Koksentzug ohne Therapie?

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Bananenflanke
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 21.07.2009
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 8. Sep 2009 21:59    Titel: Koksentzug ohne Therapie? Antworten mit Zitat

Mich würde mal interessieren, ob es tatsächlich Leute gibt, die allein mit ihrer Willenskraft vom Koks losgekommen sind. Ich, die selber jahrelange Therapie wegen Bulimie hinter sich gebracht hat, glaube nicht daran. Erst recht, nach all euren erfahrungsberichten über Suchtdruck usw.

Mein Freund will mich nicht verlieren, ich liebe ihn auch noch. Nach all den Trennungen, Dramen, Lügen, die wir hinter uns haben, steht er jetzt standhaft vor mir und sagt, er will das alles aufgeben, für mich. Dass ich ihm wichtig bin, weiss ich. Im Moment will er jede freie Minute nur noch bei mir sein. Ich habe jedoch nach wie vor den Eindruck, er nimmt jeden Tag was und versucht's mit Reduzieren. Hab schon so viel über seine verstrahlten Gesichter gemeckert, so dass er sich wahrscheinlich nicht mehr traut, so viel zu nehmen (ist alles nur mein Eindruck, und das was ich sehe). Kommt mir vor, als würde er sich morgens schon auf dem Klo frischmachen. Würde ihm sogar beistehen, wenn er Therapie machen würde. Komme aber nicht an ihn ran, weil ich mir angeblich immer alles einbilde und er alles leugnet. Da kann ich auch nichts mehr tun. Wie schaffe ich es überhaupt, an ihn ranzukommen? Ich glaub, er denkt immer noch, dass er das allein schafft, aber ist das nicht der Trugschluss bei Coca? Man denkt, man habe alles im Griff...
Ärger mich, dass ich so co-abhängig bin und mich hier dauernd mit seinem Problem befasse, aber so lange ich mich nicht von ihm trennen kann, ist das nun mal präsent.
Noch mal ne andere Frage: Kriegt man das überhaupt selber mit, wie man auf andere wirkt, das Aussehen und die Ausstrahlung sich verändert, man hyperaktiv wird usw., wenn man druff ist? Guckt man dann mal in den Spiegel? Oder ist einem das dann völlig egal? Freu mich auf Antworten.
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aint ez
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.11.2008
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 8. Sep 2009 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

ja eigentlich bekommt man seinen irren zustand sehr wohl mit allein schon mit fortschreitender paranoia.
ich kenne leute die es alleine geschafft haben.aber vergiss es das sind vielleicht 5% von 100.
wenn er sich schon jeden tag platt macht vorm frühstück kann ich nicht verstehen wie er deine nähe sucht.normalerweise such man keine menschliche nähe wenn man drauf ist es sei denn vielleicht die ersten 1,2 jahre.wenn du richtig drauf bist schmeisst du die leute sogar raus um deine ruhe zu haben
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Maria
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Anmeldungsdatum: 06.09.2009
Beiträge: 287

BeitragVerfasst am: 8. Sep 2009 22:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Bananenflake, klar gibt es immer noch Menschen auf der Erde, die nicht "kleinzukriegen" sin, die mutig kämpfen, um das eigen Ich . Denn darauf kommt es an, nicht für irgendjemanden aufhören, sondern für sich selbst. Ohne Therapie und Ärzte, also draussen auf der Strasse, ist eine wirkungsvolle aber auch gefährliche Sache. Man kann nicht vorhersagen, wie der Entzug wird. Man sollte so einen Menschen auf keinen Fall alleine lassen, das gilt auch für die, die von Methadon entgiften. Diese Menschen brauchen unendlich viel menschliches gerade bei einer Entgiftung, da sind Freunde manchmal viel hilfreicher als irgendwelche weißen, kalten Krankenhauszimmer. Und vor allem alle spitzen und scharfen Gegenstände entfernen, und sonstigen angstmachenden Gegenstände. Dazu gehört aber vor allem viel Vertrauen schaffen, denn entgiftende Menschen werden mit ihren tiefsten Ängsten konfrontiert.
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Bananenflanke
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 21.07.2009
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 9. Sep 2009 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Dank Euch für Eure schnellen Antworten.
@aint-ez: Meine PN-Funktion geht immer noch nicht. Danke Dir deshalb hier auf diesem Wege für Deine Erfahrungsberichte und Aufklärungen als (Ex-)Kokser. Helfen mir sehr, weil ich keine Ahnung hab über Koksen. Wie sich das anfühlt, eben. Tja, das ist ja das verrückte, dass ich ihm nichts nachweisen kann. Er ist ja nun mal ein wunderbarer Mann und wird auch immer "normaler" und anhänglicher. Die ganze Zeit verbringt er mit uns, ist kuschelig und ist auch nicht genervt. Erst, wenn ich auf unser "Thema" zu sprechen komme, wenn er z. B. mit seinem typischen strahlenden Augen und etwas abwesend mit kommandierendem Ton hektisch mit uns durchs Kaufhaus rennt. Dann kommt's mir schon komisch vor. Dann frag ich mich manchmal selber: Bin ich tatsächlich diejenige, die rumspinnt? Vielleicht versucht er's ja wirklich, in den Griff zu kriegen, weil ich ihm so viel bedeute? Er weiß auf jeden Fall, dass er am seidenen Faden hängt, auch wenn ich ihn so oft wieder aufnehme. Wir telefonieren momentan nur. Da heult er rum, weil es ihm so schlecht ohne mich geht, hat Sehnsucht. Geht auch wieder arbeiten und sagt, er möchte das Geld lieber für uns ausgeben als für Zeug. Das einzige, was ich ihm glaube ist, dass er mich liebt. Aber was die Sache mit den Drogen angeht, bin ich durch die Lügen und Ausreden misstrauisch. Da hat er mein Vertrauen nicht mehr, das weiss er auch. Versucht mit allen Mitteln, mich wiederzubekommen. Da gibt er sich auch echt Mühe. Aber ich habe immer Angst vor dem nächsten Mal, bei dem er richtig druff ist. Diesen Anblick kann ich nicht mehr ertragen. Bei allen anderen, aber nicht bei ihm! Habe auch oft gesagt, dass ich ihn verlassen muss, nicht weil ich ihn hasse, sondern weil ich ihn liebe (sonst würde mir das alles nicht so zusetzen). Versteht er scheinbar nicht, sondern klammert umso mehr. Warte einfach ab, wie sich das entwickelt. Erstmal gehe ich auf Distanz. Er weiss, dass ich ihn auch sehr liebe, aber der Drogenmist mich total ankotzt und ich dann jedesmal die Flucht ergreife. Scheinbar ist ihm klar, dass er dann außer seinen Drogenkumpels keinen mehr hat. Mit Mitte 30 kriegt mal wohl schon langsam mit, dass Partymachen und Zudröhnen nicht alles im Leben ist, sondern es noch viel schönere tiefere Sachen gibt...
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aint ez
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.11.2008
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 10. Sep 2009 01:26    Titel: Antworten mit Zitat

therapie,therapie,therapie
würd ick sagen
mann hat immer mal wieder cleanphasen aber der abgrund ist immer nur einen hit entfernt
("ich könnt ja mal 1 oder 2" und schon sind 5 gramm weg und die birne matsch...
du arme ist bestimmt megascheisse aber wenn er dich wirklich liebt sollte es eine lösung geben weil meistens stopft man eh nur seine liebesdefizite mit dem schrott.kann das nicht wirklich nachvollziehen wenn ich frau und geordnete bahnen gehabt hätte hätte ich locker die kurve bekommen.denke ich
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Bananenflanke
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 21.07.2009
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 11. Sep 2009 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

Biste ooch Berliner? Dank Dir auf jeden Fall für Deine Treue. Könnte Dich echt manchmal Löcher in den Bauch fragen. Wie gesagt, als Co-Abhängige kann ich's einfach nicht lassen, mich mich mit seinem Problem zu beschäftigen, obwohl's mich nervt. Ich muss ständig spekulieren und rumraten, wie's mit seinem Konsum bestellt ist, weil er mir ständig weissmacht, er hätte alles im Griff, alles wird gut, und er hätte schon 4 Wochen ohne durchgestanden. Glaub ich ihm einfach nicht. Gestern haben wir uns wiedergetroffen, und ich finde zufällig wieder zerknüllte Taschentücher in seinem Rucksack oder in der Jacke (ohne Kontrollieren).
Das mit dem Kontrollieren habe sein lassen, weil ich in meinem eigenen Leben genug Dinge habe, auf die ich mich konzentrieren muss. Was für ne Paranoia hat man denn so, wenn man druff ist? Ist das tatsächlich so, dass man dann allein sein will und alle anderen nerven? Im Moment umschwärmt er mich total, ich bin seine Beste, will mich heiraten und ein Kind von mir haben. Meine Version ist: Er will an meinem geregelten Leben teilhaben, um seinem chaotischen zu entkommen. Vielleicht kriegt er das mit, dass Fussballspielengehen mit Kind, Ausflüge usw. viel mehr Glück bringen als nur Drogen zu nehmen, das sagt er mir zumindest so. Vielleicht kriegt er die Kurve, vielleicht auch nicht. Ich leiste zumindest meinen Beitrag dafür, weil ich ihn liebe. Selbst aufgeben werde ich mich aber nicht.
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aint ez
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.11.2008
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 11. Sep 2009 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

da hat er wohl gerade eine cleanphase aber nach dem was du schreibst wird der nächste absturz nicht auf sich warten lassen.
das zeug macht einen verdammten lügner und ein stück scheisse aus dir.nicht immer aber meistens.eine harte droge (die härteste?)erfordert harte massnahmen.er sollte einfach mal versuchen ehrlich zu euch beiden zu sein.das könnte ein guter anfang sein.
wenn er allerdings seinen konsum vor die verheimlicht (verheimlichen muss) ist das schon mal eine schlechte basis und das kann er nur weil du offensichtlich nicht so den plan hast.
scheiss zeug.ich hasse es.wie lange konsumiert er denn schon?hast du gar keine vorstellung wieviel?wie finanziert er das weil wenn du ernstzunehmend drauf bist und dich nicht gerade in südamerika rumtreibst sind 4 stellige summern im monat lockerst drin...
meld dich wenn ich helfen kann
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aint ez
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.11.2008
Beiträge: 398

BeitragVerfasst am: 11. Sep 2009 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

its a drama,baby.fuck it
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Bananenflanke
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 21.07.2009
Beiträge: 44

BeitragVerfasst am: 14. Sep 2009 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab echt keine Ahnung davon, wie man sowas dosiert. Ich dachte, Leute, die richtig druff sind, müssten sich jeden Tag mehrmals was reinfahren, dass sie nicht ihre Zustände kriegen. Ausserdem weiss ich von nem Drogenkumpel, der ihm auch mal was schenkt. Letzte Nacht hat er mich wieder vollgeschnarcht, ich hab nicht geschlafen. Vor Wut erst recht nicht. Weil es für mich das typische Kokserschnarchen ist: Nase rauscht oder rasselt, Kehle ist blockiert oder verrotzt. Heute morgen haben wir meinen Sohn noch zur Schule gebracht und danach bin ich auf meine Weise ausgerastet. Es ist das x-te Mal, dass er mir meinen Schlaf raubt. Hab mich oft auch krankgeschrieben deswegen, weil ich so fertig war, um zur Arbeit zu gehen. Als ich grad wiederkam, hat er mir einen negativen Kokaintest hinterlassen mit einem Liebesbrief: Vielleicht kannst Du mir ja wieder glauben, ich hoffe es sehr. Du bist meine Frau und die lüge ich nie wieder an. Aber das sagt mir gar nix. Der hat das ja nicht in meinem Beisein gemacht, von daher kann er das ja überall eingetunkt haben. Das passt für mich nicht zusammen mit den wieder neuen Taschentüchern mit Glitzern und riesigen Augen mit Riesenpupillen, die mich früh am Morgen schon anglotzen. Ich werd echt langsam verrückt. Hast Recht, fuck it! Das mit dem Tee machen wir mal, bin in Kreuzberg, meld mich dann mal.
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4057

BeitragVerfasst am: 25. Dez 2009 20:34    Titel: Antworten mit Zitat

Auf jeden Fall gibt es Leute, die aus eigener Kraft vom Koks losgekommen sind. Einen körperlichen Entzug gibt es nicht, aber es ist DIE Psychohölle auf Erden. Es dauert Monate, wenn nicht Jahre, bis man damit durch ist.
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Stomp
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2009
Beiträge: 170

BeitragVerfasst am: 26. Dez 2009 00:24    Titel: Antworten mit Zitat

Klar wird es Beispiele geben wo es einige selber geschafft haben von Koks
los zu kommen-entscheidend ist doch wohl die Dauer des Konsums-je
länger desto beschissener. Und wer sagt dir das man keinen körperl. Ent-
zug hat? Hast du schon mal was von psychosomatischen Wirkungen gehört.
--Stomp
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4057

BeitragVerfasst am: 26. Dez 2009 00:38    Titel: Antworten mit Zitat

@ stomp:
Ja klar, die psychosomatischen Auswirkungen können sogar mit großer Verzögerung noch/wieder auftreten. Das ist richtig fies. Man schleppt das jahrelang (oder ein Leben lang) mit sich rum, das Unterbewusstsein vergisst nichts!

Ich persönlich fand den körperlichen Aspekt damals vernachlässigenswert. N´ "Aff" hatte ich vom Koks halt nie. Mir gings nur im Kopf dreckig. Was sich natürlich auf den Körper auswirken kann, aber indirekt. Bei mir zumindest.
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marisa85
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 13.12.2009
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: 26. Dez 2009 00:57    Titel: Antworten mit Zitat

Von Koks wegkommen ist schon mit Therapie ganz schön schwer...
Wenn auch keine direkten körperlichen Entzugserscheinungen, aber das Zeug ausm KOpf rauszukriegen ist ne langwierige Geschichte.
Ich bin nach 7 Monaten noch am kämpfen und das trotz Klinikaufenthalt.
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4057

BeitragVerfasst am: 26. Dez 2009 01:11    Titel: Antworten mit Zitat

Klinik oder Therapie hätte mir nix gebracht, weil ich stur bin und auf keinen Fall mache, was andere mir raten oder sagen. Das war schon immer so. Ich muss alles alleine rausfinden, was teilweise ziemlich dämlich ist. Das Rad neu erfinden und so.
Und jetzt, nach 15 Jahren der Abstinenz finde ich mich plötzlich in diesem Forum wieder. Komisch, oder? Was hab ich denn eigentlich noch damit zu tun?

Grübel ... Confused
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marisa85
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 13.12.2009
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: 26. Dez 2009 01:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hehe oh ja das kenn ich gut... Ich kann mich manchmal so dermaßen stur stellen, dass sämtliche Leute fast verzweifeln... Hab oft mit Therapeuten rumdiskutiert weil ich mal wieder anderer Meinung war. Am Ende hab ichs eh gemacht, wie ich meinte, da konnten sie sich auf den Kopf stellen;-)
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