Warum ist es so schwer, die Wahrheit zu sagen?

Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Fragen und Antworten
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
tomate28
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 13.05.2010
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: 27. Mai 2010 17:49    Titel: Warum ist es so schwer, die Wahrheit zu sagen? Antworten mit Zitat

diese frage stelle ich mir jetzt seit über 3 monaten. denn seit dieser zeit, ist der papa meines kleinen sohnes (8 monate) von uns weg. als es ihm bei uns scheinbar zu unbequem wurde, weil ich seinen drogenkonsum (sucht) herausgefunden habe und die lügen, welche damit zusammenhängen. er wollte nicht mit mir darüber sprechen, ist lieber gegangen. weg von zuhause und dem kleinen, den er über alles liebte (dachte ich).

morgen wird der kleine 8 monate und er hat ihn seit 3 monaten nicht gesehen. er weiß nicht, dass er seit ner woche in die kita geht. oder das er ihm von tag zu tag ähnlicher sieht. das sind so situationen, in denen ich mich frage -> WARUM IST ES SO SCHWER DIE WAHRHEIT ZU SAGEN ?
war das der richtige weg? hätte man es nicht zusammen besprechen und schaffen können?

ich lese wirklich viel hier im forum, auch wenn ich wenig beitrage, bin ich froh dieses gefunden zu haben. warscheinlich schreib ich wenig, weil mir manchmal die richtigen worte fehlen Embarassed. aber jetzt versuch ichs einfach mal und hoffe auf einige antworten oder ideen von euch.

tom[/b]
Nach oben
ulla79
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 17.03.2009
Beiträge: 908

BeitragVerfasst am: 27. Mai 2010 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tom!
Das frage ich mich auch soooo oft! Wenn er schon nicht aufhören will/kann, warum kann man dann nicht wenigstens offen mit der Wahrheit leben? Dann wäre auch der Alltag zusammen leichter!
Mir wurde schon so oft gesagt, dass sie sich nciht mehr in den Spiegel schauen und sich auch für ihre Situationen, die Schmerzen usw. die sie uns antun schämen. Ich hab ihm schon so oft gesagt, dass er das nicht braucht! Nur um ihn zu verstehen, habe ich versucht dieses Wissen über dieses Sch*** Zeug zu bekommen. Es geht dann für eine kurze Zeit und dann, wenn anscheinend es wieder schlimmer wird, geht es wieder von vorn los!
Ich würde auch sogern wissen, warum immer die Flucht an erster Stelle steht! Komisch ist nur, dass es wohl ja bei so vielen ist! Sie verhalten sich eigentlich wenn man es genau betrachtet alle gleich! Die Ursache für ihr Verhalten ist wohl ausschließlich die Sucht!

LG Ulla
Nach oben
tomate28
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 13.05.2010
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: 27. Mai 2010 18:30    Titel: Antworten mit Zitat

da hast du wohl recht. aber ist die flucht immer der einfachste und einzige weg? hier sind viele leute, welche clean sind und manche schon lange. irgendwie muß es ja noch einen anderen weg geben und nach welchem aspekt entscheidet sich die wahl des weges? das sind so fragen...mmmmh. vielleicht hat ja jemand eine andere perspektive oder erfahrung. bin schon gespannt
Nach oben
ulla79
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 17.03.2009
Beiträge: 908

BeitragVerfasst am: 27. Mai 2010 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

ich denke mal, diejenigen die hier schreiben und noch nicht clean sind, sind weil sie darüber reden schon auf dem ersten Weg in eine andere Zukunft! vielleicht ist es wirklich so, dass sie erst ganz ganz unten sein müssen! Ich bin aber auch auf jeden Fall gespannt, was die Meinung dazu ist!
Nach oben
veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4060

BeitragVerfasst am: 27. Mai 2010 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

Habe vor einigen Monaten einen Thread eröffnet mit dem Titel: "Clean werden - eine Frage des Charakters?" Da steht einiges zu dem Thema drin. Ihr könnt ja mal stöbern, wenn Ihr Lust habt. Grüße!
Nach oben
tomate28
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 13.05.2010
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: 27. Mai 2010 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

hi veilchenfee
deinen Thread habe ich mir gestern mehrmals durchgelesen, wirklich sehr gut.
da ist mir wieder klar geworden, dass drogenabhängige liebe und sensible menschen sind. warscheinlich könnten sie das leben sonst ohne drogen ertragen. hat mich alles ein den papa meines sohnes erinnert, auch wenn er zum schluß miess war. er ist eigentlich ein sensibler mensch, dass iat ja das kuriose.
Nach oben
tomate28
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 13.05.2010
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: 31. Mai 2010 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

kann oder will denn keiner weiter zu meiner frage etwas schreiben Crying or Very sad ?
ich würde wirklich gerne die gründe des lügens, in verbindung mit sucht, erfahren. schämt man sich, hat man angst, vertraut man dem anderen nicht oder sieht man selbst die wahrheit gar nicht?
Nach oben
veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4060

BeitragVerfasst am: 31. Mai 2010 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, als Süchtiger weiß man doch ganz genau, dass es nicht in Ordnung ist, was man tut. Es liegt aber in der Natur der Sache, dass man seine Sucht fortführen möchte. Dabei will man in Ruhe gelassen werden und keinesfalls darüber reden und diskutieren. Wollte der Süchtige darüber reden, wäre er in Therapie oder zumindest dazu bereit.

Daher wird er sich von cleanen "Nervköpfen" distanzieren und sich unter Leute begeben, die das gleiche Ziel verfolgen. In Gesellschaft von anderen Süchtigen fühlt man sich nicht ganz so minderwertig.

Das ist mein Versuch einer Erklärung.
Nach oben
Fentanyl
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 22.05.2010
Beiträge: 223

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2010 14:36    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo tomate28
Schau mal, ein Süchtiger verhält sich nicht der "Norm" entsprechend. Er konsumiert zumeist illegale Drogen die er sich häufig unter sehr zweifelhaften Bedingungen besorgt. Es ist nicht einfach, jemandem zu sagen:hör mal, ich bin süchtig und tue manchmal Dinge die außerhalb der Legalität sind, besonders dann nicht, wenn man denjenigen gern hat. Er hat Angst, zurückgestoßen zu werden und Vorwürfe zu hören, denn das ist fast immer das erste was der nicht abhängige erwidert. Ein Süchtiger hat in aller Regel kein besonders großes Selbtwertgefühl,das wird noch weiter zerstört wenn er vom Partner Vorwürfe hört.Also fängt er an zu lügen. Alles ist für ihn besser als Vorwürfe oder die Frage:Warum machst Du das denn? Liebst Du mich denn nicht Question
Natürlich liebt er Dich und deswegen hat er dich belogen. Es ist zu hart für ihn Dir zu sagen ich bin süchtig, denn damit steht er zu seiner größten Schwäche, die er in den meisten Fällen nicht einmal vor sich selber zugeben kann, geschweige denn vor jemandem den er liebt.
Das ist ziemlich schwierig für einen nicht Süchtigen zu begreifen, aber du kannst mir glauben, dass es sich bei den allermeisten so verhält.
Ich wünsche Dir und Deinem Freund viel Kraft und das ihr wieder zusammenfindet.
MvG
Fenta
Nach oben
ulla79
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 17.03.2009
Beiträge: 908

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2010 17:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Fenta,

als ich gerade einen Beitrag gelesen habe, kamen mir die Tränen! Es ist so unendlich traurig. Aber warum können sie denn nicht glauben? Vielleicht 1 Mio mal habe ich ihm doch schon gesagt, dass ich ihn so nehme wie er ist. Ich mach ihm doch auch keine Vorwürfe und trotzdem versucht sogar er die Gefühle mir gegenüber zu unterdrücken um lieber ja nicht sagen zu müssen. Es ist schwer, weil ich süchtig bin!

LG Ulla
Nach oben
Raxaaa
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 25.09.2009
Beiträge: 155

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2010 23:37    Titel: Antworten mit Zitat

hmm. meine erfahrungen waren halt bislang immer die, das diese gespräche und versprechen früher oder später im fiasko enden. wozu also noch über das vergangene erlebte sprechen? tut nur wieder weh. warum versprechen abgeben die wieder gebrochen werden? warum wieder hoffen und kämpfen um dann wieder enttäuscht oder verletzt zu werden? beide!
wenn ich einen schritt zurück mache enttäusche ich mich selbst. und nur mich. und meine nicht konsumierende partnerin die es einfach niemals verstehen wird, weil sie es einfach nicht verstehen kann, holt dann nicht auch noch den prügel raus und zieht mir eine über.
die letzten worte der liebe meines lebens... du willst doch das es dir schlecht geht. du willst doch garnicht glücklich werden.

die worte höhrte ich auch gestern wieder von nem mädel das ich vor ner weile kennengelernt hatte. nix ernstes... aber auch sie hatte die ganze palette gepredigt. ich mag unbedingt über alles sprechen. mag dir beistehen. ich bin nicht wie die anderen...du bist gemein mich zu vergleichen. beziehe mich mit ein...
überfordert und ausgeflippt bei der ersten schwierigkeit.
jedes weitere wort mit ihr zu wechseln wäre überflüssig und sich selbst zu quälen.
Nach oben
ulla79
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 17.03.2009
Beiträge: 908

BeitragVerfasst am: 10. Jun 2010 12:58    Titel: Antworten mit Zitat

@ raxaa:

was meinst du mit ausgeflippt bei der ersten Schwierigkeit?
Irgendwie kommt mir das nämlich auch bekannt vor! Es ist halt für uns "Außenstehende" so, dass wir, zumindest ich mich zwar mit dem Thema lang genug auseinander gesetzt haben, aber wenn es dann sozusagen plötzlich vor der Tür steht ist es schon ganz anders. Im ersten Moment denkt man da natürlich automatisch, was hat der? Was hab ich denn jetzt schon wieder gemacht? Diese Reaktionen sind ja für einen "Normalen" alles andere als normal.
Nach oben
Fentanyl
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 22.05.2010
Beiträge: 223

BeitragVerfasst am: 10. Jun 2010 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Ulla
merkst Du wie Du reagierst? Du sagst was hab ich denn jetzt schon wieder gemacht Oder falsch gemacht? Hast Du für dich eigentlich nicht.!Aber kein Süchtiger will hören und kann es auch nicht(mehr) hören :was hab ich denn jetzt schon wieder falsch gemacht. Das ist so ziemlich das allerfalscheste.Du kannst ihn nur begleiten, auch dann, wenn Du seine Sucht mit trägst, mit allen erdenklichen konsequenzen.Ohne Vorwurf, ohne Lamentieren aber auch ohne ständig zu sagen:Schau was ich alles für dich tue und was tust Du? Ohne zu [b]erwarten dass er aufhört. Er wird aufhören wenn er soweit ist, wann das sein wird und ob das je sein wird, weiß nur immer der betreffende selbst.Du kannst das nicht entscheiden. Wenn Du ihm wirklich helfen willst, dann sei für ihn da, immer, in jeder Situation,aber sag niemals"wenn du mich liebst, dann hör auf, dann tu es für mich". Das wird nicht klappen, auch wenn er es tausend mal verspricht.Ich weiß, dass das für den nicht Süchtigen alles abverlangt und meistens zum Scheitern verurteilt ist.Aber----Du bist die Stärkere-und bei wahrer Liebe sollte es möglich sein. Der nicht Süchtige ist immer der Stärkere und auch das weiß der Süchtige und glaube mir, das ist nicht schön für ihn.
Ich wünscheEuch viel Kraft für Eure Beziehung.
LG Fenta
Nach oben
ulla79
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 17.03.2009
Beiträge: 908

BeitragVerfasst am: 10. Jun 2010 16:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Fenta!

Danke für deine Worte! Ich würde gerne mal die Schwächere sein! Tatsächlich ist es so, dass ich gerade wirklich aus anderen persönlichen Gründen seine Unterstützung bräuchte, es ihm aber nicht traue, zu sagen. Weil ich denke, dann hat er nur noch mehr Druck.
Oder kann es sogar sein, dass gerade, wenn ich sage, dass ich ihn brauche, es auch wiederum gut für ihn ist?
Gebraucht zu werden, verstärkt doch sein Selbstwertgefühl!

LG Ulla
Nach oben
tomate28
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 13.05.2010
Beiträge: 72

BeitragVerfasst am: 10. Jun 2010 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

hi Fenta.
vielen dank für deine liebe erklärung. was du schreibst weiß mein kopf, nur mein herz will es nicht verstehen. ich weiß das er mich liebt auch wenn er jetzt eine neue freundin hat und ich liebe ihn auch noch. aber ich kann und will schon wegen unserem kleinen sohn keine abhängigen/co-abhängigen beziehung führen. ich muß jetzt sehen wie mein leben ohne ihn weitergeht und wenn er hilfe will und braucht, hoffe ich, dass er weiß, dass ich für ihn da bin. keine ahnung ob das der richtige weg ist, aber mein gefühl sagt es mir so. ich hoffe, dass er irgendwann keinen bock mehr auf ein leben mit drogen hat, damit er nicht vor die hunde geht. denn er ist ein toller mensch.
sei lieb gegrüßt tom
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Fragen und Antworten Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Seite 1 von 4
Gehe zu:  
Impressum & Rechtliches
ForenübersichtIndex   SucheSuche   FAQFAQ   LoginLogin