Spiritueller Weg

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joe
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1124

BeitragVerfasst am: 17. Feb 2022 10:58    Titel: Spiritueller Weg Antworten mit Zitat

hallo daikini, und alle anderen Mitlesenden,
es gibt ja immer eine menge gäste hier. herzlich willkommen.

ich beziehe mich mal auf einen deiner sätze und versuche dabei aber bei mir zu bleiben.
wenn ich etwas möchte, was andere menschen haben, helfen mir einige spirituelle prinzipien. offenheit und vorbehaltlose bereitschaft sind da hilfreich.
bei dem versuch etwas neues auszuprobieren, sind vorbehalte extrem hinderlich, also zb. kann ich nicht, will ich nicht, brauch ich nicht,
als ich das, was mir heute in meinem leben wichtig ist, zum ersten mal gehört habe, habe ich das gar nicht gehört. ehrlichkeit, puuh, mitgefühl. ich wollte keine drogen mehr nehmen, na ja, ich konnte keine mehr nehmen und ich habe die menschen in 2 gruppen aufgeteilt.
ein grossteil war bescheuert und ging mir auf den sack und mit dem rest wollte ich sex haben.

dann kam ich auf diese meetings,da sassen diese oldtimer und erzählten was von spiritualität, na ja, noch einiges mehr.
so ging das halt los.
ich habe mich da halt drauf eingelassen, zugehört, selber praktiziert.
im laufe der jahre ist dann viel passiert, einfach so.

ich habe mal den satz gelesen, "da draussen ist nix". was fürn quatsch, habe ich natürlich gedacht. ist doch alles fürchterlich voll da draussen.
irgentwann hats dann mal so pling gemacht und es war da, ... oder weg.

dieses gefühl von trennung ist nicht völlig verschwunden. Tolle hat das ja so beschrieben (den kennste möglicherweise). ich bin da etwas neidisch, weil das bei mir nicht so ist.
mein ego neigt dazu trennung zu kultivieren. ich bin ja so anders, so cooler usw.
mal sehen wo es hingeht.
ich kann das heute abgeben. das ist ein total beruhigendes gefühl von sicherheit.

vielleicht kann jemand was damit anfangen, wenn nicht, lasst es einfach liegen.

alles liebe und viel kraft
Joe, nur für heute clean
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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3283

BeitragVerfasst am: 20. Feb 2022 13:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Joe, @ all,

dem möchte ich etwas bei fügen, was mich anspricht und als link im postfach war heute morgen:

.derstandard.de/story/2000133274657/anthropologe-wir-arbeiten-zu-lange-und-in-unnoetigen-jobs

Ich hab das schon kapiert, wie sich das für Dich gestaltet, hast ja einiges geschrieben in der Vergangenheit, daraus ergibt sich ein - wenn auch unvollständiges - Bild. (Netz halt)

Unsere Grundbedürfnisse mögen gleich sein, dann jedoch beginnen die Verzweigungen in der Welt, in der wir leben. Und ein Jeder kann sich aussuchen, was ihm nahe ist.

Ich finde Deine Arbeit so gut, weil sie das nächste ist natürlicherweise. Und das formt! Weit mehr, als mancher annimmt. Sie ist nämlich nicht "sinnlos" Wink

Clean nach Dakini (alles ist erlaubt, was nicht kettet)
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Maximus96
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Anmeldungsdatum: 29.11.2012
Beiträge: 366

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2022 02:10    Titel: Antworten mit Zitat

Klingt interessant, Joe.
Aber was meinst du damit genau? "Da ist nix" und das mit der Trennung. Habe ich nicht so ganz gerafft. Aber interessant, das mit der Spiritualität.

dakini, gehe ich voll mit dir d'accord. Das wäre es auch irgendwann für mich, wie in dem Interview ... Schriftstellerin und so. Und genau das Problem habe ich auch ... Vollzeitjob und fürs Schreiben sauge ich mir die Zeit irgendwie aus den Fingern, obwohl ich eigentlich gar keine habe. Das geht dann zulasten von anderen Dingen.

Aber ganz ehrlich, glaube, es gibt viele Menschen, die wären ohne Arbeit echt aufgeschmissen. Die wüssten nix mit sich anzufangen. Eigentlich traurig. Zu 100 Prozent fremdbestimmt. Besser als Sucht ist das m. E. auch nicht.

LG MAXI
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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3283

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2022 11:42    Titel: Antworten mit Zitat

Trifft es gut, Maxi.

Eine Freundin war an Corona erkrankt, erst mal Quarantäne. Noch krank geschrieben, rief sie an, sie würde Ängste & Depris bekommen daheim. Hätte zu viel Zeit, zu grübeln. Sie mag ihre Arbeit nicht (Bio Branche Verkauf/Büro), auch mit den Kollegen läuft es gar nicht rund. Fazit: Aber immer noch besser, als daheim. Genauso krass ein Freund, selbstständig. Mehrere Wochen daheim zwischen Aufträgen nun, seine Worte dazu: steigende Ängste (nun anstehende Corona Rückzahlung, Steuer, ect), gleichzeitig totaler sozialer Rückzug, wusste rein gar nichts mit sich anzufangen. War froh, wieder arbeiten zu dürfen. (Baugewerbe, wie Nahrungsmittel allgemein, beides doch nützlich, wie so viel mehr)

Natürlich bildet das nicht alle ab. Aber es ist auffällig, wie häufig solche Aussagen werden. Die Menschen wissen nix mehr mit sich anzufangen. Daneben steigt der Druck, nicht ausreichend abgesichert zu sein.

Hebel "dagegen", scheinen wieder erlernt werden zu dürfen. Und ja, ich finde das auch weit übler, als drugs an sich. Aber ich weiß inzwischen auch, wie sich das anfühlt. - dachte, es sei das Wichtigste für mich, dies zu ändern.

Wenn alle natürlichen skills versauern, weil es nur darum geht, sich abgesichert zu fühlen und alle Zeit dafür drauf geht, fehlt doch die Gegenregulation. Was kann man dagegen tun?

Du schreibst (hast jedoch Zeitmangel), ich reguliere über für mich Interessantes, socializing, körperbezogenes. Das alles in einen Tag zu packen, gelingt mir derzeit jedoch noch nicht so gut. Und es ist auch nicht leicht, aus erlernten Gewohnheiten (wie zuviel PC), sitzen, ect wieder raus zu kommen. Ich hatte nur einige Jahre "ungute" Gewohnheiten kultiviert - da weiß man noch, wie es anders war...doch es ist wirklich eine Herausforderung. Ich überlegte erneut, mir zus. mit Iboga micordosing zu helfen. Die Entscheidung fiel: ich bestelle.

Der eigene Horizont wird zum Gefängnis. Der innere Abstand zu Problemstellungen nicht mehr vorhanden.

Da die Arbeit den größten Anteil der Zeit einnimmt, ist das ein Rädchen, an dem man drehen kann. Und ich finde es klasse, dass Du das so im Fokus hast, Maxi. Wink
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 4054

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2022 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Arbeit macht frei!



Hast du keine Arbeit aber genug Geld ­-Glücklich
Hast du keine Arbeit wenig Geld - Unglücklich
Hast du Arbeit ,gut bezahlt - Glücklich
Hast du Arbeit ,schlecht bezahlt - Unglücklich


so siehts aus und nicht anders!Und wer glaubt Geld macht nicht glücklich der sollte sich mal mit nem Harzer oder Obdachlosen unterhalten!


P.S.
De Spruch "Arbeit macht frei" hat nur so einen negativen Beigeschmack weil er eben am Tor von Auschwitz hängt,ansonsten ist da schon ein Korn Wahrheit dran...finde ich...
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 3288

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2022 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

Laughing Laughing Mikel - Du wieder Laughing Laughing

Lieber reich und gesund, als arm und krank. Razz

Ich hab noch nie jemand mit Geld und Job getroffen, der mit Hartz4 und/oder arm/ohne Job wechseln wollte.
Und anders herum ... Rolling Eyes

Richtig ist, dass relativ viele Menschen "glauben" einen Job ausüben zu müssen, der ihnen a) keinen Spaß macht - und b) bei dem viel zu wenig Kohle rausspringt.

Aber letztlich hat das doch Jeder selbst in der Hand.

Was aber auf jeden Fall - zunehmend - in meiner Wahrnehmung stimmt: Dass es immer mehr Menschen gibt, die mit sich selbst nichts anzufangen wissen.

Grüßle
Marle
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 3201

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2022 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

als ich bei VW gearbeitet habe, hatte ich zwar Geld im Überfluss, dennoch war es eine der unglücklichsten Zeiten meines Lebens - von gesundheitlichen Belastungen mal ganz abgesehen.
vorher dachte ich auch immer, mit genügend Geld wird alles gut, aber diese Erfahrung sollte mir doch eine Lehre sein.
wobei es natürlich schon belastend ist, wenn man am Ende des Monats nicht mehr weiß, wo man was zu Essen herbekommen soll...
ich würde mal sagen, in erster Linie beruhigt Geld, es gibt uns das Gefühl von Sicherheit im Leben, welches derzeit vielerorts schmerzlich vermisst wird.

btw
und an eben dieser 'letzten Bastion der privaten Sicherheit' wird durch die zweckgebundene Digitalisierung derzeit massiv gerüttelt - mit digitalem Geld kann man sich keine Freiheit erkaufen, es führt in die Sklaverei.
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 3288

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2022 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

ast hat Folgendes geschrieben:
...wobei es natürlich schon belastend ist, wenn man am Ende des Monats nicht mehr weiß, wo man was zu Essen herbekommen soll...
ich würde mal sagen, in erster Linie beruhigt Geld, es gibt uns das Gefühl von Sicherheit im Leben, welches derzeit vielerorts schmerzlich vermisst wird.

Für mich (!) ist das zu kurz gefasst.
In erster Linie ist für mich (ausreichend!) viel Knete auf dem Konto dazu da, dass ich weitgehend autark und unabhängig - z. B. vom Staat - bin.
Es ist selbst erarbeitet und ich kann mir damit entsprechende Befriedigungen gönnen, die ich mir sonst nicht leisten könnte.

Wird zwar viel von der "Sicherheit durch Geld" geredet, aber tatsächlich gibt diese Sicherheit das Sozialsystem, das auch Leute versorgt, die nichts tun, um eigenes Geld zu generieren.
Ursprünglich gedacht war das System für Menschen, die in echte Notlagen kommen, und selbst nichts mehr zum Gelderwerb beitragen können.

Ich glaube, die Phase, die Du beschreibst (VW), hat jeder schon mal im Berufsleben mitgemacht - der dann erst einen guten, erfüllenden und befriedigenden Job zu schätzen weiß.
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 3201

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2022 22:26    Titel: Antworten mit Zitat

habe ich doch geschrieben: Geld gewährt dir eine gewisse Freiheit, Unabhängigkeit...wobei 'ausreichend' relativ ist.
für jemanden, der sein Leben lang mit wenig auskommen musste, eröffnen z.B. 10.000 € gefühlt viel mehr Möglichkeiten, als für jemanden, der mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde und nie mit Geld umzugehen gelernt hat.

und yeah, diesen Aspekt des 'selbst erarbeitet' hört man oft - es ist sicherlich ein gutes Gefühl, stolz auf seine Leistung zu sein, aber ich würde mein Selbstwertgefühl nicht davon abhängig machen.

bei VW war es tatsächlich nur das Geld, was mich gehalten hat und da sind wir wieder bei dem klassischen Dilemma:
lieber einen Job machen, der einen ankotzt, in dem man aber gut verdient oder lieber die finanziellen Ansprüche etwas zurück schrauben und dafür einen Job machen, der einem nicht so gegen die Natur geht?

so gesehen können diejenigen, die einen Job haben, in dem sie sich selbst verwirklichen können (in einem gewissen Rahmen) und auch noch gut verdienen, wirklich glücklich schätzen Wink
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 3288

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2022 23:05    Titel: Antworten mit Zitat

ast hat Folgendes geschrieben:
habe ich doch geschrieben: Geld gewährt dir eine gewisse Freiheit, Unabhängigkeit...wobei 'ausreichend' relativ ist.

Klar - ausreichend, genügend, ... usw. ist immer relativ und individuell.
Zitat:
und yeah, diesen Aspekt des 'selbst erarbeitet' hört man oft - es ist sicherlich ein gutes Gefühl, stolz auf seine Leistung zu sein, aber ich würde mein Selbstwertgefühl nicht davon abhängig machen.

Sorry Ast, aber das ist ein ziemlich dummes Argument. Was hat denn jetzt Selbstwertgefühl mit Geld zu tun? Oder Leistung (gibt es ja ganz unterschiedliche, die überhaupt nichts mit Geld zu tun hat.)?
Es geht auch nicht um "Stolz".
Es geht einfach darum, dass z. B. ich von niemandem und nichts abhängig sein will.

Zum Job: Ich hatte auch mal über einige Jahre einen, bei dem ich richtig Kohle scheffeln konnte. Dafür aber keine Zeit mehr hatte, sie auszugeben. Abgesehen davon, dass ich danach physisch und psychisch ziemlich am Ende war.
Hab dann in einen viel, viel, viel schlechter bezahlten Job gewechselt.
Langfristig war es für mich der bessere Weg.

Man muss für sich selbst die richtige Balance finden.
Ich habe immer nach der These austariert: Ein Job steht auf 3 Säulen.
1. Die Freude daran. 2. Das kollegiale und interne Klima. 3. Das Geld.
Wenn eine dieser Säulen wackelt oder nicht stabil genug ist, müssen entweder die anderen zwei doppelt so dick sein, oder es wird Zeit sich nach was anderem umzuschauen.
Hat bei mir immer funktioniert.
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 3201

BeitragVerfasst am: 21. Feb 2022 23:31    Titel: Antworten mit Zitat

Marle hat Folgendes geschrieben:

Zitat:
und yeah, diesen Aspekt des 'selbst erarbeitet' hört man oft - es ist sicherlich ein gutes Gefühl, stolz auf seine Leistung zu sein, aber ich würde mein Selbstwertgefühl nicht davon abhängig machen.

Sorry Ast, aber das ist ein ziemlich dummes Argument. Was hat denn jetzt Selbstwertgefühl mit Geld zu tun? Oder Leistung (gibt es ja ganz unterschiedliche, die überhaupt nichts mit Geld zu tun hat.)?
Es geht auch nicht um "Stolz".

dumm? also da muss ich Maxi beipflichten, es gibt genügend Menschen, die sich einzig über ihre Arbeit definieren...

Maximus96 hat Folgendes geschrieben:
Aber ganz ehrlich, glaube, es gibt viele Menschen, die wären ohne Arbeit echt aufgeschmissen. Die wüssten nix mit sich anzufangen. Eigentlich traurig. Zu 100 Prozent fremdbestimmt.
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 3288

BeitragVerfasst am: 22. Feb 2022 00:08    Titel: Antworten mit Zitat

Du musst schon den Zusammenhang lesen, lieber Ast.
Schließlich hast Du geschrieben "ich würde mein Selbstwertgefühl nicht davon abhängig machen".

Ob es "genügend Menschen gibt", die ihr Selbstwertgefühl davon abhängig machen, kann ich nicht beurteilen.
Ich denke halt, dass es eine ziemliche Pauschalierung ist.

Ob Maxi glaubt, es zu wissen, ist dann wieder ein ganz anderes Thema.

Aber egal: Wenn es so wäre, dann bliebe es immer noch ein ziemlich dummes Argument: "Weil ich einen guten Job (mit viel Geld) habe, habe ich ein hohes Selbstwertgefühl."
Ich (!) denke, dass Menschen, die davon ausgehen, ein ziemlich mieses Selbstwertgefühl haben.
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Maximus96
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Anmeldungsdatum: 29.11.2012
Beiträge: 366

BeitragVerfasst am: 23. Feb 2022 02:18    Titel: Antworten mit Zitat

Dakini, jetzt hattest du mich aber mit dem Beitrag. Übrigens, von Iboga hatte ich noch nie was gehört, musste mich erst mal kundig machen. Wow, das klingt echt super. Genau das, was ich suche. Und noch legal in D - krass, ich habe mir gleich was bestellt.

Dazu gibt es 'ne kleine Story: Will seit Langem noch einiges therapeutisch aufarbeiten, ambulant, so psychoanalytisch und so, also das Unbewusste mit einbeziehend. War letztens bei einer Therapeutin, auf den Termin hatte ich 3 Monate gewartet.

Sie wollte mich nicht in Therapie nehmen, als sie das Wort "Sucht" gehört hat. Sie meinte, sie wäre vielleicht nicht die Geeignetste für das Thema (klingt ja noch relativ neutral) und sie befürchtet, sich mir ggü. nicht genügend öffnen zu können. Häh?! Also Sucht = Schublade auf, muss ein nicht vertrauenswürdiger Mensch sein etc. ... wie "Süchtige" halt so sind und derlei Gefasel ... oh Mann!
Iboga klingt sehr nach meinem Ansatz, den ich jetzt verfolge, mich einfach selbst zu therapieren. Mit dem Microdosing, das klingt vielversprechend. Habe heute gleich überwiesen, wird hoffe ich die Tage ankommen.

Ast, Marle, nochmal zu dem Thema Arbeit:
Ich habe auch mal so gedacht. Gehofft, ich könnte in meiner Arbeit vollkommene Erfüllung finden. Davon bin ich ziemlich schnell wieder abgekommen, mittlerweile ist mir meine Freizeit heilig. Die ich für mich eben sinnstiftend versuche zu nutzen.
Ihr habt beide gute Punkte, aber redet glaube etwas aneinander vorbei Laughing mit Verlaub.

Im Grunde sind die beschriebenen Fälle von Abhängigkeit 2 Seiten derselben Medaille. Abhängig durch zu wenig Geld, in dem Sinne Unabhängigkeit durch ausreichende bzw. überdurchschnittliche finanzielle Mittel. Damit kann ich mich identifizieren. Habe mich so z. B. von meinen Eltern emanzipieren können, von denen ich vorher abhängig war.

Auf der anderen Seite, generiert diese Form des Erwerbslebens in sich wieder eine Abhängigkeit, die oft, wie bei den von dir beschriebenen Fällen, dakini, maskiert ist. Aber mal ganz ehrlich: Wer ist heutzutage nicht (von irgendwas) abhängig? Sei es Sauerstoff, Nahrung etc. (um mal klischeehaft die Basics zu nennen). Ganz ohne geht es halt nicht.

Freiberuflich oder mit großem Erbe, das stelle ich mir äußerst frei vor. Aber bin ich nur ein einfacher Angestellter (wie ich):
- Bin ich unfrei in meiner Zeit (die ich z. T. meinem AG zur Verfügung zu stellen habe und zwar, wann ER das will)
- Muss ich mich für meine Arbeit kleiden und optisch anpassen, wie der AG es möchte (bzw. Mindeststandards)
- Bin ich unfrei, weil es Zeit für Freunde, Fam. dezimiert, diese Beziehungen könnten darunter leiden
- Bin ich unfrei, weil Angst vor Arbeitslosigkeit und Verlust von sozialem Status eine Bedrohung für mich darstellen
- Dadurch werde ich bis zu einem gewissen Grad erpressbar (wohlbemerkt, natürlich nur, was der einzelne auch mit sich machen lässt)
- Arbeitslose sind tendenziell sozial geächtet
- Mir fehlen die Mittel für die Befriedigung von Bedürfnissen, die ich zu meinem Standard gemacht habe (auch wenn es mit weniger ginge, sich einzuschränken, wenn man auf einem höheren Niveau war, tut immer weh)

Und so weiter und so fort ...

Ich finde, das ist absolut ein zweischneidiges Schwert. Natürlich ist immer die Frage, WOMIT ich mein Geld verdiene und was ich dafür opfere. Wenn ich 5 Stunden die Woche irgendwas unterrichte und dafür 3000 Euro brutto/Mon. bekomme, so what, immer her damit. Schrubbe ich mich 50 Stunden körperlich ab für die Hälfte dessen ... beschissen.

Schönen Abend euch
MAXI
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joe
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1124

BeitragVerfasst am: 23. Feb 2022 09:49    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Tag,
upps, viele beiträge.
Maxi, immerhin ist die therapeutin bei sich geblieben, der rest ist ja nur deine wertung in deinem kopf, und bei so einer wurzel mit psychoaktiven substanzen freut sich natürlich der süchtel in uns.
ich konnte mich nicht selbst behandeln. hat nie geklappt und klappt auch heute nicht.
Trennung, Separation zeigt sich sehr schön in dem satz, wir müssen jetzt mal die umwelt retten. das ist in etwa der spirituelle zustand des homo sapiens.
für mich als einzelperson, als süchtiger ist verbundenheit, also das gegenteil von trennung auch eher schwierig. dazu brauche ich andere menschen.

"da draussen ist nix" ein Dao meister hat mal auf die frage, meister, was ist denn jetzt erleuchtung, gesagt, geh scheissen.
es gibt auch den schönen Koan von dem stein in der flasche. nach 7 jahren meditation kann der schüler nicht mehr. meister, wie kriege ich den stein denn jetzt aus der flasche ohne sie zu zerstören? welche flasche, ist die antwort.

es gibt nicht wirklich was zu erklären, es gibt auch nix zu verstehen, weil da gar nichts ist.
spiritualität ist einfach eine reise, wo niemand weiss wo sie hingeht.

das finde ich ziemlich spannend.
fürs erste.
liebe grüsse
joe, clean 24

ach so, nur für heute hält mich einfach im jetzt, weil vergangenheit (groll) ist vorbei und zukunft (angst) noch gar nicht da.
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Marle
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 3288

BeitragVerfasst am: 23. Feb 2022 12:54    Titel: Antworten mit Zitat

Maximus96 hat Folgendes geschrieben:

Ast, Marle, nochmal zu dem Thema Arbeit:
Ich habe auch mal so gedacht. Gehofft, ich könnte in meiner Arbeit vollkommene Erfüllung finden. Davon bin ich ziemlich schnell wieder abgekommen, mittlerweile ist mir meine Freizeit heilig. Die ich für mich eben sinnstiftend versuche zu nutzen.
Ihr habt beide gute Punkte, aber redet glaube etwas aneinander vorbei Laughing mit Verlaub.
MAXI

Hm - also das mit der "vollkommenen Erfüllung" hat doch niemand geschrieben, oder?
Kurz: Im Grund meines Wesens bin ich ein stinkfauler Mensch, und würde am liebsten den ganzen Tag nichts, bzw. nur das tun, auf das ich gerade Lust und Laune habe. Aber nie so, dass es in "Arbeit" ausartet.

Ich sehe es derzeit ganz oft (durch diverse Kontakte), wie Leute aller möglichen Altersgruppen "aus dem System" aussteigen wollen. Aus meiner Sicht oft ziemlich naiv und planlos.
Du kannst nämlich hin, wo Du willst: Geld regiert die Welt. Punkt.
Dann träumen manche von "Selbstversorger". Dazu muss Land her: Kostet Geld. Und wenn es gut zum beackern ist, kostet es sogar noch mehr Geld.
Aber: Dann fängt "Arbeit" erst richtig an.
Von 100 "Aussteigern" (z. B. in Portugal) bleiben am Ende bestenfalls 20 übrig, die sich dann "irgendwie" durchwursteln.
Ob das die Erfüllung ist, von der sie träumten? Hab mal bei ein paar nachgefragt: Eher nicht. Sie hatten es sich ganz anders vorgestellt.
Aber - zurück wird jetzt noch schwerer.

Die größte Abhängigkeit ist die, wenn ich - um überhaupt überleben zu können - auf andere unabwendbar und in allen Bereichen angewiesen bin.
Mikel hat da m. E. schon recht: Am besten die fragen, die in der Lage sind, und Mitte des Monats nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll. "Frei-Zeit" haben die ohne Ende.

Grüßle
Marle
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