nicht nur an mir, leider scheinen hier wenige bereit dazu dieses aufzubringen.
Die Einsamkeit ist fast nur mit Hilfsmitteln zu ertragen. So aus der Nummer Abhängigkeit herauszukommen scheint fast unmöglich [/list]
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Mohandes59
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1154

BeitragVerfasst am: 21. Mai 2018 23:26    Titel: Antworten mit Zitat

Gregory,

als ich Deine Zeilen las, dachte ich an mich, wie ich früher war. Ich hatte immer gute Freunde aber ich hätte mich nie getraut fremde Menschen anzusprechen, Frauen schon gar nicht.

Heute ist das komplett anders. Wenn mir danach ist oder ich einen wildfremden Menschen interessant finde, komme ich schnell in Kontakt. Einfach ansprechen, mit irgendetwas und schauen wie der/die andere reagiert. Oft passiert nichts, keine Resonanz - so what? Ich mache das quasi ohne Absichten - so habe ich interessante Menschen kennengelernt. Manchmal einfach ein wenig Smalltalk, aus dem sich aber auch tiefere Gespräche entwickeln können.

Das ging nicht über Nacht, das war ein langer Prozeß bis ich es schaffte aus mir selber herauszukommen. Irgendwann habe ich gemerkt, daß es mir Spaß macht. Ich bin gerne alleine, ich bin auch gerne unter Menschen. Brauche ich beides.

Einsamkeit ist nicht gut! In einen Park zu gehen OHNE die Absicht zu haben jemanden kennenzulernen aber offen sein. Die meisten Menschen haben zwar ihren Bekanntenkreis, freuen sich aber trotzdem andere kennenzulernen.

Bewegung ist auch gut, Natur ist heilsam! Ich weiß nicht ob/welches Drogenproblem Du hast, aber schiebe das nicht auf 'wenn ich clean bin'. Wenn man Interessen entwickelt, gute soziale Kontakte hat, dann löst sich das Drogenproblem von alleine.

Wenn das mit dem Park nichts für Dich ist, vielleicht ein Modellbauclub (nur so eine Idee, gibt ja noch andere Vereine - Gemeinnütziges, Segler, was auch immer).

In der Stadt kann man einen Kleingarten für wenig Geld pachten. Dort sein eigenes Gemüse zu ernten oder Rosen züchten, kann auch Erfüllung sein.

Leicht geschrieben aber es funktioniert! LG Mohandes
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Yez
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2098

BeitragVerfasst am: 22. Mai 2018 08:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Mohanndes,

ich trage das Herz auf der Zunge und meine Tochter sagt dann oft :
Mami du bist peinlich ( in der Öffentlichkeit )

Oder ich schaue zB. was die Schaufensterpuppe unterm Kleid trägt .
Muss dann über mich selbst sehr laut lachen , was ihr natürlich auch wieder peinlich ist .
Mir nicht , ich stehe zu meiner doch außergewöhnlichen Lache .
Auf jeden Fall kommt man so schnell mit anderen ins Gespräch.

Auch im Stau auf der Autobahn, lerne ich oft Personen bisschen kennen .
Bei guter Musik, bin ich am rumzappeln , wie auf der Tanzfläche .
Da heißt es dann , endlich mal jemand mit guter Laune .
Oft suchen sie anschließend einen passenden Sender .

Oder der ältere Herr , den ich manchmal beim Bäcker treffe .
Ich : sie riechen heute aber wieder lecker 😋
Und schon ist man im Gespräch.

Ich glaube , die Kopfmenschen haben es im RL oft viel schwerer ,
als wir Gefühlsmenschen.
Sie zerreden und zerdenken vieles , ohne zu „ Leben „


Liebe Grüße

Yez
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nebukadnezar
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3748

BeitragVerfasst am: 23. Mai 2018 08:53    Titel: Antworten mit Zitat

Wie bleibt man clean? Die zweite aller Fragen, gleich nach " wie werd ich clean ?" Wink
Einfache Antwort: man ändert sein Leben! Seine Umgebung ( muss nicht örtlich bedeuten), seine Kontakte, zumindest die, die einen irgendwie triggern können, sortiert man aus - zumndest für einen entsprechen Zeitraum - man ändert seinen Tagesinhalt, schafft sich Aufgaben( keine Ablenkung!), die bestenfalls dann auch den Effekt der Droge erfüllen, aber auf natürlichen Weg ohne negativ zu beeinflussen, usw.
Leicht gesagt und so etwas wirkt nicht wie ein Fix, Pille etc. in Sek.oder Min., sondern über Konstanz.
Als ich aus der Entgiftung kam, brauchte ich ein Rollator um nicht um zu fallen, meine Frau musste mich aus der Wanne heben, da ich selber keine Kraft hatte. Jede Bewegung war eine Qual und ich spürte Schmerzen an Stellen, von denen ich keine Ahnung hatte.
Was mir half:
Immer längere Spaziergänge, zu jeder Tages & Nachtzeit und nach einiger Zeit kontinuierlicher anfangs leichter Gymnastik, diese bis zum intensiven Muskelaufbau, Hantel dazu usw. bis auch dieses Training den zusätzlichen Effekt hatte Euphorie zu aktivieren.
Wichtig war mir immer - gerade in der ersten Zeit - trotz mieser Feelings und depressiver Gedanken -die ich nie kannte - zu einem entspannten Gefühl zu finden. Geholfen hat mir gute Musik, tw. in der Natur, damals noch am in D. am Rhein, mit Blick auf das dahin fließende Wasser z B. , einfach zur Ruhe kommen. Rausgehen, beobachten, ruhig nachdenken um die richtigen Gedanken zu sortieren und Entscheidungen zu treffen. Sein Hirn beschäftigen, intellektuell, visuell, auditiv, gustatorisch oder auch ganz primitiv.
Einsamkeit ist gut, man muss sie nur nutzen! Wenn man sie entsprechend nutzt, erwächst daraus auch die Möglichkeit, aus dieser Einsamkeit herauszutreten, Menschen kennen zu lernen, man hat Themen, kennt ggf. Antworten, hat/ entwickelt Ideen, die andere Menschen interessieren... man kommt ins Gespräch, aus denen sich Bekanntschaft oder auch Freundschaft enwickeln kann. Man sollte da nicht spiessig sein und die Menschen vorab in Kategorien einteilen, sondern offen und entspannt. Sortieren kann man immer noch. Es ist immer interessant, die Sichtweisen anderer Menschen kennen zu lernen, man muss sie ja nicht teilen, aber so kommt man zu einer Meinung.

Wenn man vor seinem Drogenkonsum psychisch/soziale Probleme hatte, die mit dem Drogen versucht hat in Griff zu bekommen, führt der Weg - nachdem man clean ist und die Symptome wieder verstärkt auftreten- über eine entsprechende Behandlung bei einem Spezialisten, u.U. mit NL oder Psychopharmaka, aber nach Bestimmung und Einnahme des Arztes innerhalb der Therapie und nicht schwarz zu gekauft und Einnahme nach Gutdünken.

Ein Jahr ist u.U. nicht all zu lang, nach 30 J Konsum. Wenn ich nur die Zeit meiner Abhängigkeit nehme, waren es ca.25 J. und auch wenn ich früher anfing etwas zu andern, so war es erst nach einem Jahr langsam spürbar besser.
Aber es ist immer schwierig, die richtigen Tips zu geben, dazu sind Menschen und ihre Lebensumstände zu verschieden, gerade ohne sich zu kennen und virtuell in einem Forum.

Wird schon, white pony!

Alles Gute!

LG N
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joe
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 966

BeitragVerfasst am: 23. Mai 2018 18:45    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Gregory,
SHG ist die Abkürzung für Selbsthilfegruppe.
liebe grüsse
Joe
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