Tramalentzug

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Zaubermaus67
Anfänger


Anmeldungsdatum: 20.04.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 20. Apr 2010 10:36    Titel: Tramalentzug Antworten mit Zitat

Crying or Very sad Hallo, bin neu hier und habe am Sonntag mit dem Ausschleichen
meines Schmerzmittels 1. Wahl angefangen. Wer kennt sich damit aus,
was nun auf mich zukommt. Ich möchte wieder Leben ohne immer auf
irgendetwas angewiesen zu sein. Mein Hausarzt hat vor 2 Wochen einfach
ohne Ankündigung seine Praxis an einen anderen Arzt übergeben und ich
habe dies zum Anlass genommen, endlich dem ganzen ein Ende zu sezten
aber ich habe auch ein wenig Angst.Bin bei 90 Tropfen Tramal über den Tag verteilt, das kann so nicht weitergehen. Bitte gebt mir Tips wie ich es
besser schaffen kann
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Kassiopeja
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 20.01.2010
Beiträge: 242

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2010 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo.-
Wie lange nimmst du Tramadol schon? Ich nehme nur ungefähr 1-2 mal im Jahr hol ich mir vom doc ne 100 ml-Flasche und mach die so in einer Woche alle, meisten dann wenn ich Suchtdruck nach Codein verspüre, was mir bisher die meisten Schwierigkeiten bereitet hat.- Ich kenn also Tramadolentzug nur im Zusamenhang mit Codein.- Ich glaub es ist so ähnlich, Schwitzen, muskelkaterähnliche Schmerzen, Durchfall, Depressionen.- Letzeres finde ich am schlimmsten.- Ich wünsch Dir viel Erfolg.
L.G Kassiopeja
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Zaubermaus67
Anfänger


Anmeldungsdatum: 20.04.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 30. Apr 2010 10:04    Titel: Tramalentzug Antworten mit Zitat

Tja nehmen tue ich das schon seit Oktober 2007 aber eben nicht in diesen
Mengen das mache ich erst seit dem Sommer, weil ich da so diverse Probleme in meiner Beziehung hatte und mit Tramal ging es mir dann aber immer gut und ich habe mich nicht aufgeregt, sondern einfach gute Miene zum Bösen Spiel gemacht, tja das ist daraus geworden. Die Beziehung ist immer noch im Keller nur mein Tramal wurde immer mehr. Ich bin aber jetzt schon ein winziges Stück weiter und hoffe es auch zu schaffen. Codein ist mit abstand das Suchtmittel schlecht hin habe ich mir sagen lassen ein solcher Entzug ist schlimmer als Heroin. Aber was sage ich da; Tramalentzug ist der Horror und das wünsche ich auch keinem. Wenn ichs geschafft habe, dann räum ich auch in meiner Ehe einmal so richtig auf, vorher habe ich die Kraft dazu nicht.´Du wolltest wissen, wie oft ich mir das Tramadol hole. Mind. 1 x pro Quartal oder manchmal auch 2 x 100 ml.
Das ist bei mir echt Stimmungsabhängig gewesen, aber das wird sich ändern. Die Depris kommen auch vom Tramal und die werden nach dem Entzug bestimmt besser, sag ich mir zu mindestens. Gruss
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TramaWolfpack
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 01.05.2010
Beiträge: 153

BeitragVerfasst am: 1. Mai 2010 00:45    Titel: Re: Tramalentzug Antworten mit Zitat

Zaubermaus67 hat Folgendes geschrieben:
Crying or Very sad Hallo, bin neu hier und habe am Sonntag mit dem Ausschleichen
meines Schmerzmittels 1. Wahl angefangen. Wer kennt sich damit aus,
was nun auf mich zukommt. Ich möchte wieder Leben ohne immer auf
irgendetwas angewiesen zu sein. Mein Hausarzt hat vor 2 Wochen einfach
ohne Ankündigung seine Praxis an einen anderen Arzt übergeben und ich
habe dies zum Anlass genommen, endlich dem ganzen ein Ende zu sezten
aber ich habe auch ein wenig Angst.Bin bei 90 Tropfen Tramal über den Tag verteilt, das kann so nicht weitergehen. Bitte gebt mir Tips wie ich es
besser schaffen kann



mit Doxepin kriegst die Tramalentzugerscheinungen bei der von dir angegebenen Dosis täglich weg. Lass dir ne N1 Doxepin 50mg aufschreiben, aber nimm erstmal ne halbe...wirkt wahre wunder, glaub mir. damit packst es, wennst es auch wirklich lässt und die doxis nicht länger als ne Woche nimmst, ist alles ok. Gruß
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TramaWolfpack
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 01.05.2010
Beiträge: 153

BeitragVerfasst am: 2. Mai 2010 06:15    Titel: Re: Tramalentzug Antworten mit Zitat

Hi...

auch für dich muss ich was schreiben...

Das Tramal hat mein Leben gerettet!...seitdem ernähr ich mich gesund , geh joggen, hab alle andern Laster, wie Kippen, gelegentlichen Suff + die Antidepr...wegschmeißen können, jetzt nehm ich jedes Wochenende oder alle 2-3 Wochen mal drei Tage hintereinander das Zeug, immer ne Einzeldosis von 120 tropfen gleich 3 ml gleich 300mg Tramal. Ist wie ne Therapie für mich, die wirkt und wirkt und wirkt... auch wenn ich das wie lange mal nicht nehme, ich hab mich grundlegend verändert, bin positiv eingestellt, und das auch ohne gerade in mir rotierendes Tramal. Entweder ist es schade, das du dich dann depri fühlst, oder aber bist mal auf die Idee gekommen, das du einfach leicht depressiv bist (veranlagung)? Oder manisch-depressiv?
Und es, nach den schönen Ballertagen mit T. natürlich besonders stark wahrnimmst? Wenns von dem Zeug kommt, dann hab ich seit über drei Jahren Glück, ist also kein Zufall bei mir. Hab auch schon drei Monate Pause gehabt...war genauso gut gelaunt, selbstbewusst und hilfsbereit, wie unter dem Einfluss des Mittels oder die Tage danach (warum tipp ich wohl so vielen Leuten hier soviel Text? da hast den Beweis, mir geht´s super, also helfe ich auch gerne mit meinem Wissen den Leutchen hier...früher hätte ich gedacht: Ja, dann kratzt doch alle ab, ist eh alles sinnlos!).

Und außerdem, das Zeug fühlt sich ja deshalb so schön an, weil es dem körpereigenem Endorphin fast gleich/ähnelt, das ein körpereigenes Schmerzmittel+Wohlfühlbotenstoff ist, das ausgeschüttet wird, z.B nach dem Orgasmus! Oder beim schmusen, knutschen mit dem Partner...


In diesem Sinne

liebe Grüße, die gute fee
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michaela
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 13.04.2010
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: 2. Mai 2010 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hätte ich so viel Tramal intus wie Du, könnte ich auch morgens um fünf in jedem Thread meinen Senf dazu geben.
Ich habe selber jahrelang Tramal konsumiert - neben Valeron, Codein, MST, etc. und der Prozess der Abhängigkeit ist schleichend. Die einen sind schnell drauf, bei anderen dauert es länger.
Du wirst nicht ohne Grund Tramal nehmen und glauben, dass Du ohne genauso selbstbewusst, euphorisiert und hilfsbereit bist. Wenn Du Dich hier im Forum umsiehst, wirst Du lesen, dass viele über Jahre konsumiert haben und erst spät begriffen haben, dass sie abhängig waren. Bei mir persönlich hat es etwa 16 Jahre gebraucht, weil auch ich erst vorwiegend an den Wochenenden konsumiert habe.
Auf Dauer verändert es Deinen Hormonhaushalt im Gehirn. Irgendwann wird Dein limbisches System keine körpereigenes Serotonin und kein Dopamin mehr ausschütten und dann wirst auch Du in den "Genuss" von Depressionen und tiefen, schwarzen Löchern kommen, die Dich erwischen, wenn Du mal kein Tramal intus hast und dann: welch Wunder! Mit der Einnahme der bitteren Tropfen ist es wieder gut!

Wenn man Deinen Thread liest, könnte man meinen, Du wirst von der Pharmaindustrie gesponsert. "Tramal hat mein Leben gerettet!" - Das ist Bullshit. Und ich möchte alle anderen hier wirklich warnen, so etwas zu glauben und sie darin bestärken, die Finger von dem Zeug zu lassen.
Es IST ein Opiat! Es dockt an die Opiatrezeptoren an! Es MACHT abhängig!

Ein Entzug von Tramal mit Unterstützung von Doxepin ist keine schlechte Idee. Es birgt aber auch die Gefahr bei kaltem und plötzlichem Absetzen zu krampfen. Tramal senkt die Krampfschwelle immens!
Wünschenswert wäre deshalb ein schrittweises reduzieren der Dosis unter ärztlicher Aufsicht oder gar in einer stationären Entgiftung.
Auf keinen Fall kann man jemandem empfehlen, Depressionen mit Tramal zu "heilen" oder es gar als Therapie für schlechte Phasen zu nehmen!

Nichts für ungut, tramalwolf: aber Dein Geschreibsel erinnert mich an die Zeit, in der auch ich noch nicht bereit war, hin zu sehen, was bei mir eigentlich wirklich los ist und endlich den Schritt zu tun, ohne Drogen zu leben und mein Selbstbewusstsein aus mir selbst zu holen und nicht aus irgendwelchen bitteren Tropfen!
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FürDieNase
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Anmeldungsdatum: 09.01.2010
Beiträge: 118

BeitragVerfasst am: 2. Mai 2010 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Moin.

Na bei der Dosis sollte ein Entzug nen Klacks sein. Doxepin hilft wirklich recht gut. Einfach absetzen, am ersten Abend gleich 35 mg Doxepin nehmen, wenns nicht hilft, auf 50 hochgehen, dann sollte das zu schaffen sein!

Das schlimmste ist meiner Meinung nach das Schwitzen und die schlechte Laune ein paar Tage lang!

Wünsche dir viel Glück!

Liebe Grüße.
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TramaWolfpack
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 01.05.2010
Beiträge: 153

BeitragVerfasst am: 2. Mai 2010 20:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Michaela...

na, es lag mir fern den andern hier was schmackhaft zu machen, ich wollte nur mal die andere Seite zeigen, wenn man Disziplin in der Dosis an den Tag legt. Und wennst wie ich vorher jahrelang AD´s fressen konntest, die es nie wirklich brachten und ich seit drei Jahren immer dieselbe Dosis T. am Wochenende! (bzw. auch mal jedes zweites) nehme, dann versteh ich deinen Text schon, ja, aber warum sollte ich mit Tramal bis morgens fit sein? Ist das jetzt schon ne Stimulanz? Ich war nicht drauf, drei becks hatte ich...aber deine Sache. Ich weiß das ich mich sehr euphorisch und wirklich wie ein Pharmavertreter anhöre, aber es ist bei mir so, soll ich lügen? Mir gehts gut. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Außer das man ner Substanz keinen Vorwurf machen kann. Wenn der Mensch das dumme Individuum ist, das nicht mit umgehen kann, ist es das Zeug nicht Schuld. Es ist ja so leicht zu sagen: das Teufelszeug, ...nur weil man schwach ist...nicht wahr?
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michaela
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Anmeldungsdatum: 13.04.2010
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: 3. Mai 2010 10:23    Titel: Antworten mit Zitat

Sucht hat in erster Linie nicht per sé etwas mit Schwäche zu tun sondern viel mehr mit KRANKHEIT!
Und deshalb ist es auch kein Zeichen von Stärke, mit einer Droge "umgehen" zu können. Wie ich schon schrieb, macht nicht nur die Menge das Gift sondern auch die Dauer des Konsums!
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TramaWolfpack
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Anmeldungsdatum: 01.05.2010
Beiträge: 153

BeitragVerfasst am: 4. Mai 2010 18:45    Titel: Antworten mit Zitat

Und ich möchte alle anderen hier wirklich warnen, so etwas zu glauben und sie darin bestärken, die Finger von dem Zeug zu lassen.
Es IST ein Opiat! Es dockt an die Opiatrezeptoren an! Es MACHT abhängig!
Auf keinen Fall kann man jemandem empfehlen, Depressionen mit Tramal zu "heilen" oder es gar als Therapie für schlechte Phasen zu nehmen!
Nichts für ungut, tramalwolf: aber Dein Geschreibsel erinnert mich an die Zeit, in der auch ich noch nicht bereit war, hin zu sehen, was bei mir eigentlich wirklich los ist und endlich den Schritt zu tun, ohne Drogen zu leben und mein Selbstbewusstsein aus mir selbst zu holen und nicht aus irgendwelchen bitteren Tropfen!

Ach was, Michi, das nehm ich dir nicht krumm, und glaube ich dir auch und hätte vermutlich in etwa ähnliches geschrieben an deiner Stelle. Nur kannst nicht von dir und vielen Personen auf alle anderen schließen, auch wenn es bei den allermeisten leider doch so ist! und ne berechtigte Sorge deinerseits. Alles andere stimmt auch weitesgehend. Wie du sagtest, Drogenkonsum ist es ne Krankheit, ne Neurose, ne Zwangshandlung. Ging mir in erster Linie eher darum, das man einer Substanz keinen Vorwurf machen kann/sollte, und mir nicht madig, was komischerweise bestens funktioniert.
Aber ich kann nur für mich selbst sprechen, ich weiß auch warum ich gerade bei dem verlockenden Zeug Disziplin an den Tag lege. Weil die Angst, wieder in das Loch von früher (oder gar ein größeres) zu fallen größer ist als alles andere. Angst ist ein unterschätzter Motivator, und in dem Fall positiv für mich und mein Leben.

Ich bin halt auch ein bekennender Sonderling/wandelndes Absurdum, und habe für den normalen Alltag zum Glück auch andere, viele Dinge, um mich zu erfreuen. Aber zu AD Zeiten waren mir diese Dinge egal geworden... Natürlich macht Tramal, gerade bei täglichem Gebrauch hochgradig abhängig, ich wills niemand raten, das so zu machen wie ich, mein Beitrag viel u überzogen und auf mich selbst gemünzt, da verbrennt sich sehr sehr sehr viele die Finger, garantiert...was ich teilweise für Dosierungen gelesen habe bei manch einem...das was bei mir 8 Wochen hält, kippte XY an einem TAG als Einzeldosis!...und wenn ich das Zeug zu meiner schwerst depressiven Klinikzeit vor vielen Jahren kennengelernt hätte, wäre es mein 100 prozentiger Untergang gewesen!...ich sage/behaupte nur, das es mir! mehr half als jedes sogenannte AD, und das auch bei nicht täglichem/wöchentlichen Konsum, auch wenn ich Anfangs natürlich auswimpte und herum experimentierte. Es hat die Weichen umgestellt, sozusagen. Alles was ich da geschrieben habe, stimmt, und das funktioniert schon über 3 Jahre. Musste bisher nie die Dosis erhöhen, der Erfolg gibt mir Recht. Wenn der Teufel dir den Arsch rettet, würdest du nicht trotzdem Danke sagen? Daher mein heroischer Beitrag darüber, ich weiß aber, aus nem bestimmten Grund die Ausnahme der traurigen Regel zu sein.

Von daher war es unüberlegt und idiotisch, diesen befürwortenden Beitrag verfasst zu haben, da hat mich das Bier geritten, drauf war ich an dem Wochenende nicht!.

Aber es wird eh kein Arzt der Welt das T. als Antidepressant verschreiben, und das ist auch gut so. Aber T. schadet körperlich auf Dauer (fast) nicht, lies es nach, frag die Ärzte...aber was macht Trimipramin und Co. auf Dauer mit dem Körper? Leber,Niere,Herz? Das hat mir kein Arzt beantworten können...Das T. gibt es schon viel länger...es haben/hätten sich also böse Langzeitfolgen eher herauskristallisiert ...zu meiner Therapiezeit war Reme*gil (Mirtazapin) gerade neu auf em Markt, der sogenannte Renner aus USA! Obwohl ich fairerweise auch anmerken muss, das meine Werte auch mit den jahrelangen AD´s immer top bis überdurchnittlich gut waren und sind, ich stecke halt viel weg, Schwein gehabt, sozusagen.
Und das Doxepin abzusetzen, war für mich nicht möglich, obwohl ich es aufs niedrigste Dosis runterdosiert hatte. Es heißt immer, AD´s machen nicht abhängig, aber wo ist der Unterschied zwischen ner Absetzerscheinung und ner Entzugserscheinung? Eben. Das eine ist nur ein beschönigtes Wort für das andere, böse Wort, das jedermann mit illegalen Drogen in Verbindung bringt.
Wie das bei Mirtazapin und co. mit dem Absetzen ist, weiß ich nicht, aber Dox und Trimipramin abzusetzen, war bei mir schlimmer, als manch Drogenentzug früher!

Aber Ela, du wirst mit mir übereinstimmen, wenn ich behaupte, das ein Süchtiger, jeden Tag was einnehmen müssender, Mensch auf Dauer schwach wird, und immer schwächer, körperlich, organisch, dann kommt die Isolation dazu bei vielen, die DrogenFreunde sind eh keine, die wahren meist auch nicht und kehren einem schnell den Rücken, all das schwächt und macht es schlimmer und schwerer es sein zu lassen. Wenn man außer irgendner Droge nix mehr positives oder ''Gutes'' im Leben hat, ist das viel schlimmer als wenn man wenigst noch andere Sachen, wie Hobbys hat, um sich zu erfreuen oder ablenken oder wie auch immer. Und dann ist man ganz schnell dabei, alles auf Droge XY oder auf andere zu schieben. Der Mensch handelt nunmal meist so, das ist ganz normal.

Zusammenfassend also:
Leute, vergesst es, das Tramal als AD oder überhaupt zu probieren, das wird böse enden. Ich hab halt Glück im Unglück, bei anderen, viel weicheren Sachen dafür nicht...(schon komisch, ich weiß) gleicht sich also immer alles aus, keiner kommt ungeschoren davon. Fast schon fair, uneingenommen, wie ne geworfenen Münze. Smile
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michaela
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 13.04.2010
Beiträge: 92

BeitragVerfasst am: 5. Mai 2010 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

"Wenn der Teufel dir den Arsch rettet, würdest du nicht trotzdem Danke sagen"?

Vermutlich, ja. Nur würde ich heute auch sehen, dass ich ganz schnell die Beine in die Hand nehme und ihn "zum Teufel" schicken!

Danke noch mal, dass Du Dir noh mal die Mühe gemacht hast, es richtig zu stellen. Bei manchen Menschen kann man nie wissen...
Wenn es sogar Menschen hier im Forum gibt, die fragen, wie sie am besten das 1. Mal Heroin ballern, wer weiß, ob nicht da auch einer auf die Idee mit dem Tramal kommt?

Ich denke, ich reagiere da etwas empfindlich, weil es auch in meiner unmittelbaren Umgebung so eine Rolle spielt. Mein Vater nimmt das Zeug jetzt seit Jahren. Er ist inzwischen 71, immer noch ganz fit (abgesehen von seinem Rücken und einem Bandscheibenvorfall), er ist auch noch immer "mein Held" - sprich, bei vielen Problemen wende ich mich an ihn. Aber zu sehen, wie er so ist "unter" Tramal bricht mir doch oft das Herz. Er nimmt es quasi auch täglich, dann halt noch mal ein oder zwei Valium, weil er ja nicht einschlafen kann. Und er würde auch immer steif und fest behaupten, dass er absolut kein Suchtproblem hat.
Dann gibt es abends noch mal eine Flasche Rotwein vor dem TV, also diese Form von exquistitem Alkoholismus, bei dem es dazu noch einen Brié oder ein Stück Camenbert mit Baguette gibt!

Was soll ich sagen? Er ist 71, bekommt seine Sucht quasi von der Kasse finanziert und meine Mutter entwickelt auch immer mehr eine Affinität zu dem Zeug, weil sie es inzwischen auch schon nimmt, wenn sie Kopfschmerzen hat. Und da steht dann so eine Apothekenpackung mit 20 Flaschen Tramal im Schlafzimmer meiner Eltern und die Tochter ist im Polamidonprogramm und war bis vor drei Jahren Heroinabhängig!
Verstehst Du, was ich meine?
Und selbst der beste Freund meines Vaters, mein ehemaliger Chef und inzwischen im Ruhestand, der nimmt seine Tramal immer pünktlich um vier zum Kaffee und einem Stück Torte. Immer achtzig Tropfen direkt auf den Löffel, weil "er sich dann immer so gut fühlt!"
Das ist absurd! Aber es passiert.

Das letztlich aus dieser Familie jemand wie ich kam, ist nicht all zu verwunderlich. Auch ich hätte in den Jahren zwischen meinem 18. und 27. Lebensjahr wohl steif und fest behauptet, ich nähme Heroin schließlich nur an den Wochenenden - was damals auch stimmte - und wäre eben nicht abhängig. Ich hätte es also voll unter Kontrolle.
Und das waren immerhin 9 (!) Jahre!
Aber die Flaschen Wein, die Codipront, die Azur Compositum, die Lonarid N, die Valeron und Coditussin's dieser Welt, die ich in der Woche dazwischen konsumiert habe, die habe ich natürlich verschwiegen. Warum auch? Es waren doch "nur" Medikamente? Und ein Glas Wein trinke ich halt, weil es mir schmeckt! Oder ein Radler nach der Biketour, Bier am Wochenende mit Freunden auf einer Party und ja, natürlich wurde auch ab und an mal gekifft...

Ich habe mich jahrelang selbst verarscht, mein Vater tut es noch heute, und wäre ich nicht Hand in Hand mit dem Teufel gegangen, der in meinem Fall Heroin hiess, hätte ich wohl noch jahrelang so weiter gemacht.

Ich war längst abhängig, als ich das erste Mal Codein nahm, WEGEN der Wirkung und UM ein Problem damit auszuschalten. Nicht erst, als der körperliche Entzug einsetzte oder meine Gedanken morgens zu erst darum kreisten, wie ich heute die 20 Euro für meine Tagesration Schorre zusammen bekomme!
In dem Moment, wo mir keine andere Lösung eines Problems einfällt ausser der Konsum, bin ich SÜCHTIG!

Und selbstverständlich ist es nicht die Substanz, die es zu verteufeln gilt, denn viele Krebs- und Schmerzpatienten sind angewiesen auf solche Medikamente und in der Medizin sind sie sicherlich ein Segen, es ist immer der eigene Umgang damit.

Übrigens: das mit den Hobbys ist witzig! Ich habe jahrelang Leistungssport gemacht, deshalb ist mein Rücken ja auch im A... und ich habe eine vorzeitige Athrose bedingt durch den Sport, deswegen auch das Pola, weil ich sonst wohl permanent rückfällig wäre, vor allem im Winter und im Herbst, wenn es kalt und feucht ist. Ich war im Schwimmverein, Kreisklasse, habe geritten, Volleyball und Badminton gespielt, Geräteturnen als Kind gemacht und dann später meine Leidenschaft für das Mountainbiken, speziell den Downhill entdeckt. Ich bin immer viel mit Freunden unterwegs gewesen, manche Touren bis zu 130 km am Tag. Aber da war IMMER ein Opiat mit im Spiel!
Erst die codeinhaltigen Sachen und später dann die Schorre.
Ich habe die Sachen gebraucht, um immer wieder über meine Leistungsfähigkeit gehen zu können. Um OHNE Schmerzen Sport machen zu können. Beim Downhill sicher auch, um die Angst ausblenden zu können.

Mich haben Drogen und Medikamente in doppelter Hinsicht zerstört. Dadurch, dass ich immer alles ausgeblendet habe, habe ich nie gehört, wenn mein Körper STOP! schrie. Bin weiter gefahren, trotz Muskelfaserriss, trotz Rückenschmerzen, trotz Bandscheibenvorfall. Heute bin ich deshalb mit nicht mal 40 Jahren körperlich in einem Zustand einer 65jährigen, die ein lebenlang körperlich gearbeitet hat. Von den seelischen Wunden ganz zu schweigen.

Ja. Und deshalb reagiere ich wohl auch ein bisschen empfindlicher, wenn jemand eine Empfehlung FÜR eine Droge oder ein Medikament ausspricht. Und ich glaube heute persönlich, dass der einzige Weg in der heutigen Gesellschaft ein drogen- und substanzfreies Leben zu führen, der ist, schon bei seinem eigenen Kind damit anzufangen, es mit Liebe, Fürsorge, Stolz, Eigenverantwortlichkeit und Vertrauen zu erziehen. Es los lassen zu können, ihm zu vertrauen, dass es seinen Weg geht, ihm die Liebe unabhängig von irgendwelchen Leistungen zu geben und immer wieder zu zeigen. Sein Kind zu respektieren und zu lenken, aber ihm keinesfalls die eigenen Vorstellungen aufzudrücken.
Und vielleicht wird dann aus diesem Kind ein starker, selbstbewusster und zufriedener Mensch, der eine eigene Meinung hat, der sich selbst liebt, denn nur dann kann er auch andere Menschen lieben und nur dann in der Lage ist, ein Leben ohne Süchte und Ängste zu führen.

Meine Kindheit war leider nicht so...


In diesem Sinne: Liebe Grüße - ELA
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Zaubermaus67
Anfänger


Anmeldungsdatum: 20.04.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 5. Mai 2010 16:04    Titel: Tramalentzug Antworten mit Zitat

Hallo, ich habe mich heute mal wieder eingelockt, weil ich in den ersten Tagen so traurig war, das niemand auf meinen Artikel reagiert hat. Ich bin immer wieder geschockt,wenn ich lese, das es anderen auch so erging wie mir. Meine Eltern sagen heute immer, was hast Du eigentlich, Deine Kindheit war doch wohl ein Traum du kannst Dich nicht beklagen. Beispiel
Vater kommt aus der Nachtschicht und sitzt sturzbetrunken in der Küche,Mutter steht auf und nimmt erst mal ne Lexotaniel um munter zu werden. Hauen sich gegenseitig die Köpfe ein und meinen das war doch alles nicht so schlimm...! Heute nehmen sie beide Tramal so ne Flasche die Woche und sagen zu mir, fang bloß nie an mit dem Zeug. Die wissen aber auch nichts von meiner Sucht, eigentlich weiss niemand außer Euch etwas davon, ich geniere mich total deswegen. Ich habe eine kleine Tochter und gebe ihr all die von Dir beschriebenen Dinge mit ins Leben, weil ich mir wünsche, das sie niemals so eine Kindheit haben soll. Da ist aber mein Mann das Problem, denn er gibt ihr immer wieder das Gefühl das sie nichts wert ist, er hat es als Kind auch bekommen und kann glaube ich auch nicht anders. Meine Tochter fragt mich immer...Mama ihr bleibt aber zusammen oder, ich bin sonst ganz traurig. Also, was mache ich, ich bleibe und nehme Tramal, damit ich das alles unter einen Hut bekomme. Tja, jetzt sind schon einige Tage vorbei ich bin bei 80 Tropfen angekommen, aber ich habe immer das Gefühl ich explodiere gegen Abend und das ist das Letzte was ich möchte Surprised( Wie erkläre ich meinem mir unbekannten Doc. das ich dieses Doxepin haben möchte? Was kann ich noch tun, damit ich ruhiger werde und nicht immer an das Zeug denke...gibt es nicht etwas was nicht abhängig macht und trotzdem hilft?.
Ich freue mich auf Eure Antworten Liebe Grüße Zaubermaus67
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TramaWolfpack
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 01.05.2010
Beiträge: 153

BeitragVerfasst am: 5. Mai 2010 19:00    Titel: Re: Tramalentzug Antworten mit Zitat

Wie erkläre ich meinem mir unbekannten Doc. das ich dieses Doxepin haben möchte? Was kann ich noch tun, damit ich ruhiger werde und nicht immer an das Zeug denke...gibt es nicht etwas was nicht abhängig macht und trotzdem hilft?.
Ich freue mich auf Eure Antworten Liebe Grüße Zaubermaus67[/quote]

Hi Zaubermaus...ganz einfach: Entweder du klapperst die örtlichen Psychoonkels ab, bist an einen gelangst, der keine monatliche Wartezweit hat. Und wennst 4 stunden im Wartezimmer sitzen muss, auf T. sollte dir das mit nem Buch oder sonstwas zum zocken doch leichtfallen...naja, so das der Typ dich, zwar ohne Termin, dazwischen mal drannimmt. dem sagst, du möchtest doxepin wieder haben, könntest nicht schlafen...oder wärst mal in ner Klapse gewesen, und da hätte das Zeug dir gut geholfen.

Das war Schritt eins, schritt 2 ist einfacher und direkter: Geh zum Hausarzt und sei ehrlich, das Doxepin ist zwar ein trizyklisches AD, aber es steht auch in jeder Packungsbeilage mit drin, das es bei ''leichten'' Entzugserscheinungen bei Drogen_Medikamentenabhängigkeit eingesetzt wird. Und es wirkt, wennst ''nur'' 80 Tropfen täglich nimmst(was 200 mg T. sind) Wunder, du wirst nix! vom Entzug merken. Lass dir die 50mg Doxepin aufschreiben, nimm ne 20er Packung, zur Sicherheit (die brauchst eh nicht alle, geht nur um Rückfälle...) und futter erst mal ne halbe, denn 50 mg Doxepin können, bei Ungewohntheit, ziemlich unangenehm matschen, das muss nicht sein. Das verschrieben zu bekommen, ist eigentlich kein Thema, hätte ich nie erlebt. 25 mg pro Tag reichen eigentlich, aber selbst wennst ne ganze brauchst oder es vier, fünf Tage einnehmen musst, bist dann noch nicht körperlich auf Doxepin!
Dann biste T. los, war, als ich noch rumexperimentierte und es auch drei Wochen am Stück und viel höher dosiert nahm, kein Problem, es sein zu lassen. Mein Wort drauf (welch Wortwitz)
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TramaWolfpack
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Anmeldungsdatum: 01.05.2010
Beiträge: 153

BeitragVerfasst am: 5. Mai 2010 19:14    Titel: Antworten mit Zitat

Grüß dich!
Wie gesagt, das ich nahm ich dir eh nicht krumm, und kanns auch jetzt noch eher nachvollziehen. Ich hab nen wesentlichen Vorteil von mir außer Acht gelassen, warum ich diese Disziplin noch habe. Nicht nur die Angst vor dem mir leider sehr gut bekannten, depressiven Loch, sondern auch Wut und Hass. Ich hasse es, Material zu verschwenden. Als ich das Zeug neu kannte, habe auch ich es länger täglich genommen, und natürlich nahm die Dosis, zwar nicht gravierend, aber dennoch gut genug zu, und ich hatte trotzdem nicht mehr den Rausch, den ich wollte. Habe mich also, wie du so schön sagtest, selbst verarscht ne weile, denn ein gutes Gefühl etc. hatte ich natürlich immer noch davon. Aber zu wissen, das man 3 mal richtig high sein kann, von ner Dosierung, die es nach paar paar Tagen kontinuierlicher Einahme eh nicht wirklich bringt, macht mich voll sauer. Es ist Materialverschwendung, obwohl mir das egal sein kann, ich krieg es ja eh immer wieder verschrieben. Aber dieses blöde ''nur noch einmal richtig klatschen, dann ist Pause angesagt'' kennen wir wohl alle, und ich habe das jahrelang mit Kiffe gehabt! (gib dir das Michi, das T. ist kein Problem, aber ich kann kein Grünzeug zu Hause haben, egal wie zu-stark das heutzutage meiner Meinung nach ist, und ich eigentlich dann denke, scheiße, kannst dich auf nix mehr konzentrieren... früher hast das Grammweise vernichtet und DVD geschaut + Speed gezogen...)
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TramaWolfpack
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Anmeldungsdatum: 01.05.2010
Beiträge: 153

BeitragVerfasst am: 5. Mai 2010 20:25    Titel: Antworten mit Zitat

Teil 2

ich rauch es dann trotdem einmal, denke, ne, viel zu krass, furchtbar, da war ein mieses Ticket ja angenehmer, dann rauch ich es später trotzdem nochmal, dann geht es schon, und schon kiff ich von morgens bis abends...bis alles vernichtet ist, so war es und so wird es immer sein) Und das allein macht so sauer und wütend, das ich es mir mit dem T. erst garnicht verderben will/kann. Ich sehe es so: Es ist, richtig angewandt, ne helfende Hand für mich, aber hilft sie dir zu oft, erschlägt sie dich, als Gegenleistung. Damit wären bei Fairness... ich war stets immer ein Meckerkopf mit riesem Gerechtigkeitssinn, aber Gerechtigkeit muss man wenn selbst in die Hand nehmen, da ist niemand, der verurteilt oder straft. So kommen Angst vor ner ganz miesen Zeit, + Wut darüber, das ich mit was ''softerem'' nicht umgehen kann + die, meiner Meinung nach Fairniss, zusammen. Das ist der Grund, warum es klappt! Nur deshalb, und natürlich die Freude darüber, wieder am Leben teilzunehmen und alte, längst vergessene Sachen/Hobbys/Dinge zu lieben und schätzen. Ich hab auch nen Text, warum ich dann überhaupt was nehme/nehmen will, bei Interesse, dann weißt auch Bescheid, wie meine hasszerfressene Borderline-Äußerung zustande kam.
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