Bestätigungssucht / Anerkennungssucht

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Sean
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.06.2010
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 7. Jun 2010 19:46    Titel: Bestätigungssucht / Anerkennungssucht Antworten mit Zitat

Hallo @all,

ich wusste nicht genau wo mein Thema am besten Hinpasst, deshalb hab ich es einfach mal unter Süchte gepostet.

Denn ich denke ich bin ein Süchtiger, Süchtig nach Bestätigung und Anerkennung und genaumit diesen Süchten nähre ich meine Profilneurose und die ganzen Minderwertigkeitskomplexe.

Ich hab lange gebraucht mir meine Bestätigungssucht einzugestehen und vor allem einzugestehen dass dies etwas negatives ist.

Ich bin inzwischen 28 und wünsche mir einfach nur noch Zufriedenheit.Ich möchte nicht mehr fast 24h am Tag unter Erfolgsdruck leiden. Mich mal nicht permanent mit den anderen vergleichen sondern mich völlig entspannt zurücklehnen können und zufrieden mit mir selbst sein.
Dieses Gefühl kenne ich fast gar nicht und wenn dann hat es wieder aus irgendeiner oberflächlichen gabe meines Suchtmittels gelegen.

Meine Vergangenheit habe ich im Zuge der Lösung für das Problem bis fast ins kleinste Detail durchleuchtet. Ich weis jetzt zwar woher meine Narzissmus kommt lösen lässt er sich damit aber nicht.

Dies solll kein Heultreat werden, dafür bin ich viel zu sehr ein Macher. Was ich allerdings benötige sind Tipps wie ich dieses Problem in den Griff bekommen. Denn mit den von mir gewohnten Problemlösungsmethoden, mache ich das Problem nur noch schlimmer. Ich bin somit darauf engwiesen neue Wege zu beschreiten nur die kann ich noch nicht erkennen.

Danke und viele Grüße
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Nefertiri
Anfänger


Anmeldungsdatum: 28.06.2010
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 28. Jun 2010 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

hi sean

versuch dein selbstwertgefühl bzw deine selbstliebe aufzubauen. da liegt der hund begraben. wenn du dich nämlich selbst genügend liebst und wertschätzt, pfeifst du auf das was andre denken.

eins kannst dir sicher sein, solang du es nötig hast anerkennung von andren zu erhaschen bist du ständig das opfer. die menschen spüren das unterbewusst und somit werden sie dir auch nicht die anerkennung geben, die du dir in diesem teufelskreis erhoffst.

daher mein rat. setz dich mit dir selbst auseinander. wo sind deine stärken? deine guten eigenschaften? schreib sie dir alle auf, guck in den spiegel und sag dir selbst jeden tag: hey, ich bin ein toller mensch, ja ich habe meine fehler aber was solls? jeder mensch hat fehler, menschen dürfen fehler haben denn dafür sind sie menschen und nicht gott.

du wirst sehen. je selbstbewusster du wirst, desto mehr leute werden dir respekt zollen und dann hast du keinen erhaschten respekt, sondern ehrlichen. das ist weit mehr wert.

du schaffst das!
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Extradruff
Anfänger


Anmeldungsdatum: 26.06.2010
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 2. Jul 2010 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Das hört sich echt so an, als ob du sehr unter Druck stehen würdest!
Ich stelle mir das auch sehr anstrengent vor den ganzen Tag 110 Prozent geben zu müssen!

Du solltest dir besser Professionelle Hilfe holen,dann kannst du auch erfahren wo das her kommt und was du anders machen kannst um mit deine Gefühlen umzugehen...
Alles Gute
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SusiSorglos
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 27.07.2010
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2010 12:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sean,

ich denke, was du beschreibst wird auch durch unsere Leistungsgesellschaft genährt. Von Kindesbeinen an bekommen wir gesagt "Streng dich an, du musst besser sein als die anderen. Nur wer etwas leistet, ist auch etwas wert" (sieh dir mal die Beiträge von Jana an!).

Ich bin der Meinung, dass dieses Denken Ursache für viele Schwierigkeiten wie z.B. burnout, Erschöpfungszustände usw ist. Es ist ein Fehler, den Wert eines Menschen von seiner Leistung abhängig zu machen. Zum Wert eines Menschen ist schon viel philosophiert worden, das würde den Rahmen sprengen, jetzt hier darüber etwas zu schreiben.

Ich sage damit nicht, dass es schlecht ist, etwas zu leisten, um dafür Anerkennung zu bekommen. Es ist ja auch ein schönes Gefühl, für etwas gelobt zu werden, was man gut gemacht hat. Doch auch hier, wie überall, ist es die Dosis, die ein Mittel zum Gift macht.

- Das mal so als grundsätzliche Überlegung. Jetzt zu Dir. -

So wie ich dich verstehe, hast du die Nase voll davon, dich immer nur anstrengen zu müssen. Der ständige Kampf um die Anerkennung ist dir zur Qual geworden. Du hast den Wunsch, Zufriedenheit zu erlangen, ohne dafür in den Konkurrenzkampf einsteigen zu müssen.

Vielleicht hilft es dir, das ein oder andere Mal ganz bewusst "NEIN" zu sagen, wenn Aufgaben und Erwartungen an dich gestellt werden.
Hast du überhaupt genug Freizeit, oder arbeitest du von früh bis spät?
Setze dir selbst eine Grenze, z.B. "um 18 Uhr ist Feierabend, da mache ich keinen Handschlag mehr" und halte sie natürlich auch strikt ein, auch wenns schwer fällt.
Suche und finde ein Hobby, z.B. im sportlichen Bereich. Nein, kein Leistungssport. Es ist auch schön, nur durch den Wald zu joggen. Oder vielleicht ein Mannschaftssport wie Fußball?

Das sind so meine spontanen Ideen, was du für Wege beschreiten könntest. Viel Erfolg dabei!
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4060

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2010 12:53    Titel: Antworten mit Zitat

Beim Lesen dieses Themas hat´s mir gerade ziemlich die Stimmung verhagelt. Warum? Ich musste daran denken, dass mein Urlaub zuende ist und ab Montag wieder volle Leistung von mir erwartet wird. Die Anerkennung, die ich dafür durchaus erfahre, bringt mir nicht mehr viel.

Grundsätzlich leiste ich gerne etwas und streiche auch gerne die Anerkennung dafür ein - aber auf freiwilliger Basis. In dem Moment, indem andere etwas von mir erwarten oder mich zu etwas zwingen wollen, mache ich mittlerweile "dicht" und kriege eine Stress- Hypertonie- und Hassattacke nach der anderen.

Mein Traum von Leistung sieht so aus: Ich bewege mich frei in unterschiedlichen Fachgebieten (Medizin / Grafik / Fotografie / Pferdestall) und leiste da etwas, wo ich gerade Bedarf sehe und Lust dazu habe. In Krisensituationen bin ich am fittesten und wachse über mich hinaus - der Alltag langweilt und ermüdet mich nur noch.

Zitat:
ganz bewusst "NEIN" zu sagen, wenn Aufgaben und Erwartungen an dich gestellt werden. Setze dir selbst eine Grenze, z.B. "um 18 Uhr ist Feierabend, da mache ich keinen Handschlag mehr" und halte sie natürlich auch strikt ein, auch wenns schwer fällt.

Punkt Feierabend den Hammer fallen zu lassen kommt ganz schlecht an, wenn man in einem leistungsorientierten Betrieb arbeitet. Das geht nicht. "Wir sind doch keine Beamten!" (Zitat meines Chefs). Und Arbeitsverweigerung ist der schnellste Weg zur Kündigung. Da muss man schon sehr fest im Sattel sitzen, um sich solche Extravaganzen erlauben zu können. Und wenn man sie sich erlaubt, muss man dafür an anderer Stelle um so mehr leisten.

Alles nicht so einfach.

Grüße. Evil or Very Mad
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Jana
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 02.10.2007
Beiträge: 1470

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2010 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

SusiSorglos hat Folgendes geschrieben:

Vielleicht hilft es dir, das ein oder andere Mal ganz bewusst "NEIN" zu sagen, wenn Aufgaben und Erwartungen an dich gestellt werden.


In Zeiten, wo wir einen so großen Haufen fauler und zielloser Jugendlicher haben, und die linken Lügner gefährlich viel Gehör finden kann ich einer solchen Einstellung absolut gar keine Toleranz entgegen bringen. Noch befinden wir uns in wirtschaftlich eher bescheidenen Zeiten, was viele Bereiche betrifft, und eine solche Einstellung hilft da keinem weiter.

Selbst wenn's eingebildet klingt: Ich habe selbst bei meinem unbezahlten Praktikum teilweise statt 8 Stunden 10 gearbeitet, wenn ich nicht fertig war. Wenn dieses Gefühl besteht, man müsse ja arbeiten, dann bringt man keinen betrieb, kein Unternehmen voran. Es ist auch dein Arbeitsplatz, eine Sache, die im Leben einen hohen Stellenwert einzunehmen hat, wenn du nicht als Sozialparasit enden willst.

Echt, so ein Schwachsinn. Wenn man mit allem fertig ist, schön und gut, aber das zur Einstellung zu höheren Prinzipien werden zu lassen grenzt an sozialistischer Verblendung. Führen wir doch auch gleich am besten die 25 Stunden-Woche ein, damit der arme Arbeitnehmer entlastet wird von seiner schlimmen Verantwortung Rolling Eyes
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SusiSorglos
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 27.07.2010
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2010 13:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Veilchenfee,

ok, ich muss zugeben, das war natürlich etwas mißverständlich formuliert, was ich da geschrieben habe, sorry. So habe ich das auch gar nicht gemeint.

Klar ist es wichtig, seinen Chef nicht zu vergrätzen und seine Arbeit zu machen, auch wenns mal länger geht. Da bin ich vollkommen auf deiner Linie. Es ging mir nicht darum, hier irgendjemanden zur Arbeitsverweigerung zu ermuntern.

Zitat:
Ich möchte nicht mehr fast 24h am Tag unter Erfolgsdruck leiden
Darauf habe ich mich bezogen. Fast 24 Std Erfolgsdruck am Tag ist einfach zu viel. Da muss eine Grenze her.
Mein Vorschlag für Sean sollte ihn persönlich ermuntern, darüber nachzudenken, wie er eine Grenze ziehen kann.

Zitat:
In dem Moment, indem andere etwas von mir erwarten oder mich zu etwas zwingen wollen, mache ich mittlerweile "dicht" und kriege eine Stress- Hypertonie- und Hassattacke nach der anderen.
Ich bin ganz zuversichtlich, dass du nicht der Arbeitssucht verfällst Very Happy
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4060

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2010 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

@ SusiSorglos: Man könnte sagen, das mit der Arbeitssucht habe ich schon hinter mir. Mit der Zeit wird´s halt blöd, wenn man sieht, dass keiner der Kollegen mitzieht. Was habe ich davon, dass ich mir immer nur alleine ein Bein ausreiße? Die anderen leben wesentlich stressfreier und verdienen fast genau so viel.

Versucht man, die Kollegen zu ermuntern, ihren Horizont auch mal ein bisschen zu erweitern, erntet man bestenfalls Unverständnis, schlimmstenfalls Angst und Aggression.

Die Leute sind wie Schafe ... interessieren sich nur für das Gras vor ihrer Nase. Allgemeinbildung: Fehlanzeige. Fremdsprachen: Fehlanzeige. PC-Kenntnisse: Keine. Politik, Gesellschaft, Geschichte, Kunst, Kultur ... kannste vergessen. Und das sind Leute mit mittlerem Bildungsabschluss. Da könnte ich mich jetzt reinsteigern ...

Dass der Threadstarter 24 h am Tag unter Erfolgsdruck leidet, halte ich für übertrieben, aber ich weiß, was er meint. Auch ich bin nach einem Arbeitstag schon bis 1 Uhr nachts am PC gesessen, um für meinen Arbeitgeber noch Formulare und Prospekte zu erstellen. Davon verabschiedet man sich irgendwann von ganz alleine.

Rolling Eyes Confused
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Jana
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 02.10.2007
Beiträge: 1470

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2010 14:52    Titel: Antworten mit Zitat

veilchenfee hat Folgendes geschrieben:

Die Leute sind wie Schafe ... interessieren sich nur für das Gras vor ihrer Nase. Allgemeinbildung: Fehlanzeige. Fremdsprachen: Fehlanzeige. PC-Kenntnisse: Keine. Politik, Gesellschaft, Geschichte, Kunst, Kultur ... kannste vergessen. Und das sind Leute mit mittlerem Bildungsabschluss. Da könnte ich mich jetzt reinsteigern ...


Veilchenfee, du machst mir Angst. Könnte das zu 100% unterschreiben. Genau dieses Gefühl hatte ich zu Zeiten meiner Ausbildung schon über meine Kollegen.

Was es einem bringt, sich allein ein Bein ausgerissen zu haben, kann ich Dir hingegen beantworten: Das Gefühl, gewissenhafter zu arbeiten. Wenn man nur einem weiteren ein Gewissen für seine Tätigkeit bereiten kann, tut man das Richtige.
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SusiSorglos
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 27.07.2010
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2010 18:44    Titel: Antworten mit Zitat

@veilchenfee
Nix für ungut. Du hast meine Anerkennung für dein berufliches Engagement.
Manche Kollegen sind echt eine Plage der Menschheit... ich kann davon auch ein Lied singen...
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