Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen

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joe
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 976

BeitragVerfasst am: 23. Feb 2010 11:36    Titel: Erfahrungen mit Selbsthilfegruppen Antworten mit Zitat

tach auch,
mein erster kontakt mit selbsthilfegruppen war 1985.
als linker bin ich mal zu den Autonomen Alkoholikern in Kreuzberg. gesoffen und gekifft wurde ja in der scene massig, koks ab und zu wurde geduldet, junk war tabu.
das war ganz nett dort. die truppe gibts auch immer noch.
dann war ich aufm NA meeting. merkwuerdiger haufen. am schluss haben wir uns alle an den haenden gefasst, mit gelassenheitsgebet.
nach 99 ! tagen hatten wir dann einen tequilageburtstag. die naechsten 14 jahre hatte ich dann anderes um die ohren als selbsthilfegruppen.

nach meiner therapie bin ich dann wieder zu NA. na ja, war fuer mich okay. bin immer noch da.
meine frau ist auch in einer selbsthilfegruppe. auch ne suechtige.
einer meiner besten freunde ist nicht in einer selbsthilfegruppe, und ist 12 jahre clean.
ich finde es total hilfreich, das ich tag und nacht jemand anrufen kann, der einfach weiss worums geht. der selber suechtig ist und clean ist.
es gab zeiten, da hat mir das den arsch gerettet, das ich aufm weg in ein meeting war. wo ich sagen konnte, mein name ist joe, ich bin suechtig und mir gehts dreckig.
es gibt keinen grund was zu nehmen. aber wo soll ich damit hin, wenn ich keinen bock habe zu existieren, drogen nehmen will.
ist doch nicht so schlimm ... stell dich nicht so an ... trink doch einen...
damit kann ich nix anfangen. was ich brauche ist identifikation. und die finde ich nur bei anderen suechtels...also nicht generell, ich seh mich natuerlich auch als mensch allgemein.

tja, wie siehts bei euch aus.
freu mich auf eure beitraege.
joe, z.zt. in Thailand, in einer woche bin ich endlich wieder zu hause
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cmbt111
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 21.02.2010
Beiträge: 382

BeitragVerfasst am: 23. Feb 2010 12:30    Titel: Antworten mit Zitat

Jo mache ich aber vllt erst morgen. Würde mir dafür etwas Zeit nehem wollen. Also bis bald (inkl. Bericht). . . . . . . . . . . . . . . . .

LG KV Spezi.
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Gwendoline
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 06.05.2009
Beiträge: 288

BeitragVerfasst am: 23. Feb 2010 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss gestehen, dass ich von Selbsthilfegruppen - zumindest von den suchtbezogenen Selbsthilfegruppen - nicht allzu viel halte!

Leider entgleist es dort nicht gerade selten in wildes "Heißgerede", was ja nun bekanntermaßen eher kontraproduktiv ist und somit auch niemandem weiterhilft.

Finde auch generell, dass man zwar auf der einen Seite seine Sucht(geschichte) durchaus aufarbeiten und schließlich - gewissermaßen - verarbeiten sollte, auf der anderen Seite jedoch kann es auch i-wie ziemlich herunterziehend wirken, wenn man dort in der Gruppe ständig mit dem Thema Sucht - besonders nat. mit der eigenen Sucht - konfrontiert wird.

Ich persönlich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass ich mich über eine zu starke Identifikation (die Du ja eher als positiv hervorgehoben hast, Joe) mit der Gruppe - oder auch nur mit einzelnen Mitgliedern - wieder in meine eigene Sucht hineinsteigere, dass ist nicht direkt so offensichtlich wie das "Heißreden" in der Gruppe, bewirkt aber letzendlich denselben Effekt, der i-wann dann auchmal schnell zum Rückfall führen kann und wird.

Vielleicht hatte ich aber auch bisher immer nur Pech und habe einfach nie die "richtige" Gruppe für mich gefunden, habe dann i-wann auch aufgegeben, war i-wie zu frustriert, was die Gruppen anbetrifft.

Was ich generell nicht übel fand, war JES, aber in meinen Augen zu "konsumbetont" (weiß nicht, wie ich das genau beschreiben könnte, hoffe, man kann ungefähr verstehen, was ich damit meine?!), zumindest für Leute, die wirklich nicht mehr konsumieren möchten!

Wenn schon Gruppe, dann ziehe ich Gruppen mit "Moderator/in" (nicht zu verwechseln mit Therapeut/in!) vor.


Hatte mir vor ein paar Tagen mal spontan überlegt, eine Gruppe für schwangere, H-abhängige Frauen zu suchen und dort mal reinzuschnuppern, habe das Vorhaben aber dann wieder - eben aufgrund meiner bisherigen Negativerfahrungen - wieder verworfen.
Bin mir auch nicht ganz sicher, ob solche Gruppen überhaupt existieren, bzw. hier in meiner erreichbaren Nähe existieren?! xD
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Rote Zora
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 1041

BeitragVerfasst am: 23. Feb 2010 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hatte grade im anderen Thread kurz was zu mir und den NA´s geschrieben.

Generell muß ich sagen,daß Leute die schon jahrelang abstinent sind,eine große Motivation für mich sind! Deswegen könnte ich mir auch vorstellen,sowas wie die NA´s zu besuchen.Von solchen Leuten lasse ich mich gerne "belehren" Wink .Obwohl es auch unter Ex Usern Arschlöcher gibt... Rolling Eyes .
Ich könnte mir auch vorstellen,nach langer Cleanzeit mit aktiv Süchtigen zu arbeiten.,...sei es auch nur ehrenamtlich.Ist allerdings auch nichts für jeden.

Gruß Zora
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joe
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 976

BeitragVerfasst am: 24. Feb 2010 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

hallo,
JES sagt mir ein wenig. habs auch gerade noch mal gegoogelt. ... leben mit drogen. das waere auch nix fuer mich. das hatte ich 2o jahre.
was die aber wollen, finde ich gut.
meine identifikation als suechtiger mit anderen suechtigen hilft mir einfach mich besser zu verstehen. nach einiger cleanzeit geht es ja nicht mehr ums drogennehmen.
als fuer mich klar war, ich kann nix mehr nehmen, ist dieses verlangen irgentwann bei mir verschwunden. diese gier der ersten zeit bleibt ja nicht. ...habe ich frueher gar nicht gewusst !

hey, danke fuer eure beitraege, ihr haltet mich clean. ich habe hier gerade viel leerlauf, weil ich auf meinen rueckflug warte.

nur fuer heute nehme ich keine drogen
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cmbt111
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 21.02.2010
Beiträge: 382

BeitragVerfasst am: 24. Feb 2010 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Joe,

hier mein Beitrag bwz. Erfahrungsbericht was Selbsthilfegruppen (SHG) betrifft. Nach meiner vorletzten Therapie ging ich regelmäßig zu den NA´s. Kurz nach der Therapie war ich bestimmt nicht der stabilste Mensch und viele kennen das Symptom ja auch, ich war fundamentalisch oder besser gesagt fanatischer Antiuser! Bin einmal die Woche brav dahin gegangen und habe gar nicht gemerkt, daß es mir einfach zuviel wurde einmal die Woche dahin zugehen. Dann kommen noch die 12 Schritte hinzu und habe mir sugerieren lassen, daß NUR wenn Du die Schritte machst, Du auch clean sein kannst!

Das Ende vom Lied es war nur noch einen reines "kampfclean" sein und eine Frage der Zeit wann der Schuss nach hinten losgeht. Nach knapp 2 Jahren bin ich nicht mehr zu den NA´s hingegangen und hab geglaubt jetzt schaffe ich es alleine. Falsch geglaubt! Wurde Rückfällig und das Drama nahm erneut seinen Lauf!

Nachdem ich dann wieder clean wurde, bin ich zu einer SHG gegangen die nur 14tägig stattfindet und im Klinikverbund ist! D.h. nur mit ärztlicher Überweisung und geleitet wird die Gruppe von 2 verschiedenen Ärzten (es nimmt je Sitzung aber nur 1 Arzt dran teil!

Ich sage es Dir ich war geschockt was mich da erwartet hat, ich sitze da mit Anzug und Krawatte und auch freiwillig und meine lieben Mitklienten alle verdonnert nach §35 (aber ambulante Therapie) oder wg. gerichtlichen Auflagen.

Und nun bin ich schon über 1 Jahr da und muß sagen ich gehe sehr gerne da hin. Für meine Mitpatienten ist das eine reg. amb. Therapie und für mich eine SHG. Ich kann viel dort einbringen aber auch viel mitnehmen und wir respektieren uns egal wo wir herkommen, ob jemand direkt aus dem Knast oder Entgiftung kommt oder wie ich von der Arbeit!

Viele meiner cleanen Freunde sind seit mehr als 10 Jahren bei den NA´s und es ist bestimmt ein großer Baustein, daß sie deswegen immernoch clean sind aber ich habe einen anderen Weg gewählt, der für mich der Richtige ist. Aber diese Erfahrung muß jeder selbst machen!

Hier mit Threat schrieb jemand, daß man sich bei den Gesprächen häufig heiß reden würde in Bezug auf Drogen. Das endscheidet jeder selbst und bei uns macht das der Arzt der interveniert, falls es doch mal dazu kommt ...ich eingeschlossen passiert mir auch schonmal Smile

So das war`s erstmal

@joe mit dem Dope per Post anderer Threat einfach nur der Hammer... Guten Rückflug
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joe
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 976

BeitragVerfasst am: 24. Feb 2010 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

danke fuer deinen bericht.
er hilft mir bei meinem blick ueber den tellerrand.
es gibt also auch noch andere wege als den meinigen. das "weiss" ich zwar, vergesse das aber oft.
als 100% iger NA ler bin ich natuerlich von dem prinzip selbsthilfe und den 12 schritten ueberzeugt, weil das eben bei mir und anderen funktioniert.
...ach, wenn doch nur alle so waeren wie ich...!
natuerlich unsinn, gott sei dank kann ich das heute erkennen, wenn mein ego kraeht.
schoen das du deinen weg gefunden hast ... der weg... aaah, toll..ZEN
und die meetings sind ja immer da.
alles liebe
joe
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noir
Anfänger


Anmeldungsdatum: 28.05.2010
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 28. Mai 2010 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Das 12-Schritte Programm für Angehörige von Sexsüchtigen (S-Anon) hat mich gerettet und mich selbst auch wachsen lassen. Ich habe seither mein Leben und meine Einstellungen komplett geändert. Einiges ist noch zu tun, aber viele Hürden habe ich dadurch bewältigen können, die ich vorher niemals in Angriff genommen hätte.

Ich würde jedem wünschen, dass es in so einer Weise bei ihm wirkt. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich in den ersten Sitzungen sehr misstrauisch war. Ich dachte ich sei in einer Sekte gelandet, da sie alle von Gott sprachen.
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longtime
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 20.07.2009
Beiträge: 99

BeitragVerfasst am: 1. Jun 2010 12:39    Titel: Antworten mit Zitat

moin,

meine erfahrungen mit selbsthilfegruppen halten sich in grenzen.
bei meinen selbsttherapierversuchen hab ich das immer mal mit na
versucht. aber ehrlich? für mich war das nix. mit den schritten konnte
ich nix anfangen-vermutlich weil ich damals noch nicht lange clean war.
und mit dem teilen irgendwie auch nicht. da saßen dann leute und jammerten
über ihren kaputten fahrradreifen und ich hätte die am liebsten geschüttelt.
durfte man aber nicht. nur zuhören. ich selber hatte damals suchtdruck wie
nix gutes. und hätte da gern was zu gehört. nur gab es das eben auch nicht.

nach meiner letzten thera war ich dann noch ein weilchen ambulant in der
nachsorge - mit gruppenthera. war für mich die bessere lösung.
ne selbsthilfegruppe hat mich nicht noch mal gesehen. für mich geht es auch ohne.

das einzige, was ich mir von den NAs geklaut habe, ist das "nur für heute"
nur hingehen muss ich dafür nicht.

gruß longtime
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Louuu<3
Anfänger


Anmeldungsdatum: 13.07.2010
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 14. Jul 2010 00:04    Titel: Antworten mit Zitat

hm..
naja, man braucht nich unbedingt ne selbsthilfegruppe..es gibt auch andere möglichkeiten, aber ich find sowas schon ganz gut..ich hab nen kumpel, der war in ner selbsthilfegruppe, aber er mochte des nich, mit fremden über privates zu plaudern und soo...wenn man aber in so ner gruppe is, weil man wess das immer einer für dich da ist, kann man allerdings auch zu gutn freundn gehn..da kann man dann auch eher über privates redn...
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