Sucht auch durch/in glücklichen Zeiten?

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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2172

BeitragVerfasst am: 27. Mai 2020 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
(Habe ich übrigens auch nicht als negativ aufgefasst, Marle).

Dann bin ich froh!

Was Du über die Therapien – zumindest die „konventionellen“ älteren Datums schreibst, ist leider so. Vielleicht nicht überall so gewesen, aber meistens.
Meine erste war 1983. Dass ich danach solange clean und trocken blieb, daran hatte weniger die (nicht besonders gute) Therapie einen Anteil, als vielmehr andere Faktoren: Ich fand eine richtig tolle SHG für die erste 4 – 5 Jahre, und, da glaube ich, dass dies der primäre Grund fürs „Aushalten“ war, ich war zum Zeitpunkt damals „so tief gesunken“, viel tiefer hätte es nicht mehr gehen können und dürfen. Die Angst vor einem Rückfall war also entsprechend groß – und anhaltend.
(Damals wurde noch therapeutisch suggeriert: Wehe du hast einen Rückfall, dann ist ALLES aus …)

Meine zweite – richtig gute – Therapie war 2013. Da wurde gar nicht groß auf die (endlose, weil ja immerhin schon mehr als 50 Jahre alte) Vorgeschichte explizit eingegangen. Es wurde auch niemand demontiert, sondern zuerst eine Bestandsaufnahme vom „Ist-Zustand“ der Teilnehmer gemacht. Um dann darauf aufzubauen und sie zu stärken. (Jeder hat andere Stärken, andere Möglichkeiten und Fähigkeiten).
Für alles andere gab es die Indikationsgruppen separat. Dort konnte man dann, wenn man das wollte, auf die einzelnen „Defekte“ in seinem Leben und seiner Persönlichkeit eingehen.
Was aber m. E. auch heute noch wenig geschieht: Die Vorbereitung „für danach“.
Einerseits weiß man gesichert, dass die häufigsten ersten massiven Rückfälle im 1. Jahr nach der Therapie erfolgen, andererseits wird kaum jemand gründlich darauf vorbereitet.

Und in der Tat: Diese „bedingungslose Abstinenz-Erklärung“ ist für sehr, sehr viel „der Grund überhaupt“, warum sie scheitern.
Zumindest ich habe das in meinem Engagement in der Suchtselbsthilfe berücksichtigt, und niemand, der meine Unterstützung wollte, brauchte sich deswegen zur Abstinenz verpflichten. Da gibt es heutzutage (gab es aber rein theoretisch schon immer) wunderbare Wege, wie man gemeinsam nach und nach den Entschluss und die Entscheidung der Betroffenen in ihrem Sinne so verändern kann, dass es in die richtige Richtung geht. Ganz ohne Druck, und ohne Bedingungen. (Motivational Interviewing)

Ich verstehe sehr gut, was Du meinst, da wir ja altermäßig nicht weit auseinanderliegen. Einem 50zig-jährigen mit fast 40 Jahren Sucht- und Lebenserfahrung – ggf. auch, wie es bei mir war mit erfolgreichem beruflichem Werdegang – kann man nicht „die Welt erklären wollen“. Schon gar nicht, wenn das Gegenüber, wie das anfangs bei mir war, eine junge Therapeutin mit gerademal knapp 30 Jahren ist. Diese Erfahrungen habe ich (leider) auch machen müssen, und es gehörte schon gewaltige Überzeugungskraft (die man in dem Zustand normalerweise nicht hat) dazu, aber auch eine hohe Risikobereitschaft, anderenfalls aus der Therapie zu fliegen, um einer anderen, erfahreneren Therapeutin zugeteilt zu werden.
Das ist auch so ein „Manko“ vieler Therapiekliniken: Von den Patienten erwartete man höchste Flexibilität, und die Klinik selbst ist dazu überhaupt nicht in der Lage.
Aus meinen Erfahrungen heraus: Eigentlich müsste man vor einer „Suchttherapie“ Betroffene erst einmal in eine „Findungs-Therapie“ schicken, um herauszufinden, in welche Klinik sie wirklich passen.
Schon deswegen bin und war ich mit Weiterempfehlungen immer sehr zurückhaltend.

Selbstremission im Zusammenhang mit Sucht: Ja, der Begriff „Selbstheilung (incl. Genesung?)“ ist am treffendsten. Allerdings kann und wird über „Genesung“ gestritten, die es nach konventionellen Maßstäben nicht gibt.
Bei der Selbstremission geht man aber grundsätzlich davon aus, dass überhaupt keins der formalen Angebote (Suchtberatung, SHG, Therapie usw.) angenommen wird, sondern die Sucht sich „von allein auswächst“.
In relativ neueren Erhebungen (nicht zu vergleichen mit Statistiken!) geht man sogar davon aus, dass die, die formale Hilfen in Anspruch nehmen, bestenfalls 10% aller Betroffenen sind (Spitze des Eisbergs). Da fragt man zu Recht: Und was ist mit dem "gr0ßen Rest", wie schaffen die das?

Die Studie zur Selbstremission darüber etwas, nun ja, umstritten, weil sie auf sehr undifferenzierten Faktoren beruht. Zum einen findet in ihr eine SR vor allem bei älteren Menschen statt. Da müsste dann auch über den Zusammenhang „Alter/Gesundheit/Verträglichkeit (Stoff)“ diskutiert werden.
Zitat:
Jede, auch die beste, Therapie ist ja Hilfe zur Selbsthilfe. Der Therapeut zeigt dir wie das Laufen funktioniert, laufen mußt du dann irgendwann selber.
Das setzt eigene (Lebens-) Erfahrung voraus. Wie gesagt, der Weg ist steinig und voller Dornen. Oft falsch abgebogen, verlaufen, in die Irre gegangen bis man wieder den Weg findet. Aber man lernt, viele Fehler macht man immer wieder bis man lernt sie zu vermeiden. Das gesunde Körperbewußtsein wächst, gerade wer seinem Körper viel geschadet hat achtet eher darauf sich Gutes zu tun. Das ist ein Prozess der nie aufhört im Idealfall
.
Auch das ist richtig – und leider auch wieder ein Grund, warum viele scheitern.
Es werden von vorneherein völlig falschen Erwartungen an die Therapie und die Therapeuten „propagiert“. Tatsächlich ist eine Therapie nichts anderes wie zu mehr als 70% (keine Ahnung, bitte nicht an der Zahl festmachen!) Selbst-Arbeit. Natürlich kann und soll der Therapeut Vorschläge machen und mögliche Wege aufzeigen. Aber an denen ist dann individuell noch unglaublich viel „Feintuning“ nötig, bis es auf den Betroffenen passt. Und dieses Tuning kann jeder nur selbst für sich vornehmen.

Da ich die erfassten Daten und Statistiken (mit sehr großen Dunkelziffern!) kenne: Die wenigsten schaffen einen Stillstand in der Sucht – oder auch nur einen moderaten Umgang mit dem Suchtstoff – beim ersten Anlauf.
(Und ich bekenne mich da mal deutlich, möchte es aber denen, die das fertigbrachten, nicht absprechen: Oft hatte ich den Eindruck, dass solche Betroffenen gar nicht richtig wussten, was Sucht wirklich bedeutet. Jedenfalls nicht das, wie ich meine Sucht erlebt habe.)

Muitos cumprimentos
Marle
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Mohandes59
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1847

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 07:15    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:
Bei der Selbstremission geht man aber grundsätzlich davon aus, dass überhaupt keins der formalen Angebote (Suchtberatung, SHG, Therapie usw.) angenommen wird, sondern die Sucht sich „von allein auswächst“. 
In relativ neueren Erhebungen (nicht zu vergleichen mit Statistiken!) geht man sogar davon aus, dass die, die formale Hilfen in Anspruch nehmen, bestenfalls 10% aller Betroffenen sind (Spitze des Eisbergs). Da fragt man zu Recht: Und was ist mit dem "gr0ßen Rest", wie schaffen die das?

Marle, Du erstaunst mich! Da ist viel wahres dabei, hätte ich nicht erwartet von Deiner Seite (und das ist wieder absolut positiv gemeint).

Zur Selbstremission. Ich würde das erweitern, nicht nur Menschen die noch nie in einer Therapie o.ä. waren und die irgendwann ihren Weg aus der Sucht finden sondern auch jene die, therapiegeplagt oder übertherapiert, irgendwann (ohne Therapie) alleine ihren Weg finden.

Und warum soll Selbstremission nicht eine vollständige Heilung zur Folge haben? Vielleicht weil einmal süchtig = immer süchtig, was ja auch stimmt. Die Sucht bleibt, der Umgang mit der Sucht ist ein anderer. Auch eine Form der Heilung.

Zum 'nie-niemals-wieder' ("ein Rückfall wäre dein Ende!"). Vor ein paar Jahren saß ich bei einer Neurologin die auch Suchttherapeutin ist. Sie sagte "das kann ich verstehen, daß das für sie ein wahrer Abgrund ist der Gedanke an das nie-wieder. Versuchen Sie doch einfach so wenig wie es eben geht zu konsumieren".

Buff! Sowas hatte ich noch nie von ärztlicher oder therapeutischen Seite gehört. Davor immer nur "nein, nichts mehr, nie wieder". Oder "auch kein Cannabis, das triggert Sie sofort wieder zu harten Drogen".

Das war ein Erweckungserlebnis! Inzwischen weiß ich daß es viele Therapeuten gibt die so denken. Und seitdem ist mein Konsum deutlich zurückgegangen. Der Druck ist weg! Das ging natürlich nicht über Nacht, ist ein Prozeß der andauert.

Frieden machen, mit der Sucht und mit sich selbst!

سلام مهندس LG in die Runde
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2614

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

erstaunlich, wie konsensfähig unser Marle derzeit ist...ob er wohl in Portugal wieder das Kiffen angefangen hat? Cool
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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2997

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Die Frage zielte ja eher auf Ursachen ab. Und innerhalb von Jahrzehnten änderte sich Mensch und gesellschaftliches entsprechend. Niemals war es so wichtig, "gut da zu stehen" - was immer das auch heißt im Einzelnen. Durch das Netz ist "Vergleichbarkeit" angelegt, wie Nehell schon anführte. Außerdem die "Schere", ect.

Trotzdem bleibe ich dabei: ein rundum gesunder junger Mensch wird eher Abstand halten zu bestimmten Gruppen oder einem potentiellen Partner, der auf Heroin hängt. Anders bei Substanzen wie Alkohol, Partydrogen - aber auch solches, wird von jungen Menschen weniger oft konsumiert werden, die lieber Sport machen, darin aufgehen, ihr Berufsbild zu verfolgen, ect.

Und was die Auswirkungen betrifft, lieber Marle, so ist der Unterschied auch heute noch unübersehbar, zu usern, die Alkohol vorziehen. Du gehst gerne darüber hinweg, dass auch Therapie Angebote sich von jeher ganz entschieden unterscheiden. In ambulanten Gruppensitzungen sind die angesprochenen Probleme im Alltag zudem durchwegs oft völlig andere Exclamation Die Dauer der Therapiezeit unterschied sich früher (Alkohol 3-6 Mo, Heroin 12-18 Mo) noch stark.

Dass Abstinenz der entscheidende Faktor ist, kann man nur bestätigen. Wer das noch niemals durch hielt, kann m.M.n. überhaupt nicht sagen, wie er sich nach 2 Jahren clean fühlen würde, nicht wahr?

Ich kann nur bz Opiaten sprechen: ihre Nebenwirkungen beinhalten neben Schwäche, geringerer Belastbarkeit so einiges. Reslienz steigt beträchtlich unter Abstinenz. Die Fähigkeit, sich Problemen jeglicher Art zu stellen, steigt u.v.m.

Eine Therapie darf immer als Unterstützung betrachtet werden, der Wille ist doch erst mal allein entscheidend. Dann geht es um die Fähigkeit, durch zu halten. Das erfordert hohe Anstrengungen. Zunehmend steht dann im Vordergrund, wie man lernte, mit sich und seinen Gefühlen umzugehen. Denn immer "nur nein" zu sagen in den ersten Jahren, reicht selten bei Opiatabh. Warum das bei Alkolikern oft besser fkt, trotz allseitiger legaler Verfügbarkeit, liegt auch darin begründet, "was mit gebracht wird". Alkoholiker fkt oft besser, beruflich, sozial... Auch findet sich weit seltener Borderline, Traumata, ect in der Anamnese.

Heute werden grundsätzlich oft Stoffe bevorzugt zur Leistungssteigerung. Sucht hängt ebenso wie anderes an gesellschaftlichem mit an. Die allseitige Verfügbarkeit ist ein weiterer Punkt. Denn eines ist doch klar: was nicht da ist, kann auch nicht konsumiert werden. (man lernt sich zu regulieren mit zunehmendem Alter)

Einerseits ist Substi für viele eine Unterstützung, ins berufliche Leben zu finden. Andererseits mag ihnen die Chance genommen werden, zu erfahren, dass sie anders, als vor Jahren vllt, heute besser mit Abstinenz klar kämen.

Mohandes, so ganz stimmt das ja nicht, dass Du keine (belastenden) Anlagen ausmachen könntest - das muss ja nichts mit der Familiengeschichte zu tun haben. Und ich glaube, dass Du nach längerer Abstinenz sehr wohl eine gute Chance hättest, clean happy zu sein. Du hast zahlreiche Interessen, mal davon abgesehen, dass Du mit bringst, gut mit Dir alleine zufrieden zu sein - wobei, das würde sich vllt ändern clean, denn der "Opiathimmel" (auch bei langer Gewöhnung) bringt entschieden Vorteile in der Hinsicht. Gerade unter Heroin, Oxycodon ist man sich selbst genug und auch Morphin ist ja sehr ähnlich in Wirkung, die von Dir bevorzugte Substanz, die Du in der Substi erhälst.

Clean ändert sich das schnell, man "benötigt" mit mal Kontakte, die Wärme/Nähe u.a. der Opiate ersetzen.

Auch ist man drauf angewiesen, vermehrt bestimmte Dinge zu tun, damit man sich wohl fühlt. Und anderes zu unterlassen. Man kann Gefühlen nicht mehr ausweichen. Darf seine überschießenden Reaktionen anders regulieren lernen. Unter Ausschluss einer längeren Cleanzeit ist das unmöglich zu erfahren. ...Du hattest echt Pech, das weiß ich ja. Ich hoffe, Deine ambulante Psychothera (machste noch?) passt nun besser zu Dir.

Mir war die erste Therapie in höchstem Maße nicht nur Hilfe - es war grauenhaft die ersten 3-4 Monate, wirklich schlimm. Aber es ist natürlich Unsinn, dass man gemeinhin versucht hat, Menschen "zu brechen", schmunzel**

Heute, gibt es für jedes Wehwehchen ein "Pflästerchen" Laughing ("Pharmabedingt", Süchtige lediglich eine weitere Zielgruppe, die "Idee der Entkriminalisierung" ist ein wenig aus dem Ruder gelaufen.) Ein bischen Druck schadet weder beim lernen,...noch beim clean werden, im Sinne von fördern & fordern, ganz unabh. von den Anlagen. Manchmal ist der Druck auch gesundheitlicher Art, wie nach zulesen ist. Und ebenso ist zu lesen, das user damit recht glücklich sind, haben sie sich dran gewöhnt, dass schon mal BK weg fällt.

Ich könnte dem endgültig nichts mehr abgewinnen, mich auf ner Szene zu unterhalten! Ich zog das auch schon aus dem Hut, aber Hintergrund war, dass ich g e z w u n g e n war, dort Medis einzukaufen. Ich würde mir da doch keinen "Freizeitspaß" draus gemacht haben. (während man auf Pillen wartet und in der Sonne sitzt, unterhält man sich halt, wenn die Leute noch fähig dazu sind, während man auf sein Geld aufpasst Rolling Eyes..). Es ist verdammt lang her, dass ich Freunde hatte, die mit mir gemeinsam nach NL fuhren bspweise, ein völlig anders Leben als heute.

Einige wenige sehr gute Freunde, treffe ich heute noch: wir gehen laufen, schwimmen, brunchen, tauschen uns aus - aber Drogen sind nicht mehr Gegenstand unser gemeinsamen Interessen. Kontakte sind das A und O. In jeder Hinsicht. Man sucht sich immer aus, was zur eigenen Situation passt.

Und bei Dir fiel mir auf, dass Du von Kneipenschlägerei (saufen, als Du ankamst in der alten Heimat) bis Szene (Heroinkauf kürzlich) geschrieben hast bislang. Da ist sonst nicht viel hinzu gekommen? Du gibst Dich mit weniger, als nix zufrieden und da fände sich sicher ein Hinweis, dass Du Dich selbst keineswegs fürsorglich behandelst - Du bist es doch wert, Menschen um Dich zu haben, die Dich zu schätzen wissen oder nicht? Oder liegt es etwa dran, dass Du andersum auch nicht zu schätzen weißt, wenn Dich jemand gut behandelt? Ist nur ein Hinweis, vllt kannst Du was damit anfangen... Wink
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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2997

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

@ Mohandes,

um nicht missverstanden zu werden, ich ziele auf bestimmtes ab - nämlich, wie man sich selbst sieht und demnach behandelt. Und was man für sich selbst tut... Du hast ja die Lebensmitte längst hinter Dir und ich war sehr überrascht, als Du sagtest, das sei die schönste Whg, die Du je hattest. (sie ist süß)

Ich kam darauf, weil Du geschrieben hattest, dass nichts zu finden sei...Idea Ich selbst, müsste nicht mehr viel tun, um "leben zu können", jedoch habe ich Wünsche (kein Luxus in dem Sinne, wie Du weißt) und Ziele. Dafür strenge ich mich halt an...Sehe auch, dass andere, vergleichsweise mehr für sich "wollen" und tun. Und ich bekam den Eindruck, dass Du Dich selbst nicht unbedingt durch setzt, geht es um Deine Belange...Ich denke auf jeden Fall, dass sowas Einfluss hat auf Noxenzufuhr.
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2614

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

dakini hat Folgendes geschrieben:


Mir war die erste Therapie in höchstem Maße nicht nur Hilfe - es war grauenhaft die ersten 3-4 Monate, wirklich schlimm. Aber es ist natürlich Unsinn, dass man gemeinhin versucht hat, Menschen "zu brechen", schmunzel**


alles ist ständig im Wandel, so auch Therapie- Konzepte (Gott sei Dank)

Ende der siebziger Jahre waren tatsächlich noch etliche Therapien darauf ausgelegt, den Patienten zu brechen und nach psychosozial- kompatiblen Maßstäben wieder zusammenzuflicken.
ich muss da nur an solche Geschichten wie bei Daytop München denken:
bei nicht konformen Verhalten wurden alle Klienten mitten in der Nacht aus ihren Betten geholt, ein Kreis wurde gebildet und der Delinquent musste splitternackt in der Mitte auf einem Stuhl sitzen, während die anderen auf ihm rumhacken durften Shocked
klar, hört sich wie ne Horror- Story aus dem Reich der urbanen Mythen an, aber man kann tatsächlich solche und solche Erfahrungen machen.

von daher ist es wichtig, sich vorab über das jeweils gängige Konzept zu informieren und dann zu entscheiden, ob es zu einem passt.
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ast
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2614

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 14:53    Titel: Antworten mit Zitat

ps
Therapie hat mir insofern was gebracht, dass mir klar wurde, dass das nicht mein Weg ist (im Sinne von 'Heil' suchen), aber als Baustein auf meinem Weg war Therapie schon sinnvoll.
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2172

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 14:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mohandes,

das kann und darf man natürlich so „deuten“ mit der Selbstremission, wie jeder gerne möchte.
Aber grundsätzlich bezog es sich auf die Studie zur Selbstremission. Und in dieser ging man ausschließlich von Betroffenen aus, die keinerlei formal Hilfe in Anspruch genommen haben. Auch nicht „gescheitere formale Hilfe“, oder die über- austherapiert oder therapiegeschädigt waren.

Zur „Form der Heilung“.
Ich glaube, dass dazu unser Denken einfach unglaublich stark von dem beeinflusst wird, was „Usus“ ist.
„Heilung“ ist ja immer etwas „Relatives“.
Auch ein Krebspatient, der – wie ich – den Krebs überstanden hat, ist „geheilt“, obwohl es – keine Ahnung wie hoch – eine gewisse Anzahl unter diesen Menschen gibt, die können a) erneut an dieser Krebsart erkranken – oder b) „bevorzugt“ an anderen Krebsarten erkranken.
Aber sind sie deswegen lebenslang „Krebspatienten“?

Ich kann da nur von mir reden, weil ich halt – nach meiner ersten fast 20-Jahre andauernden Totalabstinenz meinen „Eigenversuche“ gemacht und gewagt habe.
Aber selbst da bin ich mir wirklich sicher, was die „wirklichen Ursachen“ für ein erneutes Abgleiten in die Sucht waren.
Ich will damit sagen: Ich weiß es nicht wirklich überzeugend, ob die Ursache darin lag, dass ich „suchtveranlagt“ bin, oder – nach so langer Zeit – wieder ganz neue, andere Faktoren eine wesentliche Rolle spielten.
Im Grunde genommen war und ist es für mich der einfachste und bequemste Weg keine Experimente mehr auszuprobieren. Weil ich es halt nicht sicher weiß. Trifft die Suchtveranlagung zu, dann hätte ich gewaltig zu kämpfen, dagegen anzukommen, wenn ich wieder konsumiere. Und trifft sie nicht zu, dann weiß ich auch heute noch nicht abschließend, ob nicht wieder andere Faktoren (unbewusste, gar nicht wahrgenommene, usw.) vorhanden sind, die mich wieder reinreiten könnten.
Also genieße ich mein Leben so wie es ist, und wenn ich „abheben“ will, dann habe ich dazu inzwischen andere Methoden.
Und manchmal muss ich auch einfach nur „aushalten“ …

Was Du mit dem Erlebnis bei der Ärztin beschreibst, die Dir neue Optionen eröffnete, als „nie, nie wieder“, gibt es auch zuhauf zum Beispiel bei Betroffenen in den „KT-Gruppen“.
Sehr viele finden über KT ihren Weg. Entweder zukünftig damit moderat und kontrolliert umgehen zu können, oder, weil sie feststellen, dass dies ihnen doch nicht möglich ist, ganz auszusteigen.
Aber halt völlig ohne Druck. Das ergibt sich dann einfach so „fast“ von alleine.

Grüßle
Marle
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2172

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

ast hat Folgendes geschrieben:
erstaunlich, wie konsensfähig unser Marle derzeit ist...ob er wohl in Portugal wieder das Kiffen angefangen hat? Cool


Laughing Du wieder! Laughing
Wenn Du aufmerksam (schon immer) mitgelesen hättest, dann würdest Du feststellen, dass Situationen, in denen keine Konsensfähigkeit vorhanden ist, immer zwei Parteien vorhanden sein müssen Wink

Aber ich stimme Dir zu: Einer muss ja mal den Anfang machen, nicht wahr? Cool

Lass das Kiffen weg, nimm allein die Ferne und Distanz zu Vielem, was Euch in D. plagt, dann triffst Du es besser, warum man einen anderen Blick auf viele Situationen bekommt. Wink

Tenha um bom dia!
Marle
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2614

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 15:53    Titel: Antworten mit Zitat

dieser Tapetenwechsel tut Dir ja wirklich gut, macht glatt nen anderen Menschen aus Dir Wink
(vorsicht Ironie - ich kann das natürlich nur begrenzt über den Austausch hier beurteilen)

na denn...zur richtigen Zeit am richtigen Ort - glücklich, wer das von sich sagen kann.

carpe diem Cool
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2172

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2020 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dieser Tapetenwechsel tut Dir ja wirklich gut, macht glatt nen anderen Menschen aus Dir Wink
(vorsicht Ironie - ich kann das natürlich nur begrenzt über den Austausch hier beurteilen)

Hättest Du nicht dazu schreiben müssen. Du weißt, ich bin ein Meister der Ironie und des Sarkasmus. Wenn man Christ ist, und wenn man die biblische Geschichte gut kennt, dann weiß man, dass sogar Gott ein begnadet sarkastisch war. Wobei es gerne bösartig oder sogar verbittert verstanden wird, aber zumindest in meinem Fall alles andere ist, sondern mehr meinem (manchmal sehr schwarzen) Humor geschuldet ist.

Ich glaube, dass gerade Jemandem wie Dir so eine längere Abwesenheit in irgendeinem anderen Land auch guttun würde. Und wenn Du Dir wirklich die Mühe machen würdest, dann würdest Du akzeptable Lösungen auch in finanzieller und gesundheitlicher Hinsicht finden. Allerdings muss man dazu bereit sein, auf einigen „Luxus“, den Dir das Leben in D. bietet, zu verzichten. Hat dann aber wieder anderen „Luxus“, den es „so“ in D. nicht gibt.
Auf jeden Fall aber bekommt man auf viele Dinge eine andere Sicht, die man „im Alltag in D.“ nur sehr schwer verändern kann.

Zitat:
na denn...zur richtigen Zeit am richtigen Ort - glücklich, wer das von sich sagen kann.

Das ist richtig – und dann auch wieder nicht: Wann ist schon „die richtige Zeit“, und wo der „richtige Ort“.
Mein persönliches Motto lautet: Wer frei ist, ist überall Zuhause!
Du verwechselst Freiheit oft mit monetären Voraussetzungen. Dabei schaffen die aber wieder eine Unfreiheit, die ich mir nicht wünsche. Bei Dir lese ich oft, dass Du die Wahl Deiner „Freiheit“ von den Örtlichkeiten und der Versorgung abhängig machst, wobei dann das wieder „Unfreiheit“ bedeutet.

Ich fahre „irgendwo hin“ und lass die Situation auf mich zukommen. Ich erwarte nichts, und ich fordere (selten) etwas. Ich kann Dir nur davon erzählen, dass ich noch überall bei aufkommenden Problemen Lösungen gefunden und angeboten bekommen habe, die für mich machbar waren.
Und hier in Portugal zum Beispiel sehe ich (wie gestern am Strand) junge und alte Leute, die aufgrund ihrer mageren finanziellen Verhältnisse mit Camper unterwegs sind, wo man Angst bekommt, dass die an der nächsten Bodenwelle auseinanderfallen. Aber die sind richtig glücklich, und ich habe mich schon mit einigen unterhalten.

Es gibt hier auch bitterste Armut, und ich habe einen Blick dafür. Da muss sich Marle vor sich selbst schützen Wink, sonst würde ich nie wieder zurückfahren können. Aber ich bin mir sicher, dass jemand wie Du von solchen Um- und Zuständen sehr, sehr weit entfernt ist.

Aproveite o momento,
deixe a vida fazer-lhe o que a vida lhe faz
Marle
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Mohandes59
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1847

BeitragVerfasst am: 30. Mai 2020 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu Dakini,

da Du hier ein paar persönliche Dinge ansprichst, ein paar kleine Gedankensplitter:

Die 'Kneipenschlägerei' - da habe ich mein Maul zu weit aufgerissen und dafür die Quittung kassiert. Würde ich heute genauso machen, da kamen Sprüche wie 'geh doch ins Gas' (nicht auf mich bezogen) und da bin ich nicht still. Außerdem hatte ich mehr getrunken als ich vertrage, inzwischen meide ich Alc fast komplett.

Auf die Szene gehe ich selten. Ich war noch nie ein Szenegänger, habe mich in Sin City eher unwohl dort gefühlt, sehr agressive Stimmung seit sich die unseligen Steine (Crack) seuchenähnlich verbreitet haben. Wenn es oft auch spannend war, sinistre Kreise, oft interessante Leute kennengelernt. Hier bleibe ich oft 1-2 Monate der Szene fern, dann kann es aber passieren daß ich unvermittelt, wie an der Schnur gezogen, doch zur Platte fahre. Die Szene hier ist kein Vergleich zu der in Sin City, die meisten kennen sich noch aus Schulzeiten, 20-30 Leute.

Einiges hast Du sehr gut erkannt, anderes bleibt unter Deinem Radar. Ja, ich bin mir selbst genug, aber ich bin auch ein sozialer Mensch und bin gerne unter Menschen. Mal bin ich expressiv, mal bin ich auf der Insel. Auch ohne Morphin (es gab ja auch immer Clean-Zeiten) behaupte ich daß die Grundzüge meiner Persönlichkeit nicht viel anders wären. Schon als Kind hatte ich nie Langeweile, das Leben ist so vielfältig und interessant und nichts hindert jeden einzelnen aus dem vollen zu schöpfen! Außer wir selber, die wir uns oft im Weg stehen.

Tja ... wie wäre das ohne Drogen (Opiate). Klar, immer ist man in irgendeiner Weise sediert, auch wenn man low-dose unterwegs ist. Ganz ohne Morphin ist mein Gefühlsleben ZU intensiv. Wie wäre es nach langer Zeit, so 1-2 Jahren? Ich war nie länger als 2 Monate komplett clean, zu kurz als daß sich das natürliche Gleichgewicht all der Stoffe in der Hirnchemie wieder einspielen könnte. Im Moment reduziere ich das Morphin, wie oft im Sommer. Ganz langsam, ist ein Experiment, ohne geplantes Ziel, Ergebnis offen. Wie schon geschrieben, die Option ganz clean zu werden ist im Hinterkopf. Aber nie-nie-nie-wieder ein kalter Entzug, ich habe Jahre gebraucht um mich von meinem Metha-Entzug damals zu regenerieren, körperlich wie seelisch, die Sicherheit im Leben wieder zu finden.

A propos Insel. Meine Family hat mir zum Geburtstag ein paar Tage auf der Insel an der Nordsee geschenkt, vor 1 Jahr war ich das letzte Mal dort. Ich zähle die Tage bis zur Abreise und freue mich wie wild!

LG Mohandes
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Dr.Mabuse
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3695

BeitragVerfasst am: 31. Mai 2020 18:11    Titel: Antworten mit Zitat

Mohandes hat geschrieben:

Zitat:
A propos Insel. Meine Family hat mir zum Geburtstag ein paar Tage auf der Insel an der Nordsee geschenkt, vor 1 Jahr war ich das letzte Mal dort. Ich zähle die Tage bis zur Abreise und freue mich wie wild!


Huhu Mohandes...das wird bestimmt sehr schön...ich freue mich für dich...

Die Abschlussfahrt 10te Klasse Realschule bei mir war auf Juist...

Das rauhe Meer und auch der schöne Strand...sehr schön...muss man erlebt haben...

Ist halt nix für "Warmduscher" die Turkis Blaues Wasser mit 35 Grad haben wollen...

Lieben Gruß...
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2997

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2020 15:56    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mohandes,

es freut mich, dass Du wiederholt die Dir liebe Insel besuchen darst - das tut immer gut! Mal was anderes, öffnet nicht nur den Horizont, es ist schlicht ein Tapetenwechsel.

Ich schrieb meine Zeilen so, dass es doch einfach ist, die positiven Aspekte "zu lesen", anstelle sich allzu "persönlich" angesprochen/gar angegriffen zu fühlen. Und mir nebenbei "unterstellen" zu wollen, weil sich das für Dich erstaunlicherweise anbietet und gerade Du, überhaupt keinen Grund dafür hast: die böse Dakini, SMILE**- heran zu ziehen, war das erste, was Dir offensichtlich einfliel. Shocked

Moron sagte dazu, dass ich wahrlich objekitv/positiv auf Dich schaue - so selbstverständlich ist das nicht, nach meinen Erfahrungen mit Dir. DAS wäre persönlich gewesen, würde ich das nieder geschrieben haben. Da Du mich drauf ansprichst, gehe ich - eher ungern, aber von Dir vorgegeben nun - darauf ein: Ich meldetet mich ja noch nicht mal mehr privat, aber schön finde ich das nicht - ganz im Gegensatz zu dem Bild, das Du gerne von Dir gibst. Fair, liberal, Welt offen,...Du schreibst von Opium und persischen Weisheiten, iranischen Radiosendern, ...wann warst Du denn das letzte mal im Ausland? Vor 20 Jahren?

Man lernt Menschen "schnell kennen", wenn sich "Notsituationen" ergeben. -> alles wurde klar formuliert meinerseits und demnach handelte ich. (aber ich bin ja gar nicht Thema) Wie Du Dich selbst verhalten hast, dürfte Dir - hoffentlich - noch in Erinnerung sein. Weder hast Du Dich um Dein eigenes gekümmert, um dann unso lauter "nach Hilfe zu rufen", ...und Dich noch nicht mal mehr gemeldet, als die "Hilfe" woanders her kam. -> eine wirklich persönliche Antwort.

Auch deshalb käme Dein Einwand, ich würde allzu persönlich schreiben, völlig überraschend.

"Käme", weil ich doch gut erfasse, was der Mensch aussendet und ich hörte an Deinen Aussagen bereits, dass Du es schwer damit hast, Dich gerade zu machen, wie man so schön sagt.

HIER, brachte ich meine Wahrnehmung, gänzlich anders und objektiv zur Sprache (s. oben) Was Dich jedoch veranlasste, darauf zu verweisen, ich würde privates - schriftlich - einbeziehen, entzieht sich aber keineswegs meiner Kenntnis!

Du gehst sofort in Abwehrhaltung, anstatt Dir mal anzuschauen, ob nicht doch was dran ist Exclamation Und ich schrieb Dir nicht etwa, Dich zu disktreditieren, das dürfte hoffentlich lesbar sein, sondern Dich aufmerksam zu machen - was bei Dir harter Arbeit gleicht, ich beim absenden schon dachte: das kommt nicht an und wird als "Angriff" empfunden.

Ich verfolgte nur teils Deinen "Austausch" mit anderen. Auch hier, verweist Du schnell auf Schnee von gestern: "Marle ist Böse", weiß es ja immer besser und solch ein Bockmist. Jeder kann lesen, wie eine Veränderung eintrat - auch Humor, Ironie,...wird von jenen verstanden, die es verstehen wollen! Man muss ja nur lesen können Exclamation

Typisch Sucht? Nicht ganz, Mohandes, solches hat entschieden mit der Persönlichkeit zu tun. Ab einem gewissen Alter, nimmt man doch an, dass user anders mit Dingen umgehen. Und da scheinst Du hängen geblieben, was sich außer an Deinem Verhalten, auch an Deinen Zeilen wiederspiegelt.

Du "unterstellst", um Dich zu "schützen". Hier geht es nicht um mich - reflektierte Menschen, würden mir so nicht geantwortet haben, sondern wären bei sich geblieben. (Wunderbar untherapiert). Es lag Dir fern, die positiven Aspekte meiner Zeilen zu erfassen. Das Augenmerk ist grundsätzlich auf negatives gerichtet. Und so, ergeht es nahezu jedem, der Dir versucht, nahe zu bringen, was er wahr nimmt, passt es Dir nicht in Deinen Kram.

"Dein Kram" ist das Selbstbild. Nach dem "Verweis auf den a n d e r e n, ist Dein nächster Schritt grundsätzlich jener, Dich zu "erklären" (s.oben, Szene ect)

Es wiederholt sich ständig, gleich wer versucht, Dich anzusprechen. Dafür muss man Dich nicht privat kennen, Deine Zeilen hier, sind doch der Anlass und das waren sie auch für mich. Exclamation Ich bin nicht die Einzige, die Deine "Verstrahltheit" mit bekommmt. Von wegen "persönlich" - Du schreibst ganz ungeniert ein member an, sie würde ja "...wohnen". Das Mitglied ist fast vom Stuhl gefallen, als das hier lesbar war auf öffentlichen Seiten!

Aber Du machst ja alles richtig. Rolling Eyes Und andere treten Dir zu nahe. Man manoman! Du merkst es wirklich nicht. Und ja, es hat offensichtlich keinen Sinn, Dich "überaus" positiv anzusprechen, schon im Vorfeld wissend. Wie ich es in einer Gruppe tun würde jedoch, nun lesbar.

a) verweist Du sofort auf den anderen
b) ist es Dir nicht möglich, bei Dir zu bleiben, durch die erste Reaktion, dem Abwehrverhalten
C) erkärst Du Dich dann, um Akzeptanz abzuleiten

Du machst Dir anscheinend lebenslang was vor: zuerst kannst Du Dich selbst nicht leiden, weil Du konsumierst und nun, hast Du daran "gearbeitet", dass Du Dich selbst magst, trotz Sucht und verweist auf kleine Dosen, die Du vertreten kannst. Daneben kämpfst Du mit rezidivierenden schlechten Phasen (Du schreibst, - quer im Forum - es sei alles andere als einfach und es ginge Dir dann entsprechend schlecht, aber in Deiner heilen Welt gut...Rolling Eyes ) Stimmen, die nachhaken, werden dann jedoch sehr schnell abgewiegelt, s.oben, Und obendrein, kommen von anderen ähnliche Wahrnehmungen: der hormonieheischende Mohandes, der nichts erträgt, was ihn von seiner wankenden Insel schubst.

Es macht also auch keinen Sinn, Dir freundlich gegenüber zu treten. Du erträgst es nicht, wenn Du gespiegelt wirst. Was soll man denn da noch schreiben? Kein Wunder also, dass Sätze kommen, wie: "Mohandes in seiner heilen kleinen Welt" und was sonst noch an Reaktionen lesbar ist.

Es ist nicht wichtig zudem, was ICH begreife, sondern was DU begreifst. Wink
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Nehell
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 14.06.2013
Beiträge: 687

BeitragVerfasst am: 7. Jun 2020 11:21    Titel: Antworten mit Zitat

ast hat Folgendes geschrieben:

alles ist ständig im Wandel, so auch Therapie- Konzepte (Gott sei Dank)

Ende der siebziger Jahre waren tatsächlich noch etliche Therapien darauf ausgelegt, den Patienten zu brechen und nach psychosozial- kompatiblen Maßstäben wieder zusammenzuflicken.
ich muss da nur an solche Geschichten wie bei Daytop München denken:
bei nicht konformen Verhalten wurden alle Klienten mitten in der Nacht aus ihren Betten geholt, ein Kreis wurde gebildet und der Delinquent musste splitternackt in der Mitte auf einem Stuhl sitzen, während die anderen auf ihm rumhacken durften Shocked
klar, hört sich wie ne Horror- Story aus dem Reich der urbanen Mythen an, aber man kann tatsächlich solche und solche Erfahrungen machen.

von daher ist es wichtig, sich vorab über das jeweils gängige Konzept zu informieren und dann zu entscheiden, ob es zu einem passt.


Problem bei jeder Form von Psychotherapie ist, das man durch sie
jegliches menschliches Verhalten pathologisieren kann.
Da gibt es keine allgemeinverbindlichen Richtlinien, ab wann ein
Patient als gesund gilt was aber eigentlich angebracht wäre.

LG

Nehell
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