verkehrte welt!

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holgerus
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 12.05.2010
Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2010 15:38    Titel: verkehrte welt! Antworten mit Zitat

ganz ehrlich,im laufe der jahre meiner suchtgeschichte habe ich immer wieder gehört,das sucht einen menschen sein leben lang begleitet,ganz egal wielange er schon nichts mehr nimmt;auch wenn ich damit so ziemlich alleine dastehe,so wage ich doch die behauptung aufzustellen,das dem durchaus nicht so ist,das man eben nicht sein leben lang wird süchtig bleiben;ich behaupte sogar,das die these der ewigen sucht kontraproduktiv ist,sie den menschen der vorhat clean zu werden,von anfang an demotiviert,ihn resignieren läßt,ihn jede hoffnung nimmt und dieses dogma u.a. schuld daran trägt,das die allerwenigsten es schaffen.
gesetz dem fall das ich eine therapie "erfolgreich" beende,dann -so sollte man doch meinen- wäre ich nunmehr in der lage,mein leben eigenständig und selbstverantwortlich zu gestalten;dem steht dann aber die these entgegen,das ich mein leben lang "rückfallgefährdet"bin und somit eben nie in der lage sein werde,autonom zu leben;das heißt doch dann -zu ende gedacht-,das eine therapie niemals erfolg haben kann;oder:von was oder wem bleibe ich dann mein leben lang abhängig,von der droge oder aber von der therapie?
kurz:wir sollten endlich damit beginnen neue wege zu beschreiten,wege die wirklich helfen können,offen sein für neues.
wer von euch hat da ähnliche visionen,utopien,vorstellungen,gedanken oder was auch immer?
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joe
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1037

BeitragVerfasst am: 21. Jun 2010 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Holgerus,
ziemliches rumgebastel würde ich sagen.
also, wir bleiben unser leben lang süchtig. das macht aber nix, weil ... wenn wir nix nehmen, ist alles okay.
ich war noch nie so selbstständig und frei wie im moment. heute kann ich über mein handeln frei entscheiden.
was schwebt dir denn so neues vor?
lieben gruss
joe

nur für heute nehm ich mal wieder keine drogen
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Cappu
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 16.01.2009
Beiträge: 483

BeitragVerfasst am: 21. Jun 2010 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Also meine Großeltern haben seit ungefähr 35 Jahren aufgehört zu rauchen, von 3 Schachteln am Tag auf 0.

Fazit der beiden: Es bleibt lange der Schmacht, aber mittlerweile für nix mehr in der Welt. Heißt: Nein man bleibt nicht sein Leben lang süchtig, zumindest hat man nicht sein Leben lang suchtdruck. Klar kann man schneller erneut süchtig werden, aber das heißt noch lange nicht, dass man sein Leben lang akut gefährdet ist.
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soulwoman
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 17.06.2010
Beiträge: 39

BeitragVerfasst am: 21. Jun 2010 16:59    Titel: suchtverhalten Antworten mit Zitat

ja das ist so ein thema was!klar ist die sucht immer da aber wenn du nachdenken kannst und dich wirklich verändern willst und du unzufrieden bist dann schafft man das.wo ein wille ist,ist auch ein weg.ich kann jetzt von mir erzählen.bei uns in der familie ist ein suchtverhalten.opa alkoholiker gewesen mit einem guten lebensstand d.h beruflich kam er klar.mutter tabletten abhängig. ich habe viel nachgedacht und wollte nicht so enden wie mein opa der an alkohol gestorben ist.ich wollte nicht wie meine mutter leben und habe viel nachgedacht und es war ein harter weg.aber jetzt lebe ich ohne drogen und habe es geschafft.ich habe auch keine lust mehr darauf weil ich wiß was die nachteile sind und habe mich gefunden.man muss die wirklichen probleme bekämpfen und wenn man dies getan hat kommen die nächsten schritte und zwar finde ich was gaaanz wichtig ist dass man sich selber fragt:"wer bin ich und was bin ich für ein mensch?"wenn du das weisst dann kommst du klar und weisst was du willst!man kann alles schaffen!wenn du deine droge suchen willst,dann findest du sie weil du unbedingt konsumieren willst!es ist eine willenssache.man kann alles schaffen und man sollte aufhören mit:"aber ich habe soviele probleme und möchte alles einfach nur vergessen!"aber das ist noch schlimmer!
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GRAUE EMINENZ
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 16.06.2010
Beiträge: 83

BeitragVerfasst am: 21. Jun 2010 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo !

Meiner Meinung nach...ja wir bleiben ein Leben lang süchtig.
Es ist auch so ,die Vergangenheit hat mich immer mal wieder ein geholt und immer war dann meine Sucht ganz schnell wieder im Vordergrund:
Und es gibt immer gute Tage da läuft auch alles echt klasse; aber da gibt es auch immer noch (obwohl seit 6 Jahren keine Drogen mehr)Dbber die anderen Tage wo es nicht so gut läuft.
Es kommt auch immer mal wieder Suchtdruck hoch,die Abstände werden zwar immer kürzer aber es gibt ihn noch.
Aber ich denke das ist auch ein Thema da könnte man Stunden drüber quatschen weil es zuviele Meinungen gibt.
MFG
Die Graue Eminenz
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 21. Jun 2010 23:45    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich würde mir heute definitiv keine Spritze mehr setzen oder setzen lassen. Und ich würde auch keine Nasen ziehen, Tabletten schlucken oder Pflaster lutschen oder was es sonst noch so gibt. Du könntest mit einen Berg von Allem Möglichen nebst Zubehör auf den Tisch kippen und rausgehen - ich würde es wieder fein säuberlich einpacken und Dir vor die Tür stellen. Nur von einem Berg Gras oder Haschisch würde ich mir ein oder zwei gepflegte Grämmchen auf die Seite legen, um sie innerhalb von Wochen zu verbrauchen. Kann man das noch als Süchtiges Verhalten bezeichnen?

Ich behaupte, dass ich die süchtigen Denk- und Fühlmuster - ohne jede Therapie - zu 95% überwunden habe und dass sie mich auch nicht wieder einholen werden.
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Cappu
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 16.01.2009
Beiträge: 483

BeitragVerfasst am: 21. Jun 2010 23:51    Titel: Antworten mit Zitat

Die Zeit wird es zeigen.

Aber zwischen ca. 5 Jahren und 20 Jahren liegen Welten Leute. Ich denke die Kunst ist es, lange genug abstinent zu bleiben. Vielleicht gibt es auch Menschen die nie richtig wegkommen, aber ich denke es gibt auch genügend die absolut frei sind. Es ist alles eine Frage der Person und der Zeit.
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holgerus
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 12.05.2010
Beiträge: 50

BeitragVerfasst am: 22. Jun 2010 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

wer zieht nutzen aus den diversen therapieeinrichtungen?
was ist aus den vielgepriesenen substitutionsprogrammen -von denen man sich die lösung des drogenproblems erhoffte- geworden?
mir kommt es so vor,als ob all die protagonisten der diversen therapien und substitutionsprogramme noch immer nicht wahrhaben wollen,das ihre konzepte versagt haben;vielleicht ist es ihnen aber auch sehr wohl bewußt und einfach nur egal;sie machen nur ihren job;für neue ideen sind andere zuständig.
nun,uns süchtige betrifft es unmittelbar;fast jeder hat sich schon einmal mehr oder weniger mit dieser thematik beschäftigt und was eigene erfahrungen mit entgiftungen,therapien usw. angeht,hat auch ein jeder sein bild,seine kritik,seine ideen...
warum nicht einfach mal ein bißchen "spinnen",laßt uns doch mal gemeinsam darüber nachdenken,wie alternativen aussehen könnten,wie sollte/könnte die ideale entgiftung aussehen(?),wie stellt ihr euch eine therapie vor,fernab der herkömmlichen "käseglocken" therapien,was dauer,personal,programm etc. betrifft(?),oder auch:welche alternativen wären denkbar?
ich finde den gedanken sehr spannend,gemeinsam mit anderen süchtigen etwas zu entwickeln,zu formen.
"fee",wieso kam für dich nie eine herkömmliche therapie in frage(?),und vorallem:wie sah/sieht dein konzept aus mit dem du es geschafft hast?
und,lust?
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 22. Jun 2010 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde jetzt gerne was Schlaues schreiben, aber ich komm grad von der Arbeit und bin zu reingarnix mehr in der Lage. Totaler Burnout.

Nur soviel: Ich hätte nie Therapie gemacht, weil ich stur und arrogant bin und mir denke, was die Therapeuten wissen, weiß ich auch. Habe ne Menge Bücher gelesen. Außerdem hab ich mich selbst in die Scheiße geritten, also finde ich auch selbst wieder raus. Haltung bewahren und sich bloß nicht in eine Opferrolle begeben.

Wie schon mehrfach geschrieben hab ich vorm Koks irgendwann regelrecht Angst bekommen. Ich wollte nie mehr erleben, dass es mir derart dreckig geht, also habe ich es gelassen. Eine gute Freundin hat sich geduldig monatelang mein Gejammer angehört und irgendwann war ich darüber weg. Beim H und den Opioiden hab ich gemerkt, dass das Feeling schnell flöten geht, wenn man jeden Tag konsumiert und damit ist es irgendwann sinnlos, weiterzumachen. Außerdem wurde mir die Beschaffung zu stressig. Frühzeitiges, diszpliniertes Abdosieren hat den Entzug nahezu verhindert.

Benzos waren mir irgendwie wurscht, hatte bald keinen Bock mehr drauf. Habe jetzt doch mehr geschrieben als geplant - muss jetzt aufhören, die Augen schließen und Fußball hören. Bis bald!
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