Erfahrungsbericht Krankenhausaufenthalt mit Substitol/Compen

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Los Fritzos
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Anmeldungsdatum: 08.09.2015
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 30. Nov 2021 13:31    Titel: Erfahrungsbericht Krankenhausaufenthalt mit Substitol/Compen Antworten mit Zitat

Ich musste vor knapp zwei Wochen kurzfristig ins Krankenhaus. Mein Arzt hat mich darüber aufgeklärt, dass die Behandlung mit Compensan dort weitergeführt werden muss und hat mir ein auch einen Durchschlag des BTM-Rezeptes für dort mitgegeben.
Da ich ja weiss, dass es momentan Probleme bei der Versorgung mit Substitol gibt und ich selbst deswegen auf Compensan umgestellt wurde, habe ich zur Sicherheit meinen Vorrat durch die TakeHome-Verschreibung mitgenommen.
Aufnahme im Krankenhaus war an einem Mittwoch. Am Donnerstag wurde mir gesagt, dass die Versorgung nicht so einfach wäre und ich bitte erst einmal meine eigenen Vorräte aufbrauchen soll. Da ich nur wenige Tage vorher aufgrund eines Lieferproblems von Compensan 100 von 700 auf 800 mg täglich umgestellt wurde, habe ich meine Dosis zusätzlich im Krankenhaus auf 600 umgestellt. Das gibt problemlos und hat mir einen zusätzlichen Tag Sicherheit verschafft.
Am Freitag wurde mir dann gesagt, dass ich noch ruhige Tage bleiben muss. Ich habe deswegen noch einmal darauf verwiesen, dass ich spätestens ab Dienstag versorgt werden muss.
Mir wurde dann später gesagt, dass man Compensan nicht besorgen könne, mir aber ein Ersatz zur Verfügung stellen würde. In der Akte wurde daraufhin vermerkt, dass ich MST oder was Vergleichbares bekommen soll. Wäre ja grundsätzlich in Ordnung. Es wurde auch so bestellt und sollte ab Dienstag zur Verfügung stehen.
Am Dienstag habe ich morgens die Ärztin angesprochen, dass sie das bitte im Auge behalten soll, da ich das normalerweise morgens um 6 Uhr einnehme. Sie hat mir dann gesagt, dass die Hausapotheke immer zwischen 13 und 16 Uhr liefert.
Um 16.30 Uhr habe ich dann ein weiteres mal gefragt. Gegen 19 Uhr kam dann die Ärztin zu mir und drückte mir eine Tablette mit 4mg Hydromorphon in die Hand. Daraufhin habe ich ihr versucht zu erklären, dass das viel zu wenig sei und in davon etwa 20 Stück über 24 Stunden nehmen müsse, um ausreichend zu haben. Ich sollte aber nur noch eine vor dem schlafen und für den nächsten Tag dann jeweils eine für morgens, mittags, abends und nachts bekommen. Da die Tabletten immer Abend von der Nachtschwester gebracht werden, habe ich davon gleich zwei und nachts um 3 Uhr den Test genommen. Dadurch konnte ich auf jeden Fall mal ein bisschen schlafen. Der Entzug machte sich bis dahin auch nur mäßig bemerkbar. Zusätzlich habe ich mir auch den Chefarzt gepackt und ihn gebeten, sich umgehend darum zu kümmern. Der sagte mir, dass die Apotheke angerufen habe und gefragt hat, ob ersatzweise Methadon möglich sei, er aber auf die Ärztin verwiesen habe, weil er deswegen nicht im Thema sei. Er gab mir aber das Versprechen, sich darum zu kümmern. Ich habe ihm gesagt, dass die mir ruhig Methadon geben sollen, etwa 12ml müssten reichen.

Ich musste jetzt allerdings trotzdem handeln, weil es mir immer schlechter ging. Also habe ich mir von meiner Frau mein Auto bringen lassen, um im Notfall zu meinem Arzt fahren zu können.
Um 8 Uhr morgens habe ich dann bei meinem Arzt in der Praxis angerufen und dort regelrecht um Hilfe gebeten.
Kurze Zeit später informierte mich die Praxis, dass mein Arzt das geklärt hat und ich mich beruhigen könne, weil ich auf jeden Fall versorgt werde. Also wirrer warten, aber es ging mir schon besser, weil ich jetzt wusste, dass mir endlich geholfen wird.

Mir ging es mittlerweile auch richtig schlecht. Sowohl das Frühstück, als auch das Mittagessen gingen komplett zurück. Meine Klamotten waren komplett nassgeschwitzt. Ich war total unruhig, am ganzen Körper am Zucken und am Krampfen.

Bis etwa 13.30 Uhr musste ich warten, dann habe ich endlich was bekommen. Leider gab es 12 ml Metha, aber es war mir mittlerweile völlig egal, was ich bekomme. Hauptsache es sollte mir schon bald wiederv besser gehen.

Etwa eine Stunde nach der Einnahme kam dann auch
langsam wieder Leben in meinen Körper zurück. Allerdings merkte ich weiterhin den Morphinentzug. Die Wirkung vom Methadon war für mich sehr unangenehm. Ich konnte nicht verstehen, dass ich damit über viele Jahre so gut zurecht kam. Eine Sedierung verspürte ich in keinster Weise. Das mag Asbest auch daran gelegen haben, dass ja noch dauernd mein Morphin im Körper abgebaut wurde, ich sozusagen davon entgiftet habe. Aber letztendlich ging es mir nicht schlecht. Das war das Wichtigste.

Am Freitag wurde ich dann auch endlich entlassen, so dass ich ab Sonntag wieder auf Compensan umstellen konnte. Samstag noch 12 ml Metha und Sonntag dann 800 mg Compensan. Das war mir dann allerdings zu viel. Ich habe deswegen auch ab gestern auf 600 mg reduziert.
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Kamikaze1970
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Anmeldungsdatum: 16.01.2014
Beiträge: 413

BeitragVerfasst am: 1. Dez 2021 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich arbeite in einem psychiatrischen Wohnheim als Pfleger und seit Monaten sind es etliche Medikamente, die z.Zt. nicht lieferbar sind.
Viele unserer Bewohner haben massive Probleme mit den Umstellungen.
Weil u.a. Dominal nicht zu bekommen ist, wurden zwei auf Zopiclon umgestellt.
Die können sich dann freuen, wenn ihnen dieses wieder genommen wird, weil Dominal wieder lieferbar ist.
In diesem Land funktioniert immer weniger, und ich könnte nur noch kotzen! Confused
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der_neue
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Anmeldungsdatum: 09.06.2016
Beiträge: 148

BeitragVerfasst am: 1. Dez 2021 14:46    Titel: Antworten mit Zitat

ui ui ... du machst mir angst... ich bin seit 2016 auf 800mg substitol täglich
und langsam geht in der praxis der vorrat auf... und ich hatte kein bock mich mit der krankenkasse rumzustreiten wegen compesan deshalb werde ich wieder auf pola umgestellt von dem ich 2016 auch auf substitol (Morphin) gewechselt bin...damals bin ich von 6ml pola erst auf 600mg substitol das mir aber ein bisschen zu wenig war und deshalb gleich am nächsten tag auf meine 800mg dosis die ich wie geschrieben seit dem täglich einnehme jetzt gibt es aber dazu noch ein problem ... ich habe leider einen fehler gemacht und angefangen in der früh 400mg (2x200mg) mit wasser runterzuschlucken und die anderen 2 x 200mg jeweils 1x200mg zur Mittagszeit i.v zu nehmen und 1x200mg gegen 18 - 19 uhr i.v zu nehmen ... deshalb habe ich nun angst wenn ich auf pola umgestellt werde das ich doch einen Entzug spüren werden ;(.. ich dachte ich gehe auf 8ml pola bei uns in tabs gibt kein flüssiges mehr hier ... was meint ihr wird es passen?

danke und dir los fritzos alles alles gut weiterhin
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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3203

BeitragVerfasst am: 1. Dez 2021 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ob du dein Substitol als Einzeldosis oder über den Tag verteilt einnimmst, macht keinen Unterschied. Die Möglichkeit der "Einmalgabe" ist ja nur die Voraussetzung für die Zulassung als Substitutionsmittel.
Wann Substitol wieder lieferbar sein wird, weiß kein Mensch, nicht mal Mundipharma. Die behaupten, eine Grundsubstanz für die Herstellung des Morphin-Polystyroldivinylsulfonats stünde auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung, das stoffgleiche MST-Granulat ist völlig aus dem Handel gezogen worden.
Einige Krankenkassen verweisen auf die Möglichkeit, andere retardierte Morphine zu verschreiben und verzichten auf Regresse - das Krankenhaus hätte also auch 2xtäglich 400mg MST geben können.
Die Rückumstellung auf deine alte Methadondosis dürfte keine Probleme machen

LG

Praxx
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der_neue
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 09.06.2016
Beiträge: 148

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2021 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

und du glaubst auch das ich das verkrafte bzgl. 2 x 200mg i.v. statt oral.. denkst du mit 8ml pola komme ich klar?

danke trotzdem für deine Antwort.. bzw. danke für dein immer sehr gutes Feedback in der gesamten zeit die ich hier bin hast du mir immer wert volle tipps gegeben bzw. Empfehlungen
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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3203

BeitragVerfasst am: 3. Dez 2021 03:49    Titel: Antworten mit Zitat

Oral brauchst du 2.5-5x soviel Morphin wie iv, das ist von Mensch zz Mensch sehr verschieden. Oral gelangen 20-40% der eingenommenen Dosis in den Körperkreislauf. Allerdings ist bei IV-Gabe die Wirkdauer deutlich kürzer, da musst du die ganze Tagesdosis betrachten. Es kann sein, dass es ein paar Tage bis zum "Steady-State" mit Methadon vergehen.

LG
Praxx
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der_neue
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Anmeldungsdatum: 09.06.2016
Beiträge: 148

BeitragVerfasst am: 3. Dez 2021 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

dachte ich mir schon habe nun nochmals ein wenig nachgedacht und hoffe meine ärztin ist damit einverstanden :

werde wie es aussieht von 800mg substitol mit 40mg bzw. 8ml pola
einsteigen bzw. umstellen und ich hoffe es wird einigermassen gut laufen.. ich werde euch berichten aber sieht erstmal so aus als ob ich noch bis ende dez. mit substitol versorgt bin dann mal schauen wann substitol wieder verfügbar sein wird 2022 hoffentlich doch irgend wann...

nochmals vielen lieben dank praxx.. schoenen 2 advent
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Jolina40
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 762

BeitragVerfasst am: 3. Dez 2021 22:12    Titel: Antworten mit Zitat

Wo liegt denn das Problem in der Vergabe? Ich bekomme auch derzeit Compensan und mir wurde gesagt das ich damit weiterhin versorgt werde bis es wieder Substitol gibt oder Compensan vielleicht doch ne Zulassung für Deutschland bekommt.

Hoffe einfach ich muss mich nicht wieder umstellen lassen denn seit ich Morphium bekomme bin ich endlich seit bald 2,5 Jahren ohne Beigebrauch und komm super klar damit.

Gruß, Jolina
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Nooria 24
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 698

BeitragVerfasst am: 3. Dez 2021 23:43    Titel: Antworten mit Zitat

In den örtlichen Substi-Praxen wird - nach Absprache mit den Krankenkassen - "Morphin AL retard" ausgegeben/verschrieben. War den Krankenkassen und auch Apotheken deutlich angenehmer und ist wohl auch preiswerter, als Compensan zu importieren. Alle betroffenen Patienten sind zufrieden und keiner ist zu Pola oder Metha gewechselt. Etliche Patienten finden es sogar richtig gut, jetzt ein Morphin zu bekommen, welches optisch nicht mehr als Substitut erkennbar ist.

Nooria
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der_neue
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Anmeldungsdatum: 09.06.2016
Beiträge: 148

BeitragVerfasst am: 5. Dez 2021 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

danke nooria24

ich werde mal meine Ärztin darauf ansprechen und du bekommst es wirklich als Substitut nicht als schmerzpatient?

und gibt es da auch 200mg kapseln?

lg
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Nooria 24
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Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 698

BeitragVerfasst am: 5. Dez 2021 15:52    Titel: Antworten mit Zitat

Schau einmal hier - da ging es genau um das Thema:

https://forum.suchtmittel.de/viewtopic.php?t=20136

und es geht dabei um Mohandes, der in Substitution mit Substitol war und nun Morphin AL bekommt. Er hat dazu auch etwas geschrieben.

Es handelt sich dabei übrigens nicht um Kapseln, sondern um Retardtabletten, die es in der 200mg-Dosierung gibt.

Nooria
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 3300

BeitragVerfasst am: 5. Dez 2021 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

Leb er noch, der alte Deutsch-Perser, oder wurde er schon in seinem Bio-Gärtchen unter Hanfpflanzen gelegt Twisted Evil

Könnte sich auch mal wieder melden, der Bombenleger.
Mir fehlt das Streitgespräch mit ihm Cool

Sag auf jeden Fall ein Grüßle vom Schwabenrocker!

Marle
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Dr.Mabuse
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 4064

BeitragVerfasst am: 7. Dez 2021 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Leb er noch, der alte Deutsch-Perser,


Von mir auch ein Gruß an unsren Tantra Meister Mohandes (achtung Spaß)

Ich hoffe ihm gehts gut...

Gruß...
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Los Fritzos
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 08.09.2015
Beiträge: 982

BeitragVerfasst am: 20. Dez 2021 04:27    Titel: Antworten mit Zitat

@Praxx
Leider hatte man im Krankenhaus keinerlei Ahnung. Ich habe tatsächlich sogar vorgeschlagen, mir MST zu geben. Als ich dann aber sagte, dass ich davon 800mg über den Tag verteilt bräuchte, bekam ich zur Antwort, dass ich davon sterben würde, weil kein Mensch eine solche Dosis überleben würde.
Ich habe versucht, denen zu erklären, dass ich mich über die Jahre meiner Abhängigkeit mit Heroin nach und nach hochdosiert habe und deswegen heute eine Dosis brauche, die für einen normalen Menschen selbstverständlich tödlich ist, nur, um mich normal zu fühlen.

Ich musste in der Woche darauf noch einmal in ein anderes Krankenhaus. Mein Arzt hat zur Sicherheit mit denen abgesprochen, dass ich das Compensan mitbringe.
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3203

BeitragVerfasst am: 20. Dez 2021 04:42    Titel: Antworten mit Zitat

Typisch für die Kollegen... 100 Fentanyl-Pflaster mit links, aber Panik bei Morphin...
btw entsprechen 240mcg Fenta 240mg Morphin parenteral oder 600-1200 mg oral!
Aber ich muss zugeben: Als mein erster Schmerzpatient 1000mg oral brauchte, hab ich den Hersteller angerufen - die meinten dann, bis 1.5 pro Tag sei "noch ganz normal".
Ich hatte mal einen Krebspatienten, der pro Tag 1500mg iv bekam - und ab und zu noch 100mg extra...

LG

Praxx
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