Heute in der Vergabe...Was meint ihr dazu? Praxx bitte

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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3882

BeitragVerfasst am: 26. Sep 2019 11:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich selbst hab über 10 Jahre Metha/Polamidon genommen. Es ist echt Dreckszeug.

weil...
1. Der Entzug ewig bis zu mehreren Monate gehen kann wenn nicht langsam abdosiert wurde
2. Die Nebenwirkungen stressen. Man wird depressiv und dauernd Hitzewallungen bei dem einen der Schweiss aus jeder Pore kommt was vor allem im Winter sehr schön ist beim Wechsel vom warmen ins kalte...
Desweiteren war ich jeden Morgen affig noch bevor ich es hätte sein dürfen. Aber wie ekelhaft das ist weiss nur jemand der das selber erlebt hat.
Ein Leben ganz ohne Drogen kann ich mir nicht vorstellen, nein. Leider füllen Opiate/Opioide wirklich alles aus, was in mir fehlt und schmerzt. Für mich ist das mit dem Oxycodon ein gangbarer Weg und mein persönlicher Kompromiss. In meiner persönlichen Bilanz, hat diese selbstständige Substitution mehr Vorteile als Nachteile und so lebe ich solange damit, wie ich gut damit leben kann.
Allright... das Leben ist sowieso ne Schlampe, also lasst euch nicht unterkriegen und was immer ihr auch tut, versucht gut zu euch zu sein und auf euch aufzupassen Smile!

so long
Mikel

P.S.
Yez wird gerade in diesen Moment auf den OP-Tisch geschoben...dann heißt es mal Daumendrücken...wird schon gutgehen...
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Mohandes59
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1797

BeitragVerfasst am: 26. Sep 2019 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Yez, wir drücken alle die Daumen für Dich!

Schlaumeier, ich habe großen Respekt wie Du Dein Leben in SOA eingerichtet hast. Du darfst aber nicht davon ausgehen, daß das jeder so kann. Für manche ist einfach 'harm reduction' angesagt (z.B. Substi), andere sumpfen weiter (und die werden hier kaum schreiben - und wer weiß wie viele alleine hier im Forum in den letzten Jahren six feet unser gegangen sind, vermutlich einige). Du hattest mal geschrieben 'das Leben ist ein Geschenk' - so ist es!

Zum Unkraut: ich habe auch ein Gärtlein, dieses Jahr unter anderem auf knapp 10 qm Tomaten angebaut, sind so viele, daß ich einen großen Teil verschenke, einiges friere ich ein für den Winter. Schöne alte Sorten dabei: Andenhörnchen, Schwarze von der Krim, usw - lecker, bekommt man so nicht im Laden. Und da muß ich auch Unkraut wegzupfen (keine Chemie). An anderer Stelle dürfen Wildkräuter wachsen wie es ihnen gefällt, und jede Menge Wildbienen und andere Insekten freuen sich. Unkraut vergeht nicht. Sehe ich also nicht als Schimpfwort.

Hallo Jolina, die Nachweisbarkeit von H ist so eine Sache. Ich bin noch am recherchieren. Bei Metha/Pola & Subutex ist es ganz simpel: wenn Morphin in der UK ist, gehört es nicht dorthin. Bei Substitol ist das wesentlich schwieriger. H wird letztlich im Körper zu Morphin umgewandelt. Also wird nach Metaboliten gesucht, z.B. 6-MAM (Monoacetylmorphin), welches aber in Stunden auch wieder abgebaut wird, oder Codein-Metaboliten. Ein einfacher Schnelltest kann also maximal aktuellen Konsum anzeigen, sonst 2-3 Tage. Im Labor ist natürlich prinzipiell alles nachweisbar, kostet aber ein paar 100€.

Verlassen würde ich mich nicht auf solche Angaben, wenn sie Dir aber Beikonsum unterstellen (den Du nicht hattest), dann solltest Du auch selbstbewußt auftreten!
Daß Du Morphin bekommst, sollte Dich doch motivieren BK möglichst nicht zu haben. Du schreibst ja, Du bist die einzige die Substitol bekommt. Wie gesagt, ist das einzig vernünftige Substitut und dafür kann und sollte man schon etwas tun. Viel Erfolg!

LG, Unkaut Wink Mohandes
سلام مهندس
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Mohandes59
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1797

BeitragVerfasst am: 26. Sep 2019 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Grummel ... Unkraut natürlich!
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3111

BeitragVerfasst am: 27. Sep 2019 01:18    Titel: Antworten mit Zitat

Kann man drüber streiten...
90% kommen auf Substitol schlecht zurecht - der Stoff fordert Termindisziplin, mal eine Vergabe auslassen oder den Morgen verschlafen endet in nicht so schönem Entzug - und die Verstopfung ist auch deutlich schlimmer, Pflastersteine kacken ist kein Vergnügen, und die richtige Dosis Abführmittel finden ist auch nicht so einfach.
Ich glaube, dass viele Substitol-Patienten ausnutzen, dass das Routinelabor einen H-Beikonsum nicht zuverlässig entdecken kann.
Das klappt aber nur so lang, bis standardmäßig auf Acetylcodein getestet wird - das ist in Schore immer, in reinem DAM nie enthlaten

LG

Praxx
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Jolina40
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 709

BeitragVerfasst am: 27. Sep 2019 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

@praxx
Ich persönlich komm mit substitol super klar und hab seitdem kein suchtdruck mehr, bzw. Sehr selten und der Gedanke geht schnell weg.
Verstopfung hab ich auf Pola genau so gehabt, allerdings bekomm ich Substitol erst seit knapp 5 Wochen.
Bin seit 2015 wieder in der Vergabe nachdem ich davor lange cleanzeit hatte und hab seitdem erst 1 Tag gefehlt.
Naja, jeder ist anders, aber kenne einige die mit Substitol gut klar kommen und bis dahin immer Suchtdruck hatten.
90% kann ich mir schwer vorstellen...
Es grüßt Jolina
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Mohandes59
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1797

BeitragVerfasst am: 27. Sep 2019 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Denke ich auch Praxx, daß 90% viel zu hoch gegriffen ist (oder ist das eine belastbare Zahl aus Deiner Erfahrung?). 

Mit der Verdauung hatte ich noch nie Probleme. Liegt sicher auch daran, daß ich mich ziemlich gut ernähre (vegetarisch, ausgewogen, wenn möglich BIO). 
Irgendwie auch eine Ironie: einerseits Giftler-Leben, anderseits BIO. Aber gerade wenn man seinem Körper schadet sollte man das z.B. durch Ernährung ausgleichen. Sehe ich so wie meditieren unter Drogen: paßt auch nicht wirklich zusammen, aber besser meditieren unter Drogen als überhaupt nicht meditieren. 

Ist nur meine (subjektive) Erfahrung, aber Morphin wäre immer meine erste Wahl. Metha/Pola würde ich ums verrecken nicht mehr anrühren (außer kurzfristig um einen Entzug abzufedern). Bupre habe ich nicht vertragen. 

Außerdem hat Morphin den Vorteil, daß man ziemlich klar im Kopf ist (bei Subutex habe ich mich latent psychotisch gefühlt, meine subjektive Erfahrung - von Anderen höre ich, daß sie damit gut klar kommen).

LG Mohandes

P.S. Noch eine Zahl, ins Blaue geraten: wieviele schaffen es nach Jahren auf 100mg+ vom Metha zu entziehen? Ich behaupte <5%. Geht nur mit viel Disziplin über längere Zeit abzudosieren (ich habe es kalt versucht weil ich keine Ahnung hatte - ging nach hinten los).
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2239

BeitragVerfasst am: 27. Sep 2019 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Wahrscheintlich off-topic, aber: was genau findet ihr denn an Metha schlechter im Vergleich zu Morphin? Ich würde es ja nach wie vor gerne mal ausprobieren, weil es immer heißt, dass v.a. die Sedierung offenbar nicht wirklich einer Toleranz unterliegt und wegen der langen Wirkdauer. Aber man hört und liest halt ständig, wie scheiße das Zeug sein soll... Was ist denn daran anders?
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Mohandes59
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1797

BeitragVerfasst am: 27. Sep 2019 23:07    Titel: Antworten mit Zitat

surreal hat Folgendes geschrieben:
Wahrscheintlich off-topic, aber: was genau findet ihr denn an Metha schlechter im Vergleich zu Morphin? Ich würde es ja nach wie vor gerne mal ausprobieren, weil es immer heißt, dass v.a. die Sedierung offenbar nicht wirklich einer Toleranz unterliegt und wegen der langen Wirkdauer. Aber man hört und liest halt ständig, wie scheiße das Zeug sein soll... Was ist denn daran anders?


1. Metha (& Pola) haben eine sehr lange HWZ (Akkumulation). Ist ansich noch kein Argument dagegen, aber ich persönlich mag einfach das Anfluten von H. Nach einer gewissen Zeit hat man einen Spiegel und merkt fast nichts mehr.

2. Nebenwirkungen (steigen natürlich mit der Dosis): Schweißausbrüche. Man ist ziemlich sediert bis hin zu einer scheiß-egal-Haltung. Ich wurde fett und aufgeqollen. Und nach Jahren legte sich das Metha wie ein düsterer Mantel über mein Leben - Desinteresse und Depressionen.

3. Der Entzug! Ich habe nach ca. 14 Jahren kalt entzogen (stationär) - es war die pure Hölle. Der Entzug ist nicht sooo schlimm, aber er scheint einfach kein Ende zu nehmen. Nach Wochen, Monaten wird es erst langsam besser - das zermürbt. Dann bleibt noch lange eine quälende Kraftlosigkeit, schon Treppen zum 1. Stock waren mir zu viel. Ich habe das nur 3 Monate durchgehalten, dann wieder Opiate (aber kein Metha).
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2239

BeitragVerfasst am: 27. Sep 2019 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

Gut, der letzte Punkt hat es natürlich in sich... Das finde ich auch abschreckend.
Die ersten beiden sind dagegen ja eher genau das, was ich mir davon versprechen würde. Ist denn die Sedierung hier irgendwie anders als z.B. auf H? Also wirklich qualitativ? Könnte ja so sein, wenn diese Wirkung auch nach längerer Zeit nicht nachlässt. Denn gerade das ist es vor allem, was mir an den Opiaten so gut tut: dass alles irgendwie "weiter weg" ist, weniger aufdringlich, leiser und langsamer. So jedenfalls meine Empfindung dabei. Fühlt sich das beim Methadon anders an? (Ich finde z.B. auch die Sedierung durch Neuroleptika schrecklich - wenn ich nicht gerade schlafen will... Da wird einfach das ganze Denken blockiert, wenn man so will. Es muss also schon eine ganz bestimmte Art von Sedierung sein, damit ich mich wohlfühle.)
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2239

BeitragVerfasst am: 27. Sep 2019 23:40    Titel: Antworten mit Zitat

Wobei: Schweißausbrüche und Gewichtszunahme will ich natürlich auch nicht... Laughing Ich habe mich da jetzt schon nur auf die Sedierung bezogen, was die gewünschte Wirkung anging.
(Diese Schwitzerei habe ich übrigens auch bei allen anderen Opioiden, die ich so genommen habe. Das nimmt auch beim Kratom teilweise extreme Ausmaße an...)
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Mohandes59
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1797

BeitragVerfasst am: 28. Sep 2019 00:45    Titel: Antworten mit Zitat

surreal hat Folgendes geschrieben:
Gut, der letzte Punkt hat es natürlich in sich... Das finde ich auch abschreckend.
Die ersten beiden sind dagegen ja eher genau das, was ich mir davon versprechen würde. Ist denn die Sedierung hier irgendwie anders als z.B. auf H? Also wirklich qualitativ? Könnte ja so sein, wenn diese Wirkung auch nach längerer Zeit nicht nachlässt. Denn gerade das ist es vor allem, was mir an den Opiaten so gut tut: dass alles irgendwie "weiter weg" ist, weniger aufdringlich, leiser und langsamer. So jedenfalls meine Empfindung dabei. Fühlt sich das beim Methadon anders an? (Ich finde z.B. auch die Sedierung durch Neuroleptika schrecklich - wenn ich nicht gerade schlafen will... Da wird einfach das ganze Denken blockiert, wenn man so will. Es muss also schon eine ganz bestimmte Art von Sedierung sein, damit ich mich wohlfühle.)

Das Schwitzen bei Metha ist schon extrem, vor allem bei höheren Dosen. Neroleptika verweigere ich übrigens ebenso wie Antidepressiva - nachdem sie fast alle an mir ausprobiert haben, und keines hat mir gut getan. Und wenn ich an die zittrigen, vor sich hin sabbernden Haldol-Leichen in der Psychatrie denke - ist natürlich ein Extrembeispiel, aber auf diese Art der Sedierung verzichte ich gerne, und lebe lieber mit meiner zeitweisen Schlaflosigkeit.

Ja, ich empfinde die Sedierung der verschiedenen Opiate schon sehr unterschiedlich. Beispiel: Während mich H eher anregt (und natürlich auch sediert) hat mich das Metha eher schlapp und gleichgültig gemacht. Also eindeutig ein qualitativer Unterschied. Wobei ich vermute daß die verschiedenen Opiate/Opioide auf verschiedene Menschen sehr unterschiedlich wirken.

Ist natürlich meine subjektive Erfahrung, was aber den Entzug nach langer Dauer betrifft, da kannst Du hier ähnliches von Anderen hören. Kurzfristig wirkt Metha natürlich etwas anders, nicht aber grundsätzlich.

Ansonsten teile ich Deine Empfindung was Opiate betrifft. Fluch und Segen. Und machen leider alle sehr süchtig.

LG
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1606

BeitragVerfasst am: 28. Sep 2019 13:53    Titel: Antworten mit Zitat

moin,

das was Praxx angedeutet hat, dass es in naher Zukunft kaum noch Substiärzte geben wird ( kann man wohl auf die gesamte BRD anwenden ), ich glaube, dass es auch da einen Lösung , abgesegnet durch die jeweiligen Landesregierungen, geben wird. Es kann nicht das Ende sein, denn dann haben wir wieder Zustände wie in den 80/90ern, wo die Kundschaft abends in den Eingängen von Geschäften, Banken etc hemmungslos rumgefixt hat, und Eltern mit ihren noch kleinen Kindern gingen im Eiltempo daran vorbei.
Wenn die cops aufmarschierten, traten sie dir die Dose weg, ganz toll Herr Kommissar , und jetzt?
Wasn Teufelskreisschwachsinn.

Entweder müssen die Regularien für die Mitgabe von BTM Rezepten gelockert werden , so nach dem Motto "take home für alle", warum eigentlich nicht ?
Wer alles schon an einem Tag vejunken muss, selber Schuld.
Es gibt immerhin die Möglichkeit , seinen Stoff bei ambulanten Betreuungen , AIDS Hilfe, Hausarzt etcpp eigenverantwortlich abzugeben und sich jeden Tag seine Dosis zu holen.
Das ist doch konstruktiv und die Ärzte und Apos werden entlastet.
Mehr Verantwortung dem junkie fordere ich, gerade für diejenigen , die 30 Jahre harte Drogen und offene Szene überlebt haben.

Das wäre für alle Beteiligten eine Lösung, die es wert ist getestet zu werden.

@surreal,

ob das scheisse ist, wie du von vielen hörst, kann man nicht verallgemeinern.
Das musst du unvoreingenommen für dich selbst herausfinden.
Fakt ist, Pola/Metha haben ein Sucht/Abhängigkeitspotential, das seinesgleichen sucht.
In Frankreich zB wird vorwiegend mit Subutex geaarbeitet und so wie ich verstanden habe auch zum grossen Teil mit 4mg/Tag, was die rezeptoren vollständig abdeckt.
Im Mutterland ( England) wird sogar in individuellen Fällen noch mit Heroin gearbeitet, ganz bekannt ware die Heroin in Zigaretten Programme dort, da gabs hier gerade mal Codeincompretten hinter verschlossen Türen.

Ich kann Pola/Metha auch nix mehr abgewinnen, aber damals , vor 20 Jahren hat es mir den Arsch gerettet. Ich konnte meine Zeit nun Dingen widmen , die vorher unmöglich waren.
Einkaufen gehen , Essen zubereiten, mal die Bude putzen, soziale Kontakte pflegen, und wenn man keine hatte, in einen Verein gehen ZB in den Schützenverein oder zur Selbsverteidigungsgruppe oder oder oder.

Pola /Metha hat halt den Nachteil, das es langjährig konsumiert, echt ziemlich abstumpft, du kommst deinen Interessen nicht mehr nach weil : alle scheissegal , heute oder morgen oder übermorgen und blabla.
Als Polapatient rutscht du in eine ganz miese vorurteilsbeladene Schublade rein,
erzählst du das wem aufm Amt oder wo auch immer, du hast einen so schlechten Ruf weg , allein durch das du im Pola/Methaprogramm bist, dir wird teilweise mit Hass , teilweise mit Mitleid( Mensch 2. Klasse) begegnet.
Ich schätze genau deswegen wollen viele aus diesem , entschuldige "fucking Programm" raus, weil sie nicht mehr Tag für Tag in der Abfertigungsschlange stehen wollen, Hans und Franz gehen daran vorbei und wissen genau, guckmal den junkie da , bekommt seine Dröhnung umsonst.Und mir habense heut Nacht das Autoradio geklaut. Das waren bestimmt diese Zecken da !"

Und auch die Programme selbst arbeiten mittlerweile so niedrigschwellig wie es eben geht.
Es gibt keine Anreize und Impulse aufzuhören , warum auch, der Lappen ist eh weg, ich bin hochverschuldet, die ungeöffneten Briefe stapeln sich meterhoch, die Wohnung ist ein Insektenzoo.
Ganz klar , es fehlt der Anreiz aufzuhören.
Hast du erstmal das Führungszeugnis voll von Einträgen wie BTM Intensivtäter wurde bei einer Kontrolle mit 0,165g Kokain erwischt und weiteren derart schwachsinnigen Einträgen, kannst du noch nicht mal ehrenamtlich in der Nachbarschaftshilfe arbeiten, geschweige denn auf dem 1. Arbeitsmarkt.
Du landest dann in irgendwelchen oberschlauen Massnahmen des jobcenters, die am Ende mit dazu beutragen , dass BL X Hurra nur 4% Arbeitslosigkeit zu bieten hat. Sind wir nicht geil.?!

Da beisst sich die Katze in den Schwanz.
Fachkräftemangel, aber mal einem interessierten Drogi die Chance zu geben, nein, wir brauchen Fachkräfte aus Ungarn Polen oder Spanien.
Was ein Scheiss, ehrlich Leute.
Für jeden fucking Einkauf heutzutage brauchst du ne Kreditkarte, den Führerschein neu zu machen, auf Substitut so gut wie unmöglich, der 1. Arbeitsmarkt ist tabu.
Entweder Substitution oder Arbeit nach Tarif.
Das ist Deutschland, dessen Führungskräfte sich zusqammensetzen aus den studentischen Burschenschaften, alles Vit B, alles rechts(radikal), Nationalstolz eben, ist doch nicht schlimm.
Schwer, da mitzumischen, wenn du nicht von Anfang an dabei warst.

Das ist die Realität.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2239

BeitragVerfasst am: 28. Sep 2019 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Mohandes59 hat Folgendes geschrieben:
Während mich H eher anregt (und natürlich auch sediert) hat mich das Metha eher schlapp und gleichgültig gemacht. Also eindeutig ein qualitativer Unterschied. Wobei ich vermute daß die verschiedenen Opiate/Opioide auf verschiedene Menschen sehr unterschiedlich wirken.


Ja, das halte ich auch für gut möglich. Ansonsten: mir ist auch schon aufgefallen, dass die Wirkung diverser Opioide (sowohl H als auch Kratom) mit der Dosis sehr anders ausfallen kann. Wenn ich mal gemeint habe: "viel hilft viel", kam am Ende oft heraus, dass ich durchaus sedierter war, aber auch eher träge und müde. Und eben nicht mehr gleichzeitig motiviert und gut gelaunt. Und das macht auch bei mir vor allem die Neigung dazu aus: dass man trotz der beruhigenden und dämpfenden Wirkung noch wach ist und voller Tatendrang (das habe ich sonst bei keiner anderen Substanz bzw. Subtanzengruppe so erlebt).
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2239

BeitragVerfasst am: 28. Sep 2019 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

@Quasimodus:

das kommt "krönend" natürlich noch oben drauf: dass eigentlich die einzige Möglichkeit, hierzulande Methadon zu bekommen, die ist, sich in einem so (negativ) exponierten Programm zu befinden. Und ja, die Vorurteile sind insgesamt wohl noch da. Mal ganz davon abgesehen, dass die Zukunft dieser Programme womöglich insgesamt gefährdet ist (kann ich nicht beurteilen). Bzw. von der anderen Seite: insgesamt lässt sich in der Medizin ja offenbar vieles "mal ausprobieren" (z.B. die gesamte Palette der Antidepressiva und Neuroleptika rauf und runter) - aber wenn es um BtM geht halt nicht mehr... Letzten Endes tragen wir da, meine ich, nach wie vor den Ballast von Jahrzehnten herum, und insbesondere in Deutschland wiegt der offenbar ganz besonders viel.
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amoebe
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 22.09.2016
Beiträge: 117

BeitragVerfasst am: 28. Sep 2019 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

@schlaumeier

Gerade erst von Deinem Unfall gelesen ... wünsche Dir gute Besserung und dass Du bald wieder mit Deinen beiden Moetern an den Strand gehen kannst 🐶🐶

Liebe Grüße, amoebe 🐛
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