Neulich...beim NA Info meeting

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Quasimodus
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1445

BeitragVerfasst am: 23. Mai 2018 13:53    Titel: Neulich...beim NA Info meeting Antworten mit Zitat

im April war ich in Lüneburg stationär, entgiften was geht.
Zu dieser Zeit kamen auch 2 Gestalten von der hiesigen NA, wohl Lüneburg, um sich vorzustellen.
Im Rahmen dieser Vorstellung wurde uns paar Anwesesenden ganz klar vermittelt, dass man , solange noch auf Substitut oder dergleichen ist, man quasi Redeverbot in den Gruppen hat.
Zuhören ja - aber was teilen, nein.

Auf die Frage warum, sagte mir die hochnäsige Schnecke, sie wolle sich mein breites Gelaber nicht reinziehen, breites Gelaber von 15mg Pola ?!
Und wenn mir das nicht passt, möge ich doch den Raum verlassen.

Ja, so gewinnt ihr keine Symphatien, indem ich mir von overstylten Tussies das Reden verbieten lasse, von einer, die vielleicht mal 1 Jahr länger clean ist als ich.

Einfach unverschämt, dieses Gebaren, da frag ich mich echt was die im Krankenhaus auf ner Entzugstation verloren hatten, gekommen um mir das Reden zu verbieten oder was?

Leicht aufm Höhenfflug die Tussi und der Typ erstmal...icke, ja, icke war auch mal so drauf wie du, von wegen icke, du scheinst mich ja gut zu kennen, bei deinem icke icke krieg ich das kotzen, am Besten du verpisst dich wieder nach Berlin, besser für uns alle.
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3872

BeitragVerfasst am: 23. Mai 2018 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

Haben die bei den NA jetzt schon Drückerkolonnen? Shocked

LG N
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 977

BeitragVerfasst am: 23. Mai 2018 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

hallo,
wir empfehlen, wenn du heute was genommen hast, höre erst mal zu und sprich nach dem meeting mit einem von uns.

schönen abend
joe, nur für heute clean
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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3005

BeitragVerfasst am: 23. Mai 2018 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Die NA sind halt ein AA-Klon - und ein Zustand wie "Substituiert" ist für Alkoholiker nicht vorstellbar. Jemand, der die AA-Ideologie verinnerlicht hat, ist bei Substituierten hilflos. Da sitzt jemand, der zwar weiter körperlich abhängig ist, aber in keiner Weise den Kriterien einer Abhängigkeit entspricht. Der nimmt ein Substitut, um keine Entzugserscheinungen zu bekommen - nicht wegen irgendeines "Feelings" oder gar "Highs" und führt ein Leben "wie clean" - aber in der klaren Erkenntnis, dass "richtig clean" an der "ewigen Toleranz" der degenerierten µ-Rezeptoren ein unkalkulierbares Risiko des Scheiterns birgt.
Genauso, wie die AA auch unterstützende Arzneimittel wie Baclofen strikt ablehenen - getreu dem Motto "nimm unsere SAUBERE Therapie oder krepier"

Sorry Joe, aber das musste jetzt sein!

LG

Praxx
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Mohandes59
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1443

BeitragVerfasst am: 23. Mai 2018 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Während einer Entgiftung (eine Station weiter als Lüneburg) war ich auch einmal bei einer AA-Sitzung. Mir ging es körperlich saumäßig und ich war als polytoxer Morphinist unter den ex-Alkis der Exot.

Überraschenderweise war die Runde aber sehr gut. Es gab Kaffee und Kekse und die Leute kannten sich schon länger. Sie waren ziemlich neugierig, im positiven Sinne. Einer gab mir seine Visitenkarte - "Du kannst mich jederzeit anrufen wenn Du Probleme hast".

Auch als ich mich zu meinem Drogenkonsum bekannte, nahm daran niemand Anstoß. Und auch in dieser Gruppe hatte ich ein AHA!-Erlebnis. Wieder was gelernt.

Gibt also solche und solche AA's bzw AN's. Wie auch Psychatrien, Psychologen, Ärzte, Therapien ...

Ansonsten: Clean, mit/ohne Baclo, quartalsbreit, Konsum auf kleiner Flamme ==> viele Wege führen nach Rom. Jeder muß und kann(!) SEINEN Weg finden!

LG Mohandes
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Mohandes59
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1443

BeitragVerfasst am: 23. Mai 2018 22:44    Titel: Antworten mit Zitat

Praxx hat Folgendes geschrieben:
... Die "ewigen Toleranz" der degenerierten µ-Rezeptoren ein unkalkulierbares Risiko des Scheiterns birgt.

Praxx, meinst Du das wörtlich? Ich dachte, es wäre nur eine Frage der Zeit bis sich die Gehirnchemie normalisiert.

Anders gefragt: Wie lange würde es dauern, bis sich nach 25 Jahren mit Opiaten die Rezeptoren regenerieren? Würde langsames Ausschleichen (China Cure) funktionieren?

Konkret: Seit 4 Jahren reduziere ich mein Pola und bin inzwischen unter 5 mg. Gelegentliche Rückfälle aber dann weiter. Vor 4 Jahren war ich noch bei der 10-fachen Menge (und mehr). Je weiter ich runter komme, desto besser fühle ich mich. Aber auf NULL? (Die kurzen Zeiten in denen ich in den letzten 25 Jahren ganz ohne Opiate war, ging es mir einfach nur SCHLECHT Sad).
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 23. Mai 2018 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Jemand, der die AA-Ideologie verinnerlicht hat, ist bei Substituierten hilflos.



Und ein Arzt, der an den Substituierten verdient und davon lebt, kann mit den Abstinenten und Cleanen nix anfangen. Very Happy


Sorry Praxx, aber das musste jetzt sein!
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Schlaumeier
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 1466

BeitragVerfasst am: 24. Mai 2018 03:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ob die AA/NA, Daytop oder Le Patriarche, diese Einrichtungen, wie auch viele Entgiftungen haben eigene Regeln. Ohne Ihre Regeln wuerde dort das Chaos herrschen und vieles daneben gehen. Ich persoenlich halte nix von den AAs. Aber Tausende erfolgreich clean lebende Alkis / Junkies beweisen das das Konzept fuer sehr viele Abhaengige funktioniert. Das sollte man akzeptieren. Niemand ist gezwungen dort mitzumachen.
Ich kann mich noch gut an die ersten Tage bei Le Patriarche erinnern. Die Regel dort ist erstmal im Haus mit Begleitung zu entgiften. Da gibt es keine Ausnahmen und man wird 24/7 betreut/bewacht. Ich kam entgifted (mit Bescheinigung) dort an. Dennoch musste ich wie jeder andere die erste Stufe, also Entgiftung durchmachen. Man kann sich darueber aufregen oder einfach akzeptieren das sie Ihre Regeln durchsetzen. Dabei geht es auch darum bei evtl. Abbruchgedanken intervenieren zu koennen.
Auch stinknormale Entgiftungen unterscheiden sich in den Regelwerken. Die eine kommt nem Ferienaufenthalt gleich und es gibt keine Pflichten, die andere beschaeftigt die Leute mit Hausdiensten und Sport. Was fuer Hans gut ist, muss fuer Robert noch lange nicht funktionieren.
Witzig auch das cleane Leben der AAs. Die rauchen und trinken Kaffee als gaebs kein morgen. Sind das nicht auch Drogen?
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perl
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 10.07.2016
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 24. Mai 2018 07:01    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
"ewigen Toleranz" der degenerierten µ-Rezeptoren ein unkalkulierbares Risiko des Scheiterns birgt.


...dazu würde ich auch gerne mal genaueres wissen.
Was genau bedeutet "ewige Tolerenz" und "degenerierte mu-Rezeptoren"?

Wenn das absolut zu sehen wäre, gäbe es ja wohl keine dauerhaft cleanen Menschen, die nicht im ständigem Kampf sind.
Und dem ist ja nicht so.

Aber Du schreibst ja auch vom RISIKO des Scheiterns. Wer will wie beurteilen, welche Faktoren dann letztlich zum Scheitern geführt haben?

Gruß
perl
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3872

BeitragVerfasst am: 24. Mai 2018 07:44    Titel: Antworten mit Zitat

Mohandes59 hat Folgendes geschrieben:
Praxx hat Folgendes geschrieben:
... Die "ewigen Toleranz" der degenerierten µ-Rezeptoren ein unkalkulierbares Risiko des Scheiterns birgt.

Praxx, meinst Du das wörtlich? Ich dachte, es wäre nur eine Frage der Zeit bis sich die Gehirnchemie normalisiert.

).


Ich denke schon, dass praxx das ernst meint und das ist doch auch genau das, was die meisten Leute hier oft schreiben:' einmal süchtig, immer süchtig!' ' meim Suchtgedächtnis behält ich mein Leben lang! ' etc. Die degenerierten , also nicht mehr normalen , im natürlichen Ursprung befindlichen Rezeptoren, lösen bei neuerlichen Konsum( nach cleanphase)eine erneute Sucht aus bzw. jeder Konsum stellt dann ein unkalkulierbares Risiko dar, wieder schnell in alte Konsummuster zu verfallen.
So verstehe ich das und kann das ( zumindest für mich) nicht bestätigen.

LG N
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 24. Mai 2018 08:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hab momentan nur selten und wenn, dann schlechtes Netz …
Trotzdem kurz:

Zitat:
meim Suchtgedächtnis behält ich mein Leben lang! '


Weißt Du denn überhaupt, was "das Suchtgedächtnis" ist, dass Du darüber so genau weißt, dass es ein Leben lang bleibt?
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3872

BeitragVerfasst am: 24. Mai 2018 08:19    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:
Hab momentan nur selten und wenn, dann schlechtes Netz …
Trotzdem kurz:

Zitat:
meim Suchtgedächtnis behält ich mein Leben lang! '


Weißt Du denn überhaupt, was "das Suchtgedächtnis" ist, dass Du darüber so genau weißt, dass es ein Leben lang bleibt?


Nö, hab ja keins 😁

LG N
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3872

BeitragVerfasst am: 24. Mai 2018 08:24    Titel: Antworten mit Zitat

nebukadnezar hat Folgendes geschrieben:
Marle hat Folgendes geschrieben:
Hab momentan nur selten und wenn, dann schlechtes Netz …
Trotzdem kurz:

Zitat:
meim Suchtgedächtnis behält ich mein Leben lang! '


Weißt Du denn überhaupt, was "das Suchtgedächtnis" ist, dass Du darüber so genau weißt, dass es ein Leben lang bleibt?


Nö, hab ja keins 😁

LG N


...und: hatte ich das nicht gerade schon geschrieben?

LG N
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 24. Mai 2018 08:28    Titel: Antworten mit Zitat

Dann such mal nach prozeduralem Gedächtnis und Priming Wink

Und das:
Zitat:
Der nimmt ein Substitut, um keine Entzugserscheinungen zu bekommen - nicht wegen irgendeines "Feelings" oder gar "Highs" und führt ein Leben "wie clean" - aber in der klaren Erkenntnis, dass "richtig clean" an der "ewigen Toleranz" der degenerierten µ-Rezeptoren ein unkalkulierbares Risiko des Scheiterns birgt.


… ist natürlich die krude graue Theorie eines Arztes, der von den Substituierten lebt ..
Natürlich braucht ein Substituierter das Substitut auch, um sich gut zu fühlen, also wegen des Feelings. Sonst könnte man die Leute ja ganz einfach - wie tausendfach bewiesen und erforscht - binnen weniger Tage entgiften und gut ist. Wink
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3872

BeitragVerfasst am: 24. Mai 2018 08:49    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:
Dann such mal nach prozeduralem Gedächtnis und Priming :wink

...das sind mir zu schwere Wörter am frühen Morgen und außerdem hab ich noch nicht geduscht, hab ja Urlaub😁
Naja, natürlich weiss ich, was ein Suchtgedächtnis ist, praktisch wie theoretisch ( in ausreichenden Ansätzen) . Wenn man clean bleiben will, macht es Sinn, sich mit u.a. Sucht zu belesen und in den Monaten nach der Entgiftung hatte ich Zeit...viel Zeit😟

Zitat:

… ist natürlich die krude graue Theorie eines Arztes, der von den Substituierten lebt ..
Natürlich braucht ein Substituierter das Substitut auch, um sich gut zu fühlen, also wegen des Feelings. Sonst könnte man die Leute ja ganz einfach - wie tausendfach bewiesen und erforscht - binnen weniger Tage entgiften und gut ist. Wink


Mal abgesehen davon, dass ein Subststidoc nicht von Spenden der Substituenten leben kann, ich denke da käme nicht so viel zusammen, bin ich auch der Meinung, fixieren einen Junk 6 Monate stramm aufs Bett, knall ihm 24h/d Beethoven laut aufs Ohr, hau ihm 24 h nonstop visuell Bilder glücklicher Familien mit süssen Kindern am Strand ins Hirn, dann wird der schon clean. Ist doch wirklich nicht schwer Rolling Eyes Very Happy

LG N
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