Wie sollten sich Angehörige verhalten?

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HeilungInSicht
Anfänger


Anmeldungsdatum: 26.04.2010
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 02:39    Titel: Wie sollten sich Angehörige verhalten? Antworten mit Zitat

Hallo, ich bin neu hier und hoffe auf einige Fragen Antworten zu finden. Es geht um meinen Bruder (29) der vor ca. 7 Jahren angefangen hat Heroin zu rauchen. Dies nach eigener Aussage aus Langeweile und Sinnlosigkeit im Leben. Seine damalige Freundin, meine Eltern und ich waren mit der Situation total überfordert. Trotz aller Anzeichen und Beweise (Rusflecken im Bad, Einschlafen im Sitzer während einer Unterhaltung, kleine Pupillen) verleugnete er seine Sucht bis er es nicht mehr verleugnen konnte weil er es mit dem Gesetz zu tun bekam. Er wurde angeklagt wegen Drogenverkauf. Der Richter schrieb ihm seine abgeschlossene Ausbildung, sein stabiles Umfeld (Familie) und seine guten Vorsätze zu und er bekam 1 Jahr und 8 Monate auf Bewährung. Danach folgte eine Entzugskur. Er trennte sich von seiner Freundin mit der er 7 Jahre zusammen war, lernte eine andere kennen und heiratete schließlich. Ca. ein halbes Jahr war er clean und wurde dann rückfällig. Es folgte eine weitere Entzugskur und anschließend eine Methadontherapie.

Der Arzt sagte die Dosis würde er von Woche zu Woche verringern, doch Mal ließ das mein Bruder zu und Mal beklagte er sich über Beschwerden und sagte die zu geringe Dosis würde nicht helfen. Seine Frau berichtete mir sogar er habe einen anderen Arzt kennengelernt der ihm gegen Entgelt höhere Dosen verschrieb.

Nichtsdestotrotz erlebten wir die letzten 3 Jahre als relativ angenehm, nachdem mein Bruder zwar Methadon nahm aber wenigsten zu Hause wohlbesonnen war, keine Kontakte mehr zu seinen kriminellen Freunden hatte und wir zur Stelle waren wann immer er uns brauchte. Dies gab uns ein gutes Gefühl und wir fanden uns mit der Situation (Methadonkonsum) ab. Mein Bruder arbeitet nun seit ca. 3 Jahren gar nicht und wird von meinen Eltern finanziert. Er lebt in einer Wohnung meiner Eltern, zahlt für diese keine Miete, er wird versorgt von meinen Eltern und besondere Wünsche werden ihm allzu oft auch erfüllt. Meine Eltern haben ihm des Öfteren Arbeit angeboten (wir besitzen mehrere Locale) doch das Arbeiten bei den eigenen Eltern ist wohl für ihn mehr Hobby als Arbeit. Letztes Jahr z.B.: arbeitete er 3 Monate und blieb das restliche Jahr zu Hause vor der Glotze oder vor dem PC.

Jetzt komme ich zum eigentlichen Problem, vor ca. 2 Mo. habe ich bemerkt dass er rückfällig geworden ist. Ich habe meinen Eltern nichts erzählt um sie nicht zu beunruhigen, doch vor einigen Wochen haben sie es selbst bemerkt. Als mein Vater ihn darauf angesprochen hat verleugnete er es einfach und meidet den Kontakt seither. Seine Frau sagt, sie wolle sich trennen und habe keine Kraft mehr weiterzumachen, was ich sehr gut nachvollziehen kann.

Meine Eltern sind jetzt natürlich am Boden zerstört und fertig mit den Nerven. Sie reden auf mich ein, ich solle nun nach Lösungen suchen ihm zu helfen. Wir sollten zu ner Familientherapie sagt mein Vater.

Ehrlich gesagt, eigentlich habe ich meinen Bruder schon vor Ewigkeiten aufgegeben. Ich bin mir sicher ihm ist nicht klar, dass er nicht nur seine eigene Jugend sondern auch die meine in gewisser Hinsicht zerstört hat.Als seine Drogenkariere begann hatte ich über Jahre hinweg nächtliche Alpträume, hörte Stimmen, hatte Angstzustände. Allzuoft habe ich ihm versucht klar zu machen wie wichtig er uns ist, wie weh das tut in unserem Herzen, die Angst um ihn. Ich habe einen 11-Jahre alten kleinen Bruder. Oft habe ich ihn gefragt, wie er sich fühlen würde, wenn ihm sein kleiner Bruder, dessen großer Vorbild er doch ist nachzueifern würde. Er sagte, allein der Gedanke schmerzt so sehr, dass er gar nicht daran denken möchte. Doch bewegen konnte dies wohl doch nichts. Auf seinen letzten Rückfall habe ich ihn nicht angesprochen, ich habe keine Kraft mehr. Seit Tagen habe ich schlaflose Nächte und die Angstzustände die ich vor Jahren hatte bauschen sich wieder auf. Trotzdem kann ich ihm nicht gegenübertreten. Das mag so einiger nicht verstehen, aber ich fühle mich so machtlos, so ausgelaugt, ich habe das Gefühl wenn ich ihm gegenüberstehe ihn frage WARUM, werde ich keine weiteren Worte herausbringen und nur noch Weinen. Die Frage WARUM, warum möchte man jeden Tag ein bisschen mehr Sterben. WARUM mein Bruder. Warum ist er unglücklich, keiner seiner Wünsche bleibt unberücksichtigt. Er hat sein altes Umfeld nicht mehr und vielleicht vermisst er seine alten Freunde aber neue Bekanntschaften meidet er. So viele Pärchen die ihn einladen oder besuchen wimmelt er ab oder ignoriert er. Ich frage mich, WARUM befriedigt ihn dieses Leben nicht. Meine größte Angst ist mein kleiner Bruder. Momentan vertuschen wir die Situation vor ihm, weil wir denken, dass er zu jung ist, das Suchtproblem seines Bruders zu verstehen und weil wir auf keinen Fall möchten, dass er seinem Bruder nacheifert weil er ihn eben über alles liebt.

Wie sollte ich meinem Bruder begegnen? Sollten wir mit meinem kleinen Bruder offen sprechen oder ist es richtig ihn außen vor zu lassen. Das etwas nicht stimmt spürt er. Als ich vor einigen Tagen weinte, fragte er mich direkt ob es wegen unserem Bruder sei. Was kann ich tun um meinem drogensüchtigen Bruder zu helfen. Meint ihr, ihm ist noch zu helfen. Ich habe meinen Eltern gesagt, dass er von ihnen finanziert wird motiviert ihn nicht gerade aufzuhören (damit meine ich auch das Methadon). Meiner Meinung nach müsste er einsam und am Boden sein um zu spüren, was ihm fehlt und das Familie wichtiger ist als high zu sein. Doch meine Eltern bringen es weder fertig ihn aus der Wohnung rauszuschmeißen, zu Mal seine Frau nun wirklich nichts dafür kann, weder bringen sie es übers Herz ihn die finanzielle Unterstützung zu streichen. Meiner Meinung nach ist genau das der fatale Fehler. Sollte ich mich diesbezüglch irren möchte ich von euch auf ehrliche Weise zurechtgewiesen werden.

Seine Frau erzählte mir, sie haben nun sehr selten Sex und wenn dann nur unverhütet. Ist es nicht so, dass eine eventuelle Schwangerschaft mit Risiken verbunden wäre, so dass das Kind vielleicht mit einer Behinderung geboren wird?

Ich freue mich über jeden Beitrag, von ehemals Süchtigen, Süchtigen oder Angehörigen.

Bitte helft mir. Ich bin am Ende mit den Nerven. Ich bin berufstätig und studiere berufsbegleitend an einer Privatuni. Mein erstes Semester hat im März begonnen doch momentan bin ich so fertig mit den Nerven, dass ich das Gefühl habe, dass mich das alles überfordert. Meine Eltern hoffen auf Hilfe meinerseits doch ich weiß nicht wie ich helfen soll.

Ich bin depressiv, agressiv etc. Ich verspüre keine Wut, nein es ist vielmehr Hilflosigkeit. Und ich fühle mich schlecht, weil ich das Gefühl habe ich könnte und sollte was tun und tus aber nicht. Seit einigen Tagen haben wieder die Alpträume angefangen. Meint ihr wenn ich meinem Bruder sagen würde wie sehr ich leide würde ihn dies motivieren was zu ändern oder doch eher in den Abgrund stürzen?

Bitte haltet eure Meinungen nicht zurück.

Ich bedanke mich für jeden Beitrag.
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Hydra
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 07:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo liebe HeilungInSicht,

was Du schreibst hört sich absolut bedrückend an. Auch Deine Angst um Deinen kleinen Bruder kann ich sehr gut verstehen. Es ist so traurig, daß die ganze Familie letztendlich betroffen ist.

Ich an Deiner Stelle würde mit Deinem Bruder über Deine Angst u. Dein Leid sprechen. Es geht ja auch um Dein Leben. In den Abgrund stürzt er sich so oder so.

All das kann er sich nur leisten, weil er von der Familie finanziell u. auch bzgl. der Wohnung so gut aufgefangen wird. Stünde er allein da, würde er sehr viel schneller abstürzen.

Du sagst ja, daß Deine Jugend schon zerstört wurde. Ich würde hoffen, daß es Deinem 11-jährigen Bruder nicht so gehen muß.

Deine Eltern bringen es nicht fertig ihn herauszuschmeißen. Somit seid ihr alle immer mit dem Problem konfrontiert. Ich kann Dir nur raten, mit ihm zu reden, um Dich u. Deinen kleinen Bruder zu schützen.

Deine Eltern ermöglichen Deinem Bruder ein so bequemes Leben, daß er nichts ändern muß. Und Du sollst nach einer Lösung suchen? Auf Dir lastet aber wirklich das meiste. Nichts gegen eine Familientherapie. Würde Dein Bruder überhaupt mitmachen?

Ich würde mich da ausklinken. Wem nützt es, wenn hinterher alle am Boden liegen. Ein Süchtiger kann nur für sich allein entscheiden, ob er da herauswill oder nicht. Vielleicht fällt er auch die Entscheidung, daß er dabei draufgeht. Auf jeden Fall muß Dein 11-jähriger Bruder geschützt werden.

Versuch doch einfach noch mal mit ihm Klartext zu reden. Er muß auf jeden Fall selber den Anfang machen. Dann wäre jede Unterstützung vernünftig.

Übrigens findes ich es nicht gerade verantwortungsvoll, wenn seine Frau noch ungeschützt mit ihm Sex hat. Das ist aber ganz allein ihre Entscheidung.

Bitte denk an Dein eigenes Leben u. an das Deinen kleinen Bruder.

Sicherlich gibt es hier im Forum noch viele andere Leute, die bessere Ratschläge haben.

Ganz viel Glück wünscht Dir

Hydra
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Rote Zora
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.05.2009
Beiträge: 1041

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 08:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo HiS

Hydra hat schon recht,für Deinen Bruder gibt es im Moment überhaupt keinen Anlass was zu ändern,er hat sich in diesem bequemen Leben eingerichtet. Hat er damals eigentlich nur entgiftet,oder auch anschließend eine Therapie gemacht? Und eine Familientherapie wär vielleicht gar nicht so verkehrt,da ihr ja alle sehr nah dran seid und darunter leidet.
Ich versteh aber nicht,warum Eure Eltern Dir die Aufgabe stellen ne Lösung zu finden.Du leidest am meisten darunter,das ist nicht ok!Die Laast liegt auf Deinen Schultern,und sollte geteilt werden.

Im Moment sehe ich die einzig sinnvolle Lösung darin,ihm erstmal die finanzielle Hilfe zu streichen.Wenn er was zu essen braucht...kauft für ihn ein,aber gebt ihn kein Geld in die Hand!Er sollte spüren,daß wenn er nichts ändert,es bald Schluß ist mit dem bequemen Leben!Und als letzte Konsequenz dies auch durchziehen...Es wird schwer und er wird nicht begeistert sein!Aber mach ihm auch klar wie "sehr" Du bzw. ihr darunter leidet!
Ich wünsch Dir viel Kraft dafür Cool
lg Zora
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HeilungInSicht
Anfänger


Anmeldungsdatum: 26.04.2010
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Er hat zwei Mal eine einwöchige Entgiftung in einer geschlossenen Anstalt hinter sich. Anschließend begann er eine Therapie in einer Anstalt für Süchtige, da haben Drogensüchtige wie in einer WG zusammen gelebt, waren abgeschottet von der Außenwelt. Mein Bruder machte sich dort sehr gut, er wurde sogar Gruppensprecher. Doch dann bekam er Probleme mit einem Mitbewohner. Sie schlugen sich und das Ende vom Lied war, das beide rausgeschmissen wurde. Er war knapp über 3 Monate in dieser Anstalt. Als er wieder zu Hause war, sagte er diese Anstalt sei der größte Mist und nur Geldmacherei und er würde sich nie wieder auf sowas einlassen. Ob er einer Familientherapie zusagen würde weiß ich nicht. Wie gesagt ich habe die Konfrontation bislang gemieden, aber ich hoffe er wird auf unseren Wunsch eingehen, wenn wir ihm klar machen, dass es für die ganze Familie von Bedeutung ist. Was ich noch hinzufügen sollte ist, dass mein Bruder bevor er rückfällig wurde, angefangen hat sich das Methadon zu spritzen. Wir bemerkten Flecken auf seinem Unterarm und seine Frau fand eine Spritze im Bad. Ich habe nun große Sorgen, dass mein Bruder die Hemmschwelle zwischen Rauche und Spritzen bereits überschritten hat und
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HeilungInSicht
Anfänger


Anmeldungsdatum: 26.04.2010
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 12:39    Titel: Antworten mit Zitat

mittlerweile angefangen hat sich H zu spritzen. Genau weiß ich es leider nicht. Ich wusste nur eins, dass mein Bruder unheimliche Ängste vor Spritzen hatte, früher jedenfalls. Die Sucht hat ihm die Angst wohl genommen. Er hat auch angefangen, nach seiner Ex-Freundin zu fragen, mit welcher ich immer noch Kontakt habe. Seine Ex und seine Frau haben nie etwas mit Drogen zu tun gehabt, aber ich vermute, dass sein Konsum ihn nun an seine alten Zeiten erinnert hat und er (ich bin mir nicht sicher) vielleicht seine Ex vermisst. Vielleicht ist er in seiner Ehe unglücklich. Er redet nicht offen über seine Probleme, oftmals habe ich ihm gesagt, falls er unglücklich ist, solle er das offen sagen und wir würden hinter ihm stehen, aber er ist auch sehr launisch und kann sich nicht festlegen.
Meine Mutter zieht mittlerweile bereits in Betracht, mit meinem kleinen Bruder und meinem Papa für die nächsten sieben Jahre in die Türkei in ein Dorf zu ziehen, wir sind deutsche Staatsangehörige türkischer Abstammung. Unsere Angst um meinen kleinen Bruder der bald selbst in die Pubertät kommt raubt uns fast den Verstand. Meint ihr ich sollte ein aufklärendes Gespräch mit ihm führen oder meint ihr das würde eher die Neugier wecken. Einer seiner Schulkameraden, den er als total cool
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HeilungInSicht
Anfänger


Anmeldungsdatum: 26.04.2010
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 12:45    Titel: Antworten mit Zitat

einschätzt raucht und trinkt. Mein Vater hat diesen Freund mit anderen am Hauptbahnhof gesehen. Wir sind nun in Sorge, dass er schlechten Umgang hat, zumal meinem älteren Bruder es so ging, dass sei Freundeskreis ihn geprägt hat. Ich danke euch für eure Antworten. Es tut gut sich mit Menschen zu unterhalten und sich dabei verstanden zu fühlen. In meinem Freundeskreis gibt es weder Süchtige noch Angehörige von Süchtigen. Wenn ich über dieses Problem rede fühle ich mich nicht verstanden. Nur ein Angehöriger kann diese Schmerzen nachvollziehen.

Ich danke euch für jeden Beitrag. Ich würde mich darüber freuen, wenn ihr mir noch eure Meinung hinsichtlich meines kleinen Bruders sagt. Wie sollten wir uns verhalten, offen aussprechen oder doch vertuschen.

Liebe Grüße
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gema1509
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 14.04.2010
Beiträge: 522

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

liebe "HeilungInSicht"!

ich finde es ganz toll, wie interessiert du an der krankheit deines bruders bist! ich selbst bin 32 jahre alt und seit ich 18 bin habe ich mit heroin zu tun und so ziemlich alle höhen unfd tiefen durchlebt, die diese geschichte so mit sich bringt leider! ich komme aus einer ziemlich intakten familie, d. h. meine eltern sind immernoch glücklich verheiratet, meine kleine schwester (26 j.) hat einen guten kontakt zu meinen eltern und mir. das ist jetzt mal der kern der familie. sicher hängen da auch noch großeltern, onkel und tanten und cousins und cousinen etc mit dran, das würde aber zu weit führen...
es ist echt schlimm auch für mich, zu sehen (mittlerweile sehe ich das!), wie weit diese krankheit nicht nur mich, sondern meine ganze familie betrifft! ich glaube nicht, dass es patentratschläge gibt, aber mit sicherheit ist es eine riesige stütze für deinen bruder, dass er weiss, dass es da menschen gibt in seinem nahen umfeld, die versuchen, ihn zu verstehen und für ihn da sein möchten. allein dies zählt in meinen augen. mir hat es mit sicherheit das leben gerettet, einen starken familienrückhalt zu haben! meine familie hat aus verschiedenen richtungen immer wieder den ratschlag bekommen mich fallen zu lassen, was sie aber nie über´s herz brachten! sicher mag das das ein oder andere mal bequem für mich gewesen sein, aber es hat mich am leben gehalten, weil ich wußte, egal,was ich ihnen angetan habe (lügen,vertrauensmißbrauch,diebstahl,...) - sie haben verstanden, dass die umstände daran schuld waren! sie haben nicht an meiner bedingungslosen liebe zu ihnen gezweifelt und mir loyal gegenübergestanden auch und vor allem in der öffentlichkeit!
gib deinem bruder,wenn du kannst ein ähnliches gefühl und du wirst es bestimmt gedankt bekommen. ich wünsche deinem bruder und deiner familie und dir viel kraft im kampf gegen diese fiese krankheit! und laß die hoffnung zu letzt sterben - dein username drückt´s doch aus!
alles liebe und gute!
g.
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Hydra
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 05.10.2009
Beiträge: 91

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 13:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo liebe HeilungInSicht,

nach meiner Ansicht müßtet Ihr dringend (den kleinen Bruder natürlich außen vor) klare Worte mit ihm reden.

Wenn Deine Mutter in Betracht zieht, mit Deinem Vater u. Deinem kleinen Bruder in die Tükei zu ziehen, dann läßt man Dich ja komplett allein. In Deinem ersten Beitrag schriebst Du ja auch schon, daß Du eine Lösung suchen sollst. Versuch doch noch mal alle an einen Tisch zu bekommen (außer den kleinen Bruder).

Es kann doch nicht angehen, daß Dein süchtiger Bruder die ganze Familie auseinander treibt.

So wie ich es verstehe, sollst Du mit Deinem süchtigen Bruder in Deutschland bleiben u. der Rest der Familie macht sich aus dem Staub. Absolut nicht akzeptabel. Auf Dir lastest ja fast alles. Ist es Deinen Eltern egal, wie es Dir dann ergeht? Sprich mit Ihnen. Und vor allem soll Dein süchtiger Bruder endlich mal Stellung beziehen. (Ich habe großen Respekt vor Sucht u. den damit verbundenen Problemen). Es darf aber nie so weit gehen, daß andere dabei drauf gehen.

Ich hoffe, daß Du zusammen mit Deiner Familie eine gute Lösung finden wirst. Ich kann Dir nur raten, nimm nicht zu viel Rücksicht auf ihn. Dann opferst Du Dich. Willst Du das wirklich?

Ganz liebe Grüße u. eine gute Lösung wünscht Dir

Hydra
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 15:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fände es auch falsch, einen 11-jährigen Jungen hier aus der Schule zu nehmen und in die Türkei zu schicken. Damit müsste er die Konsequenzen tragen für etwas, das er nicht verschuldet hat. ER kann am wenigsten dafür und wäre mit der Situation wahrscheinlich nicht glücklich. Wie man ihm alles richtig erklären kann, weiß ich auch nicht so genau. Dazu müsste ich ihn persönlich kennen. Er ist jetzt in einem Alter, in dem er so etwas auf jeden Fall mitkriegt. Vertuschen und Schweigen wird nicht funktionieren.

Zusammenhalt innerhalb der Familie ist wichtig. Allerdings müsst Ihr es Deinem süchtigen Bruder nicht bequemer machen, als nötig. Ein Dach über dem Kopf - in Ordnung. Etwas zu Essen - klar. Für den "Rest" soll er arbeiten wie jeder andere auch. Es gibt haufenweise Leute, die trotz ihrer Sucht jeden Tag aufstehen und ihre Brötchen verdienen. Das würde ich ihm durch Eure Eltern unmissverständlich klar machen lassen. Vielleicht hat er vor ihnen mehr Respekt als vor Dir. Ihr habt Euch hier etwas aufgebaut - wäre doch hirnrissig, wenn alles den Bach runter ginge.

Er ist erwachsen und kann tun was er will. Wenn er Heroin nehmen möchte, könnt Ihr ihn nicht daran hindern. Was er daraus macht, muss schlussendlich er entscheiden. Aber VERDIENEN soll er sich seine Drogen gefälligst selbst und sich so weit zusammenreißen, dass er Familienmitglied bleiben kann!

Viel Glück!
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Sienna
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 31.08.2009
Beiträge: 1986

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 16:23    Titel: Re: Wie sollten sich Angehörige verhalten? Antworten mit Zitat

Vorab: Was für ein Verhältnis hast du zu deinem Bruder? Könnt ihr über alles reden? Legt er viel Wert auf deine Meinung?

HeilungInSicht hat Folgendes geschrieben:
Jetzt komme ich zum eigentlichen Problem, vor ca. 2 Mo. habe ich bemerkt dass er rückfällig geworden ist. Ich habe meinen Eltern nichts erzählt um sie nicht zu beunruhigen, doch vor einigen Wochen haben sie es selbst bemerkt. Als mein Vater ihn darauf angesprochen hat verleugnete er es einfach und meidet den Kontakt seither. Seine Frau sagt, sie wolle sich trennen und habe keine Kraft mehr weiterzumachen, was ich sehr gut nachvollziehen kann.


Der Rückfall kann auch daran liegen, dass ihm Methadon als Substitut einfach nicht zusagt. Es macht im Gegensatz zum Heroin nur breit und gibt nicht so einen Euphoriekick. Vielleicht wäre dann ein Umstieg auf Subutex besser? Dann kann er auch kein Heroin mehr konsumieren, da Buprenorphin (Wirkstoff des Subutex) das Heroin von den Opioid-Rezeptoren verdrängt und es zum Entzug kommt.
Wenn er das jedoch ablehnt und lieber Heroin konsumieren will, kann ihm wirklich nicht viel geholfen werden. Es muss schließlich bei ihm selbst "klick" machen. Was ich aber auch für richtig halte, wie meine Vorredner: Das Geld streichen.


HeilungInSicht hat Folgendes geschrieben:
Meine größte Angst ist mein kleiner Bruder. Momentan vertuschen wir die Situation vor ihm, weil wir denken, dass er zu jung ist, das Suchtproblem seines Bruders zu verstehen und weil wir auf keinen Fall möchten, dass er seinem Bruder nacheifert weil er ihn eben über alles liebt.

Macht euch bitte nicht zu große Sorgen um den kleinen Bruder. Das bringt euch nicht weiter. IJedoch kann ich euch dabei voll verstehen.
Guter Rat ist leider teuer in dieser Situation. Kinder, deren Geschwister süchtig sind, fassen entweder niemals Drogen an oder machen es gerade. Das könnt ihr aber schlecht beeinflussen, das Kind hat schließlich seinen eigenen Kopf. Den Vorschlag, in die Türkei zu ziehen, halte ich aber auch nicht so sinnvoll. Ihr könnt ihn nicht ewig vor der Realität beschützen, und so weit ich weiß, gibt es auch in der Türkei Drogen.
Ich würde ihn sachlich über Heroin und dessen Folgen aufklären. In dem richtigen Alter dafür ist er jetzt. Es ist wichtig, dass er die Zusammenhänge versteht. Er wird sich eh seinen Teil dabei denken, wenn er die Problematik schon mitbekommt. Die Frage ist nur, WAS er sich denkt. Noch könnt ihr seine Gedanken in eine Richtung leiten. Also redet mit ihm lieber so bald wie möglich, er ist ja kein kleines Kind mehr.
HeilungInSicht hat Folgendes geschrieben:
Seine Frau erzählte mir, sie haben nun sehr selten Sex und wenn dann nur unverhütet. Ist es nicht so, dass eine eventuelle Schwangerschaft mit Risiken verbunden wäre, so dass das Kind vielleicht mit einer Behinderung geboren wird?

Nein, da besteht kein Risiko. Drogenabhängige können trotzdem gesunde Kinder zur Welt bringen. Die Mutter ist ja clean, daher sollten keine Komplikationen auftreten.
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ulla79
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 17.03.2009
Beiträge: 908

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo HeilungInSicht!

Ich kann dir meine Erfahrungen zwar nicht als direkte Familienangehörige, sondern nur als Freundin eines h-abhängigen sagen.
Vieles was du geschrieben hast, kommt mir sehr bekannt vor!
Mehr als ihm beizustehen, kann man leider in so einer Situation nicht. Er muss es selber wollen und dafür sprechen, die Worte „das bringt alles nichts, das mache ich nicht nochmal“ leider gerade im Moment nicht dafür. Tut mir leid, das so sagen zu müssen, aber ich weiß, wie ihr euch fühlt, bin gerade in der gleichen Situation.
Ihr könnt ihm nur beistehen, ihm einen gewissen Halt geben! Wirklich helfen, kann nur er selber sich.
Mir hat es zumindest geholfen, mich mit dem Thema Drogen im speziellen H auseinanderzusetzen, ich hatte vorher auch weder Ahnung noch irgendeinen Kontakt dazu. Es hilft euch auch, ihn besser zu verstehen.
Klar, würde ich euch raten, mal das direkte Gespräch zu suchen, aber legt nicht allzuviel Hoffnung rein, dass sich radikal was ändert. Vermutlich wird er es abstreiten, ich könnte dir jetzt Romane schreiben, was ich mir in der letzten Zeit alles anhören musste… bishin zu verbalen Ausrastern! Aber es ist wichtig, Bezugspersonen, Personen auf die man sich wirklick verlassen kann zu haben! Das ist in der Welt des H oft nicht möglich.

Klar, kannst du ihm auch sagen, wie sehr du oder die ganze Familie leidest. Das Recht hast du. Doch glaub mir, er weiß es selber und das macht es noch schlimmer. Ein ewiger Kreislauf! Er fühlt sich schlecht, furchtbar schlecht und wie ein Versager und wenn er dann all das noch aus dem Mund seiner Schwester hört, macht es das ganze noch schlimmer und er hat sozusagen wieder mehr einen Grund sich zu betäuben! Will dir jetzt damit keine Angst machen, du bist daran auch nicht schuld. Aber er wird solange er abhängig ist und konsumiert immer die Droge als sein „Medikament“ bevorzugen, weil er weiß „sie hilf“!

Viele sagen, man soll einen Abhängigen fallen lassen, dass er wirklich so tief sinkt, dass er keinen anderen Ausweg sieht, als Hilfe anzunehmen. Aber das ist meiner Meinung nach nicht immer der beste Weg! Zumindest bei meinem Freund nicht! Häufig fehlt es gerade Abhängigen an Vertrauen und sich verlassen können! Und das solltet ihr ihm geben! Nur ihn eben nicht in seiner Sucht unterstützen!

Ich fühle mit euch mit!

LG Ulla
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MrSauber
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 17.04.2010
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

veilchenfee hat Folgendes geschrieben:
Zusammenhalt innerhalb der Familie ist wichtig. Allerdings müsst Ihr es Deinem süchtigen Bruder nicht bequemer machen, als nötig. Ein Dach über dem Kopf - in Ordnung. Etwas zu Essen - klar. Für den "Rest" soll er arbeiten wie jeder andere auch. Es gibt haufenweise Leute, die trotz ihrer Sucht jeden Tag aufstehen und ihre Brötchen verdienen. Das würde ich ihm durch Eure Eltern unmissverständlich klar machen lassen. Vielleicht hat er vor ihnen mehr Respekt als vor Dir. Ihr habt Euch hier etwas aufgebaut - wäre doch hirnrissig, wenn alles den Bach runter ginge.

Er ist erwachsen und kann tun was er will. Wenn er Heroin nehmen möchte, könnt Ihr ihn nicht daran hindern. Was er daraus macht, muss schlussendlich er entscheiden. Aber VERDIENEN soll er sich seine Drogen gefälligst selbst und sich so weit zusammenreißen, dass er Familienmitglied bleiben kann!

Viel Glück!


Kann mich nur anschliessen. Es gibt Leute die Drogen nehmen, weil sie nicht anders können. Und es gibt Leute die meinen Drogen nehmen zu müssen, weil sie es ANGEBLICH nicht anders können.
Während die ersten froh sind, wenn man ihnen eine alternative anbietet, werden die anderen behaupten, dass dies keine Alternative ist!

Das hat aber nichts mit Deiner Familie oder Familienzusammenhalt zu tun.

Stell Dir vor, Dein Bruder wäre ein Geschwindigkeitsjunkie und er müsste Euch jeden Tag zur Arbeit fahren.
Würdest Du das Risiko MITTRAGEN wollen, für ALLE die "mitfahren", nur weil Dein Bruder es nicht einsieht, dass man in der 30er Zone nicht 120 zu fahren hat?

Nein.

Es ist traurig Deine Geschichte zu fühlen. Ich habe aber kein Mitleid, sondern Mitgefühl. Ich fühle mit EUCH mit, nicht mit eurem Bruder.
Denn er hat EINS gelernt (und das hat mit Sucht wenig zu tun, das gibts auch bei "normalen" Leuten):

egal ob es ihm gut geht oder nicht, ob er was nimmt oder nicht, ihm wird geholfen. Also ist für den Süchtigen klar, dass es irrelevant ist, ob er konsumiert oder nicht...also konsumiert er weiter. "Die Anderen werden schon das Sicherheitsnetz wieder aufspannen!"

Man sollte aber NUR Leuten helfen, sich selbst zu helfen.
Was da los ist nennt sich "Angelernte Hilfslosigkeit".
Ist ein (wie der Name sagt) ANGELERNTER Charakterzug und kein "Stempel" für den "Standard Junkie".

Es gibt genug Leute, die es genauso schwer haben, oder noch VIEL schwerer. Nicht alle von denen schaffen es raus, aber die meisten versuchen es. Und darum geht es.

Er ist kein Baby...aber er hat schon eins.

Wer etwas SCHAFFT und LEBEN schenkt, sollte sich nicht das eigene langsam nehmen und die anderen dabei zusehen lassen.
Wenn er das nicht kapiert, lasst ihn fallen.
Manchmal muss man auf die Fresse fallen um zu verstehen, dass es weh tut. Ich bin schon oft vom Fahrrad gefallen.

Aber die Narben sind verheilt und ich habe gelernt mit beiden Händen am Lenker zu bleiben.
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HeilungInSicht
Anfänger


Anmeldungsdatum: 26.04.2010
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2010 23:43    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen lieben Dank für euer Mitgefühl und eure Ratschläge. Nur um Missverständnisse zu vermeiden, mein Bruder ist verheiratet hat aber noch keine Kinder. Mein Vater hat mir heute erzählt, er habe heute wieder eine Aussprache gehabt. Mein Vater sagte ihm, die ganze Familie leide mit ihm mit, keiner wolle ihm Vorwürfe machen sondern alle wollen ihm doch nur helfen und er solle sagen wie wir ihm am besten helfen können, er solle sagen was ihn bedrückt und weshalb er nach eigener Einschätzung nun nach fast drei Jahren wieder rückfällig geworden ist. Mein Bruder habe wohl aggressiv reagiert und habe gesagt, man gönne ihm keine freie Minute und er habe wegen uns keine Privatsphäre, kaum verlasse er die Wohnung für ein paar Minuten schon würden alle spekulieren und verdächtigen. Warum wir ihm denn nicht vertrauen und warum wir ihn immer noch für einen Drogensüchtigen halten, er habe doch damit schon längst abgeschlossen, wir seien doch alle bloß paranoid.

Genau diese Dinge machen mich so rasend, wenn ich das nur höre. Er meint alle wären verpflichtet ihm blind zu vertrauen und kaum zweifelt man an seinen Worten (meistens sind es Lügen) ist er beleidigt wird aggressiv und fühlt sich ungerecht behandelt. Mein Vater hat mir gesagt, er wolle nicht den gleichen Fehler wie vor Jahren machen. Mein Vater hat sich nicht provozieren lassen hat im ruhigen Ton auf ihn eingeredet, und habe ihm immer wieder gesagt, er liebe ihn, er sei sein Sohn und er wolle doch nur das Beste für ihn und er wolle doch nur verstehen und helfen. Mein Vater sagte, plötzlich hörte er zu wirkte irgendwie resigniert war dannach still und gab kein Wort mehr von sich. Er sah wohl nur unendlich traurig aus.

Ich weiß nicht wie es anderen Angehörigen geht, aber die Konfrontation mit ihm kostet mich uuuuuunendlich viel Energie, ihn erst mal davon zu überzeugen, dass er mich nicht reinlegen kann, ihm zu erleutern, dass ich seit einigen Wochen wenn er bei uns im Geschäft oder bei uns zu Hause auf der Toilette ist das Feuerzeug immer wieder gehört habe, dass er manchmal während einer Unterhaltung eingeschlafen ist und das im Sitzen, dass seine Pupillen klein sind. Ihm all diese Dinge vor Augen zu führen, nur damit er es nicht weiter verleugnen kann tut mir selber sehr weh. Ich möchte ihn nicht behandeln als sei er ein Looser, zu Mal mein Bruder ein sehr humorvoller Mensch ist der andere immer zum Lachen bringt, der gerne lacht, der intelligent ist, sich Gedanken macht über die Wissenschaft etc. Immer wieder habe ich ihm gesagt wie liebenswert er doch ist und wie schön das Leben doch ohen Drogen sein kann. Ich habe ihn einmal gefragt wann er das letzte Mal den Sonnenaufgang gesehen hat, den morgendlichen Tau auf seiner Haut gespürt hat, einfach die frische Luft in den Lungen gespürt hat, das fröhliche Gefühl eines anbrechenden Tages mal wieder erlebt hat. Ob ihr mir glaubt oder nicht, er konnte sich nicht mehr erinnern. Er sagte das muss wohl vor Jahren in der Therapie gewesen sein. Er schläft immer sehr lange aus und ist nachts wach vor dem PC oder TV. Auch als er bei meinen Eltern arbeitete (er arbeitete bis vor kurzem bei meinen Eltern, ca. seit einer Woche kommt er nicht mehr) musste er tagsüber nicht arbeiten, so dass dies kein Problem darstellte.Doch nichts desto trotz kann ich sein Lebensgefühl nicht nachvollziehen, wie kann er auf die selbtsverständlichsten und schönsten Dinge im Leben einfach verzichten oder diese nicht mögen?

Zu guter Letzt habe er wohl als mein Vater wieder zu Hause war ihn angerufen, sich bei ihm entschuldigt und ihm gesagt er morgen wieder arbeiten kommen. Auf andere Dinge sei er nicht eingegangen, mein Vater habe ihm dann gesagt er solle den Mut nicht verlieren und wir würden das gemeinsam schaffen. Ob er sein Versprechen wahr macht weiß ich nicht. Allzu oft haben wir leere Versprechungen gehört.

Mein Vater sagt, er habe nachgedacht und möchte auf keinen Fall je wieder mit ihm streiten ihm das Gefühl geben ihn von oben herab anzuschauen. Vor Jahren habe er diesen Fehler gemacht und diesmal wolle er es besser machen.

Ich bin froh, dass mein Papa nun den Part des Gewissensflüsterers übernommen hat da ich momentan wirklich wie ausgelaugt bin. Meine Eltern und ich haben jetzt vorerst beschlossen meinen kleinen Bruder außen vor zu lassen, nachdem mein großer Bruder sein großes Vorbild ist, er will die gleichen Hosen tragen, trägt dieselben Kappis schaut dieselben Filme an und überhaupt der große Bruder ist eben der obercoolste und oberschlauste. Das Risiko, dass wir ihn ihm eine Neugier wecken, und das er seinem Bruder nacheifern könnte ist zu groß. Daher haben wir beschlossen ihm nicht vom Drogenkonsum seines Bruders zu berichten. Nichts desto trotz möchte ich mit ihm ein aufklärendes Gespräch über Drogenkonsum allgemein führen. Heute hat er bereits geschlafen als ich nach Hause kam. Ich habe sein Haar gestreichelt, habe seinen warmen Atem gespürt, seine weiche nach Milch duftende Haut gerochen und ich fühlte genau in diesem Augenblick eine bessere Droge ein glückseeligeres Gefühl kann es überhaupt nicht geben, auch wenn ich selbst keine Drogenerfahrungen gemacht habe. Meine Liebe zu ihm zwingt mich weiterzumachen. Auch wenn es für meinen großen Bruder zu spät ist, den kleinen Zwerg muss ich beschützen er ist noch so klein noch so unschuldig.

Eure Beiträge haben mich zum Nachdenken gebracht, zum Teil aufgerüttelt und zum größten Teil getröstet. Ich danke euch für jeden einzelnen Beitrag.

Liebe Grüße
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ulla79
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 17.03.2009
Beiträge: 908

BeitragVerfasst am: 27. Apr 2010 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

HeilungInSicht hat Folgendes geschrieben:
. Warum wir ihm denn nicht vertrauen und warum wir ihn immer noch für einen Drogensüchtigen halten, er habe doch damit schon längst abgeschlossen, wir seien doch alle bloß paranoid.

Genau diese Dinge machen mich so rasend, wenn ich das nur höre. Er meint alle wären verpflichtet ihm blind zu vertrauen und kaum zweifelt man an seinen Worten (meistens sind es Lügen) ist er beleidigt wird aggressiv und fühlt sich ungerecht behandelt.



Ja, diese Nummern kenn ich! Und es gibt auch da noch eine Steigerung! sie meinen es aber tatsächlich nicht persönlich! Es ist nur ihre extreme Verzweiflung! Sie kommen sich eh vor, als wären sie splitternackt! Die Lügen sind ihr einziger Schutz und wenn die weg sind, ist es ja irgendwie kein Wunder!

Das soll keine Entschuldigung sein, aber es dient ein bißchen dem Vrständnis der anderen Seite. klar, für uns Angehörige ist das sehr verletztend.
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sugar_basel
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 29.03.2010
Beiträge: 171

BeitragVerfasst am: 27. Apr 2010 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

hallo HiS also so wie ich das bis jetzt kennengelernt habe bringt mit einem Heroin Süchtigen zu reden absolut gar nichts! man kann so viel reden wie man will die Droge ist am Ende doch stärker! Ich war 3 Jahre mit einem Heroinabhängigen zusammen und habe lange geglaubt ich könnte ihm "helfen" ihn vom Heroin wegbringen hab Jahrelang auf ihn eingeredet sogar versucht es zu verbieten was er dann nur heimlich gemacht hat... bis ich auch irgendwann nicht mehr konnte und mir die Kraft ausging und ich eingesehen hab das dem Heroin die Kraft nie ausgehen wird da kam es wirklich zum totalen höhepunkt was wirklich nicht hätte sein müssen ich hätte es schon viel früher beenden sollen! vorallem hab ich länger durchgehalten als seine eigene familie in der sich die meisten schon abgewandt haben was ich aber auch für falsch halte denn wenn der mensch keinen familären rückhalt hat, noch mehr untergeht und ihm dann alles egal wird weil er ja dann koplett alleine darsteht... ich hab z.b. eine Freundin die ist auch Heroinabhängig und ihre Mutter fährt für sie manchmal alleine zum Dealer um das H abzuholen, was ich auch nicht gut finde aber das ist wider eine andere Sache... also bevor ich hier zu viel Zeug schreib, man sollte irgendwo einen mittelweg finden sich aufjedenfall nicht ausnutzen lassen und auch aufkeinenfall den menschen einfach fallen lassen eine Familientherapie denke ich würde nicht viel bringen ach ich könnte da Stundenlang erzählen...

übrigens ich bin ein Mädchen 20 jahre alt und ich hab einen Bruder der ist 10 und ich würde ihn aufjdenfall davor schützen und zwar so gut wie möglich!
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