Tramadol, das ewige Thema zum Entzug!

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ottelli
Anfänger


Anmeldungsdatum: 15.08.2010
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2010 17:59    Titel: Tramadol, das ewige Thema zum Entzug! Antworten mit Zitat

Hallo und guten Tag an alle Betroffene!
Mit Interesse lese ich euere Berichte.
Heute möchte ich mich auch einbringen und meine Erfahrungen zu den "legalen Drogen" schildern.
Schmerzbedingt, hatte ich mit Tilidin angefangen. Das steigerte sich bis zu 1000 mg. täglich.
Mein Hausarzt schickte mich zum stationärem Entzug, den ich nach 4 Monaten beenden konnte.
Leider hatte ich nach einer OP. aus Versehen Morphium von der Intensivstation erhalten.
Nun ging der Teufelskreis von vorne los.
Nach neuerlichem Entzug, ich hatte Morphin - Pflaster gebraucht, war ich einigermaßen stabil und wurde mit 50 mg. Tramadol-long, zur Erhaltungsdosis entlassen.
Seit 2 Jahren nehme ich morgends 50 mg. und am Abend 50 mg. Tramal-long.
Vergebens habe ich versucht, von dem Zeug loszukommen, da bei mir als "Nebenwirkung" starkes Schwitzen auftritt.
Wegen Schmerzen bräuchte ich eigentlich kein Schmerzmittel.
Bei mir kommen die Entzugserscheinungen schon 3 Std. nach der Einnahme-Zeitüberschreitung und zwar so heftig, dass ich unruhig umherrenne und mich ständig kratzen muss. Anfänglich ist nur Gähnen angesagt.
Wer von Euch hatte auch Erfahrungen mit einem Entzug?
Viele Grüße von ottelli
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Natalie R.
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 20.08.2010
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: 26. Aug 2010 23:26    Titel: Re: Tramadol, das ewige Thema zum Entzug! Antworten mit Zitat

Grüß dich...

also das leidige Thema habe ich oft genug und werde es immer wieder spielen. Also hier
MEINE ERFAHRUNGEN! (Ich betone das, denn hier im forum wollen viele aus Texten Sachen lesen, die nicht da stehen)

Also Durchfall und Kotzen waren nie dabei, aber bei 30 grad Raumtemperatur, und angezogen wie im Winter, Frostanfälle waren vorhanden, und zwischendrin auch mal Hitzewallungen. Häufiges Niesen, Nase läuft, Schwitzen sowieso, Verzweiflung, Geheul über unsinnige Sachen, aber auch Lachanfälle am dritten Tag ohne, glaube der Körper will sich damit durchs Lachen wieder aufbauen, keine Ahnung, aber es wirkt. Selten so gelacht wie beim wundervollen dritten Tag. Der ist immer zum lachen. Das alles an Entzugserscheinungen+Antrieblosigkeit ist bei höherer Dosis als täglich 100mg zu erwarten.

Wenn du wirklich nur so kurz und so niedrig dosiert Tramal nimmst, dann RATE ich dir aber auch einfach, dich eventuell einfach 2 Tage zu ''besaufen''. Ohne irgendwelchen Medis.
Das Schwitzen ist schon stark, aber erträglich. Da gibt es doch schlimmeres. Wennst aufhörst, musst 3-4 Tage einplanen, wo du nicht gerade unter Leute gehen wirst. Oder es aus peinlichen Gründen nicht kannst oder willst. Sie sind die Spielregeln nunmal.
Kauf einfach nen Sixpack und gut ist. Bei der nidriegen Dosis ist nicht mehr vom Entzug zu erwarten. Hab das oft genug so gemacht. Das klappt bei mir dann paar Wochen, oder sogar mal Monate, und dann missbrauch ich doch wieder Tilidin oder Trama. Und das Spiel beginnt von vorne. Wenn du doxepin im Haus hast, kannst das nehmen. Gegen die Unruhe bzw. das eventuelle Angstgefühl und Schlaflosigkeit. Nicht länger als 2 Tage nehmen, sicher ist sicher.

lieben Gruß, Natalie
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Dunja81
Anfänger


Anmeldungsdatum: 27.08.2010
Beiträge: 4

BeitragVerfasst am: 27. Aug 2010 00:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo ihr lieben. Möchte gern über meine Erfahrungrn berichten. Habe vor ca. 8 Jahren mit dem Tramal durch meinen Beruf als Altenpflerin das erste mal in Kontakt getreten. Habe tgl. ca 300mg genommen. Habe nach 1. Jahr den Entzug zu Hause gemacht und es war auch erträglich, weil der Wille da war und die Dosierung nicht so extrem hoch war. Habe dann nach dem Tod einer Verwandten wieder angefangen zu konsumieren weil es mir mit dem Zeug wieder besser ging und es lässt dich auf schlimme Gedanken verdrängen. Hab dann ca. 1500mg tgl. eingenommen. Bin 2008 freiwillig in eine Klinik gegangen und war nach 10 Tagen clean. Ein Jahr später hab ich heftige Eheprobleme gehabt und wieder danach gegriffen habe da aber schon 2000mg genommen. Hab dann dieses Jahr einen 3monatigen Entzug gemacht in der Klinik. Ich kann jedem nur raten den Entzug mit professioneller Hilfe machen. Leider bin ich jetzt wieder abhängig nach diesem Teufelszeug und bin bei über 2500mg. Wahnsinn ich weiss. Bin auch noch in Behandlung wg. meiner Depression und nimm auch noch antidepressiva. Hab jetzt mehrmals versucht zu Hause zu entziehen aber das ist der reine Horror und beinahe unmöglich. Das Problem ist auch dass man sich ohne Probleme im Internet das Zeug besorgen kann. Aber wieder in die Klinik zu gehen möchte ich nicht, weil ich meinen Kindern versprochen hab sie nie wieder allein zu lassen. Es ist schon traurig wenn ein Medikament dein ganzes Leben bestimmt. Also ich kann nur raten Finger weg!
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Speedball79
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 09.07.2010
Beiträge: 170

BeitragVerfasst am: 27. Aug 2010 04:33    Titel: Antworten mit Zitat

@ Natalie
Turkeylachen ist doch wohl mal echt cool Very Happy ich hab auch selten so gelacht wie beim entgiften ich denke oft es ist Galgenhumor und oder der Körper holt sich halt einiges zurück was er vorher lange Zeit nicht hatte. Das sind so die Momente auf entgiftung die Kraft geben und Mut zum weitermachen geben ! Ist auch mit das einzige worauf ich mich freue wenn ich an Entzug denke ?!

so sorry für den Beitrag ab vom Thema Wink

viel glück und Kraft @ Otelli wirst´s bestimmt schaffen zufrieden damit umzugehen oder ganz davon los zu kommen

Speedball
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Natalie R.
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 20.08.2010
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: 27. Aug 2010 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

@ Speedball

Ja, aber nicht nur das ist gut am Turkey. Ich habe meine Leben lang ne derbe Klatsche von wegen Gerechtigkeit. Und wenn ich da liege, oder wie beim H Entzug halt damals da rumlag und mich krümmte, hat mir der Gedanke, das es eigentlich total fair ist, sehr geholfen. Was sind die paar Tage Horror, verglichen gegen die unzähligen Tage, wo man damit ''glücklich'' war? Klingt komisch, ist aber so. Deshalb wohl auch meine bevorzugte Holzhammermethode mit dem Keller. O mein gott: Ich wäre die perfekte Bibelspinnerin, Hilfe!
Ich sehe das so: Medikament xy ist unschuldig. Ist es einem den Mund oder in die Vene gesprungen? Nein, ich war die Blöde. Ich habs übertrieben, war zu gierig, also gibt es dementsprechend Pein. Wenn ich immer diesen Teufelszeug-Unsinn höre, ne, da hört es bei mir auf. Wenn natürlich ne arme *** wegen Schmerzen und ner normalen, nicht Rausch erzeugenden Dosis täglich abhängig wird, dann ist das Pech, da kann er nix für. Den könnte ich auch dann verstehen, wenn er das Medikament verflucht.
Aber diese Lowdosen bei Tili/Trama abzusetzen, ist doch wohl für nen erfahrenen User echt einfach, im Vergleich zu anderen Sachen. Da hab ich keinen Respekt vor, die drei drögen Tage sind mit einer Doxi leicht zu überstehen. Oder gar ohne irgendwas. Wenn man nen richtigen Entzug hatte, ist das alles lächerlich gegen. Das hilft dann auch ungemein, man denkt an den schlimmsten Entzug, und vergleicht, wie schwach der momentane ist.
Viel schlimmer ist die Spinnerei an das nächste Mal in paar Wochen oder Monaten, wie das dann wieder knallt etc. Was man alles an Musik hören will dann, die Bude muss tiptop aussehen, bevorzugte, leckere Lebensmittel (Eis!) müssen da sein, all diese Vorfreude-Momente sind hart. Man plant das, oder ich zumindest so, als käme ein lange nicht gesehener, aber guter Freund vorbei, mit dem man sich amüsiert. Das Gute an nem echten Freund wäre aber, das er nach paar Tagen auch wieder geht. Das Zeug halt nicht...
Das sehe ich als Gleichgewicht an. Ohne Schlechte Zeiten, können wir die Guten Zeiten nicht gebührend schätzen. Wenn ich ein Medi wie Dia, Tili oder Trama missbrauche, hab ich lange Zeit nur gute Zeiten. Aber die sind gestohlen! Ich habe dann zu lange nix mehr an negativem Schund abbekommen. Und der hat sich aufgestaut und wartet schon...er lauert richtig.

so, ich rede jetzt mal kurz mit Gott...ich bin eine Bibelspinnerin, ich bin eine Bibelspinnerin... Wink
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4057

BeitragVerfasst am: 27. Aug 2010 16:38    Titel: Antworten mit Zitat

Natalie R. schrieb:

Zitat:
Medikament xy ist unschuldig. Ist es einem den Mund oder in die Vene gesprungen? Nein, ich war die Blöde. Ich habs übertrieben, war zu gierig, also gibt es dementsprechend Pein. Aber diese Lowdosen bei Tili/Trama abzusetzen, ist doch wohl für nen erfahrenen User echt einfach, im Vergleich zu anderen Sachen.

Das sehe ich auch so. Für diese Sicht der Dinge muss man aber eine Portion Emotionslosigkeit sich selbst gegen über und einiges an Pragmatismus aufbringen. Wer sich von seinen Empfindungen und Zipperlein zu sehr vereinnahmen lässt, wird hier scheitern.

Zitat:
Das sehe ich als Gleichgewicht an. Ohne Schlechte Zeiten, können wir die Guten Zeiten nicht gebührend schätzen. Wenn ich ein Medi wie Dia, Tili oder Trama missbrauche, hab ich lange Zeit nur gute Zeiten. Aber die sind gestohlen!

Eben! Die Drogen schenken einem nix, man muss für die "guten Zeiten" bezahlen. Wenn man das akzeptiert, kann man das Alles ganz gut überstehen.

Natalie, ich finde, Du hast eine sehr gesunde Sicht der Dinge. Obwohl ich die "Kellermethode" dann doch nicht jedem empfehlen würde. Als "Bibelspinnerin" bist Du mir noch nicht aufgefallen, aber auch die Religion hat schon manchen gerettet bzw. manchem gut getan. Also warum nicht? Wenn´s hilft ...

Grüße!
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