Therapieerfahrungen in NRW

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Rote Zora
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 1041

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2009 22:12    Titel: Therapieerfahrungen in NRW Antworten mit Zitat

Hallo!
Ich habe mir vorgenommen,mal meine Therapieerfahrungen niederzuschreiben.Ich glaube,das sie einigermaßen representativ sind,da ich schon 5 gemacht habe,und drei davon abgeschlossen!
In erster Linie soll das einen Einblick für jene geben,die noch keine Erfahrung damit haben,und mit dem Gedanken spielen,eine Therapie zu machen...oder aber eine machen "müssen"!
Vorab:
Wenn es die erste Therapie ist,dauert diese in der Regel 6 Monate. Danach bewilligt der Kostenträger zunächst 3 Monate,die aber jeder Zeit verlängert werden kann!
Verträge in Therapie:
So nennt man das wenn man Regelverstöße hat!
Aber auch das wissen von Regelverstößen anderer(auch wenn man selber nichts damit zu tun hat)bedeutet,daß man in diesen Vertrag mitdrinsteckt...also Vorsicht!Das größte Problem für eigentlich alle Patienten,ist,daß man verpflichtet ist,alle Regelverstöße zu melden... Confused Dies jetzt aber ausführlich zu erklären würde zu lange dauern.

Aber bei Fragen(jeglicher Art) stehe ich gerne zu Verfügung! Cool
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Rote Zora
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 1041

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2009 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

So,nun zu meinen Erfahrungen.

1997 machte ich zum ersten mal eine Therapie,ohne zu wissen was das überhaupt bedeutet.Die war in Grafschaft(heute Osberg glaube ich).Wie gesagt,keinen Plan von nichts.Ich kam dort an,und ließ das übliche Prozeder über mich ergehen.Ärztliche Untersuchung,Körperfilze,Klamottenfilze...
Als ich den Innenhof betrat,traf ich als erstes 2 meiner besten Freunde aus meiner Stadt.Hmm,nicht die besten Voraussetzungen...Ich war keine 5 Stunden im Haus und kannte schon sämtliche Verträge,von Rückfall,über Kleinigkeiten bis verbotene Beziehungen.Normalerweise bekommt man als Neuling nichts davon mit!
Das endete damit, daß ich nach 1 Woche selber mitten im Alkoholrückfall steckte.Wir tranken heimlich jeden Abend ne Pulle Vodka... Rolling Eyes Bis wir(2 Mädels) eines abends zu gierig und unvorsichtig wurden... Confused Unsere Flasche war leer, und wir wußten,daß sie Jungs noch was hatten.(Männer und Frauenbau waren getrennt).Also,raus auf´m Balkon,ab übers Kiesdach...total besoffen und dementsprechend laut....!Das ist auch der Nachtwache nicht entgangen,und als wir drüben ankamen,stand sie auch schon mit dem Pustegerät da!
Lange rede kurzer Sinn,am nächsten Tag durften dann 7 Personen ihre Klamotten packen und sind rausgeflogen.Ich hätte noch bleiben können,wenn ich gesagt hätte,wer den Schnaps besorgt hat,hab ich aber nicht!Gut 3 Wochen war ich dort.Ab nach hause und natürlich nahtlos rückfällig.
Da hatte ich die Therapie noch freiwillig gemacht.Da ich aber Bewährung hatte,bekam ich Therapie zur Auflage.

Also,nächste Kostenzusage besorgt,und in die nächste Einrichtung:Beusingser Mühle!Die war mal richtig krass,Erster Ausgang erst nach 3 Monaten,übelste Gruppen,wo jeder haarklein seinen Leneslauf vor der kompletten Gruppe vortragen musste,und Regeln,die absolut nichts mehr mit der Realität zu tun hatten.Für Rauchen auf dem Zimmer = Rausschmiss.Beziehungsverbot,auch dafür = Rausschmiss.

Dort lernte ich auch meinen jetzigen Partner kennen.

Na ja,auch da war ich in sämtliche Verträge verwickelt. Einer meinte dann,er müßte in der Großgruppe alle Verträge öffnen die er kannte(wollte aber sowieso abbrechen,und hat damit noch mal alle reingerissen,Arschloch)Ich flog dann raus,weil jemand mich mit meinem Freund alleine in einem Raum gesehen hatte,das war verboten... Confused Und der Witz ist, ich hatte nochnicht einmal Sex mit ihm in der Zeit Shocked .
Nu denn,wir fuhren beide nach hause(er kam auch aus meiner Stadt).Glücklicherweise waren wir uns beide einig,daß wir nicht rückfällig werden wollten,und schafften das sogar*stolzsei* Smile

Nun versuchten wir eine Paartherapie zu machen.Die wurde zunächst angelehnt.In der Zwischenzeit wurde ich schwanger,und daraufhin nahm man uns doch gemeinsam im Annenhof auf. Wir lernten uns dort erstmal richtig kenne und lieben,es war eine sehr schöne Zeit,und ich lernte zum ersten mal,warum ich überhaupt zu Drogen gegriffen habe.Überhaupt lernte ich dort total viel über mich und meine Sucht.Es war eine relativ lockere Einrichtung.Man bekam, wenn man gut mitgemacht hat,schnell Ausgang,Heimfahrt...etc.Privilegien halt.Das ganze Regelwerk hat natürlich genervt.Man mußte für Leute die Scheisse gebaut haben,mitleiden.Das heisst,6 Wochen war das Haus dicht,weil irgendwelche Leute rückfällig waren.Und obwohl man selber nichts damit zu tun hatte,waren Besuche,Ausgänge etc für alle tabu.

Aber nichts desto trotz haben wir regulär abgeschlossen,und sind draussen tatsächlich clean geblieben.Zum ersten mal in meinem Leben war ich für 3 Jahre komplett clean Very Happy .3 Monate nach der Entlassung kam meine Tochter zur Welt,das war die schönste Zeit in meinem Leben!Außerdem machte ich meinen Führerschein!!!

Allerdings haben wir den Fehler gemacht,mitten in das alte Junkieviertel zu ziehen Sad 3 Jahre haben wir es trotzdem geschafft clean zu bleiben.Uns ging es gut,und wir waren uns sicher,daß uns niemand dazu bringen würde zu konsumieren.Uns ging es zu gut,und wir waren uns zu sicher...einmal kann man ja....
Und so schlich sich der Rückfall langsam aber sicher ein.So vergingen einige Jahre...Einige Entgiftungen dazwischen,kurze Cleanzeiten,aber nie auf Dauer.
Irgendwann 2004 entschied ich mich dazu alleine eine Rückfallbearbeitung zu machen.Da einer auf unsere Tochter aufpassen musste,blieb mein Freund zu hause(er war immer der stärkere von uns beiden,und schaffte es zu hause)Damit er sich um mich keine Sorgen machen musste,entschied ich mich mal für was ganz neues,eine reine Fraueneinrichtung...vorher für mich undenkbar Wink ....Die war in Altenkirchen(WW)
Das war auch keine reine Drogentherapie.Da gab es Frauen mit Borderline,Essstörung,Medikamentenabhängigkeit,Alkohol und u.a. Drogen.Diese Einrichtung hat sehr auf Eigenständigkeit gesetzt.Also nur Regeln die das Leben in einer Gruppe möglich machen,damit eine solche auch funktioniert.Aber damit waren Rückfällen natürlich Tür und Tor geöffnet.Und natürlich auch vorhanden.Dennoch habe ich es geschafft,rückfallfrei die Therapie zu beenden.

Danach war ich ein halbes Jahr clean. Dann ging es bis 2007 wieder unspektakulär weiter.......Rückfälle......Cleanphasen..die ein oder andere Entgiftung....
Dann entschieden wir uns,erneut eine Paartherapie zu machen,auch wieder im Annenhof,da diese uns ja damals gut geholfen hatte. Allerdings wurde in der Zwischenzeit dort viel vom Konzept her geändert.Alpha kam zu der Einr. hinzu,und dann waren es 60 statt damals 30 Patienten.Wir merkten eigentlich schon während unseres Aufenthaltes,das es das nicht ist.Trotzdem schlossen wir sie regulär ab.Allerdings waren wir danach nicht lange sauber.Dort bin ich auch wieder schwanger geworden,habe das aber erst gemerkt im 4.Monat, und da war ich bereits rückfällig... Sad Das war ne beschissenen Zeit für mich...
Na ja, unsere Tochter kam 2008 zur Welt,und seitdem bin ich leider im Subutexprogramm!
Noch eine Therapie werde ich mir wohl nicht mehr antun.Jetzt suche ich einen Weg,wie ich es hier im Alltag schaffe,sauber zu werden und zu bleiben,wobei das werden einfacher ist wie das bleiben....

So,das waren meine Erfahrungen!
Ich hoffe,der ein oder andere kann was damit anfangen wenn er auf Therapie gehen will....?!?
Wenn noch jemand Fragen hat,nur zu....

Und ausserdem hoffe ich nicht zu sehr gelangweilt zu haben... Wink

Bin jetzt auch müde,so long
ZORA
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Taddl
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Anmeldungsdatum: 13.06.2009
Beiträge: 88

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2009 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ja das ist doch mal ein Thread zu dem ich auch meinen Senf dazu geben kann.

Ich war insgesamt auf 3 Therapien, 2 davon abgeschlossen.

Das erste Mal war 1990. Ich war da 20. Damals liefen Kostenzusagen noch 12 Monate. Ich musste gehen, weil mir für meine jetzt 22 jährige Tochter das Aufenthaltsbestimmungsrecht entzogen wurde und ich Weisung zur Therapie hatte.

Ich entschied mich für die Villa Lilli in Bad Schwalbach. Auch ich hatte überhaupt keinen Plan von Therapie und dachte es wäre so was ähnliches wie Jugendherberge, nur mit ganz vielen Junkies. Das es nichts schlimmers gibt, wie cleane Junkies auf Therapie, musste ich da erst mal lernen. Ihr werdet das kennen. Man hackt auf den anderen rum, damit man sich nicht mit den eigenen Problemen beschäftigen muss. Ja ich schaffte auch die 12 Monate, aber nur, weil mir von Anfang an gesagt wurde, ich müsse meine Tochter da lassen, wenn ich abbreche. Also habe ich volle 12 Monate durchgezogen. Ich war das erste mal seit 5 Jahren wieder mal klar im Kopf.

Nach Therapie 1991 wurde ich recht schnell wieder rückfällig. Aber da kam ja gerade Metha/Pola raus. Das als Allheilmittel gepriesen wurde. Also habe ich mich von 1992 bis 1999 substutiern lassen. Aber 1999 war ich kurz vorm Durchknallen (ich hatte immer Beigebrauch mit allem H, Alk, Steine, Pillen usw.). Also entschied ich mich dazu wieder auf Therpie zu gehen. Diesmal nach Friedberg/Hessen.

Vorher natürlich auf Entgiftung. Da lernte ich meinen jetztigen Partner kennen. Die ganze Geschichte hatte nur einen Nachteil. Er hatte ne Kostenzusage für die Waldmühle (alles was mit Mühle endet ist Scheiss), ich für Friedberg. Nach nem Mega-Entzug vom Pola, den Pillen und noch allem anderen, ging ich trotzdem nach Friedberg. Mein Freund in die Waldmühle. Aber als er aus irgendeinem bescheuerten Grund die Post von mir nicht mehr ausgehändigt bekam und eine Stufe zurück versetzt wurde, brach er ab. Rief mich an und wenig später brach ich in Friedberg natürlich auch ab.

Also erst mal wieder auf die Rennbahn. Wieder Antrag auf Therapie gestellt, diesmal beide nach Friedberg. Dort wurde ich auch schwanger und wir zogen das ganze Ding 9 Monate durch.

Nach der Geburt unserer jetzt 8jährigen Tochter waren wir noch 2x auf Entgiftung und in Übergangseinrichtungen. Und 2002 haben wir es geschafft den illegalen Drogen abzusagen. Momentan gehts uns mal gut, mal schlecht und ich trinke mir abends immer so meinen Level an. Macht mich unzufrieden und ich arbeite an mir, es wieder zu verändern.

Ich kann nur jedem empfehlen, der auf Therapie will, sich die Konzepte genau durchzulesen. Für mich war die Villa Lilly gar nichts. Wie unter der Käseglocke. Nach 12 Monaten stand ich im Supermarkt und wusste nicht mal mehr wie ich was kochen kann.
Friedberg war für mich sehr gut. Dort muss man zwar immer damit rechnen, das Rückfälle passieren, da dort mit Rückfällen gearbeitet wird. UK`s eher sporadisch gemacht werden. Aber ich fand es realitätsnah. Hier bin ich auch oft breiten Leuten ausgesetzt. Es war eine gute Erfahrung für mich persönlich. Habe dort viel über mein Suchtverhalten gelernt. Doch das muss jeder für sich entscheiden.

LG Taddl
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Trini
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1140

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2009 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo

Ich finde das ja mal absolut interessant was ihr da geschrieben habt.

Nun interessiert mich auch mal was man da so die ganzen 12 monate macht?
Und wenn man keine Thera macht Poly?

Ma ne dumme frage: Was bewirkt Poly und Subutex eigendlich genau?

Lg
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worstcase
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Anmeldungsdatum: 28.11.2008
Beiträge: 596

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2009 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

hi zora und taddl!
danke fürs aufschreiben eurer erfahrungen!
lg karo
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Roxi
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 63

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2009 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

hi zora und taddl

absolut klasse beiträge.Wahnsinn was ihr schon alles durch habt.
Sehr gut geschrieben und auch verstanden.

Ich kämpfe gegen den alk,bin heute den neunten tag trocken Laughing


lg
roxi
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worstcase
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.11.2008
Beiträge: 596

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2009 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

@roxi: glückwunsch! weiter so! lg karo
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Rote Zora
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 1041

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2009 22:43    Titel: Antworten mit Zitat

High Taddl Smile
Sind ja schon sehr ähnlich unsere Erfahrungen..auch unsere Tochter ist jetzt 8 Jahre alt... Wink
Obwohl ich denke, Du hast noch eine härtere Therapieform erlebt....
Als Langzeittherapie noch 12 Monate bedeutete, waren die Konzepte noch etwas krasser.....

Viele haben Angst vor einer Paartherapie,weil es heisst,die wollen einen auseinander bringen...Allerdings ist es in vielen Fällen(wo beide gemeinsam draussen drauf waren)so,daß sie sich in Therapie das erste mal nüchtern gegenüber stehen,und auf einmal einen völlig anderen Menschen vor sich haben.Das ist meistens der Grund,warum Beziehungen dort in die Brüche gehen... Surprised
Ich habe übrigens auch mit meinem Ex Schluss gemacht,(nach 9 Jahren)als ich in Entgiftung zum ersten mal klar war,und wusste was ich wollte.Unsere Vorstellungen gingen da weit auseinander.

Ich hatte ja bereits erwähnt,daß ich meinen jetzigen Freund clean und in Therapie erstmal richtig kennengelernt habe.....und ich muß sagen,wenn wir nicht beide wüßten,wie wir sind wenn wir clean sind,wären wir wahrscheinlich heute nicht mehr zusammen.... Wink

Wie war die Paartherapie bei Euch?

Liebe Grüße ZORA
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Rote Zora
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 1041

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2009 22:49    Titel: Antworten mit Zitat

@ Roxi
Glückwunsch auch von mir.... Very Happy Habe großen Respekt vor Leuten,die sich ohne große Hilfe zu hause hinsetzen,und entgiften.....ich weiß,wie schwer das ist,und was da für Kraft dazu gehört!!
Vor allem,weil man jederzeit die Gelegenheit hat,sich etwas zu besorgen... Wink Hut ab....

@trini
Zu pola(meintest Du glaube ich)kann ich nichts sagen,ausser das man bei Pola wie auch bei Metha doch noch benebelt ist,also einen törn davon hat.
Im Gegenteil zum Subutex,da ist man eigentlich völlig klar im Kopf.Es dient lediglich dazu,Entzugserscheinungen zu nehmen....

Gruß ZORA
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Rote Zora
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 1041

BeitragVerfasst am: 18. Jun 2009 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ach so,Deine Frage was man so die ganze Zeit in Therapie macht habe ich total vergessen,sorry.....
Therapie heisst erstmal natürlich strukturierter Tagesablauf,der in der Regel so aussieht,daß man vormittags im Rahmen der Einrichtung arbeitet(Küche,Werkstätten,Tiere versorgen wenn vorhanden..etc.) Feste Essenszeiten,und eine ganze Menge Gruppen.Es gibt Kleingruppen,wo man mit ca.12-20 Leuten seine persönlichen Probleme bespricht.Dann gibt es Großgruppen,wo die komplette Gemeinschaft über das Zusammenleben,aber auch über aktuelle Vorfälle wie Rückfall,oder andere Probleme die die gesamte Gruppe betrifft spricht.Und das wichtigste sind die Einzelgespräche mit seinem Bezugstherapeuten,wo´s dann ans eingemachte geht... Wink

Therapie bedeutet vor allem auch VERZICHT!!!
Verzicht auf alltägliche Dinge die man draussen so zur Verfügung hat.Das fängt damit an,daß man zum Beispiel nicht jederzeit TV gucken oder Musik hören kann.In einigen Einrichtungen ist das wahlose Kaffetrinken nicht erlaubt(von wegen Suchtverlagerung,bzw.Kick holen durch Kaffee).Man darf in verschiedenen Stufen in den Ausgang.Am Anfang erstmal gar nicht.Nach und nach wird das dann gelockert,wenn die sehen,daß Du Fortschritte in Deiner Therapie machst.Rauchen ist nur zu bestimmten Zeiten und nur draussen erlaubt. Und so weiter.......

All das führt dazu,daß man all die Dinge die für einen draussen selbstverständlich waren,und wo man sich eigentlich keine Gedanken drüber gemacht hat,viel bewußter erlebt und zu schätzen weiß.
Also freut man sich,wenn man mal raus darf,und einfach mal einkaufen gehen kann, oder aber schwimmen....etc........Einfach mal das Haus zu verlasen,wo man ja sonst 24 Std. eingeschlossen ist.
Ausserdem lernt man dort ja auch eine Menge unterschiedliche Leute kennen...... Cool

Wenn man dann entlassen wird,geniesst man die erste Zigarette auf seiner Couch zu hause.....,den TV anzuschmeissen,wenn einem danach ist.....,halt einfach seinen Tag selbst zu bestimmen,Freunde zu besuchen,und und und...Very Happy

So vielleicht kannst Du Dir ja jetzt einen kleinen Eindruck davon machen,was man in dieser Zeit so alles macht...?!! Cool

Liebe GRüße ZORA
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Taddl
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 13.06.2009
Beiträge: 88

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2009 06:42    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen,

@Trini: Pola oder Metha sind Ersatzdrogen, die den Entzug vom H "verschleiern". Man bekommt sie, damit der Süchtige auch seinem Kreislauf (Drücken, Geld besorgen, Drücken) herauskommt und wieder in der Lage ist, einen einigermassen normalen Tagesablauf ausüben kann. Rote Zora hat auch Recht, dass sie benebeln. Jedoch sind sie nicht dafür gedacht. Surprised Ich persönlich zweifle beide Medikamente an, da sie mir nie etwas gebracht haben. Also mein Suchtverhalten haben sie nicht verändert. Deshalb empfinde ich es als eine Verlagerung des eigentlichen Problems.
Des weiteren muss man sein Pola in der Regel beim Arzt oder in der Apotheke abholen, da holen aber alle ihr Zeug ab. Damit entkommt man auch den "alten" Kreisen. Also hat man immer wieder Kontakt mit Leuten die eventuell Beigebrauch haben.

Das ist meine persönliche Meinung zur Substitution, kann sein, das einige damit klarkommen. Ich kenne aber nur wenige.

Was man den ganzen Tag auf Therapie macht hat Rote Zora dir schon gut geschildert. Es geht darum, wieder einen strukturierten Tagesablauf aufzubauen und zu erlernen.
Also aufstehen zur einer vorgegeben Zeit, gemeinsames Frühstück, Arbeitsbereiche, Gruppen und Großgruppen usw.

Das ist sehr wichtig, ich habe lange daran gearbeitet mir meine eigene Struktur zu erlernen. Und oft ist es schwer sie durchzuhalten.
Struktur ist das Zauberwort fürs Cleanwerden. Ich bekomme ganz oft die Krise, wenn sie durch irgendwas unterbrochen wird.

Des weiteren lernt man auf Therapie wieder Sauberkeit, d. h. seinen Wohnbereich/Wohnung in Ordnung zu halten. Also keine Wäscheberge anzusammeln. Auf meine 1. Therapie kam ich mit 3 Reisetaschen dreckiger Wäsche.
Also putzt man da gaaanz viel und zweifelt oft am Sinn des Ganzen. Ich habe ihn aber vor ein paar Jahren entdeckt. Ich sehe heute den Dreck in meiner Wohnung und kann es nicht aushalten.

@Roxi: Ich wünsche dir für deinen heutigen 10. tockenen Tag aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaallllles erdenklich Gute. Mach weiter so. Surprised


@Rote Zora: Ich glaube nicht, dass meine Therpie härter war, nur weil sie länger dauerte. Villa Lilliy hat kein Stufensystem, wie deine 1. in dieser Mühle. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alle Therpien mit "Mühle" über Stufen-Systeme verfügen. Das könnte ich nicht. Bin ich lieb bekomme ich was, bin ich böse, wird es mir weggenommen.
In Friedberg z. B bekommt man nach 4 Wochen den ersten Ausgang mit 4 Personen, nach 8 (glaube ich) darf man alleine raus. Post bekommt man von Anfang an. Telefon unter aufsicht. Es ist eine Therapie die sehr auf Eigenverantwortung berruht. Deshalb fand ich sie für mich am Wertvollsten.

Deshalb habe ich auch geschrieben, wenn jemand mit dem Gedanken spielt auf Therapie zu gehen, lest Euch die Konzepte genau durch. Lasst Euch nicht irgendwo hinschicken, nur weil der Drogenberater sagt, da ist es gut. Ihr müsst mit dem Konzept klarkommen. Es gibt Riesen-Unterschiede zwischen den einzelen Einrichtungen.

So das wars erst mal, muss mein Käffchen trinken und ich für die ARbeit fertig machen.

Bis dann

Taddl
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Roxi
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 63

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2009 08:27    Titel: Antworten mit Zitat

guten morgen zora,taddl und karo

jepp,mein zehnter tag ist angebrochen ,mir gehts zwar nicht so ganz gut ,trotzallem werde ich durchhalten.stimmt,ich mache den entzug zu hause,also ziemlich kalten entzug,doch ich will von dieser scheiße raus und deshalb fühle ich mich auch stark genug es diesmal zu packen.

10 tage nüchtern,das hatte ich schon ein halbes jahr nicht mehr und es ist so ein gutes gefühl,ich stehe morgens auf ohne schlechten gewissen mir gegenüber.das ist für mich das höchste.

jeden abend denk ich mir,wow wieder ein tag geschafft!
Es ist harte Arbeit doch sie lohnt sich.

so,jetzt erstmal arbeiten

bis später ihr lieben

glg
roxi
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worstcase
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Anmeldungsdatum: 28.11.2008
Beiträge: 596

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2009 10:20    Titel: Antworten mit Zitat

@roxi: 10 tage sind super! bist schon im zweistelligen bereich!!!
ich finde es toll, dass du das durchziehst! halt weiter durch, auch wenn es mal schwieig wird...es lohnt sich!
wünsch dir einen schönen tag! karo
ps: wie wäre es, wenn du dir zur belohnung ein eis gönnst oder was gutes kochst? irgendwas, um dir selbst was gutes zu tun....du hast es dir verdient!
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Taddl
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Anmeldungsdatum: 13.06.2009
Beiträge: 88

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2009 10:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Roxi,

finde es auch klasse, dein 10. Tag hatte dir ja vorhin schon etwas dazu geschrieben. Weiter so....................


Zum Thema Therapie wollte ich noch sagen, das bei all dem Stress die eine Therapie mit sich bringt, auch gaaaanz viel Lachen angesagt ist.
Ich habe auf Therapie immer am besten und am meisten gelacht und auch viel Spass.
Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wieviele Sorten Tee ich in dieser Zeit ausprobiert habe. Laughing

LG Taddl
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Roxi
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 63

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2009 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

danke euch ihr süssen

hab mir schon einen ganzen becher eis gegönnt.hm,lecker

ich zie das durch.


glg roxi
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