Sucht und Gefängnis

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ThoMi
Anfänger


Anmeldungsdatum: 18.04.2010
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 11:31    Titel: Sucht und Gefängnis Antworten mit Zitat

Hallo an alle!

Ich habe mich vor ein paar Tagen hier im Forum angemeldet und mich vorgestellt. Habe auch zwei Antworten erhalten bzw. Willkommensgrüße.
Als ich mich dann beruflich "geoutet" habe, war es mit der Kommunikation vorbei. Ich bin da etwas traurig drüber!
Ich versuche es auf diesem Wege nochmals.
Ich bin JV-Beamtin und arbeite zukünftig fast nur noch mit substituierten Inhaftierten. Zukünftig soll in dem Bereich bei uns etwas anders gearbeitet werden, als das üblicherweise in Gefängnissen so der Fall ist.
Da ich beim Thema Konsum illegaler Drogen persönlich keine Erfahrungen habe, möchte ich gerne mehr darüber erfahren und habe hier im Forum auch schon viel gelesen.
Nun wäre es für mich natürlich wichtig zu wissen, wie sich Süchtige bisher im Gefängnis aufgehoben gefühlt haben bzw. was sie sich wünschen würden, wie damit innerhalb einer solchen Institution umgegangen wird.
Ich möchte viel von euch lernen und damit evtl. einigen weiterhelfen können, die zur Zeit ziemlich weit unten angekommen sind. Ich weiß, dass Drochensucht eine Krankheit ist und das Substitution für einige eine große Unterstützung sein kann. Wie ist das dann bei Beikonsum? Wie sollte ich darauf reagieren? Ist das "nur" ein Rückfall in alte Gewohnheiten oder steckt mehr dahinter? Hilft ein Gespräch darüber oder nervt das einfach nur? Thama Vertrauen zu einer "Grünen" ist auch noch so ein Ding... Man kennt sich ja uU über viele Monate und erfährt auch viel über einander, aber ist es auch möglich so viel Vertrauen zu haben, dass man wirklich seine Probleme schildert, ohne Angst zu haben, "die kommen ja doch nur wieder und nutzen es gegen mich"?
Ich gehe einfach mal davon aus, dass es viele Leute hier gibt, die "Knasterfahrung" machen mußten... Ich fände es super, wenn ihr mir dazu schreiben würdet und euch traut euch damit natürlich irgendwie auch zu outen. Mir würde das bestimmt viel bringen!
Ich sage schon mal danke an alle Mutigen!
GlG und einen schönen Tag
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gema1509
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 14.04.2010
Beiträge: 522

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

A.C.A.B.
alles was sie sagen, wird gegen sie verwendet werden - so oder so...
wissen wir doch alle, wie weit´s noch mit verständnis is, wenn die tür hinter einem zugefallen ist und die herren und damen bemanten unter sich sind!
so isses leider lehrt die erfahrung immer wieder!
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AsLi
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 22.03.2010
Beiträge: 127

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 12:04    Titel: Re: Sucht und Gefängnis Antworten mit Zitat

ThoMi hat Folgendes geschrieben:
Hallo an alle!
Mir würde das bestimmt viel bringen!
GlG und einen schönen Tag


Ich kenne den Knast nur als Besucher, aber viele Insassen als Menschen.

Du vertritts mit Deinem Beruf diese Staatsmacht mit all ihrer Verachtung für Menschen wie uns.

Was würde es Dir nutzen, hier "hilfreiche" Ratschläge zu bekommen und etwas zu verstehen? Die Konsequenz daraus wäre ein Wechsel Deines Berufes, weil Du diese Ratschläge für Dein Leben viel besser gebrauchen kannst, als für Deinen Beruf.

Gruß
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Karsi
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 24.03.2009
Beiträge: 222

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

moin und herzlich willkommen,

also ich selbst hab(noch)keine "knast"-erfahrung,kenne aber einige die schon drinn waren.
substi im knast ist ok,doch wird es immer beigebrauch geben wenn immer möglich.substi alleine ist zum leben zuwenig und zum sterben zuviel.
wie du auf beikonsum reagieren sollst,steht sicher in deiner dienstanweisung - ob du sie genau nach anweisung umsetzt bleibt dir überlassen.ein 100%iges vertrauen wirst du sicher zu keinem inhaftierten aufbauen können - denn fast jeder inhaftierte fühlt sich mehr oder weniger als "opfer" der justiz und schlieslich seid ihr(oder du) ja ein staatsdiener und habt sie da eingesperrt.

wünsche dir aber viel erfolg
LG
Karsi
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drofxo
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 02.06.2009
Beiträge: 424

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

hallo ThoMi,

in der Theorie hört sich das ja gut an, gehe aber davon aus dass du bis jetzt noch keinen Tag in einem Knast gearbeitet hast oder ?

als ich im Knast war gab es noch keine Substitution und die wenigen Hilfsmittel die man ausgegeben hat, wurden streng kontrolliert und meiner Erfahrung nach sorgen sich die Beamten schon um ihre Gefangenen...aber nicht nur darum ob es ihnen gut geht sondern eher dass sie merken wo sie sind.

Grundsätzlich befürworte ich aber die Entwicklung die Drogis waren ja immer doppelt bestraft, durch den Freiheitsentzug und dann noch "richtigen" Entzug...mit 3 Fremden im Zimmer ...brrrschüttel

also wenn du mal die ersten Erfahrungen in deinem neuen System gemacht hast wäre es interessant davon zu hören, aber nutz die Probezeit!

während meiner Haftzeit haben sich mehr Beamte selbst umgebracht als Insassen...(natürlich nur da wo ich grad war, nicht Bundesweit oder so..)

Gruß
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ThoMi
Anfänger


Anmeldungsdatum: 18.04.2010
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Danke für die Antworten! Bin ja froh, dass überhaupt jemand geschrieben hat...
Ich arbeite seit 1994 als JV-Beamtin (und das wirklich gerne!).
Das ich zur "Gegenseite" gehöre, ist mir klar!
Aber so menschenverachtend wie ich (als Vertreter der Staatsmacht) hier dargestellt werde, bin ich nicht! ...ist auch das System nicht (mehr)!
In meinen Anfangszeiten wurde im Knast mehr oder weniger kalt entzogen.
So oft habe ich seither nie wieder Kotzeimer geleert, kalte Waschlappen auf Köpfe gelegt, Wärmflaschen gemacht, eben das was man machen kann, wenn man nichts anderes zur Verfügung hat! Vom Motivieren will ich mal gar nicht sprechen... "Nur noch ein wenig durchhalten, dann werden die Schmerzen weniger", etc. Wir sind dort keine Unmenschen!
Viele Inhaftierte sind mir mittlerweile über Monate und Jahre bekannt und gehören irgendwie auch zu meinem Leben. Schließlich verbringe ich mit ihnen einen großen Teil meiner Zeit! Egal ist mir keiner dort! Sicher mag man den einen mehr als den anderen, wie im richtigen Leben eben...
Gerade was Drogenabhängige betrifft, hat sich innerhalb des Systems viel getan. Bei uns wird nicht mehr kalt entzogen! Bei uns wird mit Metha/Pola langsam runterdosiert oder eben auch durchsubstituiert. Deswegen planen wir auch eine Abteilung speziell für durchsubstituierte Inhaftierte. Mir ist klar, dass aufgrund des Krankheitsbildes ein Beikonsum immer mal wieder vorkommt und man damit arbeiten muß! Ich möchte einfach nur gerne wissen, ob Fragen danach einfach nur nerven oder gewollt sind?! Vertrauen muß man sich erarbeiten, das weiß ich. Aber ich denke, dass ich aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit dort genug Leute haben werde, die mich und meine Kollegen bereits kennen und wissen, was sie von unseren Bemühungen zu halten haben. In meinen Dienstanweisungen steht zwar einen Menge drin, was mir zum Thema aber nicht wirklich was bringt. Außerdem habe ich auf dieser Abteilung ganz andere Möglichkeiten, da ich von einigen Dingen entbunden wurde, die bisher meinen Dienstalltag bestimmt haben. Daran sieht man also, dass auch das System anfängt zu lernen und sich zu verändern!
Ich möchte also nicht nur mißtrauisch beäugt werden und Gefluche über ein krankes System hören, sondern wirklich gute Ratschläge. Seid doch froh, dass sich was tut. Und der einzelne Beamte meint es ganz sicher nicht schlecht!
Zum Schluß noch...
Ich arbeite für ein System, was ich in vielen Fällen auch für sinnvoll halte! Ob ein Süchtiger dort hingehört, darüber kann man sich streiten... Leider gibt unser Gesetz zur Zeit eben nichts anderes her und deswegen bin ich froh, dass sich innerhalb eines bestehenden Systems wenigstens was tut.
GlG
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4057

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ThoMi!

Ich gebe hier mal meinen Senf dazu, obwohl ich keine Knast- oder Substi-Erfahrung habe. Dass Dein erster Kommunikationsversuch hier nicht so erfolgreich war kann auch daran liegen, dass Du insgesamt zu wenig/selten gepostet hast. Mir bist Du bis eben auch nicht aufgefallen, obwohl ich hier eigentlich täglich mitlese.

Ich finde es gut, dass Du auf diesem Weg Deinen Horizont erweitern möchtest. Ob ein Mensch genervt reagiert oder dankbar für ein Gespräch ist, wird individuell verschieden sein. Da solltest Du Dich auf Dein Gespür und Deine Menschenkenntnis verlassen, Du wirst die Signale Deines Gegenübers schon deuten können. Wenn Du aber Gespräche und Engagement anbietest, musst Du auch damit rechnen, an Deine Grenzen zu stoßen. Bist Du Dir sicher, dass Du mit der zusätzlichen Belastung umgehen kannst? Du wirst viel Schlimmes hören von Missbrauch, Gewalt, desolaten Familienverhältnissen undsoweiter. Diese Gespräche nimmst Du auch mit nach Hause. Je nachdem, wie tief das Ganze geht, brauchst Du womöglich irgendwann selbst eine Supervision (oder wie das heißt).

An wen kannst DU Dich wenden, wenn Du zu empathisch wirst?

Dass Dir 100%-iges Vertrauen entgegengebracht werden wird, kann ich mir nicht vorstellen, da steht halt immer Deine "Funktion" dazwischen.

Grüße!
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ThoMi
Anfänger


Anmeldungsdatum: 18.04.2010
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Veilchenfee!

Ich denke, dass ich ganz gut mit der zusätzlichen Belastung umgehen kann. Viele Sorgen und Nöte "meiner Mädels" sind mir ja auch jetzt schon bekannt. Ansatzweise auch wirklich furchtbare Dinge, die in einer solchen Situation zwangsläufig an die Oberfläche kommen, es fehlt ja einfach an Ausweichmöglichkeit! Da man ja auch nicht mit seinen Problemen bei Zellennachbar XY hausieren geht, wählt man in der Not oft eben doch mal den "bösen" Beamten. Ich würde sagen, manchmal bestimmt nicht die schlechteste Idee! Wink
Demnächst werde ich noch näher dran sein und hoffentlich auch etwas damit bewirken können. Für mich und meine Kollegen ist Supervision vorgesehen, damit wir auch "Dampf ablassen" können! Sogar extern, nicht dass mir noch vorgeworfen wird, ich plaudere innerhalb des Systems was aus!
Ich mache mir nur ein wenig Sorgen in anderer Richtung...
Ich kann niemanden therapieren (will ich auch gar nicht!), ich kann nur zuhören, evtl. Wege aufzeigen, die man gehen könnte, trösten, mich als Vermittler zwischen Familie und Inhaftierter einschalten o.ä
Mehr gibt meine Ausbildung einfach auch nicht her, das meiste beruht eh schon auf jahrelanger Berufserfahrung und Menschenverstand. Reicht das? Klar haben wir Psychologen und Sozialarbeiter... Die sind aber für so viele Leute zuständig, dass sie einfach nicht immer sofort greifbar sind. Und therapiewillige Inhaftierte gibt es sicherlich genug (ich meine keine Drogentherapie, sondern Traumatherapie, Psychotherapie), aber kaum Möglichkeiten sowas schon während der Haft anlaufen zu lassen.
Nicht dass man da was an die Oberfläche holt, was man dann nicht auffangen kann...
Aber das wird sich wohl einspielen (müssen)...
Da müssen wir ALLE wohl noch viel lernen und arbeiten!

Grüßli Very Happy
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Sienna
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 31.08.2009
Beiträge: 1986

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 18:15    Titel: Re: Sucht und Gefängnis Antworten mit Zitat

ThoMi hat Folgendes geschrieben:
Hallo an alle!

Ich habe mich vor ein paar Tagen hier im Forum angemeldet und mich vorgestellt. Habe auch zwei Antworten erhalten bzw. Willkommensgrüße.
Als ich mich dann beruflich "geoutet" habe, war es mit der Kommunikation vorbei. Ich bin da etwas traurig drüber!

Von meiner Seite aus lag das eigentlich nicht an deinem Beruf. Ich dachte, die Kommunikation sei vorläufig vorbei, weil es kein konkretes Gesprächsthema mehr gab. Tut mir leid, dass es für dich so negativ rüberkam. War keine Absicht.
Es stört mich auch eher weniger, welchen Beruf du hast. Weißt du, es kommt immer darauf an, wie man sich hier präsentiert und den Anderen entgegen kommt. Du erscheinst mir aber sympathisch, daher mache ich da keinen großen Unterschied. Smile

Ich war glücklicherweise noch nie im Gefängnis, aber antworte dir jetzt trotzdem mal.

ThoMi hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß, dass Drochensucht eine Krankheit ist und das Substitution für einige eine große Unterstützung sein kann. Wie ist das dann bei Beikonsum? Wie sollte ich darauf reagieren? Ist das "nur" ein Rückfall in alte Gewohnheiten oder steckt mehr dahinter? Hilft ein Gespräch darüber oder nervt das einfach nur? Thama Vertrauen zu einer "Grünen" ist auch noch so ein Ding...

Beikonsum kann auch ein Indiz dafür sein, auf einer zu niedrigen Dosis eingestellt zu sein, oder mit dem Substitut nicht klar zu kommen. Substituiert ihr nur mit Methadon oder auch mit Subutex?
Ob ein Gespräch hilft, wird von Person zu Person unterschiedlich sein.
Gibt es nicht auch Psychologen in einer JVA? Der Gang dahin sollte aber imo freiwillig sein. Wenn Redebedarf besteht --->Psychologe.
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ThoMi
Anfänger


Anmeldungsdatum: 18.04.2010
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sienna!

Wir substiuieren hauptsächlich mit Metha/Pola. Das liegt daran, dass mit Subutex zu viel Mißbrauch betrieben wurde. Zeitweilig hatten wir das auch im Programm...jetzt halt nicht mehr.
Bei uns ist es durchaus möglich, mit dem Arzt zu sprechen, was die Dosierung des Substitutes angeht. Unser Doc ist da sehr offen und dosiert dann entsprechend auch anders.
Das weiß ich aber auch nur von den "Mädels" selber, wenn sie denn darüber sprechen. Ansonsten -auch uns Beamten gegenüber- ärztliche Schweigepflicht!

Was Gespräche angeht... Ich weiß gar nicht genau für wie viele Gefg. unser Psychologe zuständig ist?! Jedenfalls sind es viel zu viele!
Ohne mich jetzt bzw. Beamte allgemein zu wichtig darzustellen, ohne uns ginge es gar nicht, sonst käme es vielleicht alle 6 Monate überhaupt mal zu einem Gespräch. Klar, ich weiß auch, dass ein Gespräch mit mir keinen Psychologen ersetzt, aber um den ersten Druck zu nehmen, ist es vielleicht ganz gut.
GlG
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Sienna
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 31.08.2009
Beiträge: 1986

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

ThoMi hat Folgendes geschrieben:

Was Gespräche angeht... Ich weiß gar nicht genau für wie viele Gefg. unser Psychologe zuständig ist?! Jedenfalls sind es viel zu viele!
Ohne mich jetzt bzw. Beamte allgemein zu wichtig darzustellen, ohne uns ginge es gar nicht, sonst käme es vielleicht alle 6 Monate überhaupt mal zu einem Gespräch. Klar, ich weiß auch, dass ein Gespräch mit mir keinen Psychologen ersetzt, aber um den ersten Druck zu nehmen, ist es vielleicht ganz gut.
GlG


Vielleicht sollte man dann noch einen Psychologen dazu einstellen. Nur ein Psychologe auf so viele Gefangene ist ja ein ziemlicher Missstand.

Vertrauen die Gefangenen euch denn auch ihre persönlichen Probleme an?

Was mich auch noch interessieren würde: Sitzen die Gefangenen in deiner Abteilung ausschließlich wegen BTM?
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Strayble
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 17.02.2010
Beiträge: 264

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

ThoMi hat Folgendes geschrieben:
Was Gespräche angeht... Ich weiß gar nicht genau für wie viele Gefg. unser Psychologe zuständig ist?! Jedenfalls sind es viel zu viele!
Ohne mich jetzt bzw. Beamte allgemein zu wichtig darzustellen, ohne uns ginge es gar nicht, sonst käme es vielleicht alle 6 Monate überhaupt mal zu einem Gespräch. Klar, ich weiß auch, dass ein Gespräch mit mir keinen Psychologen ersetzt, aber um den ersten Druck zu nehmen, ist es vielleicht ganz gut.



Hi,
ich war zwar noch nie inhaftiert, bin momentan aber in Substitution. Dort trifft man ja auch so einige die schon Knasterfahrung haben, die haben mir darüber auch schon so einiges erzählt. Ich war eben ein wenig verwundert, dass 6 Monate hier schon extrem klingen. Bei uns in der JVA soll es anscheinend gang und gebe sein, dass man erstmal 5-6 Monate sitzen muss, um den ersten Termin mit einem Sozialarbeiter ("Drobs") zu bekommen. Dort in der JVA ist einmal pro Woche, immer dienstags, ein Drogenberater vom Drobs in der JVA, um Gespräche zu führen. D.h. leider auch das man einen 36er ("Therapie statt Knast", §36 BtmG) oft erst nach Monaten durch bekommt.


Grüße
Strayble
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ThoMi
Anfänger


Anmeldungsdatum: 18.04.2010
Beiträge: 16

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sienna,

wir würden uns alle freuen, wenn wir noch 3, 4, 5,... Psychologen im Dienst haben könnten! Leider wird bei uns ja auch nur gespart. Und wo wird als erstes gespart? ...am Personal! Da kommt eine Kommission in die Anstalten, die ein Gefängnis das erste mal von innen sieht und schreibt dann vor, wieviel Personal an welchen Stellen eingesetzt werden darf!
Dann geht das große Diskutieren los... und wenn man da irgendwo noch eine Stelle mehr rausschlagen kann, kann man Hurra schreien.
Für uns bedeutet das, dass wir heute mit 3 Personen das erledigen müssen, was wir sonst mit 4-5 Personen erledigt haben. Was das für die Menschen hinter den Türen bedeutet, kannst du dir ja vorstellen! Für uns ist das auch schwer, weil man oft vertrösten muß und immer sagen muß, "morgen nehm ich mir für dich Zeit". Schrecklich, oder?!
Natürlich vertraut nicht jeder Inhaftierte mir/uns seine Probleme an. Aber viele Leute haben akute Probleme, bei denen es sofortigen Handlungsbedarf gibt. Da man in einem Gefängnis aber ganz schön in seinen Handlungen eingeschränkt ist, muß der eine oder andere kommen und reden, damit wir was in die Wege leiten. So hat man oft einen Einstieg.
Wenn jemand erstmal angefangen hat, kommt im Laufe der Zeit auch immer mehr. Und wenn dann bemerkt wird, dass wir auch nur Menschen sind und wir eben auch zur Unterstützung da sind, vertrauen einige doch und steigen tiefer ein. Ist ein Entwicklungsprozess!
Nicht alle sitzen wegen Btm. Ganz viele sind drogenabhängig, aber oft ist es die Beschaffungskriminalität, die ihnen "das Genick"bricht. Diebstahl, Einbruch, Raub, verbotene Prostitution, etc. Klar haben wir auch Einfuhr, Handel, etc, aber weit häufiger sind doch die Diebstahlsgeschichten.
Hoffe, ich habe alles beantwortet...
Gruß
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Clueless
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 25.01.2010
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 27. Apr 2010 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Na dann mal los...

Wie sie sich Süchtige gefühlt haben und was sie sich wünschen?

Das Gefühl im Knast ist wohl am ehesten Demütigung/ Erniedrigung, hab noch nix gehört von jemandem der sich wohl gefühlt hätte.
Sicher schön wenn sich ein JVAler bemüht...

Toll wäre für diese Leute Körperkontakt mit Angehörigen. Müssen sich nach jedem Besuch doch eh ausziehen und von allen anwesenden Beamten begaffen lassen. Wozu dann noch die Scheibe?

Grüße in Hoffnung auf die Chance der Besserung in den JVAs
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drofxo
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 02.06.2009
Beiträge: 424

BeitragVerfasst am: 27. Apr 2010 10:48    Titel: Antworten mit Zitat

wird jemand substituiert hat er in der Regel auch Beikonsum und wenn es nur Haschisch bzw. Gras ist...

geh ich damit zum Beamten und denk mir "oh super das es die ThoMi gibt"...

kann ich davon ausgehen dass sie mir alles zerlegen (aber richtig und wenn sie was finden Gute Nacht ohne Matratze)

ja so ein Gespräch kann hilfreich sein was aber von Freitagabend bis Montagmorgen um 8Uhr...(da kannst du dann zum Doc...)

und wenn bekannt ist das er konsumiert...? viel Freude beim Besuch mit Trennscheibe gerade frisch verliebt ne super Sache man sieht sich schließlich 2 mal im Monat!
hält garantiert nicht und selbst wenn irgendwo muß der Stoff doch herkommen also vor jedem Besuch erstmal ausziehen...
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